
Heute habe ich zu Fuss mit meiner Kamera Bremens Altstadt erkundet.
Wobei „Altstadt“ ein etwas hoch gegriffener Ausdruck sein dürfte.
Bremen wurde im zweiten Weltkrieg wie andere deutsche Städte (zB Dresden) von den Alliierten heftig mit Bomben eingedeckt: Zwischen März 1940 und April 1945 erlitt die Hansestadt 172 Luftangriffe, bei denen rund 4’000 Menschen starben und zwei Drittel des Stadtgebiets zerstört wurden.
Das alte Rathaus und der Roland, die heute beide zum UNSECO-Weltkulturerbe gehören, überstanden den Krieg dank Schutzmassnahmen (und auch Glück) weitgehend unbeschadet. Der St.-Peptri-Dom wurde zu mindestens 30% beschädigt. Aber von der Altstadt blieb im Grunde nur ein Quartier stehen: Der Schnoor.
Der Schnoor ist ein kleines Quartier im Südosten der Altstadt mit sehr engen Gassen, in denen viele kleine Läden und Kneipen Tür an Tür zu finden sind.
Das Quartier hat seinen Namen Schnoor (=Schnur) von der längsten Strasse, die gerade durch das ganze Quartier verläuft, und an der die Häuser wie auf einer Schnur aufgezogen stehen.
Der Schnoor ist neben dem Marktplatz (mit Dom, Rathaus, Roland und den Bremerstadtmusikanten) und der Böttcherstrasse eines der drei touristischen Hauptziel Bremens.
Alle diese Orte liegen maximal 10 Minuten zu Fuss auseinander.
Apropos Bremerstadtmusikanten: Die sind, wie viele berühmte Figuren (zB der Manneken Pis in Brüssel oder die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen) viel kleiner als erwartet. Sie stehen auch ein bisschen versteckt an einer der hinteren Ecken des alten Rathauses. Aber man findet sie leicht, wenn man will.
Und jeder muss sie natürlich berühren. Denn gemäss einem alten Brauch soll angeblich ein Wunsch in Erfüllung gehen, wenn man mit beiden Händen die beiden Vorderbeine des Esels umfasst und die Augen schliesst.
Kein Scherz: Ich habe ganze Gruppen gesehen, die dafür Schlange standen.
Obwohl es heute vor allem im Bereich der Sehenswürdigkeiten recht viele Leute hatte, und unzählige Führer in verschiedenen Sprachen etliche (Rentner-) Gruppen (zum Teil mit Stöcken und Rollatoren – ich habe kaum junge Menschen in diesen Gruppen gesehen) durch die Stadt schleusten, hatte ich interessanterweise nicht den Eindruck, dass die Stadt touristisch überlaufen sei. In den Kneipen hatte es immer Platz und auch in den Läden ging es in der Regel ganz gut.
Ausserdem läuft auf dem Osterdeichwiesen zur Zeit die Bremiale 2026.
Vielleicht liegt es auch daran, dass im Bundesland Bremen gestern die Sommerferien begonnen haben, und es deshalb weniger Einheimische in der Stadt hat. 😉
Museen habe ich bisher keine besucht. Die spare ich mir für die Regenperiode auf, falls die denn kommen sollte. Ansonsten gibt es an der frischen Luft in der Stadt genug zu sehen und zu fotografieren. Bei den aktuellen Temperaturen sowieso.
Das Wetter hat sich heute gehalten. Es war den ganzen Tag bewölkt und es weht ständig ein Wind. Dadurch blieb es in der Stadt angenehm kühl. Um 09:00 war es hier 16 Grad Celsius, um 18:00 war es 19 Grad. Trotzdem sind die Gartenrestaurants am Marktplatz und an der Weser bis in den späten Abend gefüllt.
Für mich ist dieses Wetter Anfang Juli genau richtig. Nach der Hitzewelle in der vergangenene Woche zu Hause einfach nur top. Morgen soll es so bleiben. Allerdings ist dann das Regenrisiko höher und man muss zwischendurch mit einigen Schauern rechnen.
Stay tuned.
