Island 2018: Der Nordosten Islands, Wasserfälle, komische Touristen und scheue Nordlichter

Island_flagHeute war der bisher schönste Tag der Reise. Wenigstens, wenn es nach dem Wetter ging. Von Morgen bis Abends wolkenlos und strahlender Sonnenschein. auch der Wind hielt sich sehr in Grenzen. Kein Vergleich zur Südküste vor drei Tagen. 🙂

Ich hatte heute nur ca 200 km zu absolvieren und hatte deshalb sehr viel Zeit und konnte die Fahrt ganz gemütlich unter die Räder nehmen.
Heute wäre eigentlich geplant gewesen, ins Hochland zu fahren und die Askja zu besuchen, eine Caldera mit zwei Kraterseen. Das wären dann mindestens acht Stunden Schotterpiste gewesen.
Aber da die Hochlandstrassen inzwischen alle geschlossen wurden, bin ich halt auf der Ringstrasse nach Laugar gefahren, und habe da und dort noch einen Halt eingelegt.
Und auch wenn ich nicht direkt durch das Hochland gefahren bin: Das eine oder andere Mal hatte ich trotzdem Schnee unter den Schuhen, wenn ich ausgestiegen bin. Das heisst ich war auch ca 500m über Meer oder höher….

Ich kam bei der Fahrt auch dank des schönen Wetters und der winterlichen Stimmung in den ununterbrochenen Genuss von wunderschönen Landschaften, wie ich sie noch nie gesehen hatte.
Das war nun wieder etwas ganz anderes als ich von der Südküste kannte. Riesige Weiten, Eis- oder Steinwüste, und dann wieder imposante Berge, die wie isoliert da standen. Natürlich sind die Berge in den Alpen, die ich kenne, viel höher als diejenigen in Island. Aber die hier sind einfach anders und deshalb nicht weniger imposant. 🙂

Unterwegs machte ich noch einen Abstecher zum Dettifoss, dem leistungsfähigsten Wasserfall Europas (auf Platz 2 liegt übrigens der Rheinfall).
Es gibt zwei Strassen, die von der Ringstrasse zum Dettifoss führen.
Die eine ist eine Schotterpiste, die nur mit 4×4 Wagen befahren werden kann. Die ist bereits gesperrt.
Die andere Strasse ist asphaltiert, in ausgezeichnetem Zustand und völlig vom Schnee geräumt. So können auch grosse Busse problemlos hinauffahren.
Beim Wasserfall selbst herrschten nur 0 Grad Celsius, aber es lag Schnee und die Oberflächen der kleinen Seen und Pfützen waren überall gefroren.

Und ich habe mich mal wieder köstlich amüsiert über meine lieben „Mittouristen“. 🙂
Es ist unglaublich, wie die Leute daherkommen, wie sie angezogen sind und wie sie sich verhalten.
Vom Parkplatz zum Wasserfall sind es ca 800m Wanderweg, der bei dem Wetter gerne auch mal ein bisschen vereist ist…
Äusserst lustig ist es immer wieder, den Indern und Pakistani zuzuschauen, wie sie mit der Kälte und dem Schnee und Eis so gar nicht zurecht kommen. Da ist halt dann ein Sari und Turnschuhe nicht gerade die beste Bekleidung. Rutschpartie und schmutzige, nasse Kleidung sind garantiert und im Paket inbegriffen.
Oder es ist schon fast tragisch-komisch, wenn ein japanisches Ehepaar in meinem Alter hintereinander auf die gleiche Eisblase tritt (die übrigens sehr gut erkennbar war und umgangen werden konnte) und dabei prompt auf den A…. fällt. Zuerst hat er diese schmerzhafte Akrobatiknummer vorgeführt. Das hat schon beim Zuschauen weh getan. Und kaum war er wieder auf den Beinen, wollte sie sich auch noch unbedingt davon überzeugen, dass diese Stelle spiegelglatt war. Sie war es tatsächlich… 😉
Irgendwie hielt sich mein Mitleid in engen Grenzen und ich spürte eine gewisse Schadenfreude.
Ich muss mich immer wieder zusammennehmen und den starken Drang unterdrücken, solche Szenen mit der Kamera festzuhalten. Das wäre dann gar nicht nett von mir. Aber ein gelegentliches Grinsen und Kopfschütteln kann ich mir dann doch nicht verkneifen. 😉

Ich finde es sehr erstaunlich, wie wenig sich die Leute über das Land informieren, das sie besuchen. Nur so kann die falsche Kleiderwahl, aber auch das unmögliche Verhalten vieler Touristen erklärt werden. Mit Vernunft und gesundem Menschenverstand hat das jedenfalls nichts zu tun. Dass sich da nicht mehr Leute ein Bein brechen oder eine Lungenentzündung holen, grenzt an ein Wunder.

Nun bin ich also für die nächsten zwei Nächte im Narfastaðir Guesthouse abgestiegen.
Morgen werde ich von hier aus den einen oder anderen Ausflug machen.
Heute Abend war die Hoffnung gross, dass ich Nordlichter in besser Qualtiät zusehen bekommen würde als gestern
Leider ist  das nicht eingetroffen. Zwar wäre das Wetter bis ca 23:00 durchaus gut für Beobachtungen gewesen. Aber offenbar haben die Sonnenaktivitäten abgenommen, denn die Nordlichter waren noch schwächer als gestern.
Mal schauen, wie es die nächsten Tage aussieht.

Dettifoss
Dettifoss
Nordlichter über Laugar
Nordlichter über Laugar

 

Ein Gedanke zu “Island 2018: Der Nordosten Islands, Wasserfälle, komische Touristen und scheue Nordlichter

  1. Gönne dir auch mal einen solchen ruhigen Tag und versuche doch mal um die Ecke ein Bild „deiner“ Mittouristen zu machen – wäre doch witzig!
    Unser Sturm hat natürlich wieder das Zelt bis zu Nachbars Garten geblasen – es war ein richtiger, warmer Föhnsturm. Heute bläst die Bise = schönes, aber kälteres Wetter. Mach’s gut – mam

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