Blog

Island Sommer 2021: Weiter durch die Ostfjorde nach Norden

Island_flag

Meine heutige Weiterfahrt durch die Ostfjorde von Djúpivogur nach Neskaupstaður verlief in Vergleich zu gestern absolut ereignislos und könnte schon fast als langweilig bezeichnet werden, wenn da nicht immer wieder die faszinierende Landschaft wäre.
Das Wetter hielt sich weiterhin stabil bewölkt. Wie schon gestern hingen die Wolken wie Kletten an den Berggipfeln, während die Bewölkung zum Meer hinaus etwas auflockerte. Immerhin gab es keinen Regen. Der war anständigerweise schon in der Nacht niedergegangen, als alle schliefen.
Auch die Temperaturen blieben um die 13 Grad stabil und es hatte nur wenig Wind. Eigentlich schade, denn etwas stärkerer Wind hätte wohl die Wolken vertrieben.
Das Wetter änderte sich schlagartig, als ich aus dem Tunnel fuhr, der in das Tal führte, in dem Neskaupstaður liegt. Plötzlich drang die Sonne durch die Wolken und man sah blauen Himmel. Mein Spruch wurde wieder einmal bestätigt: „Wenn Dir in Island das Wetter nicht gefällt, fahr einfach weiter. Es wird sich ändern.
Offenbar wird das Wetter desto besser, je weiter ich nach Norden fahre. Das wäre schön, wenn das so bleiben würde, wenn ich am Mittwoch dann von Egilsstaðir weiter in den äussersten Nordosten der Insel fahren werde.

Da die heutige Strecke mit ca 160km und 2 Stunden Fahrt ziemlich kurz ausfiel, frühstückte ich spät und gemütlich und machte mich um ca 10:00 auf den Weg. Ich legte verschiedene Zwischenstopps ein; unter anderem beim Nykurhylsfoss, ca eine halbe Stunde nach Djúpivogur.
Diesen Wasserfall kannte ich schon, da ich ihn 2018 zufällig entdeckt hatte. Um zum Wasserfall respektive Aussichtpunkt zu kommen, muss man von der Hauptstrasse weg über eine breite Schotterstrasse auf eine Anhöhe hoch fahren. Im Gegensatz zum letzten Mal, war heute dort oben ziemlich wenig los , obwohl inzwischen zwei Minuten vom Wasserfall weg ein grosser Parkplatz gebaut worden war.
Dieser nützt allerdings nichts, wenn dann Reisebusse hochfahren und stattdessen lieber auf der engen Schotterstrasse direkt beim Wasserfall parkieren, damit ihre lieben Touristengruppen auf gar keinen Fall zwei Schritte zu viel machen müssen.
Und die folgenden SUVs taten es dem Busfahrer nach und parkierten auch gleich auf der Strasse. Die Fahrzeuge, die den Berg hoch kamen und zum Parkplatz wollten, konnten selber sehen, wie sie da noch durchkamen.
Dazu passt ein Zitat des isländischen Schriftstellers Þórbergur Þórðarson (1888–1974), das ich gestern in der Ausstellung gelesen hatte: „Dummheit ist wie die Ewigkeit. Sie wird weder durch Raum noch durch Zeit begrenzt.
Auf dem Parkplatz beim Wasserfall habe ich zudem noch Landsleute getroffen, die mit ihrem eigenen SUV nach Island gekommen sind, und das Land wie ich seit einige Jahren regelmässig besuchen. Da habe ich noch ein paar gute Tipps erhalten. Cool. 🙂

Die Weiterfahrt verlief wie angetönt abgesehen von ein paar Fotostopps ereignislos. Hier in Neskaupstaður stieg ich zuerst auf dem Reiterhof Skorrahestar ab, wo ich heute übernachten werde. Die Bäuerin führte mich herum und gab mir auch ein paar Tipps, was ich mir in der Gegend ansehen sollte.
Die Bauersleute von Skorrahestar Icelandic Horse Rental and Accommodation haben vor ein paar Jahren umgesattelt, als sie ihre Milchkühe verkauften und das Gebäude mit dem Stall zu einem Gästehaus umbauten. Heute bieten sie mit rund 30 Islandpferden Reiterferien an und züchten dazu noch Schafe. Islandpferde sind übrigens keine Ponies, sondern Pferde. In der isländischen Sprache gibt es kein Wort für „Pony“, nur für „Pferd“ nämlich „hestur„.
Am Abend lernte ich auch noch den Bauern kenne, und es stellte sich heraus, dass er ziemlich gut Deutsch sprach.

Nach dem Zimmerbezug fuhr ich ins Städtchen und folgte dort einem Pfad auf den Klippen, der zu einem Aussichtpunkt am Ausgang des Fjords führte. Dank der Sonne war es ziemlich warm. Auf meine Windjacke konnte ich verzichten.
Das Wetter war nun so angenehm, dass ich danach im Städtchen Neskaupstaður auf der Terrasse eines kleinen Restaurants direkt am Meer zu Abend essen konnte und mir dabei die Abendsonne direkt ins Gesicht schien.
Übrigens: Was ist der Nachteil, wenn in einem kleinen Städtchen nur ein Restaurant geöffnet hat? Die stadtbekannten Säufer sind auch dort! Und werden im Verlauf des Abends immer lauter…

Auch wenn heute nur wenige Bilder entstanden, habe ich die ersten vier nun bearbeitet und in die Bildergalerie hochgeladen. Als Beitragsbild habe ich heute allerdings einen Schnappschuss genommen, den ich vor drei Tagen auf Vestmannaeyjar gemacht hatte.

Stay tuned.

A star is born
A star is born

Island Sommer 2021: Panne in den Ostfjorden

Island_flag

Inzwischen bin ich in den Ostfjorden angekommen. Hier war ich vor drei Jahren schon einmal, allerdings bloss auf der Durchreise nach Egilsstaðir.
Dieses Mal werde ich zwei Mal in den Ostfjorden übernachten (heute in Djúpivogur und morgen in Neskaupstaður), bis ich Egilsstaðir erreichen werde, wo ich dann vier Nächte bleiben werde. Das bedeutet auch, dass die heutige wie auch die morgige Fahrtstrecke zu den kürzesten dieser Tour gehören.

