Liverpool 2024: The Beatles

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Liverpool ist die Heimat der Beatles.
Alle Bandmitglieder wurden in Liverpool geboren und sind hier aufgewachsen: John Lennon und Ringo Starr *1940, Paul McCartney *1942 und George Harrison *1943.

Heute bin ich ihren Spuren gefolgt. 😉

Letzte Woche hatte ich per eMail bei der Rezeption meines Hotels angefragt, was denn zum Thema Beatles zu empfehlen sei. Es gibt hier ein grosses Angebot verschiedenster Museen und Touren, und nicht alles ist wirklich sein Geld wert.
Ich habe dann die folgenden zwei Vorschläge erhalten und gebucht:
das „The Beatles Story“ Museum und eine private Taxitour durch Liverpool an die Originalschauplätze

Also bin ich am Morgen noch einmal zum Royal Albert Dock, um das „The Beatles Story“ Museum zu besuchen.
Man kriegt dort einen Audio-& Videoguide mit vielen Informationen und wird so durch die Entstehungsgeschichte der Beatles geführt: vom ersten Zusammentreffen von John Lennon und Paul McCartney 1957 bis zur Auflösung der Beatles nach dem legendären Rooftop-Konzert 1969.
Über jedes der Bandmitglieder gibt es viele Informationen. Aber auch über die Leute, die hinter den Beatles standen, wie zum Beispiel ihren ersten Manager Brian Epstein oder ihren Produzenten Sir George Martin. Auf dem Gerät befinden sich auch viele Originalaufnahmen von Interviews sowie einige Originalvideos.
Alles in allem eine sehr informative Tour, die man im eigenen Tempo und nach eigenen Interessen durchgehen kann. Ich war über eine Stunde dort drin.
Aber den obligaten Souvenirshop am Schluss habe ich übersprungen. 😉

Den Rest des Morgens verbrachte ich in den Docks und besuchte dort auch noch das Seefahrt- und das Sklaverei-Museum. Die beiden Museen befinden sich im gleichen Gebäude und können gratis besucht werden.
Besonders interessant fand ich den Teil im Maritime Museums, der sich eingehend mit der Titanic und ihrem Untergang im April 1912 befasst.
Da die White Star Line als Besitzerin der Titanic ihren Sitz bis heute in Liverpool hat, waren ein grosser Teil Besatzung des Schiffs Einwohner von Liverpool. Diesen Leuten ist der besagte Teil des Maritime Museums gewidmet.

Am Nachmittag machte ich dann die private Taxitour zu den Originalschauplätzen.
Während zweieinhalb Stunden brachte mich der Taxifahrer zu den Quartieren und Häusern aller vier Beatles, aber auch an Orte, die vorallem Lennon & McCartney als Inspiration dienten:
-> die Strasse Penny Lane und der Barbershop dort, der in der ersten Zeile des Liedes „Penny Lane“ vorkommt. In diesem Barbershop liessen sich die Beatles als Teenager die Haar schneiden, weil er direkt neben einer Bushaltestelle liegt, an der sie immer umsteigen mussten. Später jobbte John Lennon in einem Restaurant an der Penny Lane und sah jeden Tag die Strasse hinunter;
-> die Strawberry Flields, ein Garten bei einem Waisenhaus der Heilsarmee, in dem John Lennon schon als Kind viel Zeit verbrachte, und der dem Lied „Strawberry Fields forever“ den Titel gab;
-> der Friedhof, auf dem John Lennon heimlich rauchte und dabei die Grabsteine studierte, auf denen man heute noch die Namen Eleanor Rigby und John Mackenziе findet, die im Lied „Eleanor Rigby“ vorkommen. Das Intro „Ah, look at all the lonely people“ des Lieds soll ein Ausspruch von Paul McCartney gewesen sein, als ihm  John Lennon den Friedhof zeigte.
Und im Festsaal der St Peters Church in Woolton, zu der dieser Friedhof gehört, haben sich John Lennon und Paul McCartney am 6. Juli 1957 das erste Mal getroffen. John spielte dort mit seiner Band an einem Quartierfest, weil seine Tante, bei der er aufwuchs, im Organisationskomitee des Festes war. Paul besuchte das Fest auf der Suche nach einer Freundin.

Der Taxifahrer wusste viel zu erzählen. Ob alle Ankedoten der Wahrheit entsprechen, weiss ich nicht. Sie waren allerdings schlüssig und stimmten auch mit den Infos überein, die ich am Morgen im „The Beatles Story“ Museum gehört hatte.
Mir ist dabei aufgefallen, wie viele Texte der Beatles ich immer noch auswendig kenne.
Als ich mit 14 begonnen habe, in der Schule Englisch zu lernen, waren diese Lieder die ersten englischen Texte, die ich aus eigenem Antrieb las und übersetzte. 🙂

Alles in allem ein cooler Nachmittag und eine interessante und unterhaltsame Tour, die ich jedem empfehle, der sich für die Beatles interessiert und natürlich den Liverpooler Akzent mindestens ein bisschen versteht. 😉
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„In Penny Lane, there is a barber showing photographs…“

Stay tuned.

