Liverpool 2024: Ein sonniger Tag am Mersey

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Heute hatte ich insofern frei, als dass ich keine Tour resp keinen Eintritt gebucht hatte.
Ich habe also ein bisschen länger geschlafen, mir beim Frühstück noch ein bisschen mehr Zeit gelassen als sonst, und bin dann gemütlich bei schönem, aber windigem Wetter noch einmal zum Fluss Mersey spaziert.

Ich habe in den letzten Tagen eine lebensgrosse Skulpturgruppe der Beatles gesucht, die ich letzte Woche auf einem Bild gesehen hatten. Gestern Abend habe ich sie gefunden: Sie steht unweit des Museum of Liverpool gleich beim Fährterminal am Flussufer.
Die habe ich heute noch fotografiert. Und dank des schönen Wetters bei bestem Licht. 🙂

Danach bin ich ins Museum of Liverpool und habe mir die Geschichte Liverpools für über zwei Stunden zu Gemüte geführt. 🙂
Dabei habe ich wieder interessante Dinge über Liverpool erfahren.

Den Nachmittag habe ich in Fussgängerzone resp im Liverpool ONE verbracht, auf der Suche nach guten Fotosujets. Dabei bin ich auf zwei junge Sänger gestossen, die mit grossartigen Stimmen Klassik sangen.
Und ich habe zwei italienische Restaurants in der Nähe meines Hotels entdeckt. Schade nur, dass heute mein letzter Tag ist, denn das Essen in dem Restaraunt heute Abend war wirklich gut. Kein Vergleich mit dem Italiener, bei dem ich vorgestern war. Ich merke mir das für’s nächste Mal.

Nun muss ich ins Bett, denn morgen ist sehr früh Tagwache. Mein Bus nach Manchester fährt um 05:25. Zur Busstation beim Liverpool ONE ist’s zwar bloss 10 Minuten zu Fuss, aber morgen früh soll es hier regnen. Mal schauen.

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Stay tuned.

Liverpool 2024: The Beatles

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Liverpool ist die Heimat der Beatles.
Alle Bandmitglieder wurden in Liverpool geboren und sind hier aufgewachsen: John Lennon und Ringo Starr *1940, Paul McCartney *1942 und George Harrison *1943.

Heute bin ich ihren Spuren gefolgt. 😉

Letzte Woche hatte ich per eMail bei der Rezeption meines Hotels angefragt, was denn zum Thema Beatles zu empfehlen sei. Es gibt hier ein grosses Angebot verschiedenster Museen und Touren, und nicht alles ist wirklich sein Geld wert.
Ich habe dann die folgenden zwei Vorschläge erhalten und gebucht:
das „The Beatles Story“ Museum und eine private Taxitour durch Liverpool an die Originalschauplätze

Also bin ich am Morgen noch einmal zum Royal Albert Dock, um das „The Beatles Story“ Museum zu besuchen.
Man kriegt dort einen Audio-& Videoguide mit vielen Informationen und wird so durch die Entstehungsgeschichte der Beatles geführt: vom ersten Zusammentreffen von John Lennon und Paul McCartney 1957 bis zur Auflösung der Beatles nach dem legendären Rooftop-Konzert 1969.
Über jedes der Bandmitglieder gibt es viele Informationen. Aber auch über die Leute, die hinter den Beatles standen, wie zum Beispiel ihren ersten Manager Brian Epstein oder ihren Produzenten Sir George Martin. Auf dem Gerät befinden sich auch viele Originalaufnahmen von Interviews sowie einige Originalvideos.
Alles in allem eine sehr informative Tour, die man im eigenen Tempo und nach eigenen Interessen durchgehen kann. Ich war über eine Stunde dort drin.
Aber den obligaten Souvenirshop am Schluss habe ich übersprungen. 😉

Den Rest des Morgens verbrachte ich in den Docks und besuchte dort auch noch das Seefahrt- und das Sklaverei-Museum. Die beiden Museen befinden sich im gleichen Gebäude und können gratis besucht werden.
Besonders interessant fand ich den Teil im Maritime Museums, der sich eingehend mit der Titanic und ihrem Untergang im April 1912 befasst.
Da die White Star Line als Besitzerin der Titanic ihren Sitz bis heute in Liverpool hat, waren ein grosser Teil Besatzung des Schiffs Einwohner von Liverpool. Diesen Leuten ist der besagte Teil des Maritime Museums gewidmet.

Am Nachmittag machte ich dann die private Taxitour zu den Originalschauplätzen.
Während zweieinhalb Stunden brachte mich der Taxifahrer zu den Quartieren und Häusern aller vier Beatles, aber auch an Orte, die vorallem Lennon & McCartney als Inspiration dienten:
-> die Strasse Penny Lane und der Barbershop dort, der in der ersten Zeile des Liedes „Penny Lane“ vorkommt. In diesem Barbershop liessen sich die Beatles als Teenager die Haar schneiden, weil er direkt neben einer Bushaltestelle liegt, an der sie immer umsteigen mussten. Später jobbte John Lennon in einem Restaurant an der Penny Lane und sah jeden Tag die Strasse hinunter;
-> die Strawberry Flields, ein Garten bei einem Waisenhaus der Heilsarmee, in dem John Lennon schon als Kind viel Zeit verbrachte, und der dem Lied „Strawberry Fields forever“ den Titel gab;
-> der Friedhof, auf dem John Lennon heimlich rauchte und dabei die Grabsteine studierte, auf denen man heute noch die Namen Eleanor Rigby und John Mackenziе findet, die im Lied „Eleanor Rigby“ vorkommen. Das Intro „Ah, look at all the lonely people“ des Lieds soll ein Ausspruch von Paul McCartney gewesen sein, als ihm  John Lennon den Friedhof zeigte.
Und im Festsaal der St Peters Church in Woolton, zu der dieser Friedhof gehört, haben sich John Lennon und Paul McCartney am 6. Juli 1957 das erste Mal getroffen. John spielte dort mit seiner Band an einem Quartierfest, weil seine Tante, bei der er aufwuchs, im Organisationskomitee des Festes war. Paul besuchte das Fest auf der Suche nach einer Freundin.

