Warschau 2025: Ein Tag im Zoo

Was für ein Unterschied zu gestern: Heute fiel das Thermometer hier in Warschau tatsächlich um gute 10 Grad. Am Morgen und am Abend war’s noch kühler.

Das machte den Aufenthalt im Freien natürlich viel angenehmer. Wenn man in der Sonne stand, war’s immer noch recht warm, aber dank einiger Schleierwolken und einem angenehm kühlen Wind hielt selbst ich es gut aus. 😉

Also bin ich, wie geplant, in den Warschauer Zoo.
Dieser ist ein 40 Hektaren (400’000 m2) grosser Park, der 1928 als grösster Zoo Europas eröffnet wurde. Für mich passt hier die Bezeichnung „Tierpark“ sehr gut. Das Gelände ist recht weitläufig und die Gehege sind im ganzen Park verteilt. Einige sind schon ganz schön in die Jahre gekommen, während andere recht neu zu sein scheinen.
Die Grösse des Parks bedeutet nicht nur, dass man mehrere Stunden braucht, wenn man sich alles anschauen will.
Es bedeutet auch, dass lärmende Kindergarten- und Schulklassen (mit einem oder mehreren noch lauteren Lehrerinnen) sowie quengelnde Kleinkinder kaum auffallen, und es sehr viel Platz gibt, um mit Kinderwagen zu spazieren, ohne die anderen Zoobesucher zu stören.
Heute sind mir diese beiden Gruppen von Besuchern kaum aufgefallen (resp ich konnte ihnen sehr gut ausweichen); anders als in anderen Zoos, wo ich mich regelmässig darüber nerve.

Ob der Zoo wirklich 550 Tierarten hält, wie Wikipedia behauptet, weiss ich nicht.
Ich weiss auch nicht, ob ich alles gesehen habe. Ich war fast drei Stunden dort drin und habe viele Tiere gesehen. Bei einigen auch nur das leere Gehege, weil sich die Tierchen gut versteckten. Das erlebe ich aber in jedem Zoo und hat mit Wetter, Lärm und Lebensweise der Tiere zu tun. Das gehört zu einem Zoobesuch.

Wie gesagt, einige der Gehege schienen mir schon älteren Datums zu sein. Nicht weil sie in schlechtem Zustand waren. Das waren sie nicht.
Aber die Bauweise von Zoos und deren Gehegen hat sich mit den Jahren geändert, und man sieht hier gut, welche Bauten aus dem letzten Jahrhundert stammen und welche einem neueren Trend entsprechen. 😉

Ein besonderes Augenmerk habe ich auf das Terrarium gelegt: Jeder Zoo hat auch da so seine Spezialitäten, was die Auswahl der gehaltenen Tierarten angeht.
Mir fiel auf, dass viele verschiedene (Wasser-) Schildkröten gezeigt werden. Ausserdem hält man hier in Warschau abgesehen von Gila-Krustenechsen und ein paar Pfeilgiftfroscharten keine Gifttiere. Wobei letztere aber in Gefangenschaft bekanntlich auch nicht giftig sind.
Daneben fand ich mehrere tropische Froscharten, die ich noch nicht kannte.
Sehr schön fand ich auch, dass die beiden gehaltenen Krokodilarten (Siam-Krokodil & Stumpfkrokodil) neben ihrem Terrarium je einen Aussenbereich hatten, in den sie bei entsprechend warmem Wetter rausgelassen wurden. So etwas kannte ich bisher nur von Affen und Vögeln.

Ich habe eine in Deutsch verfasste Google Beurteilung einer Mutter gelesen, die offenbar mit ihrem kleinen Sohn im Warschauer Zoo war, und sich darüber beschwerte, dass der Zoo so gross und so weitläufig sei. Das sei mit ihrem Kleinen sehr mühsam gewesen, und sie hätte, wenn sie das gewusst hätte, einen Kinderwagen mitgenommen, weil der Kleine schon in der Hälfte so müde war…
Kleiner Tipp von mir: Es gibt diese grossartige Sache, die INTERNET heisst!
Ich wusste schon, wie gross das Gelände war, bevor ich überhaupt zu Hause wegegangen bin. Google Maps zeigt das ganze Gelände. Ausserdem hat der Zoo eine eigene Homepage mit Zooplan zu herunterladen.
Zu blöd, um sich richtig zu informieren und sich vorzubereiten. Und dann noch blöder, sich öffentlich zu beschweren. Aber im Internet ist halt jeder wichtig (-tuerisch) und kann sich beschweren, wie er (oder sie) will. Und einen Intelligenzcheck gibt’s dort halt (leider) auch nicht. 😉

Vom Hotel zum nächsten Zooeingang waren es gute 20 Minuten zu gehen, wobei die letzten 5 Minuten durch einen grossen Park führten.
Dank des guten und milden Wetters war der Weg hin und zurück kein Problem.
Gestern hätte ich das nicht machen wollen, denn ein schöner Teil des Wegs führte über die Most Śląsko-Dąbrowski Brücke über die Weichsel, welche deutlich breiter ist als jeder Fluss in der Schweiz. Versteht sich von selbst, dass es auf der Brücke keinen Schatten gibt…

Ursprünglich wollte ich mein Ticket wie immer im Voraus im Internet kaufen. Das ging aber nur mit einer polnischen Handynummer. Also musste ich das Ticket (35 Sloty = Fr. 7.70) an der Kasse kaufen. Die haben dort neben dem Boxoffice mehrere Automaten (ähnlich wie in Parkhäusern) aufgestellt, an denen man das Ticket kaufen konnte. So kam ich trotzdem ohne Anstehen rein.

