Island 2025: Alles ist einmal zu Ende.

Island_flagHeute ist der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Morgen früh geht mein  nach Zürich. Schade. Ich wäre gerne länger geblieben. Aber jede Reise geht einmal zu Ende.

Heute habe ich noch einen kurzen Ausflug über die Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) unternommen und unter anderem zwei Geothermalgebiete besucht.

Als erstes bin ich zu Gunnhver gefahren.
Das ist Islands derzeit grösste Schlammquelle. Sie liegt in der südwestlichsten Ecke von Rekajnesskagi und von Island und ist nach dem Gespenst Guðrún Önundardóttir, kurz Gunna, benannt, die im 18. Jahrhundert dort gelebt haben soll.
Das Wasser kommt it einer Temperatur von über 100 Grad Celsius mit grossem Druck mehrheitlich in Form von Dampf aus dem Boden.
Das wird zur Energiegewinnung genutzt. In Gunnhver steht ein grosses Thermalkraftwerk.

Von Gunnhver ist es einen Katzensprung zum Leuchtturm Reykjanestá, dem Reykjanesvití.
Hinter dem Leuchtturm gibt es eine steile Felsneküste, an der zur Zeit Tausende von Möven brüten.
Dort wurde 2020 auch ein Videoclip mit Will Ferell gedreht, der zum Film „The Story of the Fire Saga“ über den Europvision Song Contest ESC gehört. Wer den Clip anschauen will: „Volcano Man
Das im Clip verwendet elektrische Doppelpiano hat man als Sehenswürdigkeit dort stehen lassen.

Mein nächstes Ziel war das Geothermalgebiet Krýsuvík.

Auf dem Weg dorthin fuhr ich durch Grindavík, dem Ort, der seit 2021 durch eine Serie von  Vulkanausbrüchen auf Reykjanes und den damit verbundenen Erdbeben starkt beschädigt worden ist:
Seit dem 19. März 2021 ereigneten sich nur wenige Kilometer entfernt von Grindavík elf Vulkanausbrüche, acht davon seit Dezember 2023. Der bisher letzte Ausbruch fand am 1. April 2025 statt.

Zwar konnte der Ort durch den Einsatz von vielen Helfern und schwerem Baugerät gerettet werden und die Einwohner durften irgendwann wieder zurück in ihre Häuser (um bei jedem folgenden Ausbruch erneut evakuiert zu werden…).
Aber viele Häuser sind so stark beschädigt, dass sie wohl abgerissen werden müssen. Es gibt im ganzen Ort etlich Stellen, die immer noch abgesperrt sind und auf den Strassen findet man viele Stellen mit frischem Asphalt. Dort waren die Strassen aufgerissen worden.
Sehr gut sieht man die meterhohen Schutzwälle, die rund um den Ort aufgeschüttet worden waren, um zu verhindern, dass die Lava aus den Ausbrüchen (allesamt nördlich der Stadt) in die Stadt fliesst. Trotzdem fiehlen der Lava letztes Jahr drei Häuser am Stadtrand zum Opfer.
Wie gesagt, man kann durch den Ort hindurch fahren und einige der Häuser scheinen tatsächlich bewohnt zu sein.
Aber die Stadt scheint wie ausgestorben. Heute war zwar Sonntag. Da wird nicht gearbeitet und die Schule ist auch geschlossen.
Aber ich habe keinen einzigen offenen Laden (in Island haben die grossen Supermärkte auch am Sonntag geöffnet) gesehen, nicht einmal bei der Tankstelle, an der ich normalerweise einen Kaffee trinke, wenn ich durch Grindavík fahre.
Und was noch viel auffälliger war: Das Schwimmbad und das Fussballstadion waren offenbar geschlossen. Auf jeden Fall waren alle Parklätze dort leer. Normalerweise ist dort gerade am Sonntag viel los.
Obwohl also etwas Verkehr durch den Ort floss, machte alles eher einen trostlosen und verlassenen Eindruck.

Mein nächster Stop war wie gesagt das Geothermalgebiet Krýsuvík.
Auch hier brodelt und dampft der Boden. Und in der Luft hängt ein leichter Schwefelgeruch.
In Krýsuvík gab es in den 1990er Jahren ein Geothermalkraftwerk, das jedoch 1999 explodierte und seitdem nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird.

Gleich neben Krýsuvík liegt der Kleifarvatn.
Das ist ein grosser See inmitten des kargen Vulkangesteins. Trotz des vielen Wasser gibt es aber um den See herum kaum Vegetation. Einige Lupinenfelder blühen jetzt gerade blau. Aber sonst ist da nicht viel.
Der See hat als Besonderheit weder einen bekannten Zu- noch einen Abfluss. Trotzdem senkt und hebt sich sein Pegel immer wieder und es leben Fische im See darin.
Man nimmt an, dass sich unter dem See eine Spalte des Krýsuvík Vulkansystems öffnet und sich wieder schliesst, wenn durch das Wasser abgekühlt wird. Der See wird dann durch den Regen wieder aufgefüllt.

Nun habe ich gepackt und muss etwas früher ins Bett als sonst. 😉
Tagwache wird morgen früh um 04:00 sein. Um fünf sollte ich am Flughafen sein, meinen Mietwagen ab- und mein Gepäck aufgeben. Danach heisst es wie immer warten auf das Borading und den Abflug um 07:20 Richtung Zürich.

Stay tuned.

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