Auffahrt 2022: Es ist heiss in Florenz

Flagge_ItalienHeute bin ich wieder durch die Innenstadt von Florenz gezogen. Bloss habe ich dieses Mal die grosse Kamera mitgenommen und bin gezielt an bestimmte Orte gegangen.

Es war den ganzen Tag heiss, heisser als gestern.
Laut meteoblu.ch soll es heute Nachmittag 35 Grad Celsius gewesen sein. Ich habe es nicht nachgemessen, aber das passt schon. Wenn selbst ein Windstoss einen nicht mehr abkühlt, weil es sich anfühlt, als blase da ein grosser, heisser Föhn, dann ist es definitiv zu heiss.
Das Einzige, was ein bisschen Abhilfe schuf, war der Schatten in den engen Gassen und die Klimaanlagen der Geschäfte, die für ein kühles Lüftchen sorgten, wenn man daran vorbei ging.
Da offenbar auch die Luftfeuchtigkeit hoch war, schwitzte ich auch in den eigentlich kühlen Kirchen (jene, die ohne Ticket zugänglich sind).
Nach gut drei Stunden musste ich ins Hotel zurück, um mich im klimatisierten Zimmer abzukühlen. Das kühle Bier im Strassencafé half nicht mehr, meine Füsse brannten und die neuen Schuhe wurden plötzlich zu eng, weil die Füsse anschwollen. Ausserdem reagierte dann mein Bauch später auch noch auf die Hitze.

Als Erstes bin ich zum Dom von Florenz. Schon auf dem Weg dorthin stellte ich auf der Piazza di Santa Maria Novella fest, dass sehr viel mehr Leute unterwegs waren als gestern, und das um 09:30. Viele Gruppen mit Führer („Neckermänner bitte mir nach„), aber auch viele Schulklassen jeden Alters.
Auf der Piazza del Duomo wurde es dann noch dichter.
Das Eindrücklichste war aber die mehrere hundert Meter lange Schlange, die vor dem Haupteingang des Domes stand. Ich weiss nicht, wie lange es gedauert hatte, bis der Hinterste in den Dom hinein konnte. Es dürfte aber im Bereich von mindestens einer Stunde gewesen sein. Später entdeckte ich noch eine andere, kürzere Schlange bei einem Seiteneingang, und auch vor dem Ticketoffice und dem Campanile di Giotto musste man mindestens eine Viertelstunde anstehen. Das hiess also mindestens eineinhalb Stunden anstehen (bei der Hitze und zum Teil in der Sonne).
Nichts für mich. Ich bezahle keinen Eintritt, um eine Kirche von innen zu sehen, und ich stehe auch nicht stundenlang an, schon gar nicht bei dieser Hitze. Übrigens machten die wenigsten der Leute, die anstanden, auf mich den Eindruck von Kunstverständigen. Da waren ganze Gruppen von Amerikanern (aber auch von anderen Nationen), bei denen ich nicht sicher war, dass sie wusste, was sie da gerade im Begriff, sich anzuschauen.
Der Dom ist übrigens sehr beeindruckend. Er (und auch die Battistero di San Giovanni [Taufkirche] und der Campanile di Giotto) ist praktisch vollständig mit Marmor eingekleidet. Ein Hinweis darauf, wie reich und bedeutend Florenz einst gewesen ist. Und obwohl ich es nicht selbst gesehen habe, gehe ich davon aus, dass der Dom im Innern genauso prächtig und opulent ausgestaltet wurde. Wie gesagt, die Medici waren für eine gewisse Zeit auch die Bankiers des Papstes.

