Island 2025: Die letzte Etappe

Island_flagDie heutige, letzte Etappe, die mich auf die Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) in die Nähe des Flughafens Keflavík führte, war nicht allzu lang.
Ich konnte mir also Zeit nehmen und den einen oder anderen Abstecher machen, und dabei das herrliche Wetter geniessen.
Übrigens: Die isländischen Medien sprechen von einer „Heat wave“, die heranrollt. In den kommenden Tagen sollen Temperaturen von 18 Grad Celsius und mehr möglich sein… 😉

Also ergriff ich die Gelegenheit und bog von Norden her kommend auf der Höhe Akranes in den Hvalfjördur ein.
Früher musste man auf dem Weg von und nach Reykjavík um diesen Fjord herumfahren.
Doch 1998 wurde ein Tunnel unter dem Fjord hindurch eröffnet, der die Reisezeit um eine gute Stunde verkürzte.
Somit ist die Strasse um den Fjord herum zur Nebenstrasse geworden und wird eigentlich nur noch befahren, wenn Leute am Fjord wohnen oder arbeiten, oder wenn jemand eine gemütliche, landschaftlich schöne Fahrt machen will.

Auf der Nordseite des Fjords gibt es ein „War and Peace Museum“. Dort war ich schon einmal, aber das Museum hatte wohl wegen COVID geschlossen. Nun wollte ich es besuchen.
Island hat keine Armee, aber eine grosse geostrategische Bedeutung (eigentlich ein Wunder, dass Trump noch keine Gelüste geäussert hat, Island auch zu anektieren…).
Deshalb wurde es im zweiten Weltkrieg zuerst von den Briten und dann von den Amerikanern besetzt, um zu verhindern, dass die Deutschen dies tun. Diese Besetzung war bei den Isländern ganz und gar nicht beliebt, bewahrte sie aber vor Schlimmerem, den die Briten kamen den Deutschen nur um ein paar Wochen zuvor.
Aus diesem Grund interessiert es mich, wie das damals ablief.

Es stellte sich heraus, dass dieses „War and Peace Museum“ ein riesiges Sammelsurium von Gegenständen des Alltags aus der Zeit des Krieges gemischt mit militärischen Artefakten von drei Mächten (England, USA und die Sowjetunion) ist.
Die Räume scheinen ein ehemaliges Restaurant mit Versammlungssaal zu sein, das zum öffentlichen Schwimmbad gehört. Heute gibt es dort noch eine kleine Bar, an der man etwas zu trinken und Kuchen kriegt. Der Rest ist überstellt mit alten Dingen.
Ich habe mit dem Besitzer gsprochen, und er hat mir erzählt, dass er erst 2014 damit begonnen hat, diese Artefakte zu sammeln. Das meiste stammt aus der Bevölkerung, die ihm die Gegenstände überliessen, nachdem sie erfuhren, dass er das sammelt; entweder ältere Leute, die noch Erinnerungsstücke von damals hatten, oder jüngere Leute, die das Haus von verstorbenen Familienmitgliedern räumten, und für den alten Ramsch keine Verwendung mehr hatten.
Er hat mir von seiner Grossmutter erzählt, die die Besetzung während des Krieges erlebt hatte, und die Briten und die Amis dafür gehasst hatte. Sie war sich aber nicht bewusst, wie nah die Deutschen Island bereits gekommen waren, und was es bedeutet hätte, wenn die Briten die Insel nicht besetzt hätten.

Da ist ganz schön was zusammengekommen: Das ehemalige Restaurant (4 Räume und ein Saal mit einer kleinen Bühne) ist bis unters Dach vollgestopft mit grossen und kleinen Dingen.
Das reicht von Puppen über eine Singer-Nähmaschine bis zu vollständigen Uniformen (unter anderem eine schwarze SS-Uniform), einen Jeep der US Army und diversen Waffen (zB eine Sten-Maschinenpistole der Briten, eine Tokarew-Maschinenpistole der Soviets und eine Panzerfaust der Deutschen). Ich habe soger eine kleine Hitlerbüste gesehen.
Der Besitzer hat versucht, die Dinge thematisch etwas zu ordnen und einzelne Einrichtungen nachzubauen: Es gibt einen kompletten Barbershop, einen kleinen Einkaufsladen und einen britischen Funkraum (in dem allerdings auch sowjetische Funkgeräte stehen). Es gibt eine Jukebox, Geschirr, Fotoapparate, Flaggen, militärische Ausrüstung und Abzeichen aller Art sowie Modelle von Schiffen. etc.
Wollte man sich das alles genauer ansehen, bräuchte man Stunden.

Ich habe nach meinem Rundgang lieber noch eine Stunde mit dem Besitzer und seinem Kumpel gequatscht und viel über damals, aber auch über das Leben in Island heutzutage erfahren. 🙂
Dabei stellte sich heraus, dass diese Leute eine Stadt wie Reykjavík in der Nacht als gefährlich anschauen, während ich mich erst im Frankfurter Bahnhofsviertel unwohl fühlte, und es in Zürich ausser ein paar Nebenstrassen der Langstrasse wohl kaum einen Ort gibt, den ich meiden würde, weil er mir zu gefährlich wäre. Ich habe jedenfalls Reykjavík zu jeder Tages- und Nachtzeit als sehr sicher wahrgenommen.
Die eigene Wahrnehmung basierend auf der eigenen Erfahrung spielt hier wohl eine sehr grosse Rolle.

