Auffahrt 2022: Kurztrip nach Florenz

Flagge_ItalienHeute bin ich nach Florenz geflogen, um über das verlängerte Wochenende die Hauptstadt der Toscana ein bisschen kennenzulernen.

Ich bin um ersten Mal hier und habe bisher nur von dieser Stadt gelesen oder gehört.
Ich wusste, dass es die Stadt der Medici war, bis diese Dynastie der Renaissance im 17. Jahrhundert ausstarb.
Ich wusste auch, dass sich im Mittelalter viele bekannte Künstler zeitweise in Florenz niederliessen; zum Beispiel  Botticelli, Michelangelo und  Leonardo da Vinci. Aber auch Philosophen, Politiker und Gelehrte wie Machiavelli und Galileo Galilei lebten und arbeiteten hier.
Florenz war im Mittelalter ein kultureller und finanzieller „Hotspot“ in Italien, das Zentrum der Macht schlechthin neben dem Vatikan. Immerhin waren die Medici während einer gewissen Zeit die Bankiers des Papstes.

Die Stadt ist voll von Geschichte und Kultur. Ich werde in den nächsten zwei Tagen wohl nur einen Bruchteil davon sehen.
Das liegt aber nicht nur an der Fülle von Museen und Orten, die ich besichtigen könnte. Es liegt auch daran, dass die Stadt voll Touristen ist. Nach Rom dürfte Florenz einer der grössten Touristenmagnete Italiens sein.
Die Ankunft am kleinen Flughafen von Florenz war ziemlich chaotisch. Das Gepäck von sechs Flugzeugen (aus Paris, London, Kopenhagen und Zürich) kam auf den drei einzigen Gepäckbändern fast gleichzeitig. Das Gedränge war unbeschreiblich. Und eine Maske trug auch da kaum jemand, obwohl es immer noch gesetzlich vorgeschrieben ist, im öffentlichen Verkehr und in Innenräumen, die öffentlich zugänglich sind, eine FF2-Maske zu tragen. Aber das ignorieren die meisten hier im Flughafen und Bahnhöfen. Bloss ab und zu sieht man einen Touristen, der sich daran hält.

Entsprechend gross ist auch der Andrang bei den Museen, in den Strassen drängeln sich die Leute und die Restaurants sind voll. Ich musste heute in der Innenstadt eine Weile suchen, bis ich eine Gelateria fand, bei der ich nicht auf der Strasse anstehen musste. Und ich stehe aus Prinzip nur an, wenn es nicht anders geht, aber ganz sicher nicht für ein Museum, bei dem ich Eintritt zahlen muss. Oder in einem Restaurant. Das überlasse ich gerne den amerikanischen Touristen, von denen es hier mehr als genug hat.
Zu letzteren habe ich übrigens eine interessante Beobachtung gemacht: Die Florentiner scheinen nicht wirklich gut Englisch zu sprechen (wenn, dann mit starkem Akzent). Sie tun es, aber wenn einer ein paar Brocken Italienisch spricht, wird er sofort ein bisschen aufmerksamer bedient. 😉 Irgendwie kommt mir das bekannt vor, aus meiner Militärzeit in der Romandie.
Ich versuche Italienisch zu sprechen, so lange ich mich verständlich machen kann. Denn so bin ich für die Einheimischen hier sicher keine Amerikaner…
Dazu kommt, dass ich von dem Italienisch, das hier gesprochen wird, einiges verstehe. Nicht immer alles, aber ich komme zurecht. Soweit ich weiss, hätte ich weiter südlich viel mehr Mühe, die Leute zu verstehen.
Die vier Jahre Italienischkurs in der Migrosklubschule Winterthur zeigen langsam Wirkung. 😉

Mein Italienisch ist weit davon entfernt, gut zu sein. Aber es hat heute schon gereicht, dass ich mein Taxi zum Flughafen am Sonntag schon organisiert habe. Ich muss bloss noch den Taxifahrer anrufen, um die Zeit durchzugeben, zu der er mich abholen soll.
Und die gesamte Konversation mit dem Kellner beim Abendessen lief in Italienisch.

Im Übrigen habe ich heute mindestens vier Autos mit Schweizer Kennzeichen gesehen, die sich durch den dichten Innenstadtverkehr quälten. Ich habe neben Englisch viel Französisch und ab und zu auch ein bisschen Deutsch gehört.
Lustig wurde es beim Abendessen, als am Nebentisch zwei Französinnen bestellen wollten und weder die beiden jungen Damen noch die Kellnerin gut Englisch konnten, von Italienisch resp Französisch ganz zu schweigen. 🙂

Es ist verdammt heiss hier, über 30 Grad Celsius.  Heute Abend gegen sieben lief mir beim Abendessen auf der Piazza di Santa Maria Novella immer noch der Schweiss in Strömen hinunter. Und morgen soll es am Nachmittag bis zu 34 Grad werden.
Das pure Gegenteil ist mein Hotelzimmer. Das ist völlig OK mit einem grossen, bequemen Bett. Aber das Erste, das ich machen musste, als ich ankam, war die Klimaanlage hochzudrehen. Und ich werde sie in der Nacht wohl abstellen, sonst erkälte ich mich noch.

Heute habe ich mich ein wenig in der Stadt umgeschaut. Morgen ziehe ich mit der Kamera los. Das Wetter soll schön und heiss sein.

Natürlich habe ich auch heute ein paar Bilder geschossen. Allerding hatte ich aus Bequemlichkeit die kleine Kamera dabei. Ich werde nach meiner Rückkehr auch wieder eine Galerie anlegen und diese hier verlinken.

