Flussschifffahrt 2025: Luxemburg

In der letzten Nacht und am heutigen Vormittag fuhren wir weiter die Mosel hoch, bis wir in Grevenmacher im Grossherzogtum Luxemburg anlegten.

Nach dem Mittagessen ging’s in zwei Bussen in die Stadt Luxemburg, die wir nach einer Dreiviertelstunde erreichten.

Luxemburg ist ein sehr kleiner, souveräner Staat, der sehr reich ist.
Dieser Staat lebt vom Finanzwesen und der Europäischen Union. Zwar haben die, wie wir in der Schweiz, das Bankgeheimnis aufgeben müssen, und dadurch sehr grosse Summen an Kundengelder verloren. Aber sie fanden eine weitere Geldquelle in Form von Fonds. 😉
Dazu kommen sehr tiefe bis gar nicht existente Steuern, die das Land als europäischen Sitz von grossen, international tägigen Firmen wie zB AMAZON sehr interessant machen.
Ausserdem ist Luxemburg einer der Gründerstaaten der EU und Sitz mehrerer EU-Behörden wie zB. dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), dem Europäischen Rechnungshof und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Auch Teile des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission sind dort angesiedelt.
Dies brachte gut bezahlte Arbeit für Tausende von EU Beamten in die Stadt. So sind allein die Übersetzer und Dolmetscher für 24 Sprachen des EuGH in drei (!) Hochhäuser untergebracht. Und diese Leute brauchen alle eine Wohnung und leben in der Stadt.
Durch die kleine Einwohnerzahl und das viele Geld im Land ist das Bruttosozialprodukt von Luxemburg eines der höchsten der Welt.

Wie reich der Staat ist, sieht man unter anderem daran, dass der gesamte öV in der Stadt gratis ist. Man steigt einfach in ein Tram ein und fährt mit, soweit man will.
Und weil man im Stadtzentrum keine hässlichen Oberleitungen für die Strassenbahn wollte, haben die Trams ins Luxemburg grosse Batterien, die während der Fahrt in den Aussenquartieren (mit Oberleitungen) aufgeladen werden, um dann im Zentrum ohne externe Stromquelle fahren zu können. 🙂
Ausserdem wird überall gebaut oder ist alles neu. Zur Zeit baut ArcelorMittal, der zweitgrösste Stahlkonzern der Welt mitten in der Stadt ein neues Hauptquartier.
Allerdings dürften die Lebenshaltungskosten in Luxemburg auch hoch sein. Ich habe für einen Latte Macchiato in der Innestadt übr 7 Euro bezahlt.

Wir hatten eine ca einstündige Führung in der Innenstadt durch eine Norddeutsche, die schon sehr lange in Luxemburg lebt. Sie konnte sehr viel über die Stadt erzählen, auch mit geschichtlichem Hintergrund. Aber vor allem schien sie jedes Gebäude, jedes Hochhaus zu kennen und konnte uns genau sagen, wo welche Firma und welche Behörde ihren Sitz hat.
Ausserdem gab sie immer wieder Beispiele der Luxemburgischen Sprache, welche eine Mischung aus Plattdeutsch, Niederländisch und Französisch ist.
Trotz der eigenen Sprache scheint das offizielle Luxemburg Französisch als erste Sprache zu benutzen. So sind die Strassen in erster Linie französisch angeschrieben. Der Luxemburgische Strassenname ist auf den Strassenschilder an zweiter Stelle unter dem französischen Namen in viel kleinerer Schrift erwähnt.

Wir kamen auch an Orte, in dem das alte Luxemburg zu sehen war: Vauban-Schanzen, alte Befestigungsanlagen, Klöster auf den vorherigen Jahrhunderten, etc.
Luxemburg macht auf den ersten Blick den Eindruck von Hochhäuser, Stahl & Beton, und das alles sehr neu. Aber es gibt auch einen älteren Teil. 🙂

Um 21:45 legte unser Schiff hier in Grevenmacher ab. Wir fahren ein Stück zurück die Mosel hinunter bis zur Einmündung der Saar. Dann fahren wir die Saar hinauf bis nach Mettlach, wo wir am Morgen anlegen werden. Damit wir werden wir wieder in Deutschland sein.

Stay tuned.

Hôtel de Ville de Luxembourg

Flussschifffahrt 2025: Ein erster Landgang

Diesen Beitrag muss ich kurz halten. Es ist jetzt schon nach 23:00 und ich bin eben erst wieder zurück an Bord gekommen, nachdem ich den ganzen Abend in Traben-Trarbach Nachtaufnahmen gemacht habe.

