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Island 2020: Hornstrandir

Island_flagHat hat nun endlich der Ausflug nach Hornstrandir stattgefunden. Eigentlich wollte ich das ja schon im letzten Jahr machen, als ich in Ísafjörður war. Aber damals war ich im September in Island unterwegs, und alle Anbieter dieser Touren stellen den Betrieb Ende August ein. Und genau das war der Grund, weshalb ich die diesjärige Reise im August plante. 😉

Das Naturschutzreservat Hornstrandir erreicht man nur mit dem Boot. Alles andere ist verboten. In der Gegend lebt niemand dauerhaft. Es hat einige Zeltplätze, Hütten von Veranstaltern und Notunterküfte für verirrte Wanderer. Die Bewohner dieses nördlichsten Teils der Westfjorde sind ausschliesslich Tiere. Die grössten sind der Polarfuchs, und der wird etwas grösser als eine Katze, sowie die Seeadler.

Von Ísafjörður geht’s mit dem Schnellboot über die Fjorde. An Boot waren 15 Passagiere und zwei Crewmitglieder. Unsere Bootsführerin war eine junge Französin, ihr Gehilfe ein Tscheche.
Je nachdem, wohin man will, dauert die Fahrt 2 Stunden oder länger. Je nach See und Wind kann das ein ziemlich holpriger Ritt werden. Das Boot springt richtiggehend über die Wellen und knallt danach wieder auf’s Wasser.

In Hornstrandir gibt es keine Anlegestellen für das Boot. Da wurde am Ufer nichts verbaut. Alles ist so, wie es die Natur gemacht hat.
Die Passagiere werden mit dem mitgeführten Schlauchboot an Land gebracht und dort auch so wieder abgeholt. Dafür zieht der Gehilfe auf dem Schnellboot Gummihosen an, wie sie auch die Fischer tragen. Damit springt der am Ufer ins hüfthohe Wasser und dirigiert das Schlauchboot so an den Strand, dass die Passagier trockenen Fuss aus- und wieder einsteigen können. Das macht er auf einer Tour am Morgen ca 5 Mal und am Abend beim einsammeln noch einmal; je nachdem, wie viele verschiedene Gruppen an welche Stellen aus- oder einsteigen.

Auch der Rest von Hornstrandir ist praktisch unberührt.
Es gibt kaum Wanderwege. Zumindest nicht solche, wie wir sie kennen. Die Wege hier sind zwar auf den Karten eingezeichnet, aber faktisch sind es Trampelpfade, und wenn schon eine Weile keiner durchgegangen ist, nur schwer als Weg zu erkennen. Ein ortskundiger Guide hilft da sicher. Aber man kann auch eigene Faust wandern. Nur sollte man dann etwas Erfahrung mitbringen und genau wissen wo man ausgestiegen ist und wohin man will.
Es gibt auch Biwakplätze für diejenigen, die länger als einen Tag bleiben wollen, und nicht in einer Unterkunft eines Touranbieters übernachten wollen. Ich weiss nicht, wie viele Unterkünfte in Horn gibt, aber viele sind es nicht. Eventuell gibt es sogar nur die eine, die der Touranbieter „Borea Advnetures“ vor acht Jahren gekauft und für 30 Mio isländische Kronen (ca CHF 200’000.–) renoviert hat. Nun bietet dieses Steinhaus im Niemandsland ca 14 Gästen ein Bett, und hat neben Küche, Bad und Aufenhaltsraum auch eine Dusche. Für Elektrizität sorgen Sonnenkollektoren und geheizt wird mit Holz.

Da gleichzeitig das Wetter quasi bei unserer Abfahrt um 09:00 aufklarte und die Sonnen den ganzen Tag schien, machte den Tag umso schöner. Es hatte natürlich den obligaten Wind, aber in Windschutz mit gleichzeitiger Sonneneinstrahlung kletterte das Thermometer am Nachmittag auf ca 10 Grad Celsius.

junger PolarfuchsAls wir am Abend draussen in Sonne und Wind zu Abend assen, kriegten wir Besuch von Polarfüchsen. Eine Fähe mit vier Welpen „wohnt“ gleich neben dem Haus. Während wir die Fähe kaum von Nahem sahen, waren die Welpen sehr neugierig. Und als sie dann die Forellen in der Bratpfanne rochen, schlichen sie ständig um uns herum, und kamen bis auf ca einen Meter heran. Selbst als wir zum Strand gingen, folgte uns einer der Welpen.

 

Für morgen habe ich noch kein Pläne. Das ist zwangsläufig eine „Zwischentag“, weil ich ja erst am Freitag zum zweiten COVID-19 kann. Ich weiss noch nicht, was ich unternehmen werde. Die Stadt bietet nicht viel, da sie nicht sehr gross ist (ca 2’600 Einwohner). Eventuell fahre ich in andere Ortschaften in der Nähe und schaue, ob sich dort etwas interessantes findet. Ca eine halbe Stunde Fahrt von hier ist einen Radarstation. Die werde ich mir wohl anschauen, wenn das Wetter mitspielt.

Laut Wetterbericht soll es in ganz Island bis Montag sicher schön sein. Das wäre top, aber so etwas habe ich hier noch nie erlebt. auf meinen letzten Reisen wechselten schlechtes und schönes Wetter ab, wobei letztes Jahr das nass-kalte Wetter überwiegte.

Stay tuned.

