Dresden 2025: Neujahrstag

Dresden war heute morgen sehr ruhig.
Nicht nur verglichen mit der gesterigen Knallerei, und auch nicht nur, weil heute ein Feiertag ist. Wohl auch, weil die Leute nach der Sylvesterfete heute ausgeschlafen hatten.
Auf jeden Fall sassen um 11:00, als ich das Hotel verliess, immer noch viele beim Frühstück. 🙂

In Dresden war es heute den ganzen Tag trüb, aber trocken. Dazu wehte ein ziemlich bissiger Wind.

Dass alle Läden und viele Restaurants heute geschlossen waren, ist klar. Aber auch fast alle Museen waren heute geschlossen, und die Strassenbahnen fuhren in einer deutlich tieferen Frequenz.
Am Morgen waren die Strassen in der Stadt ziemlich leer. Auch weil die Weihnachtsmärkte auch geschlossen waren. Ab Mittag änderte sich das dann vor allem in der Altstadt und die Strassen und Gassen füllten sich.

Nach einem Spaziergang vom Bahnhof bis in die Altstadt und einigen Stationen dort (Frauenkirche, Fürstenzug und Sächsisches Ständehaus) besuchte ich das Residenzschloss, eines der wenigern geöffneten Museen.
Angesichts der kalten Witterung kann man sich vorstellen, dass ich nicht der Einzige war, der auf diese Idee kam. Aber das Residenzschloss ist gross genug, um auch diese Besuchermenge zu schlucken.

Das Residenzschloss Dresden ist die ehemalige Hauptresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen in der Altstadt von Dresden.
Die Vierflügelanlage wurde 1548 durch Kurfürst Moritz im Renaissancestil begonnen und 1901 durch König Albert im Neurenaissancestil vollendet.
Nach der Zerstörung 1945 durch die allierte Bombardierung wurde das Residenzschloss seit 1986 für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wiederaufgebaut und ist inzwischen eines der meistbesuchten Museen der Stadt.
Hervorzuheben sind das Grüne Gewölbe, das Kupferstich-Kabinett, das Münzkabinett, die Rüstkammer und die Paraderäume Augusts des Starken. (Quelle: Wikipedia)
Ich habe mich gefragt, wie alle die Schätze gerettet werden konnten, die dort ausgestellt sind. Immerhin brannte das Residenzschloss bei den Bombenangriffen im Februar 1945 genauso wie die Frauenkirche, die Semperoper und der Zwinger bis auf die Grundmauern nieder.
Dass diese Gebäude wiederaufgebaut worden sind, weiss man. Schliesslich dauerte der Wiederaufbau der Frauenkirche bis ins 21. Jahrhundert.
Aber wenn die Sammlungen damals darin gewesen wären, würde man heute nichts mehr ausstellen können.
Ich bin der Sache nicht auf den Grund gegangen, aber die Ausstellungsstücke von heute müssen damals an einem völlig anderen Ort gelagert worden sein.

Das Mittagessen habe ich wiederum im Café des Sophienkeller im Taschenbergpalais eingenommen.
Ich liebe die sächsische Kartoffelsuppe mit Wurstscheiben. Sie schmeckt ausgezeichnet, und eine kleine Portion davon ist gerade richtig für ein kleines, aber sättigendes Mittagessen.
Da die Bäckerei Schwerdtner heute geschlossen war, hatte es dann leider am Nachmittag keinen Christstollen mehr zum Kaffee gegeben.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich wieder in meinem warmen Zimmer mit der Auswertung und erster Bearbeitung der heutigen Bilder sowie mit Lesen.

Morgen soll es schneien. Je nach Wetterbericht am Nachmittag oder erst am Abend.
Da ein Flug morgen erst um 19:20 geht, werde ich mein Gepäck im Hotel einstellen und noch einmal in die Stadt gehen (im Verkehrsmuseum war ich auch noch nicht), bis ich gegen Abend den Zug zum Flughafen nehmen muss.

Stay tuned.

Kulturpalast Dresden

Dresden 2025: Sylvester

Am letzten Tag des Jahres hat es in Dresden am Morgen geschneit. Alles war weiss. Allerdings änderte sich der Niederschlag gegen Mittag, als es etwas wärmer wurde, in Schneeregen und am Abend regnete es nur noch. Der Schnee war am Nachmittag grösstenteils wieder aweggewaschen.

Wegen dem trüben Wetter habe ich mich enschlossen, das Deutsche Hygiene-Museum zu besuchen. Ich kannte dieses Museum von meinem ersten Besuch in Dresden 2002 bereits.
Es liegt gegenüber dem Grossen Garten, in dem heute natürlich auch nicht sehr viel los war. 😉
Und das Museum ist vom Bahnhof mit der Strassenbahn nach nur zwei Haltestellen bequem zu erreichen.
Man sieht dem Bau an, dass er aus DDR Zeiten stammt.
Ein grosser, klobiger, aber protzender Betonbau von aussen, und innen grosse, hohe Säle, wie ich sie auch in Prag und Budapest kurz nach der Wende in öffentlichen Gebäuden gesehen.

