Flussschifffahrt 2025: Trier

In der Nacht fuhren wir von der Saar zurück auf die Mosel und auf der Mosel dann flussabwärts bis nach Schweich, welches ca 30 Autominuten vom Stadtzentrum von Trier entfernt liegt.
Dort legten wir in den frühen Morgenstunden an.

Heute stand der Ausflug in die alte Stadt Trier auf dem Program.
Mit dem Car fuhren wir nach Trier und machten dort erst einmal eine kleine Stadtrundfahrt bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man nicht nur die ganze Stadt, sondern das ganze Moseltal überblicken konnte.
Trier ist eine grosse Stadt mit über 100’000 Einwohnern, hat aber einen sehr gut erhaltenen historischen Kern, in dem es neben mittelalterlichen Bauten viele grosse Anlagen gibt, die von den Römern errichtet worden waren. Übrigens waren es auch die Römer, die den Wein und den Rebbau ins Moseltal brachten.
So gibt es in Trier zum Beispiel ein Amphitheater, Ruinen der Thermen und die Porta nigra, das gewaltige Stadttor, das zum Wahrzeichen von Trier geworden ist.
Diese römischen Bauten fallen einem auf, wenn man durch die Stadt fährt.
Viele mittelalterliche Bauten wurden auf den Grundmauern aus römischer Zeit errichtet. Diese Bauten wuchsen und veränderten sich im Laufe des Mittelalters und der Renaissance, je nach den Machtverhältnissen, die in der Stadt gerade herrschten. So kann man zum Beispiel im Innern des Doms, der im Grunde im romanischen Stil gebaut ist, auch Verzeirungen aus der Gotik und späterer Epochen finden. Auch der Streit des Kurfürsten und Erzbischofs mit dem deutschen Kaiser um die Vorherrschaft in der Stadt spiegelt sich in den Bauten wieder.
Im 2. Weltkrieg wurde während der Ardennenschlacht einiges beschädigt, weil Trier der Nachschubpunkt für die deutsche Wehrmacht war, die in den Ardennen die Aliierten angriff. Anfang 1945 bombardierten die Aliierten deshalb Trier. Die Stadt war zwar evakuiert worden, und es kamen keine Menschen zu Schaden, dafür ging aber auch einiges an historischen Gebäuden zu Bruch.
Nach dem Krieg gehörte das Saarland zur französischen Zone und in Trier waren zeitweise mehr französische Soldaten stationiert als in Paris. Die Franzosen reparierten in den folgenden vier Jahren einiges , das bei der Bombardierung kaputt gegangen war.

Wir hatten eine stündige Führung mit einer sehr kompetenten Damen aus Trier. Sie hatte viel zu erzählen und wusste neben geschichtlichen Fakten auch viele Anektoten und Geschichten.
Ausgehend von der Porta nigra gingen wir durch die Altstadt über den Marktplatz bis zum Dom, den wir im Anschluss an die Führung selbständig besuchen konnten.

Die Führung begann aber mit etwas, womit ich nie gerechnet hatte. Hinter der Porta nigra steht eine überlebensgrosse Metallstatue von Karl Marx.
Da erfuhren wir, dass Karl Marx nicht nur hier in Trier geboren wurde und auch hier aufwuchs, sondern dass seine Familie Juden waren, die den Nachnahmen Marx angenommen hatten, damit der Vater im Staatsdienst der Preussen, die damals in Trier das sagen hatten, arbeiten durfte. Juden war das verboten.
In der Altstadt steht heute noch das kleine Haus, welches die Familie Marx gekauft hatte und in dem Karl Marx aufwuchs. Darauf wird mit einer kleinen Tafel an der Hauswand hingewiesen.
Nach zweieinhalb Stunden fuhr der Bus wieder zurück nach Schweich, wo wir auf dem Schiff zum Mittagessen erwartet wurden.

Am Nachmittag hätte man noch einmal nach Trier fahren können und hätte dort zwei Stunden zur Verfügung gehabt, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden oder shoppen zu gehen. Darauf habe ich verzichtet. Ich zog es vor, es mir im Salon gemütlich zu machen und bei einem Kaffee die ersten Bilder dieses Tages zu bearbeiten, sowie ein bisschen zu lesen.

Während des Abendessens legte das Schiff ab, und nun sind wir unterwegs nach Bernkastel-Kues, wo morgen wieder Ausflüge und eine Führung auf dem Programm stehen werden.

Stay tuned.

Porta nigra, das Wahrzeichen von Trier

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