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Island 2022: Bye Bye Westfjorde

Island_flagHeute habe ich die Westfjorde wieder verlassen. Jetzt bin ich in Nordisland.
Das ist insofern bemerkenswert, als dass ein grosser Teil der Westfjorde nördlicher liegt als das Meiste von Nordisland. 🙂

Die Fahrt von Heydalur hierher nach Laugarbakki, wo ich heute im gleichnamigen Hotel übernachte, dauerte knappe zwei Stunden. Also konnte ich gemütlich starten und unterwegs einige Stopps einlegen.
Das Wetter war freundlich, wenn auch die Sonne nicht mehr durch die Wolken durchkam. Es hatte kaum Wind und wenn, dann nur in Meeresnähe.

Einen Halt machte ich in Hólmavík, kurz bevor ich die Westfjorde verliess.
Die Hauptattraktion in Hólmavík ist eigentlich das Zauberei- & Hexerei-Museum. Aber da war ich vor drei Jahren schon (siehe meinen Bericht von damals), und kann es jedem empfehlen, der etwas über die Zeit der Hexenverbrennungen in Island erfahren will.
Entgegen des etwas reisserischen Namen hat das Museum nämlich einen historischen Ansatz und ist in meinen Augen der gut gemacht. Völlig frei von Effekthascherei und offenbar wissenschaftlich fundiert.
Wer also je einmal in der Gegend sein sollte, dem empfehle ich einen Museumsbesuch dort.
Heute ging es mir eigentlich nur um einen Mittagshalt in Hólmavík. Dabei habe ich mich noch ein bisschen im Ort umgesehen, bevor ich weiterfuhr.

Heute hatte ich ungewöhnlich viele Schafe auf der Strasse gesehen. Ich bin es zwar gewöhnt, in ganz Island während dem Fahren auf Schafe zu achten, die plötzlich auf die Strasse kommen könnten. Und ab und zu kommt es tatsächlich vor, dass ich abrupt bremsen oder sogar anhalten muss, bis die Tierchen sich wieder dazu entschliessen, die Strasse zu verlassen.
Das ist Alltag in Island und gehört dazu, wenn man im Land herumfährt. Hier laufen alle Schafe vom Frühling bis Herbst frei herum. Erst Ende August resp. Anfang September werden die Tiere wieder zusammengetrieben und auf ihre Besitzer verteilt, die sie für den Winter auf den Hof nehmen.
Allerdings musste ich alleine heute öfter wegen Schafen auf die Bremse als auf meinen letzten Islandreisen zusammen. Meistens geschah dies aus reiner Vorsicht. Aber einige Mal musste ich auch anhalten und warten.
Das Unterhaltendste waren zwei Schafe, die mitten auf der Strasse eine Meinungsverschiedenheit (oder vielleicht war es bloss ein Kräftemessen) austrugen. Die liessen sich auch von wartenden Autos nicht beirren, sondern kämpften munter weiter, bis ich Ihnen dann wohl doch zu nahe kam. Dann verliessen sei gemeinsam ziemlich schnell die Strasse. 🙂

Morgen steht dann wieder eine längere Strecke mit netto ca fünf Stunden Fahrzeit bis nach Akureyri an. Allerdings wird sie nur so lang, wenn das Wetter mitspielt. Bei schlechtem Wetter werde ich eine Abkürzung nach Akureyri nehmen.
Aber auf der Strecke gibt es einen Ort, an dem ich noch nie war, zu dem ich aber schon lange wollte. Es ist auch der einzige Ort entlang morgigen Strecke, der für mich neu sein wird: der Hvítserkur.
Und es gibt einen Ort, den ich unbedingt besuchen möchte, der aber nur über die lange Strecke erreichbar ist, nicht über die Abkürzung: das Gisli Eirikur Helgi Kaffihûs Bakkabrædra in Dalvík.
Von diesem Kaffihús stammen die meisten Tortenbilder, die ich in den letzten Monaten in meinem facebook-Account geteilt habe. Es ist also Zeit, eine Verkostung vor Ort vorzunehmen. 😉

Streitende Schafe

Stay tuned.

Island 2022: Weiter durch die Westfjorde

Island_flagDas isländische Wetter hält an. Während gestern hauptsächlich Sturm und Regen angesagt war, bin ich heute bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel aufgestanden. 🙂

Da die Fahrt hierher nach Heydalur recht kurz war, habe ich nicht nur beim packen und auschecken getrödelt. Ich habe mir unterwegs immer wieder einen kurzen Halt gegönnt, um zu fotografieren. Das gute Wetter hat das natürlich noch unterstützt.

Natürlich habe ich beim Litlibær eine Pause für Kaffee und Kuchen eingelegt. Allerdings war es aufgrund der Uhrzeit, als ich dort ankam, wohl eher eine Mittagspause. Aber trotzdem mit Kaffee und Kuchen. Letzterer ist im Litlibær nämlich sehr gut.