Entsprechend stand ich heute Morgen etwas später auf, und nach einem gemütlichen Frühstück besuchte ich im Hali Country Hotel die Ausstellung über das Leben des isländischen Schriftstellers Þórbergur Þórðarson (1888–1974), der hier geboren war.

Als ich dann losfuhr, nahm ich es gemütlich und machte immer wieder Abstecher weg von der Hauptstrasse an die Küste, stets auf der Suche nach neuen Plätzen mit guten Bildmotiven.

Mein letzter Halt vor Djúpivogur war das Vestrahorn respektive die Halbinsel Stokknes mit ihrem markanten schwarzen Sandstrand. Trotz der dichten Wolkendecke, die geradezu an den Berggipfeln klebte, konnte ich hier wieder einige gute Bilder schiessen. Ich nahm mir Zeit und wanderte mit der Kamera in der Hand durch die schwarzen Dünen. Beim Parkieren auf Stokknes achtete ich allerdings peinlich genau darauf, nicht in den schwarzen Sand zu kommen. Vor drei Jahren war ich hier mit zwei Rädern eingesunken und kam nur noch dank Vierradantrieb und Differentialsperre wieder raus.

Gegen halb drei nahm ich dann die letzten 100 km Kilometer in Angriff und rechnete damit, kurz vor vier Uhr in Djúpivogur einzutreffen.

Daraus wurde dann aber nichts, denn nach ca 20 km Fahrt zerriss es bei 90 km/h plötzlich meinen linken Vorderreifen. Zwar liess sich der Wagen problemlos weiter kontrollieren, aber als ich zum Stillstand kam, war ich vorne links buchstäblich auf der Felge. Der Pneu war weg. Der lag hinter mir auf der Strasse.
Wieso das passierte, konnte mir niemand sagen. Der Pneu und auch das Auto waren neu und hatten gerade mal 6’000 km auf dem Buckel. Der Pneu könnte einen nicht sichtbaren Schaden gehabt haben, oder ich habe auf der Strasse etwas eingefahren, das dem Pneu ein grösseres Loch stach.

Also musste ich den Notreifen montieren. Notabene auf einer Hauptstrasse ohne Seitenstreifen, auf der normalerweise 90 km/h gefahren wird! Die Strassen in Island haben alle paar Kilometer einen Ausstell- oder Rastplatz. Dazwischen ist es aber nicht möglich, von der Strasse hinunter zu fahren. Da Strassenbord fällt in der Regel deutlich ab und das Gelände links und rechts der Fahrbahn ist nicht befahrbar.
Aber zum Glück gab es kaum Verkehr. Von allen, die während des Reifenwechsels an mir vorbeifuhren, hielt nur ein älteres deutsches Ehepaar in einem Camper an, und fragte, ob sie helfen könnten. Der Rest, auch etliche Berufsfahrer in ihren Lastwagen und Bussen, kümmerten sich nicht um den Touristen, der offenbar eine Panne hatte…

Da man mit einem Notrad nicht sehr schnell und vor allem nicht allzu weit fahren sollte, kehrte ich um und fuhr eine halbe Stunden zurück nach Höfn í Hornafirði zur nächsten Europcar Agentur.
Als ich kurz nach vier dort eintraf, war schon geschlossen, aber der Inhaber und ein Angestellter standen noch vor der Tür. (Es stellte sich heraus, dass der Firmeninhaber der Vorbesitzer des Hotel war, in dem ich in Egilsstaðir absteigen werde)
Zuerst versuchten die, für mich einen neuen Reifen aufzutreiben. Nach einer dreiviertel Stunde brach man die Übung erfolglos ab und beschloss, dass ich einen neuen Wagen bekommen sollte.
Leider hatten die dort aber nur vier kleinere Personenwagen zur Verfügung und keinen SUV in der Grösse, wie ich sie brauche. Nun fahre ich also mit einem nagelneuen Renault Megan Hybrid bis nach Egilsstaðir, wo ich am Sonntag wieder einen grösseren SUV übernehmen kann. Das ist wichtig, denn in der zweiten Woche meiner Tour sind ein paar ziemlich holprige Strecken geplant, gegen Ende die 160 km der Kjölur (F35), die ich vom letzten Jahr schon kenne.
Ausserdem muss ich die Tagesausflüge ab Egilsstaðir ein wenig gegeneinander austauschen, und die ohne Schotterpisten am Samstag machen.

Bis dahin muss ich wohl oder übel weitgehend auf Schotterstrassen verzichten und schön brav auf geteerten Strassen fahren. Schotter an und für sich wäre zwar auch für den Megan kein Problem, aber diese Strassen habe in der Regel eine Menge mehr oder weniger tiefe Schlaglöcher. Und das ist Gift für einen gewöhnlichen Personenwagen.

Anstatt wie geplant gegen 16:00 kam ich also um 18:45 hier in Djúpivogur an und bezog mein Hotelzimmer. Hätte ich heute eine längere Fahrstrecke gehabt und wäre allenfalls weiter weg von der nächsten Europcar Agentur gewesen, wäre ich wohl erst in der Nacht angekommen.
So aber konnte ich dann ein gutes Nachtessen geniessen und doch noch drei Bilder von heute bearbeiten. Die sind wie immer in der Bildergalerie zu finden.

Stay tuned.

Vestrahorn
Vestrahorn

Island Sommer 2021: Der Roadtrip hat begonnen

Island_flag

Heute Morgen musste ich mich von den Westmännerinseln verabschieden und mit der Fähre wieder zurück auf die „Hauptinsel“ Island fahren.
Die Überfahrt dauerte wie im Fahrplan vorgesehen 40 Minuten und war alles in allem etwas ruhiger als die Hinfahrt am Vortag. Trotz eines ziemlich starken Windes.

