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Bremen 2026: Grossartige Unterhaltung auf dem Marktplatz

Heute Morgen bin ich erst einmal in die Überseestadt gefahren, den Teil Bremens, in dem der Hafen liegt. Mit der Strassenbahn erreicht man den Stadtteil bequem in 20 Minuten.

Allerdings liegt die Hochblüte des Hafens wohl schon einige Jahre zurück. Wie auch Hamburg hatte Bremen einen grossen Hafen, in dem grosse Mengen an Gütern umgeschlagen wurden (unter anderem Kohle, Stahl, Tabak und Baumwolle).
Das Besondere am Bremener Hafen war, dass hier die Bahngleise bis zu den Kajen führten, an denen die Frachtschiffe anlegten, nachdem sie von der Nordsee her die Weser hinaufgefahren waren. Das machte den Warenumschlag um einiges leichter.

Nachdem heutzutage wohl der grösste Teil des Warenumschlags in Bremerhaven an der Wesermündung geschieht, hat die Stadt Bremen in der Überseestadt eine Stadtentwicklung vorangetrieben, bei der die vorhandenen Speicher und Lagerhallen anders genutzt werden. So gibt es neben Gastronomie- und Eventlokalitäten auch einen Grossmarkt und ein Hafenmuseum. Und am Sonntag findet dort ein Markt statt.

Aufgrund des regenerischen Wetters habe ich das Hafenmuseum besucht und viel über die Organisation, den Ablauf und die Entwicklung des Hafens gelernt.
Unter Anderem weiss ich nun, wen Harry Belafonte in seinem „Banana Boat Song“ besingt: Der Tallyman („Come, mister tally man, tally me banana„) ist eine Funktion im Hafen, die das Be- und Entladen der Schiffe kontrolliert und sicherstellt, dass alle Waren ein- resp ausgeladen werden, die da sein sollten.

Nach dem Mittag bin ich wieder zurück in die Innenstadt gefahren.
Auf dem Marktplatz und in den umliegenden Einkaufsstrassen war ganz schön was los. Man merkte, dass Samstag war und die Leute nicht arbeiten mussten.

Verschiedene Gruppierungen buhlten um die Aufmerksamkeit der Passanten:
Zuerst entdeckte ich beim Rathaus die „Omas gegen rechts„: Eine Gruppe von vielleicht 20 bis 30 älteren Damen (einige davon mit Gehstöcken resp in Rollstühlen), die sich mit Transparenten, in weissen Westen, Flugblättern und Lautsprechern beim Rathaus versammelten.
Auf dem Platz hatten ein paar in blau-gelbe Flaggen gehüllte Typen zwei Stände aufgebaut und verkauften zu Gunsten der Ukraine irgendwelchen Kleinkram.
Daneben baute irgendeine christliche Fundametalistengruppe ein Zelt auf, unter dem eine junge Liveband spielte, die immer wieder von irgendwelchen selbsternannten Predigern in Birkenstocksandalen unterbrochen wurde, welche mittels starker Laufsprecheranlage den Platz mit christlichem Erlösungsgelaber vollplärrten.
Als dann noch eine Antifa-Demo von vielleicht 50 Leuten unter Polizeischutz (ich habe sechs Mannschaftswagen der Polizei gezählt) über den Platz schrie, artete das Ganze in einen Lärmkrieg zwischen den Christen-Fundis und den Ultralinken aus.
Die Christen drehten ihre Livemusik hoch, was von den Demonstranten mit noch lauterem Geschrei beantwortet wurde.
Das Ganze wurde am Rand durch ein paar betrunkene Obdachlose aufgelockert, die sich wohl über ein Bier in die Haare geraten waren.

Zur Erklärung der Demo muss man wissen, dass heute in Erfurt der Bundesparteitag der AfD stattfand, was in ganz Deutschland bei jedem Berufslinken und allen Antifa-Chaoten das grosse Bedürfnis weckte, protestieren zu müssen. Weshalb die, die es nicht bis Erfurt schafften, in Bremen mit massenhaft Palästinafahnen gegen die AfD protestierten, verstehe ich nicht ganz.
Ich bin echt nicht sicher, ob jeder, der heute Nachmittag auf dem Bremer Marktplatz herumschrie, wirklich wusste, wofür und wogegen er protestierte. Und damit meine ich alle Lager, die dort waren…

Zur Beruhigung der Situation trugen die regelmässigen, heftigen Regenschauer bei, die von Windböen begleitet wurden. Die Demonstranten verzogen sich rasch, den Ukrainern wurden die Schirme weggeblasen und so die Waren nass gemacht, und die Christen-Fundis zogen sich unter ihr Zelt zurück. Wenigstens verteilte niemand mehr Flugblätter…
Ich habe mir (und mit mir ganze Heerscharen von deutschen Rentnern) das Ganze von einem gedeckten Strassenrestaurant aus bei Kaffee und Kuchen angeschaut, und mich köstlich amüsiert.