Nach dem Museum fuhr ich zum Leuchtturm von Akranes. Das sind nur ein paar Kilometer.
Bei meinem letzten Besuch im Frühling 2021 war auch dieser Leuchtturm wegen COVID geschlossen.
Heute war er offen und ich stieg die 72 Treppenstufen hinauf, um auf 22 Meter Höhe eine schöne Aussicht zu geniessen. Leider konnte man wegen des Dunstes in Süden nicht bis Reykjavík sehen.

Nun bin ich in Garður, 15 Minuten vom Flughafens Keflavík entfernt. Hier bleibe ich noch einen Tag und mache morgen einen Ausflug nach Reykjanes, bevor ich am Montag nach Hause fliege.

Stay tuned.

 

Island 2025: Vom Norden in den Westen

Island_flagDie heutige Etappe war mit 337 km wieder etwas länger, aber noch OK. Insgesamt war ich sieben Stunden unterwegs, wovon 5 Stunden reine Fahrzeit waren.

Ich weiss, dass andere von morgens um acht bis abends um acht unterwegs sind. So kommt man natürlich weiter und schafft es auch, in einer Woche die ganze Insel zu umrunden, wie viele stolz berichten.
In meinen Augen ist das Blödsinn, denn wieviel Zeit bleibt dabei für Stops und dem Erkunden von Orten ?
Weniger ist auch hier mehr. Aber jedem das Seine…
Ausserdem ist eines sehr wichtig: Ich bin alleine unterwegs. Ich habe niemanden bei mir, der mich bei Müdigkeit am Steuer ablösen kann. Das ist eine andere Ausgangslage, als wenn man zu zweit oder mehr ist.
Und dass man auf langen, zum Teil eintönigen Fahrten müde wird, habe ich heute wieder erlebt. Ich musste mindestens zwei Mal auf einem Rastplatz anhalten, mir die Beine vertreten und etwas essen, weil ich sonst in Gefahr gelaufen wäre, in Sekundenschlaf zu fallen!
Ich kenne das und weiss auch, was ich wie tun muss, um wieder munter zu werden.
Das liegt nicht an zu wenig Schlaf. Ich habe mit mindestens acht Stunden pro Nacht hier in Island genug Schlaf. Das hat viel mit Eintönigkeit zu tun. Auch deshalb fahre ich nie mehr als eine Stunde am Stück.
Das sagt mir auch, dass es ganz vernünftig ist, eher kürzere Etappen zu planen.
Ausserdem bin ich hier in den Ferien und nicht auf der Flucht! Da soll man auch mal auspannen, oder nicht? 😉

Heute habe ich per Zufall die letzte Hinrichtungsstätte in Island gefunden.
Eigentlich habe ich in erster Linie einen Rastplatz mit Toilette gesucht und gefunden.
Und dann stand daneben eine Informationstafel, auf der stand, dass hier (der Ort heisst Þrístapar – die drei Hügel) am 12. Januar 1830 ein junges Paar, das zwei Männer ermordet hatte, geköpft wurde.
Das waren die letzten Hinrichtungen in Island.
Die Exekutionen sollten eine maximale abschreckende Wirkung haben:
Der Vorsteher der Region (Amtmann, Gouverneur, …) liess das Richtbeil extra aus Dänemark importieren und ordnete an, dass alle Bewohner der Gegend, mindestens aber ein Vertreter pro Bauernhof den Hinrichtungen beiwohnen mussten.
So sahen rund 140 Bauern zu, als man den beiden den Kopf abschlug, zuerst dem Mann, dann der Frau. Die Körper wurden vor Ort begraben und die Köpfe pflanzte man auf Pfähle.
Die beiden Deliquenten waren noch nicht einmal 20 Jahre alt, als man sie hinrichtete.
1939 fand man bei einer Ausgrabung nach Hinweisen durch ein sogenanntes Medium die Särge mit den Skeletten und den Köpfen, und bestattete sie in einem Friedhof.
Vor Ort kann man entlang eines Weges bis zum Richtplatz gehen, wo ein symbolischer Richtblock mit Beil aufgebaut ist. Auch die beiden Pfähle für die Köpfe sind da. Entlang des Weges gibt es Tafeln, auf denen die ganze Geschichte in isländisch und englisch erzählt wird.

Ganz nebenbei war gleich neben dem Richtplatz eine Weide, auf dem sich mehrere Stuten mit ihren Fohlen befanden. Die meisten Besucher bekundeten am Ende mehr Interesse an den Pferden als am Richtplatz. 😉

Noch ein Wort zum Wetter:
Am Morgen war der Himmer in Laugar komplett bedeckt. Eine schwere Wolkendecke hing über dem Tal und es wehte ein leichter, kühler Wind.
Aber keine 70 km (eine Dreiviertelstunde Fahrt) weiter schien in Akureyri die Sonne, und der Himmel war wolkenlos. Ich konnte in der Fussgängerzone in Akureyri meinen HotDog unter freiem Himmel im TShirt geniessen.
Und so blieb das Wetter bis heute Abend hier in Westisland.

