
Nun bin ich im Norden Islands angekommen. 🙂
Die Strecke war mit etwas über 200 Kilometer überschaubar. Daher habe ich mir Zeit genommen: Erst einmal ausgeschlafen (wobei das nicht so einfach war…), dann ein gemütliches Frühstück zum spätmöglichsten Zeitpunkt und dann schon nach 10 Minuten Fahrt der erste Stopp.
Da sich das Wetter auch heute wieder von seiner besten Seite zeigte, beschloss ich, an verschiedenen Ort Halt zu machen, die ich von mehreren Besuchen schon gut kannte. Aber bei so schönem Wetter wollte ich die Naturschönheiten einfach noch einmal anschauen, und natürlich das eine oder andere Bild schiessen. 😉
Deshalb stoppte ich schon 10 Minuten nach meiner Abfahrt in Húsafell bei den Hraunfossar und dem Barnafoss. Diese Wasserfälle sind etwas besonderes. Der eine (hraun heisst Lava und fossar heisst Wasserfälle) wegen seiner einzigartigen Form, und der andere (barn heisst Kind und foss heisst Wasserfall) wegen der Saga, die dahintersteckt.
Und da die beiden Wasserfälle nur wenige Meter auseinanderliegen, kann man hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Eine weitere halbe Stunde später der nächste Stopp an den Grábrók-Kratern.
Bei schönem Wetter ist die Aussicht vom Rand des grössten der drei Krater fantastisch. Auf den Kraterrand kommt man relativ leicht über eine Holztreppe, die dort eingebaut wurde. Trotzdem spürt man natürlich, dass man dabei ca 100 Höhenmeter macht. Allerdings ist mir dort oben eine 67-jähriger Amerikaner begegnet, der trotz Amputation beider Unterschenkel alleine auf seinen Beinprothesen und nur mit einem Gehstock als Hilfe die Treppen hochgekommen ist. Respekt.
Nach weiteren 5 Minuten Fahrt habe ich dann schon wieder Halt gemacht, um zu Mittag zu essen. Hraunsnef ist ein Bauernhof, Hotel und Restaurant, in dem ich vor vier Jahren einmal übernachtet hatte. Die haben ein schönes Restaurant mit Terrasse und eine gute Karte. Grund genug, um 13:00 dort einzukehren.
An diesem Punkt habe ich das Schreiben wie gestern unterbrochen, weil draussen am Himmel wieder Nordlichter aufgetaucht sind und ein grossartige Show gezeigt haben. Das habe ich einfach fotografieren müssen. Man spürt dabei aber auch, dass in Island die Nächte frostig werden. Es ist im Moment auch ohne Wind richtig kalt draussen.
Aber weiter im Text:
Nach dem Mittagessen bin ich eineinhalb Stunden nach Norden gefahren, zu meinem nächsten Ziel: dem Hvítserkur.
Diesen Basaltfelsen, der im Meer steht, habe ich letztes Jahr das erste Mal aufgesucht und fotografiert. Damals allerdings bei Wind und Regen. Dieses Mal war nur der Wind da. Und der Felsen stand in ruhigem Wasser von der Sonne beschienen. Natürlich gab das andere Bilder. 😉
Vom Hvítserkur bis zu meiner heutigen Unterkunft war es anschliessend nur noch eine halbe Stunde zu fahren.
Das Dæli Gästehaus liegt 15 Minuten abseits der Hauptstrasse und bietet neben Unterkunft und Verpflegung auch Reitferien an. Ich habe einen Viertel eines Bungalows: ein grosszügiges Zimmer mit viel Platz, eingerichtet im Stil der 80er Jahre.