Im Deutschen Hygiene-Museum gibt es zwei Ausstellungen:
Die Dauerausstellung zum Thema menschlicher Körper, das menschliche Leben, die Gesundheit und die Krankheiten des Menschen. Darin werden zum Teil ältere Modelle von Körpern, Körperteilen und Krankheiten ausgestellt, und die Geschichte der Medizin, sowie die Geschichte der Gesundheitserhaltung (Sex, Ernährung, Fitness) und Heilung von Krankheiten gezeigt.
Die zweite Ausstellung ist eine befristete Sonderausstellung zum Thema „Freiheit“, wobei der Schwerpunkt hier auf der politischen Entwicklung im Ostblock nach dem 2. Weltkrieg (hauptsächlich Tschechoslowakei und Polen) liegt.
Dort habe ich mindestens eine Stunde mit einem der Museumsangestellten über Politik diskutiert. Dabei musste ich aufpassen, nicht zu sehr „westlich“ zu argumentieren.
Der Mann in meinem Alter war gebürtiger Dresdener, ex DDR, heute AfD und Russenfreund. Da kamen die bekannten Argumente wie zum Beispiel, dass ihm in der DDR nie etwas gefehlt hätte. Und auch dass die Russen vom Westen ungerecht behandelt und ausgeschlossen werden (die Armen). Auch für den russischen Überfall auf die Ukraine sowie die Annexion der Krim hatte er eine logische Erklärung. (sic!) Von seinen Ansichten über die Deutsche Regierung ‚mal ganz zu schweigen. Und Migranten waren sowieso an allem schuld. Auch wenn er sehr zurückhaltend und ohne Polemik argumentierte, war schon klar, wohin die Reise gehen sollte. Er war sehr höflich, aber unmissverständlich.
Ich wollte niemanden beleidigen oder sonst wütend machen. Also habe ich meine Argumente vorsichtig vorgebracht. Ich konnte die meisten seiner Argumente entkräften und er gab mir oft Recht. Ganz einfach, weil ich mehr Hintergrundwissen hatte als er. Aber das hat seine Einstellung mit Sicherheit nicht verändert.
Er war auch sehr interessiert daran, etwas über die Schweiz zu hören, die er nur aus dem Fernseh kannte.
Alles in allem hatten wir ein gutes Gespräch, bei dem ich viel über das Leben in der DDR von jemandem erfahren habe, der dort aufgewachsen ist.

Nach einer leckeren sächsischen Kartoffelsuppe im Museumscafé zum Mittagessen bin ich trotz des Schneeregens zu Fuss in die Altstadt gegangen und von dort in’s Hotel.
Allerdings musste ich kurz vor dem Bahnhof noch einen Zwischenstopp einlegen:
Wenn ich schon mal in Dresden bin, wollte ich unbedingt noch ein Stück Dresdner Christstollen mit Kaffee essen. In der Bäckerei Schwerdtner wurde ich fündig. 🙂

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in meinem warmen Zimmer mit der Auswertung und erster Bearbeitung meiner Bilder sowie mit Lesen.

Schon um 17:30 hatte ich jedoch schon eine Reservation am Sylvesterbuffet im Hotel.
Das Buffet wurde aus Platzgründen wie auf einem Kreuzfahrtschiff in zwei Gruppen durchgeführt. Ich war in der ersten Gruppe von 17:30 bis 19:30 eingeteilt. Die zweite Gruppen bestand hauptsächlich aus zwei Reisegruppen mit deutschen Rentnern, die gestern angekommen waren.
Das Hotel hatte das Buffet Anfang Dezember per eMail angeboten und ich habe gerne reserviert, denn an Sylvester ist es erfahrungsgemäss recht schwierig, kurzfristig irgendwo einen Tisch zu kriegen
Das Buffet beinhaltete ein Salat- und Vorspeisenbuffet, vier verschiedene Hauptgerichte sowie zwei verschieschdene Desserts. „All you can eat“ zum Pauschalpreis. Lediglich die Getränke mussten separat bezahlt werden.
Es hat sehr gut geschmeckt.

In der Stadt knallt es seit dem Nachmittag ununterbrochen.
Nicht nur wegen des Regens werde ich darauf verzichten, noch einmal in die Stadt zu gehen. Die Hotspots wie der Theaterplatz (gleich bei der Semperoper) oder der Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche sind komplett überfüllt. Die Strassenbahnen fahren die Haltestelle am Theaterplatz heute Abend gar nicht mehr an.
Den Trouble brauche ich nicht mehr. 😉

Morgen ist auch Niederschlag angesagt, aber es soll auch trockene Phasen geben.
Ich werde am Morgen in die Altstadt gehen und erwarte etwas weniger Menschen als heute. 😉

Stay tuned.

Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Dresden 2025: Zoobesuch

Heute habe ich wie geplant den Zoo Dresden besucht.
Wie beim Militärhistorischen Museum der Bundeswehr liegt mein letzter Besuch auch beim Zoo 23 Jahren zurück.
Da ist klar, dass sich der Zoo verändert hat. 🙂
Auch klar ist, dass viele Tiere nicht in den Aussengehegen zu sehen sind, wenn sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum bewegen.

Das Wetter war wiederum anders, als gestern im Wetterbericht angezeigt: Sonnenschein.
Heute war ein schöner Tag.
Allerdings war auch der bissige kalte Wind, der trotz Sonne Winterkleider mit Kappe und Handschuhen nötig machte.