Nun bin ich in Bifröst angekommen, einige Kilometer nordöstlich von Borgarnes entfernt im Westen Islands.
Morgen fahre ich auf meiner letzten Etappe nach Garður auf der Halbinsel Reykjanes, wo ich für zwei Nächte in der Nähe des Flughafens Quartier beziehen werde, bevor ich am Montag nach Hause fliege.

Stay tuned.

Island 2025: Weiter geht’s in den Norden

Island_flagHeute bin tatsächlich im Schnee gestanden. 😉

In der Nacht hat’s im Osten offenbar geregnet. Als ich heute morgen aufgestanden bin, war immer noch alles nass. Aber der Himmel war bloss noch bewölkt. Wasser kam keines mehr runter. Normales, isländisches Durchschnittswetter also. 😉

Meine Fahrt nach Laugar westlich des Mývatn verlief problemlos. Die Strasse war trocken.
Unterwegs fiel mir auf, dass realtiv viele Autos und Wohnmobile mit europäischen Kennzeichen unterwegs waren.
Eine solche Häufung ist ungewöhnlich, da Island ja eine Insel ist, die man nur mit dem Flugzeug oder der Fähre erreicht. Deshalb mieten die meisten Touristen so wie ich am Flughafen ein Auto, das notabene ein isländisches Kennzeichen hat.
Da fiel mir ein, dass mir mal jemand gesagt hat, dass immer am Donnerstag die Fähre aus Dänemark in Seyðisfjörður anlegt. Das ist offenbar heute morgen der Fall gewesen, und ein Rudel an neuen Touristen, die mit ihren eigenen Autos gekommen sind, ist auf die isländischen Strassen losgelassen worden: Deutsche, Österreicher, Dänen, Franzosen und Spanier habe ich auf der Strasse vor mir gehabt.

Wenn man aus Egilsstaðir in Richtung Nordwesten fährt, kommt man zwangsläufig in etwas höher gelegene Gefilde. Und dort lag heute noch etwas Schnee neben der Strasse. Es war zwar realtiv warm mit 12 Grad Celsius im Windschatten, aber der Wind sorgte dafür, dass der Schnee schön kühl blieb. 😉

Mit fortlaufender Fahrt änderte sich auch das Wetter. Die Sonne drang durch die Wolken und es war relativ warm (wenn man denn im Windschatten stand…).

Wie schnell das ändern konnte, erlebte ich auf dem Lavafeld der Krafla.
Als ich vom Parkplatz losging, schien die Sonne und es wehte ein anständiger Wind.
Zweiteres war wichtig, denn ich war bereits im Einzugsgebiet des Mývatn, dem „Mückensee“.
Dort wimmelt es im Sommer von kleinen Fliegen (Mücken im eigentlichen Sinne gibt es in Island nicht), die gerne in jede Körperöffnung kriechen. Angeblich sollen im Sommer dunkle Wolken von Fliegen über dem See schweben, und man kann sich nur mit Mückennetz draussen aufhalten.
Bei starkem Wind hat man Ruhe von den Viechern. So gelangte ich unbehelligt über das relativ junge (20 Jahre) Lavafeld zu einer heissen Quelle, wo ich ein paar Bilder schoss. Bei der Gelegenheit ging ich auch über ein paar Schneefelder.
Beim Rückmarsch war da plötzlich kein Wind mehr, und ich hatte einen Fliegenschwarm um mich herum, einige der Biester sogar im Mund und in den Ohren. Zum Glück trug ich trotz der Wolken eine Sonnenbrille. Diese schützte wenistens meine Augen; zuerst vor dem Wind und nun vor den Fliegen.
Gleichzeitig begann es zu regnen. Der Regen war nicht stark, und ohne die Fliegen hätte mich dieser Wetterumschwung kaum gestört.

So ging das die ganze Zeit und bei jedem Halt rund um den Mývatn. Je näher ich zum See kam, desto eher zog ich mir ein Mückennetz über den Kopf.
Als ich dann weiterfuhr nach Laugar (keine 15 Minuten Fahrt), hörte dort der Regen auf, und während ich das hier um halb zehn Uhr abends schreibe, scheint draussen die Sonne. 🙂

Morgen fahre ich weiter durch den Norden nach Westisland.

Stay tuned.

Island 2025: Wetterwechsel in Ostisland

Island_flagHeute war ich wie geplant zuerst beim Stuðlagil Canyon, und danach fuhr ich noch nach Seyðisfjörður.

Während am Morgen hier noch die Sonne schien (die mich schon um 05:30 geweckt hatte), nahm die Bevölkung immer mehr zu und gegen Mittag war der Himmel komplett bedeckt. Beim Stuðlagil wehte zudem eine steife Brise.
Alles eigentlich Vorboten von Regen. Und dank dem starken Wind kommt solches Wetter nicht nur, es geht in der Regel auch bald wieder. 😉
Allerdings blieb es vorläufig trocken, und als ich nach dem Mittag zurück in Egilsstaðir war, schien das Wetter stabil zu bleiben.

Aber als ich über den Pass Fjarðarheiði nach Seyðisfjörður fuhr, wehte ein anderer Wind: um die 70 km/h. Auf dem Pass (Passhöhe ist 620 müM) hatte ich echt Mühe, meine Autotür aufzudrücken, um aussteigen zu können. Die Lufttemperatur lag bei 3 Grad Celsius und der Stausee auf der Passhöhe war zu gut 70% zugefroren. Ausserdem lagen hier noch überall recht grosse Schneefelder.

