Heute hat es hier tatsächlich nicht mehr gescheit. Von der in der Wettervorhersage erwähnten Sonne habe ich nichts gesehen. Dafür war die Wolkendecke zu dick. Und es wehte ein giftiger Wind. Dadurch fühlten sich die -8 Grad C and wie -16 Grad.
Kurz: Es war den ganzen Tag ziemlich dunkel, es lag viel Schnee und es herrschte eine klirrende Kälte.
Das richtige Wetter für einen Museumsbesuch, denn nach ca 30 Minuten Spaziergang ging man heute gerne wieder rein. 😉
Wie geplant fuhr ich deshalb mit dem Bus auf die Halbinsel Bygdøy. Die Fahrt vom Bahnhof bis zur Endhaltestelle dauerte etwas mehr als 20 Minuten.
Gleich bei der Endhaltestelle der Linie 30 stehen drei Museen nebeneinander: das Kontiki-Museum, das Frammuseum (Museum zur Erkundung des Polargebietes) und das Norwegische Seefahrtsmuseum. Die ersten beiden sind durch private Stiftungen geführte Museen, das dritte steht in Verbindung mit der Universität Oslo.
Das Kontiki-Museum ist vollständig der Forschung von Thor Heyerdahl gewidmet und erklärt detailliert, wie seine Expeditionen abliefen und weshalb er sie überhaupt unternahm.
Sehenswert sind dabei vor allem zwei seiner Schiffe: die aus Balsaholz gebauter Kon-Tiki, mit der Heyerdahl 1947 zusammen mit fünf Kameraden von Peru nach Polynesien fuhr, und die aus Riet gebaute Ra II, mit der Heyerdahl 1970 von Marokko nach Barbados fuhr.
Das Frammuseum dokumentiert die verschiedenen Expeditionen zum Nord- und Südpol. Fram ist der Name des von Fridtjof Nansen entworfenen und in Auftrag gegebenen Schiffs, das extra dafür gebaut wurde, im Packeis eingeschlossen werden und mit dem Eis zu driften. Das Museum wurde um die Fram herum gebaut. Später kam ein zweiter Bau dazu, in dem die Gjøa ausgestellt wurde, das Schiff, mit dem Roald Amundsen als Erster die sogenannte Nordwestpassage schaffte.
Dabei ging es in erster Linie um einen kurzen Weg vom Atlantik in den Pazifik.
Vor dem Bau des Panamakanals mussten alle Schiffe die sehr gefährliche Route um das Kap Hoorn an der Südspitze von Südamerika nehmen, wenn sie den kürzesten Weg von einem in den anderen Ozean nehmen wollten. Die andere Route um das Kap der Guten Hoffnung, durch den indischen Ozean und das chinesische Meer war viel länger und teurer. Besonders wenn das Ziel die Westküste des amerikanischen Kontinents war.
Das dritte Museum, das Norwegische Seefahrtsmuseum ist der Schifffahrt in Norwegen ganz allgemein gewidmet.
Etwas besonderes gibt es im Untergeschoss: dort ist eines der kleineren Wikingerboote aus der Gokstad Ausgrabung (9. Jahrhundert) als Leihgabe des Vikingerschiffsmuseum (welches noch bis 2026 geschlossen ist) ausgestellt, und ein Zimmermann baut das Boot vor Ort nach. Sehr weit ist er allerdings noch nicht gekommen. Als ich heute dort war, arbeitete er immer noch am Kiel.
Allerdings war Schiffsbau bei den Wikingern vor über 1’000 Jahren eine Gemeinschaftsarbeit und keine Einzelarbeit.
Morgen fliege ich nach Hause. Wenn alles gut geht, und es zu keinen Verspätungen kommt, werde ich kurz nach Mittag in Zürich landen.
Lieber Leibfux
Vorerst alles Gute zum angebrochenen Jahr 2024, verbunden mit dem besten Dank für Deine interessanten Berichten aus Oslo.
Mit Helvetergruss
Serge H!
LikeGefällt 1 Person