Island 2023: Weiter nach Ostisland

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Heute hatte ich mit rund 200 km eine relativ überschaubare Strecke vor mir.
Dazu kam, dass ich diese Strecke bis auf einige Kilometer am Anfang bereits ein oder mehrere Mal gefahren war, auch in umgekehrter Richtung.
Ich bewegte mich also auf bekanntem Terrain und hatte reichlich Zeit bis zum meinem Ziel in
Egilsstaðir. Und ich hatte nur einen Besuch geplant, nämlich am Ende der heutigen Etappe in den Vök Baths kurz vor Egilsstaðir.

Deshalb fuhr ich von meiner Unterkunft erst einmal an den Mývatn (dt Mückensee). Zwar sind die Mücken (es handelt sich eher um kleine Fliegen – auf jeden Fall stechen die Viecher hier nicht) im September nicht mehr so zahlreich, aber sie fliegen einem immer noch ständig um den Kopf und immer wieder in Ohren, Nase und Mund. Im Sommer (Juni, Juli & August) sind die kleinen Quälgeister am Mývatn so zahlreich, dass man nicht ohne Mückennetz über dem Kopf ins Freie gehen kann.

Am Mývatn gibt es ein Lavafeld, das man durchwandern kann: Dimmuborgir.
Da wurden Wege angelegt, so dass man zwischen den bizzaren Lavagebilden (die gerne auch mal 10 oder mehr Meter hoch sein können) hindurch spazieren kann. Der Sage nach sollen hier Trolle und Elfen leben, und auch die dreizehn Jólasveinar (Yule lads) tauchen hier gerne auf.
Da ich vor sechs Jahren das letzte Mal im Dimmuborgir war, stattete ich dem Lavafeld heute einen Besuch ab. Dazu kam, dass gerade, als ich dort ankam, die Sonne durch die Wolken brach und die wegen dem Herbst ohnehin schon gelben Blätter der Sträucher gold-gelb färbte.

Von Dimmuborgir ging es weiter Richtung Osten. Aber schon nach einer Viertelstunde Fahrt war der nächste Stopp angesagt. Gleich wenn man über den Námaskarð-Pass kommt liegt das Geothermalgebiet Hverir vor einem. Hier kommt an verschiedenen Stelle 100 Grad heisses Wasser aus dem Boden, als Dampf, aber auch als zäher Schlamm.
Hier traf ich etwas Neues an: Das Parkieren ist gebührenpflichtig geworden. Das war letztes Jahr noch nicht der Fall. Und die Landbesitzer haben keine Hemmungen: Ein Pw kostet 1’200 ISK (dafür kann man den ganzen Tag dort parkieren, aber wer macht das schon). Das sind umgerechnet 8 Schweizer Franken.
Als Vergleich: In Þingvellir (einem staatlichen Nationalpark) kostet das Parkieren ISK 750.–. Das sind 5 Schweizer Franken, also deutlich weniger.
Aber der Anblick dieses Gebietes mit den blubbernden Schlammlöcher (als ob darin etwas gekocht würde) und den zischenden Steinhaufen, aus denen heisser Dampf mit einigem Druck entweicht, ist beeindruckend.

Auf den Besuch des Krafla-Vulkan-Gebietes mit dem grossen Kratersee und dem Kraftwerk verzichtete ich dieses Mal. Aber auch das wäre nur 10 Minuten Fahrt von Hverir entfernt gewesen.

Ich fuhr erst einmal eineinhalb Stunden Richtung Osten durch weite Lava Einöden auf einer bestens bekannten Strecke und machte erst auf einem Rastplatz im Osten Halt, von dem ich wusste, das man von dort bis weit ins Hochland sehen konnte.

Bis dorthin hatte sich auch das Wetter gehalten. Die Bewölkung war zwar ab dem Mittag ziemlich dicht und dunkel gewesen. Aber es blieb trocken.
Der Regen kam dann auf dem letzten Abschnitt, ca eine halbe Stunde vor Egilsstaðir.
Aber das war mir egal, denn bei meinem nächsten und letzten Halt würde ich sowieso nass werden, und zwar mit voller Absicht. 😉

So ging ich dann kurz vor Egilsstaðir in den Vök Bädern im warmen Wasser entspannen.
Das Besondere an diesen Bädern ist, dass zwei der drei Warmwasserbecken (38 – 41 Grad C) im See schwimmen. Man liegt also im heissen Wasser und kann die Hand in 10 Grad kaltes Seewasser halten.
Allerdings war mit Entspannung und Ruhe in diesen schwimmenden Becken leider nichts. Vier kreischende Chinesenweiber (wieder einmal…) machten dort lautstark Party. Wahrscheinlich hatten sie noch etwas zu viel Alkohol von der Bar erwischt. Am liebsten hätte ich die eine oder andere in den See geschmissen. Dann wäre wohl Ruhe gewesen. 😉 Aber das darf man ja leider nicht…
Auf alle Fälle war an Ruhe nicht zu denken. Also verzog ich mich wieder zurück in das dritte Becken. Dort herrschte Ruhe, obwohl sich dort die Bar befindet, und ein Kommen und Gehen herrschte. Hier waren vor allem erwachsene, etwas ältere Leute, die selber Ruhe wollten.
Dort liess ich mich dann etwas über eine Stunde in dem warmen Wasser treiben, bevor ich ins Hotel fuhr und mein Zimmer bezog.

Laut Wetterbericht wird es morgen mit gutem Wetter vorbei sein. Es soll die nächsten zwei Tage durchgehend regnen. Mal schauen. Vielleicht finde ich unterwegs einen geheizten Pool….

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Hverfjall am Mývatn

Stay tuned.

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