Stay tuned.

Norwegen 2022: Ein entspannter Tag in Oslo

Flagge_NorwegenHeute habe ich es langsam angehen lassen.
Ich hatte noch zwei „Pflichtziele“ zu absolvieren, die ich mir vorgenommen hatte.
Wobei das eine, der Oslo Reptilpark, durch mein reines Interesse auf die Liste gekommen war. Und das andere, die St Olav bokhandel eine Verkaufsstelle für Tautra Klosterkrem ist.

Der Oslo Reptilpark ist ein kleiner, privater Zoo mitten in Oslo, in dem, wie der Name schon sagt, Reptilien gehalten werden.
Das grösste Tier, das in dem Zoo gehalten wird, ist ein Albino Python. Aufgrund der Grösse und der Zeichnung könnte es sich dabei um einen Tigerpython (Python molurus) handeln. Ich bin mir aber nicht sicher, und habe nicht daran gedacht, das Schild am Terrarium zu lesen.
Ausserdem haben die dort auch einen Brillenkaiman (Caiman yacare) und eine Abgottschlange (Boa constrictor).
Der Rest der Tiere ist deutlich kleiner und reicht von einigen sehr interessanten und schönen, aber ungiftigen Schlangen über Geckos, Chamäleons und Taranteln bis zu den sogenannten Pfeilgiftfröschen, die zum Teil nur ein bis zwei Zentimeter gross sind.
Die sogenannten Pfeilgiftfrösche sind in Gefangenschaft nicht giftig, weil sie das Gift auf ihrer Haut (eine Verteidigungsmassnahme) von Insekten beziehen, die sie in freier Wildbahn fressen. Wenn nun in Gefangenschaft eben diese besonderen Insekten fehlen, fehlt dem Frosch auch das Gift.
Die Angestellten des Zoos, alles sehr junge Leute, spazieren zudem regelmässig mit einem ausgewachsenen Königspython (Python regius) durch die Räume, und bieten den Besuchern die Gelegenheit an, eine lebende Schlange in den Händen zu halten. Niemand muss, jeder kann.
Das hat heute bei zwei Teenagern im Alter von ca 15 Jahren zu panischen Reaktionen geführt. Als die die Schlange in einer Entfernung von zwei bis drei Metern in den Händen der Pflegerin sahen, ging sofort ein lautes Geschrei los (zum Glück hören Schlangen nichts…). Die Mädchen versteckten sich hinter dem nächsten Terrarium und zitterten und weinten, als ob sie gleich sterben müssten. Ein Wunder, dass keine zusammengeklappt ist.
OK. Ich weiss, dass es Leute gibt, die Ophidiophobie (Angst vor Schlangen) haben. Es gibt ja auch Leute, die an Archanophobie (Angst vor Spinnen) leiden.
Und ich bin selbst der Meinung, dass man Schlangen mit Respekt begegnen muss. Man muss sie kennen und wissen, wie man mit ihnen umgehen muss.
Aber so etwas wie heute habe ich noch nie erlebt. Das waren ziemlich heftige Reaktionen.
Die Schlange war weit weg, definitiv ausser Reichweite. Und gleichzeitig hatten die Mädchen offenbar mit all den Schlangen, Spinnen und Skorpionen hinter Glas kein Problem, obwohl sie direkt davor standen.
Und es half auch nicht, dass die erwachsenen Begleiter und weitere Mädchen der gleichen Gruppe die Schlange ohne Scheu in die Hände nahmen.

Direkt um die Ecke des Oslo Reptilpark liegt die katholische Buchhandlung St Olav bokhandel, eine von zwei Verkaufsstellen der Tautra Klosterkrem. Eigentlich ganz bequem für mich. Damit konnte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Aber leider war dort die Handcreme, die ich wollte, ausverkauft. Also machte ich mit auf zur anderen Verkaufsstelle, einer weiteren katholischen Buchhandlung. Dort kriegte ich, was ich wollte. Somit habe ich nun einen guten Vorrat an diesen Cremes.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem gemütlichen Stadtbummel, bei dem ich mir auch den neuen Stadtteil östlich des Zentralbahnhofs angeschaut habe.
Dabei entdeckte ich im Hafenbecken in der Nähe der Oper den Grund, weshalb plötzlich ich plötzlich so viel Deutsch in den Strassen hörte. Die AIDAluna hatte in der Nacht oder am Morgen in Oslo angelegt. Dieses Schiff erlangte einige Berühmtheit, als am 9. September 2018 gegen 4 Uhr morgens der deutsche Sänger Daniel Küblböck vor der Küste Neufundlands von Bord der AIDAluna verschwand, während sie sich auf einer 17-tägigen Kreuzfahrt von Hamburg nach New York befand.
Jedenfalls ergoss sich dadurch natürlich ein Schwall (das Schiff kann 2’000 Passagiere aufnehmen) von vorwiegend deutschen Kreuzfahrttouristen in die Stadt. 🙂

Auch von heute gibt es Bilder auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Sightseeing in Oslo

Flagge_NorwegenHeute bin ich nun etwas durch Oslo gestreift.
Ich habe mir zuerst den Oslo Pass besorgt, mit dem ich die nächsten 2 Tage gratis mit den öV fahren kann, und in dem etliche Museen inklusive sind. Danach bin ich los in die Stadt.
Es war Sonntag und das Wetter war angenehm: der Himmel war bewölkt, aber die Sonne drückte durch.
Dies führte zu sehr angenehmen Temperaturen, besonders an der bekannten Aker Brygge Promenade, wo es unter anderem auch einen Yachthafen gibt. Die Leute genossen die Sonne an der Promenade, einige auf ihren privaten Motoryachten.