Der Zoo ist nicht sehr gross, und leider ist das Terrarium dauerhaft geschlossen. Was ich natürlich besonders bedaure.
Das Gebäude war alt und verursacht hohe Energiekosten, die laut Zooleitung nicht mehr zu verantworten waren. Eine Renovierung hätte sich wohl auch nicht mehr gelohnt.
Damit hat der Zoo Dresden die Reptilienhaltung leider wohl weitgehenst aufgegeben. Ein kleine Anzahl Reptilien wurde in anderen Gebäuden untergebracht. Aber die kann man an einer Hand abzählen.
Schade, aber vom wirtschaftlichen Standpunkt verständlich.

Trotzdem kann man im Zoo Dresden eine Vielfalt von Arten beobachten. Und ich habe Arten entdeckt, die ich in anderen Zoos noch nicht gesehen habe.
Ich war erstaunt, Elefanten, Geparde, Zebras und auch Löwen draussen anzutreffen.
Alle diese Tierarten stammen aus Afrika, wo es bekanntermassen nur in grossen Höhen wie dem Kilimandscharo Schnee und Eis gibt. Aber während die Elefanten ungeduldig vor den Toren zum Innenbereich des Afrikahauses warteten, weil sie wohl an die Wärme wollten, haben die anderen der genannten Tiere völlig entspannt gewirkt.

Mir ist aufgefallen, dass viele Familien mit kleinen Kindern den Zoo besuchten. Alle diese Kinder waren ein bis zwei Jahre alt.
Später habe ich erfahren, dass die Stadt Dresden jeder Mutter, die in Dresden entbindet, zur GEburt des Nachwuchses Zootickets schenkt. Ein nette Geste der Stadt. 🙂
Auch heute hier in Dresden waren aber nicht die Kleinen das Problem. 😉
Oft waren die Eltern diejenigen, die alles blockierten und versuchten, ihren kleinen Nachwuchs dazu zu bringen, sich ein Tier anzusehen, obwohl das Kind offensichtlich nicht daran interessiert war.
Den Vogel schoss eine Familie mit Teenagern ab, die vor der Scheibe zu einem Gehege der Brühlaffen lagerte und dort nicht nur ihre Kleider und Rucksäcke deponierte, sondern ungeniert ihr mitgebrachtes Essen auspackte und ein Picknick veranstaltete.
Andere Besucher hatten keine Chance, einen Blick auf die Affen zu werfen. Erst nach eine halben Stunde packte die Bande zusammen, und ich konnte ein Bild der Brühlaffen machen. 😦
Wie wollen die Kids Anstand und Rücksicht lernen, wenn ihnen das Muttertier etwas anderes vorlebt? Die Worte, die mir vor Ort in den Sinn kamen, will ich hier nicht wiederholen. 😉

Nach ca zweieinhalb Stunden hatte ich über 400 Bilde im Kasten (von 49 verschiedenen Tierarten), und ich fuhr zurück in die Stadt, um in eine Café etwas Kleines zu essen.

Später, gegen 16:00, war ich zu einem frühen Abendessen mit einer alten Bekannten verabredet. Sie lebt hier und wir hatten uns sechs Jahre nicht mehr gesehen. War ein schöner und interessanter Abend. 🙂

Stay tuned.

Afrikanischer Löwe

Dresden 2025: Stadtbummel

Heute habe ich wie geplant in Dresden das Militärhistorische Museum der Bundeswehr besucht.
Es versteht sich von selbst, dass sich das Museum in den 23 Jahren seit meinem letzten Besuch komplett gewandelt hat.
Da gibt es nicht nur ein neues Ausstellungkonzept. Das Museum wurde total umgebaut.
Auf vier Stöcken wird die Militärgeschichte Deutschlands von 1300 bis ins letzte Jahrhundert dargestellt und erläutert.

Als ich kurz nach 10 am Morgen in meinem Hotel aufbrach, waren die Strassen und Gehwege noch ziemlich glitschig. Es hatte leichten Nieselregen und in der Nacht (und am Morgen auch noch) herrschten Minusgrade. Da musste man vorsichtig sein, um nicht auszurutschen. Ich war froh, dass die Tramhaltestelle nur einige Meter vom Hotel entfernt ist. Und das ganze Gelände rund um das Museum war mit Rollsplitt bestreut.
Ich war etwas länger als 2 Stunden im Museum und als ich wieder heraus kam, hatte es immer noch Schneeregen. Aber die Temperaturen waren gestiegen und der Boden nicht mehr vereist.

Eigentlich ist es hier in Dresden nicht wirklich kalt.
Immer um den Gefrierpunkt, was man mit der richtigen Kleidung sehr gut ertragen kann. Das Problem sind recht scharfe und kalte Winde, die in der Stadt wehen. Damit wird die gefühlte Temperatur (die Amis nennen das „Wind Chill Factor„) um einiges tiefer.
Das Wetter wechselte während des Tages immer wieder. Von strömendem Regen (gerade eben, als ich vom Abendessen ins Hotel zurück kam) über leichten Schneeregen bis zu kurzem Sonnenschein war alles dabei.

Trotz des Wetter ist die Stadt voll mit Touristen. Vorallem in der Innestadt sind die Gassen und Weihnachtsmärkte voll von Menschen.
Auf dem Rückweg vom Museum bin ich beim Goldenen Reiter ausgestiegen, bin über die Augustusbrücke gegangen und habe die grossen Touristenhotspots in der Innenstadt abgeklappert:
Katholische Hofkirche, Semperoper, Zwinger, Fürstenzug und Frauenkirche.