Liverpool 2024: Albert Dock & Anfield Stadium

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Heute ging’s für einmal nicht um die Beatles.

Wie gestern angetönt, ging ich am Morgen nach einem ausgiebigen englischen Frühstück mit Eiern, Speck und Bohnen zu den Docks am Fluss Mersey.
Der Fluss war und ist die Anbindung Liverpools an die irische See und somit an die internationalen See- und Handelswege.
Die alten Docks entlang des Flusses wurden aufwändig umgebaut. Zum grössten Teil hat man die alten Lagerhäuser erhalten und sie zu Geschäften, Museen und Restaurants umgebaut, ähnlich der Hamburger Speicherstadt.
Vorallem im Royal Albert Dock zeigt sich das in einer spannenden Mischung von alten Häusern und topmodernen Bauten mit zum Teil sehr ausgefallener Architektur wie zum Beispiel das Museum of Liverpool. Das Ganze ist eine einzige, sehr grosse Sehenswürdigkeit und voll auf den Tourismus ausgerichtet. Morgen gehe ich noch einmal dorthin, um das „The Beatles Story“ Museum zu besuchen.

Kurz nach zwölf stieg ich dann in den Bus, der mich zum Anfield Stadion brachte, dem Heim der „Reds„.
Dort hatte ich letzte Woche eine Stadion Tour gebucht. Eigentlich wäre neben der Tour auch ein Eintritt in Museum des Liverpool Footballclub inbegriffen gewesen. Aber schon bei der Buchung wurde man darauf aufmerksam gemacht, dass das Museum im Juli wegen Umbau geschlossen war.
Für mich kein Problem, denn wie wenig mich Fussball interessiert, erkennt man daran, dass ich keinen einzigen Spieler des LFC kenne, und lediglich weiss, dass der deutsche Ex-Fussballspieler und Trainer Jürgen Klopp bis im Mai 2024 neun Jahre lang mit grossem Erfolg die Mannschaft der LFC trainierte. Wenn man im Anfield Stadion ist, spürt man die Verehrung von Klopp deutlich. Er ist dort einer der ganz grossen Helden.
Ansonsten sind mein Kenntnisse zum LFC gleich Null. 🙂

Die Pokale und Titel haben mich daher bei meinem Besuch im Anfield Stadion nicht sonderlich interessiert. Auch nicht die verschiedenen Personalien, die präsentiert wurden. Mich hat das Stadion an und für sich interessiert und das ist beeindruckend:
Das Stadion ist sechs Stockwerke hoch. Eigentlich wohl sieben, wenn man auf der Tribüne zu den obersten Sitzreihen hochsteigt.
Das Stadion hat keine Stehplätze, wie wir das in unserem Stadien zu Teil kennen, nur Sitzplätze. Davon gibt es aber 61’000!
Zur Zeit wird der Rasen neu verlegt. Nach der Ausnivelierung des Untergrunds wird nächste Woche der Rasen verlegt. Der Rasen besteht zu 95% aus Naturrasen. Die restlichen 5% Kunstrasen geben dem Rasen Stabilität. So hält er die ganze Saison.
Für das Verlegen braucht die Firma 3 Tage und das Ganze kostet über 600’000 Britische Pfund.
Nach dem Verlegen wird der Rasen noch wochenlang gepflegt, bevor darauf gespielt werden kann. Ein kleines Detail dabei: Nachts wird der Rasen mit der Flutlichtanlage beschienen, damit er schneller wächst…

Alles in allem war das eine sehr interessante Führung und hat sich gelohnt.
Es war eine sogenannte Self-guided Tour. Das hiess, man kriegte ein Pad, auf dem sehr viele Erklärungen und Videos gespeichert waren und konnte so schnell oder langsam machen wie man wollte. An den neuralgischen Punkten standen die Guides.Von denen erfuhr man noch mehr Details, wenn man mit ihnen sprach. Falls man ihren Akzent verstand… 😉

Morgen stehen dann die Beatles auf dem Programm. Ich bin gespannt.

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Stay tuned.