Bevor ich dann auf der Hrvingvegur (dt. Ringstrasse) 1 Richtung Osten fuhr, machte ich noch einen kleinen Abstecher auf der Hochlandstrasse F249 Richtung Þórsmörk (dt. Wald des Thor). Ich fuhr zwar die F249 nicht ganz bis nach hinten,  sondern nur bis zum Nauthúsagil Wasserfall. Der liegt in einer engen Schlucht, in der ich dann leider nicht bis ganz nach hinten kam, weil der der abfliessende Bach irgendwann so tief war, dass man nur noch mit hohen Gummistiefel durchgekommen wäre. Und solche hatte ich leider nicht gerade zur Hand…

Also fuhr ich zurück auf die Ringstrasse und auf dieser alles Richtung Osten.

Unterwegs hielt ich an verschiedenen Orten an, um ein paar Bilder zu schiessen. Darunter waren auch Orte, die ich schon von fünf Jahren auf meiner ersten Islandreise besucht hatte. Den Seljalandsfoss liess ich dieses Mal aus, weil ich schon von Weitem sehen konnte, dass es ziemlich viele Touristen dort hatte (zu viele Busse auf dem Parkplatz…), und die Lichtverhältnisse ohnehin keine besonderen Bilder zugelassen hätten. Beim Skógafoss, dem schwarzen Strand von Reynisfjara und am Diamond Beach am Jökulsárlón hielt ich an. Den Skógafoss hatte ich zwar schon mehrfach besucht, aber ich finde den gewaltigen Wasserfall (25 m breit und 60 m hoch) einfach faszinierend. Ausserdem ist das Gelände so gross, dass sich die Massen an Touristen sehr gut verteilen. Man hat fast immer eine gute Sicht auf den Wasserfall. Im Grunde könnte man unter den Wasserfall gehen und duschen. Bloss wäre das bei einer Fallhöhe des Wassers von 60 Meter vermutlich leicht gefährlich.
Den schwarzen Strand von Reynisfjara hatte ich seit meinem ersten Besuch vor fünf Jahre nicht mehr gesehen. Es hatte dort zwar viele Leute (der Tourismus scheint in Island wieder Fahrt aufzunehmen), aber keine Busse. Diese Busse, die ganze Wagenladungen von Pauschaltouristen aus Reykjavík herankarren, sind echt mühsam. Das heisst, vor Ort sind eigentlich nicht die Busse mühsam, sondern ihr Inhalt…
Wenn ich irgendwo hinkomme und sehe mehrere dieser Busse, mache ich in der Regel kehrt. Zwar hat es immer noch keine Asiaten in Island, aber die Amerikaner sind zurück und die haben vor CORONA immerhin 30% des gesamten Touristenaufkommens in Island ausgemacht. Und sie sind wieder da: in Herden (oder sollte ich sagen Gruppen?), laut, drängelnd, wissen alles (besser) aus irgend einer Fernsehsendung, und in der Regel sind Gehstöcke das bevorzugte Fortbewegungsmittel (ich habe tatsächlich bis jetzt fast keine jüngeren Amerikaner gesehen). Meistens haben diese Leute keine Ahnung, wo sie gerade sind. Darum kümmert sich der lokale Guide. Hauptsache es war schön, gab ein gutes Handybild und man konnte es auf einer Liste abhaken. Ich habe eine Amerikanerin im Hotel in Reykjavík gefragt, wo sie denn am Vortag gewesen sei mit ihrer Tour. Sie konnte es mir nicht sagen…
Und am Diamond Beach war ich noch nie. Ich hatte mir noch nie die Mühe gemacht, beim Jökulsárlón an den Meeresstrand hinunterzugehen. Dort wo die Eisblöcke in Meer gespült werden. Das war rückblickend gesehen ein Fehler. Denn der schwarze Sand ist gespickt mit kleinen Eisstücken, die hier wieder angeschwemmt werden. Ausserdem sah ich heute mehrere Robben, die in der Brandung direkt am Strand schwammen und immer wieder nach Nahrung tauchten.

Insgesamt liegen an dem Abschnitt der Ringstrasse, den ich heute gefahren bin, so viele Sehenswürdigkeiten, dass man es gar nicht schafft, innerhalb eines Tages überall anzuhalten. Dann würde man für die 300km über 12 Stunden (oder sogar länger) brauchen, je nach dem, wie lange man jeweils an den einzelnen Orten bleiben würde. Und für gewisse Sehenswürdigkeiten muss man sowieso mehrere Stunden einrechnen, weil man diese nur mittels Fussmarsch von mehreren Kilometern ab der Ringstrasse erreichen kann. Da kann man gar nicht hin fahren.

Das Wetter machte den ganzen Tag auf „bewölkt“, wobei die Bewölkung zeitweise so tief hing, dass sie locker als „Nebel“ durchgegangen wäre. Ab und zu regnete es ein bisschen, aber meistens war es einfach ein feiner Wasserstaub, der in der Luft lag. Wenn man lange genug ohne Regenschutz draussen war, konnte man durchaus ein wenig nass werden. Aber am meisten Ärger machte die Luftfeuchtigkeit auf den Linsen meiner Objektive. Manchmal musste ich die Linsen vor jeder Aufnahme trocknen.
Mit 14 Grad war es aber eigentlich ganz angenehm. Meistens habe ich meine Jacke nur als Schutz gegen den Regen angezogen.

Die ersten Bilder von heute sind auch schon in der Bildergalerie hochgeladen.

Stay tuned.

Island 2021
Jökulsárlón

Island Sommer 2021: Vestmannaeyjar

Island_flag

Heute habe ich den diesjährigen Roadtrip in Island gestartet.

Von Reykjavík bin ich Richtung Osten losgefahren und nach guten 2 Stunden Fahrt an meinem ersten (Vor-) Ziel angekommen: dem Fährhafen Landeyjahöfn. Dort habe ich die Fähre zu den Vestmannaeyjar genommen, genauer gesagt nach Heimaey, der grössten und einzigen permanent bewohnten Insel der Westmännerinseln. Hier bleibe ich heute Nacht.

Die Vestmannaeyjar bestehen aus ca 30 Inseln, welche vor der Südküste Islands liegen. Dazu gehört als südlichste Insel auch Surtsey, welche bei einem Vulkanausbruch ab 1963 entstand. Zwar unbewohnt, aber Surtsey ist offiziell der südlichste Punkt Islands.