Während der Nacht sind wir bei Koblenz vom Rhein in die Mosel abgebogen und haben am Morgen früh in Cochem angelegt.
Nach dem Frühstück ging es auf eine Stadtführung mit Besuch der Reichsburg.
Das Wetter hielt sich gut. Der Himmel war bewölkt und während der Stadtführung hatten wir kurz leichten Nieselregen. Ansonsten blieb es heute trocken.
Als wir um Mittag weiiterfuhren, kam dann auch noch die Sonne zurück.
In Cochem war dieses Wochenende Weinfest. Überall in der Stadt standen Probier- und Verkaufsstände, und als wir nach 10:00 von der Burg herunter kamen, füllten sich die Gassen nach und nach mit Touristen und Einheimischen, die alle ans Weinfest gingen.

Am Nachmittag fuhr das Schiff weiter die Mosel hinauf bis nach Traben-Trarbach, wo wir nun bis Mitternacht liegen.
Auf dem Abendprogramm stand eine Weinprobe auf dem Schiff, die ich gerne ausliess. Stattdessen ging ich mich auf eigene Faust mit Kamera und Stativ in das Städtchen und machte ein paar Nachtaufnahmen.

Um Mitternacht fährt das Schiff dann weiter, bis wir morgen Mittag in Grevenmacher anlegen werden, von wo aus ich am Nachmittag an einem Ausflug nach Luxemburg teilnehmen werde.
Der Wetterbericht für Luxemburg sieht nicht allzu schlecht aus, und ich hoffe, es bleibt während der Stadtführung trocken.

Stay tuned.

Reichsburg Cochem

Flussschifffahrt 2025: Ein ganzer Tag auf dem Fluss

Heute haben wir den ganzen Tag nie irgendwo angelegt. Und ausser einer halbstündigen Information und den Mahlzeiten gab es auch sonst keine Termine an Bord. „Liegen lang“ war angesagt.

Das Wetter änderte sich immer mal wieder, aber der Tag begann nach Gewittern in der Nacht mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Das hielt bis zum frühen Nachmittag an. Dann kamen einige Wolken und kurz vor dem Abendessen ein Regenschauer.
Aber jetzt, um 22:00, während ich diese Zeilen schreibe, ist der Himmel wieder grösstenteils klar und man sieht den zunehmenden Mond.

Insofern gibt es auch von heute nicht viel zu berichten. 😉
Abgesehen davon, dass ich mir am Morgen im Gesicht und auf dem Kopf einen Sonnebrand geholt habe… 😦
Durch den kühlenden Fahrtwind habe ich nicht gespührt, wie intensiv und heiss die Sonne wirklich war. Und ich habe keine Kopfbedeckung getragen…
Ein Fehler, den ich ab sofort korrigieren werde. Schliesslich habe ich die Basecap dafür mitgenommen.

Wir sind den ganzen Tag gut vorangekommen. Durchschnittlich sind wir um die 18 km/h gefahren. Das ist für ein Schiff dieser Grösse auf einem Fluss recht schnell. Der Grund liegt in der grossen Wassermenge, die der Rhein dank der Gewitter in der Schweiz und Süddeutschland hat. Das Wasser „treibt“ uns quasi den Rhein hinab.

Auf unserem Weg nach Norden passierten wir etliche Städte wie zum Beispiel Speyer, Mannheim, Worms, Mainz, Wiesbaden oder Eltville am Rhein.

Vor einer halben Stunde haben wir die berühmte Lorelei passiert. Aber wegen der Dunkelheit hat man nichts davon gesehen.
Das macht aber nichts, da wir auf der Rückfahrt bei Tageslicht daran vorbeifahren werden. Dann werden wir auch mehr von den vielen Burgen und Schlösser sehen, die es hier gibt.
In ca 2 Stunden werden wir Koblenz erreichen, wo wir in die Mosel einbiegen werden.
Und morgen früh werden wir in Cochem anlegen, wo wir am Morgen an einer Stadtführung teilnehmen können.

Stay tuned.

Dom zu Speyer

Flussschifffahrt 2025: Auf dem Rhein nach Norden

Heute habe ich meine erste Flussschifffahrt angetreten.
Ich betrachte das als ein Experiment. Ich kenne diese Reiseart noch nicht. Wenn mir diese Fahrt gefällt, dann kann ich mir vorstellen, noch weitere zu machen.

Die Fahrt führt auf dem Rhein, der Mosel und der Saar von Basel nach Trier und zurück. Sie dauert zehn Tage und neun Nächte.
Ich fahre auf der MS Edelweiss mit der Firma Thurgau Travel. Das Schiff ist 110 Meter lang und 11 Meter breit. Es hat 90 Kabinen für maximal 180 Passagiere, und 50 Mann Besatzung, aus aller Herren Länder.

