Heute Morgen war der Regen hier in Turin weg, und die Sonne drückte stellenweise durch die Wolken. Danke eines leichten Windes änderte sich dies zwar immer wieder ein wenig, aber heute konnte man die Sonnenbrille wirklich gebrauchen. 🙂
Am frappantesten war allerdings der Temperaturanstieg von 10 Grad gesten auf gute 20 Grad heute.
Am Abend begann es zwar während dem Abendessen wieder zu regnen, aber zum Einen war das kaum der Rede wert und zum anderen fielen die Temperaturen kaum.
Auf jeden Fall habe ich bis halb acht draussen gegessen. 🙂
Wie geplant bin ich also heute auf den Markt auf der Piazza della Repubblica gegangen.
Dieser Markt ist riesig und es wimmelt nur dort so von Leuten. Mir ist aufgefallen, dass die Fleisch-, Fisch-, Früchte- und Gemüseverkäufer zu einem grossen Teil Italiener/innen waren, während bei den Kleider-, Haushaltwaren-, „Schmuck“- und Ramschständen vorwiegend Arabisch gesprochen und geschriehen wurde.
Und ich habe ein beträchtliche Anzahl Bettler und Ramschverkäufer mit sehr dunkler Hautfarbe gesehen. Die Bettler auf dem Markt erschienen mir zudem äusserst aggressiv und hardnäckig. Ich war innerlich mehr als einmal kurz davor, einem solchen Bettler physisch deutlich zu machen, dass er mich in Ruhe lassen soll.
Mir hat es dort sehr gefallen: Sehr viele Eindrücke, sehr viele Fotomotive, sehr viele Beobachtungen. ICh hätte den ganzen Tag dort verbringen können.
Und wenn ich hier wohnen würde, würde ich wohl öfters hier einkaufen. Die Waren, besonders die Früchte und das Gemüse machten mir einen sehr guten, frischen Eindruck.
Danach bin ich ins Museo Egizio.
Das Ticket hatte ich vor vier Tagen online gekauft.
Vor dem Museum gab es keine Schlange, denn heute Montag hatte es deutlich weniger Leute in der Stadt als am Wochenende. Soweit schon mal gut.
Aber trotzdem war das Museum gut gefüllt. Und die vielen Gruppen, die mit einem Führer durch die Gänge und Säle gingen, machten es auch nicht immer einfach, die Objekte genauer zu betrachtten.
Eine beeindruckende Sammlung, das ist sicher. Und ich bin mir auch sicher, dass ihr Beitrag zur Erforschung des alten Ägyptens sehr gross ist. Immerhin wurde Italien von Ägypten nach der Rettung von Abu Simbel für sein Mitwirken und seine Unterstützung mit einem kompletten Tempel beschenkt!
Dieser wurde im Museo Egizio wieder aufgebaut.
Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass auch diese Sammlung das Ergebnis von grossangelegten, als archäologische Forschung getarnten Grabplünderungen ist: die Engländer, die Deutschen, die Franzosen und offenbar auch die Italiener bedienten sich in Ägypten, wie sie wollten. Und die kaum existente und verarmte ägyptische Regierung machte damit ein gutes Geschäft…
Heute Abend konnte ich dann doch noch einige Nachtbilder schiessen.
Da der Nieselregen nach dem Abendessen praktisch aufgehört hatte, bin ich noch für zweieinhalb Stunden mit der Kamera in die Stadt gegangen: Piazza Castello und Piazza San Carlo sowie die Via Roma.
Da ich jedes Bild mit der sogenannten Bracketing-Methode, also als Belichtungsreihe aufnahm, sind so über 600 Rohbilder zusammengekommen. Effektiv wird das Ergebnis zahlenmässig überschaubar sein. Viele dieser Bilder sind ausserdem Testaufnahmen, die ich später sowieso löschen werde.
Morgen geht’s schon wieder nach Hause.
Turin ist eine tolle Stadt, die viel zu bieten hat. Vier volle Tage und fünf Nächte reichen bei Weitem nicht, um alles zu sehen und kennenzulernen. Dafür braucht es wohl regelmässige Besuche über Jahre.
Ich nehme mal an, ich bin nicht das letzte Mal hier gewesen… 😉