Auf Heimaey brach in Nacht vom 23. Januar 1973 der Vulkan Eldfell völlig überraschend aus und veränderte das Aussehen der Insel massiv. Die halbe Stadt wurde von meterdicken Ascheschichten bedeckt, und mehrere Tausend Anwohner musste evakuiert werden. Doch es gelang nach Wochen, die ausfliessende Lava mit Seewasser so zu kühlen, dass der lebenswichtige Hafen nicht verschüttet wurde. Und mit dem Ausgraben der Häuser begann man schon in den ersten Tagen des Ausbruchs, der bis Mai 1973 dauerte. Ein Teil der Stadt liegt aber heute noch unter der Asche begraben. Zum Teil ist die Ascheschicht 16 Meter hoch, und dort wo früher freie Sicht aus Meer war, steht heute der über 200 Meter hohe Vulkan, der beim Ausbruch entstand.

Ich war letztes Jahr schon einmal hier. Damals aber bloss für einen halben Tag und ohne Auto. Da war mein Aktionsradius etwas eingeschränkt. Ich beschränkte mich deshalb, vor allem das Lavafeld des Eldfell zu besuchen.

Dieses liess ich heute aus und fuhr zuerst einmal an die Südspitze der Insel zum Leuchtturm Stórhöfði. Es war natürlich auch etwas windig, aber das bin ich mir von Island eigentlich gewohnt. Später habe ich dann gelesen, dass dort der windigste Ort Europas sein soll. Also ich fand’s eigentlich normal, und die Schafe und die Vögel, die ich dort sah, schienen sich nicht am Wind zu stören…

Bei der Rückfahrt fand ich einen Parkplatz mit ein paar Mietwagen. Das ist immer ein Zeichen für einen Aussichtspunkt oder eine Sehenswürdigkeit. Also beschloss ich anzuhalten.
Es stellte sich heraus, dass man von dort nicht nur eine sehr schöne Aussicht auf das Meer und die benachbarten Inseln hatte, sondern auch Papageientaucher (engl Puffin) und andere Vögel beobachten konnte, die in den Klippen nisteten.
Puffins sind in Island weit verbreitet und wegen ihres besonderen Aussehens beliebte Fotosujets. Der Puffin ist schon fast so etwas wie das isländische Nationaltier. Er wird sowohl geschützt (in Naturschutzgebieten) wie auch gegessen. Es gibt unzählige Anbieter von Puffintouren und die Vogelfelsen, in denen die Papageientaucher nisten, sind beliebte Touristenziele.
Die Vestmannaeyjar sind für ihre Puffinkolonien bekannt. Die Tiere können natürlich vor allem auf den unbewohnten Inseln in Ruhe nisten.

Ich erhielt einen Tipp von einem deutschen Fotografen, von wo aus man die Puffins ganz aus der Nähe in den Klippen beobachten konnte. Dabei muss man vorsichtig sein, denn es gibt dort keine Absperrung und die Klippen fallen steil in die tosende Brandung ab. Ein Absturz wäre tödlich. Aber solange man ein paar Schritte von Rand wegbleibt, besteht keine Gefahr.
Während ich dort versuchte, die Vögel möglichst nah vor die Linse zu kriegen, trafen ein paar Einheimische ein, die mehrere Umzugsschachteln (die waren tatsächlich so in Deutsch und Französisch angeschrieben) mitbrachten. Darin befanden sich Vögel, die dann auf den Klippen freigelassen wurden. Ich weiss nicht, welche Vogelrasse das war, aber es waren keine Puffins. Offenbar werden die Vögler jeweils am Morgen eingefangen und untersucht und beringt, und dann am Nachmittag wieder freigelassen. Dieses Mal waren es 17 Vögel, die nacheinander von Kindern und Jugendlichen freigelassen wurden. Bilder von dieser Aktion gibt’s in der Galerie vom heutigen Tag.

Den Rest des Nachmittags schaute ich mich noch ein bisschen auf der Insel um. Besonders fand ich den grossen Golfplatz. Ich wunderte mich, wie man bei diesen Windböen, die hier durchaus üblich sind, Golf spielen kann. Aber der Parkplatz beim Golfplatz war gegen 15:30 voll.

Morgen geht’s dann zurück an die isländische Südküste, wo ich meine Fahrt nach Osten fortsetzen werde.

Natürlich habe ich auch vom heutigen Tag Bilder in die Bildergalerie hochgeladen. Und ein paar weitere von gestern.

Stay tuned.

Puffins
Puffins

Island Sommer 2021: Ein Tag in Reykjavík

Island_flag

Heute habe ich in Reykjavík ein bisschen Sightseeing gemacht.

Wie gestern angekündigt, habe ich vor allem Orte aufgesucht, an denen ich vorher noch nicht gewesen bin.

Als erstes bin ich zur þúfa gegangen. Dieser Grashügel in mitten von Hallen und Docks der Fischindustrie ist eine Schöpfung der isländischen Künstlerin Ólöf Nordal, die damit 2013 in der geschäftigen Hauptstadt einen Ort der Ruhe und Meditation schaffen wollten. Der 8 Meter hohe Hügel besteht aus 4’500 Tonnen Kies und ist damit eines der grössten Kunstwerke Islands.

Auf dem Rückweg durch den alten Hafen habe ich noch einen Abstecher in die Ausstellung „Whales of Iceland“ gemacht. In einer grossen Halle werden anhand von lebensgrossen Figuren alle Walarten vorgestellt, die in den Gewässern rund um Island leben. In einem Audioguide, den man über Kopfhörer in verschiedenen Sprachen hören kann, werden einem die Eigenheiten (Grösse, Gewicht, Lebensweise, Vorkommen, Ernährung, etc.) jeder einzelnen Art vorgestellt. Auch wird auf die Bedrohungen der einzelnen Walarten eingegangen, unter anderem auch auf den Walfang. Island ist zusammen mit Norwegen und Japan eines der letzten Länder, das noch Walfang betreibt. Offiziell zu „wissenschaftlichen Zwecken“…
Allerdings scheinen die Isländer selber kaum noch Interesse an Walfleisch zu haben. Laut „Whales of Iceland“ essen nur ca 2% der Isländer heute noch Walfleisch. Die grösste Nachfrage kommt von Ausländern, also Touristen. Es gibt zwar noch Restaurants, welche Walfleisch auf der Karte haben. Man wird aber aufgefordert, diese zu meiden, und stattdessen in Restaurants einzukehren, die mit einem Kleber am Eingang angeben, kein Walfleisch anzubieten.