Unten in Seyðisfjörður war es zwar wieder etwas wärmer, aber der Wind wurde immer stärker und die Wolken immer dunkler. Gegen 15:00 setzte der Regen ein.

Im Hafen von Seyðisfjörður lag mal wieder ein Kreuzfahrtschiff. Dieses Mal war es die AIDAsol mit etwas über 2’000 Passagieren.
Das Schiff kam auf direktem Weg von Hamburg und die Passagiere hatten nach 2 Tagen auf See den ersten Landgang.
Man muss sich das Verhältnis vor Augen führen: in einem kleinen Fischerdorf mit ca 670 Einwohnern fällt eine Horde von über 2’000 Kreuzfahrtpassagiere ein. Es gab keinen Platz in einem Café oder Restaurant mehr und die Leute waren buchstäblich überall…

Ich verstehe sehr gut, dass die Bewohner solcher Orte keine Freude an diesem Massentourismus haben. Die Touristen verhalten sich oft recht rücksichtslos, und man kriegt in solchen Situationen echt das Gefühl eines Heuschreckenschwarms. Einfallen, alles fressen und wieder verschwinden…. 😉
Zudem beklagen sich die Geschäftsleute, dass Kreuzfahrttouristen kaum etwas konsumieren, wenn sie an Land gehen.
Warum sollten sie auch? An Bord haben sie alles, und das meiste ist im Preis der Kreuzfahrt schon inbegriffen.
Diese Orte profitieren also kaum von den Kreuzfahrtschiffen. Das tun bloss die Firmen, die Ausflüge anbieten.
Und das ist dann das nächste Ärgernis, wenn sich Bus an Bus über die Passtrasse quält und alle anderen Autofahrer dürfen hinten anstehen. Ausserdem blockieren diese Busse oft die kleinen Parkplätze an den Sehenswürdigkeiten, so dass Pws kaum noch Platz haben.

Heute schien es, dass das Wetter viele der Leute rasch wieder zurück an Bord trieb. Wer will schon im Juni Wetter wie im Spätherbst? 😉
Und diejenigen, die im Ort blieben, füllten die Cafés bis auf den letzten Platz. Ich habe nirgends einen Kaffee gekriegt. No Chance. 😦

Bei der Rückfahrt habe ich den alten Spruch „Wenn Dir in Island das Wetter nicht gefällt, warte eine Viertelstunde oder fahr 10 km“ erlebt.
Ich bin nach Egilsstaðir zurückgefahren. Auf dem Pass Fjarðarheiði herrschten winterliche Verhältnisse: 2 Grad Celsius, starker Wind (ca 70 km/h) und Graupelschauer. Wenn das dort oben noch etwas länger angehalten hat, hat sich bestimmt Schnee festgesetzt.
Einen Teil des Weges hingen die Wolken so tief, dass es zu einer Fahrt durch dicken Nebel wurde.
Aber sobald ich auf der anderen Seite talwärts fuhr, nahm der Wind ab, es wurde wärmer (und heller) und der Regen war schliesslich noch ganz feiner Wasserstaub, fast wie Nebel.
Und so blieb es, bis ich nach einem kurzen Halt (um zu tanken und einen Kaffee zu trinken) wieder hier im Hotel ankam.

Hier weht immer noch ein anständiger Wind. Aber es hat insgesamt aufgehellt und das Wetter scheint stabil zu sein.

Morgen geht’s dann weiter in den Norden und wieder Richtung Westen. Ich werde durch das Gebiet des Mývatn fahren. Dort gibt’s neben dem See (um den herum es zu dieser Jahreszeit nur so von Mücken wimmelt) noch einige sehr schöne Dinge zu sehen (zB das Kratergebiet der Krafla, das Geothermalgebiet Hvrerir, das Lavafeld Dimmuborgir, etc.).
Ich hoffe auf einigermassen trockenes Wetter, damit ich ein paar gute Bilder schiessen kann.

Stay tuned.

Island 2025: Ein sonniger Tag in Ostisland

Island_flagHeute fuhr ich wie geplant nach Borgarfjörður eystri, um Papageientaucher (Fratercula arctica) zu fotografieren.
Diese arktischen Vögel leben den ganzen Winter durch auf hoher See und kommen ca Mitte April an Land, um ihre Jungen aufzuziehen. Sobald diese flügge sind, fliegen die Vögel im August wieder auf das Meer hinaus.
Die Puffins, wie sie in Englisch heissen, sind monogam. Jedes Paar bleibt ein Leben lang zusammen und brütet pro Jahr ein Ei in einer Erdhöhle aus, das es bevorzugt an einer Steilküste gräbt.
Diese Vögel sind können nicht nur gut und schnell fliegen. Sie sind auch sehr gute Taucher, die bis 60 m Meter tief im Wasser auf Futtersuche gehen können.

Der Hafen von Borgarfjörður eystri, Borgarfjarðarhöfn, wird von einer kleinen Halbinsel geschützt. Und auf dieser Halbinsel brüten mehrere Vogelarten, vor allem Puffins. Tausende dieser kleinen Vögel haben dort paarweise je eine Nesthöhle gegraben, bewachen und versorgen ihren Nachwuchs und gehen von dort auf Futtersuche.