Das Interesse der meisten Passanten war in etwa mit dem vergleichbar, wenn jemand in einem Zoo anstelle eines exotischen Tiers einen Kuh oder Ziege entdeckt: Was? Das ist auch das? OK, lass uns weitergehen… 😉

Wie schon erwähnt, war das Wetter heute ziemlich regnerisch. Besonders am Nachmittag gab es einige heftige, längere Regenschauer. Zum Glück gibt es in Bremen grosse Kaufhäuser, die Markthalle 8 und eine gedeckte Lloyd-Passage. Und alle Strassencafés haben hier grossen Schirme, unter denen man trocken bleibt. Bloss auf dem Blumenmarkt braucht man einen Schirm.
Die Temperaturen lagen knapp unter 20 Grad Celsius, wobei der Wind, wenn er denn wehte, das Ganze noch ein bisschen mehr abkühlte. Trotzdem konnte ich mich den ganzen Tag im TShirt draussen aufhalten. Es war frisch, aber gerade das war ganz nach meinem Geschmack.

Stay tuned.

Omas gegen rechts

Bremen 2026: Die Altstadt

Heute habe ich zu Fuss mit meiner Kamera Bremens Altstadt erkundet.

Wobei „Altstadt“ ein etwas hoch gegriffener Ausdruck sein dürfte.
Bremen wurde im zweiten Weltkrieg wie andere deutsche Städte (zB Dresden) von den Alliierten heftig mit Bomben eingedeckt: Zwischen März 1940 und April 1945 erlitt die Hansestadt 172 Luftangriffe, bei denen rund 4’000 Menschen starben und zwei Drittel des Stadtgebiets zerstört wurden.
Das alte Rathaus und der Roland, die heute beide zum UNSECO-Weltkulturerbe gehören, überstanden den Krieg dank Schutzmassnahmen (und auch Glück) weitgehend unbeschadet. Der St.-Peptri-Dom wurde zu mindestens 30% beschädigt. Aber von der Altstadt blieb im Grunde nur ein Quartier stehen: Der Schnoor.

Der Schnoor ist ein kleines Quartier im Südosten der Altstadt mit sehr engen Gassen, in denen viele kleine Läden und Kneipen Tür an Tür zu finden sind.
Das Quartier hat seinen Namen Schnoor (=Schnur) von der längsten Strasse, die gerade durch das ganze Quartier verläuft, und an der die Häuser wie auf einer Schnur aufgezogen stehen.
Der Schnoor ist neben dem Marktplatz (mit Dom, Rathaus, Roland und den Bremerstadtmusikanten) und der Böttcherstrasse eines der drei touristischen Hauptziel Bremens.
Alle diese Orte liegen maximal 10 Minuten zu Fuss auseinander.

Apropos Bremerstadtmusikanten: Die sind, wie viele berühmte Figuren (zB der Manneken Pis in Brüssel oder die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen) viel kleiner als erwartet. Sie stehen auch ein bisschen versteckt an einer der hinteren Ecken des alten Rathauses. Aber man findet sie leicht, wenn man will.
Und jeder muss sie natürlich berühren. Denn gemäss einem alten Brauch soll angeblich ein Wunsch in Erfüllung gehen, wenn man mit beiden Händen die beiden Vorderbeine des Esels umfasst und die Augen schliesst.
Kein Scherz: Ich habe ganze Gruppen gesehen, die dafür Schlange standen.

Obwohl es heute vor allem im Bereich der Sehenswürdigkeiten recht viele Leute hatte, und unzählige Führer in verschiedenen Sprachen etliche (Rentner-) Gruppen (zum Teil mit Stöcken und Rollatoren – ich habe kaum junge Menschen in diesen Gruppen gesehen) durch die Stadt schleusten, hatte ich interessanterweise nicht den Eindruck, dass die Stadt touristisch überlaufen sei. In den Kneipen hatte es immer Platz und auch in den Läden ging es in der Regel ganz gut.
Ausserdem läuft auf dem Osterdeichwiesen zur Zeit die Bremiale 2026.
Vielleicht liegt es auch daran, dass im Bundesland Bremen gestern die Sommerferien begonnen haben, und es deshalb weniger Einheimische in der Stadt hat. 😉

Museen habe ich bisher keine besucht. Die spare ich mir für die Regenperiode auf, falls die denn kommen sollte. Ansonsten gibt es an der frischen Luft in der Stadt genug zu sehen und zu fotografieren. Bei den aktuellen Temperaturen sowieso.