Zuerst habe ich „The Viking Planet“ besucht. Das ist Norwegens erstes digitales Museum über die Wikinger, ihr Leben, ihre Kultur und ihre Raubzüge.
Das Museum wartet mit Präsentationsformen wie 270 Grad Kino und Hologrammen auf. Und es gibt eine Selfie-Station, in der man sich vor einem freiwählbaren Hintergrund in Wikingerrüstung fotografieren lassen kann. Die Bilder kann man sich entweder per SMS oder al EMail zuschicken lassen. Ich habe das aus Jux einmal ausprobiert. Die Resultate sind auf dem Server…

Meine nächste „Station“ war das Rathaus, das aussieht wie eine Burg. Für mich hat der Bau irgendwie etwas Abschreckendes. Ich möchte weder dort arbeiten, noch hineingehen müssen. Allerdings soll es im Inneren sehr schön ausgestaltet sein. Ich konnte heute aber nicht hinein.
Hier wird jeweils am 10. Dezember der Friedensnobelpreis verliehen. Während alle anderen Nobelpreise in Stockholm verliehen werden, gehört der Friedensnobelpreis den Norwegern.

Gleich gegenüber vom Rathaus steht das Nobel Friedenszentrum (Nobels Fredssenter), direkt neben dem Nationalmuseum. Die Ausstellung dreht sich ausschliesslich um das Thema Frieden und Alfred Nobel. Ich war vor drei Jahren schon einmal da. Aber das ist immer wieder interessant.
Spannend finde ich immer noch den Gegensatz, dass Alfred Nobel als Erfinder des Dynamits (der stabileren Form von Nitroglyzerin) gilt, und in seinem Testament unter anderem die Stiftung eines Friedenspreises („ein Teil an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat“) verfügte.

Nachdem ich etwas an der Aker Brygge Promenade gesessen hatte, ging ich zum königlichen Schloss hoch, gerade noch rechtzeitig zur Wachtablösung.
Wenn man der Zeremonie zuschaut, fällt einem auf, dass die Soldaten (und ihre Vorgesetzten), die am Schloss Wachdienst verrichten, sehr jung sind. Dies im Gegensatz zum Beispiel zu den Wachen am Buckingham Palace in London.
Der Grund dafür ist ganz einfach, dass es sich in Norwegen um Wehrpflichtige handelt, die kaum 20 Jahre alt sind, während es in London Berufssoldaten sind, die erst nach einige Dienstjahren zu der Ehre kommen, für den Wachtdienst eingesetzt zu werden.
Eine weitere Besonderheit gegenüber England ist hier der sichtbar grosse Anteil an Frauen, sowohl bei den Mannschaftsgraden wie auch bei den Kadern. Die heutige Wachtpatroullie, die die stehenden Wachen ablöste, bestand je zur Hälfte aus jungen Männern und Frauen, und wurde von einem weiblichen Unteroffizier geführt.
Auch das ist recht einfach zu erklären: Norwegen hat 2015 die Wehrpflicht für Frauen eingeführt.

Auf meinem Rückweg vom Schloss zum Bahnhof traf ich unweigerlich auf etwas, das heute überall in Europa stattfand: dem 1. Mai Umzug.
Sehr gut organisiert und strukturiert: Die einzelnen Gruppen kam schön geordnet hintereinander auf der Umzugsrute daher. Mir kam es ein bisschen vor wie ein Fasnachtsumzug: eine Narrenzuft oder Clique nach der anderen. Alles sehr gesittet und friedlich. Auch die Punks vom schwarzen Block, die als letzte Gruppe am Umzug teilnahmen, fielen lediglich durch laute Musik auf. Musik, die so laut war, dass man ihre skandierten Parolen kaum hörte.
Thematisch wurde auch hier das ganze Repertoire des altsozialistischen Klassenkampfes heruntergespult: „Völker aller Länder vereinigt Euch„, „Solidarität“ (welche war allerdings nicht ganz klar), „Der Kapitalismus ist an allem schuld“ (da marschierten doch tatsächlich welche mit Marx-Schildern). Man sah auch Transparente mit der Forderung „Norwegen raus aus der NATO„, etc.
Und nach den politischen Gruppierungen (weitgehend bestehend aus alten 68ern, ungepflegten Neo-Hippies und Ausländern, die kaum verstanden, weshalb sie hier mitliefen) kamen die ausländischen Minderheiten:  Kubaner (die von der Pro Castro Front, nicht die vom Regime verfolgten), Palästinenser, Chinesen, Afghanen und auch die Kurden (mit grossen Öcalan Transparenten).
Und am Schluss (aber immer noch vor dem schwarzen Block) eine grossen Gruppe Ukrainer mit einer riesigen Ukrainefahne.
Und da passierte etwas, das mich beeindruckte: Während die Leute am Strassenrand und in den Cafés dem Umzug mehr oder weniger interessiert zuschauten und den einen oder anderen Teilnehmer bejubelten, standen plötzlich alle an der Strecke auf und applaudierten den Ukrainern. Die Haltung der Norweger zu Putins Invasion in die Ukraine ist hier überall deutlich zu sehen: Riesige Ukraine Flaggen an den Hochhäusern, übergrosse Schriftzüge auf Hügeln (zB in Kristiansund), gelb-blaue Beleuchtungen. So war auch die Reaktion der Menschen.