Den Rest des Tages habe ich gechillt. 😉
Zum Mittagessen bloss eine leichte Vietnamesische Nudelsuppe mit Rindfleisch und dann am Abend noch einmal ausgiebig die sehr gute italienische Küche im Restauracja Giovanni Rubino, das ich schon am ersten Abend gefunden hatte.
Nach 21:00 wurde es dann in TShirt und Shorts doch etwas kühl, weil halt auch jetzt noch eine Brise durch die Strassen weht. Aber es ist ein schöner Sommerabend, an dem man gerne in einem Strassenbistro sitzt.
Zudem wurde die Strasse, an der mein Hotel liegt, von heute Abend bis Sonntag für den Verkehr gesperrt, weil nun am Wochende die Leute in Scharen kommen. Und es hat tatsächlich mehr Leute auf der Strasse als an den beiden vergangenen Abenden. Aber verglichen mit La Rambla in Barcelona wirkt es immer noch ziemlich leer… 😉

Selbstverständlich habe ich im Zoo ein paar Bilder geschossen. Deswegen bin ich ja auch dort hin.
Die werde ich zusammen mit den anderen Bilder aus Warschau später bearbeiten und auf meine Homepage hochladen.
Erste Beispiele habe ich bereits auf Instagram veröffentlicht.

Stay tuned.

Warschau 2025: Ein verdammt heisser Tag

Heute hat der Hitzehammer hier in Warschau wie angekündigt zugeschlagen: Statt der angekündigten 37 Grad Celsius wurden es am Nachmittag „nur“ 35 Grad.
Aber zumindest mir hat das völlig gereicht.
Dass ich die Hitze nicht mag, und mich schon bei normalen sommerlichen Temperaturen schnell unwohl fühle und heftig schwitze, dürfte hinlänglich bekannt sein.
Aber heute war es für mich sehr heftig. So etwas habe ich noch nie erlebt: mir wurde abwechlungsweise schwindlig und schlecht. Nicht nur in der prallen Sonne, auch im Schatten.

Ich bin nach dem Frühstück kurz nach neun mit der Kamera losgezogen, um in der Altstadt ein paar Bilder zu schiessen.
Ich merkte schnell, dass ich trotz Kopfbedeckung nicht lange in der Sonne stehen sollte und habe versucht, mich hauptsächlich im Schatten der Häuser zu bewegen.
Das war aber nicht immer möglich.
Das Wasser, das ich in einem Laden gekauft hatte, half ein bisschen. Und auch, wenn gelegentlich ein kühles Lüftchen durch die Strassen wehte.
Aber es wurde immer heisser und mir war immer unwohler. Ausserdem habe ich geschwitzt als würde ich auslaufen.
Auch im Schatten der Bäume im sächsischen Garten war es nicht viel besser.

Am Eingang des sächsischen Gartens steht das Grabmal des unbekannten Soldaten.
Dieses wird ständig von zwei Soldaten in voller Uniform inkl Helm und Sturmgewehr in Achtungsstellung bewacht.
Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, wie diese Jungs das bei der Hitze aushalten. Obwohl sie im Schatten stehen, muss das eine gewaltige Tortur sein. Ich würde wahrscheinlich schon nach ein paar Minuten umkippen.
Aber die beiden haben sich keinen Milimeter bewegt, solange ich dort war. Respekt!

Ich ging dann gegen Mittag zurück zum Hotel, weil ich es draussen schlicht nicht mehr aushielt.
Im hoteleigenen Restaurant (Asian Food) ass ich erst einmal etwas Kleines (vietmanesische Nudelsuppe mit Rindfleisch – lecker) und kühlte mich ab. Ausserdem brachte ich bei der Gelegenheit meinen Wasserhaushalt wieder auf Vordermann.

Danach ging ich in mein klimatisiertes Zimmer, wo ich den Nachmittag mit Lesen und Bildbearbeitung verbrachte, bis draussen die Temperaturen wieder sanken.

Das ging dann recht schnell. Um 15:00 erreichte die Hitze mit mindestens 35 Grad ihren Höhepunkt und um 18:00, als ich zum Abendessen ging, war der Himmel bewölkt und es herrschten vielleicht noch 26 Grad. Ausserdem wehte ein ziemlich starker Wind.
So wie der Himmel um 21:00 aussah, könnte es diese Nacht noch zu Gewittern kommen.
Aber laut Wetterbericht sollte es trocken bleiben. Wir werden sehen…

Apropos Abendessen: Ich sage immer wieder, dass ich meine beste Lasagne 2018 in einem italienischen Restaurant in Stockholm (mit italienischer Original-Nonna am Herd) gegessen habe. Das ist bis heute so geblieben.
Heute hatte ich Spaghetti Carbonara, die genau dem Originalrezept entsprachen: mit Guanciale und Pecorino; und vorallem ohne Rahm! 🙂
Und die Spaghetti waren auf den Punkt al dente gekocht; nicht zu hart und nicht zu weich. Delizioso!
Da das Servicepersonal alles Polen waren, nehme ich mal an, dass in der Küche ein italienischer Koch, der sich auskennt, das Sagen hat. Dort gehe ich morgen Abend wieder hin. 🙂

Morgen soll es nicht wärmer als 24 Grad werden. Am Morgen soll es sogar nur 20 Grad sein.
Das wäre für mich optimal.
Wenn die Wettervorhersagen zutreffen, werde ich mich morgen auf den Weg zum Warschauer Zoo machen. Das sind zu Fuss rund 20 Minuten, wobei ein Teil durch einen Park geht. Bei 20 bis 24 Grad kein Problem. Heute war es um 09:00 schon fast 29 Grad…

Stay tuned.

