Oslo 2023: Nobelpreis & Holmenkollen

Flagge_NorwegenFür einmal hat es sich in doppelter Hinsicht gelohnt, früher aufzustehen. Eigentlich etwas, dass ich vor allem in den Ferien nicht gerne mache.
Aber heute wollte ich vor dem grossen Run beim Frühstück sein, um nicht anstehen und mühsam einen freien Tisch suchen zu müssen.
Das hat auch ganz gut geklappt und ich konnte in Ruhe frühstücken, ohne am Buffet in den Kampf ziehen zu müssen…
Aber der eigentliche Vorteil meines frühen Aufstehen ergab sich während dem Frühstück: Als ich nach dem Frühstück in die Hotellobby zurückkehrte, herrschte dort eine grosse Aufregung. Die Rezeption wurde von Gästen belagert und die beiden Damen kamen kaum nach, Telefonanrufe und die Fragen der Gäste vor dem Tresen zu beantworten.
Es stellte sich heraus, dass es inzwischen irgendwo einen gröberen Wasserrohrbruch gegeben haben musste, und nicht nur das ganze Hotel sondern das ganze Viertel ohne Wasser, genauer ohne kaltes Wasser war. In den Zimmern gab es zwar noch heisses Wasser (wahrscheinlich aus den hoteleigenen Biolern). Aber das war so heiss, dass man kaum richtig die Hände waschen konnte, geschweige denn zu Duschen.
Mir war’s egal: Als ich vor acht Uhr geduscht hatte, hatte alles noch funktioniert.
Wäre ich wie gewohnt später aufgestanden, hätte ich wohl auch nicht duschen können. Und ob dann meine Toilette noch funktioniert hätte, weiss ich nicht.
Also ging ich erst einmal in die Stadt. Bis zu meiner Rückkehr am Nachmittag würde das Ganze schon wieder funktionieren.

Am Morgen hatte es hier noch etwas geschneit und die Wolken lagen sehr tief. Aber der Schneefall hörte bald auf und es wurde auch heller und freundlicher.

Also besuchte ich erst einmal das Nobel-Friedenszentrum. Während eigentlich alle Nobelpreise von der schwedischen Akademie in Stockholm verliehen werden, wird der Friedensnobelpreis von einem Komitee in Oslo verliehen. Entsprechend findet dann auch die Verleihungszeremonie hier in Rathaus von Oslo statt.
Das Nobel-Friedenszentrum ist ein Museum, dass sich ausschliesslich mit Alfred Nobel als Stifter und dem Friedensnobelpreis befasst.
Aktuell gibt es neben den ständigen Installationen zwei Ausstellungen: eine über die diesjährige Preisträgerin Narges Mohammadi, die zur Zeit im Iran im Gefängnis sitzt, und eine zweite Ausstellung über Yoko Ono, die Frau von John Lennon, die dieses Jahr 90 Jahre alt geworden ist.

Als ich aus dem Zentrum kam, hatte es ein bisschen aufgeklart und mit etwas Phantasie konnte man in den Wolken die Sonne schimmern sehen. 😉
Also beschloss ich, auf den Holmenkollen zu fahren. Ich nahm die Metro Linie 1 und musste ca eine halbe Stunden stadtauswärts fahren.

Der Holmenkollen ist nicht nur ein Naherholungsgebiet der Osloer, auf dem man im Winter langlaufen und rodeln kann. Er ist vor allem auch ein international bekanntes Wintersportzentrum, insbesondere natürlich durch seine Skisprungschanzen. Ich habe schon oft von internationalen nordischen Wettkämpfen auf dem Holmenkollen gehört, wusste aber bis vor vier Jahren nicht, dass der „Berg“ (er ist 371 Meter über Meer) auf dem Stadtgebiet von Oslo liegt.
Vom Holmenkollen hat man auch eine sehr schönes Aussicht über das ganze Stadtgebiet und den Osloer Fjord.

Jedenfalls liegt dort oben, wie eigentlich auch unten in der Stadt, viel Schnee. Bloss die Strassen sind geräumt. Gehwege, Trottoirs und Treppen sind schnee- und eisbedeckt.
Von der Metrostation geht es noch 10 bis 15 Minuten zu Fuss den Berg hoch, wobei der Schnee das Ganze noch etwas in die Länge zieht. Mit jedem Schritt rutscht man wieder ein wenig nach hinten.
Solange man hochgeht, braucht das lediglich ein bisschen Kraft. Beim runtergehen sollte man Spikes an die Schuhe montieren. Das habe ich später dann auch gemacht, nachdem es mich nach ein paar Schritten talwärts umgehauen hat. Nun schmerzt mich meine rechte Schulter ein wenig. Selber schuld… 😦

Ganz oben steht man auf halber Höhe zwischen Sprungturm und Landezone der grossen Schanze. Ich weiss nicht, ob man auch hoch in den Sprungturm fahren könnte (wie das in Innsbruck zumindest im Sommer möglich ist). Heute habe ich dort oben aber niemanden gesehen. Auch gesprungen wurde nicht, obwohl ich den Eindruck hatte, dass das Wetter dafür geeignet gewesen wäre. Allerdings weiss ich nichts über die Windverhältnisse, die beim Skisprung bekanntlich eine ausschlaggebende Rolle spielen.

Dort oben gibt es zudem einen Skisprungsimulator (den ich nicht ausprobiert habe) und ein Skimuseum. Für ein Land im Norden mit vielen Bergen und langen Wintern sind Ski seit jeher ein wichtiges Fortbewegungsmittel gewesen. Und für skandinavische Könige waren gute Skiskills ein wichtiges Attribut, um beim Volk anerkannt zu werden. Olav V., der Vater des heutigen Königs Harald V. war bekannt dafür, alleine, ohne Leibwächter, aber mit seinem Hund mit der Bahn auf den Holmenkollen zu fahren, um die oben Langlauf zu machen. Eine Eisenplastik seines Hundes steht heute oben auf dem Berg.

Den Rest des Nachmittages verbrachte ich nach meiner Rückkehr in die Stadt bei Kaffee und dem dritten Krimi von Yrsa Sigurðardóttir.

Stay tuned.

2 Gedanken zu “Oslo 2023: Nobelpreis & Holmenkollen

  1. Lieber Leibfux Tom H!
    Vorerst alles Gute zum kommenden Neuen Jahr und als Pensionär viele Reisen und nette Begegnungen.
    Ist doch kein Problem, wenn es nur noch heisses Wasser hat, draussen hat es doch genügenden, abkühlenden Schnee !
    Geniesse Skandinavien im Winter.
    Mit Helvetergruss
    Serge H!

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  2. Lieber Leibfux H!
    Übrigens hat Thor Heyerdahl ein hochinteressantes und sehr dickes Buch über die Osterinsel geschrieben. Wirklich eine Leistung. Ist sicherlich einen Traumurlaub wert.
    Weiterhin alles Gute in Oslo und bis auf bald einmal.
    Mit Helvetergruss
    Serge H!

    Von: Serge Leuzinger serge.leuzinger@hotmail.com
    Gesendet: Mittwoch, 3. Januar 2024 13:41
    An: The travellin‘ cam comment+ef--k4g2d681pkzwiz44rowi@comment.wordpress.com
    Cc: Serge Leuzinger serge.leuzinger@hotmail.com
    Betreff: AW: Oslo 2023: Heyerdahl, Nansen, Amundsen & Co

    Lieber Leibfux
    Vorerst alles Gute zum angebrochenen Jahr 2024, verbunden mit dem besten Dank für Deine interessanten Berichten aus Oslo.
    Mit Helvetergruss
    Serge H!

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