Island 2023: Alle Zeichen stehen auf Sturm

Island_flag

Heute hat es nicht mehr geregnet. Am Morgen drückte da und dort sogar ein bisschen die Sonne durch. Aber…

Es windete bereits sehr stark, als ich aufstand.
Der isländische, meteorologische Dienst hielt zwar die Unwetterwarnung für Ostisland und die Ostfjorde den ganzen Tag aufrecht (am Abend kam dann noch eine Sturmwarnung für Nordisland dazu).
Aber entlang der ganzen Südküste wurden starke Winde vorausgesagt, in der Graphik von vedur.is ging man in gewissen Abschnitten von Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 115 Km/h (30 m/s) aus.
Und genau entlang der Südküste Richtung Westen lag meine heutige Reisestrecke.

Dazu muss ich sagen, dass mich starker Wind noch nicht beunruhigt. Der ist für Lastwagen, Camper und Wohnwagen viel gefährlicher. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein solches Fahrzeug Flugstunden nimmt und von der Strasse fliegt, wenn gerade eine besonders heftige Böe weht. Mit einem SUV kommt man in der Regel ganz gut durch.

Was bei mir eher eine höhere Aufmerksamkeit auslöst, sind Steine und Sand, die durch einen Sturm aufgewirbelt werden können. Auch das kommt vor und kann bei einem Auto durchaus auch einmal eine Windschutzscheibe kosten. Egal ob man fährt oder steht. 😉
Sandstürme hingegen haben die unangenehme Eigenschaft, ein Auto danach aussehen zu lassen, als ob es gerade eine Sandstahlbehandlung durchgemacht hat.
Und diese Schäden deckt leider keine Versicherung! 😦

Also bin ich mit einer gewisser Vorsicht losgefahren und habe immer nach Warnschildern Ausschau gehalten. Zudem kenne ich die Strecke ganz gut und weiss ziemlich genau, wo die Beschaffenheit des Geländes solche Gefahren möglich macht und wo nicht. Blöd war einfach, dass die Wetterbilder genau dort die höchsten Windgeschwindigkeiten voraussagten, wo man durch eine Sandwüste fährt.

Fazit: Es hatte die ganzen 200 km Fahrt entlang der Südküste starken bis sehr starken Wind.
Mein Auto schaukelte zwischendurch ganz schön, auch wenn ich nicht fuhr. Aber da war nichts, was mich verlangsamt oder aufgehalten hätte.
Der Wind war dann zum Glück nicht ganz so stark wie vorausgesagt. Der höchste gemessene Wert, den ich gesehen habe, war 23 m/s (82 km/h). Aber das ist auch schon ganz ordentlich.
Das Aussteigen aus dem Auto war dabei etwas schwierig. Entweder wurde einem die Türe fast aus der Hand gerissen oder man kriegte sie kaum auf. Je nachdem, wie das Auto zum Wind stand.
DA muss man aufpassen. Offenbar hatten die Autovermieter vermehrt Schäden an Türen und Kotflügeln zu beklagen, die dadurch entstanden, dass die Türen vom Wind richtiggehend aufgerissen und umgeklappt wurden.
Jedenfalls hat zumindest Europcar bei seinen Autos an den Türen Kleber angebracht, die davor warnen.

Draussen, im Wind, war das Fotografieren ab und zu etwas schwierig, weil es ich nicht immer ruhig stehen konnte. Man konnte sich locker in den Wind legen und fiel nicht um. Umgekehrt musste man richtig gegen den Wind ankämpfen, um nicht umgeblasen zu werden.

Und als ich bei einem Stopp ein paar Kilometer hinter mir eine riesige Staubwolke entdeckte, wusste ich, dass sich dort ein kleiner, lokaler Sandsturm bildete. Zum Glück war ich dort schon vorbei, und meine Fahrtrichtung (Westen) brachte mich davon weg.

Ich mag diese Strecke von heute sehr wegen der grossen Lavafelder. Das ist eine Landschaft wie ich sie noch nirgends sonst gesehen habe. Der Anblick dieser unendlich scheinenden Lavafelder beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Ausserdem scheinen die Gletscher bis zur Küste hinunter zu kommen. Sie sind so nah, wenn man auf der Ringstrasse fährt. Ein grandioser Anblick. 🙂

Vorhin, als ich nach dem Abendessen ins Hotelzimmer zurückkam, regnete es kurz. Kaum hatte der Wind etwas nachgelassen, kam der Regen zurück. Aber das war nur eine kleine Zelle. Laut Wetterbericht soll es morgen immer noch starken Wind geben (eigentlich die ganze Woche), aber der Regen bleibt im Osten.

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Eldhraun

Stay tuned.

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