Heute Mittag bin ich also mit dem Zug nach Basel gefahren, wo ich gegen 15:00 an Bord der MS Edelweiss ging. Ich hatte Glück, denn entgegen der Wettervorhersage regnete es weder zu Hause, als ich aus dem Haus ging, noch in Basel, als ich auf das Schiff ging. Allerdings begann es gleich nach Ablegen in Kübeln zu schütten. Aber auch das hielt nicht lange an.
Den Koffer konnte ich an Land stehen lassen. Er wurde von der Crew direkt in meine Kabine gebracht. Nach dem Check-In wurde ich durch einen Angestellten zur Kabine geführt. Top Service.
Ich habe eine Kabine auf dem Mitteldeck mit französischem Balkon gebucht, inklusive Vollpension und dem ganzen Ausflugspaket.
Durch die frühe Buchung (im November letztes Jahr) kriegte ich 20% Frühbucherrabatt. Ausserdem musste ich für die Alleinbenützung der Doppelkabine keinen Zuschlag bezahlen.

Um 16:00 legten wir ab und begannen unsere Fahrt den Rhein hinunter. Bis nach dem Abendessen hatten wir schon drei Schleusen passiert.
Nach dem Auspacken und Einrichten in der Kabine standen verschiedene Begrüssungen und Orientierungen sowie das erste Abendessen auf dem Programm.
Bis jetzt kann ich über die Küche nur Gutes sagen und das Servicepersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit.
Und ein äusserst positiver Aspekt: Die Portionen sind nicht sehr gross, aber wenn man noch will, kann man nachbestellen.
Angesichts von drei Mahlzeiten an Bord mit bis zu vier Gängen (Abendessen) ein ganz wichtiger Umstand. Man kann alles probieren, ohne sich zu „überfressen“. 😉 Allerdings habe ich heute auch so bereits einen Gang ausgelassen.
Normalerweise lasse ich auf einem Schiff das Mittagessen aus. Ich schaue morgen mal, was wieviel serviert wird, und entscheide dann, wie es hier mit dem Mittagessen handhabe. Es wird auch ein Mittagessen light angeboten mit Salatbuffet, Sandwiches und Pasta. Das könnte das sein, was mir am Besten passt. Mal` schauen,

Das Schiff scheint nicht ganz ausverkauft zu sein. Beim Abendessen blieben einige Tische leer. Ausserdem hat mir jemand erzählt, dass auf dem untersten Deck auch einige Kabinen leer stünden.
Das Publikum besteht grösstenteils aus älteren Schweizern. Ich bin vermutlich der Jüngste an Bord. Grau ist hier die dominierende Haarfarbe… 😉

Morgen sind wir den ganzen Tag auf dem Fluss und werden am Samstagmorgen in Cochem ankommen, wo es den ersten Ausflug geben wird.

Stay tuned.

Warschau 2025: Erste Bilder onlilne

Eine Woche nach meiner Rückkehr aus Warschau habe ich heute die Bilder auf meine Homepage hochgeladen, die ich an meinem Geburtstag im Zoo von Warschau geschossen habe.

Die Galerie findet sich unter folgendem Link: KMPhotography

Die anderen Bilder der Städtereise nach Warschau werde ich später bearbeiten und hochladen. Da ist aber noch eine grosse Anzahl Bilder aus Island, die zuerst bearbeitet werden sollen.
Sobald neue Bilder online (sowohl aus Island wie auch aus Warschau) sind, gibt es hier eine Nachricht.

Stay tuned.

Gepard

Warschau 2025: Altstadtbummel

Heute war es wieder etwas wärmer hier in Warschau. Am Nachmittag stiegen die Temperaturen auf bis zu 26 Grad Celsius.
In der prallen Sonne wurde es tatsächlich recht heiss, besonders nach dem Mittag. Aber das war kein Vergleich zu Mittwoch und dank eines kühlen Lüftchens durchaus auszuhalten. Und am Abend war es sehr angenehm, um draussen zu Abend zu essen und mit einem Drink in einem Strassencafé zu sitzen.
Das ist, was ich einen schönen Sommertag nenne. 😉

Ich verbrachte den ganzen Tag mit einem Bummel durch die Altstadt. Dabei kam ich in Quartiere, in die ich vor zwei Tagen nicht hingekommen war, weil ich wegen der Hitze abbrechen musste.