Das besondere an diesem Ort ist, dass es eine Beobachtungsstation sowie Stege und Treppen gibt, über die man mitten ins Brutgebiet gehen kann. Die Vögel nisten auf Armlänge der Besucher und scheinen sich nicht an den Touristen zu stören, die sie tagein, tagaus zu Hunderten besuchen und fotografieren. 🙂
Das Dörfchen Borgarfjörður eystri liegt sehr abgelegen (von Egilsstaðir ist eine Stunde Fahrt). Auch wenn es dort einen Camping- und Wandertourismus gibt, ist der Vogelfelsen die Hauptattraktion, der natürlich in allen gängigen Reiseführern genannt wird.

Ich war vor vier Jahren Ende August schon einmal hier. Da war der Felsen bis auf ein paar Möwen leer. Sechs Tage, nachdem ich auf den Westmännerinseln an der isländischen Südküste Puffins fotografieren konnte, war kein einziger der Vögel mehr da. Die Puffins verlassen in der zweiten Hälfte August alle gleichzeitig das Land und fliegen aufs offenen Meer hinaus.

Heute war das anders. Da hatte sich die rund 100 km lange Fahrt gelohnt.
Puffins, wo das Auge hinschaute. Und zu meinem Erstaunen gar nicht so viele Touristen wie befürchtet. Die, die da waren, verhielten sich auffallend ruhig. Auf dem Vogelfelsen war kein einziges lautes Wort zu hören und es wurde auch nicht gedrängelt.

Aber bevor ich zum Vogelfelsen fahren konnte, musste ich etwas tun, das ich in Island noch nie getan hatte, und ich mir nie hätte träumen lassen, dass es einmal nötig sein wird:
Ich musste in Egilsstaðir kurz zum Nettó (isländische Supermarktkette), um Sonnencreme zu kaufen!
Schon der sonnige Vormittag am vergangenen Sonntag an der Südküste hatte dazu geführt, dass mein sich Kopf etwas warm und meine Haut trocken anfühlte. Ein Blick in den Spiegel zeigte mir, dass ich ordentlich „Farbe“ im Gesicht gekriegt hatte. Dieses Gefühl verstärkte sich gestern trotz des Regens.
Das wunderte mich, bis mir einfiel, dass ich gestern Nachmittag über eine Stunde im Hotpool lag und die Sonne durch die Wolken schien. Das reichte offenbar. Ich habe auch an vielen Stellen am Körper den typischen Ausschlag, den ich immer kriege, wenn ich das erste Mal viel Sonne abkriege. Der klingt nach ein paar Tagen wieder ab. Das kommt defintiv vom Baden.
Direkt spührt man die Sonne ja nicht wirklich, wenn man draussen ist, weil praktisch immer ein wenig Wind da ist.

Als ich nun heute Morgen aufstand, herrschte strahlender Sonneschein!
Da ich wusste, dass ich wieder stundenlang draussen an der Sonnen stehen würde, musste ich etwas tun, um mich zu schützen: in Form von Sonnencreme mit Schutzfaktor 50.
Das ist mir hier in Island echt noch nie passiert. 😉

Ich habe mich noch nicht festgelegt, wohin ich morgen fahren werde.
Je nach Wetter wird es wohl das Dorf Seyðisfjörður sein, wo alle Fähren aus Dänemark ankommen und viele Kreuzfahrtschiffe anlegen, oder der Stuðlagil Canyon, oder vielleicht beides. Es gibt aber noch weitere Optionen.
Ich schaue morgen nach dem Frühstück mal, worauf ich Lust habe.

Stay tuned.

Island 2025: Unterwegs in wechselhaftem Wetter

Island_flagDie heutige Etappe war mit etwas mehr als 300 km nicht ganz so lang wie die gestrige, aber immer noch lang.
Eigentlich wäre sie nur halb so lang gewesen wie gestern. Aber wegen dem Wetter habe ich nicht die Abkürzung über den Öxi-Pass genommen, sondern bin der Küste entlang auf der Ringstrasse gefahren.
Der Öxi-Pass ist eine holprige und an manchen Stellen enge Naturstrasse mit vielen Schlaglöchern, die nur im Sommer offen ist.
Der Hauptgrund, weshalb ich heute nicht über den Öxi-Pass gefahren bin, waren die tiefhängenden Wolken. Das hätte zur Folge gehabt, dass ich in den oberen Regionen nichts gesehen hätte.
Ich bin den Öxi-Pass schon einmal unter diesen Bedingungen gefahren. Das war eine Fahrt in dichtem Nebel. Vorausschauen war nicht möglich. Ein entgegenkommendes Fahrzeug sah man erst im letzten Augenblick. Und man sah nichts von der Umgebung.
Das wollte ich mir heute nicht antun.

Also blieb ich auf der Ringstrasse, die sich entlang einiger der Ostfjorde schlängelt.
Es regnete die ganze Zeit mehr oder weniger stark, und an gewissen Orten blies ein kräftiger Wind. Mein Bordcomputer warnte mich mehrere Male vor möglichem Glatteis, weil die Aussentemperatur unter 4 Grad Celsius fiel. Aber da war zum Glück nix mit Glatteis. 😉

Auf dieser Strecke gibt es auch ohne Regen und Wind nicht so viel Spektakuläres zu sehen.