Dabei zeigte sich, dass ab 15:00 das Licht immer schwächer wurde und ab 16:00 trotz aller Tricks ohne Stativ keine vernünftigen Bilder mehr möglich waren.
Also ging ich zurück zum Hotel. Ich war gute sechs Stunden in der Stadt unterwegs und nun schmerzten nicht nur meine Füsse. Auch mein Rücken reklamierte ob der ungewohnt langen Tour.

Morgen soll es hier schneien. Gestern hiess es noch, am Mittwoch wäre das Wetter deutlich besser als heute. Leider weit gefehlt.
Wobei mir Schneefall viel lieber ist als Regen. Ich werde den geplanten Zoobesuch trotzdem machen. Mal schauen, wie das so ist und wie viele Tiere man sehen wird. 😉

Stay tuned.

Das militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden

Dresden 2025: Angekommen

Heute bin ich nach Dresden geflogen.
23 Jahre nach meinem ersten und 9 Jahre nach meinem letzten Besuch bin ich wieder hier. Dieses Mal, um den Jahreswechsel hier zu verbringen.

Die Reise verlief angenehm und reibungslos.
Da ich wieder einmal mit SWISS geflogen bin, konnte ich meinen Koffer vorzeitig, das heisst bereits am Morgen, aufgeben und dann mit leichtem Handgepäck mit Bus und Bahn am Nachmittag entspannt zum Flughafen fahren.

Am Flughafen war einiges los, aber bei der Sicherheitskontrolle und am Gate hatte es viel weniger Leute als erwartet. Hingegen musste ich am Morgen bei der Gepäckaufgabe mehr als eine halbe Stunde anstehen, bevor ich meinen Koffer an der automatischen Gepäckaufgabe loswurde. 🙂

Mein Flug von Zürich nach Dresden war ausgebucht, hauptsächlich mit deutschen Rentern, wie mir schien.
Das Boarding verlief rasch und sehr disziplinert.
Der Flug selbst war kürzer als vorher angezeigt. Nach einer Stunde und 14 Minuten landeten wir in Dresden.
Auch hier lief alles ruhig und rasch. Das Gepäck kam ebenfalls recht schnell auf dem Band (mein Koffer als Erster) und ich hatte sogar noch Zeit, mir einer Wochenkarte für den öV in Dresden zu kaufen, bevor ich die nächste S-Bahn in die Stadt erwischte.
Unter dem Strich checkte ich in weniger als einer Stunde nach der Landung im Hotel ein. 🙂

In Dresden ist es kalt, aber trocken. Es hat aber keinen Schnee hier. Der soll laut Wetterbericht an Sylvester kommen.
Morgen soll es Niederschlag geben. Deshalb habe ich mich entschieden, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr zu besuchen.
Am Mittwoch soll das Wetter deutlich besser sein. Dann ist der Zoobesuch eingeplant. Dazwischen natürlich immer wieder ein Stadtrundgang mit der Kamera und je nach Lust und Laune (und Öffnungszeiten) ein Museumsbesuch.

Stay tuned.

Hauptbahnhof Dresden

Island 2025: Alles ist einmal zu Ende.

Island_flagHeute ist der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Morgen früh geht mein  nach Zürich. Schade. Ich wäre gerne länger geblieben. Aber jede Reise geht einmal zu Ende.

Heute habe ich noch einen kurzen Ausflug über die Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) unternommen und unter anderem zwei Geothermalgebiete besucht.

Als erstes bin ich zu Gunnhver gefahren.
Das ist Islands derzeit grösste Schlammquelle. Sie liegt in der südwestlichsten Ecke von Rekajnesskagi und von Island und ist nach dem Gespenst Guðrún Önundardóttir, kurz Gunna, benannt, die im 18. Jahrhundert dort gelebt haben soll.
Das Wasser kommt it einer Temperatur von über 100 Grad Celsius mit grossem Druck mehrheitlich in Form von Dampf aus dem Boden.
Das wird zur Energiegewinnung genutzt. In Gunnhver steht ein grosses Thermalkraftwerk.

Von Gunnhver ist es einen Katzensprung zum Leuchtturm Reykjanestá, dem Reykjanesvití.
Hinter dem Leuchtturm gibt es eine steile Felsneküste, an der zur Zeit Tausende von Möven brüten.
Dort wurde 2020 auch ein Videoclip mit Will Ferell gedreht, der zum Film „The Story of the Fire Saga“ über den Europvision Song Contest ESC gehört. Wer den Clip anschauen will: „Volcano Man
Das im Clip verwendet elektrische Doppelpiano hat man als Sehenswürdigkeit dort stehen lassen.

Mein nächstes Ziel war das Geothermalgebiet Krýsuvík.

Auf dem Weg dorthin fuhr ich durch Grindavík, dem Ort, der seit 2021 durch eine Serie von  Vulkanausbrüchen auf Reykjanes und den damit verbundenen Erdbeben starkt beschädigt worden ist:
Seit dem 19. März 2021 ereigneten sich nur wenige Kilometer entfernt von Grindavík elf Vulkanausbrüche, acht davon seit Dezember 2023. Der bisher letzte Ausbruch fand am 1. April 2025 statt.