Und natürlich habe ich beim Saltverk einen kleinen Stopp eingelegt, um meine persönlichen Vorräte an Meersalz aufzufüllen. Dabei wurde mir etwas Neues angeboten: Das einfache Meersalz ohne Zusatzgeschmack kann man dort nun auf in Säckchen abgefüllt kaufen. Die dreifache Menge kostet einen Drittel der Standardverpackung im Glas. Das war ein guter Deal.

Heydalur, wo ich heute übernachte, ist ein Hof & Hotel. Die bieten hier fast alles an: Hotel, Restaurant, Camping, Wandern, Reiten, etc.
Der Name Heydalur bedeutet grob übersetzt „Heutal“.
Und fast am Ende eines solchen Tales liegt dieser Hof, fast zehn Kilometer abseits der Hauptstrasse. Es ist sehr ruhig und idyllisch hier, abgesehen vom Graupapagei im Restaurant, der immer wieder lautstark für Unterhaltung sorgt.
Der Vogel ist zudem ein ziemlicher Macho. Bei meiner Ankunft hier heute Nachmittag stand der Käfig mit dem Vogel beim Eingang. Dort begrüsste er lautstark alle ankommenden Gäste mit einem Pfiff. Allerdings fiel mir nach einer Weile auf, dass er das wohl nur bei Frauen tut. Bei Männern blieb er still. 😉

Schafe

Stay tuned.

Island 2022: Ísafjörður

Island_flagHeute war das Wetter hier in Ísafjörður mal wieder sehr isländisch. 😉
Am Morgen Sturm und Regen bei ca 7 Grad (wohlgemerkt im August) und dann gegen Abend nahm der Wind ab, der Regen hörte auf und die Wolken lichteten sich. Jetzt, um 20:00 scheint die Sonne durch die Wolken; bei ca 6 Grad. 🙂

Aber da ich heute nicht weitergefahren bin, sondern einen Tag in Ísafjörður eingeplant habe, nahm ich es gemütlich und stattete kurz vor Mittag dem Arctic Fox Center in Súðavík einen Besuch ab. Das bei den beiden letzten Mal, als ich hier war, leider geschlossen. Heute hatte es geöffnet.
Das Zentrum, welches von Anwohnern ins Leben gerufen worden war, widmet sich ganz der Erforschung und Pflege des grössten Landsäugers in Island.
Die isländischen Polarfüchse sind nicht vom Aussterben bedroht. Es geht ihnen sogar sehr viel besser als in anderen skandinavischen Länder in der Polarregion. Hier in Island bleiben die Füchse sogar von gewissen Seuchen verschont, an denen sie in der restlichen Polarregion sterben.
Island hat die fünftgrösste Polarfuchspoipulation.
Ich hatte vor zwei Jahren, als ich das Naturschutzgebiet Hornstrandir besuchte, einige Jungtiere vor die Linse bekommen. Die waren damals sehr neugierig, im Gegensatz zum Muttertier, das einen grossen Abstand zu den Menschen hielt.

Vom Arctic Fox Center aus fuhr ich zurück nach Ísafjörður, um von dort aus noch einige Orte in der Umgebung zu besuchen, die schon kannte.
Allerdings verzichtete ich darauf, wie geplant auf den Bollafjall zu fahren, um die neue Aussichtsplattform zu begutachten. Die gab es bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren noch nicht. Die wurde erst dieses Jahr gebaut.
Aber die Wolken hingen so tief, dass es keinen Sinn gemacht hätte, auf den Berg zu fahren. Ich hätte ausser Nebel gar nichts gesehen.

Also fuhr ich wieder nach Ísafjörður zurück, um einzukaufen (letzte Gelegenheit, denn ist heute Samstag. Morgen gibt’s nichts), und dann im Hotelzimmer ein paar Bilder zu bearbeiten und zu entspannen.

Morgen geht’s dann weiter nach Heydalur. Das ist wieder nur eine kurze Fahrt von etwas über 135 km. Wenn ich langsam fahre, und keinen Halt mache, bin ich zwei Stunden dort.
Also werde ich ausschlafen können, frühstücken und dann gemütlich packen, bevor ich zwischen 10:00 und 11:00 hier losfahren werde.
Gleich in der Nähe von Heydalur ist das Saltverk. Ich denke, ich werde denen sicher noch einen Besuch abstatten. :-

Stay tuned.

Island 2022: In den Westfjorden angekommen

Island_flagHeute musste ich etwas früher aus den Federn, weil ich um acht in Stykkishólmur am Fährterminal sein musste.
Rückwärts gerechnet waren das vorher etwas mehr als ein halbe Stunde Fahrt, Frühstück, packen und Gepäck ins Auto verladen sowie duschen und rasieren. Damit war ich bei 06:15.
Meine Unterkunft hatte das Frühstücksbuffet erst um 07:30 bereit, aber die nette Damen in der Küche machten mir schon um 07:00 Frühstück.

Die Überfahrt mit der Fähre von Stykkishólmur nach Brjánslaekur dauerte etwas mehr als drei Stunden und verlief sehr ruhig. Auf See war richtig schönes Wetter. Ich habe ein amerikanischen Ehepaar aus Seattle getroffen, mit dem ich mich die ganze Fahrt über unterhalten hatte. Die waren nicht wie die Durchschnittsamerikaner. Die ging nicht in Gruppen auf Pauschalreisen, sondern bevorzugten Individualreisen, die sie selbst planten.