Das Wetter hat sich heute gehalten. Es war den ganzen Tag bewölkt und es weht ständig ein Wind. Dadurch blieb es in der Stadt angenehm kühl. Um 09:00 war es hier 16 Grad Celsius, um 18:00 war es 19 Grad. Trotzdem sind die Gartenrestaurants am Marktplatz und an der Weser bis in den späten Abend gefüllt.
Für mich ist dieses Wetter Anfang Juli genau richtig. Nach der Hitzewelle in der vergangenene Woche zu Hause einfach nur top. Morgen soll es so bleiben. Allerdings ist dann das Regenrisiko höher und man muss zwischendurch mit einigen Schauern rechnen.

Stay tuned.

Das Bremer Rathaus

Bremen 2026: Angekommen

Nun bin ich also in Bremen.

Meine diesjährige Geburtstags-Städtereise hat mich in die norddeutsche Hansestadt geführt. Die Stadt war bereits 2022 auf meinem Reiseplan. Allerdings wurde mir damals kurzfristig einer meiner Flüge von der Lufthansa wegen COVID gestrichen und ich musste auf Karlsruhe ausweichen.
Nun habe ich es aber geschafft und bin gut hier angekommen.

Dies Anreise klappte ohne Probleme. Der Flug erreichte Bremen sogar 15 Minuten früher als geplant.

Viel habe ich noch nicht gesehen.
Um 19:30 im Hotel angekommen, habe ich es bloss bis zum Marktplatz geschafft, wo ich mir eine Currywurst zum Abendessen genehmigte.
Das musste sein, wenn ich schon hier bin. Aber für mich gibt es keine Wiederholungsgefahr. Das bleibt ein einmaliges, deutsches Kulinarik-Erlebnis. 😉

Nun bin ich zurück im Hotel und habe gerade meine Koffer ausgepackt.
Wenn das Wetter mitspielt (ab und zu regnet es ganz leicht), werde ich später noch einmal auf den MArktplatz gehen, um ein paar Nachtbilder zu machen. Ich muss aber noch warten, bis es wirklich dunkel ist. Jetzt ist 21:45 und die Stadtbeleuchtung ist noch nicht eingeschaltet.

Apropos „Regen“: Hier ist es bewölkt und es weht ein kühler Wind. Ab und zu drückt die Sonne durch, ab und zu zieht eine kleine Regenzelle vorbei. Aber das Wichtigste für mich: Es ist hier um die 20 bis 22 Grad. Angenehm kühl und frisch. 🙂

Morgen werde ich die Altstadt und vor allem den Dom genauer erkunden.

Stay tuned.

Mein Hotelzimmer im ATLANTIC Grand Hotel Bremen

Normandie 2026: On my way home – zweite Etappe

Auch heute hat es den ganzen Tag geregnet. Allerdings nicht mehr so fest wie gestern. Über lange Strecken war eigentlich nur ein leichtes Rieseln da. Und ich konnte eine Mittagspause machen, ohne nass zu werden. 🙂
Trotzdem musste ich eigentlich immer die Scheibenwischer laufen lassen.

Die zweite Etappe meiner Heimreise führte mich wieder über Land- und Nebenstrassen von Dampierre-en-Burly nach Dole. Sie war nicht ganz 300 km lang.
Allerdings hatte ich mit einigen Strassensperren (Belagserneuerungen) zu kämpfen, die jeweils einen Umweg zur Folge hatten.
Zusammen mit der Mittagspause war ich dann trotzdem fast fünf Stunden unterwegs.

Alles in allem aber eine gemütlich Fahrt ohne grössere Probleme, wenn man von den selbsternannten, einheimischen Rennfahrern (Männlein und Weiblein gleichermassen) auf dem Land absieht, die einem an der Stossstange kleben, wenn man sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält, und sie einen nicht überholen können. Es macht Spass, dann extra noch ein paar km/h langsamer zu fahren… 🙂

Morgen werde ich hier in Dole volltanken, bevor ich die dritte und letzte Etappe in Angriff nehmen werde. Ich erwarte, am frühen Nachmittag wieder zu Hause zu sein.

Stay tuned.