Warschau hat eine sehr schöne Altstadt, die sehr gut Instand gehalten ist. Dabei reihen sich in den Strassen und Gassen der Fussgängerzone Restaurant an Restaurant, jedes mit einer Terrasse oder einfach einem abgesperrten Bereich auf der Strasse. Und wenn mal zwischen den Kneipen und Läden eine Lücke ist, dann steht dort garantiert eine Kirche. 😉
Ich habe den Eindruck, dass Polen eines der katholischten Länder überhaupt ist. Neben Kirchen gibt es auch Denkmäler; nicht nur für Politiker, sondern auch für Kardinäle.
Ich stand heute in der Krypta der Kathedrale von Warschau vor dem Sarkophag von Kardinal Józef Glemp. Das ist ein Name, der sogar mir bekannt ist. Glemp war Erzbischof von Warschau und fiel auch international immer wieder mit anitsemitischen Aussagen auf. Nichtsdestotrotz wurde er 2013 aufwändig an prominenter Stelle beerdigt. Die Gräber der norwegischen Könige in der Festung Akershus in Oslo sind schlichter.

In den Strassen merkte man, dass heute Samstag ist. Die Anzahl der Leute auf der Strasse und in den Restaurants hat exponentiell zugenommen. Wie gestern habe ich auch heute am Nachmittag für das Abendessen einen Tisch reserviert, um sicherzugehen, dass ich einen Platz habe.
Ausserdem fiel mir auf, dass es eine erhöhte Polizeipräsenz gab und selbst die Feuerwehr patroullierte am Abend durch die Strassen.

Ausserdem war heute (wie auch gestern) eine bestimmte Spezies Mensch in erhöhter Zahl in den Strassen von Warschau anzutreffen: im Durchschnitt in meinem Alter oder nur ein wenig jünger, oft mit Tattoos, manche mit langen Haaren und Bart, aber auch viele Familien. Und alle trugen ein bestimmtes T-Shirt: AC/DC.
Wenn ich es nicht schon gewusste hätte, hätte ich es spätestens heute in den Strassen gesehen: Die australischen Rock-Opas (Angus Young ist 70 und seine Bandkollegen kaum viel jünger) gaben gestern im Rahmen ihrer PWR/UP Tour hier ein Konzert.
Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte die Jungs heute noch vor die Linse gekriegt. Als ich auf meinem Altstadtbummel am besten Hotel der Stadt, dem Bristol vorbeikam, standen in der Umgebung des Hotels relativ viele Polizisten und vor dem Eingang eine kleine Traube Menschen (viele davon mit AC/DC T-Shirts), die immer grösser wurde:
Offenbar logierte die Band in dem Hotel und man wartete darauf, dass die rauskomen und wegfuhren. Ich beschloss, mal abzuwarten und zu schauen, ob ich Glück habe. Allerdings wurde mir das nach einer halben Stunde dann doch zu blöd, und ich ging weiter.
Ich weiss nicht, wie lange die Leute dann noch gewartet haben, bis sie vielleicht einen Blick auf Angus Young, Brian Johnson und die anderen erhaschen konnten. Da es gegen Mittag ging, wurde die Sonne immer stärker, und wer steht schon gerne stundenlang in prallen Sonne.

Apropos Sonne:
Als ich nach 5 Stunden ins Hotel zurückkehrte, bemerkte ich, dass ich über der rechten Schulter direkt unter dem Nacken einen Streifen Sonnenbrand hatte. Offenbar habe ich heute Morgen beim Einschmieren mit Sonnencreme eine Stelle ausgelassen, die nun prompt verbrannt ist. Shit happens…

Fotografisch war mein Hauptaugenmerk beim heutigen Altstadtbummel nicht auf Sehenwürdigkeiten oder Architektur. Ich hielt die Augen offen für meine Galerie „The Street„.
Ich suchte gezielt nach Strassenkünstlern, Bettlern und anderen Leuten, die auf der Strasse leben resp sich dort produzieren.

Mir fiel schon am Mittwoch, als ich hier ankam, auf, dass sehr wenige Obdachlosen oder Bettler zu sehen waren. Eigentlich habe ich bis heute immer die gleichen drei Obdachlosen gesehen. Das sieht in anderen europäischen Städten ganz anders aus.
Am Mittwochabend habe ich eine sehr lustige Szene beobachtet. Leider hatte ich keine Kamera dabei, als ich zum Abendessen ging.
Mir gegenüber auf der anderen Strasse sass ein junger, sehr ungepflegter Mann in schmutzigen und zerschlissenen Kleidern. Offensichtlich ein Obdachloser, der bloss einen Rucksack mit ein paar Habseligkeiten dabei hatte. Er bettelte alle Passanten an, die an ihm vorbeigingen. Bis…

Bis sich neben ihm drei Hare Krishna Mönche mit Trommeln, Zimbalen und einer Lautsprecheranlage hinsetzten und ununterbrochen ihr Hare Krishna Mantra in voller Lautsärke zum Besten gaben. Ab und zu standen sie sogar auf und tanzten. Den Mann neben ihnen beachteten sie gar nicht.
Da packte der Obdachlosen ganz schnell seine Sachen zusammen und verliess fluchtartig den Ort.
Er kam erst wieder zurück, nachdem die Hare Krishnas weitergezogen waren.
Ich habe in den 80er Jahren während meinen zwei Jahren an der ETHZ in einem Wohnheim direkt gegenüber des Hare Krishna Tempels in Zürich gewohnt. Ich habe den Mann sooooo gut verstanden… 😉

Nun muss ich schlafen. Es ist zwar erst 21:45 am Samstagabend.
Aber morgen geht mein Flug nach Zürich um 07:35 und ich sollte zwei Stunden vorher am Flughafen sein.
Die Fahrt zum Flughafen dauer 20 – 30 Minuten. Mein Taxi holt mich deshalb um 05:10 hier ab.