Die Weiterfahrt nach Breiðavík, wo ich heute übernachte, war mit ca einer Stunde und zwanzig Minuten relativ kurz und problemlos. Das Hotel liegt sehr abgelegen. Und in den Zimmern, die in einem separaten Gebäude abseits vom Haupthaus sind, gibt es kein Internet. Der Grund ist ein sturer Nachbar, der sich weigerte, die Genehmigung für eine Leitung durch sein Land zu erteilen.
Also habe ich mich mit dem Laptop in Restaurant im Haupthaus gesetzt, et voilà: das Internet war da.

Nach dem Einchecken fuhr ich noch nach Látrabjarg, einer Steilküste, die für ihre Vogelwelt bekannt ist. Leider traf ich dort keine Papageientaucher (engl. Puffin) mehr an. Ich war zu spät.
Diese Vögel verbringen den Winter auf dem offenen Meer und kommen im April an die Küste, um zu nesten und Junge aufzuziehen. Mitte August verlassen sie die Küste wieder.
Man weiss nicht, wann genau die Vögel wegfliegen, aber offenbar tun sie das alle gleichzeitig.
Ich war also vermutlich zwei oder drei Tage zu spät dort.

Im Moment scheint heute Abend hier die Sonne und es sieht so aus, als dass sich das Wetter für ein paar Tage halten würde.

Breiðavík Beach

Stay tuned.

Island 2022: Ein stürmischer Tag auf Snæfellsnes

Island_flagHeure Morgen beim Aufstehen regnete es nicht wie erwartet.
Es ging „bloss“ ein starker Wind.
Weder Wind noch Regen machen mir in der Regel etwas aus, solange sie nicht zusammen auftreten. Als Kombination können sie allerdings sehr mühsam werden.

Also entschloss ich mich, entlang der Halbinsel Snæfellsness zu fahren, und einige mir bekannte Stellen zu besuchen.
Als erstes fuhr ich nach Ytri Tunga. Dieser Strand ist bekannt dafür, dass man dort oft Robben beobachten kann. Ich rechnete nicht damit, dass die Tiere herumlagen. Dafür war es einfach zu stürmisch. Ausserdem war gerade Flut, so dass alle die kleinen Felsen, auf denen die Robben sich normalerweise ausruhen, von Wasser bedeckt war.
Als ich ankam, stellte ich ausserdem fest, dass die Brandung aufgrund des Windes auch ziemlich stark war. Es war einige Robben im Meer in weiter Fern zu sehen, die dort immer wieder abtauchten.
Der Wind stiess einen am Strand fast um, und irgendwann setze dann auch starker Regen ein. Die Regentropfen schmerzten im Gesicht, und innert kürzester Zeit war meine G1000 Hose nass. Die ist zwar imprägniert, aber wasserdicht ist sie deswegen noch lange nicht. Das Gute daran ist aber, dass die Hose im Auto innert 20 Minuten trocknet.

Trotzdem beschloss ich noch weiter nach Arnarstapi zu fahren, und zu schauen, ob ich dort ein paar Bilder von der Steilküste machen könnte.
Aber der Sturm wurde immer stärker und als ich nach einer heissen Schokolade im Restaurant trotzdem noch Richtung Küste ging (ca 300 Meter), war meine Hose nass, bevor ich dort war (meine Windjacke ist hingegen wasserdicht und hält einiges aus). Ergo schoss ich drei, vier Fotos und brach die Übung ab.

Ich fuhr zurück in meine Unterkunft, wo ich ein paar Bilder bearbeitete und auf das Sturmende wartete. Da sah ich dann auch, dass der Isländische Wetterdienst inzwischen eine Sturmwarnung der Stufe gelb (dabei empfehlen sie, nicht wandern zu gehen, und mit grossen Autos und Wohnwagen vorsichtig zu fahren) ausgegeben hatte, die bis 17:00 galt.
Der Regen wurde zwar recht bald schwächer, aber der Wind liess erst ca um 18:00 nach. Als ich gegen 18:30 losfuhr, um essen zu gehen, brach sogar die Sonne ein bisschen durch die Wolken, und ich entdeckte einen Regenbogen.
Eine Stunde später, als ich wieder zurück fuhr, war schon fast wieder schönes Wetter. Jetzt um 21:00 ist der Himmel immer noch bedeckt, aber man sieht da und dort kleine Lücken in der Wolkendecke mit Himmel durchscheinen. Und es weht nicht einmal ein kleines Lüftchen.

Das ist Island, wie ich es kenne. Das Wetter wechselt sehr schnell und man sollte sich anpassen.

Morgen soll es mehrheitlich sonnig sein, und kaum Wind haben.
Das macht die dreieinhalbstündige Überfahrt mit der Fähre ab Stykkishólmur zu den Westfjorden sicher angenehmer.

Robbe

Stay tuned.

