Flussschifffahrt 2025: Baden-Baden

Nun fahren wir in die letzte Nacht. Unser Schiff wird weiter rheinaufwärts fahren, bis wir im Laufe des Morgens in Basel anlegen werden. Dann ist diese Reise zu Ende und ich werde mit dem Zug via Zürich nach Hause fahren.

Heute haben wir nach dem Mittagessen in Plittersdorf angelegt, um die Teilnehmer des Ausflugs nach Baden-Baden aussteigen zu lassen.
Kaum waren alle Ausflügler von Bord, legte das Schiff sofort wieder ab und fuhr weiter bis Kehl, wo wir am Abend wieder an Bord gehen würden.
Doch zuerst fuhren wir mit einem Bus nach Baden-Baden. Dort hatten wir für einmal keine Führung, sondern hatten drei Stunden Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Die Stadt präsentiert sich als Bäder- und Kurstadt.
Wenn man sich die Schaufensterauslagen und auch die Autos in den Strassen auschaute, kriegte man sehr schnell den Eindruck von „teuer“, „reich“ und „Luxus“. Dazu gehörte natürlich auch das Casino, welches im marmorweissen Kurhaus untergebracht ist.
Baden-Baden hat auch einen sehr schönen, alten Park, der einer der grössten und schönsten in ganz Deutschland sein soll. Alles wirkt sehr gepflegt.
Daneben gibt es auch Museen (unter anderen ein Fabergé-Museum) und ein grosses Theater. In den Strassen, besonders in der Fussgängerzone, gibt es viele Strassencafés und auch gehobene Speiserestaurants. Im PArk und um das Kurhaus herum stehen zur Zeit auch mehrere Bühnen, auf dem verschiedene Veranstaltungen stattfinden.
Besonders fiel mir ein Schaufenster im Haus Goldenes Kreuz auf. Darin standen nämlich ein silbergrauer Aston-Martin DB5 Cabrio (James Bond hatten den gleichen, aber mit Hardtop), sowie eine kleinere Version (ca 60% der Originslgrösse), als quasi ein Aston-Martin für Kinder. Der Kleine war mit EUR 115’000.– angeschrieben, der Grosse hatte kein Preisschild…
In der Evangelischen Stadtkirche, die gleich neben dem Treffpunkt für unseren Bus lag, kam ich noch eine den Genuss des letzten Teiles eines kleinen Orgelkonzerts. Nichts offizielles. Offenbar hatte die Organistin etwas geübt. Die Kirche hatte aber eine tolle Akustik.

Um 17:15 ging’s dann mit dem Bus weiter nach Kehl, wo wir um 18:00 praktisch zeitgleich mit der MS Edelweiss eintrafen. Entsprechen rasch konnten wir alle wieder an Bord und das Schiff legte nach nur ein paar Minuten wieder ab.
Es folgte der Abschieds-Apéro und das letzte Nachtessen an Bord.

Morgen müssen bis 08:00 alle Koffer vor den Kabinen bereitstehen, damit die Crew sie bei der Ankunft in Basel von Bord bringen kann. Wir müssen die Koffer nicht selbst zur Strasse hochschleppen.
Bis 09:00 müssen die Kabinen geräumt sein und die Passagiere können an Deck und im Salon warten, bis wir von Bord gehen können.

Stay tuned.

Kurhaus Baden-Baden

Flussschifffahrt 2025: Koblenz

In der Nacht erreichte unser Schiff Koblenz.

Nach dem Morgenessen ging ich auf eine Stadtführung in dieser Stadt am Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Leider nahm es unser Führer sehr genau mit der Geschichte der Stadt und verlor sich gelegentlich in Details. Das war zwar nicht minder interessant, aber halt nicht für alle Teilnehmer.
Und da zeigten sich bei gewissen Leute die wahren Charatere. Offenbar zu wenig gebildet und völlig desinteressiert wurde man (resp frau) sehr aggressiv.

