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Island 2020: Halbzeit bei den Bildern

Island_flagGut zwei Monate nach meiner Rückkehr aus Island habe ich es geschafft, die Hälfte aller Bilder resp die Bilder der ersten Hälfte der Reise fertigzustellen und in die Galerien hochzuladen.

Ich habe also so quasi die Halbzeit erreicht und mache mich nun an die Bearbeitung der zweiten Hälfte. 😉
Ich hoffe, dass ich dafür nicht auch wieder zwei Monate brauche, aber das hängt weitgehend davon ab, wieviel meiner Freizeit ich der Bearbeitung der Bilder widmen kann.

Mein Ziel ist es, in jedem Fall die Bilder (und die entsprechenden Fotobücher) bis Weihnachten fertigzustellen.

Dann würde ich mich gerne noch anderen Reisen (zB Amsterdam und Westschweiz) und Fotoshootings widmen, von denen noch ein grosse Menge unbearbeiteter Bilder auf meiner Festplatte darauf wartet, gezeigt zu werden.

Stay tuned.

Island 2020: Neue Bilder in den Galerien

Island_flagInzwischen ist es schon wieder fast einen Monat her, seit ich von meiner diesjährigen Islandreise nach Hause gekommen bin. Die Arbeitswelt und der Alltag hat mich wieder.
Hier ist der Herbst überraschend schön und warm, aber in Island hat sich in gewissen Gebieten, durch die ich im August bei schönstem und warmen Wetter gefahren bin, der Winter deutlich bemerkbar gemacht. Nicht nur das die Tage spürbar kürzer werden und die Nordlichter immer öfter auftauchen (wenn der Himmel klar ist), liegt in Nordisland der erste Schnee.

Kaldidalur

Gleich nach meiner Rückkehr habe ich damit begonnen, die Bilder, die ich auf der Reise geschossen habe, zu sortieren, die besten auszuwählen und zu bearbeiten. Dabei gehe ich Tag um Tag vor, und lade die fertigen Bilder jeweils in die Galerien hoch.

Aktuell bin ich an den Bildern vom 5. Reisetag. Die Tag 1 bis 4 sind abgeschlossen und die bearbeiteten Bilder können in den Galerien betrachtet werden.

Ich bearbeite inzwischen fleissig weiter (jeweils nach Feierabend) und melde mich wieder, sobald ich wieder einige Tag abschliessen konnte.

Stay tuned.

Island 2020: Going home

Island_flagHeute halte ich mich kurz, denn ich muss (für meine Verhältnisse) früh ins Bett.
Ich bin in meiner letzten Unterkunft angelangt, dem Aurora Star Hotel am Flughafen Keflavík.
Morgen um 07:20 (Ortszeit) hebt mein Flug nach Zürich hier ab. Dann ist auch die Islandreise 2020 schon wieder Geschichte.
Deshalb habe ich heute Abend auch keine Zeit, noch ein paar Bilder zu bearbeiten. Das muss warten, bis ich wieder zu Hause bin.

Der heutige Tag begann schon mal anders als die letzten: Beim Aufstehen regnete es draussen. Nicht stark, und wenn, dann nur kurz und heftig. Dann brach auch ab und zu die Sonne durch die Wolken, gefolgt vom nächsten Schauer. Und dazu gab es Wind.

Meine letzte Etappe führte mich über die Halbinsel Reykjanes. Ich ziehe es vor, entlang der Küste auf (heute komplett leeren) Hauptstrassen nach Westen zum Flughafen Keflavík zu fahren, anstatt die etwas nördlicher gelegene Schnellstrasse zu nehmen, die mich durch die Hauptregion führen würde.
An der Küste fährt man über lange Strecken durch ausgedehnte Lavafelder, die zum grossen Teil mit Moos überwachsen sind. Ausserdem kommt man durch mindestens zwei aktive Geothermalgebiete, wo die Erde kocht und Schwefelgeruch in der Luft liegt.
Dort hat der Boden dann auch einen ockerfarbenen Stich, was man schon von sehr weit sehen kann.

Ich habe in Krýsuvík und Gunnuhver Halt gemacht, um ein paar Bilder zu schiessen, und meinen obligaten Kaffee in der selben Tankstelle in Grindavík getrunken, in der ich die letzten beiden Jahre schon Kaffee getrunken hatte.

Grindavík war übrigens in den letzten Monaten in Island im Fokus der Öffentlichkeit, weil man dort schon seit Längerem verstärktes Erdbebenaufkommen gemessen hatte. Das könnte ein Anzeichen eines bevorstehenden Vulkanausbruchs sein. Nicht die Erdbeben an sich beunruhigen die Leute. Leichte Erdbeben sind normal in Island. Aber die Häufung solcher Erdstösse ist kein wirklich gutes Zeichen.
Dazu muss man wissen, dass die Halbinsel Reykjanes mehr oder weniger ein grosses, sehr aktives Vulkansystem ist.
Heute war es allerdings ruhig. Ich habe nichts gespürt oder gehört, und das Leben in der kleinen Stadt verlief sehr ruhig.