Island 2022: Weiter auf die Halbinsel Snæfellsnes

Island_flagDa ich heute bloss knappe 100 km vor mir hatte, wenn ich direkt gefahren wäre, bin ich nicht nur etwas später aufgestanden. Ich habe mir auch erst einmal in Reykholt die Zeit genommen, die Ausstellung über den isländischen Dichter, Historiker und Politiker Snorri Sturluson aus dem 13. Jahrhundert anzusehen. Dieser Mann ist für die isländische Geschichte insofern bedeutend, als dass er der Einzige seiner Zeit war, dessen Schriften bis heute erhalten sind. Ohne Snorri Sturluson wüsste man heute praktisch nichts über diese Zeit. Er hatte nicht nur Zeitgeschehen aufgeschrieben, sondern auch Gesetze, Sagen und Göttergeschichten.

Bevor ich in Richtung der Halbinsel (und Nationalpark) Snæfellsness losfuhr, machte ich noch einen Abstecher an die Lavawasserfälle (Hraunfossar). Die liegen weniger als eine halbe Stunde Fahrt von Reykholt entfernt, und ich wollte sie wieder einmal bei Sonnenschein sehen. Das letzte Mal als ich dort war, begann es um elf Uhr morgens gerade mal hell zu werden. Ausserdem schneite es und die Sicht war schlecht. Das war letzten Dezember.

Das war heute anders. Die Sonne schien den ganzen Tag und es hatte kaum Wind. Die Temperaturen bewegten sich um 13 – 15 Grad.

Von den Hraunfossar ging es zum nächsten Abstecher, den Grábrók Kratern.
Der Grösste der drei Krater ist begehbar. Eine Holztreppe mit zig Stufen bringt einen auf den Kraterrand, auf dem man rund um den ganzen Krater gehen kann.
Ich war schon drei Mal dort oben. Aber jedes hatte es geregnet. Also ergriff ich die Gelegenheit, einmal bei Sonnenschein auf dem Krater zu stehen und die grandiose Aussicht zu geniessen (und natürlich zu fotografieren).

Auf dem Weg zur Miðhraun – Lava Resort, wo ich nun zwei Mal übernachten werde, machte ich noch einen kurzen Halt bei den Gerðuberg Felsen, um auch dort noch ein paar Bilder zu schiessen.

Nach dem Einchecken im Miðhraun – Lava Resort entschied ich mich spontan dazu, noch einmal loszufahren.
Da es morgen regnen wird, wollte ich das schöne Wetter noch ausnutzen, um in Grundarfjörður den bekanntesten und am häufigsten fotografierten Berg Islands abzulichten, den Kirkjufell (dt. Kirchberg).
Ich war schon drei Mal in Grundarfjörður aber nie hat es mit dem Wetter gepasst, um den Berg von seiner schönsten Seite abzulichten.

Den Tag liess ich im hoteleigenen Hotpot ausklingen, und entspannte ein bisschen im heissen Wasser an der frischen Luft, bevor ich es mir in meinem Bungalow gemütlich machte.
Ich habe mir vorgenommen, morgen im Regen dort noch einmal baden zu gehen. 🙂

Miðhraun - Lava Resort

Stay tuned.

Island 2022: Der Roadtrip hat begonnen

Island_flagHeute habe ich die erste Etappe meines 20-tägigen Roadtrips unter die Räder genommen.

Als erstes bin ich allerdings heute morgen in Reykjavík nach dem Auschecken im Hotel mit dem Landcruiser noch einmal zu Europcar gefahren, weil die Reifendrucklampe immer noch brannte.
Es waren natürlich andere Leute da als gestern. Aber die schienen ihren Job zu verstehen. Es dauerte nicht lange, bis klar war, wo das Problem lag: Das Reserverad hatte nicht genug Druck. Vermutlich war es beschädigt. Solange man damit keine Panne hat, eigentlich kein Problem. Aber wenn…
Damit konnte ich also nicht losfahren.
Für die Reparatur hätten wir woanders in der Stadt hinfahren müssen und das hätte alles in allem eine Stunde gedauert. Da entschied der Chef dort, mir einen anderen Wagen zu geben.
Nun fahre ich einen neuen Ford Explorer Hybrid 4WD. Umso besser. Es hatte sich also gelohnt, hartnäckig zu bleiben. 🙂