Island 2020: Nach Ísafjörður

Island_flagDie heutige Etappe war deutlich kürzer als die gestrige, nämlich nur ca 2 Stunden 15 vom Hótel Flókalundur nach Ísafjörður: etwas mehr als 100 Kilometer. Da konnte ich mir Zeit lassen und auch unterwegs auch etwas längere Stopps einlegen.

Am Morgen fuhr ich erst nach zehn Uhr. Ich wusste, was vor mir lag: drei holprige Pässe und am Schluss etwas asphaltierte Strasse und ein langer, einspuriger Tunnel, in dem es sogar Abzweigungen zu weiteren Ortschaften gibt. Da bin ich im letzten Jahr schon einmal gefahren. Damals allerdings grösstenteils im Regen. Trotzdem erkannte ich unterwegs durchaus die ein oder andere Kurve und wusste, was nach der nächsten Biegung kommen würde.

Ich hatte, zumindest zu Anfang, ein etwas komisches Gefühl. Den ich fuhr ja mit einem geflickten Reifen. Würde der halten? Der Mechaniker hatte gesagt, das sei wie neu. Aber so ganz traute ich der Sache nicht. Der kann mir ja viel erzählen…
Immerhin blieb der Reifen über Nacht dicht. An sich ein gutes Zeichen, aber wie würde das unter Belastung sein? Diese Strassen verlangen auch bei vorsichtiger Fahrt dem Auto, und damit den Reifen, schon etwas ab.

Ich wurde mal mehr, mal weniger geschüttelt, und jedes Mal, wenn ich Leute in einem Pw auf der Strecke sah, versuchte ich mir vorzustellen, wie das bei denen sein würde. Ich habe einen grossen Landcruiser mit grossen Rädern, entsprechender Federung und viel Bodenfreiheit. Aber wie sieht das bei denen aus? Ich würde nie auf die Idee kommen, solche Strassen mit einem normalen Pw (zB VW Golf) zu befahren.
Klar, es geht. Aber mit welchem Komfort? Von möglichen Schäden am Auto ganz zu schweigen.

Dynjandi

Unterwegs machte ich einen längeren Stopp beim Dynjadi Wasserfall. Der ist wirklich riesig. Es ist schon beeindruckend, wenn man unten auf dem Parkplatz steht und dann ganz oben den Wasserfall sieht, bei dem das Wasser Stufen herunter donnert. Man kann bis an den Rand des Beckens hochgehen. Allerdings wird man dort ganz schön nass, weil der Wind die Gischt wie bei vielen grossen Wasserfällen in grossen Wolken verteilt. 🙂

Und ein kleiner Kaffehalt bei Hrafnseyri musste auch noch sein. Da gibt es neben einem Museum, das Hrafnseyrimich nicht wirklich interessierte, auch ein kleines Kaffee. Und Besondere an diesem Kaffee ist, dass es in drei alten Erdhäusern untergebracht ist. Letztes Jahr war alles geschlossen, aber heute gab es Kaffee und Skyrkuchen. 🙂

Am frühen Nachmittag traf ich dann in Ísafjörður ein, und bezog mein Hotelzimmer. Die Gute Nachricht: Bis jetzt hat der repariert Reifen gehalten. Ich hatte absolut keine Probleme unterwegs und offenbar verliert er keinen Druck.

Vom Hotel aus vereinbarte ich heute noch meinen Termin für den zweiten COVID-19 Test. Den muss ich am Freitag um 10:00 hier in Ísafjörður machen. Ursprünglich war geplant gewesen,dass ich Ísafjörður am Donnerstag  verlasse. Aber der Zeitpunkt  des Test wird leider fix vorgegeben. Und der Test kann nur in wenigen Gesundheitszentren im Land gemacht werden. In den Westfjorden eben nur hier in Ísafjörður.

Also versucht mein Reisebüro, Erlingsson, einmal mehr, mich umzubuchen. Die vierte Anpassung dieser Reise, seit mein Hinflug zwei Wochen vor Beginn gestrichen wurde.
Anstatt am Donnerstag weiterzufahren, bleibe ich noch eine weitere Nacht hier und fahre dann am Freitag nach dem Test weiter. Das heisst eine Nacht mehr hier in Ísafjörður und die folgende Übernachtung, die zwei Autostunden von hier geplant war, streichen. Sollte eigentlich hinhauen, auch wenn die Bestätigung noch nicht da ist.

Morgen ist der Ausflug nach Hornstrandir geplant. Ich bin gespannt, wie das Wetter wird und was ich zu sehen bekomme.
Bis jetzt war das Wetter sehr freundlich zu mir: bewölkt, kaum Regen und immer wieder Phasen mit Sonnenschein und bis zu 20 Grad Lufttemperatur.

Stay tuned.

Island 2020: Die lange Etappe

Island_flagHeute fuhr ich die längste Etappe dieser Tour, nämlich vom Flughafen Keflavík bis zum Hótel Flókalundur in den Westfjorden, meiner heutige Unterkunft. Insgesamt rund 450km waren zu fahren, darunter eine zwar einfache aber dennoch holprige Hochlandstrecke, die Kaldidalur (F550). So heisst auch das Tal, durch das die Piste führt.