Stay tuned.

Strassenkünstler

Warschau 2025: Ein Tag im Zoo

Was für ein Unterschied zu gestern: Heute fiel das Thermometer hier in Warschau tatsächlich um gute 10 Grad. Am Morgen und am Abend war’s noch kühler.

Das machte den Aufenthalt im Freien natürlich viel angenehmer. Wenn man in der Sonne stand, war’s immer noch recht warm, aber dank einiger Schleierwolken und einem angenehm kühlen Wind hielt selbst ich es gut aus. 😉

Also bin ich, wie geplant, in den Warschauer Zoo.
Dieser ist ein 40 Hektaren (400’000 m2) grosser Park, der 1928 als grösster Zoo Europas eröffnet wurde. Für mich passt hier die Bezeichnung „Tierpark“ sehr gut. Das Gelände ist recht weitläufig und die Gehege sind im ganzen Park verteilt. Einige sind schon ganz schön in die Jahre gekommen, während andere recht neu zu sein scheinen.
Die Grösse des Parks bedeutet nicht nur, dass man mehrere Stunden braucht, wenn man sich alles anschauen will.
Es bedeutet auch, dass lärmende Kindergarten- und Schulklassen (mit einem oder mehreren noch lauteren Lehrerinnen) sowie quengelnde Kleinkinder kaum auffallen, und es sehr viel Platz gibt, um mit Kinderwagen zu spazieren, ohne die anderen Zoobesucher zu stören.
Heute sind mir diese beiden Gruppen von Besuchern kaum aufgefallen (resp ich konnte ihnen sehr gut ausweichen); anders als in anderen Zoos, wo ich mich regelmässig darüber nerve.

Ob der Zoo wirklich 550 Tierarten hält, wie Wikipedia behauptet, weiss ich nicht.
Ich weiss auch nicht, ob ich alles gesehen habe. Ich war fast drei Stunden dort drin und habe viele Tiere gesehen. Bei einigen auch nur das leere Gehege, weil sich die Tierchen gut versteckten. Das erlebe ich aber in jedem Zoo und hat mit Wetter, Lärm und Lebensweise der Tiere zu tun. Das gehört zu einem Zoobesuch.

Wie gesagt, einige der Gehege schienen mir schon älteren Datums zu sein. Nicht weil sie in schlechtem Zustand waren. Das waren sie nicht.
Aber die Bauweise von Zoos und deren Gehegen hat sich mit den Jahren geändert, und man sieht hier gut, welche Bauten aus dem letzten Jahrhundert stammen und welche einem neueren Trend entsprechen. 😉

Ein besonderes Augenmerk habe ich auf das Terrarium gelegt: Jeder Zoo hat auch da so seine Spezialitäten, was die Auswahl der gehaltenen Tierarten angeht.
Mir fiel auf, dass viele verschiedene (Wasser-) Schildkröten gezeigt werden. Ausserdem hält man hier in Warschau abgesehen von Gila-Krustenechsen und ein paar Pfeilgiftfroscharten keine Gifttiere. Wobei letztere aber in Gefangenschaft bekanntlich auch nicht giftig sind.
Daneben fand ich mehrere tropische Froscharten, die ich noch nicht kannte.
Sehr schön fand ich auch, dass die beiden gehaltenen Krokodilarten (Siam-Krokodil & Stumpfkrokodil) neben ihrem Terrarium je einen Aussenbereich hatten, in den sie bei entsprechend warmem Wetter rausgelassen wurden. So etwas kannte ich bisher nur von Affen und Vögeln.

