Flussschifffahrt 2025: Bernkastel-Kues

Heute beim Aufstehen lagen wir bereits in Bernkastel-Kues.

Nach dem Morgenessen standen zwei Ausflüge zur Wahl: ein geführter Stadtrundgang oder eine Panoramafahrt mit dem Bus inkl Weinverkostung bei einem lokalen Winzer.
Ich hatte mich für den Stadtrundgang entschieden, weil es zum Einen praktisch unmöglich ist, aus einem fahrenden Car gute Bilder zu schiessen, und zum Anderen, weil ich bekanntermassen Wein nicht mag. Diese Fahrt hätte mir nicht viel geboten.
Stattdessen erfuhr ich sehr viel über das Städtchen an der Mosel und konnte in aller Ruhe die schönen Fachwerkhäuser und engen Gässchen fotografieren.

Bernkastel-Kues hat nicht ganz 8’000 Einwohner. Es besteht aus zwei Stadtteilen (Bernkastel & Kues), welche an den gegenüberliegenden Ufern der Mosel liegen und am 1. April 1905 zwangsweise zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden.
Die Stadt lebt vom Weinbau und vom Tourismus.
Letztes Jahr verzeichnete man 800’000 Logiernächte und gegen 2’000’000 Tagestouristen. Auch in Cochem wurde uns die zweite Zahl genannt.
Bernkastel zeichnet sich durch alte Fachwerkhäuser und enge Gässchen aus. Und gefühlt an jeder Ecke gibt es ein Weinlokal. Es steckt auch in dieser Stadt sehr viel Geschichte, die bis zu den Römern zurückreicht. Und wie alle Orte an der Mosel sind die Hochwasser ein Thema. Allerdings spührt man eine gewisse Gelassenheit, weil es kaum mehr vorkommt, dass die Stadt und ihre Bewohner von einem Hochwasser überrascht werden, und sich in der Regel im Eintretensfall gut vorbereiten können. Dabei helfen nicht zuletzt Apps, die ziemliche genau Angaben zu Zeit und Pegelhöhe machen.
Insofern war die Führung sehr informativ und unsere Stadtführerin hat uns ihre Heimatstadt gut näher gebracht.

Allerdings findet in der Stadt ab morgen ein Weinfest statt.
In der Stadt wurden heute überall Marktstände und Bühnen aufgebaut und die Winzer und Handwerker, die damit beschäftigt sind, verdecken mit ihren Bauten nicht nur einen schönen Teil der Häuser, so dass Fotografieren mühsam bis unmöglich wird. Sie fuhren mit ihren Last- und Lieferwagen in die engen Gassen der Altstadt und kamen so in einen ständigen Konflikt mit den Touristen (von denen es sehr viele hatte), die sich in einer Fussgängerzone wähnten. Heute Morgen entstand so ein riesiges Verkehrschaos in der Altstadt.
Zum Weinfest, das das vier Tage dauert, erwartet man bis zu 300’000 Besucher.

Die zweite Beobachtung, die ich machte, betrifft die Touristen, die allein oder in Gruppen durch die Gässchen streiften:
Abgesehen davon, dass es so viele waren, dass man an engen Stellen kaum aneinander vorbei kam, habe ich in den zwei Stunden, in denen ich in der Altstadt war, keinen einzigen Touristen gesehen, der unter 60 Jahre alt war und keine graue Haare hatte. Mich und meine Mittouristen von der MS Edelweiss eingerechnt. 😉
Offenbar sind Orte wie Bernkastel-Kues ein beliebtes Ferienziel für ältere Menschen. Die kommen mit dem Auto, als Fahrradtouristen mit dem eBike, mit der Bahn (einige wenige) oder eben, so wie ich, mit dem Flussschiff.

Am Mittag legten wir wieder ab und begann unsere Fahrt die Mosel hinunter nach Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Koblenz werden wir im Lauf der Nacht erreichen und dort bleiben. Und morgen früh werden wir die Gelegenheit haben, Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen.

Stay tuned.

Bernkastel

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