In dem Moment fiel meine Entscheidung, dass ich keine weitere solche Reise machen werde.
Mit solchen Leuten, die mich auf aggressivste Weise verbal angriffen, nur weil ich gesagt habe, dass mich diese geschichtlichen und kulturellen Informationen interessierten, will ich kein zweites Mal zusammen reisen müssen.
Ein solches Verhalten von einem Erwachsenen ist unanständig und respektlos. Offenbar haben diese Leute (die alle älter sind als ich) solche Grundwerte von ihren Eltern nicht beigebracht gekriegt. Schade.
Es macht nichts, wenn man nicht alles weiss und man wenig humanistische Bildung hat. Jeder Mensch hat seine Qualitäten, die andere nicht haben. Und das ist auch gut so. Ich habe mich heute Nachmittag bestens während zwei Stunden mit einem pensionierten Geflügelzüchter aus dem Thurgau unterhalten. Wir haben sogar herausgefunden, dass wir gemeinsame Bekannte haben. 🙂
Aber andere anzugreifen, weil sie nicht der gleichen Meinung sind und nicht die gleichen Interessen haben, ist arrogant und dumm zugleich. Und dabei drücke ich mich noch freundlich aus und schreibe nicht, was ich wirklich denke. Das ist im Grunde das Standardverhalten, dass alle Diktatoren dieser Welt und die, die es werden möchten, an den Tag legen. Solche Leute braucht die Welt nicht, egal auf welcher Gesellschaftsstufe.
Wie ich feststellen musste, sind solche Leute leider ein Teil des Publikums auf solchen Reisen.
Das brauche ich nicht mehr.
Auch wenn die Reise sonst sehr angenehm ist, der Service und das Essen an Bord sehr gut ist, und auch die Ausflüge über alles gesehen interessant und informativ sind (also im Ganzen sicher eine schöne Reise, die ihr Geld Wert ist), habe ich keine Lust, noch einmal mit solchen Menschen über längere Zeit auf so kleinem Raum zusammen reisen zu müssen. Es reicht mir schon, dass ich jetzt diese Leute bis Samstag noch täglich mehrfach sehen muss.
Da reise ich viel lieber alleine, werde mit meinen Interessen in Frieden gelassen und kann machen, wozu ich Lust habe, ohne blöd angemacht zu werden.

Nach dem Stadtrundgang fuhren wir hoch zur Festung Ehrenbreitstein.
Zur Festung, die auf einem Felsen hoch über Koblenz liegt, kommt man mit einer Luftseilbahn, die ursprünglich für die Bundesgartenschau 2011 gebaut worden war, und laut UNESCO nach der BUGA hätte abgebaut werden sollen, weil Koblenz und die Festung zum UNESCO Welterbe zählen.
Koblenz erreichte aber ein Zugeständnis von der UNESCO, dass man die Seilbahn nicht abbauen muss, solange jährlich 700’000 Personen damit transportiert werden.
Heute nach 14 Jahren läuft die Seilbahn immer noch und transportiert Leute von der Stadt über den Rhein zur Festung und zurück. Die Seilbahn wird auch von Einheimischen rege benutzt, die eine Jahreskarte haben und gerne ab und zu zur Festung hochfahren.
Von der riesigen Festung, die von den Preussen in 11 Jahren gebaut worden war, hat man auch eine grossartige Aussicht über Rhein, Mosel, das Deutsche Eck und die ganze Stadt.

Am Mittag legten wir wieder ab und fuhren rheinaufwärts weiter.
Dabei passierten wir das Gebiet des Mittelrhein mit seinen Burgen und Schlössern (und der Loreley) dieses Mal bei Tage und „hangelten“ uns von einer Burg zur anderen. Bei der Hinfahrt war es Nacht gewesen. Da hatten wir nichts gesehen. Ich habe unzählige Burgen und Schlösser fotogrfiert. Die Auswahl dieser Bilder wird einen Moment dauern…

Morgen Mittag werden wir in Plittersdorf kurz anlegen, damit die Gäste, die auf den Ausflug nach Baden-Baden gehen wollen, aussteigen können.
Das Schiff wird danach sofort weiterfahren, um gegen Abend die Ausflügler aus Baden-Baden in Kehl wieder an Bord zu nehmen.