Alles in allem ein sehr friedlicher Tag ohne Chaoten. Zumindest habe ich nichts mitbekommen. Und dazu kam noch ein weiterer Faktor: Fussball.
Heute fand in Oslo auch noch der Pokalfinal der Norwegischen Meisterschaft statt. Die beiden Fangruppen aus Bodø und Molde bevölkern in ihren gelben resp blauen Shirts die Stadt seit gestern. Allerdings auch hier: Keinerlei Keilereien, trotz heftigem Bierkonsum. Nicht einmal Sprechchöre in der Innenstadt. In den Restaurant sitzen heute Abend Fans beider Mannschaften nebeneinander beim Abendessen, ohne auch nur ein bisschen laut zu werden. Das kenne ich so gar nicht.

Morgen möchte ich noch in den Oslo Reptile Park und eventuell fahre ich auf die Museumshalbinsel. Dort war ich vor drei Jahren im Wikingerschiffmuseum. Das ist aber nun wegen Renovation für fünf Jahre geschlossen. Aber es gibt immer noch das Freilichtmuseum und das Kontiki-Museum. Mal schauen, nach was mir der Sinne stehen wird.

Auch von heute gibt es Bilder auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Die letzte Etappe nach Oslo

Flagge_NorwegenDie heutige, letzte Fahrt von Lillehammer nach Oslo hat wie erwartet nicht lange gedauert. Der grösste Teil der Strecke auf der E6 war gut ausgebaute Autobahn, auf der man 110 km/h fahren durfte.
Ausserdem ist heute Samstag. Da war kaum Verkehr, und schon gar keine Lastwagen unterwegs.

Also bin ich nach eineinhalb Stunden am Flughafen Oslo Gardermoen angekommen, bin ins Parkhaus 10 gefahren, wo die Mietwagenfirmen ihren Standort haben, und habe meinen Suzuki auf einen Parkplatz von Europcar gestellt. Als ich das Auto formell zurück- und den Schlüssel abgeben wollte, musste ich feststellen, dass der Schalter von Europcar am Samstag jeweils geschlossen ist. Man solle doch den Schlüssel einfach in die Box einwerfen, hiess es auf einem Aushang. Das habe ich dann getan und bin zum Flytoget Terminal gegangen.
Damit war der Teil Roadtrip meiner Reise abgeschlossen. Ich warte noch, bis ich die Abrechnung von Europcar erhalten habe (schliesslich muss ich noch die Maut und die Fähren bezahlen), aber ich schätze, dass ich in 18 Tagen ca 2’300 Kilometer gefahren bin.

Mit dem Flytoget Zug kommt man in 20 Minuten von Flughafen zum Osloer Zentralbahnhof, und somit mitten in die Stadt.
Eigentlich würde es in diesem Zug Ruhewagen (wie man das auch von den SBB kennt) geben. Das ist auch so angeschrieben in Norwegisch und Englisch.
Das nützt aber nichts, wenn sich zwei portugiesische Familien (oder vielleicht waren es auch Brasilianer) mit kleinen Kindern, aber nur mit rudimentären Englischkenntnissen, ausgerechnet in dem Ruhewagen niederlassen, in dem ich schon Platz genommen hatte.
Die Erwachsenen haben die ganze Strecke laut mit einander diskutiert (irgendwie hatte ich das Gefühl, jeder wollte sich mit der Lautstärke gegen die anderen durchsetzen), während die Kleinen unbeaufsichtigt herumkreischten oder auf dem Handy irgendwelche Filme schauten.
Nach kurzer Zeit fand ich, dass Verhütungsmittel eigentlich eine grossartige Erfindung wären.

Da ich schon zur Mittagszeit in Oslo angekommen war, konnte ich noch nicht im Hotel einchecken. Das ging erst ab 15:00, und ich hatte keine Lust, zusätzliche 100 Kronen für den „early check in“ zu bezahlen. Also liess ich mein Gepäck in der Gepäckaufbewahrung des Hotels, nahm meine Kamera und ging in die Stadt.

Als erstes ging ich zur Oper, die sich direkt gegenüber des Bahnhofs, in dem auch mein Hotel ist, befindet. Die spezielle Bauweise der Osloer Oper erlaubt es nicht nur, auf dem Dach herumzuspazieren. Ihre Bühne liegt auch unterhalb der Meeresspiegels. Und auch sonst ist die Architektur besonders und auf jeden Fall sehenswert.

Während am Morgen auf der Fahrt hierher die Sonne schien, war der Himmel nun am Nachmittag komplett mit Wolken verhangen. Die Temperaturen lagen bei ca 13 Grad, was mir ohne Wind durchaus als angenehm erschien.

Von der Oper ging ich noch zum Parlamentsgebäude, dem Stortinget.
Dieses liegt an der Karl Johans gate, der Haupt- und Prachtstrasse in Oslo. Diese Strasse verbindet den Hauptbahnhof in gerade Linie mit dem königlichen Schloss, und ist zu einem grossen Teil Fussgängerzone.