Damit endet nicht nur meine diesjährige Islandreise, sondern natürlich auch die Berichterstattung hier.
In den folgenden Wochen und Monaten werde ich immer wieder neue Bilder in die Galerien hochladen. Je nachdem, wie viel Zeit ich für die Bearbeitung haben werde, kann es durchaus bis Weihnachten dauern, bis das letzte Bild hochgeladen ist.

Ich melde mich wieder auf diesem Kanal, wenn ich wieder verreisen werde; wann und wohin auch immer.

Stay tuned.

Island 2020: Vestmannaeyjar

Island_flagHeute bin ich zwei Stunden in einem Lavafeld herumgelaufen, das zehn Jahre jünger ist als ich. 😉

Heute war auch der erste Tag dieser Reise, an dem nicht strahlender Sonnenschein herrschte. Es war bewölkt, und ab und zu drückte die Sonne durch die Wolken. Aber halt nie dort, wo ich mich gerade aufhielt.
Dadurch war es auch etwas kühler, und am Meer hatte es einen konstanten auflandigen Wind.

Heute besuchte ich die Vestmannaeyjar (Westmännerinseln), resp deren Hauptinsel Heimaey. Diese Inselgruppe vor der isländischen Südküste umfasst mehrere Inseln, von denen längst nicht alle bewohnt sind. Aber es leben dort immerhin rund 4’300 Leute.

Am Morgen fuhr ich erst einmal ein Stunde und 15 Minuten bis zum Fährhafen Landeyjahöfn. Dort liess ich meinen Wagen stehen und fuhr mit der Fähre rund 40 Minuten zur Insel Heimaey.
Ich ging bewusst ohne Wagen hinüber, weil ich nur fünf Stunden Zeit hatte, bis ich wieder zurückfahren musste. Da ich mir den Lavakegel vom Ausbruch des Eldfell (Eld heisst Feuer)in der Nacht vom 23. Januar 1973 ansehen wollte, und dieser bei resp in der Stadt ist, lohnte sich nicht, den Fahrpreis für das Auto zu bezahlen. Was ich vorhatte, konnte ich zu Fuss machen. Eventuell komme ich irgendwann noch einmal und bleibe für eine Nacht, damit ich mir in Ruhe auch den Rest der Insel ansehen kann.

Heute ging ich zu Fuss aus der Stadt über das Lavafeld bis etwa halbhoch zum Krater. Danach wurde mir der Aufstieg zu steil und zu lang.
Man sieht heute noch, wo die Lava vom Krater her durch „geflossen“ ist, und wie sich der Lavakegel Richtung Hafen wälzte. Und genau dieser Hafen musste erhalten bleiben. Also haben die Isländer versucht, die Lava mit Meerwasser zu kühlen und so zu stoppen. Und dies gelang schlussendlich auch (zum ersten Mal überhaupt). Der Ausbruch dauerte gute 5 Monate. Aber die Bewohner und ihre Helfer gaben nicht auf.
Was aber sehr schwer vorstellbar ist, sind die riesigen Mengen Asche, unter denen ein Teil der Stadt begraben wurde. Zwar begann man sehr rasch, die Asche wegzuschaufeln. So befreite man zu Beispiel den Friedhof (der mitten in der Stadt liegt) von Hand (wegen der Gräber durften keine Bagger eingesetzt werden)von einer meterdicken Ascheschicht, aber für gewisse Stadtteile gab es keine Rettung mehr. Ca ein Drittel der Bewohner kehrten nie wieder auf die Insel zurück. Sie hatten in dieser Nacht vom 23. Januar 1973 alles verloren, und es gab keine Chance mehr, irgend etwas wieder zurückzuholen.

Es ist schon ein besonderes Gefühl, zu wissen, dass 15 bis 20 Meter unter einem die Häuser verschüttet sind, die damals an der Stelle standen. Kaum vorstellbar ist auch, wie der Vulkanausbruch die Insel verändert hatte. Dort wo nun der 200 m hohe Krater und der Lavakegel stehen, war vorher nichts. Man sah aus der Stadt übers Meer bis nach Island hinüber. Heute sieht man das nur noch, wenn man auf den Berg klettert. Der Vulkanausbruch schuf einen neuen Berg.

Erst 2005 begann man, dort zu graben, wo einst ein Stadtteil mit 400 Gebäuden gewesen war. Man legte bis heute drei Gebäude frei.
Schlussendlich grub man ein Hause vollständig aus und baute drumherum ein Museum, das den Ausbruch, die Folgen und den Wiederaufbau dokumentiert.