Streetperformance um 09:00

Warschau 2025: Zum ersten Mal in Polen

Nun bin ich in Warschau, der Hauptstadt Polens.
Ich bin zum ersten Mal hier und bin gespannt, was ich in Chopins Heimatstadt alles entdecke.

Die Anreise verlief ohne Verzögerungen. Der Flug mit LOT, der polnischen Airline, dauerte von Zürich zwei Stunden. Wir starteten pünktlich und landeten ebenso pünktlich.
An Bord gab es gratis einen kleinen Snack, was heutzutage fast keine Airlane mehr anbietet. Normalerweise muss man für alles ausser Kaffee und Wasser bezahlen. Inzwischen kostet sogar der Tomatensaft bei Icelandair. Der war letztes Jahr noch gratis.
Ein definitives Plus für LOT!

Am Gepänkband erlebte ich eine absolute Premiere: Laut Anzeige würde es mindestens 30 Minuten dauern, bis das Gepäck da sein würde. Nach 15 Minuten kam aber bereits der erste Koffer. Zu meiner Überraschung war es meiner. Das hatte ich noch nie. 🙂
Mein UBER Fahrer, den ich schon von zu Hause aus bestellte hatte, meldete sich schon bei der Landung per WhatsApp, kaum hatte ich mein Smartphone eigeschaltet. Er hiess Singh und gehörte der Glaubengemeinschaft der Sikh an.

Auch hier verlief alles ohne Probleme. Singh brachte mich sicher durch den Grossstadtverkehr bis vor mein Hotel in der Warschauer Altstadt.
Und als ich noch vor 14:00 im Hotel ankam (Check in war ab 15:00 möglich), war sogar mein Zimmer schon bereit und ich konnte mich einrichten.

Hier ist es auch heiss. Heute waren es 31 bis 32 Grad Celsius. Ab Freitag sollen die Temperaturen auf ca 25 Grad fallen. Singh hatte mir auf der Fahrt vom Flughafen erzählt, dass dies nicht wirklich heiss wäre in Warschau. Das seien nur einzelne Tage. Letztes Jahr wäre es ingesamt viel heisser gewesen. Gut bin letztes Jahr nicht hierher gekommen.

Ich möchte unter anderem auch den Warschauer Zoo besuchen.
Das plane ich nun auf Freitag oder Samstag ein, wenn es nicht ganz so heiss sein wird.
Morgen werde ich die Altstadt erkunden und mich wenn möglich im Schatten aufhalten. Wenn nötig gehe ich zurück ins klimatisierte Hotelzimmer, um mich abzukühlen.
Und morgen Abend mache ich dann allenfalls nach dem Abendessen ein bisschen Nachtfotografie in der Altstadt. Ich habe festgestellt, dass die Gebäude hier sehr schön beleuchtet werden.

Stay tuned.

Warschauer Königsschloss
Zamek Królewski w Warszawie
Zamek Królewski w Warszawie (Warschauer Königsschloss )

Island 2025: Alles ist einmal zu Ende.

Island_flagHeute ist der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Morgen früh geht mein  nach Zürich. Schade. Ich wäre gerne länger geblieben. Aber jede Reise geht einmal zu Ende.

Heute habe ich noch einen kurzen Ausflug über die Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) unternommen und unter anderem zwei Geothermalgebiete besucht.

Als erstes bin ich zu Gunnhver gefahren.
Das ist Islands derzeit grösste Schlammquelle. Sie liegt in der südwestlichsten Ecke von Rekajnesskagi und von Island und ist nach dem Gespenst Guðrún Önundardóttir, kurz Gunna, benannt, die im 18. Jahrhundert dort gelebt haben soll.
Das Wasser kommt it einer Temperatur von über 100 Grad Celsius mit grossem Druck mehrheitlich in Form von Dampf aus dem Boden.
Das wird zur Energiegewinnung genutzt. In Gunnhver steht ein grosses Thermalkraftwerk.

Von Gunnhver ist es einen Katzensprung zum Leuchtturm Reykjanestá, dem Reykjanesvití.
Hinter dem Leuchtturm gibt es eine steile Felsneküste, an der zur Zeit Tausende von Möven brüten.
Dort wurde 2020 auch ein Videoclip mit Will Ferell gedreht, der zum Film „The Story of the Fire Saga“ über den Europvision Song Contest ESC gehört. Wer den Clip anschauen will: „Volcano Man
Das im Clip verwendet elektrische Doppelpiano hat man als Sehenswürdigkeit dort stehen lassen.

Mein nächstes Ziel war das Geothermalgebiet Krýsuvík.

Auf dem Weg dorthin fuhr ich durch Grindavík, dem Ort, der seit 2021 durch eine Serie von  Vulkanausbrüchen auf Reykjanes und den damit verbundenen Erdbeben starkt beschädigt worden ist:
Seit dem 19. März 2021 ereigneten sich nur wenige Kilometer entfernt von Grindavík elf Vulkanausbrüche, acht davon seit Dezember 2023. Der bisher letzte Ausbruch fand am 1. April 2025 statt.