Testresultat

Übrigens kam morgens um 06:00 per SMS und in der App das Resultat meines COVID Tests, den ich gestern bei der Einreise machen musste: NEGATIV.
Zum Glück, sonst wären meine Ferien zu Ende gewesen, bevor sie richtig angefangen hatten, und ich hätte in Isolation gemusst.
Nun muss ich am Donnerstag einen zweiten Test machen, der hoffentlich auch negativ ausfällt. Das bringt meine Reisepläne zwar etwas durcheinander, aber es bleibt erträglich.Toyota Landcruiser

Also habe ich heute Morgen meinen Mietwagen gefasst. Dieses Mal ist ein Toyota Landcruiser. Der Wagen ist noch einmal grösser und robuster als der Wagen im letzten Jahr. Damit kann man durchaus über Schotterpisten fahren… 😉

Vom Flughafen bin ich direkt bis nach Þingvellir gefahren, wo ich einen kurzen Zwischenhalt einlegte, um dann gleich weiter ins Kaldidalur Tal zu fahren. Dieser Streckenabschnitt dauerte fast drei Stunden, denn zum einen kann man auf den Hochlandpisten nicht allzu schnell fahren, und zum anderen war die Landschaft so beeindruckend, dass ich mehrere Stopps machte, um zu fotografieren. Und im Verlauf des Tages wurde das Wetter immer besser. Ein weiterer Pluspunkt.

Irgendwann war die Zeit so fortgeschritten, dass ich mich dazu entschied, keine weiteren Stopps mehr zu machen, sobald ich aus dem Tal herauskam. Denn von dort an lagen noch gute dreieinhalb Stunden Fahrt vor mir, und ich wollte eigentlich vor dem Abendessen im Hótel Flókalundur ankommen.

Das hat dann auch knapp funktioniert.
Aber irgendwann unterwegs teilte mir der Bordcomputer mit, dass es in einem der Reifen zu Druckverlust kam. Zuerst fand ich bei näherer Begutachtung nichts. Aber je weiter ich fuhr, desto mehr spürte ich, dass der Wagen leicht nach links zog. Und ca 80 km vor dem Ziel sah ich dann ach, dass der linke Vorderreifen offensichtlich Luft verlor.
Da vor mir nur noch asphaltierte Strasse war (das wusst ich vom letzten Jahr), beschloss ich, zu versuchen, bis zum Hotel zu kommen. Und das klappte.
Hier organisiert mir das Hotel jemanden, der den Reifen reparieren konnte. Der taucht kurz nach sieben mit seinem Werkzeug auf und nach knapp 20 Minuten war das kleine Loch (das kaum sichtbar gewesen war) verschlossen und das Rad wieder am Auto. Der Mechaniker meinte, das sei so gut wie neu und würde meine ganze Tour halten. Wir werden sehen.

Morgen habe ich eine relativ kurzen Strecke vor mir. Ich fahre bis nach Ísafjörður, von wo ich dann übermorgen den Trip nach Hornstrandir machen werde. Ich hoffe, das Wetter hält.

Stay tuned.

Island 2020: Angekommen und getestet

Island_flagJetzt bin ich also wieder hier in Island. 🙂
Ich freue mich, dass ich die Reise schlussendlich machen kann, trotz vieler Einschränkungen und Änderungen wegen COVID-19.

Der Flug mit Icelandair verlief problemlos und war pünktlich. Ich schätze aber, das Flugzeug war nicht einmal halb voll.
In der Business Class sassen gerade mal drei Passagiere und der Rest des Flugzeugs war zu etwas mehr als ein Drittel belegt. Und das, obwohl Icelandair zur Zeit nicht jeden Tag Zürich anfliegt, sondern nur noch drei Mal pro Woche.
Und die sehr genauen Anweisungen beim Ein- und Aussteigen (Reihe um Reihe) führten dazu, dass kein Gedränge entstand. So sollte man es eigentlich immer, bei jedem Flug und jedem Flughafen machen. Auch wenn nicht gerade CORONA ist.
Das Handgepäck musste unter dem Vordersitz verstaut werden. Die Benutzung der Gepäckfächer über den Sitzen war nicht erlaubt. Und es gab an Bord keinen Service und keinen Duty-Free-Verkauf. Jedem Passagier wurde stattdessen beim Einsteigen eine Flasche Wasser abgegeben. Bei einem Flug, der weniger als vier Stunden dauert ist das auch nicht tragisch. Ausserdem hat Icelandair das bereits sehr früh per eMail mitgeteilt. So konnte man etwas zum Essen mit an Bord nehmen.

Hier in Keflavík mussten dann alle nach dem Aussteigen anstehen, um den COVID-19 Test zu machen. Wenn man, wie von den Behörden empfohlen, die Registrierung und die Bezahlung des Test bereits online von zu Hause aus gemacht hatte, musste man nun nur noch anstehen. Ansonsten musste man sich noch registrieren und den Test bezahlen.
Es dauerte allerdings über eine Stunde, bis ich bis zu den Kabinen gelangte, in denen die Abstriche von Mund- und Nasenschleimhaut für den Test gemacht wurden. Die Prozedur (nicht gerade angenehm, besonders in der Nase, aber schmerzlos) dauerte dann nur einige Sekunden. Der Test kostet bei Vorkasse ISK 9’000.– (ca CHF 60.–). Er ist hier also deutlich billiger als in der Schweiz, wenn er vom Patienten selbst berappt werden muss.