Übrigens: In dieser Nacht 23. Januar 1973 musste ca 5’000 Leute fluchtartig verlassen, mit dem, was sie am Leib hatte und dem was sie tragen konnten. Sie wurde mit Fischerbooten evakuiert. Der Ausbruch richtete sehr viel Schaden an, veränderte dauerhaft die Form der Insel (die Insel wurde auch um ca 2.5 km2 grösser), aber er kostete keine Menschenleben.

Um 17:00 fuhr ich dann mit der Fähre wieder zurück nach Landeyjahöfn. Und von dort mit dem Wagen bis in meine Unterkunft.

Morgen ist mein letzter voller Reisetag, der mich am Schluss an den Flughafen führen wird. Ich habe mich noch entschlossen, wo ich morgen überall hinfahre. Das ist auch etwas vom Wetter abhängig. Ich lasse mich überraschen.

Stay tuned.

Island 2020: Gut geschüttelt, nicht gerührt

Island_flagHeute habe ich den Norden hinter mich gelassen und bin über die Kjölur nach Süden gefahren.

Als ich in Akureyri aufstand, schien dort zwar die Sonne, aber ringsherum waren alle Berge in tiefliegende, dunkle Wolken gehüllt. Also ging ich davon aus, dass es nun vorbei sei mit den sonnigen Tagen. Und nachdem ich Akureyri verlassen hatte, schien sich dies zu bewahrheiten.
Die ersten zwei Stunden Fahrt durch die Berge und über ein oder zwei Pässe waren düster bis neblig. Die ersten Kilometer auf der Kjölur verliefen in etwa so. Und wenn ich dort angehalten hatte und ausstieg, dann blies ein kalter Wind. Das war das Island, das ich kannte. 😉
Das änderte sich allerdings zusehends, je weiter südlich ich fuhr. Als ich etwa auf halber Strecke im Geothermal- und Naturschutzgebiet Hveravellir einen Kaffee trank, war am Himmel kein Wölkchen mehr zu sehen und so blieb es, bis heute Abend die Sonne unterging. Damit ist das für mich der 11. Tag in Folge mit strahlendem Sonnenschein in Island. Einfach toll.

Die Kjölur, oder besser gesagt die Kjalvegur, wie die Strasse über den Berg Kjölur heisst, ist zwar offiziell keine Hochlandpiste der F-Kategorie mehr, aber sie hat es vor allem wegen ihrer Länge doch noch in sich.
An sich ist sie mit einem Offroad-Wagen relativ einfach zu fahren. Aber 150 km Dauerschütteln und abschnittweise ständiges Ausweichen von richtig tiefen Löchern in der Fahrbahn spürt man am Abend schon.
Die Strecke ist sehr schön und abwechslungsreich. Aber ich würde sie nie mit einem Pw fahren. Grosse Bodenfreiheit, grosse Reifen und eine starke Federung erhöhen hier den Fahrkomfort ungemein. Mit einem Pw hätte ich Angst, ständig aufzuschlagen und den Wagen zu beschädigen. Ausserdem ist es dann kaum möglich, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 kmh zu fahren. Man braucht für die Strecke viel mehr Zeit.
Ich weiss nicht, wie es wäre, diese Strecke bei Regen zu fahren. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es dann ziemlich schwierig wird, und für Pw unmöglich, die Stecke in einer vernünftigen Zeit zu bewältigen.
Aber es geht natürlich noch langsamer: Mit sind heute zwar keine Wanderer begegnet, wohl aber mehrere Radfahrer. Gut, wenn es zu holperig oder zu steil wird, werden die wohl absteigen und zu Fuss weitergehen. In jedem Fall werden sie aber sicher zwei Tage für die Strecke brauchen.
Ausserdem hatte ich noch eine weitere, etwas besondere Begegnung:
Kurz nach meinem Kaffeehalt winkte mir der Fahrer eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Als ich anhielt, erklärte der mir in gebrochenem Englisch, es würde ein „big truck“ entgegenkommen. Das hiess, an einer Stelle, an der man gut kreuzen konnte, anhalten und warten.
Ich rechnete mit einem grossen Hochlandfahrzeug, mit dem Touristen hier an die entlegensten Orte gebracht werden. Aber es kam ein grosser Lastwagen mit Anhänger den Berg hinauf gekrochen. Und auf dem Anhänger hatte der einen ausgewachsenen Schaufelbagger geladen. Die bauen da oben also irgendwas.