Zwar konnte der Ort durch den Einsatz von vielen Helfern und schwerem Baugerät gerettet werden und die Einwohner durften irgendwann wieder zurück in ihre Häuser (um bei jedem folgenden Ausbruch erneut evakuiert zu werden…).
Aber viele Häuser sind so stark beschädigt, dass sie wohl abgerissen werden müssen. Es gibt im ganzen Ort etlich Stellen, die immer noch abgesperrt sind und auf den Strassen findet man viele Stellen mit frischem Asphalt. Dort waren die Strassen aufgerissen worden.
Sehr gut sieht man die meterhohen Schutzwälle, die rund um den Ort aufgeschüttet worden waren, um zu verhindern, dass die Lava aus den Ausbrüchen (allesamt nördlich der Stadt) in die Stadt fliesst. Trotzdem fiehlen der Lava letztes Jahr drei Häuser am Stadtrand zum Opfer.
Wie gesagt, man kann durch den Ort hindurch fahren und einige der Häuser scheinen tatsächlich bewohnt zu sein.
Aber die Stadt scheint wie ausgestorben. Heute war zwar Sonntag. Da wird nicht gearbeitet und die Schule ist auch geschlossen.
Aber ich habe keinen einzigen offenen Laden (in Island haben die grossen Supermärkte auch am Sonntag geöffnet) gesehen, nicht einmal bei der Tankstelle, an der ich normalerweise einen Kaffee trinke, wenn ich durch Grindavík fahre.
Und was noch viel auffälliger war: Das Schwimmbad und das Fussballstadion waren offenbar geschlossen. Auf jeden Fall waren alle Parklätze dort leer. Normalerweise ist dort gerade am Sonntag viel los.
Obwohl also etwas Verkehr durch den Ort floss, machte alles eher einen trostlosen und verlassenen Eindruck.

Mein nächster Stop war wie gesagt das Geothermalgebiet Krýsuvík.
Auch hier brodelt und dampft der Boden. Und in der Luft hängt ein leichter Schwefelgeruch.
In Krýsuvík gab es in den 1990er Jahren ein Geothermalkraftwerk, das jedoch 1999 explodierte und seitdem nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird.

Gleich neben Krýsuvík liegt der Kleifarvatn.
Das ist ein grosser See inmitten des kargen Vulkangesteins. Trotz des vielen Wasser gibt es aber um den See herum kaum Vegetation. Einige Lupinenfelder blühen jetzt gerade blau. Aber sonst ist da nicht viel.
Der See hat als Besonderheit weder einen bekannten Zu- noch einen Abfluss. Trotzdem senkt und hebt sich sein Pegel immer wieder und es leben Fische im See darin.
Man nimmt an, dass sich unter dem See eine Spalte des Krýsuvík Vulkansystems öffnet und sich wieder schliesst, wenn durch das Wasser abgekühlt wird. Der See wird dann durch den Regen wieder aufgefüllt.

Nun habe ich gepackt und muss etwas früher ins Bett als sonst. 😉
Tagwache wird morgen früh um 04:00 sein. Um fünf sollte ich am Flughafen sein, meinen Mietwagen ab- und mein Gepäck aufgeben. Danach heisst es wie immer warten auf das Borading und den Abflug um 07:20 Richtung Zürich.

Stay tuned.

Island 2025: Vom Norden in den Westen

Island_flagDie heutige Etappe war mit 337 km wieder etwas länger, aber noch OK. Insgesamt war ich sieben Stunden unterwegs, wovon 5 Stunden reine Fahrzeit waren.

Ich weiss, dass andere von morgens um acht bis abends um acht unterwegs sind. So kommt man natürlich weiter und schafft es auch, in einer Woche die ganze Insel zu umrunden, wie viele stolz berichten.
In meinen Augen ist das Blödsinn, denn wieviel Zeit bleibt dabei für Stops und dem Erkunden von Orten ?
Weniger ist auch hier mehr. Aber jedem das Seine…
Ausserdem ist eines sehr wichtig: Ich bin alleine unterwegs. Ich habe niemanden bei mir, der mich bei Müdigkeit am Steuer ablösen kann. Das ist eine andere Ausgangslage, als wenn man zu zweit oder mehr ist.
Und dass man auf langen, zum Teil eintönigen Fahrten müde wird, habe ich heute wieder erlebt. Ich musste mindestens zwei Mal auf einem Rastplatz anhalten, mir die Beine vertreten und etwas essen, weil ich sonst in Gefahr gelaufen wäre, in Sekundenschlaf zu fallen!
Ich kenne das und weiss auch, was ich wie tun muss, um wieder munter zu werden.
Das liegt nicht an zu wenig Schlaf. Ich habe mit mindestens acht Stunden pro Nacht hier in Island genug Schlaf. Das hat viel mit Eintönigkeit zu tun. Auch deshalb fahre ich nie mehr als eine Stunde am Stück.
Das sagt mir auch, dass es ganz vernünftig ist, eher kürzere Etappen zu planen.
Ausserdem bin ich hier in den Ferien und nicht auf der Flucht! Da soll man auch mal auspannen, oder nicht? 😉