Vom alten Hafen ging ich in Stadtzentrum, wo ich am Nachmittag versuchte, einen Bus zu nehmen, der mich zum Perlan (dt. die Perle) bringt. Dieser Warmwasserspeicher liegt auf einem Hügel und versorgt die ganze Stadt ganzjährig mit warmem Wasser. In diesem Gebäude sind aber auch einige Attraktionen (Touristenfallen…) wie eine Eishöhle mit -10 Grad, einem Kino mit Nordlichtern und eine Art Heimatmuseum, sowie eine Aussichtsplattform. Aber erst musste ich dorthin kommen.
Wie gesagt, ich versuchte, den richtigen Bus zu kriegen. Das Ticket kaufen und die Busverbindung herauszusuchen, was einfach. Die App der örtlichen Verkehrsbetriebe funktioniert gut und ist auch intuitiv einfach zu bedienen.
Ganz anders das Finden der richtigen Bushaltestelle. Abgesehen davon, dass die Namen der Bushaltestellen in isländisch nur sehr schwer zu verstehen (und zu lesen) sind, sind die Haltestellen nicht angeschrieben. Zumindest nicht mit einem Schild, welches man von weitem sieht.
Und wenn dann, nachdem man die richtige Haltestelle gefunden hat, der entsprechende Bus dort nicht anhält, beginnt die Suche und die Lauferei von vorn.

Jedenfalls habe ich es natürlich trotz aller Widrigkeiten geschafft und konnte das Panorama von der Aussichtsplattform geniessen. Reykjavík ist relativ flach. Es gibt neben dem Perlan eine weitere markante Erhöhung: die Hallgrímskirkja überragt alles. Man sieht sie von fast jedem Punkt in Reykjavík.

Als ich dann vom Perlan runter zum Stadtflughafen musste, um meinen Mietwagen abzuholen, ging die Suche mit den Haltestellen von vorne los. Schlussendlich war ich den grössten Teil dieses Weges zu Fuss unterwegs. Dazu muss man wissen, dass Perlan direkt über dem Flughafen liegt. Leider liegt das Abfertigungsgebäude und die verschiedenen Mietwagenstationen auf der anderen Seite des Flughafen. Ich musste also einmal um den Flughafen.
So kam ich heute auf einige Kilometer Fussmarsch, was zwar sicher gesund ist. Allerdings spüre ich es jetzt am Abend in den Füssen…

Die letzten 3km zurück zum Hotel musste ich nicht mehr laufen. Ich habe heute einen Skoda Kodiaq übernommen, mit dem ich die nächsten zwei Wochen unterwegs sein werde.

Im Hotel erwartete mich dann allerdings eine weniger schöne Nachricht: Ab 3 Uhr morgen wird bis 16:00 in der ganzen westlichen Stadt das Warmwasser abgedreht. Die Wasserwerke machen einen Anschluss an den Spitalneubau, der gerade entsteht. Also wird aus meiner morgendliche Dusche nach dem Aufstehen nichts. Damit kann ich zwar gut leben, ich wäre doch wohl besser auf dem Perlan geblieben…

Morgen früh geht die Reise dann los. Mein erstes Ziel sind die Westmännerinseln. Ich muss kurz nach 10:00 am Fährhafen sein. Bis dorthin werden es zwei Stunden Fahrt sein.

Heute habe ich die Bildergalerie für diese Reise eröffnet. Auch wenn wenn ich im Moment pro Reisetag nicht mehr als zwei oder drei Bilder bearbeiten und hochladen kann, werden später hier alle Bilder der Reise zu finden sein.

Stay tuned.

Þúfa
Þúfa

Island Sommer 2021: Angekommen

Island_flagIch bin wieder in Island. 🙂

Diese Reise verlief absolut problemlos. Der Flug ging pünktlich in Kloten weg und kam pünktlich in Keflavik an. Der Check-In in Kloten verlief ausgesprochen zügig. Ich musste meine COVID Zertifikate für’s Impfen und den PCR Test vorweisen und auch den Barcode für die Online-Einreiseanmeldung in Island. Von wegen 2 bis drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Eine Stunde hätte völlig gereicht. Aber so hatte ich noch Zeit, in Ruhe etwas zu essen, denn an Bord gibt es seit COVID-19 bekanntlich nichts mehr zu essen.

Auch die Kontrollen in Keflavik verliefen zügig. Ich musste meinen Pass, den Barcode für die Anmeldung und das Impfzertifikat vorweisen. Und fünf Minuten später erhielt ich eine SMS, in dem mir das isländische Gesundheitsministerium mitteilte, dass ich von der Quarantänepflicht befreit bin.
Geimpft sein macht hier bei der Einreise den Unterschied zwischen Befreiung von der Quarantänepflicht und zwei PCR Tests mit 5 Tage Quarantäne dazwischen.

Nach weiteren eineinhalb Stunden Busfahrt bin ich gegen sechs Uhr im Icelandair Hotel Reykjavik Marina am alten Hafen angekommen. Hier wurde ich sehr angenehm überrascht, als man mir mitteilte, dass ich ein Upgrade erhalte und im neuen Residenzteil des Hotels untergebracht werde. Meine Unterkunft bis Dienstag hat ein Wohn- und ein Schlafzimmer sowie WC und Dusche in separaten Räumen. Das ist die „Residence Junior Suite„. Die kostet laut Homepage mehr als das Doppelte als das ursprünglich gebuchte Zimmer. Da lässt es sich gut leben. Hätte ich das gewusst, wäre ich noch ein paar Tage länger hier geblieben. Aber nächste Destination auf den Westmännerinseln ist für Dienstagabend bereits reserviert.