Als ich dann gegen drei Uhr Nachmittags wieder asphaltierte Strasse erreichte, hielt ich an zwei Sehenswürdigkeiten, die sowieso an der Strecke lagen: dem Gullfoss (der Goldene Wasserfall) und dem Strokkur (dem Grossen Geysir). An diesen beiden Orten war ich vor drei Jahren auf meiner ersten Islandreise schon einmal. Aber dieses Mal war etwas ganz anders: es hatte, CORONA sei Dank, praktisch keine Leute dort.

Danach waren es nur noch zwanzig Minuten bis zu meiner nächsten Unterkunft, dem Sel Guesthouse. Hier bin ich noch auf jeder meiner Reisen durch Island abgestiegen, und werde auch dieses Mal für zwei Nächte bleiben, bevor ich dann am Freitag Richtung Flughafen fahren muss.n Stadt Islands. Hier bleibe ich für die Nacht.

Morgen möchte ich auf die Westmännerinseln fahren, wenn das Wetter so bleibt und ich die Fähre erwische.

Stay tuned.

Island 2020: Wenn ein starker Wind Dein bester Freund ist

Island_flagHeute habe ich die „Zusatzrunde“ gedreht, die ich eingebaut hatte, nachdem kurz vor meiner Abreise mein Rückflug ausfiel, und ich dadurch zwei Tage später zurückfliegen werde.
Allerdings tönt „Zusatzrunde“ ein wenig nach Notprogramm, das man sonst nicht gemacht hätte. Der Eindruck wäre allerdings komplett daneben, denn auf meiner heutigen Tour lagen einige sehr beeindruckende Orte.

Von Húsavík fuhr ich erst einmal nord- und dann ostwärts und machte einen kurzen Stopp am Eingang der Ásbyrgi. Das ist eine hufeisenförmige Schlucht, die besonders bei Campern und Wanderern beliebt ist.
Allerdings habe ich auf das Erstere keine Lust, und zweitens hatte ich heute die Zeit nicht, drei bis vier Stunden in die Schlucht Wandern zu gehen. Nachdem ich die Schlucht heute gesehen habe, muss ich mir bei einer nächsten Reise überlegen, in der Nähe eine Unterkunft zu suchen, damit dann mehr Zeit bliebt, diese Gegend zu Fuss zu erkunden.

Danach fuhr ich südwärts zum Dettifoss. Dieser Wasserfall ist hundert Meter briet und 45 m hoch, und im Sommer fliessen dort ca 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Kante. Das macht ihn zum leistungsstärkste Wasserfall Europas, knapp vor dem Rheinfall.
Zum Dettifoss kommt über eine von zwei Strassen: Die im Westen ist asphaltiert und es hat einen grosszügigen Parkplatz in der Nähe des Wasserfalls. So können dorthin auch grosse Gruppen mit Bussen hingebracht werden. Auf der Seite war ich vor zwei Jahren, als schon Schnee lag. Und habe mich damals köstlich über die komischen Touristen amüsiert, die offenbar keine Ahnung hatten, wohin sie kamen, und bei Null Grad mit Sari und Sandalen aus dem Bus in den Schnee stiegen.
Daher entschied ich mich, diese Mal auf der östlichen Strasse nach Süden zu fahren, und mir den Wasserfall von der anderen Seite anzuschauen. Das Besondere hier ist, dass dieses Strasse nicht geteert und am Besten mit einem Offroader zu befahren ist. Die Einheimischen in der Ásbyrgi, mit denen ich sprach, sagten, die Strasse sei in einem „sehr schlechten“ Zustand. Nun ja, es hat ein bisschen geholpert, aber ich bin mit dem Landcruiser ganz gut durchgekommen. Und beim Wasserfall gibt es auch einen Parkplatz, aber da waren nur eine Handvoll Autos. Von dort muss man zehn Minuten über Stock und Stein gehen, um zum Wasserfall zu gelangen.

Vom Dettifoss ging’s dann weiter zur Krafla. Dieses Vulkansystem ist sehr aktiv. Der Kratersee im Zentralvulkan ist zwar ruhig, aber unter dem Vulkan steht ein grosses Kraftwerk, zu dem aus allen Richtungen grosse Leitungen führen, mit denen die Erdwärme des Vulkans offenbar gesammelt wird.