Also konnte ich entspannt fahren und in Djupivogur einen gemüstlichen Mittagshalt einlegen.

Das Wetter änderte sich schlagartig, als ich durch den Tunnel fuhr, der den Fáskrúðsfjörður mit dem Reyðarfjörður verbindet, also einige Kilometer und einen Pass vor Egilsstaðir. Als ich aus dem Tunnel kam, schien dort die Sonne. Und die Temperaturen waren sicher 5 bis 8 Grad höher.

Da ich noch etwas zu früh war für den Check-In in meinem Hotel, besuchte ich noch die Vök Baths ausserhalb von Egilsstaðir und weichte mich eine Stunde lang mit einem Drink im heissen Wasser ein.
Ein teurer Spass, aber alleweil wert. 🙂

Nun bleibe ich für drei Nächte hier. Ich wohne im Hótel Hallormsstaður, einem grossen Hotelkomplex ca 30 Fahrminuten südlich von Egilsstaðir, mitten im Wald. Von hier werde ich die nächsten zwei Tage Ausflüge unternehmen.

Stay tuned.

Island 2025: Ein schöner Tag an der Südküste

Island_flagHeute hatte ich eine lange Etappe; von Armót bei Hvolsvöllur nach Stokksnes östlich von Höfn. Das waren 364 km.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von max 90 km/h und den verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die ich unterwegs besucht habe, war ich achteinhalb Stunden unterwegs. Hätte ich alles besucht, das sich an der Südküste anbeitet, wäre ich wohl erst gegen Mittnacht hier angekommen.
Aber die ganze Fahrt verlief problemlos und recht entspannt.
Bis nach dem Mittag war ich in strahlendem Sonnenschein unterwegs. Mein Gesicht fühlt sich im Moment ziemlich heiss an. Ich habe offenbar eine gute Dosis Sonne abbekommen.
Nach dem Mittag nahm die Bewölkung zu, je weiter ich nach Osten fuhr. Ab und zu fuhr ich durch Regenzellen, aber nie lange.
Jetzt ist es hier bewölkt, es hat ein bisschen Wind und die Temperatur ist um die 8 Grad. Ganz angenehm also.

Ganz nebenbei hatte ich heute noch ein kleines Problem zu lösen.
Ich habe nämlich vergessen, einen Steckeradapter einzupacken.
Während zweipolige Stecker auch ohne Adapter problemlos in die Schuko Stecker hier eingesteckt werden können, geht das mit dreipoligen Steckern nicht. Und genau so einen Stecker hat das Ladegerät meiner Laptops… 😦
Ich musste also einen Adapter auftreiben, sonst wäre dies hier mein letzter Post auf dieser Reise.;-)

Gar nicht so einfach an einem Sonntag in einem Land, in dem es gefühlt maximal alle 200 km einen Elektroladen gibt. In Reykjavík wäre dies wohl relaitv einfach gewesen. Aber hier? Auf dem Land?
Schlussendlich wurde ich in einer kleinen Tankstelle fündig, die ich eigentlich nur zum Tanken angefahren hatte.
Nach dem Tanken entschloss ich mich spontan, mich kurz im Laden umzuschauen. Nach meiner Erfahrung eigentlich aussichtslos. Die letzten vier Tankstellen hatten keine Adapter. Wer weiss?
Und siehe da. Da gab es tatsächlich einen Adapter, in den mein Ladekable passte. Mission erfüllt. 🙂
Wäre ich dort nach dem Tanken nicht noch hineingegangen, würde ich wohl noch immer suchen…

Morgen fahre durch die Ostfjorde bis nach Egilsstaðir. Das ist nur die Hälfte der Strecke, die ich heute gefahren bin. Dort bleibe ich für drei Tage in einem Hotel ausserhalb der Stadt, und werde von dort aus Ausflüge unternehmen.

Stay tuned.

Island 2025: Zurück in Island

Island_flagNach fast genau einem Jahr bin ich wieder hier in Island.

Die Anreise verlief im Grunde problemlos.
Allerdings habe ich etliche Verspätungen und Wartezeiten hinnehmen müssen.
Das ging in Zürich los, als unser Flugzeug aus Island mit 20 Minuten Verspätung landete. Das hatte natürlich zur Folge, dass auch unser Abflug nicht pünktlich stattfinden konnte. Schlussendlich waren es dann 50 Minuten Abflugverspätung.
Die Piloten schafften es, dreissig Minuten aufzuholen und wir landeten um 16:20 in Keflavík.
Für mich kein Problem, aber das halbe Flugzeug hatte in Keflavík Anschlussflüge nach den USA und Kanada. Und für die wurde es richtig knapp, denn zwischen den Terminals sind 15 Minuten Verschiebungszeit angegeben und für Übersee muss man ja noch durch die Passkontrolle. Ich weiss nicht, ob es alle auf ihren Anschlussflug geschafft haben.
Am Gepäckband ging es dann weiter. Weil ein Flugzeug aus Kopenhagen, das eingentlich nach uns hätte ankommen sollen, nun vor uns entladen wurde: eine weitere halbe Stunde warten, bis unser Gepäck da war.
Der Betrieb am Flughafen Keflavík entsprach eigentlich dem, was ich aus den letzten Jahren kenn. Es ist ein kleiner Flughafen und der ist immer voll. Soweit so gut.
Bis ich an den Europcar Schalter kam, um meinen Mietwagen abzuholen:
Man musste eine Nummer ziehen (wie zum Beispiel bei uns bei der Post) und darauf warten, dass die Nummer aufgerufen wurde. Das hatte ich so noch nie erlebt.
An sieben Schalter wurden die Leute abgefertigt, und als ich ankam, war gerade Nummer 103 dran. Ich zog die 128!
Ich wartete eine geschlagene Stunde, bis ich dran kam. Das war aber nicht den Mitarbeitern an den Schaltern anzulasten. Die arbeiteten im Akkord. Aber die Kundschaft, besonders die aus den Fernen Osten brauchten zum Teil ziemlich viel und lange Betreuung und Erklärung. Wenn sie denn überhaupt Englisch verstanden…
Als meine Nummer endlich aufleuchtete, ging es relativ zügig, da ich das Auto schon vor acht Monaten online gebucht und bezahlt hatte und mir die isländischen Verkehrsregeln nicht ganz unbekannt sind. Aber…
Mein Wagen war noch nicht bereit. Er musste erst von der Werkstatt, in der er nach der Rückgabe überprüft, gereinigt und aufgetankt worden war, hergefahren werden. Das dauerte dann noch einmal 10 Minuten.
Eine Stunde und 45 Minuten nach der Landung konnte ich dann endlich losfahren.