Der Taxifahrer wusste viel zu erzählen. Ob alle Ankedoten der Wahrheit entsprechen, weiss ich nicht. Sie waren allerdings schlüssig und stimmten auch mit den Infos überein, die ich am Morgen im „The Beatles Story“ Museum gehört hatte.
Mir ist dabei aufgefallen, wie viele Texte der Beatles ich immer noch auswendig kenne.
Als ich mit 14 begonnen habe, in der Schule Englisch zu lernen, waren diese Lieder die ersten englischen Texte, die ich aus eigenem Antrieb las und übersetzte. 🙂

Alles in allem ein cooler Nachmittag und eine interessante und unterhaltsame Tour, die ich jedem empfehle, der sich für die Beatles interessiert und natürlich den Liverpooler Akzent mindestens ein bisschen versteht. 😉
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„In Penny Lane, there is a barber showing photographs…“

Stay tuned.

Liverpool 2024: Albert Dock & Anfield Stadium

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Heute ging’s für einmal nicht um die Beatles.

Wie gestern angetönt, ging ich am Morgen nach einem ausgiebigen englischen Frühstück mit Eiern, Speck und Bohnen zu den Docks am Fluss Mersey.
Der Fluss war und ist die Anbindung Liverpools an die irische See und somit an die internationalen See- und Handelswege.
Die alten Docks entlang des Flusses wurden aufwändig umgebaut. Zum grössten Teil hat man die alten Lagerhäuser erhalten und sie zu Geschäften, Museen und Restaurants umgebaut, ähnlich der Hamburger Speicherstadt.
Vorallem im Royal Albert Dock zeigt sich das in einer spannenden Mischung von alten Häusern und topmodernen Bauten mit zum Teil sehr ausgefallener Architektur wie zum Beispiel das Museum of Liverpool. Das Ganze ist eine einzige, sehr grosse Sehenswürdigkeit und voll auf den Tourismus ausgerichtet. Morgen gehe ich noch einmal dorthin, um das „The Beatles Story“ Museum zu besuchen.

Kurz nach zwölf stieg ich dann in den Bus, der mich zum Anfield Stadion brachte, dem Heim der „Reds„.
Dort hatte ich letzte Woche eine Stadion Tour gebucht. Eigentlich wäre neben der Tour auch ein Eintritt in Museum des Liverpool Footballclub inbegriffen gewesen. Aber schon bei der Buchung wurde man darauf aufmerksam gemacht, dass das Museum im Juli wegen Umbau geschlossen war.
Für mich kein Problem, denn wie wenig mich Fussball interessiert, erkennt man daran, dass ich keinen einzigen Spieler des LFC kenne, und lediglich weiss, dass der deutsche Ex-Fussballspieler und Trainer Jürgen Klopp bis im Mai 2024 neun Jahre lang mit grossem Erfolg die Mannschaft der LFC trainierte. Wenn man im Anfield Stadion ist, spürt man die Verehrung von Klopp deutlich. Er ist dort einer der ganz grossen Helden.
Ansonsten sind mein Kenntnisse zum LFC gleich Null. 🙂

Die Pokale und Titel haben mich daher bei meinem Besuch im Anfield Stadion nicht sonderlich interessiert. Auch nicht die verschiedenen Personalien, die präsentiert wurden. Mich hat das Stadion an und für sich interessiert und das ist beeindruckend:
Das Stadion ist sechs Stockwerke hoch. Eigentlich wohl sieben, wenn man auf der Tribüne zu den obersten Sitzreihen hochsteigt.
Das Stadion hat keine Stehplätze, wie wir das in unserem Stadien zu Teil kennen, nur Sitzplätze. Davon gibt es aber 61’000!
Zur Zeit wird der Rasen neu verlegt. Nach der Ausnivelierung des Untergrunds wird nächste Woche der Rasen verlegt. Der Rasen besteht zu 95% aus Naturrasen. Die restlichen 5% Kunstrasen geben dem Rasen Stabilität. So hält er die ganze Saison.
Für das Verlegen braucht die Firma 3 Tage und das Ganze kostet über 600’000 Britische Pfund.
Nach dem Verlegen wird der Rasen noch wochenlang gepflegt, bevor darauf gespielt werden kann. Ein kleines Detail dabei: Nachts wird der Rasen mit der Flutlichtanlage beschienen, damit er schneller wächst…

Alles in allem war das eine sehr interessante Führung und hat sich gelohnt.
Es war eine sogenannte Self-guided Tour. Das hiess, man kriegte ein Pad, auf dem sehr viele Erklärungen und Videos gespeichert waren und konnte so schnell oder langsam machen wie man wollte. An den neuralgischen Punkten standen die Guides.Von denen erfuhr man noch mehr Details, wenn man mit ihnen sprach. Falls man ihren Akzent verstand… 😉

Morgen stehen dann die Beatles auf dem Programm. Ich bin gespannt.

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Stay tuned.