
Mit etwas über 300 Kilometer hatte ich heute eine etwas längere Strecke zu bewältigen. 🙂
Das lag vor allem daran, dass ich dieses Mal auf alle Abkürzungen verzichtete und der Küste entlang fuhr.
Das Wetter hielt sich brav. 🙂
Am Morgen bei meiner Abfahrt war noch eitel Sonnenschein angesagt. Aber das änderte sich aber innert einer Stunde. Immer mehr Wolken überzogen den Himmel, bis man die Sonne nicht mehr sah. Und so blieb es den ganzen Tag. Das wurde aber auch nicht schlechter. Regen habe ich erst ein kleines Bisschen abgekriegt, als ich gegen 17:30 bei meiner heutigen Unterkunft angekommen bin.
Das entsprach ganz dem Wetterbericht, und ich hoffe, der stimme morgen auch so genau.
Bevor ich erst Richtung Norden und dann nach Osten fuhr, habe ich dem Kolugljúfur Canyon und dem Efrifoss einen Besuch abgestattet. Es stellte sich nämlich heraus, dass der Canyon und der erste von drei Wasserfällen im Canyon nur zehn Minuten Fahrt von meiner Unterkunft, dem Dæli Gästehaus entfernt lagen.
Danach fuhr ich los, erst einmal bis Hofsos und von dort dann weiter nach Siglufjörður. Das waren fast zwei Stunden gemütliche und ereignislose Fahrt. Letzteres liegt an der nördlichen Spitze der Trollhalbinsel, der Tröllaskagi.
Normalerweise kürze ich diese Fahrt quer über die Halbinsel über den Pass Lágheiði ab. Aber das lohnt sich nur bei schönem Wetter. Ansonsten ist es bloss ein Geholper über unendlich viele Schlaglöcher und man sieht nicht viel.
Heute bin ich deshalb wieder einmal aussen herum gefahren.
Siglufjörður erreicht man entweder auf der Strasse durch Tunnel (von beiden Seiten der Halbinsel) oder per Schiff über das Meer, oder per Flugzeug. Es gibt einen kleinen Flugplatz ausserhalb des Dorfes.
Im Winter ist das Dorf ziemlich abgelegen und nicht immer erreichbar. Selbst in Island gilt Siglufjörður als Beispiel eines abgelegenen Ortes, in dem nur Leute wohnen, die schon hier geboren wurden.
Das Dorf ist der Schauplatz des ersten Kriminalromans von Ragnar Jónasson (Snjóblinda – Schneeblind), den ich gerade begonnen habe zu lesen. Ragnar gilt als einer der Mitbegründer des Nordic Noir Stiles, des ganz eigenen skandinavischen Krimistils. Wer das mag, dem sei der isländische Autor wärmstens empfohlen.
Für mich war es heute interessant, die Örtlichkeiten in dem Buch mit der Wirklichkeit zu vergleichen, soweit mir das denn gelang. 🙂
Ich kenne Siglufjörður zwar schon von früheren Besuchen, aber das Buch von Ragnar Jónasson hat mir eine neue Optik gegeben, nämlich die seines Romanhelden, eines jungen Polizisten, der aus Reykjavík hierher zieht. 😉
Ausserdem war das Dorf ja schon vor ein paar Jahren Drehort für einen grossen Teil der ersten Staffel von Ófærð, einer Isländischen Krimiserie, die vom ZDF mit produziert wurde.
Von Siglufjörður ich weiter Richtung Akureyri. Allerdings legte ich in Dalvík den obligaten Zwischenhalt in meinem isländischen Lieblingskaffee Gísli, Eiríkur, Helgi Kaffihús/bar ein. Das ist über die Jahre zu einem Ritual geworden. Jedes Mal, wenn ich durch Dalvík hindurchfahre, gehe ich dort einen Kaffee trinken. 🙂
Von Dalvík ging’s weiter nach Akureyri und von da zum Goðafoss.
Dieser Wasserfall gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Er ist 158 Meter breit und 11 Meter hoch. Das ergibt einen beeindruckenden Anblick. Und er hat eine sehr interessante Geschichte in Zusammenhang mit der Christianisierung Islands.
Bis zu meiner jetzigen Unterkunft waren es dann bloss noch eine halbe Stunde Fahrt. Sie liegt ca eine halbe Stunde Fahrt südlich von Húsavík, wo ich morgen eine Whale-Watching Tour gebucht habe. Ich hoffe, es regnet nicht und der Wind benimmt sich auch. Als ich vor einem Jahr schon einmal dort war, wurden an dem Tag alle Touren wegen Sturm abgesagt.
Ich hoffe wirklich, dass es morgen klappt. Die Skjálfandi Bucht, an der Húsavík liegt, ist weltweit bekannt dafür, dass in ihr viele verschiedene Walarten leben. Húsavík nennt sich deshalb auch die „Whale-watching Hauptstadt“ Islands.