Flughafen Keflavík

Nun muss ich auf das Testergebnis warten, das mir innert 24 Stunden per Tracing-App Rakning C-19 oder per Telefon mitgeteilt wird. Oder es kann auch sein, dass ich gar nichts höre. Das heisst dann nach 24 Stunden, dass der Test negativ ausgefallen ist.
Ich denke allerdings, dass sich die App meldet, denn ich brauche einen neuen Barcode für den zweiten Test, den ich in fünf Tagen machen muss. Und da werde ich schon in Ísafjörður sein, ganz oben in den Westfjorden. Aber zum Glück für mich gibt es in Ísafjörður ein Gesundheitszentrum, die den Abstrich vornehmen können. So muss ich meine Route nicht einmal anpassen

Morgen geht es dann los mit der diesjährigen Tour.
Ich werde am Morgen meinen Mietwagen übernehmen (ich bin gespannt, was es dieses Mal sein wird) und gleich Richtung Norden losfahren. Vor mir sind insgesamt 460 km, bis ich in den Westfjorden in meiner nächsten Unterkunft ankommen werde. Darin inbegriffen ein kleiner Abstecher ins Hochland, damit die Strecke nicht allzu langweilig wird. Immerhin bin ich das Meiste davon schon ein oder mehrere Male gefahren.

Laut Wetterbericht soll es morgen stark bewölkt sein, aber nicht regnen. Und das Wetter soll im Norden sogar noch aufhellen. Mal schauen… Das Wetter in Island hat in der Regel seinen eigenen Willen und kann sehr rasch ändern.

Von der Hochlandstrecke verspreche ich mir morgen die ersten ungewöhnlichen Landschaftbilder. Ich komme auch einem Gletscher ziemlich nahe. Eventuell kann ich sogar auf den Gletscher fahren, aber ich fürchte, dafür reicht die Zeit nicht.

Stay tuned.

Reisen in Zeiten von CORONA: Island 2020

Island_flagMorgen fliege ich zum vierten Mal nach Island, um während zwei Wochen diese wunderschöne und einmalige Insel mit dem Mietwagen zu erleben. 🙂

Ich fahre noch einmal in die Westfjorde. zum einen, weil mir diese wilde und einsame Gegend im Nordwesten Island’s ausgesprochen gut gefällt.  Zum anderen war ich letztes Jahr einen Monat später unterwegs und viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Exkursionen stellen ihren Betrieb jeweils Anfang September ein.

Allerdings ist diese Reise nicht wie die anderen in den letzten Jahren.
Auch Island musste wegen der COVID-19 Pandemie zum Teil massive Einschränkungen in Kauf nehmen und strikte Massnahmen einführen, um die Ausbreitung des CORONA Virus unter Kontrolle zu behalten.
Der Lockdown hat dieses Land schwer getroffen, da der Toursimus ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Nach der Öffnung kommen nun zwar die Touristen aus Europa wieder, wenn auch weniger zahlreich (zum Beispiel fliegt Iceland Air anstatt täglich nur drei Mal in der Woche direkt von Zürich nach Kevlavik). Aber die Amerikaner und die Asiaten fehlen immer noch.

Des einen Leid, des anderen Freud: Ich freue mich auf einen Aufenhalt ohne die zahlreichen lauten und rücksichtslosen Reisegruppen aus Übersee., über die ich mich immer ärgern muss. Island muss jetzt noch mehr Paradies sein. 🙂

Allerdings bekommt man den Einfluss des Corona Virus auch als europäischer Tourist zu spüren: Ich hatte diese Reise schon letztes Jahr beim Reisebüro Erlingsson Naturreisen in Reykjavík gebucht.

Gesamtroute

Da die Isländische Regierung logischerweise immer wieder kurzfristig mit neuen Massnahmen auf die laufende Entwicklung der Pandemie reagieren muss, und weil auch die Fluggesellschaft Iceland Air sowie andere Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr die Leistung erbringen (können) wie in der normalen Lage, musste ich in den letzten drei Woche meine Reise mehrfach in Zusammenarbeit mit Erlingsson Naturreisen anpassen. Das hatte unter anderem auch einige Mehrkosten für mich zur Folge. Aber Erlingsson Naturreisen konnte mir die Reise so erweitern, dass ich für die Mehrkosten auch weitere Reiseerlebnisse bekommen werde.
So dauert die Reise nun drei Tage länger als geplant, weil sowohl mein Hin- wie auch mein Rückflug gestrichen wurden und ich anderen Tage fliegen muss. Und meine Fahrstrecke wird mind. 700 km länger, weil ich in diesen Zusatztagen noch in andere Gegenden fahren werde.
Island lässt Einreisenden die Wahl zwischen 14 Tage Quarantäne (keine Option für mich, da meine gesamte Reise weniger lange dauert) und einem kostenpflichtigen COVID-19 Test bei der Einreise). Nach dem Test kann man wie geplant weiterreisen. Man muss sich an einige Vorsichtsmassnahmen halten, bis man per SMS oder App das Testresultat erhält.
Vor ca eineinhalb Wochen kam dann die Auflage, dass man sich nach fünf Tage ein zweites Mal testen lassen muss. Dieses Mal allerdings ohne Kosten. Da ich an dem Tag in Ísafjörður sein werde, wo es eine Einrichtung gibt, in der man sich testen lassen kann, beeinträchtigt das meine Reisepläne nicht.

Allerdings kam heute morgen die Nachricht, dass ab nächsten Mittwoch alle Einreisenden zwischen dem ersten und zweiten Test vier Tage in Quarantäne müssen. Da habe ich wohl Glück gehabt, dass ich vorher einreise. Das hätte meine Reisepläne gewaltig gestört, und vor allem den Hauptgrund für diese Reise, den Tagesausflug ins Naturschutzreservat Hornstrandir verunmöglicht.