Ich fahre nun erst einmal Richtung Norden. Meine erste Etappe heute war mit ca 150 km eher kurz. Aber das liess mir mehr Zeit in Þingvellir und auf der Kaldidalur. Ich musste spätestens um halb vier bei der Lavahöhle Viðgelmir sein, denn dort hatte ich eine Besichtigung um 16:00 gebucht.
Bei Þingvellir war um halb elf der Teufel los, als ich ankam. Ich zählte mindestens 6 Busse am oberen Parkplatz und die PW Parkplätze waren auch voll. Wie viel zusätzlich an den anderen zwei Zugangsorten los war, konnte ich nur erahnen. Das gesamte für Gelände, das für Touristen zugänglich ist, erstreckt sich über gut 2 km. Um rund herum gibt es mehrere grosse Parkplätze.
Der Ort war also sehr gut besucht, auch wenn nicht alle weiter als vom Parkplatz zum ersten Aussichtspunkt gingen.
Am mühsamsten erwiesen sich wieder einmal die Reisegruppen, die wie Lemminge einem Führer nachgehen. So verteilen sich die vielen Leute leider nicht, und es kommt vor, dass solche Gruppen einen Aussichtspunkt richtiggehend verstopfen.
Erneut ist mir aufgefallen, dass kaum Asiaten hier sind. Dafür alle anderen möglichen Nationen. Zum ersten Mal habe ich gestern und heute je eine Gruppe aus Israel gesehen.
Das Spannendste geschah eine Stunde später, als alle Busse fast gleichzeitig abfuhren. Der Ort war zwar nicht gerade ausgestorben, aber man hatte plötzlich Platz. Und vor den WCs und an der Kasse des Imbissstandes gab es auch keine Schlangen mehr.
Þingvellir ist für Island schon fast ein heiliger Ort. Hier tagte schon vor tausend Jahren das wohl erste Parlament der Welt. Hier hielt man auch damals schon Gericht und richtet auch Leute hin.
Und hier wurde 1944 die Unabhängigkeit ausgerufen.
Zudem ist der Ort geologisch von Bedeutung: Hier sieht man den Graben zwischen der europäischen und der nordamerikanischen, tektonischen Platte.
Von Reykjavík aus ist Þingvellir mit dem Bus in gut einer Stunde erreichbar, mit dem Pw geht es sogar schneller. Logisch, dass jeder Touranbieter Þingvellir in seinem Programm hat.

Weil ich genügend Zeit hatte, entschied ich mich, anstatt auf der normalen Strasse weiter nach Norden zu fahren, die Kaldidalur unter die Räder zu nehmen. Kaldidalur heisst „kaltes Tal“. Die Strasse F550, die durch dieses Tal führt, nennt man auch so.
Die F550 ist eine einfach zu fahrende Hochlandpiste, auf der keine Furten zu durchqueren sind. Der Strassenzustand ist im Allgemeinen ganz gut, aber trotzdem darf man nur mit 4×4 SUV durchfahren. Und schneller als durchschnittlich 40 km/h kommt man auch nicht vorwärts. Es hat doch einige Schlaglöcher und Schwellen. Ausserdem liegen auch immer wieder mehr oder weniger grosse Steine auf der Strasse.
Aber ich fahre die Strecke ganz gerne. Sie ist nicht allzu lange (trotzdem empfiehlt sich ein grösserer, gut gefederter SUV), und ich finde die Aussicht immer ganz besonders. Man kommt auf ca 7 km an den Langjökull heran, den zweitgrössten Gletscher Islands.
Ansonsten ist es halt bergig und man fährt durch eine Steinwüste. Irgendwie hat man das Gefühl, durch eine völlig andere Welt zu fahren.

Mein Ziel war heute Viðgelmir, die längste Lavahöhle Islands und eine der grössten Lavahöhlen weltweit.
Der Name heisst übersetzt „weiter Wurm„. Offenbar glaubten die Leute früher, dass ein riesiger Wurm diesen 1.6 km langen Tunnel in die Lava gegraben hatte.
Nun, es war die Lava selbst. Aufgrund von Abkühlungen an der Oberfläche eines Lavaflusses erstarrt diese, und darunter fliesst die Lava weiter. Ein völlig normales Phänomen. Von diesen Höhlen gibt es in jedem Lavafeld mehrere.
Hier war die Tunneldecke an einer Stelle durchgebrochen, wodurch man die Höhle überhaupt entdeckte. Und dieser Durchbruch machte die Höhle auch zugänglich.
Wie fast alles Land in Island, ist auch dieses Lavafeld in privaten Händen. Somit kommt man nur mit (bezahlter Führung) in die Höhle.
In ca der Hälfte der Höhle sind Holzstege und -treppen eingebaut, auf denen man sich einfach und sicher bewegen kann. Es hat eingebaute Beleuchtungen und jeder Besucher kriegt einen Helm mit Stirnlampe.
Ich war zu früh da und hatte mich darauf eingestellt, noch über eine Stunde warten zu müssen. Aber da die Führung um 15:00 nicht ausgebucht war, bot man mir an, mich auf für diese Führung (anstatt erst um 16:00) umzubuchen.
Wir waren eine Gruppe von ca 12 Leuten. Unser Führer war ein deutscher Geologiestudent, der seit drei Jahren in Island lebt und studiert. Überall in der Höhle wies er auf Besonderheiten hin und gab immer wieder Erklärungen ab, wie diese Höhle und das Gestein entstanden war.
Er kannte auch isländische Sagen um die Höhle. Angeblich hatte der Gott Thor einen unartigen Riesentroll in dieser Höhle eingesperrt. Wir sind ihm allerdings nicht begegnet… 😉

Nun bin ich im Fosshotel Reykholt abgestiegen und morgen geht’s weiter Richtung Norden, auf die Halbinsel und Nationalpark Snæfellsnes. Dort bleibe ich zwei Tage, bevor ich mit der Fähre auf die Westfjorde übersetze.

Ford Explorer Hybrid 4WD

Stay tuned.

Island 2022: Ein sonniger Tag in Reykjavík

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Heute genoss ich einen entspannten Sonntag in Reykjavík.