Ebenfalls zur Krafla, und nur ein paar Kilometer vom Zentralvulkan entfernt, gehört das Geothermalgebiet Hverir beim Pass Námaskarð. Hier kommt 100 Grad heisses Wasser aus dem Boden. Das ist Regenwasser, das versickert, aufgeheizt wird und heiss wieder an die Oberfläche kommt. Einige der Quellen dort schleudern regelmässig heissen Schlamm aus.
Es empfiehlt sich sehr, hinter den Abschrankungen zu bleiben, und den Quellen nicht zu nahe zu kommen. Was passiert, wenn man sich nicht daran hält, hat mir vor einigen Tagen ein Spanier auf seinem Handy gezeigt: Eine junge Britin ist in eine dieser Quellen gestanden, weil sie ein besseres Foto machen wollte. Der Spanier erzählte, sie hätte geschrien wie am Spiess und ihre Beine – das konnte man auf den Bildern sehen – seien feuerrot gewesen. Wie kann man nur so blöd sein. Deren Ferien waren vorbei und endeten im Krankenhaus – für ein Bildchen.
Nun, wer nicht hören will, der muss halt fühlen. Mein Mitleid hält bei solchen Sachen sehr in Grenzen…

Dass Hverir ganz nahe am Mývatn liegt, kriegte ich heute zu spüren, sobald ich aus dem Auto stieg.
Wenn es windstill war, war ich sofort von Hunderten kleiner Mücken umschwirrt. Und die Biester versuchten, in Mund Nase und Ohren zu kriechen. Sobald es aber Wind hatte, waren sie weg. Und je näher ich dem Myvatn kam, umso schlimmer wurde es.
Ich musste mich maskieren, damit die Biester nicht überall hinein krochen. Offenbar werden die durch Kohlendioxid angeregt. Und das gibt es nicht nur bei Vulkanen in grösseren Mengen. Wir atmen es auch aus…
Dabei ist nicht einmal mehr grosse Saison für die Viecher. Normalerweise sind die im Juni/Juli so zahlreich, dass sie richtiggehend schwarze Wolken über dem See bilden. Und die Bewohner der Gegend tragen im Freien Mückennetze.
Ich vermute, das anhaltend gute Wetter hat es begünstigt, dass die Mücken immer noch so stark fliegen.
Die Gegend um den Mývatn ist wunderschön, und es gibt sehr vieles, das es wert ist, auszusteigen und zu besuchen. Das weiss ich von meinem letzten Besuch hier. Aber heute fuhr ich mit geschlossenen Fenster einfach nur durch.
Übrigens: Mývatn heisst übersetzt Mückensee… 😉

Nach einem kurzen Kaffehalt beim Goðafoss (dieses Mal wirklich nur für den Kaffee), fuhr ich weiter nach Akureyri, der zweitgrössten Stadt Islands. Hier bleibe ich für die Nacht.

Morgen geht es dann Richtung Süden. Meine Route führt über die Hochlandstrasse Kjölur oder Kjalvegur (F35) und endet im Sel Guesthouse, wo ich bisher auf jeder meiner Islandreisen abgestiegen bin. Unterwegs komme ich auch am Gullfoss und dem Strokkur, dem grossen Geysir vorbei. Wenn das Wetter gut ist und ich genügend Zeit habe, werde ich dort auch noch anhalten.

Stay tuned.

Island 2020: Nordlichter und die Fahrt über die Lágheiði

Island_flagVorab ein kleiner Nachtrag von gestern:
Ich habe um Mitternacht tatsächlich noch ein paar Nordlichter ausmachen können. Sie waren ziemlich schwach, aber mit etwas Übung waren sie doch noch für ca 20 Minuten zu sehen. Ich konnte auch einige Bilder machen.
Damit ist auch für mich die „Nordlicht-Saison 2020/21“ eröffnet.
Im Gegensatz zu den Bewohnern hier werde ich aber kaum noch eine zweite Chance haben, dieses Naturschauspiel in diesem Jahr noch einmal beobachten zu können.
Wohl habe ich vor, über Neujahr nach Reykjavik zu kommen. Aber im Moment ist wegen der COVID-19 Pandemie alles sehr unsicher, und wenn die isländische Regierung die momentan gültigen Einreiseregelungen (5 – 6 Tage Quarantäne zwischen den beiden PCR-Tests) aufrecht hält, werde ich wohl absagen.
Aber selbst wenn ich hier sein werde, ist nicht sicher, dass ich Nordlichter sehen werde. In der Stadt ist es sowieso nicht so einfach, weil man keinen freien Horizont hat. Und an Sylvester ballern die Isländer jeweils soviel Feuerwerk in den Himmel. dass die ganze Stadt unter einer Rauchglocke liegt… 😉
Aber ich freue mich, dass ich wider Erwarten gestern einige grüne Streifen am Himmel habe sehen können.

Heute fuhr ich also in Nordisland Richtung Osten von Blönduós via Akureyri nach Húsavík.
Dabei fuhr ich auch durch das Hochtal Lágheiði mit dem gleichnamigen Pass (409 müM).
Dieses Tal wird im Winter gesperrt, weil kein Winterdienst gemacht wird. Und dass „Winter“ durchaus „im September“ heissen kann, musste ich vor zwei Jahren feststellen, als ich dort nicht durchkam, und anstellen dessen die banale Strassenverbindung durch einen Tunnel nehmen musste.