Aber nun freue ich mich, dass es klappt und bin gespannt, was ich Neues, aber auch Bekanntes antreffe werde.

Wie immer ich natürlich auch meine Fotoausrüstung dabei und ich hoffe auf viele Gelegenheiten, diese beeindruckenden Natur fotografieren zu können.
Die Bilder werde ich natürlich auch wieder hier in einer Galerie hochladen, wie ich mir auch wieder vorgenommen haben, wenn möglich täglich von meinen Erlebnissen und Eindrücken zu berichten.

Stay tuned.

Städtereise nach Amsterdam – Rainy Day

Heute habe ich nichts unternommen, denn hier regnete und stürmte es den ganzen Tag so stark, dass man draussen innert kürzester Zeit völlig durchnässt war.
Dabei war nicht der Regen das eigentliche Problem. Dafür hatte ich meine Regenjacke von Zu Hause mitgenommen; aber keine wasserdichten Schuhe und Hosen…

Nein, es war der Wind, der es waagerecht regnen liess, Schirme knickte und alle Versuche, sich vor Regen zu schützen, ad absurdum führte.
Zeitweise hatte ich das Gefühl, Island könne nicht sehr weit sein. Denn diese Stürme kenne ich von dort, im September.

Aber ich war in Amsterdam und es ist Anfang Juli. Und sicher hatte ich nicht die gleichen Kleider mitgenommen wie in Island.
Mit dem Wind wurde es auch merklich kühler, und mit der Kombination Nässe und Kühle machen jegliche Aktivitäten draussen keinen Spass mehr.

Also bin ich heute die meiste Zeit drinnen geblieben, abgesehen von gelegentlichen Spaziergängen und wenn ich Nahrung brauchte…

So habe ich den Tag gemütlich genommen, und je nach Lust und Laune ein wenig gelesen, einige Bilder bearbeitet oder einfach ein bisschen programmiert…

Dadurch gibt es nun in der Galerie „Amsterdam“ einige Bilder der Körperwelten, von Madame Tussaud’s und aus den Strassen Amsterdams mehr.

Morgen fliege ich wieder nach Hause. Und in den folgenden Tagen und Wochen werden sicher noch weitere Bilder in die Galerie kommen.

Body Worlds
007 James Bond
Sexmuseum

Städtereise nach Amsterdam – ausgestellte Menschen und Tiere

Heute habe ich wie angekündigt zwei Orte besucht:
Die Body Worlds Ausstellung von Dr. Gunther von Hagens und den ARTIS Zoo.

Während der Zoo für mich schon fast Standardprogramm ist, wenn es in einer Stadt, die ich besuche, einen gibt, war die Körperwelten-Ausstellung schon etwas sehr spezielles. Nicht zuletzt wegen der weltweiten lauten Polemik und der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit, die aufkam, als Dr. Gunther von Hagens 1996 das erste Mal seine plastinierten Leichen ausstellte, war ich schon sehr gespannt darauf, was ich antreffen würde. Vorher, aber auch danach, hatte Gunther von Hagens übrigens Tiere plastiniert, bis hin zum Elefanten. Aber darüber hatte sich niemand aufgeregt. Das Verfahren selbst wurde bereits 1978 patentiert.

Nun, die ganze Ausstellung erstreckt sich über 7. Stockwerke und gleicht ein bisschen einer grossen Anatomielektion. Bloss dass alle Exponate von Menschlichen stammen, die ihre sterblichen Überreste der Firma von Dr. von Hagens zwecks Plastination vermachten. Darauf wird in der Ausstellung im Übrigen mehrfach hingewiesen.
In der Ausstellung wird der Knochenbau, alle Organe, der Blutkreislauf und das Lymphsystem kurz erklärt und durch plastinierte Menschen und deren Organe gezeigt. Es werden auch Krankheiten wie Krebs und Arteriosklerose eindrücklich dargestellt.
Ich fand die Ausstellung faszinierend. Sie hatte absolut nicht Gruseliges. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, die Exponate seien gelungene Kunststoffmodelle.
Ich hielt mich ca eineinhalb Stunden in den Körperwelten auf. Ich hätte allerdings locker mehrere Stunden darin verbringen können, wenn ich mir alle ganz genau angesehen hätte. Aber ich musste zu meinem nächsten Besuch, dem ARTIS Zoo. Dort hatte ich nämlich zwei Stunden später nur ein Zeitfenster von 15 Minuten, in dem meine im Internet gelöstes Ticket gültig war.

Der Amsterdamer ARTIS Zoo ist recht gross, und da wegen CORONA im Moment sowieso kaum Touristen dort waren (ich habe hauptsächlich einheimische Familien mit Kindern gesehen), hatte ich einen schönen und entspannten Nachmittag. 🙂
Ich konnte einiges an guten Tierbildern schiessen, und dank das angenehmen Wetters (Sonne, Wolken, Wind, kurz ein bisschen Regen und ca 20 Grad) blieb ich bis in den späten Nachmittag.
Allerdings machten mich meine Füsse am Abend darauf aufmerksam, dass ich fast acht Stunden ununterbrochen herumgelaufen war, und das offenbar nicht gewohnt bin. 😉

Heute habe ich fotografisch richtig aus dem Vollen geschöpft. In der Körperwelten-Ausstellung gab es kein Fotografierverbot. Und was nicht verboten ist, ist erlaubt. Gefragt habe ich auch nicht, denn wenn später jemand kommt und es verbietet, kann man sich entschuldigen und hat die bereits gemachten Bilder trotzdem in der Tasche… 😉

Und im Zoo (und in der Stadt) boten sich, auch weil inzwischen die Sonne hinter den Wolken hervorgekommen war, etliche gute Sujets.
Deshalb habe ich jetzt eine Galerie für diesen Städtetripp eingerichtet und erste Bilder bearbeitet und hochgeladen.
Darunter sind auch die ersten beiden Bilder von den Körperwelten, falls jemand neugierig ist, wie die Exponate dort ausehen.
Weitere Bilder von der Reise werden folgen, aber es wird wohl ein paar Wochen dauern, bis ich alle fertig bearbeitet habe.