Zwar konnte der Ort durch den Einsatz von vielen Helfern und schwerem Baugerät gerettet werden und die Einwohner durften irgendwann wieder zurück in ihre Häuser (um bei jedem folgenden Ausbruch erneut evakuiert zu werden…).
Aber viele Häuser sind so stark beschädigt, dass sie wohl abgerissen werden müssen. Es gibt im ganzen Ort etlich Stellen, die immer noch abgesperrt sind und auf den Strassen findet man viele Stellen mit frischem Asphalt. Dort waren die Strassen aufgerissen worden.
Sehr gut sieht man die meterhohen Schutzwälle, die rund um den Ort aufgeschüttet worden waren, um zu verhindern, dass die Lava aus den Ausbrüchen (allesamt nördlich der Stadt) in die Stadt fliesst. Trotzdem fiehlen der Lava letztes Jahr drei Häuser am Stadtrand zum Opfer.
Wie gesagt, man kann durch den Ort hindurch fahren und einige der Häuser scheinen tatsächlich bewohnt zu sein.
Aber die Stadt scheint wie ausgestorben. Heute war zwar Sonntag. Da wird nicht gearbeitet und die Schule ist auch geschlossen.
Aber ich habe keinen einzigen offenen Laden (in Island haben die grossen Supermärkte auch am Sonntag geöffnet) gesehen, nicht einmal bei der Tankstelle, an der ich normalerweise einen Kaffee trinke, wenn ich durch Grindavík fahre.
Und was noch viel auffälliger war: Das Schwimmbad und das Fussballstadion waren offenbar geschlossen. Auf jeden Fall waren alle Parklätze dort leer. Normalerweise ist dort gerade am Sonntag viel los.
Obwohl also etwas Verkehr durch den Ort floss, machte alles eher einen trostlosen und verlassenen Eindruck.

Mein nächster Stop war wie gesagt das Geothermalgebiet Krýsuvík.
Auch hier brodelt und dampft der Boden. Und in der Luft hängt ein leichter Schwefelgeruch.
In Krýsuvík gab es in den 1990er Jahren ein Geothermalkraftwerk, das jedoch 1999 explodierte und seitdem nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird.

Gleich neben Krýsuvík liegt der Kleifarvatn.
Das ist ein grosser See inmitten des kargen Vulkangesteins. Trotz des vielen Wasser gibt es aber um den See herum kaum Vegetation. Einige Lupinenfelder blühen jetzt gerade blau. Aber sonst ist da nicht viel.
Der See hat als Besonderheit weder einen bekannten Zu- noch einen Abfluss. Trotzdem senkt und hebt sich sein Pegel immer wieder und es leben Fische im See darin.
Man nimmt an, dass sich unter dem See eine Spalte des Krýsuvík Vulkansystems öffnet und sich wieder schliesst, wenn durch das Wasser abgekühlt wird. Der See wird dann durch den Regen wieder aufgefüllt.

Nun habe ich gepackt und muss etwas früher ins Bett als sonst. 😉
Tagwache wird morgen früh um 04:00 sein. Um fünf sollte ich am Flughafen sein, meinen Mietwagen ab- und mein Gepäck aufgeben. Danach heisst es wie immer warten auf das Borading und den Abflug um 07:20 Richtung Zürich.

Stay tuned.

Island 2025: Die letzte Etappe

Island_flagDie heutige, letzte Etappe, die mich auf die Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) in die Nähe des Flughafens Keflavík führte, war nicht allzu lang.
Ich konnte mir also Zeit nehmen und den einen oder anderen Abstecher machen, und dabei das herrliche Wetter geniessen.
Übrigens: Die isländischen Medien sprechen von einer „Heat wave“, die heranrollt. In den kommenden Tagen sollen Temperaturen von 18 Grad Celsius und mehr möglich sein… 😉

Also ergriff ich die Gelegenheit und bog von Norden her kommend auf der Höhe Akranes in den Hvalfjördur ein.
Früher musste man auf dem Weg von und nach Reykjavík um diesen Fjord herumfahren.
Doch 1998 wurde ein Tunnel unter dem Fjord hindurch eröffnet, der die Reisezeit um eine gute Stunde verkürzte.
Somit ist die Strasse um den Fjord herum zur Nebenstrasse geworden und wird eigentlich nur noch befahren, wenn Leute am Fjord wohnen oder arbeiten, oder wenn jemand eine gemütliche, landschaftlich schöne Fahrt machen will.

Auf der Nordseite des Fjords gibt es ein „War and Peace Museum“. Dort war ich schon einmal, aber das Museum hatte wohl wegen COVID geschlossen. Nun wollte ich es besuchen.
Island hat keine Armee, aber eine grosse geostrategische Bedeutung (eigentlich ein Wunder, dass Trump noch keine Gelüste geäussert hat, Island auch zu anektieren…).
Deshalb wurde es im zweiten Weltkrieg zuerst von den Briten und dann von den Amerikanern besetzt, um zu verhindern, dass die Deutschen dies tun. Diese Besetzung war bei den Isländern ganz und gar nicht beliebt, bewahrte sie aber vor Schlimmerem, den die Briten kamen den Deutschen nur um ein paar Wochen zuvor.
Aus diesem Grund interessiert es mich, wie das damals ablief.