Und hier war heute Nachmittag etwas los. Menschen, wohin das Auge blickte. So etwas hatte ich bisher bloss in London und New York gesehen. Offenbar lockte das angenehme Wetter in Verbindung mit dem arbeitsfreien Samstag die Leute auf die Strasse. 🙂

Rund um das Stortinget finden eigentlich ständig irgendwelche politischen Demos statt. Meistens sind das bloss ein paar Leute, welche einen Stand mit einer Flugblattaktion und Megaphondurchsagen betrieben.
Heute ging es um die Coronapolitik der chinesischen Regierung, die zur Unterdrückung von Falun gong Anhängern benutzt wird. Vor drei Jahren, als  ich das letzte Mal da war, waren es die Exilafghanen.
Die Norweger lassen das im Allgemeinen gewähren und beachten die Aktionen kaum. Allerdings standen im Umkreis einer Flugblattaktion von drei vermutlich rechtsgerichteten Aktivisten in der Fussgängerzone mindestens zehn Polizisten sowie sämtliches Security-Personal der umliegenden Luxusläden. Ich habe nur Polizei gesehen, musste aber in den Leuten richtiggehend nach dem Grund der Präsenz suchen.
Ich denke, Norwegen ist auch 11 Jahre nach den Anschlägen von Breivik sehr sensibel, wenn es um rechtsextremes Gedankengut geht.

Hier in Oslo bleibe ich noch für drei Tage, bevor ich dann am nächsten Dienstag zurück in die Schweiz fliege. Auf dem Programm steht sicher die Festung Akershus, der Hafen, eventuell das Nobel Friedenszentrum und der Reptilienpark. Weiteres werden wir sehen. Ausserdem muss ich noch ein paar Dosen Tautra Klosterkrem kaufen. Die kriegt man hier in einer katholischen Buchhandlung.

Die ersten Bilder (und auch drei Videos) von heute sind auch auf den Server hochgeladen.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Fahrt nach Lillehammer

Flagge_NorwegenHeute bin ich also in Lillehammer angekommen. Das ist die zweitletzte Station meiner Norwegenreise 2022.

Für die Fahrt hierher habe ich, wie in den letzten Tagen schon, die direkten, schnellen Autobahnen gemieden und bin übers Land gefahren.

Alles in allem war es wieder ein schöne gemütliche Fahrt von etwas mehr als vier Stunden (auf der Autobahn hätte ich es in zweieinhalb Stunden geschafft).
Entlang an endlosen Fjorden und Seen; und auch der eine oder anderen Pass war unterwegs auch noch drin. Ca 25 km vor Lillehammer habe ich (wohl das letzte Mal in dieser Saison) am Strassenrand Schnee liegen sehen und bin an einem See vorbeigekommen, der noch zugefroren war.

Das Wetter war sonnig mit einigen Wolken. Und da es weitgehend windstill war, waren die 8 bis 10 Grad ganz angenehm. Am Nachmittag, als ich nach Lillehammer kam, wurde die Wolkendecke immer dichter und die Sonne verschwand.

Lillehammer ist in der Welt allgemein bekannt als der Austragungsort der XVII. Olympischen Winterspiele 1994.
Jedenfalls mir war die Stadt dem Namen nach bekannt, auch wenn ich vor dieser Reise keine Ahnung hatte, wo sie liegt. In Norwegen halt, aber das war’s dann auch schon. 🙂
Die XVII. Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer hatte ich zudem aus Schweizer Sicht als recht erfolgreich in Erinnerung. Allerdings wurde mir erst bewusst, wie erfolgreich die Schweizer Athleten waren, als ich nachgesehen habe: Vreni Schneider gewann dort einen kompletten Medaillensatz (Slalom, Kombination, Riesenslalom). Es war ihre insgesamt dritte olympische Goldmedaille nach Calgary 1988.
Mit „Sonny“ Schönbächler gewann ein Schweizer eine Goldmedaille im FreeStyle Springen, das zum ersten Mal olympisch ausgetragen wurde. Schönbächler beendete anschliessend seine Karriere als Spitzensportler.
Die dritte Goldmedaille ging an den 2er Bob von Donat Acklin und Gustav Weder

Ich bedaure, dass ich hier in Lillehammer nur eine Nacht eingeplant habe. Ich bräuchte noch einen Tag, um mir Lillehammer anzusehen, zB den olympischen Park oder auch die grosse Schanzenanlage. Und das Clarion Collection Hotel Hammer gehört zu den besseren Unterkünften dieser Reise. Hier liesse es sich durchaus ein paar Tage aushalten.
Lillehammer hat einen kleinen Stadtkern mit einer langen Fussgängerzone voller Läden und Restaurants.
Heute habe ich in der alten Brauerei zu Abend gegessen, und hatte Gesellschaft von zwei Norwegern in meinem Alter, die beide Deutsch sprachen.
Der Eine (der Wirt der Brauerei) hatte in Bremen studiert (und gab mir gleich ein paar Kneipentipps für den Sommer), und der Andere hatte lange in Salzburg gelebt (und ist mit einer Österreicherin verheiratet).
Die Kombination ergab einen interessanten Abend. 😉
Zum Essen gab es übrigens Bratwürste (aus der lokalen Metzgerei) mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Und dazu ein Bier aus der eigenen Brauerei sowie eine Kostprobe des lokalen Schnaps. Alles in allem ein Genuss nach Tagen von Pizza (in italienischen Restaurants ohne Italiener) und Hamburgern. 🙂
Es sieht wohl so aus, dass ich wieder einmal hierher kommen muss…

Die letzte Etappe der Reise, die ich morgen fahren werde, ist mit 150 km auf der Autobahn in eineinhalb Stunden zu schaffen.
Ich fahre an den Osloer Flughafen Gardermoen, um dort meinen Mietwagen abzugeben.
Vom Flughafen nehme ich dann die Flytoget, die Flughafenbahn, die direkt zum Osloer Zentralbahnhof fährt.
In Oslo bleibe ich noch für drei Tage, bevor ich dann am nächsten Dienstag zurück in die Schweiz fliege.

