Island 2024: Ein Sturm kommt auf!

Island_flag

Nun bin ich in Ísafjörður, der „Hauptstadt“ der Westfjorde angekommen. Hier bleibe ich drei Tage bis Donnerstag.

Das passt sehr gut zur aktuellen Wetterentwicklung, denn laut dem isländischen Wetterdienst trifft heute Nacht ein starkes Sturmtief von Westen her kommend auf Island. Man rechnet mit heftigen Stürmen, Regen und Schnee bis in die Niederungen. Und das soll bis Freitag anhalten.
Also bin ich ganz froh, wenn ich die nächsten Tage nicht unterwegs sein muss.
Zwar wird es die Westfjorde nicht so heftig treffen wie den Rest von Island. Die Wetterwarnstufe hier ist ab heute Abend gelb (gelb-orange-rot).
Trotzdem ist es nicht lustig, bei strömendem Regen und Windgeschwindigkeiten von 50 bis 80 Stundenkilometern Auto zu fahren. Wenn es nur Wind wäre, hätte ich keine Probleme.

In den nördlichen und östlichen Landesteilen und im zentralen Hochland sind Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h angesagt, und auch Schneefall. Einige Strassen werden schon heute Abend gesperrt. Der Wetterdienst hat für diese Teile des Landes die orange Warnstufe ausgegeben.
Für Lastwagen und Wohnmobile, die dem Wind grosse Angriffsflächen bieten, ist das definitiv kein Reisewetter mehr. Aber auch Pws sollten nicht unnötig unterwegs sein.
Allgemein werden die Leute aufgefordert, möglichst wenig nach draussen zu gehen, keine unnötigen Fahrten zu machen, rund um’s Haus alle losen Gegenstände festzubinden. Man wird allgemein von herumfliegenden Gegenständen gewarnt.

Mit gelb kann ich gut umgehen, weil ich das schon mehrfach erlebt habe. Aber orange möchte ich eigentlich nicht kennenlernen.

Der Winter ist in Island Anfang Juni definitiv noch nicht vorbei. Entsprechend sind auch die Temperaturen:
Aktuell ist in Ísafjörður noch schönes Wetter und es geht ein relativ schwacher Wind. Die Temperatur beträgt rund 3 – 4 Grad Celsius. Die Temperatur mit dem sogenannten „Windchillfactor“, also die gefühlte Temperatur, wenn man im Wind steht, ist -3 Grad.
Ehrlich gesagt, das habe ich ein bisschen unterschätzt. Ich wusste zwar, dass es Anfang Juni in Island windig und nicht besonders warm ist. Aber dass die Temperaturen so tief fallen werden, habe ich nicht gedacht.

Es passt also ganz gut, dass ich die nächsten Tage keine grösseren Verschiebungen vor mir habe. Das Wetter konnte ich natürlich bei der Buchung im letzten Oktober nicht vorraussehen. Aber ich habe offenbar Glück gehabt. 🙂

Auf der anderen Seite fallen diversen Aktivitäten buchstäblich ins Wasser, die ich für die nächsten Tage hier in Ísafjörður geplant habe.
Bei Sturm und Regen werde ich wohl kaum auf die neue Aussichtsplattform auf dem Bollafjall fahren. Vermutlich ist die bei solchen Bedingungen sowieso gesperrt.
Auch ein Ausflug ins benachbarte Tal wäre nur schlau, wenn es kaum regnet und keinen Sturm gibt. Zu gross wäre sonst die Gefahr von Steinschlag auf den Bergstrassen.

Aber schauen wir mal, wie sich das Wetter morgen früh präsentiert.
Einen ersten Eindruck werde ich erhalten, wenn ich zum Frühstück fünf Minuten durch die Stadt zum anderen Hotel gehen muss. Dann werde ich wissen, ob und was ich unternehmen kann, oder ob ich mich mit Laptop und Buch in ein Café verlegen muss.
Und es gibt hier auch noch ein gutes Heimatmuseum…

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on the road durch die Westfjorde

Stay tuned.

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