Heute habe ich per Zufall die letzte Hinrichtungsstätte in Island gefunden.
Eigentlich habe ich in erster Linie einen Rastplatz mit Toilette gesucht und gefunden.
Und dann stand daneben eine Informationstafel, auf der stand, dass hier (der Ort heisst Þrístapar – die drei Hügel) am 12. Januar 1830 ein junges Paar, das zwei Männer ermordet hatte, geköpft wurde.
Das waren die letzten Hinrichtungen in Island.
Die Exekutionen sollten eine maximale abschreckende Wirkung haben:
Der Vorsteher der Region (Amtmann, Gouverneur, …) liess das Richtbeil extra aus Dänemark importieren und ordnete an, dass alle Bewohner der Gegend, mindestens aber ein Vertreter pro Bauernhof den Hinrichtungen beiwohnen mussten.
So sahen rund 140 Bauern zu, als man den beiden den Kopf abschlug, zuerst dem Mann, dann der Frau. Die Körper wurden vor Ort begraben und die Köpfe pflanzte man auf Pfähle.
Die beiden Deliquenten waren noch nicht einmal 20 Jahre alt, als man sie hinrichtete.
1939 fand man bei einer Ausgrabung nach Hinweisen durch ein sogenanntes Medium die Särge mit den Skeletten und den Köpfen, und bestattete sie in einem Friedhof.
Vor Ort kann man entlang eines Weges bis zum Richtplatz gehen, wo ein symbolischer Richtblock mit Beil aufgebaut ist. Auch die beiden Pfähle für die Köpfe sind da. Entlang des Weges gibt es Tafeln, auf denen die ganze Geschichte in isländisch und englisch erzählt wird.

Ganz nebenbei war gleich neben dem Richtplatz eine Weide, auf dem sich mehrere Stuten mit ihren Fohlen befanden. Die meisten Besucher bekundeten am Ende mehr Interesse an den Pferden als am Richtplatz. 😉

Noch ein Wort zum Wetter:
Am Morgen war der Himmer in Laugar komplett bedeckt. Eine schwere Wolkendecke hing über dem Tal und es wehte ein leichter, kühler Wind.
Aber keine 70 km (eine Dreiviertelstunde Fahrt) weiter schien in Akureyri die Sonne, und der Himmel war wolkenlos. Ich konnte in der Fussgängerzone in Akureyri meinen HotDog unter freiem Himmel im TShirt geniessen.
Und so blieb das Wetter bis heute Abend hier in Westisland.

Nun bin ich in Bifröst angekommen, einige Kilometer nordöstlich von Borgarnes entfernt im Westen Islands.
Morgen fahre ich auf meiner letzten Etappe nach Garður auf der Halbinsel Reykjanes, wo ich für zwei Nächte in der Nähe des Flughafens Quartier beziehen werde, bevor ich am Montag nach Hause fliege.

Stay tuned.

Island 2025: Weiter geht’s in den Norden

Island_flagHeute bin tatsächlich im Schnee gestanden. 😉

In der Nacht hat’s im Osten offenbar geregnet. Als ich heute morgen aufgestanden bin, war immer noch alles nass. Aber der Himmel war bloss noch bewölkt. Wasser kam keines mehr runter. Normales, isländisches Durchschnittswetter also. 😉

Meine Fahrt nach Laugar westlich des Mývatn verlief problemlos. Die Strasse war trocken.
Unterwegs fiel mir auf, dass realtiv viele Autos und Wohnmobile mit europäischen Kennzeichen unterwegs waren.
Eine solche Häufung ist ungewöhnlich, da Island ja eine Insel ist, die man nur mit dem Flugzeug oder der Fähre erreicht. Deshalb mieten die meisten Touristen so wie ich am Flughafen ein Auto, das notabene ein isländisches Kennzeichen hat.
Da fiel mir ein, dass mir mal jemand gesagt hat, dass immer am Donnerstag die Fähre aus Dänemark in Seyðisfjörður anlegt. Das ist offenbar heute morgen der Fall gewesen, und ein Rudel an neuen Touristen, die mit ihren eigenen Autos gekommen sind, ist auf die isländischen Strassen losgelassen worden: Deutsche, Österreicher, Dänen, Franzosen und Spanier habe ich auf der Strasse vor mir gehabt.

Wenn man aus Egilsstaðir in Richtung Nordwesten fährt, kommt man zwangsläufig in etwas höher gelegene Gefilde. Und dort lag heute noch etwas Schnee neben der Strasse. Es war zwar realtiv warm mit 12 Grad Celsius im Windschatten, aber der Wind sorgte dafür, dass der Schnee schön kühl blieb. 😉

Mit fortlaufender Fahrt änderte sich auch das Wetter. Die Sonne drang durch die Wolken und es war relativ warm (wenn man denn im Windschatten stand…).

Wie schnell das ändern konnte, erlebte ich auf dem Lavafeld der Krafla.
Als ich vom Parkplatz losging, schien die Sonne und es wehte ein anständiger Wind.
Zweiteres war wichtig, denn ich war bereits im Einzugsgebiet des Mývatn, dem „Mückensee“.
Dort wimmelt es im Sommer von kleinen Fliegen (Mücken im eigentlichen Sinne gibt es in Island nicht), die gerne in jede Körperöffnung kriechen. Angeblich sollen im Sommer dunkle Wolken von Fliegen über dem See schweben, und man kann sich nur mit Mückennetz draussen aufhalten.
Bei starkem Wind hat man Ruhe von den Viechern. So gelangte ich unbehelligt über das relativ junge (20 Jahre) Lavafeld zu einer heissen Quelle, wo ich ein paar Bilder schoss. Bei der Gelegenheit ging ich auch über ein paar Schneefelder.
Beim Rückmarsch war da plötzlich kein Wind mehr, und ich hatte einen Fliegenschwarm um mich herum, einige der Biester sogar im Mund und in den Ohren. Zum Glück trug ich trotz der Wolken eine Sonnenbrille. Diese schützte wenistens meine Augen; zuerst vor dem Wind und nun vor den Fliegen.
Gleichzeitig begann es zu regnen. Der Regen war nicht stark, und ohne die Fliegen hätte mich dieser Wetterumschwung kaum gestört.