Stay tuned.

Das Deutsche Eck in Koblenz

Flussschifffahrt 2025: Bernkastel-Kues

Heute beim Aufstehen lagen wir bereits in Bernkastel-Kues.

Nach dem Morgenessen standen zwei Ausflüge zur Wahl: ein geführter Stadtrundgang oder eine Panoramafahrt mit dem Bus inkl Weinverkostung bei einem lokalen Winzer.
Ich hatte mich für den Stadtrundgang entschieden, weil es zum Einen praktisch unmöglich ist, aus einem fahrenden Car gute Bilder zu schiessen, und zum Anderen, weil ich bekanntermassen Wein nicht mag. Diese Fahrt hätte mir nicht viel geboten.
Stattdessen erfuhr ich sehr viel über das Städtchen an der Mosel und konnte in aller Ruhe die schönen Fachwerkhäuser und engen Gässchen fotografieren.

Bernkastel-Kues hat nicht ganz 8’000 Einwohner. Es besteht aus zwei Stadtteilen (Bernkastel & Kues), welche an den gegenüberliegenden Ufern der Mosel liegen und am 1. April 1905 zwangsweise zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden.
Die Stadt lebt vom Weinbau und vom Tourismus.
Letztes Jahr verzeichnete man 800’000 Logiernächte und gegen 2’000’000 Tagestouristen. Auch in Cochem wurde uns die zweite Zahl genannt.
Bernkastel zeichnet sich durch alte Fachwerkhäuser und enge Gässchen aus. Und gefühlt an jeder Ecke gibt es ein Weinlokal. Es steckt auch in dieser Stadt sehr viel Geschichte, die bis zu den Römern zurückreicht. Und wie alle Orte an der Mosel sind die Hochwasser ein Thema. Allerdings spührt man eine gewisse Gelassenheit, weil es kaum mehr vorkommt, dass die Stadt und ihre Bewohner von einem Hochwasser überrascht werden, und sich in der Regel im Eintretensfall gut vorbereiten können. Dabei helfen nicht zuletzt Apps, die ziemliche genau Angaben zu Zeit und Pegelhöhe machen.
Insofern war die Führung sehr informativ und unsere Stadtführerin hat uns ihre Heimatstadt gut näher gebracht.

Allerdings findet in der Stadt ab morgen ein Weinfest statt.
In der Stadt wurden heute überall Marktstände und Bühnen aufgebaut und die Winzer und Handwerker, die damit beschäftigt sind, verdecken mit ihren Bauten nicht nur einen schönen Teil der Häuser, so dass Fotografieren mühsam bis unmöglich wird. Sie fuhren mit ihren Last- und Lieferwagen in die engen Gassen der Altstadt und kamen so in einen ständigen Konflikt mit den Touristen (von denen es sehr viele hatte), die sich in einer Fussgängerzone wähnten. Heute Morgen entstand so ein riesiges Verkehrschaos in der Altstadt.
Zum Weinfest, das das vier Tage dauert, erwartet man bis zu 300’000 Besucher.

Die zweite Beobachtung, die ich machte, betrifft die Touristen, die allein oder in Gruppen durch die Gässchen streiften:
Abgesehen davon, dass es so viele waren, dass man an engen Stellen kaum aneinander vorbei kam, habe ich in den zwei Stunden, in denen ich in der Altstadt war, keinen einzigen Touristen gesehen, der unter 60 Jahre alt war und keine graue Haare hatte. Mich und meine Mittouristen von der MS Edelweiss eingerechnt. 😉
Offenbar sind Orte wie Bernkastel-Kues ein beliebtes Ferienziel für ältere Menschen. Die kommen mit dem Auto, als Fahrradtouristen mit dem eBike, mit der Bahn (einige wenige) oder eben, so wie ich, mit dem Flussschiff.

Am Mittag legten wir wieder ab und begann unsere Fahrt die Mosel hinunter nach Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Koblenz werden wir im Lauf der Nacht erreichen und dort bleiben. Und morgen früh werden wir die Gelegenheit haben, Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen.

Stay tuned.