Die ersten Bilder von Lille befinden sich bereits auf dem Server abgelegt. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: In der Nähe von Oslo

Flagge_NorwegenHeute bin ich nach Drammen gefahren. Damit bin ich nun in der Nähe von Oslo. Ich werde die Hauptstadt aber erst übermorgen erreichen. Vorerst bleibe ich noch ein wenig auf Distanz.

Nun ist es mit der Dauersonne leider vorbei.
Heute war der Himmel durchgehend bewölkt. Allerdings konnte die Sonne immer noch durch die Wolken drücken. Es war hell und zum Teil brauchte ich beim Fahren immer noch die Sonnenbrille, aber es gab halt keine Schlagschatten. Das Sonnenlicht war diffus.
Später, nach meiner Ankunft in Drammen, kam etwas Wind auf, der die Wolken aufriss, und die Sonne dann doch noch kurz schien.

Auf der Fahrt von Porsgrunn nach Drammen bin ich bewusst einen Umweg genommen. Auf der E18 hätte die Fahrt gerade mal eineinhalb Stunden gedauert. Aber dabei hätte ich nicht viel von der Landschaft gesehen, wie ich das gestern abschnittsweise schon erlebt hatte.
Also bin ich bewusst nur über Hauptstrassen gefahren.
Dabei habe ich die Stadt Skien entdeckt und dort spontan Halt gemacht. Wenn man durch die Stadt fährt, fällt einem als Erstes ein sehr grosses, schon fast prunkvolles Rathaus aus.
Später habe ich dann erfahren, dass Skien der Geburtsort von Henrik Ibsen ist. Dieser norwegische Dramatiker dürfte jedem Gymnasiasten während der Mittelschule mindestens einmal begegnet sein. Mir kam auf jeden Fall sofort das Theaterstück „Nora oder Ein Puppenheim“ in den Sinn, das ich an der Mittelschule einmal lesen musste.
Ich habe keine Ahnung mehr, worum es darin geht. Aber der Titel in Verbindung mit Henrik Ibsen ist mir im Gedächtnis geblieben

Hier in Drammen ist die Aass Bryggeri zu Hause, die älteste noch existierende und grösste Brauerei Norwegens. Deren Bier schmeckt im Übrigen sehr gut. 🙂

Morgen fahre ich weiter nach Norden, vorbei an der Hauptstadt Oslo bis nach Lillehammer.
Diese Stadt liegt ca 180 km nördlich von Oslo. Dem einen oder anderen kommt der Name vielleicht bekannt vor, da die XVII. Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer ausgetragen wurden.

Wie immer habe ich erste Bilder von heute bearbeitet und auf dem Server abgelegt.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Entlang der Westküste wieder nach Norden

Flagge_NorwegenDer letzte Abschnitt meiner diesjährigen Norwegenreise hat begonnen:
Ich bin nun in Porsgrunn und habe somit wieder Richtung Norden gedreht.
Seit Krisitansand (nicht zu verwechseln mit Krisitiansund, in welchem ich vor Ostern war) tauchen auf den Strassenschildern immer wieder Distanzangaben bis Oslo auf.

In Krisitansand war dann auch die E39 zu Ende. Das heisst, sie wird dort via eine Fähre in Dänemark weitergeführt.
Ich wechselte also auf die E18, welche Richtung Norden nach Oslo führt.

Leider stellte sich heraus, dass die E18 zu grossen Teilen eine gut ausgebaute Autobahn resp Autostrasse ist. Und ich bin an vielen Baustellen vorbeigefahren, an denen der Ausbau (Tunnel, Brücken, etc) weiter voran getrieben wird. Ausserdem waren darauf Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h möglich. So schnell konnte ich bisher auf der ganzen Reise nicht fahren.
So kam ich zwar zügig voran. Aber dafür war ich nicht nach Norwegen gekommen. Also habe ich immer wieder die Autobahn verlassen und bin, soweit es ging, auf Haupt- und Nebenstrassen in Küstennähe über Land gefahren.
So hatte ich eine viel gemütlichere Fahrt, während der ich auch noch etwas von der Landschaft sah. Allerdings boten sich unterwegs kaum fotogene Objekte. Entsprechend habe ich heute eine eher geringere Ausbeute an Bilder.

Doch dank des weiterhin schönen Wetters (mittlerweile sind es 15 Tage am Stück mit Sonnenschein) war es auch heute eine schöne Fahrt.

Morgens fahre ich bis Drammen. Diese Stadt liegt ca 40 km südwestlich von Oslo.
Da die Fahrt nach Drammenvon hier in Porsgrunn ziemlich kurz ist (nur ca 100 km) werde ich mir morgen bei der Routenplanung überlegen, welche Abstecher ich unterwegs noch machen kann. Und ganz sicher werde ich nicht allzu früh aufstehen und losfahren…

Natürlich habe ich für heute auch eine Galerie auf dem Server angelegt. Im Moment sind dort nur 2 bearbeitete Bilder. Aber später kommen dann noch ein paar dazu. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Noch weiter nach Süden

Flagge_NorwegenNun bin ich also in Mandal angekommen, der südlichsten Stadt Norwegens.