Körperwelten

 

ARTIS Zoo

Reisen zu Zeiten der Coronaviruspandemie: Städtereise nach Amsterdam

Seit gestern bin ich in Amsterdam und bleibe noch bis Sonntag. 🙂
Ich hatte diese Städtereise anlässlich meines bevorstehenden Geburtstages schon im letzten Herbst vor ca. 9 Monaten geplant und gebucht.

Die COVID-19 Pandemie hat aber inzwischen wohl unser aller Ferienpläne etwas durcheinander gebracht. Meinen geplanten Städtetrip nach Stockholm an Auffahrt musste ich absagen und es sieht nicht danach aus, dass eine Reise nach Schweden in naher Zukunft empfehlenswert ist. Heute bestimmte der Bundesrat die Länder, aus denen Rückkehrer in der Schweiz in Quarantäne müssen (notabene ohne Lohnzahlung vom Staat, wenn man deshalb nicht arbeiten kann), und Schweden ist unter diesen Ländern…
Meine dreiwöchige Rundreise in Südnorwegen musste ich ebenfalls um ein Jahr verschieben.

Aber zum Glück konnte ich gestern meinen Städtetrip nach Amsterdem antreten. Es ist somit meine erste Reise ins Ausland, die ich seit meiner Rückkehr aus Graz Anfang März mache. Damals brach die COVID-19 Pandemie in Nordeuropa gerade aus und einen Tag nachdem ich nach Hause gekommen war, schloss Österreich seine Grenzen.

Die Reiserestriktionen sind innerhalb des Schengenraumes zwar offiziell seit gestern aufgehoben, aber es ist überall deutlich spürbar, dass die Seuche noch immer präsent ist:
* Ich konnte nicht wie sonst immer bei Flügen mit Swiss mein Gepäck am Vorabend aufgeben. Als ich kurz nach acht Uhr abends mit meinem Koffer am Flughafen war, waren alle Gepäckaufgabeschalter schon geschlossen. Wegen COVID-19 lassen die die Schalter nicht mehr bis 22:00 offen. Es wird weniger geflogen. Da lohnt sich das nicht. Zum Glück wohne ich so nah am Flughafen…
* Aber das Anstehen gestern zur Gepäckaufgabe war kurz, trotz bevorstehender Ferien und Mittagszeit (ich flog um 12:25);
* In den Niederlanden gilt Maskenpflicht in den öV (soll angeblich kontrolliert werden – ich habe bis jetzt nichts dergleichen gesehen);
* Vor der Landung in Amsterdam Schipol musste jeder Passagier einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, und es wurde darauf hingewiesen, dass die niederländischen Grenzorgane nach diesem Papier fragen könnten (haben sie bei mir nicht);
* Tickets für Ausstellungen und Museen gibt es vorwiegend nur über Internet, verbunden mit einem Slot von ca. 15 Minuten, in denen der Einlass gewährt wird (in einigen Museen kann man aber auch an der Kasse zahlen);
* In meinem Hotel gibt es nur an den Wochenenden Frühstücksbuffet. An den anderen Tagen muss man das Frühstück mittel Bestellzettel zusammenstellen und angeben, wann man entweder im Restaurant (das geschlossen ist) essen will, oder man das Frühstück abholen und im Zimmer essen will;
* Die Hotelbar ist wie das Restaurant geschlossen;
* Anstelle einer Möglichkeit, im Restaurant des Hotels zu essen, wird Roomservice auch für vollständige Mahlzeiten angeboten;
* Man wird überall, wo man hineinkommt, aufgefordert, die Hände zu desinfizieren und auf Abstand zu achten, und häufig findet auch gleich eine Befragung über den Gesundheitszustand statt. Dies übrigens auch jeden Morgen, wenn man zum Frühstück erscheint. Im Sexmuseum (ja, das gibt es hier) musste ich sogar Maske und Latexhandschuhe tragen (Honi soit qui mal y pense);
* und das Offensichtlichste: Die Touristenhorden aus Übersee fehlen vollständig (mir aber nicht…). Es hat relativ wenig Leute hier, abgesehen natürlich von den 1.3 Millionen Einheimischen, die in der Grossagglomeration Amsterdam leben.
Mein Hotel hat neun Stockwerke und ist im gleichen Gebäude wie das Holland Casino. Trotzdem lassen sich meine Begegnungen mit anderen Gästen an zwei Händen abzählen.