Es war ziemlich ruhig in der Stadt. Da abgesehen von den Betrieben, die vom Tourismus leben, praktisch niemand arbeitete, gab es kaum Verkehr. Selbstverständlich waren die Hotspots für die Touristen gut besucht, denn es ist im Moment immer noch Hochsaison.
Das merkt man sowohl im Hotel wie auch in den Strassen und Restaurants. Grössere Reisegruppen aus den USA und Europa (grössere Gruppen von Asiaten habe ich bisher noch keine gesehen), die meisten gefühlt im Rentenalter, werden mit Bussen durch die Stadt gefahren und stürmen am Abend im Hotel das Buffet, oft mit Gehstock und Rollator.
Mein Hotel hat übrigens 14 Stockwerke. Da haben eine Menge Touristen platz. Und der Esssaal ist so gross, dass man um 19:00 als Einzelperson eigentlich immer einen Tisch findet.

Um 16:00 hat mich dann eine Mitarbeiterin von Europcar abgeholt und zum Stadtflughafen gebracht, wo ich meinen Mietwagen übernehmen konnte. Zu meiner Freude war es wieder ein Toyota Landcruiser, wie schon im vorletzten Jahr.
Das Ding ist schon sehr gross. Im Stadtverkehr möchte ich ihn eigentlich nicht immer fahren. Aber auf Schotterpisten und auf Landstrassen ist es das Beste, das man haben kann. Ich mag ihn, auch wenn der Verbrauch etwas höher liegt als bei den SUVs, die ich sonst habe.

Leider zeigte der Wagen bei der Übernahme ein paar Macken. So meinte das Bordsystem, in 346 km sei der nächste Ölwechsel fällig. Das geht für mich natürlich nicht, denn ich habe ca 2’500km vor mir, so wie ich die Route geplant habe. Und ich kann nicht unterwegs in eine Garage zum Ölwechsel.
Aber die bei Europcar winkten ab: Das mache nichts. Sie würden immer bis zu 3’000km überziehen. Da passiere nichts. OK, wenn die das sagen. Wir werden sehen.
Als nächstes leuchtete die Warnlampe für den Reifendruck. Da haben sie alle Reifen noch einmal kontrolliert: Alles In Ordnung. Der Druck stimmte. Vermutlich spinnt der Sensor.
So etwas hatte ich in  Norwegen schon einmal. Die Lampe hat zwei Wochen lange geleuchtet, aber es war nichts.
Auf der anderen Seite hatte ich vor zwei Jahren einen Platten, nachdem dieses Signal aufgeleuchtet hatte.
Es kann also nichts oder alles bedeuten.
Nun steht der Wagen hier beim Hotel um die Ecke auf einem öffentlichen Parkplatz. Ich kontrolliere morgen die Reifen und fahre allenfalls noch einmal zu Europcar. Morgen sei ein Reifenspezialist anwesend, hiess es. Der könne vielleicht herausfinden, was los ist.

Morgen beginnt somit mein Roadtrip. Einmal rund um Island, mit Abstechern. Ich besuche Snæfellsnes, die Westfjorde, den Norden, die Ostfjorde und die Südküste. Dieses Mal fahre ich im Uhrzeigersinn.
Und ich fahre nicht ständig auf der Hringvegur (Ringstrasse). Ich habe genug Zeit eingeplant, um Abstecher zu machen, respektiv auf kleineren Strassen zu fahren. Da Sommer ist, sind die Strassen ins Hochland offen, was auch einige Abstecher dort hinauf erlaubt.

Im Moment ist das Wetter gut. Heute hatten wir den ganzen Tag Sonnenschein. Und wenn es nicht gerade ein bisschen windete, war es angenehm warm, also um die 13 Grad Celsius.
Morgen soll es auch noch so sein, aber am Mittwoch kommt der Regen zurück.
Island hat heuer das zweinasseste Jahr seit Messbeginn. Also ist auch in den folgenden Tagen und Wochen ab und zu mit etwas Regen zu rechnen.

Harpa Concerthall

Stay tuned.

Island 2022: zurück nach Island

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Heute ging mein Aufenthalt in Grönland zu Ende.
Ich bin wieder zurück nach Island geflogen, wo ich nun einen dreiwöchigen Roadtrip starte.
Ich bin nun im Fosshotel Reykjavík abgestiegen, einem grossen, brandneuen Hotel in der Innenstadt. Das Hotel ist so neu, dass man auf Google Maps nur die Baustelle sieht. Ich habe ein schönes Zimmer im siebten Stock mit Blick auf das Meer und die Harpa Konzerthalle.

