Flussschifffahrt 2025: Baden-Baden

Nun fahren wir in die letzte Nacht. Unser Schiff wird weiter rheinaufwärts fahren, bis wir im Laufe des Morgens in Basel anlegen werden. Dann ist diese Reise zu Ende und ich werde mit dem Zug via Zürich nach Hause fahren.

Heute haben wir nach dem Mittagessen in Plittersdorf angelegt, um die Teilnehmer des Ausflugs nach Baden-Baden aussteigen zu lassen.
Kaum waren alle Ausflügler von Bord, legte das Schiff sofort wieder ab und fuhr weiter bis Kehl, wo wir am Abend wieder an Bord gehen würden.
Doch zuerst fuhren wir mit einem Bus nach Baden-Baden. Dort hatten wir für einmal keine Führung, sondern hatten drei Stunden Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Die Stadt präsentiert sich als Bäder- und Kurstadt.
Wenn man sich die Schaufensterauslagen und auch die Autos in den Strassen auschaute, kriegte man sehr schnell den Eindruck von „teuer“, „reich“ und „Luxus“. Dazu gehörte natürlich auch das Casino, welches im marmorweissen Kurhaus untergebracht ist.
Baden-Baden hat auch einen sehr schönen, alten Park, der einer der grössten und schönsten in ganz Deutschland sein soll. Alles wirkt sehr gepflegt.
Daneben gibt es auch Museen (unter anderen ein Fabergé-Museum) und ein grosses Theater. In den Strassen, besonders in der Fussgängerzone, gibt es viele Strassencafés und auch gehobene Speiserestaurants. Im PArk und um das Kurhaus herum stehen zur Zeit auch mehrere Bühnen, auf dem verschiedene Veranstaltungen stattfinden.
Besonders fiel mir ein Schaufenster im Haus Goldenes Kreuz auf. Darin standen nämlich ein silbergrauer Aston-Martin DB5 Cabrio (James Bond hatten den gleichen, aber mit Hardtop), sowie eine kleinere Version (ca 60% der Originslgrösse), als quasi ein Aston-Martin für Kinder. Der Kleine war mit EUR 115’000.– angeschrieben, der Grosse hatte kein Preisschild…
In der Evangelischen Stadtkirche, die gleich neben dem Treffpunkt für unseren Bus lag, kam ich noch eine den Genuss des letzten Teiles eines kleinen Orgelkonzerts. Nichts offizielles. Offenbar hatte die Organistin etwas geübt. Die Kirche hatte aber eine tolle Akustik.

Um 17:15 ging’s dann mit dem Bus weiter nach Kehl, wo wir um 18:00 praktisch zeitgleich mit der MS Edelweiss eintrafen. Entsprechen rasch konnten wir alle wieder an Bord und das Schiff legte nach nur ein paar Minuten wieder ab.
Es folgte der Abschieds-Apéro und das letzte Nachtessen an Bord.

Morgen müssen bis 08:00 alle Koffer vor den Kabinen bereitstehen, damit die Crew sie bei der Ankunft in Basel von Bord bringen kann. Wir müssen die Koffer nicht selbst zur Strasse hochschleppen.
Bis 09:00 müssen die Kabinen geräumt sein und die Passagiere können an Deck und im Salon warten, bis wir von Bord gehen können.

Stay tuned.

Kurhaus Baden-Baden

Flussschifffahrt 2025: Koblenz

In der Nacht erreichte unser Schiff Koblenz.

Nach dem Morgenessen ging ich auf eine Stadtführung in dieser Stadt am Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Leider nahm es unser Führer sehr genau mit der Geschichte der Stadt und verlor sich gelegentlich in Details. Das war zwar nicht minder interessant, aber halt nicht für alle Teilnehmer.
Und da zeigten sich bei gewissen Leute die wahren Charatere. Offenbar zu wenig gebildet und völlig desinteressiert wurde man (resp frau) sehr aggressiv.

