
Heute bin ich von Reykholt in die Nähe des Flughafens gefahren, genauer gesagt nach Garður.
Hier in dieser kleinen Gemeinde an defr äussersten Spitze der Halbinsel Reykjanes steht das Hotel, in dem ich seit den CORONA-Jahren jeweils übernachte, bevor ich nach Hause fliege, das Lighthouse Inn.
Von hier zum Flughafen sind es 15 Minuten Fahrt.
Doch bevor ich nach Garður fuhr, habe ich noch einen kleinen Umweg gemacht und bin entlang der Südküste Richtung Osten nach Hella gefahren.
Dort, am Ortseingang, befinden sich die Caves of Hella, die Höhlen von Hella.
Das sind in Sandstein gegrabene Höhlen, die vermutlich älter sind, als die Besiedelung Islands im 9. Jahrhundert durch die Wikinger. Es gibt darüber keine Dokumentation, aber da die Wikinger nicht in Höhlen gewohnt haben, sondern bevorzugt in Dörfern und auf Höfen mit selbstgebauten Häusern, nimmt man an, dass diese Höhlen vorher entstanden sein mussten.
Eine Erklärung dafür wären irische Mönche, die offenbar vor den Wikingern in Island an Land gegangen waren. In den Schriften der Wikinger gibt es mehrere Hinweise dafür, ebenso in Aufzeichnungen einiger der Mönchen aus Irland, die Europa christianisierten.
Auf alle Fälle wurden die Höhlen auch in den folgenden Jahrhunderten auf verschiedene Weisen genutzt: als Wohnung, als Vorratskammer und auch als Schafsstall. Sie boten Schutz vor den Elementen. In den Höhlen herrscht eine konstante Temperatur von 4 Grad und auch die Luftfeuchtigkeit scheint stabil zu sein, egal welche Jahreszeit und welches Wetter draussen herrscht.
Ich bin schon etliche Male an den Höhlen vorbei gefahren und hatte leider nie den richtigen Zeitpunkt erwischt, um auf ein Führung zu gehen. Heute hat es geklappt. 🙂
Nach der Tour durch drei dieser Höhlen (mehr darf aus statischen und denkmalschüzerischen Gründen nicht betreten werden) bin ich dann in einer dreistündigen Fahrt nach Garður gefahren. Dabei habe ich, wenn möglich, Hauptstrassen gemieden, und die Hauptstadtregion habe ich ebenfalls grosszügig umfahren.
Das gab eine schöne Fahrt bei strahlendem Sonnenschein (und starkem Seitenwind) über die Ebenen der Südküste und später durch die Lavafelder von Reykjanes.
Dabei bin ich auch wieder durch Grindavík gefahren, dem Fischerdof, das seit dem ersten Vulkanausbruch im März 2021 am Fagradalsfjall mehrfach evakuiert werden musste. Ausserdem erlitten die Gebäude im Dorf durch Erdbeben und Risse im Boden schwere schäden. Zwar gelange es auch in den folgenden Jahren, eine Zerstörung des Dorfes durch heranfliessende Lava zu verhindern. Aber bei einem Ausbruch im Januar 2024 wurde drei Häuser am Stadtrand durch Lava zerstört.
Als ich vor eineinhalb Jahren das letzte Mal durch das Dorf fuhr, war das ein „Geisterdorf“. Niemand war in den Strassen zu sehen und vor den Häusern standen keine Autos. Das Dorf war ausgestorben.
Nun scheint das Leben zurückgekehrt zu sein.
Vor fast jedem Einfamilienhaus, das ich gesehen habe, stand ein Auto. Auf den Strassen hatte es Verkehr: Pw und Lastwagen. Und auch auf den Parkplätzen der Sportanlagen sah ich Autos. Ausserdem sah ich mehrere offenbar neugebaute Häuser.
Es ist zu hoffen und dem Dorf zu wünschen, dass nun wieder Ruhe einkehrt.
Allerdings sehen das die Spezialisten vom isländischen meterologischen Dienst anders. Ein weiterer Vulkanausbrich nördlich des Dorfes sei nicht nur möglich, sondern eher wahrscheinlich. Aber niemand kann sagen wann und wo genau das sein wird.
Nun muss ich ins Bett. Morgen um 03:45 wird der Wecker klingeln.
Aufstehen, Duschen, anziehen, Koffer fertig packen, zum Flughafen fahren, Mietwagen zurückgeben, Koffer aufgeben und um 07:20 sollte dann der Take-off nach Zürich sein.
Dass sich die Hauptsaison in Island schleichend von August in den September verlängert hat, wird man auch am Passagieraufkommen am Flughafen zu spüren bekommen. Icelandair hat eine Warnmail geschickt, man solle mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein.
Wir werden sehen….
Stay tuned.