Heute Abend habe ich noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Hauptsächlich, um essen zu gehen. Aber ich habe bei der Gelegenheit auch noch beim „Sun Voyager“ vorbei geschaut. Diese Skulptur aus Edelstahl ist eines der bekanntesten Kunstwerke in Reykjavik. Allerdings war ich bis heute noch nie dort.

Hier ist es im Übrigen bewölkt und angenehme 12 Grad. Alle Strassencafés sind geöffnet und die Leute sitzen auch am Abend draussen. Es nieselt immer wieder leicht, aber nur die Touristen rennen dabei mit Schirmen, Regenmäntel und Kapuzen herum….

Morgen mache noch ein wenig Sightseeing und nehme mir vor, einige Ort in der Stadt zu besuchen, an denen ich noch nicht war.

Selbstverständlich habe ich auch heute ein paar Bilder geschossen. Sobald ich mehr davon habe, werde ich auch wieder eine Galerie anlegen, in die später alle Bilder von der Reise hochgeladen werden.

Stay tuned.

Sun Voyager
Sun Voyager

Island 2021: Zum Zweiten

Island_flagMorgen geht’s wieder los.
Ich fliege zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Island.

Diese Reise war von Anfang an als mein jährlicher Trip nach Island geplant und bereits im November 2020 gebucht. Die Reise im Frühling kam ja bekanntlich relativ kurzfristig wegen COVID-19 zustande.
Diese Reise jetzt verläuft daher auch im gleichen Rahmen wie meine bisherigen Reisen in den letzten Jahr, nämlich als Roadtrip.

Dieses Mal will ich in den äussersten Nordosten der Insel. Dort war ich nämlich noch nie, und ich freue mich darauf, neue Gegenden zu entdecken. Und wenn ich das richtig verstehe, ist es eine Gegend, in die auch nicht viele anderen Touristen reisen.
Die Reise ist mit 16 Tagen / 15 Übernachtungen auch die bisher längste Reise, die ich auf diese wunderschöne Insel mache.
Daher habe ich am Anfang erst einmal zwei Nächte in Reykjavík eingeplant. Abgesehen von meinem kurzen Abstecher in diesem Frühling, den ich wegen dem Heliflug zum Vulkan am Fagradfjall gemacht habe, bin ich seit fünf Jahren nicht mehr in der isländischen Hauptstadt gewesen.

Von Reykjavík aus geht es dann erst einmal für eine Übernachtung auf die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar), bevor ich dann entlang der Südküste nach Osten fahre.

Dort werde ich für vier Tage in Egilsstaðir bleiben, und von dort Ausflüge in die Ostfjorde und ins angrenzende Hochland machen.
Einer dieser Ausflüge wird mich nach Seyðisfjörður führen. Dieses kleine Städtchen wurde bekannt als Handlungsort von Ófærð (engl Titel „Trapped“ / dt. „Gefangen in Island“), einer isländische-deutschen Krimiserie. Ausserdem findet man im  Netz viele Bilder der Kirche mit einem Weg in Regenbogenfarben, wenn man Seyðisfjörður googelt. Ein sehr bekanntes und beliebtes Fotosujet aus Island, das ich gerne auch mal schiessen möchte.
Besonders interessiert mich an der Stadt allerdings etwas anderes: Am 18. Dezember 2020 verschütteten mehrere Erdrutsche, ausgelöst durch tagelangen Regen, grosse Teile der Stadt. Rund 700 Personen mussten evakuiert werden und viele Bewohner verloren ihr Haus. Ich bin gespannt, wie es in der Stadt jetzt, 8 Monate danach aussieht.

Von Egilsstaðir fahre ich dann weiter nach Raufarhöfn. Dort habe ich dann ich den äussersten Nordosten erreicht, und ab Raufarhöfn beginnt dann eigentlich auch die Rückfahrt nach Reykjavik.

Entlang der Nordküste fahre ich via Ásbyrgi, Húsavík und dem Goðafoss nach Akureyri, um dort zu übernachten. Von Akureyri aus werde ich dann über die Kjölur (F35), einer 168km langen Hochlandpiste direkt in den Süden nach Sel fahren, vorbei an Hveravellir, dem Gullfoss und Strokkur, dem grossen Geysir.
Im Sel Guesthouse, in dem ich bisher auf jedem meiner Roadtrips in Island abgestiegen bin, werde ich dann noch zwei Mal übernachten, bevor ich zum Flughafen fahren werde, um wieder nach Hause zu fliegen.

Das wird nun meine dritte Reise nach Island werden, seit COVID-19 ausgebrochen ist. Jedes Mal waren die Einreisebedingung anders. Im August 2020 musste ich mich bei der Einreise und fünf Tage später testen lassen. Im Mai 2021, dieses Mal als Geimpfter, musste ich mich nur bei der Einreise testen lassen.
Und nun musste ich mich als Geimpfter max 72 Stunden vor dem Abflug testen lassen. Aber ich muss nicht in Quarantäne. In Island ist es ebenfalls zum Ausbruch einer 4. Welle gekommen. Und diese ist dort heftiger als alles zusammen vorher, obwohl mehr als 75% der Bevölkerung geimpft ist. Der Grund ist die DELTA Variante von COVID-19. Und ausserdem hatte Island in diesem Sommer für kurze Zeit alle Einschränkungen im Inland aufgehoben (die sind allerdings nun wieder in Kraft). Island hat auch sehr früh damit begonnen, geimpften Amerikanern die Einreise zu erlauben, während in den anderen Schengenländern immer noch ein Einreiseverbot für diese Touristengruppe herrscht.
Es kommen daher wieder deutlich mehr Touristen nach Island als noch vor einem Jahr. Eigentlich schade. Mir hat es sehr gefallen, all die Sehenswürdigkeit ohne die grossen Masse geniessen zu können.

Mein Testresulat ist übrigens negativ. Das weiss ich seit 1 Stunde. Nun kann ich packen und einchecken. Meinem Abflug morgen Mittag steht nichts mehr im Weg

Ich freue mich, wieder nach Island fliege zu können. 🙂

Stay tuned.