Die Fahrt zum meinem ersten Etapenziel war 120 km lang, dauerte zwei Stunden und 15 Minuten und verlief völlig entspannt. Unterwegs ging ich noch zum Abendessen.
Zudem zeigte sich Island wettermässig von seiner guten Seite:
8 Grad, kaum Wind und viel Sonnenschein, auch wenn es unterwegs ab und zu ein bisschen regnete. Aber das waren nur sehr kurze, lokal beschränkte Schauer.

Morgen geht’s dann weiter Richtung Osten bis zum Vestrahorn. Das sind etwas mehr als 300 km.
Unterwegs komme ich an diversen Sehenswürdigkeiten und Touristenmagnete vorbei. Die meisten kenne ich gut. Je nach Zeitverhältnissen und Wetter werde ich an dem einen oder anderen Ort anhalten, um Bilder zu schiessen.

Stay tuned.

Stockholm 2024: Ein sonniger, aber kalter Tag

Heute war es in Stockholm sehr schön. Den ganzen Tag schien die Sonne, wenn halt auch nicht sehr lange. Richtig hell wird’s hier zwischen 9 und 10 am Morgen, und um 4 Uhr am Nachmittag ist schon wieder dunkel.
Aber es war auch sehr kalt. Mindestens -10 Grad am Tag, und wenn man Wind abkriegte, so sank die gefühlte Temperatur noch einmal um ein paar Grad.

Wie geplant habe ich heute das Armémuseum besucht.
Da dieses aber erst um 11:00 öffnet, bin ich auch erst kurz nach 10:00 losgezogen und gemütlich durch die Einkaufsstrassen zur Tramhaltestelle spaziert.
Dabei habe ich etwas gesehen, das mir schon vor zwei Tagen aufgefallen war:
Vor dem Konserthuset, dem Konzerthaus mit dem Stockholmer Sinfonieorchester Kungliga Filharmonikerna, werden in klirrender Kälte an Markständen frische Schnittblumen feil geboten. Da kriegt man von Tulpen bis Rosen fast alles…

Das Armémuseum zeigt in einer sehr informativen und grossen Ausstellung über zwei Stockwerke die schwedische Militärgeschichte vom Mittelalter bis heute.
Schweden war früher eine Grossmacht, die ständig in Kriege verwickelt war. Meistens ging es um Territorialansprüche, Erbstreitigkeiten, oder ganz einfach darum, Geld zu beschaffen.
Der grösste dieser Kriege war wohl der dreissigjährige Krieg von 1618 bis 1648, in dem sich die Grossmächte von fast ganz Europa bekriegten. Schweden war zuvorderst mit dabei.
Aber auch schon vorher, und vorallem danach war Schweden immer wieder in Konflikte mit seinen Nachbarn, aber auch mit anderen Ländern verwickelt. Man gewann und verlor immer wieder Territorien. Das letzte Mal, als es zu einer solchen Grenzänderung kam, war 1814, als Norwegen in eine „Union“ mit Schweden geriet. Faktisch war das eine Erweiterung des Einflussbereichs Schwedens, auch wenn niemand das Wort „Besetzung“ benutzte.
Allerdings hatten die Norweger 1905 genug von der „Union“ und wurden selbständig. (Zitat einer norwegischen Stadtführerin in Oslo vor 5 Jahren: „Deshalb wollen wir Norweger nicht wieder einer Union beitreten!“). Norwegen ist nicht Mitglied der EU.
Seit 1814 hat Schweden an keinem Krieg mehr teilgenommen und die aussenpolitische Linie verfolgt, im Frieden allianzfrei und im Krieg neutral zu bleiben.
Mit dem Entscheid, wegen dem russischen Angriff auf die Ukraine der NATO beizutreten, gab Schweden 2022 diese Haltung und somit seine Neutralität auf.