Die Reise verlief absolut problemlos, ausser dass ich das Pech hatte, während der ganzen Reise meinen Lieblingsitaliener zu geniessen.
Der Typ hat mich fünf Tage auf Grönland genervt mit seiner Vordrängelei, und seinem ewigen Gefrage und Besserwisserei; anstatt zuzuhören und die Anzeigen und Hinweise zu lesen. Schliesslich behauptete er immer, er spreche Englisch (was ich persönlich stark bezweifelte…). Er war mit seiner Frau überall dabei: im Hotel, auf den Ausflügen, beim Abendessen, etc. Das Hotel Arctic ist gross und täglich gibt es zig verschiedene Touren. Dadurch werden die Gäste ganz gut verteilt. Aber warum schaffte es der Kerl immer, am gleichen Ort wie ich zu sein?
Nun musste ich den Typen auch noch auf dem Flug nach Reykjavik ertragen. In einem Flugzeug mit 35 Passagieren und einer Flugbegleiterin. Zum Glück gibt’s Kopfhörer und Musik vom Smartphone. Mir taten die Flugbegleiterin und die Fluggäste ohne Kopfhörer leid.

Der Flughafen Ilulissat ist sehr klein. Trotzdem kommen und gehen geschätzt pro Stunde zwei bis drei Flüge, meistens Inlandflüge sowie zwei Mal pro Tag ein Flug von und nach Island. Es können dort bloss kleinere, zweimotorige Propellermaschinen starten und landen, die je ca 40 Passagiere transportieren können.
Trotzdem mussten wir durch einen Security-Check mit Röntgengerät, bevor wir an Bord durften. Und wer war der Erste, der dort durch ging, weil er eineinhalb Stunden zusammen mit seiner Frau direkt vor dem Gate gewartet hatte? Richtig. Unser lieber, italienisch sprechender Freund. Gebracht hat’s ihm nichts. Auch er musste warten, bis wir losfliegen konnte, nachdem alle anderen Passagiere durch die Kontrolle und an Bord waren.
Aber das Beste kam dann nach der Landung in Reykjavik: 🙂
Nachdem wir auf dem Rollfeld ca 15 Minuten auf den Bus warten mussten, weil im Moment auf dem Flughafen Keflavík sehr viel los war, mussten wir am Gate noch einmal durch eine Security Kontrolle hindurch. Also Handgepäck durch’s Röntgenband, Laptop separat, Gürtel aus der Hose, Uhr weg, und dann durch den „Torbogen“, der hoffentlich nicht biepte.
Die Begründung, die der isländische Beamte dafür lieferte, war simpel: Die Grönländischen Sicherheitschecks würde nicht ihrem Standard entsprechen. Punkt. OK, dann halt. Machen wir doch.
Da wurde es unserem italienischen Freund zu viel. Er begann zu stämpfeln, herum zu zetern und zu reklamieren. „Incredibile“ war das Harmloseste, das er von sich gab.
Ich stand direkt hinter ihm und musste mich in dem Moment sehr zusammenreissen. Aber ich bin sehr stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, ihm nicht „stai zitto stronzo“ ins Gesicht zu sagen. Dass ich diesen Satz ohne zu überlegen auf der Zunge hatte, dürfte einer der Erfolge meines langjährigen Italienischkurses sein… 😉
Stattdessen drängelte ich mich an ihm vorbei, ging durch die Security und war schliesslich der Erste, der raus kam. Er zeterte hinter mir weiter.
Zum Glück war er dann nicht auch noch auf dem Bus nach Reykjavik oder gar im gleichen Hotel wie ich. Ich denke, ich bin nur erlöst worden. 🙂

Bevor ich zum Gepäckband ging, um meine Koffer in Empfang zu nehmen, musste ich erst noch einen kleinen Abstecher ins Duty-Free machen. Nicht um etwas teures günstiger zu kaufen (das funktioniert an einem Flughafen sowieso nicht). Sondern weil ich gemerkt hatte, dass ich Zahnbürste und Zahnpasta in Grönland nicht eingepackt hatte.
Ich vergesse fast jedes Mal eine Kleinigkeit, wenn ich aus einem Hotel auschecke. Ich weiss nicht, woran das liegt. Ich kontrolliere das leere Zimmer immer, bevor ich gehe. Trotzdem passiert’s immer wieder.
Bisher waren es wirklich Kleinigkeiten, auf die man gut verzichten konnte, resp die sich leicht wieder beschaffen liessen. Heute waren es eben die Zahnbürste und die Zahnpasta. Aber auch das ist bereits wieder in Ordnung gebracht.
Ich hoffe bloss, dass es bei Kleinigkeiten bleibt und nicht eines Tages etwas Wichtigeres, Teureres oder Unersetzliches ist.

Einen kleinen Nachtrag zum Flug über Grönland:
In den letzten Tagen habe ich berichtet, wie ich zwei Mal auf einer Bootstour im Eisfjord war.
Nun, heute im Flugzeug sah ich aus der Luft, wie gross der Eisfjord ist, und wie er mit Eis gefüllt ist. Da kommt man nur mit einem Eisbrecher hinein.
Wir sind nicht im Eisfjord gewesen, wir haben auf den Touren lediglich das äussere Ende angekratzt.

Morgen gibt’s einen entspannten Tag in Reykjavik. Ist ja schliesslich Sonntag. 🙂
Am Abend wird mir entweder mein Mietwagen direkt zum Hotel geliefert, oder ich werde abgeholt, um den Wagen am Flughafen zu übernehmen. Wir werden sehen.
In jedem Fall kann ich am Montag gleich vom Hotel aus auf meinen Roadtrip starten.