Heute Morgen bin ich das erste Mal seit zwei Wochen nicht von der Sonne geweckt worden. Beim Aufstehen war der Himmel komplett bedeckt. Sollte die Schönwetterperiode nun ein Ende gefunden haben?
Nein, denn zwei Stunden später, als ich in Sola losfuhr, waren alle Wolken weg, und die Sonne schien wie gewohnt. 🙂

Wie gestern angekündigt, habe ich für meine Fahrt nicht die schnelle E39 genommen, sondern die Hauptstrasse 44 entlang der Küste.
Ich versprach mir davon, etwas mehr von der Landschaft zu sehen, und auch immer wieder ans Meer zu gelangen. Und das hat sich auch so bewahrheitet.
Entsprechend länger brauchte ich dann auch für die etwas über 200 Kilometer bis Mandal, nämlich gute fünfeinhalb Stunden. Natürlich habe ich einige Stopps eingelegt, um jeweils ein paar Bilder zu schiessen.
Die Route 44 wird auch die Nordseestrasse genannt. Sie bietet nicht nur abwechslungsreiche, zum Teil spektakuläre Landschaften (zum Beispiel den Jøssingfjord). Man findet auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Informationszentren entlang der Strasse.

In Flekkefjord war die 44 dann leider zu Ende, und ich musste weiter auf der E39, die wie erwartet zum Teil als Autobahn und Autostrasse ausgebaut war. Ich kam da zwar deutlich schneller voran. Aber viel gesehen habe ich auf dem letzten Teilstück nicht.

Ich bin noch nicht dazugekommen, viele Bilder von heute zu bearbeiten, weil ich mich wegen des guten Wetters heute entschieden habe, noch ein wenig in Mandal zu bummeln und mir die Innenstadt anzusehen.
Das Mandal Hotel, in dem ich abgestiegen bin, ist übrigens brandneu und modern. Wenn man die Umgebung hier aus Google Street View anschaut, sieht man noch eine Baustelle.
Und das Zimmer hier ist mit ca 115.– Franken eines der Günstigsten dieser Reise (allerdings habe ich schon letzten November gebucht, jetzt wäre es deutlich teurer). 

Morgens fahre ich dann wieder nordwärts Richtung Oslo bis nach Porsgrunn. Dabei sind die ersten 45 km bis Kristiansand noch auf der E39. Diese endet dort und ich werde auf die E18 wechseln

Ich habe zwar nur vier Bilder von heute bearbeitet, aber die sind natürlich auf den Server hochgeladen.
–> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Ein fauler Tag in Sola

Flagge_NorwegenHeute habe ich eigentlich nichts gemacht; fast nichts. 🙂
Auf jeder meiner Reisen gibt es immer einen Tag, an dem ich keine Lust auf grosse Unternehmungen habe. Das ist nie geplant, kommt aber mit einiger Sicherheit auf jeder Reise. Meistens an einem Ort, an dem ich mehrere Übernachtungen habe. Heute war so ein Tag. 🙂

Heute bin ich in Sola geblieben, meistens im Hotel und am Sandstrand.

Einen kleinen Ausflug habe ich dennoch gemacht: Ich bin ohne bestimmtes Ziel Richtung Sola losgefahren und habe ein bisschen die Umgebung erkundet. Dabei habe ich festgestellt, dass ich dem Ort gestern Unrecht getan habe.
Was ich gestern als Ortschaft Sola annahm, war bloss ein Aussenquartier. Kein Wunder war da nichts los. Auf der anderen Seite des Flugplatzes gibt es tatsächlich ein Stadtzentrum mit Verwaltung, Läden und sogar einem Spital. Was Restaurants betrifft, die ich gestern vermisst hatte, gibt es einige. Allerdings sind das fast alles Cafés, Fast-Food oder Take-away. Es gibt sogar einen McDonalds. Aber ein Restaurant im eigentlichen Sinne habe ich nicht gefunden. Dafür wird man wohl nach Stavanger hineinfahren müssen.

Ich habe dann noch die Ruinenkirche von Sola besucht. Dieses Gebäude gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Allerdings war es seit dieser Zeit abwechselnd Kirche, Künstlerwohnung und -atelier sowie Ruine. Das letzte Mal rissen die deutschen Besatzer 1940 das Gebäude bis fast auf die Grundmauern ein. Weiss der Teufel, warum.
Heute ist die Kirche weitgehend restauriert. Gewisse Lücken in den Mauern sind mit Glas verschlossen. In dem Gebäude werden, soweit ich das mitbekommen habe, sowohl Gottesdienste als auch andere Veranstaltungen durchgeführt

Den Rest des Tages habe ich abwechselnd im Hotel (an der Strandbar) gelesen, bin am Strand spazieren gegangen oder habe am Laptop ein paar Bilder bearbeitet.
DAs Wetter war dank des Windes, der vom Meer her kommt, durchweg schön. Am Morgen waren da ein paar Wolken. Aber die wurden noch vor dem Mittag weggeblasen.

Morgens geht’s weiter nach Mandal, der südlichsten Stadt Norwegens. Ich werde nicht die kürzeste Strecke über die E39, sondern bewusst auf Haupt- und Nebenstrassen entlang der Küste fahren. Die E39 endet übrigens in Kristiansand, 45km westlich von Mandal. Ausserdem werde ich ab jetzt keine Fährpassagen mehr haben. Wie es mit Brücken und Tunnel aussehen wird, weiss ich noch nicht.

Einige Bilder von heute sowie von meinem zweiten Tag in Bergen (der 13. Tag der Reise mit Aquarium und Nachtaufnahmen) sind nun auf dem Server. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.