Bernkastel

Flussschifffahrt 2025: Trier

In der Nacht fuhren wir von der Saar zurück auf die Mosel und auf der Mosel dann flussabwärts bis nach Schweich, welches ca 30 Autominuten vom Stadtzentrum von Trier entfernt liegt.
Dort legten wir in den frühen Morgenstunden an.

Heute stand der Ausflug in die alte Stadt Trier auf dem Program.
Mit dem Car fuhren wir nach Trier und machten dort erst einmal eine kleine Stadtrundfahrt bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man nicht nur die ganze Stadt, sondern das ganze Moseltal überblicken konnte.
Trier ist eine grosse Stadt mit über 100’000 Einwohnern, hat aber einen sehr gut erhaltenen historischen Kern, in dem es neben mittelalterlichen Bauten viele grosse Anlagen gibt, die von den Römern errichtet worden waren. Übrigens waren es auch die Römer, die den Wein und den Rebbau ins Moseltal brachten.
So gibt es in Trier zum Beispiel ein Amphitheater, Ruinen der Thermen und die Porta nigra, das gewaltige Stadttor, das zum Wahrzeichen von Trier geworden ist.
Diese römischen Bauten fallen einem auf, wenn man durch die Stadt fährt.
Viele mittelalterliche Bauten wurden auf den Grundmauern aus römischer Zeit errichtet. Diese Bauten wuchsen und veränderten sich im Laufe des Mittelalters und der Renaissance, je nach den Machtverhältnissen, die in der Stadt gerade herrschten. So kann man zum Beispiel im Innern des Doms, der im Grunde im romanischen Stil gebaut ist, auch Verzeirungen aus der Gotik und späterer Epochen finden. Auch der Streit des Kurfürsten und Erzbischofs mit dem deutschen Kaiser um die Vorherrschaft in der Stadt spiegelt sich in den Bauten wieder.
Im 2. Weltkrieg wurde während der Ardennenschlacht einiges beschädigt, weil Trier der Nachschubpunkt für die deutsche Wehrmacht war, die in den Ardennen die Aliierten angriff. Anfang 1945 bombardierten die Aliierten deshalb Trier. Die Stadt war zwar evakuiert worden, und es kamen keine Menschen zu Schaden, dafür ging aber auch einiges an historischen Gebäuden zu Bruch.
Nach dem Krieg gehörte das Saarland zur französischen Zone und in Trier waren zeitweise mehr französische Soldaten stationiert als in Paris. Die Franzosen reparierten in den folgenden vier Jahren einiges , das bei der Bombardierung kaputt gegangen war.

Wir hatten eine stündige Führung mit einer sehr kompetenten Damen aus Trier. Sie hatte viel zu erzählen und wusste neben geschichtlichen Fakten auch viele Anektoten und Geschichten.
Ausgehend von der Porta nigra gingen wir durch die Altstadt über den Marktplatz bis zum Dom, den wir im Anschluss an die Führung selbständig besuchen konnten.

Die Führung begann aber mit etwas, womit ich nie gerechnet hatte. Hinter der Porta nigra steht eine überlebensgrosse Metallstatue von Karl Marx.
Da erfuhren wir, dass Karl Marx nicht nur hier in Trier geboren wurde und auch hier aufwuchs, sondern dass seine Familie Juden waren, die den Nachnahmen Marx angenommen hatten, damit der Vater im Staatsdienst der Preussen, die damals in Trier das sagen hatten, arbeiten durfte. Juden war das verboten.
In der Altstadt steht heute noch das kleine Haus, welches die Familie Marx gekauft hatte und in dem Karl Marx aufwuchs. Darauf wird mit einer kleinen Tafel an der Hauswand hingewiesen.
Nach zweieinhalb Stunden fuhr der Bus wieder zurück nach Schweich, wo wir auf dem Schiff zum Mittagessen erwartet wurden.

Am Nachmittag hätte man noch einmal nach Trier fahren können und hätte dort zwei Stunden zur Verfügung gehabt, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden oder shoppen zu gehen. Darauf habe ich verzichtet. Ich zog es vor, es mir im Salon gemütlich zu machen und bei einem Kaffee die ersten Bilder dieses Tages zu bearbeiten, sowie ein bisschen zu lesen.

