
„Bless Snæfellsnes, halló Vestfirðingar“
Auf Wiedersehen Snæfellsnes, hallo Westfjorde.
Nun bin ich also in den Westfjorden, genauer gesagt in Bíldudalur, einem kleinen Fischerdorf mitten in den Westfjorden.
Die Westfjorde sind übrigens meine liebste Gegend in Island.
Ganz Island ist toll, ganz klar. Und es gibt im ganzen Land sehr viele grossartige und sehr beeindruckende Landschaften zu sehen.
Aber die Westfjorde haben einen ganz anderen Charme.
Man sagt, es sei die einsamste Gegend Islands. Aber auch geologisch gesehen die älteste. Die Natur hier ist einfach noch ein bisschen rauher als sonst, und die Fjorde sind eng.
Und ganz wichtig: Es sind noch immer nicht alle Strassen hier asphaltiert. Ausserdem sind die Pässe, die von einem Fjord in den anderen führen, teilweise recht steil (nichts, was ein gutes Auto nicht schaffen würde).
Das hält den Massentourismus ein bisschen zurück. Ganze Scharen von grossen Bussen voller Touristen, wie man sie ander Südküste dauernd trifft, kommen hier selten vor. Und die Westfjorde sind zu weit von Reykjavík und Akureyri entfernt, um von dort Tagesausflüge zu unternehmen.
Man ist hier ein bisschen „unter sich“.
Lediglich die Plage „Kreuzfahrtschiffe“ hat natürlich auch die Westfjorde erreicht. Leider. Dadurch kommen nun auch hierher mehr Pauschaltouristen.
Um hierher zu kommen, war ich heute gut 7 Stunden im Auto unterwegs. Zieht man die Mittags- und die Kaffeepause ab, waren es rund 6 Stunden Fahrt.
Eigentlich ginge das auch bequemer und schneller.
Aber weil am Sonntag die Fähre über den Breiðafjörður zwischen Stykkishólmur und Brjánslækur nicht fährt, musste ich um einen der grössten Fjords Islands herumfahren. Das verlängerte meinen Weg um 260 km und 3 Stunden.
Und das Wetter hat heute wieder einmal seine isländische Seite gezeigt.
„Wenn Dir das Wetter in Island nicht gefällt, warte 15 Minuten oder fahre 10 Kilometer weiter.“
Ungefähr so lief es heute auf der ganzen Strecke:
In Grundarfjördur schien um 6 Uhr die Sonne, um 8 Uhr ging ein Regenschauer nieder und um halb 9 hagelte es. Aber um halb 10 schien schon wieder die Sonne.
Und so ging es den ganzen Tag weiter: auf und ab, auf und ab.
Wobei ich sagen muss, dass das Wetter in den Westfjorden viel besser war, als ich aufgrund der Vorhersagen erwartet hatte.
So war meine Fahrt zwar lang, aber mindestens im zweiten Teil fuhr ich dank des guten Wetters durch beeindruckende Landschaften, über mehrere schöne Pässe und grossartige Fjords.
Wegen der Länge der Fahrt konnte ich leider nicht so oft anhalten und fotografieren. Hätte ich das getan, hätte ich kein Abendessen mehr gekriegt, weil das einzige Restaurant hier im Ort am Sonntag sehr früh schliesst.
Aber eine Mittagspause und eine kurze Kaffeepause in mir bereits bekannten Hotels an der Strecke mussten dann aber doch sein. 🙂
Morgen fahre ich weiter nach Ísafjörður, der „Hauptstadt“ der Westfjorde. Dort werde ich die nächsten drei Tage bleiben.
Mit ca 130 km ist der Weg dorthin relativ kurz. Gutes Wetter vorausgesetzt gibt es unterwegs den einen oder anderen Ort, an dem es sich lohnt anzuhalten.
Vor der Abfahrt besuche ich aber hier noch das Seemonstermuseum.
Ich war schon zwei Mal auf der Durchreise hier in Bíldudalur. Und jedes Mal hatte das Museum geschlossen. Ich hoffe, morgen um 10 Uhr haben die offen. So wie es im Internet steht.