So ging das die ganze Zeit und bei jedem Halt rund um den Mývatn. Je näher ich zum See kam, desto eher zog ich mir ein Mückennetz über den Kopf.
Als ich dann weiterfuhr nach Laugar (keine 15 Minuten Fahrt), hörte dort der Regen auf, und während ich das hier um halb zehn Uhr abends schreibe, scheint draussen die Sonne. 🙂

Morgen fahre ich weiter durch den Norden nach Westisland.

Stay tuned.

Island 2025: Wetterwechsel in Ostisland

Island_flagHeute war ich wie geplant zuerst beim Stuðlagil Canyon, und danach fuhr ich noch nach Seyðisfjörður.

Während am Morgen hier noch die Sonne schien (die mich schon um 05:30 geweckt hatte), nahm die Bevölkung immer mehr zu und gegen Mittag war der Himmel komplett bedeckt. Beim Stuðlagil wehte zudem eine steife Brise.
Alles eigentlich Vorboten von Regen. Und dank dem starken Wind kommt solches Wetter nicht nur, es geht in der Regel auch bald wieder. 😉
Allerdings blieb es vorläufig trocken, und als ich nach dem Mittag zurück in Egilsstaðir war, schien das Wetter stabil zu bleiben.

Aber als ich über den Pass Fjarðarheiði nach Seyðisfjörður fuhr, wehte ein anderer Wind: um die 70 km/h. Auf dem Pass (Passhöhe ist 620 müM) hatte ich echt Mühe, meine Autotür aufzudrücken, um aussteigen zu können. Die Lufttemperatur lag bei 3 Grad Celsius und der Stausee auf der Passhöhe war zu gut 70% zugefroren. Ausserdem lagen hier noch überall recht grosse Schneefelder.

Unten in Seyðisfjörður war es zwar wieder etwas wärmer, aber der Wind wurde immer stärker und die Wolken immer dunkler. Gegen 15:00 setzte der Regen ein.

Im Hafen von Seyðisfjörður lag mal wieder ein Kreuzfahrtschiff. Dieses Mal war es die AIDAsol mit etwas über 2’000 Passagieren.
Das Schiff kam auf direktem Weg von Hamburg und die Passagiere hatten nach 2 Tagen auf See den ersten Landgang.
Man muss sich das Verhältnis vor Augen führen: in einem kleinen Fischerdorf mit ca 670 Einwohnern fällt eine Horde von über 2’000 Kreuzfahrtpassagiere ein. Es gab keinen Platz in einem Café oder Restaurant mehr und die Leute waren buchstäblich überall…

Ich verstehe sehr gut, dass die Bewohner solcher Orte keine Freude an diesem Massentourismus haben. Die Touristen verhalten sich oft recht rücksichtslos, und man kriegt in solchen Situationen echt das Gefühl eines Heuschreckenschwarms. Einfallen, alles fressen und wieder verschwinden…. 😉
Zudem beklagen sich die Geschäftsleute, dass Kreuzfahrttouristen kaum etwas konsumieren, wenn sie an Land gehen.
Warum sollten sie auch? An Bord haben sie alles, und das meiste ist im Preis der Kreuzfahrt schon inbegriffen.
Diese Orte profitieren also kaum von den Kreuzfahrtschiffen. Das tun bloss die Firmen, die Ausflüge anbieten.
Und das ist dann das nächste Ärgernis, wenn sich Bus an Bus über die Passtrasse quält und alle anderen Autofahrer dürfen hinten anstehen. Ausserdem blockieren diese Busse oft die kleinen Parkplätze an den Sehenswürdigkeiten, so dass Pws kaum noch Platz haben.

Heute schien es, dass das Wetter viele der Leute rasch wieder zurück an Bord trieb. Wer will schon im Juni Wetter wie im Spätherbst? 😉
Und diejenigen, die im Ort blieben, füllten die Cafés bis auf den letzten Platz. Ich habe nirgends einen Kaffee gekriegt. No Chance. 😦

Bei der Rückfahrt habe ich den alten Spruch „Wenn Dir in Island das Wetter nicht gefällt, warte eine Viertelstunde oder fahr 10 km“ erlebt.
Ich bin nach Egilsstaðir zurückgefahren. Auf dem Pass Fjarðarheiði herrschten winterliche Verhältnisse: 2 Grad Celsius, starker Wind (ca 70 km/h) und Graupelschauer. Wenn das dort oben noch etwas länger angehalten hat, hat sich bestimmt Schnee festgesetzt.
Einen Teil des Weges hingen die Wolken so tief, dass es zu einer Fahrt durch dicken Nebel wurde.
Aber sobald ich auf der anderen Seite talwärts fuhr, nahm der Wind ab, es wurde wärmer (und heller) und der Regen war schliesslich noch ganz feiner Wasserstaub, fast wie Nebel.
Und so blieb es, bis ich nach einem kurzen Halt (um zu tanken und einen Kaffee zu trinken) wieder hier im Hotel ankam.

Hier weht immer noch ein anständiger Wind. Aber es hat insgesamt aufgehellt und das Wetter scheint stabil zu sein.