Normandie 2026: On my way home – erste Etappe

Heute hat es nur einmal geregnet, nämlich den ganzen Tag. Schon am Morgen beim Morgenessen hörte man den Regen auf das Dach des Wintergartens des Hotels prasseln.

Ich habe die erste Etappe meiner Heimreise hinter mich gebracht. Mit 360 km und über fünf Stunden Fahrt im Dauerregen war es die längste der drei Etappen.

Von heute gibt’s auch keine Bilder. Dafür hätte ich anhhalten udn aussteigen müssen…

Ich bin mit Ausnahme einer kurzen Mittagspause (während der ich nass wurde…) durchgefahren. Das Einzige, das unterwegs zwischendurch wechselte, war die Intensität des Regens.
Von leichtem Rieseln bis zu „aus Kübeln schütten“ habe ich alles erlebt. Zeitweise konnte man auf den Land- und Autostrassen nicht mehr schnell fahren, weil man zum einen nicht mehr viel sah, und zum anderen die Strasse voller Wasser war (Gefahr für Aquaplaning).
Im Übrigen gilt in Frankreich sowieso, dass man auf den Autobahnen bei Regen nur 110 km/h anstatt 130 km/h fahren darf. Aber auch 80 oder 90 km/h auf den Landstrassen waren nicht immer angebracht.

So dauerte es ganze sechs Stunden, bis ich hier in Dampierre-en-Burly südöstlich von Orléans angekommen. Und vielleicht eine halbe Stunde, bevor ich angekommen bin, hat es aufgehört zu regnen und die Sonne drückte durch die Wolken.
Übrigens: Wenn ich die Zahl-Autobahnen benutzt hätte, wäre ich gerademal 30 Minuten schneller gewesen. Lohnt sich also nicht.

Die morgige zweite Etappe nach Dole ist mit 298 km etwas kürzer als die Etappe von heute. Ausserdem habe ich vermutlich weniger Ortschaften (mit 30er Zonen) zu durchfahren, was die Sache auch noch etwas beschleunigt. In vier Stunden sollte das zu machen sein.
In Dole im Sure Hotel by Best Western Dole habe ich bei der Hinfahrt schon übernachtet.

In Dole werde ich wohl noch einmal tanken, obwohl ich es wahrscheinlich ohne bis nach Hause schaffen würde. Aber selbst die teuerste Tankstelle hier ist billiger als die billigste bei uns… 😉

Stay tuned.

Normandie 2026: Saint-Malo

Heute, am letzten Tag meines Normandie-Roadtrips war ich in der Bretagne.
Ich bin nach Saint-Malo gefahren.

Am Morgen regnete es zwar ganz schön, aber nach dem Frühstück hörte es auf, und das Wetter schien stabil zu bleiben.

In Saint-Malo drückte zeitweise sogar die Sonne durch.
Die Stadt ist wohl ein Touristenmagnet, insbesondere innerhalb der alten Stadtmauern wimmelt es von Touristen. Aber das Ganze verteilt sich recht gut und gemessen an den freien Parkplätzen vor dem Stadttor hatte es heute wohl weniger Besucher als am Wochenende.

So bin ich einige Stunden durch die Stadt gestreift und habe Bilder gemacht. Dazwischen habe ich etwas gegessen und dem Treiben in den Gassen zugeschaut. 😉

Und, man glaubt es kaum, ich habe in diesen alten Mauern einen Zoo gefunden. 😉
Einen kleinen Zoo, der Micro-Zoo heisst.
In den Stadtmauern, genauer in den Verteidigungsgängen und Kasematten hat jemand auf 150 Meter Länge ein Vivarium eingerichtet, mit einigen Schlangen, Echsen, Spinnen und Fischen. Einfach ein langer Gang in der Mauer, in dem sich Terrium an Aquarium an Terrarium reiht. Eine witzige Idee. 🙂

Morgen beginnt die Heimreise. Meine erste Etappe führt mich wieder bis in die Region von Orleans. Ich rechne mit ca 5 Stunden Fahrt. Danach kommen noch zwei kürzere Etappen bis nach Dole und von dort nach Hause.

Stay tuned.