Während des Abendessens legte das Schiff ab, und nun sind wir unterwegs nach Bernkastel-Kues, wo morgen wieder Ausflüge und eine Führung auf dem Programm stehen werden.

Stay tuned.

Porta nigra, das Wahrzeichen von Trier

Flussschifffahrt 2025: Baumwipfelpfad

Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hatte das Schiff bereits in Mettlach angelegt.

In Mettlach befindet sich die Firma Villeroy & Boch, die für ihre Keramik (Geschirr, Fliesen, Badezimmer, etc) bekannt ist. Der Firmensitz befindet sich direkt an der Saar, gleich bei der Schifflände.
Ich habe auf einen Besuch in der „Erlebniswelt“ von Villeroy & Boch verzichtet, und bin lieber auf eigene Faust los, um das Städtchen Mettlach mit der Kamera zu erkunden.
Nach ca einer Stunde musste ich zurück aufs Schiff, weil es begonnen hatte, zu regnen. Der Regen störte mich lange nicht. Aber er wurde immer stärker und irgendwann war ich wirklich nass. 😉
Dann brauchte ich trockene Kleider und einen Kaffee.

Am Mittag fuhren wir dann einige Kilometer flussaufwärts weiter bis nach Merzig. Dort stiegen wir in Cars um und fuhren nach Orscholz.
In Orscholz steht der Baumwipfelpfad Saarschlaufe.
Das ist ein breiter Holzsteg, der auf Baumwipfelhöhe durch den Wald zur Klippe (lokal Cloef genannt) führt.
Man geht ca 500 Meter durch den Wald. Aber halt nicht nicht am Boden, sondern auf Baumwipfelhöhe. Am Ende des Pfades steht eine 42 Meter hoher Turm aus Stahl und Holz, von der man einen wunderbaren Ausblick auf die Saarschleife hat.
Alles ist so gebaut, dass man bequem dem Pfad entlang und dann auch auf den Turm gehen kann, ohne sich anzustrengen. Alles ist rollstuhlgängig und die stärkste Steigung beträgt 6%. Wir hatten viele betagte Leute und Leute mit Gehstöcken und sogar Krücken, die es problemlos bis nach oben schafften.
Die Aussicht war schlicht genial. Direkt unterhalb der Klippe (Cloef) lag die Schlaufe, in der die Saar eine 180 Grad Kruve macht. Aber man sah über das ganze Saarland: Wälder und Hügel, soweit das Auge reichte.
Dass der Regen kurz vor unserer Ankunft in Merzig aufgehört hatte, und oben in Orscholz später sogar die Sonne durch die Wolken drang, machte die Aussicht noch besser. Es hatte sich wirklich gelohnt, auf den Turm hinauf zu gehen.
Vor Ort habe ich gelernt, dass es noch andere solche Baumwipfelpfade gibt, unter anderem am Necker, aber auch in Tschechien und anderen Ländern.

Nachdem wir um 17:00 wieder auf dem Schiff waren, drehte dieses und begann die Fahrt die Saar hinunter zurück auf die Mosel.
Ein 110 Meter langes Schiff kann übrigens nicht überall einfach umkehren. Die Saar und die Mosel sind auf lange Strecken schmale Flüsse. Es gibt sogar einige Stellen, an denen zwei grosse Schiff nicht mehr kreuzen können.
So musste der Kapitän unser Schiff zuerst bis zu nächsten Schleuse bringen, hinter der es eine Stelle gibt, die breit genug ist, dass ein solches Schiff wenden kann. Also hiess es erst durch die Schleuse flussaufwärts fahren, dann drehen, und dann zurück durch die Schleuse flussabwärts.

Während der Nacht werden wir nun die Saar und dann die Mosel hinunter bis hinter Trier fahren, wo wir am Morgen in Schweich anlegen werden.
Von dort wird’s dann auf den Ausflug nach Trier gehen.

Stay tuned.