Die Ausstellung war sehr interessant und umfangreich. Ich blieb fast 3 Stunden in dem Armémuseum. 🙂

Der geplante Besuch des Nobelpreismuseum fand deshalb nicht statt.
Ich beschloss, erst einmal einen ausgedehnten Besuch eine Esspresso House zu machen, um auch etwas zu essen.
Seit dem Morgenessen um 08:30 hatte ich weder etwas gegessen noch getrunken. Der Magen knurrte ganz schön. Das musste korrigiert werden. 😉
Ausserdem konnte ich bei Kaffee und Kuchen gemütlich ein bisschen lesen.

Danach bin ich zurück ins Hotel, um vor dem Abendessen noch meine Sachen zu packen.
Morgen um 13:00 fliege ich mit SAS Flug SK605 zurück in die Schweiz. Ich kann als gemütlich frühstücken, zum Bahnhof gehen (5 Minuten), und dann mit dem Arlanda Express zum Flughafen fahren. Die Fahrt dauert auch nur 20 Minuten

Armémuseum Stockholm

Stockholm 2024: Der letzte Tag des Jahres

Wie schon letztes Jahr in Oslo: Dies ist der letzte Post von 2024. 🙂

Das Wetter hier in Stockholm ist immer noch schön. Die Sonne schien den ganzen Tag und am Himmel zeigten sich bloss ein paar dünne Schleierwolken.
Aber es ist noch kälter geworden. Die Temperaturen sind nun auch tagsüber in den Minus-Bereichen. Zusammen mit dem Wind kommt man nun locker auf -8 Grad Celsius oder tiefer gefühlte Temperatur.
Eigentlich so, wie ich es erwartet hätte. Richtig Winter! Bloss, es fehlt der Schnee.
Doch das könnte sich allerdings heute Nacht ändern: Zum einen ist der Schnee in den Meteo-Apps für heute Nacht schon länger angesagt (und für morgen den ganzen Tag).
Zum anderen fahren seit heute Abend die Streufahrzeuge durch die Stast und streuen auf eine trockene Strasse…
Wie es aussieht, erwartet die Stadtverwaltung in der heutigen Nacht offenbar etwas Niederschlag.
Nun, wir werden es spätestens morgen früh sehen.

Ich habe mich realtiv spät am Morgen nach einem gemütlichen Morgenessen zu Fuss nach Gamla Stan aufgemacht. Dabei habe ich vor allem nach Strassenszenen und auffälligen Leute Ausschau gehalten, um einige Bilder für meine Galerie „The Street“ zu schiessen. Dabei wollte ich auch gleich ein neues Teleobjktiv testen.
Trotz der Kälte hatte es heute vor allem in Gamla Stan recht viele Leute in den Strassen. Zum einen wohl wegen dem schönen Wetter (gegen die Kälte kann man sich ja schützen), zum anderen sicher auch, weil ausser dem königlichen Schloss fast alle Museen geschlossen waren. 😉

Eher zufällig bin ich am Schloss vorbei gekommen, und gesehen, dass die Soldaten Absperrungen errichteten. Offenbar war Zeit für die Wachtablösung (ich weiss nie genau, wann die ist, obwohl ich schon mehrere Male dabei war).
Also bin ich stehen geblieben und habe mir einen Logenplatz direkt an der Absperrung gesichert. Das war auch gut so, denn als die Wachtablösung begann, war der ganze Platz vor dem Schloss voll.
Allerdings bedeutete das, dass ich wohl über eineinhalb Stunden auf dem Platz im Wind stand und mich kaum bewegen konnte. Die Wachtablösung dauert inklusive Kurzkonzert des Militärspiels gute 45 Minuten, und ungefähr genau so lange stand ich vorher da…
Irgendwann gibt jede noch so gute Isolierung auf und die Kälte kriecht sich langsam durch Mark und Bein. Der einize Ort, an dem ich am Schluss nicht kalt hatte, waren meine Füsse. Gute Schuhe sind halt auch in der Stadt Gold wert. 🙂 Danke Onkel Sam. 😉

Der anschliessende Spaziergang zurück zum Hotel mit Umweg durch die Bahnhofshalle (natürlich auf der Suche nach Motiven) und mit Zwischenstopp im Espresso House hat mich relativ schnell wieder aufgewärmt. 🙂

Heute Abend bin ich relativ früh zum Dinner gegangen.
Das Hotel hat einen Vier-Gänger angeboten, und Anfang Dezember kam eine eMail von Concierge mit der Einladung, doch bitte früh zu reservieren, da die Plätze begehrt seien. Das habe ich dann auch gleich gemacht. Und man hat sich sehr flexibel gezeigt: Da die ersten beiden Gänge Rogen (also Fischeier) und Hummer waren, konnte ich diese durch die beiden ersten Gängen aus dem Vegi-Menü ersetzen: Heisser Ziegenkäse und gebratener Tofu. Anschliessend gab’s Rindfilet mit Entenleber. Und zum Dessert weisse Schokoladenmousse mit Pistazienglacé. Hat super geschmeckt. 🙂

Nun schreibe ich diesen Post etwas früher als sonst.
Später soll es in der Stadt Feuerwerk geben. Eigentlich knallt es bereits jetzt schon, um 21:30.
Eventuell gehe ich noch mal raus und schaue mit das an. Aber ich glaube nicht, dass man hier das schlägt, das ich in Reykjavík gesehen habe. 😉

Stay tuned.

Wachtablösung vor dem Königlichen Schloss in Stockholm