Normandie 2026: Ruhetag

Heute habe ich bewusst alles Touristische gemieden.
Laut meinem Hotelier waren heute wegen des langen Wochenendes an solchen Orten wieder grössere Menschenmengen zu erwarten.
Also habe ich einen „Ruhetag“ eingelegt, ohne geplante Ausflüge und mit „Chillen“. 😉

Da es in der Nacht und am Morgen geregnet hatte, habe ich mir beim Frühstück Zeit genommen.
Ich bin erst gegen elf mit der Kamera ein bisschen durch Pontorson gestreift. Wie viele der normannsichen Städte und Dörfer, durch die ich in den letzten Tagen gekommen bin, hat auch dieses Dorf eine beeindruckende Kirche, die Église Notre-Dame de Pontorson, deren romanischen Mauern ins 12. Jahrhundert zurückgehen. Ansonsten macht der Ortskern den Eindruck eines älteren normannischen Dorfes. Überall hat es Häser mit massiven Steinmauern.
Auch mein Hotel gibt es seit dem 16. Jahrundert, zumindest das Gebäude. 😉

Später bin ich doch noch ins Auto gestiegen und habe einen kleinen Abstecher in die Bretagne gemacht.
Ich bin ins benachbarte Dol de Bretagne gefahren, das mir vom Hotelier empfohlen wurde.
Auch hier ist die Kirche das Gebäude, das man von weitem aus der Altstadt herausragen sieht. Die Cathédrale Saint-Samson de Dol-de-Bretagne ist viel grösser als die Église Notre-Dame de Pontorson. Sie ist in Frankreich als „historisches Monument“ klassifiziert und war bereits im 6. Jahrhundert Bischofssitz. Baulich findet man sowohl romanische als auch gothische Elemente, da die Kathedrale über die Jahrhunderte gewachsen und immer wieder verändert worden war.
Ich konnte im Innern nicht ganz alles anschauen, weil in der Kirche eine Taufe stattfand, als ich hineinging. Da hiess es, die Leute nicht zu stören.
Ich spazierte anschliessend ein wenig durch die Altstadt, in der einige offenbar sehr alte Häuser zu sehen sind. Einige Gasse machen den Eindruck wie aus dem Mittelalter, wäre da nicht die Autos und Motorräder, mit denen die Franzosen offenbar überall hinfahren müssen…
Da das Wetter zwar bewölkt und etwas windig aber stabil war, habe ich in einem Strassencafé etwas Kleines essen wollen. „Klein“ scheint bei den Bretonen allerdings relativ zu sein. Mit der „Plat de charcuterie“ hätte man mindestens zwei Personen satt gekriegt. Ich möchtge wissen, was die Bretonen unter „gross“ verstehen…

Gegen zwei bin ich zurück nach Pontorson und habe im Hotel ein Nickerchen gemacht.
Auf der Fahrt und bei meiner Ankunft in Pontorson hat es leicht genieselt. Als ich aufwachte, goss es in Kübeln. An ein „wieder rausgehen“ war nicht zu denken.
Zum Glück hörte der Regen am Abend wieder auf, so dass ich trockenen Fusses zum Abendessen gelangte.

Morgen plane ich, nach Saint-Malo zu fahren. Das wird dann ein etwas grösserer Ausflug in die Bretagne.
Wie lange ich dort beliben und was ich mir anschaue, hängt von der Menge Touristen und dem Wetter ab. Auf eine Wiederholung à la „Mont-Saint-Michel“ habe ich keine Lust.

Stay tuned.

Normandie 2026: Le Mont-Saint-Michel und ein paar Schlangen und Krokodile

Jetzt habe auch ich meine Dosis an „Übertourismus“ abgekriegt. Ich denke, das reicht für Jahre…

Heute Morgen bin ich nach Mont-Saint-Michel gefahren, das lediglich 10 km nördlich von Pontorson liegt.
Dass dieses weltberühmte UNESCO Weltkulturerbe viele Touristen anzieht, war mir klar. Ich habe nie erwartet, dort alleine zu sein.