Heute war das kein Problem. Die Schotterstrasse durch das Tal ist gut befahrbar, wenn man von ein paar Schlaglöchern absieht, die es halt auch hier hat. Im Tal liegt der See Stífluvatn, ein grosser Speichersee, mit dessen Wasser die Elektrizität der Gemeinde Siglufjörður produziert wird. Und am hinteren Ende des Sees ist eine Lodge, die ihren Gästen Sommer- und Wintersportaktivitäten im Tal anbietet, bis zu Heliskiing!

Im Sommer ist das Tal tiefgrün. Wenn man über die letzte Kuppe vor dem See fährt, eröffnet sich einem der Blick in eine kilometerlange, tief grünen „Kanal“ der links und rechts von hohen Berge eingerahmt ist. Ich kann mir vorstellen, dass man dort im Sommer bei schönen Wetter wunderbar ausspannen und die Ruhe geniessen kann.

Kurz vor Húsavík machte ich dann noch einen Abstecher zum Wasserfall der Götter, dem Goðafoss. Dieser Wasserfall ist zwar „nur“ ca 10 m hoch. Aber mit seinen 156 m Spannweite der breiteste in Island.
Als ich das letzte Mal hier war, hatte es in Strömen geregnet. Also wollte ich das schöne Wetter und die kleinen Touristenzahlen nutzen, um noch ein paar schöne Bilder zu schiessen.

Morgen werde ich eine Rundreise durch das Vulkanmassiv der Krafla machen, und dann nach Akureyri zurückfahren. Die Krafla ist ein aktives Vulkansystem (zuletzt ausgebrochen von 1975-84) von ca 100 km Länge. Auf dem Zentralvulkan gibt es einen Kratersee, den ich morgen besuchen möchte. Ausserdem gibt es in der Gegend zahlreiche, teilweise durch die Krafla verursachte Naturschauspiel (zB Geothermalgebiete, Lavafelder oder Höhlen), von denen ich das eine oder andere sicher auch noch besuchen werde.

Wenn ich morgen Abend nach Akureyri zurückfahren werde, wo ich eine Übernachtung geplant habe, werde ich bereits auf dem Rückweg in den Süden sein, und den Norden auf dieser Reise verlassen.

Stay tuned.

Island 2020: Bye bye Westfjorde

Island_flagMit der heutigen Etappe von Djúpavík nach Blönduós habe ich die Westfjorde verlassen und bin nun in Nordisland unterwegs.

Erst einmal musste ich wieder die 44 km Schlagloch-verseuchte Schotterpiste hinter mich bringen, bevor ich relativ entspannt mit kleinen Unterbrüchen auf asphaltierten Strassen weiterfahren konnte. Entsprechend problemlos und zügig kam ich voran. Somit war ich bereits am frühen Nachmittag in Blönduós.

Das gab mir noch die Gelegenheit für einen kleinen Ausflug nach Kálfshamarsviti, einer kleinen Landzunge an der Küste, auf der ein Leuchtturm steht. Das Besondere an der Stelle ist das Gestein an der Küste. Anstelle der üblichen scharfkantigen Lavafelsen, die man hier oft sieht, findet man dort Basaltsäulen, die ganz interessante Formen haben.

Heute Abend gab sich nach dem Abendessen noch die Gelegenheit, einen schönen Sonnenuntergang zu fotografieren.

Nun warte ich darauf, dass es richtig dunkel wird.
Es ist jetzt 23:30. Ich werde mal nach draussen gehen, und nachschauen, ob man allenfalls Nordlichter sieht und fotografieren kann.
Die ersten Bilder mit Nordlichtern aus dieser Saison wurden heute Morgen in facebook gepostet, und sie wurden letzte Nacht in den Ostfjorden Islands aufgenommen.
Entgegen aller Erwartungen (ich dachte, es sei noch zu früh im Jahr) könnte sich doch noch die Gelegenheit ergeben, auf dieser Islandreise Auroras zu fotografieren. Ich bin gespannt…

Stay tuned.

Island 2020: Ein Tag in der alten Heringsfabrik

Island_flagHeute habe ich mich vorwiegend in der alten und zum Teil verfallenen Heringsfabrik von Djúpavík aufgehalten.
Zuerst habe ich am Morgen an einer Führung teilgenommen, auf der Magnus, der Hotelmanager allerlei Wissenswertes über die Fabrik und ihre Geschichte erzählte und einzelne Exponate sowie den ganzen Produktionsablauf erklärte. am Nachmittag hatte ich dann die Fabrik gegen eine Gebühr ganz für mich alleine und konnte meine Bilder in aller Ruhe schiessen.