In dem Moment fiel meine Entscheidung, dass ich keine weitere solche Reise machen werde.
Mit solchen Leuten, die mich auf aggressivste Weise verbal angriffen, nur weil ich gesagt habe, dass mich diese geschichtlichen und kulturellen Informationen interessierten, will ich kein zweites Mal zusammen reisen müssen.
Ein solches Verhalten von einem Erwachsenen ist unanständig und respektlos. Offenbar haben diese Leute (die alle älter sind als ich) solche Grundwerte von ihren Eltern nicht beigebracht gekriegt. Schade.
Es macht nichts, wenn man nicht alles weiss und man wenig humanistische Bildung hat. Jeder Mensch hat seine Qualitäten, die andere nicht haben. Und das ist auch gut so. Ich habe mich heute Nachmittag bestens während zwei Stunden mit einem pensionierten Geflügelzüchter aus dem Thurgau unterhalten. Wir haben sogar herausgefunden, dass wir gemeinsame Bekannte haben. 🙂
Aber andere anzugreifen, weil sie nicht der gleichen Meinung sind und nicht die gleichen Interessen haben, ist arrogant und dumm zugleich. Und dabei drücke ich mich noch freundlich aus und schreibe nicht, was ich wirklich denke. Das ist im Grunde das Standardverhalten, dass alle Diktatoren dieser Welt und die, die es werden möchten, an den Tag legen. Solche Leute braucht die Welt nicht, egal auf welcher Gesellschaftsstufe.
Wie ich feststellen musste, sind solche Leute leider ein Teil des Publikums auf solchen Reisen.
Das brauche ich nicht mehr.
Auch wenn die Reise sonst sehr angenehm ist, der Service und das Essen an Bord sehr gut ist, und auch die Ausflüge über alles gesehen interessant und informativ sind (also im Ganzen sicher eine schöne Reise, die ihr Geld Wert ist), habe ich keine Lust, noch einmal mit solchen Menschen über längere Zeit auf so kleinem Raum zusammen reisen zu müssen. Es reicht mir schon, dass ich jetzt diese Leute bis Samstag noch täglich mehrfach sehen muss.
Da reise ich viel lieber alleine, werde mit meinen Interessen in Frieden gelassen und kann machen, wozu ich Lust habe, ohne blöd angemacht zu werden.

Nach dem Stadtrundgang fuhren wir hoch zur Festung Ehrenbreitstein.
Zur Festung, die auf einem Felsen hoch über Koblenz liegt, kommt man mit einer Luftseilbahn, die ursprünglich für die Bundesgartenschau 2011 gebaut worden war, und laut UNESCO nach der BUGA hätte abgebaut werden sollen, weil Koblenz und die Festung zum UNESCO Welterbe zählen.
Koblenz erreichte aber ein Zugeständnis von der UNESCO, dass man die Seilbahn nicht abbauen muss, solange jährlich 700’000 Personen damit transportiert werden.
Heute nach 14 Jahren läuft die Seilbahn immer noch und transportiert Leute von der Stadt über den Rhein zur Festung und zurück. Die Seilbahn wird auch von Einheimischen rege benutzt, die eine Jahreskarte haben und gerne ab und zu zur Festung hochfahren.
Von der riesigen Festung, die von den Preussen in 11 Jahren gebaut worden war, hat man auch eine grossartige Aussicht über Rhein, Mosel, das Deutsche Eck und die ganze Stadt.

Am Mittag legten wir wieder ab und fuhren rheinaufwärts weiter.
Dabei passierten wir das Gebiet des Mittelrhein mit seinen Burgen und Schlössern (und der Loreley) dieses Mal bei Tage und „hangelten“ uns von einer Burg zur anderen. Bei der Hinfahrt war es Nacht gewesen. Da hatten wir nichts gesehen. Ich habe unzählige Burgen und Schlösser fotogrfiert. Die Auswahl dieser Bilder wird einen Moment dauern…

Morgen Mittag werden wir in Plittersdorf kurz anlegen, damit die Gäste, die auf den Ausflug nach Baden-Baden gehen wollen, aussteigen können.
Das Schiff wird danach sofort weiterfahren, um gegen Abend die Ausflügler aus Baden-Baden in Kehl wieder an Bord zu nehmen.