Der 42m hohe Turm am Ende des Baumwipfelpfades

Flussschifffahrt 2025: Luxemburg

In der letzten Nacht und am heutigen Vormittag fuhren wir weiter die Mosel hoch, bis wir in Grevenmacher im Grossherzogtum Luxemburg anlegten.

Nach dem Mittagessen ging’s in zwei Bussen in die Stadt Luxemburg, die wir nach einer Dreiviertelstunde erreichten.

Luxemburg ist ein sehr kleiner, souveräner Staat, der sehr reich ist.
Dieser Staat lebt vom Finanzwesen und der Europäischen Union. Zwar haben die, wie wir in der Schweiz, das Bankgeheimnis aufgeben müssen, und dadurch sehr grosse Summen an Kundengelder verloren. Aber sie fanden eine weitere Geldquelle in Form von Fonds. 😉
Dazu kommen sehr tiefe bis gar nicht existente Steuern, die das Land als europäischen Sitz von grossen, international tägigen Firmen wie zB AMAZON sehr interessant machen.
Ausserdem ist Luxemburg einer der Gründerstaaten der EU und Sitz mehrerer EU-Behörden wie zB. dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), dem Europäischen Rechnungshof und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Auch Teile des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission sind dort angesiedelt.
Dies brachte gut bezahlte Arbeit für Tausende von EU Beamten in die Stadt. So sind allein die Übersetzer und Dolmetscher für 24 Sprachen des EuGH in drei (!) Hochhäuser untergebracht. Und diese Leute brauchen alle eine Wohnung und leben in der Stadt.
Durch die kleine Einwohnerzahl und das viele Geld im Land ist das Bruttosozialprodukt von Luxemburg eines der höchsten der Welt.

Wie reich der Staat ist, sieht man unter anderem daran, dass der gesamte öV in der Stadt gratis ist. Man steigt einfach in ein Tram ein und fährt mit, soweit man will.
Und weil man im Stadtzentrum keine hässlichen Oberleitungen für die Strassenbahn wollte, haben die Trams ins Luxemburg grosse Batterien, die während der Fahrt in den Aussenquartieren (mit Oberleitungen) aufgeladen werden, um dann im Zentrum ohne externe Stromquelle fahren zu können. 🙂
Ausserdem wird überall gebaut oder ist alles neu. Zur Zeit baut ArcelorMittal, der zweitgrösste Stahlkonzern der Welt mitten in der Stadt ein neues Hauptquartier.
Allerdings dürften die Lebenshaltungskosten in Luxemburg auch hoch sein. Ich habe für einen Latte Macchiato in der Innestadt übr 7 Euro bezahlt.

Wir hatten eine ca einstündige Führung in der Innenstadt durch eine Norddeutsche, die schon sehr lange in Luxemburg lebt. Sie konnte sehr viel über die Stadt erzählen, auch mit geschichtlichem Hintergrund. Aber vor allem schien sie jedes Gebäude, jedes Hochhaus zu kennen und konnte uns genau sagen, wo welche Firma und welche Behörde ihren Sitz hat.
Ausserdem gab sie immer wieder Beispiele der Luxemburgischen Sprache, welche eine Mischung aus Plattdeutsch, Niederländisch und Französisch ist.
Trotz der eigenen Sprache scheint das offizielle Luxemburg Französisch als erste Sprache zu benutzen. So sind die Strassen in erster Linie französisch angeschrieben. Der Luxemburgische Strassenname ist auf den Strassenschilder an zweiter Stelle unter dem französischen Namen in viel kleinerer Schrift erwähnt.

Wir kamen auch an Orte, in dem das alte Luxemburg zu sehen war: Vauban-Schanzen, alte Befestigungsanlagen, Klöster auf den vorherigen Jahrhunderten, etc.
Luxemburg macht auf den ersten Blick den Eindruck von Hochhäuser, Stahl & Beton, und das alles sehr neu. Aber es gibt auch einen älteren Teil. 🙂

Um 21:45 legte unser Schiff hier in Grevenmacher ab. Wir fahren ein Stück zurück die Mosel hinunter bis zur Einmündung der Saar. Dann fahren wir die Saar hinauf bis nach Mettlach, wo wir am Morgen anlegen werden. Damit wir werden wir wieder in Deutschland sein.