Es stellte sich heraus, dass dieses „War and Peace Museum“ ein riesiges Sammelsurium von Gegenständen des Alltags aus der Zeit des Krieges gemischt mit militärischen Artefakten von drei Mächten (England, USA und die Sowjetunion) ist.
Die Räume scheinen ein ehemaliges Restaurant mit Versammlungssaal zu sein, das zum öffentlichen Schwimmbad gehört. Heute gibt es dort noch eine kleine Bar, an der man etwas zu trinken und Kuchen kriegt. Der Rest ist überstellt mit alten Dingen.
Ich habe mit dem Besitzer gsprochen, und er hat mir erzählt, dass er erst 2014 damit begonnen hat, diese Artefakte zu sammeln. Das meiste stammt aus der Bevölkerung, die ihm die Gegenstände überliessen, nachdem sie erfuhren, dass er das sammelt; entweder ältere Leute, die noch Erinnerungsstücke von damals hatten, oder jüngere Leute, die das Haus von verstorbenen Familienmitgliedern räumten, und für den alten Ramsch keine Verwendung mehr hatten.
Er hat mir von seiner Grossmutter erzählt, die die Besetzung während des Krieges erlebt hatte, und die Briten und die Amis dafür gehasst hatte. Sie war sich aber nicht bewusst, wie nah die Deutschen Island bereits gekommen waren, und was es bedeutet hätte, wenn die Briten die Insel nicht besetzt hätten.

Da ist ganz schön was zusammengekommen: Das ehemalige Restaurant (4 Räume und ein Saal mit einer kleinen Bühne) ist bis unters Dach vollgestopft mit grossen und kleinen Dingen.
Das reicht von Puppen über eine Singer-Nähmaschine bis zu vollständigen Uniformen (unter anderem eine schwarze SS-Uniform), einen Jeep der US Army und diversen Waffen (zB eine Sten-Maschinenpistole der Briten, eine Tokarew-Maschinenpistole der Soviets und eine Panzerfaust der Deutschen). Ich habe soger eine kleine Hitlerbüste gesehen.
Der Besitzer hat versucht, die Dinge thematisch etwas zu ordnen und einzelne Einrichtungen nachzubauen: Es gibt einen kompletten Barbershop, einen kleinen Einkaufsladen und einen britischen Funkraum (in dem allerdings auch sowjetische Funkgeräte stehen). Es gibt eine Jukebox, Geschirr, Fotoapparate, Flaggen, militärische Ausrüstung und Abzeichen aller Art sowie Modelle von Schiffen. etc.
Wollte man sich das alles genauer ansehen, bräuchte man Stunden.

Ich habe nach meinem Rundgang lieber noch eine Stunde mit dem Besitzer und seinem Kumpel gequatscht und viel über damals, aber auch über das Leben in Island heutzutage erfahren. 🙂
Dabei stellte sich heraus, dass diese Leute eine Stadt wie Reykjavík in der Nacht als gefährlich anschauen, während ich mich erst im Frankfurter Bahnhofsviertel unwohl fühlte, und es in Zürich ausser ein paar Nebenstrassen der Langstrasse wohl kaum einen Ort gibt, den ich meiden würde, weil er mir zu gefährlich wäre. Ich habe jedenfalls Reykjavík zu jeder Tages- und Nachtzeit als sehr sicher wahrgenommen.
Die eigene Wahrnehmung basierend auf der eigenen Erfahrung spielt hier wohl eine sehr grosse Rolle.

Nach dem Museum fuhr ich zum Leuchtturm von Akranes. Das sind nur ein paar Kilometer.
Bei meinem letzten Besuch im Frühling 2021 war auch dieser Leuchtturm wegen COVID geschlossen.
Heute war er offen und ich stieg die 72 Treppenstufen hinauf, um auf 22 Meter Höhe eine schöne Aussicht zu geniessen. Leider konnte man wegen des Dunstes in Süden nicht bis Reykjavík sehen.

Nun bin ich in Garður, 15 Minuten vom Flughafens Keflavík entfernt. Hier bleibe ich noch einen Tag und mache morgen einen Ausflug nach Reykjanes, bevor ich am Montag nach Hause fliege.

Stay tuned.

 

Island 2025: Vom Norden in den Westen

Island_flagDie heutige Etappe war mit 337 km wieder etwas länger, aber noch OK. Insgesamt war ich sieben Stunden unterwegs, wovon 5 Stunden reine Fahrzeit waren.

Ich weiss, dass andere von morgens um acht bis abends um acht unterwegs sind. So kommt man natürlich weiter und schafft es auch, in einer Woche die ganze Insel zu umrunden, wie viele stolz berichten.
In meinen Augen ist das Blödsinn, denn wieviel Zeit bleibt dabei für Stops und dem Erkunden von Orten ?
Weniger ist auch hier mehr. Aber jedem das Seine…
Ausserdem ist eines sehr wichtig: Ich bin alleine unterwegs. Ich habe niemanden bei mir, der mich bei Müdigkeit am Steuer ablösen kann. Das ist eine andere Ausgangslage, als wenn man zu zweit oder mehr ist.
Und dass man auf langen, zum Teil eintönigen Fahrten müde wird, habe ich heute wieder erlebt. Ich musste mindestens zwei Mal auf einem Rastplatz anhalten, mir die Beine vertreten und etwas essen, weil ich sonst in Gefahr gelaufen wäre, in Sekundenschlaf zu fallen!
Ich kenne das und weiss auch, was ich wie tun muss, um wieder munter zu werden.
Das liegt nicht an zu wenig Schlaf. Ich habe mit mindestens acht Stunden pro Nacht hier in Island genug Schlaf. Das hat viel mit Eintönigkeit zu tun. Auch deshalb fahre ich nie mehr als eine Stunde am Stück.
Das sagt mir auch, dass es ganz vernünftig ist, eher kürzere Etappen zu planen.
Ausserdem bin ich hier in den Ferien und nicht auf der Flucht! Da soll man auch mal auspannen, oder nicht? 😉

