
Heute habe ich bewusst alles Touristische gemieden.
Laut meinem Hotelier waren heute wegen des langen Wochenendes an solchen Orten wieder grössere Menschenmengen zu erwarten.
Also habe ich einen „Ruhetag“ eingelegt, ohne geplante Ausflüge und mit „Chillen“. 😉
Da es in der Nacht und am Morgen geregnet hatte, habe ich mir beim Frühstück Zeit genommen.
Ich bin erst gegen elf mit der Kamera ein bisschen durch Pontorson gestreift. Wie viele der normannsichen Städte und Dörfer, durch die ich in den letzten Tagen gekommen bin, hat auch dieses Dorf eine beeindruckende Kirche, die Église Notre-Dame de Pontorson, deren romanischen Mauern ins 12. Jahrhundert zurückgehen. Ansonsten macht der Ortskern den Eindruck eines älteren normannischen Dorfes. Überall hat es Häser mit massiven Steinmauern.
Auch mein Hotel gibt es seit dem 16. Jahrundert, zumindest das Gebäude. 😉
Später bin ich doch noch ins Auto gestiegen und habe einen kleinen Abstecher in die Bretagne gemacht.
Ich bin ins benachbarte Dol de Bretagne gefahren, das mir vom Hotelier empfohlen wurde.
Auch hier ist die Kirche das Gebäude, das man von weitem aus der Altstadt herausragen sieht. Die Cathédrale Saint-Samson de Dol-de-Bretagne ist viel grösser als die Église Notre-Dame de Pontorson. Sie ist in Frankreich als „historisches Monument“ klassifiziert und war bereits im 6. Jahrhundert Bischofssitz. Baulich findet man sowohl romanische als auch gothische Elemente, da die Kathedrale über die Jahrhunderte gewachsen und immer wieder verändert worden war.
Ich konnte im Innern nicht ganz alles anschauen, weil in der Kirche eine Taufe stattfand, als ich hineinging. Da hiess es, die Leute nicht zu stören.
Ich spazierte anschliessend ein wenig durch die Altstadt, in der einige offenbar sehr alte Häuser zu sehen sind. Einige Gasse machen den Eindruck wie aus dem Mittelalter, wäre da nicht die Autos und Motorräder, mit denen die Franzosen offenbar überall hinfahren müssen…
Da das Wetter zwar bewölkt und etwas windig aber stabil war, habe ich in einem Strassencafé etwas Kleines essen wollen. „Klein“ scheint bei den Bretonen allerdings relativ zu sein. Mit der „Plat de charcuterie“ hätte man mindestens zwei Personen satt gekriegt. Ich möchtge wissen, was die Bretonen unter „gross“ verstehen…
Gegen zwei bin ich zurück nach Pontorson und habe im Hotel ein Nickerchen gemacht.
Auf der Fahrt und bei meiner Ankunft in Pontorson hat es leicht genieselt. Als ich aufwachte, goss es in Kübeln. An ein „wieder rausgehen“ war nicht zu denken.
Zum Glück hörte der Regen am Abend wieder auf, so dass ich trockenen Fusses zum Abendessen gelangte.
Morgen plane ich, nach Saint-Malo zu fahren. Das wird dann ein etwas grösserer Ausflug in die Bretagne.
Wie lange ich dort beliben und was ich mir anschaue, hängt von der Menge Touristen und dem Wetter ab. Auf eine Wiederholung à la „Mont-Saint-Michel“ habe ich keine Lust.
Stay tuned.