Dazwischen traf dann allerdings noch das Ergebnis meines zweiten COVID-19 Tests, den ich gestern machen musste, ein: NEGATIV. 🙂
Die hatten geschrieben, dass keine Nachricht innerhalb von 24 Stunden bedeuten würde, dass man nicht mit COVID-19 diagnostiziert worden sei. So habe ich dann um ca 10:40 angenommen, dass dies der Fall sein. Um 14:00 kam dann die Bestätigung per App und SMS.
Somit kann ich meine Reise wie geplant fortsetzen.

Doch zurück zur Heringsfabrik: Da wieder Superwetter herrschte, war es in der Fabrik, die vollständig aus Beton gebaut wurde, viel kälter aus draussen. So hat es sich doch noch bezahlt gemacht, dass ich meine warmen Sachen auch dieses Mal mit nach Island gebracht hatte.

Die Fabrik wurde 1934 an diesem Standort innert 15 Monaten aufgebaut und war die Modernste ihrer Art. Alles, was zum Bau benötigt wurde, wurde per Schiff hierher gebracht. Bei den 15 Monaten ist auch zu berücksichtigen, dass die Winter hier sehr streng und reich an Schnee und Stürmen sind. Der Ort heute noch im Winter nur mit einem Schneemobil oder über’s Wasser erreichbar. Die Fabrik ist bis heute eines der grössten Häuser aus Beton in ganz Island.
In der Fabrik wurde nicht genussfertiger Hering hergestellt, sondern Heringsöl von bester Qualität und Heringsmehl (Haut, Gräte und Fleisch wurden nach dem Auspressen getrocknet und zu Mehl vermahlen). Die Lagerkapazität der Fabrik waren 5’600 Tonnen Heringsöl, das in drei beheizten Tanks gelagert werden konnte. Ein kleinerer Teil des Fang wurde jeweils ausserhalb der Fabrik zum späteren Verzehr eingesalzen.
Die Fabrik florierte und brachte den Besitzern viel Geld ein. Die Darlehen einer schwedischen Bank (keine isländische Bank war damals in der Lage, so hohe Darlehen zu gewähren) waren innerhalb von 2 Jahren abbezahlt.
Rund um die Fabrik entstand in der Folge ein kleines Dorf, denn zeitweise bot die Fabrik mehr als 300 Menschen Arbeit.
Das änderte sich, als ab ca 1944 die Heringsschwärme vor Westisland immer kleiner wurden und irgendwann ganz verschwanden. Abgesehen von Überfischung ist auch ein Grund für dieses Phänomen, dass Heringe weiter ziehen, in diesem Fall Richtung Norwegen. Das passiert überall auf der Welt, und noch kein lokaler Verarbeitungsbetrieb auf der Welt hatte mehr als ein paar Jahre bestand.

Nach der definitiven Schliessung 1954 wurde die Fabrik und damit auch Djúpavík sich selbst überlassen. Die Anwohner zogen weg und Djúpavík wurde zur Geisterstadt. Das Dorf und die Fabrik begann zu verfallen. Mangelnder Unterhalt, das salzige Meerwasser und die Winterstürme setzten den Gebäuden sehr zu.

Bis 1985 ein „Verrückter“ aus Reykjavik zusammen mit seiner Frau die Fabrik kaufte und hierher zog. Sie begannen das Hotel auszubauen und zu betreiben, versuchen bis heute, die Fabrik als Zeitzeuge einer Industrie in den Westfjorden vor dem Verfall zu bewahren. Es sind die heutigen Besitzer und ihre Kinder, die den Ort erhalten und das Hotel betreiben. Magnus, der Hotelmanager (als solcher wurde er vor fünf Jahren angestellt), der die Führung machte und alle diese Dinge zu erzählen wusste, ist heute der Schwiegersohn der Besitzer und spricht von dem Projekt, als wäre es sein eigenes.

Die Familie ist bis heute die einzige, die dauerhaft das ganze Jahr über hier lebt. Alle anderen Bewohner sind nur im Sommer hier und verlassen den Ort jeweils, bevor er eingeschneit wird.

Bei all diesen Geschichten sollte man nicht vergessen, dass die Anfahrt nach Djúpavík eine knappe Stunden über holprige Schotterstrassen führt, die wegen der Schlaglöcher am Besten mit einem Offroader zu fahren ist. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, so etwas in dieser abgelegenen Bucht (Djúpavík heisst übersetzt „tiefe Bucht“) anzutreffen.

Morgen geht’s dann weiter Richtung Osten. Ich werde die Westfjorde verlassen und nach Nordisland fahren. Dieser Teil der Reise war ursprünglich nicht eingeplant gewesen. Aber als Iceland Air vor zwei Wochen meinen Rückflug um zwei Wochen verschoben hatte (die fliegen im Moment nicht mehr täglich nach Zürich, sondern nur noch am Dienstag, Samstag und Sonntag), musste (und wollte) ich die zwei zusätzlichen Tage mit Programm füllen.