Stay tuned.

Hôtel de Ville de Luxembourg

Flussschifffahrt 2025: Ein erster Landgang

Diesen Beitrag muss ich kurz halten. Es ist jetzt schon nach 23:00 und ich bin eben erst wieder zurück an Bord gekommen, nachdem ich den ganzen Abend in Traben-Trarbach Nachtaufnahmen gemacht habe.

Während der Nacht sind wir bei Koblenz vom Rhein in die Mosel abgebogen und haben am Morgen früh in Cochem angelegt.
Nach dem Frühstück ging es auf eine Stadtführung mit Besuch der Reichsburg.
Das Wetter hielt sich gut. Der Himmel war bewölkt und während der Stadtführung hatten wir kurz leichten Nieselregen. Ansonsten blieb es heute trocken.
Als wir um Mittag weiiterfuhren, kam dann auch noch die Sonne zurück.
In Cochem war dieses Wochenende Weinfest. Überall in der Stadt standen Probier- und Verkaufsstände, und als wir nach 10:00 von der Burg herunter kamen, füllten sich die Gassen nach und nach mit Touristen und Einheimischen, die alle ans Weinfest gingen.

Am Nachmittag fuhr das Schiff weiter die Mosel hinauf bis nach Traben-Trarbach, wo wir nun bis Mitternacht liegen.
Auf dem Abendprogramm stand eine Weinprobe auf dem Schiff, die ich gerne ausliess. Stattdessen ging ich mich auf eigene Faust mit Kamera und Stativ in das Städtchen und machte ein paar Nachtaufnahmen.

Um Mitternacht fährt das Schiff dann weiter, bis wir morgen Mittag in Grevenmacher anlegen werden, von wo aus ich am Nachmittag an einem Ausflug nach Luxemburg teilnehmen werde.
Der Wetterbericht für Luxemburg sieht nicht allzu schlecht aus, und ich hoffe, es bleibt während der Stadtführung trocken.

Stay tuned.

Reichsburg Cochem

Flussschifffahrt 2025: Ein ganzer Tag auf dem Fluss

Heute haben wir den ganzen Tag nie irgendwo angelegt. Und ausser einer halbstündigen Information und den Mahlzeiten gab es auch sonst keine Termine an Bord. „Liegen lang“ war angesagt.

Das Wetter änderte sich immer mal wieder, aber der Tag begann nach Gewittern in der Nacht mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Das hielt bis zum frühen Nachmittag an. Dann kamen einige Wolken und kurz vor dem Abendessen ein Regenschauer.
Aber jetzt, um 22:00, während ich diese Zeilen schreibe, ist der Himmel wieder grösstenteils klar und man sieht den zunehmenden Mond.

Insofern gibt es auch von heute nicht viel zu berichten. 😉
Abgesehen davon, dass ich mir am Morgen im Gesicht und auf dem Kopf einen Sonnebrand geholt habe… 😦
Durch den kühlenden Fahrtwind habe ich nicht gespührt, wie intensiv und heiss die Sonne wirklich war. Und ich habe keine Kopfbedeckung getragen…
Ein Fehler, den ich ab sofort korrigieren werde. Schliesslich habe ich die Basecap dafür mitgenommen.

Wir sind den ganzen Tag gut vorangekommen. Durchschnittlich sind wir um die 18 km/h gefahren. Das ist für ein Schiff dieser Grösse auf einem Fluss recht schnell. Der Grund liegt in der grossen Wassermenge, die der Rhein dank der Gewitter in der Schweiz und Süddeutschland hat. Das Wasser „treibt“ uns quasi den Rhein hinab.

Auf unserem Weg nach Norden passierten wir etliche Städte wie zum Beispiel Speyer, Mannheim, Worms, Mainz, Wiesbaden oder Eltville am Rhein.

