
Heute war das Wetter tatsächlich besser als gestern.
Zwar hat es ab und zu genieselt. Es wehte immer ein bisschen Wind und im Grunde war es den ganzen Tag bewölkt.
Aber besonders am Morgen war die Luft klarer als gestern und es herrschten ganz andere Lichtverhältnisse.
Also bin ich noch einmal rund um die Snæfellsnes Halbinsel gefahren.
Und bin dieses Mal tatsächlich auch von der Hauptstrasse nach Arnarstapi abgebogen.
Vorher bin ich aber noch einmal zur schwarzen Kirche von Búðir. Dort hatte es heute viel weniger Besucher als gestern und das Licht war so viel besser. Die Aufnahmen von gestern werden archiviert. Ich werde nur die Rohdaten von heute benutzen.
Ausserdem hatte man heute von dort einen wunderbaren Blick auf den Snæfellsnesjökull, den Gletscher, der den alten Vulkan bedeckt, und der der Halbinsel den Namen gab.
Der war gestern in den Wolken verschwunden.
Von Búðir bis Arnarstapi sind es bloss 13 km. Da war ich im Handumdrehen.
Ich habe dort tatsächlich Vögel angetroffen, viele Vögel. Die ganzen Klippen entlang der Küste waren voll. Allerdings waren das keine Papageientaucher, wie ich gehofft hatte. Es waren sogenannte Dreizehenmöwen. Aber von denen sassen Tausende in den Klippen.
Nach cen Vögeln blieb ich noch für einen Kaffee in Arnarstapi.
Allerdings hatte ich in dem Restaurant dort wieder einmal ein Fremdschämerlebnis.
Als ich hineinkam, waren die einzigen freien Tische die einer Reisegruppe, die soeben aufbrach. Das waren alles Schweizer.
Aber die Sauerei, die sie auf den Tischen und am Boden hinterliessen, war so gar nicht schweizerisch. Ich hielt den Mund resp. sprach nur Englisch, denn mit denen wollte ich nicht in Verbindung gebracht werden. Ich musste geschlagenen 10 Minuten warten, bis das polnische Personal den gröbsten Dreck weggeräumt hatte und ich an einem der Tische Platz nehmen konnte…
Nach dem Kaffee fuhr ich weiter zu den Lóngdrangar.
Das sind zwei rund 75 Meter hohe Basaltfelsen, die entstanden, als Lava ins Meer floss und von diesem abgekühlt wurde. Während viel Basalt in den Tausenenden von Jahren durch die Brandung abgetragen wurde, sind diese beiden Säulen geblieben, weil deren Basalt härter ist als der Rest drumherum.
Man sieht sie schon einige Kilometer, bevor man dort ist, wenn man auf der Hauptstrasse entlang der Küste fährt.
Wie vieles in Island, sind auch die Lóngdrangar von Sagen umwoben. Die Bauern in der Gegend haben auf dem Hügel dahinter nie Heu gemäht, denn er gehört angeblich den Elfen, die in der Gegend leben.
Nicht weit von den Lóngdrangar liegt übrigens die Lavahöhle Vatnshellir, die ich gestern besucht habe.
Danach bin ich gemütlich zurück in die Unterkunft gefahren und habe den Nachmittag mit Lesen auslaufen lassen.
Der zweite Kriminalroman von Satu Rämö, „Hildur – Das Grab im Eis“ habe ich am Mittwoch im Flugzeug begonnen, und werde ihn heute Abend fertig lesen. 😉
Satu Rämö ist eine finnische Schriftstellerin, die mit einem Isländer verheiratet ist und schon sehr lang in Ísafjörður in den Westfjorden lebt.
Ihre Hauptfigur Hildur stammt aus Ísafjörður und arbeitet dort als Kriminalermittlerin. Satu Rämö hat bis jetzt drei Romane mit Hildur geschrieben. Zwei sind bisher in Deutsch erschienen.
Am Montag werde ich auch in Ísafjörður eintreffen und drei Tage dort bleiben. Da kann ich versuchen, auf Hildurs Spuren zu wandeln… 😉
In Island ist jetzt wieder erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht beim Autofahren angesagt.
Nachdem alle Lämmer da sind, sind die Schafe für den Sommer in die Freiheit entlassen worden.
Das heisst, die Schafe sind nicht auf eingezäunten Weiden, sondern bewegen sich frei, wie es ihnen passt. Das heisst natürlich auch auf der Strasse. Und da sie völlig unberechenbar sind, muss man schon sehr aufpassen, dass man nicht plötzlich ein Schaf überfährt.
Zur Zeit sind viele Muttertiere mit einem oder zwei Lämmer unterwegs. Und die rennen gerne auch mal plötzlich über die Strasse. Dann hält man am Besten an und wartet, bis die Tierchen sich dafür entscheiden, die Strasse zu räumen. Vor drei Jahren musste ich in den Westfjorden einmal 10 Minuten warten, bis 2 junge Böcke ihre Meinungsverschiedenheit ausgetragen hatten. 🙂
Heute habe ich ein Schaf mitten auf der Strasse sitzen sehen.
Das war zwar kein Problem, weil ich es schon von weitem gesehen hatte. Aber dass es sass, war schon etwas komisch. Ich hoffe bloss, dass es nicht angefahren worden war, und der verantwortliche Autofahren sich davon gemacht hatte?
Als ich zurückkam, war es aber nicht mehr dort.

Lieber Leibfux,
Ganz tolle Aufnahme.
Hast Du Dir schon mal überlegt, einen Fotoband über Island – keine 0815 Bilder – herauszugeben?
Herzlichst und
Mit Helvetergruss
Serge H!
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