Ich erinnere mich nicht mehr, wann ich das letzte Mal hier war. Es ist sehr lange her. Ich vermute ungefähr Mitte der 90er Jahre. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, neu in der Stadt zu sein. Ich erinnere mich nur an sehr wenig. Und wenn, dann erst, wenn ich davor stehe. Konkret passierte mir das heute zwei Mal: als ich auf dem Platz „de Dam“ vor dem alten Königspalast stand und im Sexmuseum

Ich bin heute vor allem in der Innenstadt herumgelaufen, habe ein paar Bilder gemacht und verschiedene Ausstellungen besucht:

Den Besuch im Amsterdam Dungeon habe ich noch vor der Tageskasse abgebrochen, als die mit „Foto“ machen kamen und mich aufforderten, erschreckt und ängstlich zu schauen… Naja, das funktioniert vielleicht bei den Amerikanern, aber ich mache mich sicher nicht zum Affen und bezahle am Schluss noch zusätzlich für völlig überteuerte Bildchen. Kaum.

Und eben, auf dem Rückweg besuchte ich noch das Sexmuseum, die grösste Sammlung an erotischer Kunst. Wobei der Begriff Kunst dabei sehr dehnbar gemacht wird. Es hat interessant, lächerliche, obszöne und ekelhafte Exponate. Alles in allem ganz witzig.

Morgen gehe ich zuerst in die Body Worlds und dann in den ARTIS Zoo. Beide Tickets habe ich online gekauft. Body Worlds um 10:30 und der Zoo ab 12:30.
Body Worlds (Körperwelten) Amsterdam ist Teil einer Reihe von Ausstellungen von Dr. Gunther von Hagens. Die ursprünglich war das eine international erfolgreiche Wanderausstellung, die in mehr als 100 Städten in Europa, Amerika, Afrika und Asien stattfand.
Und im ARTIS Zoo hoffe ich auf ein paar schöne Tierbilder. Da konnte ich auch schon länger nichts mehr fotografieren. Das letzte Mal war das letzten August im Zoo Duisburg.

Ich habe heute auch einige Bilder geschossen, insbesondere bei Madame Tussaud’s, die hier in Amsterdam hauptsächlich prominente Leute von heute porträtiert, während in London durchaus auch Figuren aus der Vergangenheit gezeigt werden.
Ausserdem habe ich von einer Angestellten erfahren, dass alle Köpfe der Wachsfiguren ausschliesslich in London hergestellt werden. Alle „Wachsbildhauer“ von Madame Tussaud’s arbeiten demnach in London.

Heute hat es nicht gereicht, ein paar Bilder zu bearbeiten. Ich lade deshalb hier erst einmal Bilder hoch, die ich für meinen Instagram-Account gemacht habe.

Später werde ich wie immer auch von dieser Reise hier eine Bildergalerie anlegen.


Meine Tour de Romandie: Franche-Montagnes, die letzte Station

Gestern bin ich also von Neuchâtel in den Jura gefahren, genauer gesagt in die Franche-Motagnes (dt. Freiberge). Saignelégier, wo ich drei Nächte bleiben werde, ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kanton Jura.
Auf meinem Weg in die Freiberge habe ich wieder bewusst die Kantonsstrassen benutzt und die Autobahnen vermieden. Von Neuchâtel nach La Chaux-de-Fonds bin ich deshalb über die Vue des Alpes gefahren und nicht durch den Tunnel.
Allerdings war dort oben nicht sehr viel mit Aussicht. Die Wolken hingen mal wieder zu tief…

In La Chaux-de-Fonds habe ich den Parc zoologique du bois du petit château besucht. Das besondere an diesem „Zoo“ ist, dass er keinen Eintritt kostet. Angelegt in einem öffentlichen Park, zu dem auch ein grosser Spielplatz gehört, kann der Zoo während der Öffnungszeiten ohne weiteres betreten werden.
Der Zoo hat in erster Linie europäische Tiere. Ich habe nirgends einen Exoten gesehen, aber das Vivarium war wegen CORONA noch geschlossen. Deshalb weiss ich nicht, wie es bei den Reptilien und Amphibien aussieht. Ansonsten gibt es Gehege für den Luchs, den Bären, den Steinmarder, den Steinbock, den Rothirsch, etc.
Trotz des trüben und relativ kühlen Wetters war der Park ziemlich gut besucht durch Familien mit kleinen Kindern, denn es gibt dort auch einen „Streichelzoo“ Hühnern und Ziegen, die angefasst werden dürfen (wenn sie denn lassen…).

Von La Chaux-de-Fonds aus fuhr ich dann gemütlich durch den Jura, bis ich gegen Mittag in Saignelégier ankam. Ich erkundete noch ein bisschen die Gegend, bevor ich mein Hotelzimmer bezog.

Am Abend stand ich dann vor der Herausforderung, etwas zu Essen zu kriegen. Das war gar nicht so einfach, denn anscheinend haben nicht nur alle Restaurant in der Gegend am Montag geschlossen, oder sie schliessen wegen CORONA früher (dh. um acht Uhr abends – ich habe nicht gefragt, wieso. Ich muss es nicht verstehen).
Und gleichzeitig ist die ganze Region voller Deutschschweizer, die ihre Ferien hier verbringen. Die Region ist sehr beliebt für Veloferien. Auch hier dürfte CORONA einen Einfluss haben. Jedenfalls hatten die wenigen, die geöffnet hatten, keinen Platz mehr.
Am Ende landete ich im Kebab Laden am Bahnhof. Die Pizza dort war gar nicht mal so schlecht und die Bedienung sehr freundlich und zuvorkommend.
Noch besser aber war die Abendunterhaltung: Der Laden war leer bis auf vier sturzbetrunkene Arbeiter, die den Weg nach Hause wohl  noch nicht gefunden hatten. Jedenfalls trugen alle noch die Arbeitskleidung.
Lustig war, dass die untereinander grob und laut waren, wie man das von vier Gewohnheitssäufern (das waren sie. Ich habe die Wirtin gefragt) eigentlich erwartet.
Aber mich liessen sie in Ruhe und grüssten auch sehr freundlich, als ich hineinkam. Und gegenüber der Wirtin waren die lammfromm. Der Hammer war, dass die so gar keinen Aufstand machten, als ihnen die Wirtin keinen Alkohol mehr geben wollte. Keine maulte oder wurde aggressiv. Die standen einfach auf, sagte „Adieu“ und gingen. Das verlief angesichts ihrer leicht gestörter Koordinationsfähigkeit nicht so schnell und reibungslos. Aber immerhin ist keiner hingefallen.
Laut Wirtin geht das fast jeden Abend so…

