Graz im Frühling 2020: Reisen zu Zeiten der Coronavirusepidemie

Seit Sonntag bin ich in Graz, der Hauptstadt der Steiermark in Österreich – die Heimat von Arnold Schwarzenegger.

Diese Städtereise hatte ich schon Mitte letzten Jahres gebucht, um von günstigen Preisen für Flug und Hotel zu profitieren.
Vom Coronavirus hatte damals in der Öffentlichkeit noch niemand etwas gehört, die Seuche war noch gar nicht ausgebrochen.
Das ist nun ein bisschen anders. Das Coronavirus breitet sich nun auch in Europa rasant aus. Es ist in aller Munde, die Leute haben ganz offensichtlich Angst und die Behörden aller europäischen Länder, versuchen mit verschiedenen Massnahmen die Ausbreitung der Ansteckung zu verlangsamen.

Hier in Graz scheint alles normal. Allerdings sagen die Einheimischen, dass auf den Strassen weniger los sein soll als sonst. Das kann ich natürlich nicht beurteilen, weil ich zum ersten Mal hier bin und keine Vergleichsmöglichkeiten habe. Tatsächlich sind die Restaurants nicht überfüllt, und die Schlossbergbahn fährt nur mit einem Wagen anstatt zwei, und auf dem Schlossberg ist man ziemlich alleine: keine Reisegruppen und auch sonst wenige Touristen
Das Gleiche gilt für den Flug hierher, der nach meinem Empfinden nur halbvoll war. Inwiefern das normal ist, weil nicht Hauptsaison ist, oder eben nicht, weil die Leute wegen dem Coronavirus weniger reisen, weiss ich nicht.
Allerdings bin ich um halb neun im Hotel beim Frühstück jeweils alleine (sehr gut, denn das ganze Buffet gehört mir alleine…). Die Rezeptionistin erzählte mir, dass sie zwar viele Absagen hätten, das Hotel aber trotzdem im Moment noch zu drei Viertel voll sei, hauptsächlich wegen Leuten, die geschäftlich unterwegs seien. Während des kurzen Gesprächs mit der Rezeptionistin trafen übrigens mindest fünf Stornierungen per eMail ein…
Und am Montag teilte mir die Swiss mit, dass mein Rückflug morgen Donnerstag gestrichen und ich deshalb umgebucht worden sei. Anstatt einen Direktflug von Graz nach Zürich, der eine Stunde und 15 Minuten dauern würde, fliege ich nun Austrian Airlaines zuerst nach Wien, und dann von Wien nach Zürich. Der Aufenthalt in Wien dauert zum Glück nur eine Stunde, wenn alles planmässig läuft. Ich hasse es, meine Zeit auf Flughäfen zu verplempern…
Immerhin hat der Online Check-In schon mal geklappt und ich habe die Bordkarten für morgen auf meinem Handy.

Dank  Corona bin ich also gut zweieinhalb Stunden später zu Hause. Ein kleiner Wermuthstropfen… 😉

Graz ist eine schöne Stadt voller Geschichte. Ich habe mein Hotel mitten in der Altstadt gewählt. So konnte ich die meisten für mich interessanten Punkte zu Fuss erreichen. Für grössere Distanzen habe ich im Hotel für €12.90 das „Graz-72h-Ticket“ gekauft, für freie Fahrt auf allen öV in der Innenstadt. Dazu gehörte auch die Schlossbergbahn.

Ich hatte auch Wetterglück. Der Montag war die grosse Ausnahme. Da war es den ganzen Tag bevölkt. Ansonsten schien immer die Sonne, auch heute: Obwohl schwarze Regenwolken am Himmel hingen, und es um die Mittagszeit leicht nieselte, drückte die Sonne immer wieder durch. Und es wurde bis 17 Grad warm.

Ich war praktisch jeden Tag auf dem Schlossberg: mit dem Lift hoch und zu Fuss runter, mit der Schlossbergbahn hoch und runter, und mit dem Schlossberglift hoch und wieder runter.
Da blieb ich allerdings bei der Talfahrt im Lift stecken! Ca. 30 cm vor der Talstation stellte der Lift plötzlich ab und nichts ging mehr. Es dauerte ca eine halbe Stunde, bis ich wieder raus kam. Da der Lift aber im Fels gebaut ist, wurde es nicht heiss im Innern. Und zudem ist die Liftkabine zu grossen Teilen aus Glas gebaut. So habe ich immer mitbekommen, was abging. Kein Problem also. Es war lediglich ein bisschen Geduld angesagt. Aber ich hatte auch da drin eine gute Handyverbindung und konnte so die Zeit totschlagen.
Auf dem Schlossberg steht der Uhrturm, das Wahrzeichen von Graz. Ausserdem hat man von dort eine wunderbare Aussicht über Graz und das Umland der Stadt.

Sehenswert ist auch die Murinsel. Diese schwimmende Plattform in der Mur ist Veranstaltungsort und Café. Oder einfach nur ein weiterer Übergang über die Mur. Besonders schön wird es nach dem Eindunkeln, wenn die Konstruktion mit ständig wechselnden Farben beleuchtet wird.

Und heute hatte ich noch eine Führung durch das Landeszeughaus Graz. Diese „grösste Waffensammlung der Welt“ ist kein Museum in eigentlichem Sinne, sondern eine erhaltene Waffenkammer der österreichischen Heere. Als aktive Waffenkammer wurde sie 1741 geschlossen und Denkmal eingerichtet. Die darin enthaltenen Waffen stammen aus der Zeit zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert, und waren zu mehr als 95% nie benutzt worden.
Es befinden sich nur sehr wenige „schöne“ Stücke in der Sammlung. Solche sind meist Schenkungen, die nach der Schliessung gemacht wurden. Der grösste Teil sind effektiv einsatzbereite Stücke, die der Massenausrüstung von Heeren dienten.
Im Winter, bis Ende März, kann das Zeughaus nur in Rahmen von rund einstündigen Führungen, welche eine gute Stunde dauern, besucht werden. Im Sommer ist es auch für Einzelbesuche offen.

Natürlich haben mich meine Kameras auch nach Graz begleitet. Die entstandenen Bilder werde ich wie gewohnt hier in die Galerien hochgeladen habe.
Ausserdem habe ich auch einige Bilder für meine Galerie „Menschen auf der Strasse“ machen können. Diese Galerie ist eines der Projekte, die ich auf meiner Fotografenhomepage „KMP – Just pictures“ zeige.

Murinsel Graz
Murinsel Graz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.