
In der letzten Nacht und am heutigen Vormittag fuhren wir weiter die Mosel hoch, bis wir in Grevenmacher im Grossherzogtum Luxemburg anlegten.
Nach dem Mittagessen ging’s in zwei Bussen in die Stadt Luxemburg, die wir nach einer Dreiviertelstunde erreichten.
Luxemburg ist ein sehr kleiner, souveräner Staat, der sehr reich ist.
Dieser Staat lebt vom Finanzwesen und der Europäischen Union. Zwar haben die, wie wir in der Schweiz, das Bankgeheimnis aufgeben müssen, und dadurch sehr grosse Summen an Kundengelder verloren. Aber sie fanden eine weitere Geldquelle in Form von Fonds. 😉
Dazu kommen sehr tiefe bis gar nicht existente Steuern, die das Land als europäischen Sitz von grossen, international tägigen Firmen wie zB AMAZON sehr interessant machen.
Ausserdem ist Luxemburg einer der Gründerstaaten der EU und Sitz mehrerer EU-Behörden wie zB. dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), dem Europäischen Rechnungshof und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Auch Teile des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission sind dort angesiedelt.
Dies brachte gut bezahlte Arbeit für Tausende von EU Beamten in die Stadt. So sind allein die Übersetzer und Dolmetscher für 24 Sprachen des EuGH in drei (!) Hochhäuser untergebracht. Und diese Leute brauchen alle eine Wohnung und leben in der Stadt.
Durch die kleine Einwohnerzahl und das viele Geld im Land ist das Bruttosozialprodukt von Luxemburg eines der höchsten der Welt.
Wie reich der Staat ist, sieht man unter anderem daran, dass der gesamte öV in der Stadt gratis ist. Man steigt einfach in ein Tram ein und fährt mit, soweit man will.
Und weil man im Stadtzentrum keine hässlichen Oberleitungen für die Strassenbahn wollte, haben die Trams ins Luxemburg grosse Batterien, die während der Fahrt in den Aussenquartieren (mit Oberleitungen) aufgeladen werden, um dann im Zentrum ohne externe Stromquelle fahren zu können. 🙂
Ausserdem wird überall gebaut oder ist alles neu. Zur Zeit baut ArcelorMittal, der zweitgrösste Stahlkonzern der Welt mitten in der Stadt ein neues Hauptquartier.
Allerdings dürften die Lebenshaltungskosten in Luxemburg auch hoch sein. Ich habe für einen Latte Macchiato in der Innestadt übr 7 Euro bezahlt.
Wir hatten eine ca einstündige Führung in der Innenstadt durch eine Norddeutsche, die schon sehr lange in Luxemburg lebt. Sie konnte sehr viel über die Stadt erzählen, auch mit geschichtlichem Hintergrund. Aber vor allem schien sie jedes Gebäude, jedes Hochhaus zu kennen und konnte uns genau sagen, wo welche Firma und welche Behörde ihren Sitz hat.
Ausserdem gab sie immer wieder Beispiele der Luxemburgischen Sprache, welche eine Mischung aus Plattdeutsch, Niederländisch und Französisch ist.
Trotz der eigenen Sprache scheint das offizielle Luxemburg Französisch als erste Sprache zu benutzen. So sind die Strassen in erster Linie französisch angeschrieben. Der Luxemburgische Strassenname ist auf den Strassenschilder an zweiter Stelle unter dem französischen Namen in viel kleinerer Schrift erwähnt.
Wir kamen auch an Orte, in dem das alte Luxemburg zu sehen war: Vauban-Schanzen, alte Befestigungsanlagen, Klöster auf den vorherigen Jahrhunderten, etc.
Luxemburg macht auf den ersten Blick den Eindruck von Hochhäuser, Stahl & Beton, und das alles sehr neu. Aber es gibt auch einen älteren Teil. 🙂
Um 21:45 legte unser Schiff hier in Grevenmacher ab. Wir fahren ein Stück zurück die Mosel hinunter bis zur Einmündung der Saar. Dann fahren wir die Saar hinauf bis nach Mettlach, wo wir am Morgen anlegen werden. Damit wir werden wir wieder in Deutschland sein.
Stay tuned.