Heute habe ich per Zufall die letzte Hinrichtungsstätte in Island gefunden.
Eigentlich habe ich in erster Linie einen Rastplatz mit Toilette gesucht und gefunden.
Und dann stand daneben eine Informationstafel, auf der stand, dass hier (der Ort heisst Þrístapar – die drei Hügel) am 12. Januar 1830 ein junges Paar, das zwei Männer ermordet hatte, geköpft wurde.
Das waren die letzten Hinrichtungen in Island.
Die Exekutionen sollten eine maximale abschreckende Wirkung haben:
Der Vorsteher der Region (Amtmann, Gouverneur, …) liess das Richtbeil extra aus Dänemark importieren und ordnete an, dass alle Bewohner der Gegend, mindestens aber ein Vertreter pro Bauernhof den Hinrichtungen beiwohnen mussten.
So sahen rund 140 Bauern zu, als man den beiden den Kopf abschlug, zuerst dem Mann, dann der Frau. Die Körper wurden vor Ort begraben und die Köpfe pflanzte man auf Pfähle.
Die beiden Deliquenten waren noch nicht einmal 20 Jahre alt, als man sie hinrichtete.
1939 fand man bei einer Ausgrabung nach Hinweisen durch ein sogenanntes Medium die Särge mit den Skeletten und den Köpfen, und bestattete sie in einem Friedhof.
Vor Ort kann man entlang eines Weges bis zum Richtplatz gehen, wo ein symbolischer Richtblock mit Beil aufgebaut ist. Auch die beiden Pfähle für die Köpfe sind da. Entlang des Weges gibt es Tafeln, auf denen die ganze Geschichte in isländisch und englisch erzählt wird.

Ganz nebenbei war gleich neben dem Richtplatz eine Weide, auf dem sich mehrere Stuten mit ihren Fohlen befanden. Die meisten Besucher bekundeten am Ende mehr Interesse an den Pferden als am Richtplatz. 😉

Noch ein Wort zum Wetter:
Am Morgen war der Himmer in Laugar komplett bedeckt. Eine schwere Wolkendecke hing über dem Tal und es wehte ein leichter, kühler Wind.
Aber keine 70 km (eine Dreiviertelstunde Fahrt) weiter schien in Akureyri die Sonne, und der Himmel war wolkenlos. Ich konnte in der Fussgängerzone in Akureyri meinen HotDog unter freiem Himmel im TShirt geniessen.
Und so blieb das Wetter bis heute Abend hier in Westisland.

Nun bin ich in Bifröst angekommen, einige Kilometer nordöstlich von Borgarnes entfernt im Westen Islands.
Morgen fahre ich auf meiner letzten Etappe nach Garður auf der Halbinsel Reykjanes, wo ich für zwei Nächte in der Nähe des Flughafens Quartier beziehen werde, bevor ich am Montag nach Hause fliege.

Stay tuned.

Island 2025: Weiter geht’s in den Norden

Island_flagHeute bin tatsächlich im Schnee gestanden. 😉

In der Nacht hat’s im Osten offenbar geregnet. Als ich heute morgen aufgestanden bin, war immer noch alles nass. Aber der Himmel war bloss noch bewölkt. Wasser kam keines mehr runter. Normales, isländisches Durchschnittswetter also. 😉

Meine Fahrt nach Laugar westlich des Mývatn verlief problemlos. Die Strasse war trocken.
Unterwegs fiel mir auf, dass realtiv viele Autos und Wohnmobile mit europäischen Kennzeichen unterwegs waren.
Eine solche Häufung ist ungewöhnlich, da Island ja eine Insel ist, die man nur mit dem Flugzeug oder der Fähre erreicht. Deshalb mieten die meisten Touristen so wie ich am Flughafen ein Auto, das notabene ein isländisches Kennzeichen hat.
Da fiel mir ein, dass mir mal jemand gesagt hat, dass immer am Donnerstag die Fähre aus Dänemark in Seyðisfjörður anlegt. Das ist offenbar heute morgen der Fall gewesen, und ein Rudel an neuen Touristen, die mit ihren eigenen Autos gekommen sind, ist auf die isländischen Strassen losgelassen worden: Deutsche, Österreicher, Dänen, Franzosen und Spanier habe ich auf der Strasse vor mir gehabt.

Wenn man aus Egilsstaðir in Richtung Nordwesten fährt, kommt man zwangsläufig in etwas höher gelegene Gefilde. Und dort lag heute noch etwas Schnee neben der Strasse. Es war zwar realtiv warm mit 12 Grad Celsius im Windschatten, aber der Wind sorgte dafür, dass der Schnee schön kühl blieb. 😉

Mit fortlaufender Fahrt änderte sich auch das Wetter. Die Sonne drang durch die Wolken und es war relativ warm (wenn man denn im Windschatten stand…).