Einen ersten Vorgeschmack habe ich auf dem „Parkplatz“ gekriegt: Anstehen, um auf den Parkplatz gelassen zu werden und bei jeder Verzweigung ein Lotse, der einem die Richtung angab. Grob geschätzt arbeiten dort Hunderte vollamtlich in der Verkehrsregelung.
Vom Parkplatz war ich dann zu Fuss ca 40 Minuten unterwegs, bis ich beim Stadttor auf der Insel ankam. Mit mir marschierten Tausende mit dem gleichen Ziel. Es hätte zwar einen Busshuttle gegeben. Aber dort musste man über 20 Minuten anstehen, um danach weitere 20 Minuten mit dem Bus zu fahren. Also war die Variante zu Fuss wohl die schnellere.
Kurz zum Wetter: Während am Morgen in Pontorson noch die Sonne schien, wurden die Wolken gegen Mittag immer dichter. Trotzdem beurteilte ich die Wetterlage als stabil, als ich auf dem Parkplatz aus dem Auto stieg. Wie sich später herausstellte, war das ein Fehler.
Schlauerweise wechselte ich noch schnell meine Schuhe zu Kampfstiefel, bevor ich loszog. Das hat sich später als sehr schlau erwiesen.Bis zum Stadttor konnte man sich in den vielen Leuten relativ frei bewegen. Aber in den engen Gassen war man dann eingezwängt in den vielen Leuten. Man bewegte sich quasi in der Masse und mit der Masse vorwärts. Die Gassen sahen aus wie das Gedränge vor dem Station bei einem Fussballspiel. Bloss gab es nirgends eine Stelle, die sich öffnete, und an der sich die Menge lichtete.
Dazu kamen noch die, die sich mit Kinderwagen und/oder Hund ins Getümmel stürzten. Nicht sehr hiflreich…
Ausserdem der pure Horror für die Kleinkinder und die Hunde.
Ich bin bei der ersten Gelegenheit auf die Stadtmauer hochgegangen. Dort hatte es bedeutend weniger Leute (und keine Kinderwagen…). Ausserdem war die Aussicht auf das Wattenmeer viel besser.
Dort habe ich auch ein Bistro gefunden, in dem ich etwas zu Mittag essen konnte. Nun weiss ich auch, was normannische Galette sind. Schmeckt sehr gut. 🙂

Während dem Essen begann es zu regnen. Dank eines übergrossen Sonnenschirms konnte ich in Ruhe zu Ende essen. Andere hatten nicht so viel Glück. Nun wollte natürlich jeder einen Platz im Trockenen…

Der Regen wurde immer stärker und es kam auch noch Wind dazu. Auf mehr Gedränge hatte ich keine Lust. Die Vorsellung, in strömendem Regen von der Masse durch die engen Gassen der mittelaltrlichen Stadt getriben zu werden, behagt mir ganz und gar nicht. Mir blieb also nichts anderes übrig, als im Regen zum Auto zurück zu gehen. Regenschutz hatte ich keinen dabei, da ich am Morgen die Wetterlage falsch beurteilt hatte… War auch egal. Ich konnte im Hotel die Kleider wechseln und mich aufwärmen.
Um nicht die ganze Strecke im Regen gehen zu müssen (Nass war ich ja ohnehin schon. Einzig meine Füsse blieben wegen der Kampfstiefel trocken…), entschied ich mich, den Shuttlebus zu nehmen. Allerdings hatte nicht nur ich die Idee.
Ich musste geschlagene 15 bis 20 Minuten im strömenden Regen in der Schlange warten, bis ich in einen Bus steigen konnte.
Beim Auto angekommen, drehte ich die Heizung auf und versuchte in erster Linie, meine Kamera zu trocknen. Die Kleider trocknete von selber. Dann fuhr ich los in Richtung Pontorson.

Unterwegs entschied ich mich, noch die Alligator Bay zu besuchen. Das war für die nächsten Tage geplant, aber da es immer noch stark regnete, fand ich den Besuch eines Terrariums geeignet.
Allerdings hätte ich genau so gut draussen stehen bleiben können. Die Luft in Terrarienhaus wie auch im Krokodilhaus war dermassen warm und feucht, dass ich innert kürzester Zeit komplett nass geschwitzt war. Mein T-Shirt klebte am Körper. 😉
Immerhin konnte ich einige gute Bilder schiessen.

Nach der Alligator Bay fuhr ich zurück ins Hotel. Als ich in Pontorson aus dem Auto stieg, hatte es aufgehört zu regnen. 🙂

Der Hotelier hier erklärte mir, dass es wegen des langen Wochenendes so viele Leute in Mont-Saint-Michel gehabt hätte. Da Freitag, der 1. Mai ein Feiertag gewesen ist, hätten viele Franzosen das lange Wochenende für Ausflüge genutzt.
Er warnte mich auch, morgen Sonntag nach Saint-Malo zu fahren. Da würden ganz sicher viele Leute sein.
Also habe ich diesen Ausflug auf Montag verschoben.
Für morgen gibt es keine Pläne. Vielleicht ein Spaziergang durch die Stadt und ein kleiner Ausflug aufs Land. Mal sehen.

Stay tuned.

Normandie 2026: Phase 2

Heute habe ich Bayeux verlassen und bin weiter nach nach Pontorson gefahren. Das liegt nur wenige Kilometer südlich von Mont St. Michel, der berühmten Stadt auf der Insel im Wattenmeer.
Hier werde ich die nächsten 4 Nächte übernachten und von hier aus die Gegend erkunden.

