
Am letzten Tag des Jahres hat es in Dresden am Morgen geschneit. Alles war weiss. Allerdings änderte sich der Niederschlag gegen Mittag, als es etwas wärmer wurde, in Schneeregen und am Abend regnete es nur noch. Der Schnee war am Nachmittag grösstenteils wieder aweggewaschen.
Wegen dem trüben Wetter habe ich mich enschlossen, das Deutsche Hygiene-Museum zu besuchen. Ich kannte dieses Museum von meinem ersten Besuch in Dresden 2002 bereits.
Es liegt gegenüber dem Grossen Garten, in dem heute natürlich auch nicht sehr viel los war. 😉
Und das Museum ist vom Bahnhof mit der Strassenbahn nach nur zwei Haltestellen bequem zu erreichen.
Man sieht dem Bau an, dass er aus DDR Zeiten stammt.
Ein grosser, klobiger, aber protzender Betonbau von aussen, und innen grosse, hohe Säle, wie ich sie auch in Prag und Budapest kurz nach der Wende in öffentlichen Gebäuden gesehen.
Im Deutschen Hygiene-Museum gibt es zwei Ausstellungen:
Die Dauerausstellung zum Thema menschlicher Körper, das menschliche Leben, die Gesundheit und die Krankheiten des Menschen. Darin werden zum Teil ältere Modelle von Körpern, Körperteilen und Krankheiten ausgestellt, und die Geschichte der Medizin, sowie die Geschichte der Gesundheitserhaltung (Sex, Ernährung, Fitness) und Heilung von Krankheiten gezeigt.
Die zweite Ausstellung ist eine befristete Sonderausstellung zum Thema „Freiheit“, wobei der Schwerpunkt hier auf der politischen Entwicklung im Ostblock nach dem 2. Weltkrieg (hauptsächlich Tschechoslowakei und Polen) liegt.
Dort habe ich mindestens eine Stunde mit einem der Museumsangestellten über Politik diskutiert. Dabei musste ich aufpassen, nicht zu sehr „westlich“ zu argumentieren.
Der Mann in meinem Alter war gebürtiger Dresdener, ex DDR, heute AfD und Russenfreund. Da kamen die bekannten Argumente wie zum Beispiel, dass ihm in der DDR nie etwas gefehlt hätte. Und auch dass die Russen vom Westen ungerecht behandelt und ausgeschlossen werden (die Armen). Auch für den russischen Überfall auf die Ukraine sowie die Annexion der Krim hatte er eine logische Erklärung. (sic!) Von seinen Ansichten über die Deutsche Regierung ‚mal ganz zu schweigen. Und Migranten waren sowieso an allem schuld. Auch wenn er sehr zurückhaltend und ohne Polemik argumentierte, war schon klar, wohin die Reise gehen sollte. Er war sehr höflich, aber unmissverständlich.
Ich wollte niemanden beleidigen oder sonst wütend machen. Also habe ich meine Argumente vorsichtig vorgebracht. Ich konnte die meisten seiner Argumente entkräften und er gab mir oft Recht. Ganz einfach, weil ich mehr Hintergrundwissen hatte als er. Aber das hat seine Einstellung mit Sicherheit nicht verändert.
Er war auch sehr interessiert daran, etwas über die Schweiz zu hören, die er nur aus dem Fernseh kannte.
Alles in allem hatten wir ein gutes Gespräch, bei dem ich viel über das Leben in der DDR von jemandem erfahren habe, der dort aufgewachsen ist.
Nach einer leckeren sächsischen Kartoffelsuppe im Museumscafé zum Mittagessen bin ich trotz des Schneeregens zu Fuss in die Altstadt gegangen und von dort in’s Hotel.
Allerdings musste ich kurz vor dem Bahnhof noch einen Zwischenstopp einlegen:
Wenn ich schon mal in Dresden bin, wollte ich unbedingt noch ein Stück Dresdner Christstollen mit Kaffee essen. In der Bäckerei Schwerdtner wurde ich fündig. 🙂
Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in meinem warmen Zimmer mit der Auswertung und erster Bearbeitung meiner Bilder sowie mit Lesen.
Schon um 17:30 hatte ich jedoch schon eine Reservation am Sylvesterbuffet im Hotel.
Das Buffet wurde aus Platzgründen wie auf einem Kreuzfahrtschiff in zwei Gruppen durchgeführt. Ich war in der ersten Gruppe von 17:30 bis 19:30 eingeteilt. Die zweite Gruppen bestand hauptsächlich aus zwei Reisegruppen mit deutschen Rentnern, die gestern angekommen waren.
Das Hotel hatte das Buffet Anfang Dezember per eMail angeboten und ich habe gerne reserviert, denn an Sylvester ist es erfahrungsgemäss recht schwierig, kurzfristig irgendwo einen Tisch zu kriegen
Das Buffet beinhaltete ein Salat- und Vorspeisenbuffet, vier verschiedene Hauptgerichte sowie zwei verschieschdene Desserts. „All you can eat“ zum Pauschalpreis. Lediglich die Getränke mussten separat bezahlt werden.
Es hat sehr gut geschmeckt.
In der Stadt knallt es seit dem Nachmittag ununterbrochen.
Nicht nur wegen des Regens werde ich darauf verzichten, noch einmal in die Stadt zu gehen. Die Hotspots wie der Theaterplatz (gleich bei der Semperoper) oder der Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche sind komplett überfüllt. Die Strassenbahnen fahren die Haltestelle am Theaterplatz heute Abend gar nicht mehr an.
Den Trouble brauche ich nicht mehr. 😉
Morgen ist auch Niederschlag angesagt, aber es soll auch trockene Phasen geben.
Ich werde am Morgen in die Altstadt gehen und erwarte etwas weniger Menschen als heute. 😉
Stay tuned.