Iisland_2021_ganze_Route

Stockholm: Ein Tag in der alten Stadt

Flagge_Schweden

Heute habe ich Gamla Stan erkundet. Die Altstadt (Gamla Stan heisst übersetzt Alte Stadt) war über Jahrhunderte das eigentliche Stockholm. Hier finden sich das Kungliga slottet (das königliche Schloss), die beiden grossen Kirchen Storkyrkan (die Grosse Kirche) und Tyska kyrkan (die Deutsche Kirche), das Riksdagshuset (das Reichtagsgebäude) sowie die Kungliga Vetenskapsakademien (die Schwedische Akademie der Wissenschaften), die jährlich die Nobelpreise verleiht.
Ausserdem gibt es rund um das Schloss mehrere Museen. Leider ist das Nobelpreismuseum bei der Akademie zur Zeit wegen der COVID-19 Pandemie geschlossen.

Das Wetter war sehr schön mit Temperaturen bis zu 25 Grad und einem angenehmen, leichten Wind. Es war Sonntag und ich hatte Geburtstag. Mehr als genug Gründe, den Tag gemütlich anzugehen und mich einfach nur durch die Gassen der Altstadt treiben zu lassen. Wenn mir etwas gefiel (zB die Wachtablösung beim Schloss), dann blieb ich. Oder ich setzte mich ein eines der vielen Strassencafés und beobachtete das Treiben.

Am Morgen war noch nicht so viel los. Viele Souvenirläden und Restaurants öffneten erst gegen Mittag und es hatte auch nicht so viele Leute. Später nahm der Betrieb in der Altstadt dann zu. Aber es war nie so voll, wie ich es von meinen letzten Besuchen in Stockholm in Erinnerung hatte. Ein klares Anzeichen dafür, dass der Tourismus auch in Schweden noch nicht voll zurückgekehrt ist, war der Umstand, dass es fast in jedem Restaurant immer freie Plätze draussen gab. Das war früher nicht der Fall. Da war immer alles gerammelt voll.
Auch bei der Wachtablösung vor dem Schloss war die Menge der Zuschauer überschaubar. Es war gar kein Problem, einen Platz zu finden, von dem aus freies Sichtfeld zum Fotografieren hatte. Das war nicht nur hier früher anders. Auch als ich vor zwei Jahren in Oslo die Wachtablösung beim königlichen Schloss fotografieren wollte, war es fast unmöglich, einen guten Platz zu kriegen, wenn man nicht gewalttätig werden wollte…
CORONA hat auch hier seine Spuren hinterlassen.

Morgen fliege ich schon wieder nach Hause. Stockholm ist eine sehr schöne und spannende Stadt, die sehr viel zu bieten hat.. Ein Wochenende hier reicht leider nicht. Ich denke, ich werde wieder zurückkommen und dann vermutlich zwei Tage länger hier bleiben.
Im Übrigen kann ich mein Hotel, das Radisson Blue Royal Viking wärmstens empfehlen. Es ist quasi im Hauptbahnhof von Stockholm, der Centralstation integriert. Der Eingang liegt keine 5 Minuten von den Geleisen des Arlanda Express, dem Direktzug vom und zum Flughafen entfernt. Vom Hotel ist man in 10 Minuten zu Fuss in Gamla Stan und rund um das Hotel kriegt man leicht alle Verbindungen von Bus, Tram und U-Bahn.
Das Hotel ist modern eingerichtet, hat einen Pool und eine Bar, und bietet allgemein einen guten Service. Das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig und das Personal freundlich und sehr hilfsbereit.

Ich werde, sobald ich zu Hause etwas Zeit gefunden habe, um die Bilder von diesem Wochenende zu bearbeiten, auch von dieser Reise eine Galerie anlegen. Selbstverständlich werde ich das hier dann bekanntmachen. 🙂

Stockholm_2021_03_104966_wp_gross

Stay tuned.

Stockholm: Rendez-vous mit einer sehr giftigen Schlange und einem sehr alten Schiff

Flagge_Schweden

Wie gestern angekündigt, bin ich heute in den Stadtteil Djurgården gefahren, und haben den Skansenpark sowie das Vasa-Museum besucht. Das ABBA-Museum habe ich allerdings ausgelassen.

Zuerst fuhr ich mit dem Tram in den Skansenpark.
Die öV hier in Stockholm sind sehr unkompliziert. Mit einem Ticket kann man 75 Minuten auf dem ganzen Stadtnetz fahren, mit allen Verkehrsmitteln (Bus, Tram, Bahn, U-Bahn und Schiff). Kein langes rechnen, wieviele Zonen wieviel denn kosten, etc. Ein Ticket zum Einheitspreis von SEK 38 (Fr. 4.10) für 75 Minuten auf dem ganzen Netz. That’s it. Und mit der entsprechenden App kann man das Tickt online kaufen, ohne an einen Automaten rennen zu müssen.

Der Skansenpark ist das älteste Freilichtmuseum der Welt. Es ist zu vergleichen mit dem Ballenberg in der Schweiz. Bloss ist Skansen grösser, und hat noch Zooelemente eingebaut. So gibt es Gehege mit Robben, Braunbären, Wisenten und Luchsen. Alles Tiere, die in Schweden in freier Wildbahn leben.
Zusätzlich gehört noch ein sogenanntes Aquarium dazu, für das allerdings separat bezahlt werden muss. Im Skansen Akvariet gibt es aber nicht nur Fische und Reptilien zu sehen, sondern auch Mantelpaviane und Kattas. Letztere können ohne Gitter oder andere Trennwände angetroffen werden, da der Weg der Besucher durch ihr Gehege führt.
Der Grund, weshalb ich noch ins Aquarium wollt, ist, wie gestern schon erwähnt, der Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus) aus Australien. Diese schöne Schlange ist nicht nur die giftigste Schlange der Welt (die Giftmenge eines Bisses könnte 250 Menschen töten). Sie ist auch sehr selten. Sie lebt so abgelegen in der Wüste des Australischen Bundesstaates West Queensland, dass bis in den 1970er nur die Australischen Ureinwohner von ihrer Existenz wussten. Dank der Abgeschiedenheit des relativ kleinen Verbreitungsgebietes sind bis heute auch keine tödlich verlaufenen Bissvorfälle bekannt.
Entsprechend selten ist deshalb auch die Haltung in Gefangenschaft. Ich kenne neben dem Skansen Akvariet nur noch einen Zoo in Europa, der dieses Schlange hält: das Haus des Meeres in Wien. Über weitere Haltungen, auch ausserhalb Europas, weiss ich nicht Bescheid.
Die beiden Schlangen zu fotografieren, war nicht gerade einfach. Die Lichtverhältnisse im Terrarium hätten eigentlich ein Stativ nötig gemacht. Aber ein solches hatte ich natürlich nicht dabei. Also gab ich mein Bestes, einigermassen guten Bilder hinzukriegen.