Die Fahrt an und für sich verlief problemlos. Wie immer über Land und durch kleine Dörfer. Nach eineinhalb Stunden wäre ich in Pontorson gewesen.
Aber ich habe unterwegs noch einen Stopp eingelegt, nämlich in Champrépus.
Gestern, als ich die Route gepant habe, habe ich auf Google Maps entdeckt, dass es einen Parque zoologique de Champrépus gibt. 😉
Und den habe ich mir heute genauer angeschaut. Dort habe ich auch zu Mittag gegessen, und mir bei der Erkundung des Zoos viel Zeit genommen.

So bin ich dann gegen halb vier hier in Pontorson eingetroffen und habe im Best Western Hôtel Montgomery eingecheckt.
Das Hotel ist ein mehrere hundert Jahre altes Gebäude, das mitten in der Stadt liegt.
Die Zimmer sind sehr geräumig und haben drei Meter hohe Decken. Der Boden ist aus alten Holzdiehlen, die seltsamerweise nicht sehr knarren.
Das Zimmer, das ich gekriegt habe, hat mir sehr gefallen. Allerdings hat das Bad dieses Zimmers zwar ein Jacuzzi, aber keine Dusche. Und ich weiss aus Erfahrung, dass es immer eine Überschwemmung im Bad gibt, wenn man ohne Duschvorhang duscht.
Da ich jeden Morgen dusche, habe ich das der netten Dame an der Reception gesagt, mit dem Ergebnis, dass sie mir eine Viertelstunde später ein anderes, noch grösseres Zimmer angeboten hat, das neben dem Jacuzzi auch eine Dusche hat. 🙂

Das Wetter war heute sehr wechselhaft. Am Morgen schien die Sonne in Bayeux. Unterwegs wurden die Wolken aber immer dichter und dunkler, so dass ich mit Regen rechnete, insbesondere beim Zoobesuch in Champrépus. Aber am Nachmittag drang die Sonne wieder durch die Wolken und heute Abend herrschte in Pontorson bis zum Sonneuntergang strahlender Sonnenschein.

Ich habe mich noch nicht festgelegt, was ich morgen machen werde. Le Mont steht sicher auf dem Programm. Wobei ich erst einmal schaue, welche Möglichkeiten für Fotos ist habe, und wie viele Touristen bereits dort sind.
Vermutlich werde ich irgendwann auch noch nach Saint Malo fahren. Ansonsten schaue ich mir morgen mal die Karte der Gegend an,

Stay tuned.

Normandie 2026: Halbzeit und Abschluss Phase 1

Heute ist die Mitte meiner Normandiereise, der achte von insgesamt fünfzehn Tagen. Und heute habe ich auch meine Besuche der Schauplätze der Invasion vom 6. Juni 1944 abgeschlossen.
Ausserdem musste ich auch noch einen persönlichen Verlust hinnehmen… 😉

Vorab gleich zum erwähnten Verlust:
Als ich gestern Abend zu Bett gehen wollte, fand ich mein Pyjama nicht mehr. Es war weg.
Ich hatte es am Morgen wie zu Hause unter die Bettdecke gelegt, als ich mein Bett gemacht hatte (Das Hotel wechselt nur alle 3 Tage die Wäsche. Weiteren Zimmerservice auf Verlangen.). Aber da war es nicht mehr. Zum Glück hatte ich noch ein zweites Pyjama dabei. 🙂
Der Roomservice hatte inzwischen mein Zimmer gereinigt und das Bett frisch bezogen. Offenbar hatten die dabei mein Pyjama gleich zusammen mit der alten Bettwäsche weggeräumt und in die Wäscherei geschickt. Jedenfalls war heute Morgen, als ich mich beschwerte, der Lastwagen mit der schmutzigen Wäsche schon weg! Niemand weiss, wo mein Pyjama steckt….
So etwas habe ich nun wirklich noch nie erlebt, und wenn ein neues Pyjama gratis wäre, könnte ich darüber lachen. Aber ein neues Calida-Pyjama kostet mind Fr. 50.–. Nicht die Welt, aber trotzdem bin ich nicht bereit, dafür zu bezahlen.
Aber vom Hotel kam nichts mehr. Die haben mit den Zimmermädchen gesprochen, welche offenbar nicht zur geistigen Elite der Stadt gehören. Die Zimmermädchen wussten von nichts und haben kein Pyjama gesehen. Damit war der Fall erledigt.
Ich überlege mir, im Internet zwei, drei üble Bewertungen zu hinterlassen (Google, booking, etc) und ausserdem der Konzernleitung der Kette „Campanile“ ein eMail schicken. Das schreckt Manager in der Regel auf und wer weiss, vielleicht kriege ich doch noch eine gewisse Erstattung.
Eigentlich schade, denn ich fand das Hotel ganz gut.

