Normandie 2026: Halbzeit und Abschluss Phase 1

Heute ist die Mitte meiner Normandiereise, der achte von insgesamt fünfzehn Tagen. Und heute habe ich auch meine Besuche der Schauplätze der Invasion vom 6. Juni 1944 abgeschlossen.
Ausserdem musste ich auch noch einen persönlichen Verlust hinnehmen… 😉

Vorab gleich zum erwähnten Verlust:
Als ich gestern Abend zu Bett gehen wollte, fand ich mein Pyjama nicht mehr. Es war weg.
Ich hatte es am Morgen wie zu Hause unter die Bettdecke gelegt, als ich mein Bett gemacht hatte (Das Hotel wechselt nur alle 3 Tage die Wäsche. Weiteren Zimmerservice auf Verlangen.). Aber da war es nicht mehr. Zum Glück hatte ich noch ein zweites Pyjama dabei. 🙂
Der Roomservice hatte inzwischen mein Zimmer gereinigt und das Bett frisch bezogen. Offenbar hatten die dabei mein Pyjama gleich zusammen mit der alten Bettwäsche weggeräumt und in die Wäscherei geschickt. Jedenfalls war heute Morgen, als ich mich beschwerte, der Lastwagen mit der schmutzigen Wäsche schon weg! Niemand weiss, wo mein Pyjama steckt….
So etwas habe ich nun wirklich noch nie erlebt, und wenn ein neues Pyjama gratis wäre, könnte ich darüber lachen. Aber ein neues Calida-Pyjama kostet mind Fr. 50.–. Nicht die Welt, aber trotzdem bin ich nicht bereit, dafür zu bezahlen.
Aber vom Hotel kam nichts mehr. Die haben mit den Zimmermädchen gesprochen, welche offenbar nicht zur geistigen Elite der Stadt gehören. Die Zimmermädchen wussten von nichts und haben kein Pyjama gesehen. Damit war der Fall erledigt.
Ich überlege mir, im Internet zwei, drei üble Bewertungen zu hinterlassen (Google, booking, etc) und ausserdem der Konzernleitung der Kette „Campanile“ ein eMail schicken. Das schreckt Manager in der Regel auf und wer weiss, vielleicht kriege ich doch noch eine gewisse Erstattung.
Eigentlich schade, denn ich fand das Hotel ganz gut.

Das Wetter war wieder einmal super. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel mit Schleierwolken und nur ganz wenig Wind.

Also bin ich ganz ans Ostende des Invationsabschnittes Sword Beach nach Merville-Franceville-Plage gefahren. Dort steht die Batterie de Merville, eine verbunkerte Küstenartillerieanlage der Deutschen, von der aus der ganze Sword Beach hätte beschossen werden können.
Die Batterie (4 100mm Haubhitzen der Marke Skoda) musste also ausgeschaltet werden, bevor die Landung am Morgen des 6. Juni 1944 begann. Sonst wären die anlandenden Briten samt und sonders zusammengeschossen worden, bevor sie überhaupt den Strand erreicht hätten.
Die Aufgabe, die Batterie rechtzeitig zu zerstören, kam dem 9. (Eastern and Home Counties) Fallschirmjäger-Battalion der 3. Britischen Fallschirmjägerbrigade zu.
Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 stieg Lieutenant Colonel Terence Otway mit 700 Mann in die Flugzeuge, um über Merville-Franceville-Plage abzuspringen und die Batterie auszuschalten.
Nach der Landung hatte Otway aber nur noch 150 Mann. Ausserdem fehlte der grösste Teil von Material, Waffen und Munition.
Das Bataillon war in der Luft weit auseinader getrieben worden. Viele Fallschirmjäger fielen, noch bevor sie den Boden erreichten, viele bleiben verletzt liegen oder ertranken in den von den Deutschen gefluteten Felder, andere wurden gefangengenommen und andere wiederum verirrten sich schlicht.
Für Oberstleutnant Otway gab es nur eine Wahl: Die Batterie mit dem, was er hatte, anzugreifen. Er wusste, wenn er die Batterie nicht ausschalten würde, würden Tausende von Britischen Soldaten bei der Landung im Granatenhagel am Strand umkommen.
Er griff mit seinen Leuten an und es gelang ihnen, die vier Haubhitzen unschädlich zu machen.
Nach dem Angriff waren noch 65 Mann des Bataillons am Leben! Weniger als 10 Prozent.

Die zweite Schlüsselstelle für die Landung an Sword Beach war die Brücke von Bénouville. Sie war die Verbindung über den Canal de Caen à la Mér. Wenn die Allierten diese Brücke kontrollierten, konnten die Deutschen weder Nachschub noch Verstärkung heranführen.
Diese Schlüsselstelle eroberten Truppen der 2. Battalions des Oxfordshire und Buckinghamshire Leichten Infanterieregiments unter Führung von Major John Howard, indem sie mit Lastenseglern bei Nacht so nahe wie möglich an der Brücke landeten und die Brücke (eigentlich waren es 2 Brücken) angriffen. Sie nahmen die Brücken ein und verteidigten sie gegen die Deutschen, bis die ersten Britischen Truppen der 1st Special Service Brigade eintrafen, die am Sword Beach gelandet waren.
Die Brücke von Bénouville wurde später in Pegasusbrücke umbenannt, nach dem geflügelten Pferd auf den Schulterstücken der Einheiten, die die Brücke eingenommen hatten.

Unterwegs entdeckte ich zufällig noch einen Soldatenfriedhof der Kanadier. Das Gelände wurde den Kanadiern von den Gemeinden aus der Umgebung zum Dank für die Befeeiung geschenkt.
Dieser Soldatenfriedhof war nicht so gross wie die der Amerikaner und Briten, die ich schon besucht hatte. Aber er war sehr gepflegt, und auch hier hatte man für jeden Gefallenen einen Grabstein mit individueller Inschrift gesetzt.

Damit habe ich meine Erkundung der Örtlichkeiten rund um die Grschehnisse des 6. Juni 1944 abgeschlossen. Man könnte, wenn man alle Monumente und Drnkmäler besuchen wollte, noch Tage hier verbringen…

Aber ich fahre morgen weiter nach Pontorson. Das liegt nur wenige Kilometer südlich von Mont St. Michel, der berühmten Stadt auf der Insel im Wattenmeer.
Das wird meine Basis für weitere Ausflüge. Ich werde 4 Nächte im Best Western Hôtel Montgomery bleiben, bevor ich dann wieder Richtung Heimat fahren werde.

Stay tuned.

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