
Mit der heutigen, vierten Etappe meines diesjährigen Island-Roadtrips verabschiedete ich mich aus Nordisland.
Da ich genügend Zeit hatte und keine bestimmten Orte anfahren wollte, bin ich auch ein paar Umwege gefahren und habe unter anderem einen mir noch unbekannten Pass erkundet.
Dadurch dauerte die Fahrt nach Borgarnes in Westisland über vier Stunden. Angehalten, um mir etwas anzusehen, habe ich nur ein Mal: bei Þrístapar (zu deutsch die drei Hügel).
Hier fand am 12. Januar 1830 die letzte Hinrichtung in Island statt.
Agnes Magnúsdóttir und Friðrik Sigurðsson (beide noch nicht einmal 20 Jahre alt) wurden für die Morde an einem Gutsbesitzer und dessen Freund geköpft.
Dem Magistraten, der die Hinrichtung durchführen liess, ging es dabei um maximale Abschreckung.
Er liess extra ein Richtbeil aus Dänemark herschaffen, überzeugte den Bruder des Ermordeten, als Scharfrichter die Delinquenten zu enthaupten, und befahl, dass alle Bauern der Gegend anwesend waren, zumindest eine Person pro Hof. Somit standen weit über hundert Bauern rund um den Richtplatz, als die Urteile vollstreckt wurden. Dabei ist zu erwähnen, dass zu dem Zeitpunkt ca 50’000 Leute auf der Insel lebten. Die Bevölkerungsdichte war also nicht allzu gross und die Leute lebten weit verstreut auseinander.
Die Köpfe der Enthaupteten wurden auf Pfähle gespiesst, die an der Strasse aufgestellt wurden. Und die kopflosen Körper wurden vor Ort verscharrt. Sie durften nicht in geweihter Erde beerdigt werden. Erst über hundert Jahre später hatte man die Gebeine der beiden auf einen Friedhof umgebettet.
Danach wurde in Island niemand mehr hingerichtet, auch wenn die Todesstrafe in Island offiziell erst hundert Jahre später, nämlich 1928 abgeschafft wurde.
An dieser Stelle hat man nun eine Installation aufgestellt, die die Abläufe und Hintergründe damals beschreibt und auf dokumentiert, wie es um die Todesstrafe in der Welt steht.
Alles in allem ein Monument gegen die Todesstrafe.
Selbstverständlich machte ich auch ein paar Verpflegungs- und Pinkelpausen. Ansonsten verlief die Fahrt ereignislos und führte mich über eine Strecke, die ich schon gut kannte.
Nun bin ich in der Nähe von Borgarnes abgestiegen und morgen geht es weiter Richtung Süden.
Stay tuned.
