
Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hatte das Schiff bereits in Mettlach angelegt.
In Mettlach befindet sich die Firma Villeroy & Boch, die für ihre Keramik (Geschirr, Fliesen, Badezimmer, etc) bekannt ist. Der Firmensitz befindet sich direkt an der Saar, gleich bei der Schifflände.
Ich habe auf einen Besuch in der „Erlebniswelt“ von Villeroy & Boch verzichtet, und bin lieber auf eigene Faust los, um das Städtchen Mettlach mit der Kamera zu erkunden.
Nach ca einer Stunde musste ich zurück aufs Schiff, weil es begonnen hatte, zu regnen. Der Regen störte mich lange nicht. Aber er wurde immer stärker und irgendwann war ich wirklich nass. 😉
Dann brauchte ich trockene Kleider und einen Kaffee.
Am Mittag fuhren wir dann einige Kilometer flussaufwärts weiter bis nach Merzig. Dort stiegen wir in Cars um und fuhren nach Orscholz.
In Orscholz steht der Baumwipfelpfad Saarschlaufe.
Das ist ein breiter Holzsteg, der auf Baumwipfelhöhe durch den Wald zur Klippe (lokal Cloef genannt) führt.
Man geht ca 500 Meter durch den Wald. Aber halt nicht nicht am Boden, sondern auf Baumwipfelhöhe. Am Ende des Pfades steht eine 42 Meter hoher Turm aus Stahl und Holz, von der man einen wunderbaren Ausblick auf die Saarschleife hat.
Alles ist so gebaut, dass man bequem dem Pfad entlang und dann auch auf den Turm gehen kann, ohne sich anzustrengen. Alles ist rollstuhlgängig und die stärkste Steigung beträgt 6%. Wir hatten viele betagte Leute und Leute mit Gehstöcken und sogar Krücken, die es problemlos bis nach oben schafften.
Die Aussicht war schlicht genial. Direkt unterhalb der Klippe (Cloef) lag die Schlaufe, in der die Saar eine 180 Grad Kruve macht. Aber man sah über das ganze Saarland: Wälder und Hügel, soweit das Auge reichte.
Dass der Regen kurz vor unserer Ankunft in Merzig aufgehört hatte, und oben in Orscholz später sogar die Sonne durch die Wolken drang, machte die Aussicht noch besser. Es hatte sich wirklich gelohnt, auf den Turm hinauf zu gehen.
Vor Ort habe ich gelernt, dass es noch andere solche Baumwipfelpfade gibt, unter anderem am Necker, aber auch in Tschechien und anderen Ländern.
Nachdem wir um 17:00 wieder auf dem Schiff waren, drehte dieses und begann die Fahrt die Saar hinunter zurück auf die Mosel.
Ein 110 Meter langes Schiff kann übrigens nicht überall einfach umkehren. Die Saar und die Mosel sind auf lange Strecken schmale Flüsse. Es gibt sogar einige Stellen, an denen zwei grosse Schiff nicht mehr kreuzen können.
So musste der Kapitän unser Schiff zuerst bis zu nächsten Schleuse bringen, hinter der es eine Stelle gibt, die breit genug ist, dass ein solches Schiff wenden kann. Also hiess es erst durch die Schleuse flussaufwärts fahren, dann drehen, und dann zurück durch die Schleuse flussabwärts.
Während der Nacht werden wir nun die Saar und dann die Mosel hinunter bis hinter Trier fahren, wo wir am Morgen in Schweich anlegen werden.
Von dort wird’s dann auf den Ausflug nach Trier gehen.
Stay tuned.