Liverpool 2024: A long day

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Der diesjährige Städtetrip im Juli führte mich nach Liverpool, der Heimat der Beatles und der „Reds„. 🙂

Da der einzig mögliche Flug nach Manchester in Zürich bereits um 07:05 abhob, war heute frühes Aufstehen angesagt.
Die frühen Morgenstunden sind am Flughafen Zürich erfahrungsgemäss eine Zeit, in denen die Langstreckenflüge ankommen und abfliegen. Entsprechend ist das Passagieraufkommen am Flughafen gross. Man sollte daher genügend früh am Flughafen sein.
Ich hatte zwar meinen Koffer schon gestern aufgegeben (einer der Vorteile, wenn man bloss 15 Minuten vom Flughafen entfernt wohnt…). Trotzdem war ich zwei Stunden vor Abflug am Flughafen.
Das Passagieraufkommen war aber einigermassen moderat, so dass ich noch in aller Ruhe nach der Sicherheitskontrolle ein kleines Frühstück zu mir nehmen konnte.
Übernächste Woche beginnen in vielen Kantonen die Sommerferien. Dann wird’s am Morgen am Flughafen nicht mehr so ruhig bleiben wie heute…

Fliegt man nach Grossbritannien, so kriegt man den Brexit noch vor dem Boarding zu spüren. Da die Briten nach ihrem Ausstieg aus der EU nun auch nicht mehr zum Schengenraum gehören, muss man wie früher zuerst durch die Passkontrolle. Dann werden die Pässe vor dem Boarding am Gate noch einmal kontrolliert, und nach der Landung in Manchester musste man noch einmal durch die Passkontrolle. Hier in Manchester (wie auch in London) passiert das fast automatisch, wenn man einen biometrischen Pass hat.
Eine Prozedur, wie sie früher bei jedem Flug völlig normal war. Die man aber heutzutage innerhalb von Europa nicht mehr kennt, sondern bloss noch für Reisen in Üebersee. Oder eben nach Grossbritannien.
Übrigens reicht dafür auch keine Identitätskarte oder Personalausweis. Es muss ein Reisepass sein, der noch mindestens 6 Monate gültig ist.

Nach der Landung in Manchester um 08:00 Ortszeit (In Grossbritannien haben sie GMT. Ich musste meine Uhr also eine Stunde zurückstellen.) nahm ich den Bus nach Liverpool. Und nach einer weiteren Stunde kam ich um 10:20 in Liverpool an. Die ganze Reise verlief ohne irgendwelche Probleme.

Check-In im Hard Days Night Hotel war aber erst um 15:00.

Also liess ich mein Gepäck beim Consierge und ging in die Stadt.
Ich erkundete die direkte Umgebung meines Hotel. Gleich um die Ecke ist der berühmte Cavern Club, in dem die Beatles unzählige Mal aufgetreten sind, das erste Mal 1961.
Allerding ist auch zu sagen, dass dies nicht der originale Cavern Club ist. Der wurde nämlich 1973 geschlossen und 1984 an anderer Stelle wiedereröffnet. Aber das wissen die meisten sowieso nicht. 😉
Und da fast gegenüber des Clubs eine lebensgrosse Bronzefigur von John Lennon steht, sieht das sowieso wie die Beatles-Ecke aus.

Ganz allgemein ist hier sehr viel auf Beatles getrimmt, um damit ein Geschäft zu machen. Gefühlt jeder Pakistani oder Inder, der einen Souvenir- oder Getränkladen betreibt, nennt diesen „Let it be Souvenirs“ oder „Yesterday Coffee“ oder ähnlich.

Und mein Hotel heisst auch nicht umsonst „Hard Days Night Hotel„. Das ganze Hotel ist auf Beatles getrimmt.
A Hard Days Night“ ist ein Lied, ein Album und ein Film der Beatles, die 1964 herauskamen. Alleine der Film, in dem sich die Beatles teilweise selbst auf die Schippe nahmen, spielte 11 Millionen Dollar ein.
Überall hängen Bilder oder sogar Originalfotos der Beatles. Das hoteleigene Restaurant ist thematisch auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ getrimmt.
In jedem Zimmer hängt mindestens ein grossformatiges Beatles-Bild. Über meinem Bett wachen John Lennon und Paul McCartney über einen tiefen Schlaf. 😉
Ein solches Themenhotel ist ganz nett. Und ich muss sagen, das hier ist ganz gut gemacht. Aber letzlich zählen die Freundlichkeit des Personals, die Sauberkeit, die Betten und das Frühstück mehr.
Auf Letzteres bin ich gespannt. Laut Hotel handelt es sich um ein grosses Buffet mit English-Breakfast. 🙂

Natürlich gibt es unzählige Geschäfte und „Museen“, die einem das ultimative, echte Beatles-Feeling verkaufen wollen.
Ich habe mich deshalb letzte Woche bei der Rezeption des Hotels erkundigt, was die mir empfehlen würden. Entsprechend habe ich einen Eintritt in „The Beatles Story“ gekauft und eine zweistündige persönliche Taxitour gebucht. Das werde ich am Donnerstag machen.
Morgen werde ich zwei Orte etwas erkunden: Am Morgen die Docks, und am Nachmittag habe ich eine Führung im Anfield Stadium gebucht. Nicht das mich Fussball plötzlich sehr interessieren würde. Aber das Anfield ist legendär und es ist auch für mich interessant, hinter die Kulissen eines solchen Stadions zu schauen.

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Stay tuned.