Ich habe eine in Deutsch verfasste Google Beurteilung einer Mutter gelesen, die offenbar mit ihrem kleinen Sohn im Warschauer Zoo war, und sich darüber beschwerte, dass der Zoo so gross und so weitläufig sei. Das sei mit ihrem Kleinen sehr mühsam gewesen, und sie hätte, wenn sie das gewusst hätte, einen Kinderwagen mitgenommen, weil der Kleine schon in der Hälfte so müde war…
Kleiner Tipp von mir: Es gibt diese grossartige Sache, die INTERNET heisst!
Ich wusste schon, wie gross das Gelände war, bevor ich überhaupt zu Hause wegegangen bin. Google Maps zeigt das ganze Gelände. Ausserdem hat der Zoo eine eigene Homepage mit Zooplan zu herunterladen.
Zu blöd, um sich richtig zu informieren und sich vorzubereiten. Und dann noch blöder, sich öffentlich zu beschweren. Aber im Internet ist halt jeder wichtig (-tuerisch) und kann sich beschweren, wie er (oder sie) will. Und einen Intelligenzcheck gibt’s dort halt (leider) auch nicht. 😉

Vom Hotel zum nächsten Zooeingang waren es gute 20 Minuten zu gehen, wobei die letzten 5 Minuten durch einen grossen Park führten.
Dank des guten und milden Wetters war der Weg hin und zurück kein Problem.
Gestern hätte ich das nicht machen wollen, denn ein schöner Teil des Wegs führte über die Most Śląsko-Dąbrowski Brücke über die Weichsel, welche deutlich breiter ist als jeder Fluss in der Schweiz. Versteht sich von selbst, dass es auf der Brücke keinen Schatten gibt…

Ursprünglich wollte ich mein Ticket wie immer im Voraus im Internet kaufen. Das ging aber nur mit einer polnischen Handynummer. Also musste ich das Ticket (35 Sloty = Fr. 7.70) an der Kasse kaufen. Die haben dort neben dem Boxoffice mehrere Automaten (ähnlich wie in Parkhäusern) aufgestellt, an denen man das Ticket kaufen konnte. So kam ich trotzdem ohne Anstehen rein.

Den Rest des Tages habe ich gechillt. 😉
Zum Mittagessen bloss eine leichte Vietnamesische Nudelsuppe mit Rindfleisch und dann am Abend noch einmal ausgiebig die sehr gute italienische Küche im Restauracja Giovanni Rubino, das ich schon am ersten Abend gefunden hatte.
Nach 21:00 wurde es dann in TShirt und Shorts doch etwas kühl, weil halt auch jetzt noch eine Brise durch die Strassen weht. Aber es ist ein schöner Sommerabend, an dem man gerne in einem Strassenbistro sitzt.
Zudem wurde die Strasse, an der mein Hotel liegt, von heute Abend bis Sonntag für den Verkehr gesperrt, weil nun am Wochende die Leute in Scharen kommen. Und es hat tatsächlich mehr Leute auf der Strasse als an den beiden vergangenen Abenden. Aber verglichen mit La Rambla in Barcelona wirkt es immer noch ziemlich leer… 😉

Selbstverständlich habe ich im Zoo ein paar Bilder geschossen. Deswegen bin ich ja auch dort hin.
Die werde ich zusammen mit den anderen Bilder aus Warschau später bearbeiten und auf meine Homepage hochladen.
Erste Beispiele habe ich bereits auf Instagram veröffentlicht.

Stay tuned.

Warschau 2025: Ein verdammt heisser Tag

Heute hat der Hitzehammer hier in Warschau wie angekündigt zugeschlagen: Statt der angekündigten 37 Grad Celsius wurden es am Nachmittag „nur“ 35 Grad.
Aber zumindest mir hat das völlig gereicht.
Dass ich die Hitze nicht mag, und mich schon bei normalen sommerlichen Temperaturen schnell unwohl fühle und heftig schwitze, dürfte hinlänglich bekannt sein.
Aber heute war es für mich sehr heftig. So etwas habe ich noch nie erlebt: mir wurde abwechlungsweise schwindlig und schlecht. Nicht nur in der prallen Sonne, auch im Schatten.

Ich bin nach dem Frühstück kurz nach neun mit der Kamera losgezogen, um in der Altstadt ein paar Bilder zu schiessen.
Ich merkte schnell, dass ich trotz Kopfbedeckung nicht lange in der Sonne stehen sollte und habe versucht, mich hauptsächlich im Schatten der Häuser zu bewegen.
Das war aber nicht immer möglich.
Das Wasser, das ich in einem Laden gekauft hatte, half ein bisschen. Und auch, wenn gelegentlich ein kühles Lüftchen durch die Strassen wehte.
Aber es wurde immer heisser und mir war immer unwohler. Ausserdem habe ich geschwitzt als würde ich auslaufen.
Auch im Schatten der Bäume im sächsischen Garten war es nicht viel besser.

Am Eingang des sächsischen Gartens steht das Grabmal des unbekannten Soldaten.
Dieses wird ständig von zwei Soldaten in voller Uniform inkl Helm und Sturmgewehr in Achtungsstellung bewacht.
Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, wie diese Jungs das bei der Hitze aushalten. Obwohl sie im Schatten stehen, muss das eine gewaltige Tortur sein. Ich würde wahrscheinlich schon nach ein paar Minuten umkippen.
Aber die beiden haben sich keinen Milimeter bewegt, solange ich dort war. Respekt!