Am Nachmittag ging ich dann weiter und machte den obligaten Museumsbesuch, den ich immer mache, wenn ich in Stockholm bin (nach drei Mal in Folge kann man schon fast von einer Tradition sprechen) . Ich liess Tivoli, ABBA Museum, Vikingermuseum und das Museum der Wracks links liegen und ging ins Vasa-Museum.
Die Vasa, das grösste und schönste Kriegsschiff seiner Zeit, das König Gustav Adolph bauen liess, um im 30-jähringen Krieg die Vorherrschaft über die Baltische See zu erobern, sank 1628 auf seiner Jungfernfahrt nach nur 1’000 Meter Fahrt vor dem Hafen von Stockholm, als es wegen eines Konstruktionsfehlers durch eine Böe zu viel Seitenlage kriegte und mit Wasser voll lief.
333 Jahre später wurde es geborgen und erwies sich in einem überraschend guten Zustand. Die Zusammensetzung des Wassers des Ostsee hatte das Schiff vor der vollständigen Verrottung bewahrt.
Das Schiff liegt seit seiner Bergung in einem Trockendock, um das ein Museum gebaut worden ist. Es bietet Forschern aus vielen verschiedenen Fachrichtungen ein Fülle von Möglichkeiten, etwas über das Leben im 17. Jahrhundert zu erfahren. Unter anderem auch durch die Skelette der rund dreissig Menschen, die damals bei Untergang ertranken.
Und es ist es ist faszinierend, die Dimensionen dieses Schiffes, das man sonst nur von Zeichnungen und Bauplänen kennt, direkt vor einem zu sehen. Das Schiff ist ohne Masten ab Kiel fünf Stockwerke hoch. Es ist 60 Meter lang und 11 Meter breit, und hatte eine Besatzung von über 400 Mann. Die Vasa ist das einzige Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, das es noch gibt. Laut Museumsführer wird es trotz aller Konservationsbemühungen langsam verrotten. Man tut aber alles, um diesen Prozess zu verlangsamen.

Morgen will ich in den Stadtteil Gamla Stan (Altstadt). Dort stehen unter anderem das Stockholmer Schloss (das ein Zimmer mehr hat als der Buckingham Palast in London, und deshalb der grösste königliche Palast Europas ist) und der Reichstag, das schwedische Parlament. Aber in Gamla Stan steht auch das Nobelpreismuseum und in den vielen, kleinen Gassen gibt es kleine Läden, die allerlei anbieten. Wenn ich es zeitliche hinkriege, werde ich auch die Wachtablösung beim Schloss fotografieren.

Stockholm_2021_02_104638_wp_gross

Stay tuned.

Reisen zu Zeiten von CORONA: Stockholm

Flagge_Schweden

Heute bin ich für ein verlängertes Wochenende nach Stockholm geflogen. 🙂

Dieser Trip stand schon lange auf dem Programm. Mein letzter Besuch in der Schwedischen Hauptstadt liegt 12 Jahre zurück.

Jedes Jahr mache ich zu meinem Geburtstag eine Städtereise.
Stockholm war eigentlich schon vor zwei Jahren geplant (und gebucht) gewesen. Aber dann konnte ich wegen gesundheitlichen Problemen im Sommer 2019 nicht reisen und musste den Trip absagen.
Letztes Jahr liess es die COVID-Lage in Schweden nicht zu, die Reise nachzuholen. Also ging ich nach Amsterdam. 🙂

Nun hat es aber geklappt. Und das Wetter spielt auch mit. Laut Vorhersage soll es das ganze Wochenende sonnig bleiben, bei ca 25 Grad Celcius.

Heute Abend habe ich den ersten Spaziergang in die Altstadt (Gamla Stan) gemacht. Da es im Norden im Sommer immer sehr lange hell ist, konnte ich dabei auch noch ein paar schöne Schnappschüsse machen.

Morgen will ich zuerst in den Skansenpark. Das ist das älteste Openair Museum, zu dem auch ein Zoo und ein Aquarium gehört. Unter anderem ist der Skansenzoo einer der wenigen Zoos in Europa, der einen australischen Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus) hält. Das ist die giftigste Landschlange der Welt. Nicht nur dass es nur ganz wenige Zoos auf der Welt gibt, die diese Schlange halten. Sie lebt auch in der Wildnis in einer so abgelegenen und unwirtlichen Gegend, dass man sie kaum zu Gesicht kriegt. Ich würde mich freuen, wenn es mir gelingen würde, die „Fierce Snake“ im Terrarium zu fotografieren.

Danach werde ich wohl der Vasa einen Besuch abstatten und eventuell auch noch das ABBA-Museum aufsuchen.
Die Vasa ist ein altes Kriegsschiff, das 1628 auf seiner Jungfernfahrt wegen Konstruktionsfehlern sank. Dank der besonderen Zusammensetzung des Meerwasser der Ostsee zersetzte sich das Wrack über die Jahrhunderte kaum, und konnte in den 1960er Jahren praktisch unversehrt geborgen werden. In den 1980er Jahren wurde über die alte Werft, in der das Wrack lag, ein Museum gebaut.
Da das Vasa-Museum und das ABBA-Museum auch im Stadtteil Djurgården liegen, kann ich das gut kombinieren.

Wie schon vor einem Monat in Island sind auch hier die Nächte sehr kurz und hell. Da wird es sich nun zeigen, wie ich schlafen kann. Es ist jetzt 23:20 und draussen ist Dämmerung.

Stockholm_2021_01_1001667_kl

Stay tuned.