Morgen geht’s dann weiter in den Norden und wieder Richtung Westen. Ich werde durch das Gebiet des Mývatn fahren. Dort gibt’s neben dem See (um den herum es zu dieser Jahreszeit nur so von Mücken wimmelt) noch einige sehr schöne Dinge zu sehen (zB das Kratergebiet der Krafla, das Geothermalgebiet Hvrerir, das Lavafeld Dimmuborgir, etc.).
Ich hoffe auf einigermassen trockenes Wetter, damit ich ein paar gute Bilder schiessen kann.

Stay tuned.

Island 2025: Ein sonniger Tag in Ostisland

Island_flagHeute fuhr ich wie geplant nach Borgarfjörður eystri, um Papageientaucher (Fratercula arctica) zu fotografieren.
Diese arktischen Vögel leben den ganzen Winter durch auf hoher See und kommen ca Mitte April an Land, um ihre Jungen aufzuziehen. Sobald diese flügge sind, fliegen die Vögel im August wieder auf das Meer hinaus.
Die Puffins, wie sie in Englisch heissen, sind monogam. Jedes Paar bleibt ein Leben lang zusammen und brütet pro Jahr ein Ei in einer Erdhöhle aus, das es bevorzugt an einer Steilküste gräbt.
Diese Vögel sind können nicht nur gut und schnell fliegen. Sie sind auch sehr gute Taucher, die bis 60 m Meter tief im Wasser auf Futtersuche gehen können.

Der Hafen von Borgarfjörður eystri, Borgarfjarðarhöfn, wird von einer kleinen Halbinsel geschützt. Und auf dieser Halbinsel brüten mehrere Vogelarten, vor allem Puffins. Tausende dieser kleinen Vögel haben dort paarweise je eine Nesthöhle gegraben, bewachen und versorgen ihren Nachwuchs und gehen von dort auf Futtersuche.

Das besondere an diesem Ort ist, dass es eine Beobachtungsstation sowie Stege und Treppen gibt, über die man mitten ins Brutgebiet gehen kann. Die Vögel nisten auf Armlänge der Besucher und scheinen sich nicht an den Touristen zu stören, die sie tagein, tagaus zu Hunderten besuchen und fotografieren. 🙂
Das Dörfchen Borgarfjörður eystri liegt sehr abgelegen (von Egilsstaðir ist eine Stunde Fahrt). Auch wenn es dort einen Camping- und Wandertourismus gibt, ist der Vogelfelsen die Hauptattraktion, der natürlich in allen gängigen Reiseführern genannt wird.

Ich war vor vier Jahren Ende August schon einmal hier. Da war der Felsen bis auf ein paar Möwen leer. Sechs Tage, nachdem ich auf den Westmännerinseln an der isländischen Südküste Puffins fotografieren konnte, war kein einziger der Vögel mehr da. Die Puffins verlassen in der zweiten Hälfte August alle gleichzeitig das Land und fliegen aufs offenen Meer hinaus.

Heute war das anders. Da hatte sich die rund 100 km lange Fahrt gelohnt.
Puffins, wo das Auge hinschaute. Und zu meinem Erstaunen gar nicht so viele Touristen wie befürchtet. Die, die da waren, verhielten sich auffallend ruhig. Auf dem Vogelfelsen war kein einziges lautes Wort zu hören und es wurde auch nicht gedrängelt.

Aber bevor ich zum Vogelfelsen fahren konnte, musste ich etwas tun, das ich in Island noch nie getan hatte, und ich mir nie hätte träumen lassen, dass es einmal nötig sein wird:
Ich musste in Egilsstaðir kurz zum Nettó (isländische Supermarktkette), um Sonnencreme zu kaufen!
Schon der sonnige Vormittag am vergangenen Sonntag an der Südküste hatte dazu geführt, dass mein sich Kopf etwas warm und meine Haut trocken anfühlte. Ein Blick in den Spiegel zeigte mir, dass ich ordentlich „Farbe“ im Gesicht gekriegt hatte. Dieses Gefühl verstärkte sich gestern trotz des Regens.
Das wunderte mich, bis mir einfiel, dass ich gestern Nachmittag über eine Stunde im Hotpool lag und die Sonne durch die Wolken schien. Das reichte offenbar. Ich habe auch an vielen Stellen am Körper den typischen Ausschlag, den ich immer kriege, wenn ich das erste Mal viel Sonne abkriege. Der klingt nach ein paar Tagen wieder ab. Das kommt defintiv vom Baden.
Direkt spührt man die Sonne ja nicht wirklich, wenn man draussen ist, weil praktisch immer ein wenig Wind da ist.

Als ich nun heute Morgen aufstand, herrschte strahlender Sonneschein!
Da ich wusste, dass ich wieder stundenlang draussen an der Sonnen stehen würde, musste ich etwas tun, um mich zu schützen: in Form von Sonnencreme mit Schutzfaktor 50.
Das ist mir hier in Island echt noch nie passiert. 😉

Ich habe mich noch nicht festgelegt, wohin ich morgen fahren werde.
Je nach Wetter wird es wohl das Dorf Seyðisfjörður sein, wo alle Fähren aus Dänemark ankommen und viele Kreuzfahrtschiffe anlegen, oder der Stuðlagil Canyon, oder vielleicht beides. Es gibt aber noch weitere Optionen.
Ich schaue morgen nach dem Frühstück mal, worauf ich Lust habe.

Stay tuned.