Ich ging dann gegen Mittag zurück zum Hotel, weil ich es draussen schlicht nicht mehr aushielt.
Im hoteleigenen Restaurant (Asian Food) ass ich erst einmal etwas Kleines (vietmanesische Nudelsuppe mit Rindfleisch – lecker) und kühlte mich ab. Ausserdem brachte ich bei der Gelegenheit meinen Wasserhaushalt wieder auf Vordermann.

Danach ging ich in mein klimatisiertes Zimmer, wo ich den Nachmittag mit Lesen und Bildbearbeitung verbrachte, bis draussen die Temperaturen wieder sanken.

Das ging dann recht schnell. Um 15:00 erreichte die Hitze mit mindestens 35 Grad ihren Höhepunkt und um 18:00, als ich zum Abendessen ging, war der Himmel bewölkt und es herrschten vielleicht noch 26 Grad. Ausserdem wehte ein ziemlich starker Wind.
So wie der Himmel um 21:00 aussah, könnte es diese Nacht noch zu Gewittern kommen.
Aber laut Wetterbericht sollte es trocken bleiben. Wir werden sehen…

Apropos Abendessen: Ich sage immer wieder, dass ich meine beste Lasagne 2018 in einem italienischen Restaurant in Stockholm (mit italienischer Original-Nonna am Herd) gegessen habe. Das ist bis heute so geblieben.
Heute hatte ich Spaghetti Carbonara, die genau dem Originalrezept entsprachen: mit Guanciale und Pecorino; und vorallem ohne Rahm! 🙂
Und die Spaghetti waren auf den Punkt al dente gekocht; nicht zu hart und nicht zu weich. Delizioso!
Da das Servicepersonal alles Polen waren, nehme ich mal an, dass in der Küche ein italienischer Koch, der sich auskennt, das Sagen hat. Dort gehe ich morgen Abend wieder hin. 🙂

Morgen soll es nicht wärmer als 24 Grad werden. Am Morgen soll es sogar nur 20 Grad sein.
Das wäre für mich optimal.
Wenn die Wettervorhersagen zutreffen, werde ich mich morgen auf den Weg zum Warschauer Zoo machen. Das sind zu Fuss rund 20 Minuten, wobei ein Teil durch einen Park geht. Bei 20 bis 24 Grad kein Problem. Heute war es um 09:00 schon fast 29 Grad…

Stay tuned.

Streetperformance um 09:00

Warschau 2025: Zum ersten Mal in Polen

Nun bin ich in Warschau, der Hauptstadt Polens.
Ich bin zum ersten Mal hier und bin gespannt, was ich in Chopins Heimatstadt alles entdecke.

Die Anreise verlief ohne Verzögerungen. Der Flug mit LOT, der polnischen Airline, dauerte von Zürich zwei Stunden. Wir starteten pünktlich und landeten ebenso pünktlich.
An Bord gab es gratis einen kleinen Snack, was heutzutage fast keine Airlane mehr anbietet. Normalerweise muss man für alles ausser Kaffee und Wasser bezahlen. Inzwischen kostet sogar der Tomatensaft bei Icelandair. Der war letztes Jahr noch gratis.
Ein definitives Plus für LOT!

Am Gepänkband erlebte ich eine absolute Premiere: Laut Anzeige würde es mindestens 30 Minuten dauern, bis das Gepäck da sein würde. Nach 15 Minuten kam aber bereits der erste Koffer. Zu meiner Überraschung war es meiner. Das hatte ich noch nie. 🙂
Mein UBER Fahrer, den ich schon von zu Hause aus bestellte hatte, meldete sich schon bei der Landung per WhatsApp, kaum hatte ich mein Smartphone eigeschaltet. Er hiess Singh und gehörte der Glaubengemeinschaft der Sikh an.

Auch hier verlief alles ohne Probleme. Singh brachte mich sicher durch den Grossstadtverkehr bis vor mein Hotel in der Warschauer Altstadt.
Und als ich noch vor 14:00 im Hotel ankam (Check in war ab 15:00 möglich), war sogar mein Zimmer schon bereit und ich konnte mich einrichten.

Hier ist es auch heiss. Heute waren es 31 bis 32 Grad Celsius. Ab Freitag sollen die Temperaturen auf ca 25 Grad fallen. Singh hatte mir auf der Fahrt vom Flughafen erzählt, dass dies nicht wirklich heiss wäre in Warschau. Das seien nur einzelne Tage. Letztes Jahr wäre es ingesamt viel heisser gewesen. Gut bin letztes Jahr nicht hierher gekommen.