Das Wetter war wieder einmal super. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel mit Schleierwolken und nur ganz wenig Wind.

Also bin ich ganz ans Ostende des Invationsabschnittes Sword Beach nach Merville-Franceville-Plage gefahren. Dort steht die Batterie de Merville, eine verbunkerte Küstenartillerieanlage der Deutschen, von der aus der ganze Sword Beach hätte beschossen werden können.
Die Batterie (4 100mm Haubhitzen der Marke Skoda) musste also ausgeschaltet werden, bevor die Landung am Morgen des 6. Juni 1944 begann. Sonst wären die anlandenden Briten samt und sonders zusammengeschossen worden, bevor sie überhaupt den Strand erreicht hätten.
Die Aufgabe, die Batterie rechtzeitig zu zerstören, kam dem 9. (Eastern and Home Counties) Fallschirmjäger-Battalion der 3. Britischen Fallschirmjägerbrigade zu.
Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 stieg Lieutenant Colonel Terence Otway mit 700 Mann in die Flugzeuge, um über Merville-Franceville-Plage abzuspringen und die Batterie auszuschalten.
Nach der Landung hatte Otway aber nur noch 150 Mann. Ausserdem fehlte der grösste Teil von Material, Waffen und Munition.
Das Bataillon war in der Luft weit auseinader getrieben worden. Viele Fallschirmjäger fielen, noch bevor sie den Boden erreichten, viele bleiben verletzt liegen oder ertranken in den von den Deutschen gefluteten Felder, andere wurden gefangengenommen und andere wiederum verirrten sich schlicht.
Für Oberstleutnant Otway gab es nur eine Wahl: Die Batterie mit dem, was er hatte, anzugreifen. Er wusste, wenn er die Batterie nicht ausschalten würde, würden Tausende von Britischen Soldaten bei der Landung im Granatenhagel am Strand umkommen.
Er griff mit seinen Leuten an und es gelang ihnen, die vier Haubhitzen unschädlich zu machen.
Nach dem Angriff waren noch 65 Mann des Bataillons am Leben! Weniger als 10 Prozent.

Die zweite Schlüsselstelle für die Landung an Sword Beach war die Brücke von Bénouville. Sie war die Verbindung über den Canal de Caen à la Mér. Wenn die Allierten diese Brücke kontrollierten, konnten die Deutschen weder Nachschub noch Verstärkung heranführen.
Diese Schlüsselstelle eroberten Truppen der 2. Battalions des Oxfordshire und Buckinghamshire Leichten Infanterieregiments unter Führung von Major John Howard, indem sie mit Lastenseglern bei Nacht so nahe wie möglich an der Brücke landeten und die Brücke (eigentlich waren es 2 Brücken) angriffen. Sie nahmen die Brücken ein und verteidigten sie gegen die Deutschen, bis die ersten Britischen Truppen der 1st Special Service Brigade eintrafen, die am Sword Beach gelandet waren.
Die Brücke von Bénouville wurde später in Pegasusbrücke umbenannt, nach dem geflügelten Pferd auf den Schulterstücken der Einheiten, die die Brücke eingenommen hatten.

Unterwegs entdeckte ich zufällig noch einen Soldatenfriedhof der Kanadier. Das Gelände wurde den Kanadiern von den Gemeinden aus der Umgebung zum Dank für die Befeeiung geschenkt.
Dieser Soldatenfriedhof war nicht so gross wie die der Amerikaner und Briten, die ich schon besucht hatte. Aber er war sehr gepflegt, und auch hier hatte man für jeden Gefallenen einen Grabstein mit individueller Inschrift gesetzt.

Damit habe ich meine Erkundung der Örtlichkeiten rund um die Grschehnisse des 6. Juni 1944 abgeschlossen. Man könnte, wenn man alle Monumente und Drnkmäler besuchen wollte, noch Tage hier verbringen…

Aber ich fahre morgen weiter nach Pontorson. Das liegt nur wenige Kilometer südlich von Mont St. Michel, der berühmten Stadt auf der Insel im Wattenmeer.
Das wird meine Basis für weitere Ausflüge. Ich werde 4 Nächte im Best Western Hôtel Montgomery bleiben, bevor ich dann wieder Richtung Heimat fahren werde.

Stay tuned.