Norwegen 2022: Stavanger

Flagge_NorwegenHeute war ich in Stavanger.
Ich bin direkt ins Stadtzentrum gefahren, an den Hafen.

Dort steht das Norwegische Ölmuseum, in dem die Geschichte der Norwegischen Öl- und Gasförderung im Meer dargestellt wird.
Der Besuch lohnt sich in meinen Augen aus zwei Gründen:
Ersten das Museum ist sehr gut gemacht, informativ und umfassend. Und dazu sehr modern gestaltet. Man erfährt (Interesse vorausgesetzt) viel Wissenswertes.
Es beginnt in der Zeit der Dinosaurier, erklärt die Entstehung der fossilen Brennstoffe, und schildert, wie Norwegen sich mit dem Beginn der Öl- und Gasförderungen in den 60er Jahren veränderte. Vor allem zeigt es auch, wie schlau die Norweger mit diesem Phänomen umgegangen sind, und von Anfang alles unter behördlicher Kontrolle hatten.
Eine norwegische Besonderheit kannte ich schon vorher: den Staatlichen Pensionsfonds, den grössten Staatsfond der Welt.
Ein Teil davon ist der Ölfonds, der 1990 gegründet wurde und der bis heute die direkten Einnahmen aus der Erdölförderung aufnimmt.
Der Staatlichen Pensionsfonds hat heute einen Wert von 11’378’162’812’220 Norwegischen Kronen. Das sind mehr als 1’200 Milliarden Schweizer Franken. Ihm gehören unter anderem 4,41 % UBS Aktien, 2,65 % Nestlé Aktien und 3,43 % CS Aktien, um nur einige wenige zu nennen. Zudem gehören ihm auch Immobilien wie zum Beispiel das Bostoner Bürohochhaus One Beacon Street und seit Juli 2017 der Neubau des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin.
Ein weiterer Grund, das Museum zu besuchen ist der Umstand, dass Stavanger die Ölhauptstadt Norwegens ist. Die Stadt ist dank des Öls, was sie heute ist.
In Stavanger hat auch die staatliche Ölaufsichtsbehörde Norwegian Petroleum Directorate (NPD) ihren Sitz. Ein Besuch des Ölmuseums ist bei einem Besuch in Stavanger also schon fast ein Muss. Aber das ist natürlich bloss meine bescheidene Meinung… 😉
Offengestanden interessierte mich die Technik der Ölbohrung und der Bohrinseln mehr als die Geschichte. Aber auch das kommt nicht zu kurz.

In Stavanger ist auch das Joint Warfare Centre der NATO angesiedelt. Das dürfte der Grund sein, weshalb ich heute im Hafen ein französisches Kriegsschiff gesehen habe, und weshalb man in der Stadt relativ viel Englisch hört.
Ich habe letzte Woche unterwegs mit einem Norweger in meinem Alter und einer ca 30 Jahre alten Norwegerin gesprochen, die mir beide erzählt hatten, in Stavanger bei der Marine ihren Militärdienst geleistet zu haben. Beide sagten, sie hätten sich in Stavanger sehr wohl gefühlt.

Nach dem Ölmuseum bin ich in die Altstadt von Stavanger gegangen. Dies ist sehr schön mit engen Gässchen und Kopfsteinpflaster. Ein Teil davon ist Fussgängerzone, so dass man gemütlich spazieren kann. Besonders ist dabei Fargegaten, in der alle Häuser sehr bunt gestrichen sind.
Da heute Sonntag ist, waren natürlich alle Geschäfte und einige Restaurants geschlossen. Trotzdem gab es einige geöffnete Strassencafés, und die Leute nutzten das sonnige Wetter aus, um  ihren Kaffee draussen zu trinken. An einem windstillen Ort konnte man heute in der Sonne durchaus mit dem T-Shirt und den Short draussen sitzen.

Nach dem, was ich heute gesehen habe, mag ich Stavanger.
Natürlich ist das nur ein kleiner Teil der Stadt. Immerhin ist es die viertgrösste Stadt Norwegens. Aber die Kombination von Hafen/Wasser und Altstadt hat es mir schon angetan.

Auf dem Rückweg von der Stadt zum Hotel machte ich noch einen Abstecher in den Ort Sola. Das ist an sich nichts Besonderes. Die haben nicht einmal ein richtiges Restaurant.
Aber dort gibt es, wie ich beim vorbeifahren herausfand, ein Fliegermuseum.  Eigentlich heisst es Luftfahrthistorisches Museum Sola.
Blöd war bloss, dass es geschlossen war. Und später fand ich im Internet heraus, dass die bloss von Mitte Juni bis Mitte August geöffnet haben. Tja, Pech gehabt. Ausser zwei Saab 35 Draken und einem kleineren Verkehrsflugzeug, die draussen ausgestellt waren, habe ich nichts gesehen.

Morgen gehe ich eventuell noch einmal nach Stavanger. Ich werde mich morgen entscheiden. Oder ich erkunde die Umgebung nördlich von Stavanger.
Dort bin ich gestern bloss durchgefahren und habe von Weiten ein riesiges Baggerschiff gesehen, das Kräne an Bord hatte, die höher als die umliegenden Hügel waren. Da scheint im Meer etwas Grösseres gebaut zu werden. Vielleicht komme ich etwas näher an den Koloss heran.

Auch von heute habe ich erste Bilder aus Stavanger hochgeladen, auch von der bunten Strasse Fargegaten bearbeitet und hochgeladen. –> Galerie Norwegen 2022

Stay tuned.