Vom Dom ging es weiter zum Palazzo Vecchio. Das war der Sitz des Stadtparlaments, der Signoria, und somit der  Mittelpunkt der weltlichen Macht im Florenz des 14.-16. Jahrhunderts.
Vor dem Palazzo Vecchio steht eine Kopie von Michelangelos David. Die über 5 Meter grosse Statue stand ursprünglich dort. Die Signoria, die Michelangelo auch den Auftrag für das Kunstwerk erteilt hatte, hatte sie dort aufstellen lassen.
David ist nun aber in der Accademia di Belle Arti untergebracht, wo er vor Witterung und mutwilligen Beschädigungen besser geschützt ist.

Vom Palazzo ging weiter hinunter zum Arno, dem Fluss, der durch Florenz fliesst. Eine  von mehreren Brücken über den Arno ist die Ponte Vecchio, eine Fussgängerbrücke, auf der mehrere Geschäfte fest verbaut sind. Dabei handelt es sich um die älteste Brücke über den Arno in Florenz. Das Bauwerk gilt als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt.
Ich kenne die Fliessgeschwindigkeit des Arno nicht, aber auf mich machte das Wasser beinahe den Eindruck eines Sees, völlig glatt, ohne Wellen. Vermutlich hat der Fluss nur sehr wenig Gefälle, bis er in das Tyrrhenische Meer mündet. Oder er hat im Moment einfach wenig Wasser, denn bei Schneeschmelze kann er offenbar ziemlich anschwellen und gefährlich werden.

Von der Ponte Vecchio bin ich dann langsam zurück spaziert, durch enge Gassen voller Touristen.
Ich habe den ganzen Tag darauf geachtet, möglichst viel zu trinken. Bei diesen Temperaturen schwitze ich unterbrochen, und die Kopfschmerzen, mit denen ich heute morgen aufgewacht bin, könnten ein Hinweis sein, dass ich gestern zu wenig getrunken hatte (obwohl ich eigentlich nicht den Eindruck hatte). Denn von einem einzigen grossen Bier gestern Abend kriegt man keinen Kater. Zumindest ich nicht.
Also habe ich heute viel Wasser getrunken, mir ein grosses, italienisches Erdbeereis gegönnt, und mir nach dem Mittag noch ein grosses Bier genehmigt.

Trotzdem musste ich zurück ins klimatisierte Hotelzimmer, um meinen aufgeheizten Körper wieder abzukühlen und meine Füsse aus den Schuhen zu befreien. 🙂

Als ich am späteren Nachmittag wieder raus ging, war die Sonne zwar hinter den Wolken verschwunden, aber die Hitze und die Schwüle waren immer noch da.
Trotzdem habe ich in einem der Strassenrestaurants zu Abend gegessen, im gleichen wie gestern auf der Piazza di Santa Maria Novella. Ich habe mich ein bisschen an die Wärme gewöhnt (trotzdem werde ich auch in Zukunft den Norden vorziehen).
Heute habe ich echte Pasta alla Carbonara gegessen, mit Eier, Guanciale und Pecorino. Und ganz wichtig: ohne Rahm!!!! 🙂 Lecker!
Das Lustige war die Reaktion des Kellners heute Abend. Ich war im gleichen Restaurant und beim gleichen Kellner wie gestern. Allerdings trug ich heute ein T-Shirt aus Island mit englischem Aufdruck.
Ich habe nicht erwartet, dass der Mann mich wieder erkennt. Aber er sprach heute nur Englisch mit mir, egal wie oft ich ihm auf Italienisch antwortete. 🙂
Da das T-Shirt das Einzige war, welches gegenüber gestern anders war, muss es mich zum englischsprachigen Touristen gemacht haben. Oder mein italienisches Radebrechen war heute besonders schlecht…

Morgen gehe ich noch einmal mit der Kamera in die Stadt. Es gibt noch zwei, drei Orte, die ich mir ansehen will. Laut meteoblue.ch soll es ein bisschen kühler werden: bloss bis zu 31 Grad. Allerdings soll es am Nachmittag auch Gewitter geben.

Ich habe inzwischen auch eine Galerie für diese Reise eingerichtet und die ersten Bilder dort hochgeladen.
–> klick hier

Stay tuned.

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