Eisfjord

Stay tuned.

Island 2022: Eisberge und Wale

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Ich bin gestern Abend noch auf eine Tour in den Eisfjord gegangen.
Allerdings bin ich zuerst auf dem falschen Schiff gelandet, weil die Veranstalterfirma einen Fehler gemacht hatte und mich der Shuttle zum falschen Schiff gebracht hatte. Das konnte aber rasch korrigiert werden und um 21:30 stachen wir mit 11 Leuten an Bord auf einem kleinen, aber stark motorisierten Boot in See.
Dazu muss vielleicht noch erwähnte werden, dass zwar hier (ca 280 km nördlich des Polarkreises) die Mitternachtssonne für dieses Jahr bereits vorbei ist, dass es aber immer noch nicht richtig dunkel wird. Somit sind Ausflüge zu so später Stunde möglich.
Ausserdem hatte sich das Wetter etwas gebessert, wodurch die Sonne gelegentlich durch die Wolken schien.
Die ganze Gegend um den Eisfjord und der Fjord selber sind seit 2004 UNESCO-Welterbe und stehen daher unter besonderem Schutz.
Diese riesigen Eisberge, die völlig still im Wasser liegen, sich aber durch die Strömung trotzdem bewegen, sind ein gewaltiger Anblick. Man fährt mit dem Boot dazwischen diesen bis 150 Meter hohen Kolossen (wobei nur ca 10% eines Eisberges aus dem Wasser ragen) hindurch und staunt über die vielen verschiedenen Formen, die das Eis gebildet hat. Ab und zu hört man ein Krachen und Knacken. Das ist Luft, die im Eis eingeschlossen ist und nun durch Bewegung und Schmelze entweicht.
Zu nahe darf man den Eisbergen aber nicht kommen. Denn es könnte jederzeit sein, dass ein Eisberg „kalbt„. Damit bezeichnet man den Abbruch eines mehr oder weniger grossen Stücks, das dann selbst zum Eisberg wird. Man will natürlich – wie in den Bergen – nicht von so einem Eissturz getroffen werden. Viel gefährlicher aber sind die Flutwellen, die entstehen können, wenn das Eis ins Wasser fällt. Schon klein scheinende Abbrüche sind mehrere Tonnen schwer und verdrängen leicht eine grosse Wassermasse. Dann ist es ratsam, etwas Abstand zu haben.
Um Mitternacht waren wir dann wieder zurück, um etliche Eindrücke reicher und mit einer vollen Speicherkarte in der Kamera.
Es war übrigens nicht so kalt, wie zu erwarten gewesen war. Richtig angezogen war ich den ganzen Abend auf dem Boot im Freien und habe nie gefroren.

Heute habe ich dann die „Whale Safari“ nachgeholt, die am Dienstag wegen schlechtem Wetter abgesagt worden war.
Also wieder ‚raus aufs Wasser. Dieses Mal mit einem noch kleineren Boot. Wir war bloss sechs Passagiere und zwei einheimische Besatzungsmitglieder.
Der Grund, weshalb die hier meistens mit kleinen Booten operieren, ist schlicht und einfach das Eis. Nicht die grossen Eisberge sind das Problem, sondern die Felder von kleineren und grösseren Eisstücken sowie die kleineren Eisberge, die durchaus so dicht nebeneinander treiben können, dass grössere Schiffe nicht mehr durchkommen würden.
Das Wetter war schön, die meisten Wolken war weg und zum ersten Mal in dieser Woche schien die Sonne. Beste Voraussetzungen also.
Wir sind wieder in den Eisfjord gefahren, und haben tatsächlich drei Mal Buckelwale gesehen. Bei der letzten Begegnung war wir kurzzeitig so nahe an einem der Tiere, dass man es fast berühren hätte können. Das wurde dann aber wohl den Wal zu blöd. Er tauchte einfach ab und ward nicht mehr gesehen.
Ansonsten hatte wir immer hundert und mehr Meter Distanz zu den Tieren. Und selbstverständlich stellte der Bootsführer in der Nähe von Walen den Motor ab. Die Tiere hören das Motorengeräusch sehr gut und verschwinden dann. Zwei Mal haben wir einen Wal aus dem Wasser springen sehen. Buckelwale können  bis zu 15 Meter lang und bis zu 30 Tonnen schwer werden. Es ist ziemlich eindrücklich, diese Masse aus dem Wasser springen zu sehen (und auch zurück zu fallen).
Natürlich habe ich versucht, einige gute Bilder von den Walen zu machen. Jedenfalls wurde auch hier meine Speicherkarte gut gefüllt.
Wir hatten einen schönen Vormittag auf See und hatten drei Mal Wale gesehen: Laut dem englischen Paar, das dabei war, war das eine sehr gute Wal Safari. Schliesslich gibt es absolut keine Garantie, dass man Wale sieht, wenn man eine solche Tour bucht und bezahlt. Und auch das Wetter kann nicht bestellt werden.
Ich bin gespannt, ob die geplante Tour in zwei Wochen in Húsavík an das hier herankommen wird.

Eisfjord

Stay tuned.