Heute Morgen war ich beim Étang de la Gruère. Dieser Moorsee liegt auf fast 1000 Meter über Meer in einem Naturschutzgebiet. Geplant war eigentlich, um den See herum zu gehen. Aber leider war nur ein Teil des Wegs offen. Trotzdem war es sehr schön. Es hatte nicht viele Leute und die Sonne schien immer wieder durch die Wolkendecke.
Laut Wetterbericht war nach dem Mittag wieder mit Regen zu rechnen. Es galt also, die kurze Periode des schönen Wetters auszunutzen.

Ich hasse es, wenn der Wetterbericht so genau stimmt. Ab ca 13:30  regnete es tatsächlich wieder, zum Teil ziemlich stark. Gegen Abend liess der Regen nach, aber er hörte nicht mehr auf. Und morgen soll es leider so weiter gehen.

Etwas Positives hat die „Regnerei“: Ich habe mehr Zeit, um einige Bilder zu bearbeiten. Gestern habe ich zudem auf meinem Server für die Reise eine Galerie angelegt. Sie ist hier verlinkt..

Franche-Montagnes
Franche-Montagnes

 

 

 

 

Étang de la Gruère
Étang de la Gruère

Meine Tour de Romandie: Entlang des Neuenburgersees

Die vierte Etappe meiner ganz persönlichen Tour de Romandie führte mich heute aus dem Val-de-Travers über Grandson entlang des Neuenburgersees nach Neuchâtel.
Wettermässig blieb es trüb und die Wolken hingen tief. Als ich von Sainte-Croix nach Vuiteboeuf hinunter fuhr, musste ich durch genau durch diese Wolken. Das war dichtester Neble mit sehr wenig Sicht. Trotzdem hat es den ganzen Tag nicht geregnet und am Abend war in Neuenburg sogar ein bisschen blauer Himmel zu sehen.

Übrigens: Sainte-Croix ist vielleicht dem einen oder anderen ein Begriff, der sich noch an die TV-Soap Lüthi und Blanc des Schweizer Fernsehens erinnert. Die insgesamt 288 Folgen wurden zwischen 1999 und 2007 wöchentlich ausgestrahlt. Die gespielte Familie Lüthi, um die es darin hauptsächlich ging, betrieb in Sainte-Croix eine Schokoladenfabrik.

Auf meinem Weg nach Grandson machte ich noch einen kurzen Abstecher nach Chamblon oberhalb von Yverdon-les Bains. Auf dem Waffenplatz neben diesem Dörfchen auf dem Hügel hatte ich vor gut 34 Jahren meine Offiziersschule absolviert. 😉

In Grandson besuchte ich wie geplant zuerst das Schloss Schloss und sah mich danach im Städtchen um.
Das Schloss ist eigentlich Privatbesitz, aber unter Denkmalschutz, und nur ein Teil kann besichtigt werden. Man kann das Schloss aber auch mieten, um dort Anlässe durchzuführen. Der Rundgang durch das Schloss muss man zu einem grossen Teil in gebückter Haltung machen, denn die Leute im Mittelalter waren deutlich kleiner als heute. Wenn man nicht auspasst, kann man sich auf dem Wehr den Kopf stossen…
Was ich schon wusste, aber hier noch einmal schön dokumentiert sah, ist der Umstand, dass die berühmte Schlacht von Grandson, als die Eidgenossen das Burgunderheer von Karl dem Kühnen zum ersten Mal schlugen (später dann noch einmal bei Murten und bei Nancy), gar nicht in Grandson stattgefunden hatte, sondern ein paar Kilometer weiter nordöstlich ausserhalb der kleinen Gemeinde Concise am Ufer des Neuenburgersees.
Bevor er dort  allerdings auf die Eidgenössische Streitmacht traf, eroberte der Burgunderherzog die Stadt und das Schloss Grandson und liess die rund 400 köpfige, eidgenössische Besatzung des Schlosses hinrichten.
Er hätte die Eidgenossen damals besser in Ruhe gelassen, denn sie schlugen ihn nicht nur drei Mal hintereinander (oft auch mit viel Glück und wegen Missverständnissen und auch dank Verstärkung aus Lothringen); die dritte Begegnung in Nancy 1477 überlebte er selber auch nicht.

Von Grandson fuhr ich dann am Nachmittag gemütlich auf der Kantonsstrasse entlang des Neuenburgersees nach Neuchâtel.  Hier bleibe ich nun für eine Nacht.

Morgens geht’s dann weiter via La-Chaux-de-Fonds in die Franche-Montagnes (dt. Freiberge) nach Saignelégier im Kanton Jura, meiner letzten Station.

Schloss Grandson
Schloss Grandson

 

 

 

Neuenburgersee
Neuenburgersee