Stay tuned.

Das Deutsche Eck in Koblenz

Flussschifffahrt 2025: Bernkastel-Kues

Heute beim Aufstehen lagen wir bereits in Bernkastel-Kues.

Nach dem Morgenessen standen zwei Ausflüge zur Wahl: ein geführter Stadtrundgang oder eine Panoramafahrt mit dem Bus inkl Weinverkostung bei einem lokalen Winzer.
Ich hatte mich für den Stadtrundgang entschieden, weil es zum Einen praktisch unmöglich ist, aus einem fahrenden Car gute Bilder zu schiessen, und zum Anderen, weil ich bekanntermassen Wein nicht mag. Diese Fahrt hätte mir nicht viel geboten.
Stattdessen erfuhr ich sehr viel über das Städtchen an der Mosel und konnte in aller Ruhe die schönen Fachwerkhäuser und engen Gässchen fotografieren.

Bernkastel-Kues hat nicht ganz 8’000 Einwohner. Es besteht aus zwei Stadtteilen (Bernkastel & Kues), welche an den gegenüberliegenden Ufern der Mosel liegen und am 1. April 1905 zwangsweise zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden.
Die Stadt lebt vom Weinbau und vom Tourismus.
Letztes Jahr verzeichnete man 800’000 Logiernächte und gegen 2’000’000 Tagestouristen. Auch in Cochem wurde uns die zweite Zahl genannt.
Bernkastel zeichnet sich durch alte Fachwerkhäuser und enge Gässchen aus. Und gefühlt an jeder Ecke gibt es ein Weinlokal. Es steckt auch in dieser Stadt sehr viel Geschichte, die bis zu den Römern zurückreicht. Und wie alle Orte an der Mosel sind die Hochwasser ein Thema. Allerdings spührt man eine gewisse Gelassenheit, weil es kaum mehr vorkommt, dass die Stadt und ihre Bewohner von einem Hochwasser überrascht werden, und sich in der Regel im Eintretensfall gut vorbereiten können. Dabei helfen nicht zuletzt Apps, die ziemliche genau Angaben zu Zeit und Pegelhöhe machen.
Insofern war die Führung sehr informativ und unsere Stadtführerin hat uns ihre Heimatstadt gut näher gebracht.

Allerdings findet in der Stadt ab morgen ein Weinfest statt.
In der Stadt wurden heute überall Marktstände und Bühnen aufgebaut und die Winzer und Handwerker, die damit beschäftigt sind, verdecken mit ihren Bauten nicht nur einen schönen Teil der Häuser, so dass Fotografieren mühsam bis unmöglich wird. Sie fuhren mit ihren Last- und Lieferwagen in die engen Gassen der Altstadt und kamen so in einen ständigen Konflikt mit den Touristen (von denen es sehr viele hatte), die sich in einer Fussgängerzone wähnten. Heute Morgen entstand so ein riesiges Verkehrschaos in der Altstadt.
Zum Weinfest, das das vier Tage dauert, erwartet man bis zu 300’000 Besucher.

Die zweite Beobachtung, die ich machte, betrifft die Touristen, die allein oder in Gruppen durch die Gässchen streiften:
Abgesehen davon, dass es so viele waren, dass man an engen Stellen kaum aneinander vorbei kam, habe ich in den zwei Stunden, in denen ich in der Altstadt war, keinen einzigen Touristen gesehen, der unter 60 Jahre alt war und keine graue Haare hatte. Mich und meine Mittouristen von der MS Edelweiss eingerechnt. 😉
Offenbar sind Orte wie Bernkastel-Kues ein beliebtes Ferienziel für ältere Menschen. Die kommen mit dem Auto, als Fahrradtouristen mit dem eBike, mit der Bahn (einige wenige) oder eben, so wie ich, mit dem Flussschiff.

Am Mittag legten wir wieder ab und begann unsere Fahrt die Mosel hinunter nach Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Koblenz werden wir im Lauf der Nacht erreichen und dort bleiben. Und morgen früh werden wir die Gelegenheit haben, Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen.

Stay tuned.

Bernkastel