Ich möchte unter anderem auch den Warschauer Zoo besuchen.
Das plane ich nun auf Freitag oder Samstag ein, wenn es nicht ganz so heiss sein wird.
Morgen werde ich die Altstadt erkunden und mich wenn möglich im Schatten aufhalten. Wenn nötig gehe ich zurück ins klimatisierte Hotelzimmer, um mich abzukühlen.
Und morgen Abend mache ich dann allenfalls nach dem Abendessen ein bisschen Nachtfotografie in der Altstadt. Ich habe festgestellt, dass die Gebäude hier sehr schön beleuchtet werden.

Stay tuned.

Warschauer Königsschloss
Zamek Królewski w Warszawie
Zamek Królewski w Warszawie (Warschauer Königsschloss )

Stockholm 2024: Ein sonniger, aber kalter Tag

Heute war es in Stockholm sehr schön. Den ganzen Tag schien die Sonne, wenn halt auch nicht sehr lange. Richtig hell wird’s hier zwischen 9 und 10 am Morgen, und um 4 Uhr am Nachmittag ist schon wieder dunkel.
Aber es war auch sehr kalt. Mindestens -10 Grad am Tag, und wenn man Wind abkriegte, so sank die gefühlte Temperatur noch einmal um ein paar Grad.

Wie geplant habe ich heute das Armémuseum besucht.
Da dieses aber erst um 11:00 öffnet, bin ich auch erst kurz nach 10:00 losgezogen und gemütlich durch die Einkaufsstrassen zur Tramhaltestelle spaziert.
Dabei habe ich etwas gesehen, das mir schon vor zwei Tagen aufgefallen war:
Vor dem Konserthuset, dem Konzerthaus mit dem Stockholmer Sinfonieorchester Kungliga Filharmonikerna, werden in klirrender Kälte an Markständen frische Schnittblumen feil geboten. Da kriegt man von Tulpen bis Rosen fast alles…

Das Armémuseum zeigt in einer sehr informativen und grossen Ausstellung über zwei Stockwerke die schwedische Militärgeschichte vom Mittelalter bis heute.
Schweden war früher eine Grossmacht, die ständig in Kriege verwickelt war. Meistens ging es um Territorialansprüche, Erbstreitigkeiten, oder ganz einfach darum, Geld zu beschaffen.
Der grösste dieser Kriege war wohl der dreissigjährige Krieg von 1618 bis 1648, in dem sich die Grossmächte von fast ganz Europa bekriegten. Schweden war zuvorderst mit dabei.
Aber auch schon vorher, und vorallem danach war Schweden immer wieder in Konflikte mit seinen Nachbarn, aber auch mit anderen Ländern verwickelt. Man gewann und verlor immer wieder Territorien. Das letzte Mal, als es zu einer solchen Grenzänderung kam, war 1814, als Norwegen in eine „Union“ mit Schweden geriet. Faktisch war das eine Erweiterung des Einflussbereichs Schwedens, auch wenn niemand das Wort „Besetzung“ benutzte.
Allerdings hatten die Norweger 1905 genug von der „Union“ und wurden selbständig. (Zitat einer norwegischen Stadtführerin in Oslo vor 5 Jahren: „Deshalb wollen wir Norweger nicht wieder einer Union beitreten!“). Norwegen ist nicht Mitglied der EU.
Seit 1814 hat Schweden an keinem Krieg mehr teilgenommen und die aussenpolitische Linie verfolgt, im Frieden allianzfrei und im Krieg neutral zu bleiben.
Mit dem Entscheid, wegen dem russischen Angriff auf die Ukraine der NATO beizutreten, gab Schweden 2022 diese Haltung und somit seine Neutralität auf.

Die Ausstellung war sehr interessant und umfangreich. Ich blieb fast 3 Stunden in dem Armémuseum. 🙂

Der geplante Besuch des Nobelpreismuseum fand deshalb nicht statt.
Ich beschloss, erst einmal einen ausgedehnten Besuch eine Esspresso House zu machen, um auch etwas zu essen.
Seit dem Morgenessen um 08:30 hatte ich weder etwas gegessen noch getrunken. Der Magen knurrte ganz schön. Das musste korrigiert werden. 😉
Ausserdem konnte ich bei Kaffee und Kuchen gemütlich ein bisschen lesen.

Danach bin ich zurück ins Hotel, um vor dem Abendessen noch meine Sachen zu packen.
Morgen um 13:00 fliege ich mit SAS Flug SK605 zurück in die Schweiz. Ich kann als gemütlich frühstücken, zum Bahnhof gehen (5 Minuten), und dann mit dem Arlanda Express zum Flughafen fahren. Die Fahrt dauert auch nur 20 Minuten

Armémuseum Stockholm