Vor einer halben Stunde haben wir die berühmte Lorelei passiert. Aber wegen der Dunkelheit hat man nichts davon gesehen.
Das macht aber nichts, da wir auf der Rückfahrt bei Tageslicht daran vorbeifahren werden. Dann werden wir auch mehr von den vielen Burgen und Schlösser sehen, die es hier gibt.
In ca 2 Stunden werden wir Koblenz erreichen, wo wir in die Mosel einbiegen werden.
Und morgen früh werden wir in Cochem anlegen, wo wir am Morgen an einer Stadtführung teilnehmen können.

Stay tuned.

Dom zu Speyer

Flussschifffahrt 2025: Auf dem Rhein nach Norden

Heute habe ich meine erste Flussschifffahrt angetreten.
Ich betrachte das als ein Experiment. Ich kenne diese Reiseart noch nicht. Wenn mir diese Fahrt gefällt, dann kann ich mir vorstellen, noch weitere zu machen.

Die Fahrt führt auf dem Rhein, der Mosel und der Saar von Basel nach Trier und zurück. Sie dauert zehn Tage und neun Nächte.
Ich fahre auf der MS Edelweiss mit der Firma Thurgau Travel. Das Schiff ist 110 Meter lang und 11 Meter breit. Es hat 90 Kabinen für maximal 180 Passagiere, und 50 Mann Besatzung, aus aller Herren Länder.

Heute Mittag bin ich also mit dem Zug nach Basel gefahren, wo ich gegen 15:00 an Bord der MS Edelweiss ging. Ich hatte Glück, denn entgegen der Wettervorhersage regnete es weder zu Hause, als ich aus dem Haus ging, noch in Basel, als ich auf das Schiff ging. Allerdings begann es gleich nach Ablegen in Kübeln zu schütten. Aber auch das hielt nicht lange an.
Den Koffer konnte ich an Land stehen lassen. Er wurde von der Crew direkt in meine Kabine gebracht. Nach dem Check-In wurde ich durch einen Angestellten zur Kabine geführt. Top Service.
Ich habe eine Kabine auf dem Mitteldeck mit französischem Balkon gebucht, inklusive Vollpension und dem ganzen Ausflugspaket.
Durch die frühe Buchung (im November letztes Jahr) kriegte ich 20% Frühbucherrabatt. Ausserdem musste ich für die Alleinbenützung der Doppelkabine keinen Zuschlag bezahlen.

Um 16:00 legten wir ab und begannen unsere Fahrt den Rhein hinunter. Bis nach dem Abendessen hatten wir schon drei Schleusen passiert.
Nach dem Auspacken und Einrichten in der Kabine standen verschiedene Begrüssungen und Orientierungen sowie das erste Abendessen auf dem Programm.
Bis jetzt kann ich über die Küche nur Gutes sagen und das Servicepersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit.
Und ein äusserst positiver Aspekt: Die Portionen sind nicht sehr gross, aber wenn man noch will, kann man nachbestellen.
Angesichts von drei Mahlzeiten an Bord mit bis zu vier Gängen (Abendessen) ein ganz wichtiger Umstand. Man kann alles probieren, ohne sich zu „überfressen“. 😉 Allerdings habe ich heute auch so bereits einen Gang ausgelassen.
Normalerweise lasse ich auf einem Schiff das Mittagessen aus. Ich schaue morgen mal, was wieviel serviert wird, und entscheide dann, wie es hier mit dem Mittagessen handhabe. Es wird auch ein Mittagessen light angeboten mit Salatbuffet, Sandwiches und Pasta. Das könnte das sein, was mir am Besten passt. Mal` schauen,

Das Schiff scheint nicht ganz ausverkauft zu sein. Beim Abendessen blieben einige Tische leer. Ausserdem hat mir jemand erzählt, dass auf dem untersten Deck auch einige Kabinen leer stünden.
Das Publikum besteht grösstenteils aus älteren Schweizern. Ich bin vermutlich der Jüngste an Bord. Grau ist hier die dominierende Haarfarbe… 😉

Morgen sind wir den ganzen Tag auf dem Fluss und werden am Samstagmorgen in Cochem ankommen, wo es den ersten Ausflug geben wird.

Stay tuned.