Island 2025: Unterwegs in wechselhaftem Wetter

Island_flagDie heutige Etappe war mit etwas mehr als 300 km nicht ganz so lang wie die gestrige, aber immer noch lang.
Eigentlich wäre sie nur halb so lang gewesen wie gestern. Aber wegen dem Wetter habe ich nicht die Abkürzung über den Öxi-Pass genommen, sondern bin der Küste entlang auf der Ringstrasse gefahren.
Der Öxi-Pass ist eine holprige und an manchen Stellen enge Naturstrasse mit vielen Schlaglöchern, die nur im Sommer offen ist.
Der Hauptgrund, weshalb ich heute nicht über den Öxi-Pass gefahren bin, waren die tiefhängenden Wolken. Das hätte zur Folge gehabt, dass ich in den oberen Regionen nichts gesehen hätte.
Ich bin den Öxi-Pass schon einmal unter diesen Bedingungen gefahren. Das war eine Fahrt in dichtem Nebel. Vorausschauen war nicht möglich. Ein entgegenkommendes Fahrzeug sah man erst im letzten Augenblick. Und man sah nichts von der Umgebung.
Das wollte ich mir heute nicht antun.

Also blieb ich auf der Ringstrasse, die sich entlang einiger der Ostfjorde schlängelt.
Es regnete die ganze Zeit mehr oder weniger stark, und an gewissen Orten blies ein kräftiger Wind. Mein Bordcomputer warnte mich mehrere Male vor möglichem Glatteis, weil die Aussentemperatur unter 4 Grad Celsius fiel. Aber da war zum Glück nix mit Glatteis. 😉

Auf dieser Strecke gibt es auch ohne Regen und Wind nicht so viel Spektakuläres zu sehen.

Also konnte ich entspannt fahren und in Djupivogur einen gemüstlichen Mittagshalt einlegen.

Das Wetter änderte sich schlagartig, als ich durch den Tunnel fuhr, der den Fáskrúðsfjörður mit dem Reyðarfjörður verbindet, also einige Kilometer und einen Pass vor Egilsstaðir. Als ich aus dem Tunnel kam, schien dort die Sonne. Und die Temperaturen waren sicher 5 bis 8 Grad höher.

Da ich noch etwas zu früh war für den Check-In in meinem Hotel, besuchte ich noch die Vök Baths ausserhalb von Egilsstaðir und weichte mich eine Stunde lang mit einem Drink im heissen Wasser ein.
Ein teurer Spass, aber alleweil wert. 🙂

Nun bleibe ich für drei Nächte hier. Ich wohne im Hótel Hallormsstaður, einem grossen Hotelkomplex ca 30 Fahrminuten südlich von Egilsstaðir, mitten im Wald. Von hier werde ich die nächsten zwei Tage Ausflüge unternehmen.

Stay tuned.

Island 2025: Ein schöner Tag an der Südküste

Island_flagHeute hatte ich eine lange Etappe; von Armót bei Hvolsvöllur nach Stokksnes östlich von Höfn. Das waren 364 km.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von max 90 km/h und den verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die ich unterwegs besucht habe, war ich achteinhalb Stunden unterwegs. Hätte ich alles besucht, das sich an der Südküste anbeitet, wäre ich wohl erst gegen Mittnacht hier angekommen.
Aber die ganze Fahrt verlief problemlos und recht entspannt.
Bis nach dem Mittag war ich in strahlendem Sonnenschein unterwegs. Mein Gesicht fühlt sich im Moment ziemlich heiss an. Ich habe offenbar eine gute Dosis Sonne abbekommen.
Nach dem Mittag nahm die Bewölkung zu, je weiter ich nach Osten fuhr. Ab und zu fuhr ich durch Regenzellen, aber nie lange.
Jetzt ist es hier bewölkt, es hat ein bisschen Wind und die Temperatur ist um die 8 Grad. Ganz angenehm also.

Ganz nebenbei hatte ich heute noch ein kleines Problem zu lösen.
Ich habe nämlich vergessen, einen Steckeradapter einzupacken.
Während zweipolige Stecker auch ohne Adapter problemlos in die Schuko Stecker hier eingesteckt werden können, geht das mit dreipoligen Steckern nicht. Und genau so einen Stecker hat das Ladegerät meiner Laptops… 😦
Ich musste also einen Adapter auftreiben, sonst wäre dies hier mein letzter Post auf dieser Reise.;-)

Gar nicht so einfach an einem Sonntag in einem Land, in dem es gefühlt maximal alle 200 km einen Elektroladen gibt. In Reykjavík wäre dies wohl relaitv einfach gewesen. Aber hier? Auf dem Land?
Schlussendlich wurde ich in einer kleinen Tankstelle fündig, die ich eigentlich nur zum Tanken angefahren hatte.
Nach dem Tanken entschloss ich mich spontan, mich kurz im Laden umzuschauen. Nach meiner Erfahrung eigentlich aussichtslos. Die letzten vier Tankstellen hatten keine Adapter. Wer weiss?
Und siehe da. Da gab es tatsächlich einen Adapter, in den mein Ladekable passte. Mission erfüllt. 🙂
Wäre ich dort nach dem Tanken nicht noch hineingegangen, würde ich wohl noch immer suchen…

Morgen fahre durch die Ostfjorde bis nach Egilsstaðir. Das ist nur die Hälfte der Strecke, die ich heute gefahren bin. Dort bleibe ich für drei Tage in einem Hotel ausserhalb der Stadt, und werde von dort aus Ausflüge unternehmen.

Stay tuned.