Normandie 2026: Utah Beach

Heute habe ich damit begonnen, die historischen Orte der Invasion der Aliierten (Operation Overlord) in der Normandie zu erkunden, die am 6. Juni 1944 begonnen hatte und das Ende des 2. Weltkriegs einläutete.

Ich bin auf die Halbinsel Contentin gefahren, wo seinerzeit am frühen Morgen des 6. Juni die Angriffe aus der Luft begannen, und wo der westlichste Strandabschnitt der Landung (Operation Neptune) liegt, Utah Beach.

Zuerst fuhr ich nach La Cambe zum dortigen deutschen Soldatenfriedhof (franz. Cimetière militaire allemand de La Cambe). Dabei handelt es sich um eine deutsche Kriegsgräberstätte, auf der mehr als 21’000 deutsche Soldaten begraben liegen.

Von La Cambe ging es weiter nach Carentan-les-Marais zur „D-Day Experience“. Dieses entpuppte sich allerding als grosses, modernes Kino, in dem Filme über die Landung und den Kampf in der Normandie gezeigt werden. Nichts für mich. Schon eher für die Busladungen von Schülern und amerikanischen Rentnern, die hier in Scharen auftauchen.
Neben dem Museum gibt es eine kleine Ausstellung „Dead Man’s Corner„, die beschreibt, was am 7. Juni 1944 geschah, als Soldaten der 101. amerikanischen Luftlandedivison (101st Airborne Division -The Sceaming Eagles) auf einen Posten des deutschen Fallschirmjägerregiments 6 trafen. Diese Strassenecke im Nirgendwo war anschliessend während Tagen schwer umkämpft.
Wenigstens ein bisschen echte Geschichte…

Meine nächste Station war das Dorf Sainte-Mère-Église, das erste Dorf, dass bei dem Angriff der Alliierten befreit wurde.
Ich ging in erster Linie wegen der Kirche hin, an deren Turm tatsächlich eine Puppe eines amerikanischen Falslchirmjägers hängt, in Erinnerung an den Vorfall der Fallschirmjäger John Steele und Ken Russel, die bei Absprung am Morgen des 6. Juni 1944 am Kirchturm von Sainte-Mère-Église hängenblieben (und überlebten).
Ausserdem gibt es in dem Dorf gleich gegenüber der Kirche ein Airborne Museum, das detailliert den Angriff der ersten Welle auf das Dorf dokumentiert.
Die Kämpfe mussten damals sehr heftig gewesen sein. Die beiden amerikanischen Luftlandedivisionen der ersten Welle (82nd Airborne Division & 101st Aiborne Division) haben dabei fast die Hälfte ihres Bestandes verloren (gefallen, vermisst oder verwundet).
Zusammen mit den Verlusten der Deutschen liegen auf den Soldatenfriedhöfen rund um Sainte-Mère-Église insgesamt gegen 14’000 Soldaten begraben.

Weiter fuhr ich an die Küste, genauer an den Abschnitt Utah Beach, den westlichsten Landungabschnitt der Operation Neptune (die anderen Abschnitte waren Omaha, Gold, Juno & Sword), um erst einmal ein bisschen Meeresluft zu schnuppern.
Dabei machte ich einen kleinen Umweg nach Azeville, um die Batterie d’Azeville zu besichtigen.
Das ist eine eingebunkerte Artilleriebatterie des sogenannten „Atlantikwalls„, von der aus die Deutschen bei der Landung den Alliierten im Bereich des Utah Beach schwere Verluste zufügten. Azeville galt als eine Schlüsselstellung und konnte erst nach langen, schweren Kämpfen ausgeschaltet werden.

Meine letzter Halt war das „Musée du Débarquement de Utah Beach“, das ausschliesslich der Landung an Utah Beach und den daran beteiligten Verbänden gewidmet ist.
Die Leute, die dort arbeiten, sind es gewohnt, dass die Besucher englisch sprechen. Sie antworten jedem auf englisch, auch wenn dieser französisch spricht. 😉
Ich habe mich kurz mit einem Angestellten in einem Café unterhalten. Der hat mir gesagt, dass vor allem Amerikaner und Holländer das Museum besuchen würden. 85% ihrer Gäste würden englisch sprechen.
Die Wände dieses Cafés sind bedeckt mit Unterschriften von Veteranen der Landung, die als Besucher zurückgekehrt waren. Allerdings werden heute nicht mehr viele Veteranen leben, denn selbst wenn ein junger Soldat am D-Day 1944 18-jährig gewesen war, hätte er Jahrgang 1926 gehabt und wäre jetzt 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der amerikanischen Soldaten im 2. Weltkrieg betrug aber 27 Jahre.

Morgen fahre ich zum Omaha Beach.
Dort befindet sich der Pointe du Hoc, ein Felsen am Strand, den die Soldaten des 2. Ranger-Batallions unter schwerem Feuer erklommen und neutralisiert hatten.
Ausserdem werde ich unter anderem einen amerikanischen Soldatenfriedhof aufsuchen und dort das Grab von Brigadier General Theodore Roosevelt jr suchen, dem ältesten Sohn das amerikanischen Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt.

Stay tuned.

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