Island 2024: Höhlenforschung

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Heute bin ich nicht wie geplant nach Arnarstapi zum Vogelfelsen.
Dafür war das Wetter zu schlecht. Neben Regen wehte ab und zu auch ein starker Wind, so dass der Regen zeitweise waagerecht kam. Und das Meer hatte einen relativ starken Seegang mit hohen Wellen, die an die Küste knallten.
Aus Erfahrung weiss ich, dass man unter diesen Bedingungen auf der Aussichtsplattform in Arnarstapi trotz der Höhe gelegentlich eine Dusche kriegen kann.
Ausserdem ist so die Linse der Kamera ständig voller Spritzwasser. So kriegt man keine vernünftigen Bilder hin. Ich wollte schliesslich versuchen, Vögel zu fotografieren, vielleicht sogar Papgeientaucher. Eventuell wird es morgen etwas besser. Mal schauen.

Anstelle dessen habe ich zuerst den Kirkjufellsfoss und die schwarze Kirche von Búðir besucht.
Allerdings blieb ich blos etwa 10 Minuten bei der Kirche.
Gerade als ich einen Moment erwischt hatte, in dem kein anderer Tourist im Bild stand oder ein Selfie vor der Kirche machte, fuhr hinter mir ein Bus voller neuer Touristen auf den Parkplatz. Die Türen öffneten sich, und es ergoss sich eine mit dem Smartphone winkende, bunte Schar in Richtung Kirche. Einige davon rannten schon fast. In den nächsten 20 Minuten war also nicht daran zu denken, einen Moment ohne Touristen vor der Kirche zu kriegen, um ein vernünftiges Bild zu machen. Und wer weiss, was in diesen 20 Minuten sonst noch auf den Parkplatz gefahren wäre…
Also hiess es, mir dem geschossenen Bildmaterial zufrieden zu sein, zusammenzupacken und weiter zum nächsten Ziel.

Das war die Lavahöhle Vatnshellir. Der Name bedeutet übrigens „Wasserhöhle“, weil sich früher im Frühling beim Eingang immer das Schmelzwasser sammelte.
Ich bin in den letzten Jahren schon mehrere Male daran vorbeigefahren. Dieses Mal habe ich am Morgen im Internet ein Ticket für die Führung um 12:30 gekauft und so hat’s geklappt.
Lavahöhlen entstehen, wenn die fliessende Lava aus einem Vulkanausbruch am Rand des Stroms erkaltet, aber in der Mitte weiterhin fliesst.
In jedem Lavafeld gibt es viele solcher Höhlen. Aber nur selten findet man sie und noch seltener sind sie zugänglich.
Vor zwei Jahren besuchte ich die Höhle Viðgelmir im Westen Island. Das ist mit einer Länge von 1.6 km die längste bekannte Lavahöhle.
Vatnshellir ist viel kleiner. Aber während Viðgelmir einige Meter unter der Oberfläche relativ flach verläuft, geht Vatnshellir viel tiefer hinunter, in mehreren Kammern bis 35 Meter unter die Erdoberfläche. Vom Einstieg an der Erdoberfläche und der untersten Kammer sind zwei hohe Wendeltreppen hinabzusteigen, bis man ganz unten ist.

Nach dieser Exkursion bin ich dann gemütlich entlang der Nordküste der Snæfellsnes Halbinsel zurück nach Grundarfjörður gefahren und habe den Nachmittag dort verbracht.

Die Snæfellsnes Halbinsel, die als Nationalpark unter besonderem Schutz steht, ist in meinen Augen eine der schönsten Gegenden Islands. Ich liebe die Westfjorde, aber danach kommt bei mir Snæfellsnes.
Bei schönem Wetter ist die Halbinsel der Hammer. Sie hat sehr viele natürliche Sehenswürdigkeiten (zB Ytri Tunga, der Strand an dem sich die Robben sonnen, aber auch viele eindrückliche Lavafelder mit teils bizzaren Lavaformationen) und wer gerne wandert, findet auf dem Snæfellsjökull ein grosses Gebiet, um seiner Leidenschaft zu frönen.

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Im Inneren der Lavahöhle Vatnshellir

Stay tuned.

Ein Gedanke zu “Island 2024: Höhlenforschung

  1. Lieber Leibfux Tom H! Ich erfreue mich Deines Berichtes über Island, insbesondere heute über die Begehung der imposanten Höhle. Für mich ist diese Zeit des hohen Alters wegen vorbei, war ich doch anno dazumal zur Zeit von Prof. Bögli, und anderer Freunde oft im Hölloch Muotatal, jedoch nie eingeschlossen. Ich denke oft noch an meine schöne Jugendzeit! Dafür bin ich wieder für 6 Wochen im kulturell hochstehenden Russland und den interessanten Ortschaften. Mit Helvetergruss Lbb. Serge H!

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