Stay tuned.

Island 2020: Drive-in COVID-19 Test, Robben, Blaubeerkuchen und Salz

Island_flagHeute musste ich nun also in Ísafjörður zum zweiten COVID-19 Test antreten. Als ich um 10:00 beim Krankenhaus war, stand dort schon eine Schlange von ca 15 Autos. Also hiess es, ein wenig zu warten… Langsam rückte ich Autolänge um Autolänge vor, bis ich dann nach ca 35 Minuten dran kam.
Das war wie schon am Flughafen eine Sache von wenigen Minuten. Ich konnte im Auto sitzen bleiben, musste der einen Krankenschwester meinen Pass und das Handy mit dem Barcode geben, und kriegte danach, als ich zweifelsfrei identifiziert war, je ein Stäbchen in Nase und Rachen. Wiederum war die Nase etwas unangenehm, weil der Abstrich von ganz oben gemacht wird. Aber man überlebt es. 😉

Danach fuhr ich los. Ich hatte fast 280 km vor mir, was eine reine Fahrzeit von drei Stunden und fünfundvierzig Minuten bedeutete.

Das Arctic Fox Centre in Súðavík liess ich aus Zeitgründen aus und fuhr weiter bis zum Robbenstrand. Dort traf ich eine kleine Kolonie Robben an, die sich im seichten Wasser in Strandnähe und auf kleinen Felsen im Fjord sonnte. Das gab ein paar gute Bilder, auch weil natürlich wieder super Wetter herrschte. Den ganzen Tag Sonnenschein und nicht ein einziges Wölkchen am Himmel. Die Aussentemperatur war ca gut 16 Grad Celsius. Ohne den Wind wäre es wohl bis zu 20 Grad geworden.

Mein nächster Stopp war nur einen Kilometer vom Robbenstrand entfernt: Litlibær.
Das ist ein kleiner, ehemaliger Bauernhof am Skötufjörður. Die Besitzerfamilie lebt aber längst nicht mehr dort, sondern auf einem grösseren Hof in der Nähe. Im Litlibær betreiben sie während dem Sommer ein kleines Kaffee und bieten Kaffee und täglich frischen Kuchen an.
Litlibær wurde berühmt, nachdem ein Tourist (ich glaube, es war ein Amerikaner) den Hof in den Social Media bekannt gemacht hatte. Heute ist der Parkplatz an der Strasse um einiges grössere als der Hof…
Es versteht sich von selbst, dass ich mir dort einen Kaffee und ein Stück Blaubeerkuchen genehmigte. Zumal die Mittagszeit bereits vorbei war und ich noch nichts gegessen hatte. 🙂

Danach ging es weiter bis zur Halbinsel Reykjanes, wo ich das Saltverk aufsuchte, um meine Vorräte wieder aufzufüllen, und einige „Bestellungen“ nachzukommen. Das Saltverk ist eine von zwei Firmen, die ich in Island kenne, die aus Meerwasser Speisesalz produzieren und davon verschieden Geschmacksrichtungen anbieten.

Vom Saltverk ging’s dann die restlichen zwei Stunden ohne Unterbrechung nach Djúpavík. Die „tiefe Bucht“ ist einer abgelegensten Orte in Island, die ich kenne. Das natürlich nicht, dass es nicht noch abgelegener geht, aber Djúpavík erreicht man im Winter nicht mit dem Auto, sondern nur mit dem Schneemobil, und es lebt nur eine Familie ganzjährig hier, die Besitzer des Hotel Djúpavík.
Die letzten 44 km bis zum Hotel glichen streckenweise eher einer Mondlandschaft als einer Strasse. Hier sollen sich zu guten Zeiten sämtliche Schlaglöcher Islands versammeln, um es den Besucher so richtig schwer zu machen, bis nach ganz hinten zu kommen. 😉

Hier bleibe ich nun bis Sonntag. Morgen werde ich an einer Führung durch die alte verfallene Heringsfabrik teilnehmen und werde später auch einige Bilder vom Innern machen können. Dafür verlange die hier Eintritt, aber die Fabrik ist so verfallen, dass durchaus Unfallgefahr bestehen kann, wenn man nicht weiss, wo man hin kann, und wo man nicht hin sollte. Also besser in Begleitung hineingehen. Dafür bekomme ich die Fabrik exklusiv für ein paar Stunden nur für mich.

Am Sonntag geht’s dann weiter, falls…

….mein zweiter COVID-19 Test auch negativ ist.

Ich warte zur Zeit auf das Resultat, das bis morgen Mittag vorliegen soll. Es heisst, wenn man nach 24 Stunden keine Meldung erhalten hat, ist der Test negativ ausgefallen.
Mal sehen…

Stay tuned.