Normandie 2026: Le Mont-Saint-Michel und ein paar Schlangen und Krokodile

Jetzt habe auch ich meine Dosis an „Übertourismus“ abgekriegt. Ich denke, das reicht für Jahre…

Heute Morgen bin ich nach Mont-Saint-Michel gefahren, das lediglich 10 km nördlich von Pontorson liegt.
Dass dieses weltberühmte UNESCO Weltkulturerbe viele Touristen anzieht, war mir klar. Ich habe nie erwartet, dort alleine zu sein.

Einen ersten Vorgeschmack habe ich auf dem „Parkplatz“ gekriegt: Anstehen, um auf den Parkplatz gelassen zu werden und bei jeder Verzweigung ein Lotse, der einem die Richtung angab. Grob geschätzt arbeiten dort Hunderte vollamtlich in der Verkehrsregelung.
Vom Parkplatz war ich dann zu Fuss ca 40 Minuten unterwegs, bis ich beim Stadttor auf der Insel ankam. Mit mir marschierten Tausende mit dem gleichen Ziel. Es hätte zwar einen Busshuttle gegeben. Aber dort musste man über 20 Minuten anstehen, um danach weitere 20 Minuten mit dem Bus zu fahren. Also war die Variante zu Fuss wohl die schnellere.
Kurz zum Wetter: Während am Morgen in Pontorson noch die Sonne schien, wurden die Wolken gegen Mittag immer dichter. Trotzdem beurteilte ich die Wetterlage als stabil, als ich auf dem Parkplatz aus dem Auto stieg. Wie sich später herausstellte, war das ein Fehler.
Schlauerweise wechselte ich noch schnell meine Schuhe zu Kampfstiefel, bevor ich loszog. Das hat sich später als sehr schlau erwiesen.Bis zum Stadttor konnte man sich in den vielen Leuten relativ frei bewegen. Aber in den engen Gassen war man dann eingezwängt in den vielen Leuten. Man bewegte sich quasi in der Masse und mit der Masse vorwärts. Die Gassen sahen aus wie das Gedränge vor dem Station bei einem Fussballspiel. Bloss gab es nirgends eine Stelle, die sich öffnete, und an der sich die Menge lichtete.
Dazu kamen noch die, die sich mit Kinderwagen und/oder Hund ins Getümmel stürzten. Nicht sehr hiflreich…
Ausserdem der pure Horror für die Kleinkinder und die Hunde.
Ich bin bei der ersten Gelegenheit auf die Stadtmauer hochgegangen. Dort hatte es bedeutend weniger Leute (und keine Kinderwagen…). Ausserdem war die Aussicht auf das Wattenmeer viel besser.
Dort habe ich auch ein Bistro gefunden, in dem ich etwas zu Mittag essen konnte. Nun weiss ich auch, was normannische Galette sind. Schmeckt sehr gut. 🙂

Während dem Essen begann es zu regnen. Dank eines übergrossen Sonnenschirms konnte ich in Ruhe zu Ende essen. Andere hatten nicht so viel Glück. Nun wollte natürlich jeder einen Platz im Trockenen…

Der Regen wurde immer stärker und es kam auch noch Wind dazu. Auf mehr Gedränge hatte ich keine Lust. Die Vorsellung, in strömendem Regen von der Masse durch die engen Gassen der mittelaltrlichen Stadt getriben zu werden, behagt mir ganz und gar nicht. Mir blieb also nichts anderes übrig, als im Regen zum Auto zurück zu gehen. Regenschutz hatte ich keinen dabei, da ich am Morgen die Wetterlage falsch beurteilt hatte… War auch egal. Ich konnte im Hotel die Kleider wechseln und mich aufwärmen.
Um nicht die ganze Strecke im Regen gehen zu müssen (Nass war ich ja ohnehin schon. Einzig meine Füsse blieben wegen der Kampfstiefel trocken…), entschied ich mich, den Shuttlebus zu nehmen. Allerdings hatte nicht nur ich die Idee.
Ich musste geschlagene 15 bis 20 Minuten im strömenden Regen in der Schlange warten, bis ich in einen Bus steigen konnte.
Beim Auto angekommen, drehte ich die Heizung auf und versuchte in erster Linie, meine Kamera zu trocknen. Die Kleider trocknete von selber. Dann fuhr ich los in Richtung Pontorson.

Unterwegs entschied ich mich, noch die Alligator Bay zu besuchen. Das war für die nächsten Tage geplant, aber da es immer noch stark regnete, fand ich den Besuch eines Terrariums geeignet.
Allerdings hätte ich genau so gut draussen stehen bleiben können. Die Luft in Terrarienhaus wie auch im Krokodilhaus war dermassen warm und feucht, dass ich innert kürzester Zeit komplett nass geschwitzt war. Mein T-Shirt klebte am Körper. 😉
Immerhin konnte ich einige gute Bilder schiessen.

Nach der Alligator Bay fuhr ich zurück ins Hotel. Als ich in Pontorson aus dem Auto stieg, hatte es aufgehört zu regnen. 🙂

Der Hotelier hier erklärte mir, dass es wegen des langen Wochenendes so viele Leute in Mont-Saint-Michel gehabt hätte. Da Freitag, der 1. Mai ein Feiertag gewesen ist, hätten viele Franzosen das lange Wochenende für Ausflüge genutzt.
Er warnte mich auch, morgen Sonntag nach Saint-Malo zu fahren. Da würden ganz sicher viele Leute sein.
Also habe ich diesen Ausflug auf Montag verschoben.
Für morgen gibt es keine Pläne. Vielleicht ein Spaziergang durch die Stadt und ein kleiner Ausflug aufs Land. Mal sehen.

Stay tuned.

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