Wie schnell das ändern konnte, erlebte ich auf dem Lavafeld der Krafla.
Als ich vom Parkplatz losging, schien die Sonne und es wehte ein anständiger Wind.
Zweiteres war wichtig, denn ich war bereits im Einzugsgebiet des Mývatn, dem „Mückensee“.
Dort wimmelt es im Sommer von kleinen Fliegen (Mücken im eigentlichen Sinne gibt es in Island nicht), die gerne in jede Körperöffnung kriechen. Angeblich sollen im Sommer dunkle Wolken von Fliegen über dem See schweben, und man kann sich nur mit Mückennetz draussen aufhalten.
Bei starkem Wind hat man Ruhe von den Viechern. So gelangte ich unbehelligt über das relativ junge (20 Jahre) Lavafeld zu einer heissen Quelle, wo ich ein paar Bilder schoss. Bei der Gelegenheit ging ich auch über ein paar Schneefelder.
Beim Rückmarsch war da plötzlich kein Wind mehr, und ich hatte einen Fliegenschwarm um mich herum, einige der Biester sogar im Mund und in den Ohren. Zum Glück trug ich trotz der Wolken eine Sonnenbrille. Diese schützte wenistens meine Augen; zuerst vor dem Wind und nun vor den Fliegen.
Gleichzeitig begann es zu regnen. Der Regen war nicht stark, und ohne die Fliegen hätte mich dieser Wetterumschwung kaum gestört.

So ging das die ganze Zeit und bei jedem Halt rund um den Mývatn. Je näher ich zum See kam, desto eher zog ich mir ein Mückennetz über den Kopf.
Als ich dann weiterfuhr nach Laugar (keine 15 Minuten Fahrt), hörte dort der Regen auf, und während ich das hier um halb zehn Uhr abends schreibe, scheint draussen die Sonne. 🙂

Morgen fahre ich weiter durch den Norden nach Westisland.

Stay tuned.

Island 2025: Wetterwechsel in Ostisland

Island_flagHeute war ich wie geplant zuerst beim Stuðlagil Canyon, und danach fuhr ich noch nach Seyðisfjörður.

Während am Morgen hier noch die Sonne schien (die mich schon um 05:30 geweckt hatte), nahm die Bevölkung immer mehr zu und gegen Mittag war der Himmel komplett bedeckt. Beim Stuðlagil wehte zudem eine steife Brise.
Alles eigentlich Vorboten von Regen. Und dank dem starken Wind kommt solches Wetter nicht nur, es geht in der Regel auch bald wieder. 😉
Allerdings blieb es vorläufig trocken, und als ich nach dem Mittag zurück in Egilsstaðir war, schien das Wetter stabil zu bleiben.

Aber als ich über den Pass Fjarðarheiði nach Seyðisfjörður fuhr, wehte ein anderer Wind: um die 70 km/h. Auf dem Pass (Passhöhe ist 620 müM) hatte ich echt Mühe, meine Autotür aufzudrücken, um aussteigen zu können. Die Lufttemperatur lag bei 3 Grad Celsius und der Stausee auf der Passhöhe war zu gut 70% zugefroren. Ausserdem lagen hier noch überall recht grosse Schneefelder.

Unten in Seyðisfjörður war es zwar wieder etwas wärmer, aber der Wind wurde immer stärker und die Wolken immer dunkler. Gegen 15:00 setzte der Regen ein.

Im Hafen von Seyðisfjörður lag mal wieder ein Kreuzfahrtschiff. Dieses Mal war es die AIDAsol mit etwas über 2’000 Passagieren.
Das Schiff kam auf direktem Weg von Hamburg und die Passagiere hatten nach 2 Tagen auf See den ersten Landgang.
Man muss sich das Verhältnis vor Augen führen: in einem kleinen Fischerdorf mit ca 670 Einwohnern fällt eine Horde von über 2’000 Kreuzfahrtpassagiere ein. Es gab keinen Platz in einem Café oder Restaurant mehr und die Leute waren buchstäblich überall…

Ich verstehe sehr gut, dass die Bewohner solcher Orte keine Freude an diesem Massentourismus haben. Die Touristen verhalten sich oft recht rücksichtslos, und man kriegt in solchen Situationen echt das Gefühl eines Heuschreckenschwarms. Einfallen, alles fressen und wieder verschwinden…. 😉
Zudem beklagen sich die Geschäftsleute, dass Kreuzfahrttouristen kaum etwas konsumieren, wenn sie an Land gehen.
Warum sollten sie auch? An Bord haben sie alles, und das meiste ist im Preis der Kreuzfahrt schon inbegriffen.
Diese Orte profitieren also kaum von den Kreuzfahrtschiffen. Das tun bloss die Firmen, die Ausflüge anbieten.
Und das ist dann das nächste Ärgernis, wenn sich Bus an Bus über die Passtrasse quält und alle anderen Autofahrer dürfen hinten anstehen. Ausserdem blockieren diese Busse oft die kleinen Parkplätze an den Sehenswürdigkeiten, so dass Pws kaum noch Platz haben.

Heute schien es, dass das Wetter viele der Leute rasch wieder zurück an Bord trieb. Wer will schon im Juni Wetter wie im Spätherbst? 😉
Und diejenigen, die im Ort blieben, füllten die Cafés bis auf den letzten Platz. Ich habe nirgends einen Kaffee gekriegt. No Chance. 😦

Bei der Rückfahrt habe ich den alten Spruch „Wenn Dir in Island das Wetter nicht gefällt, warte eine Viertelstunde oder fahr 10 km“ erlebt.
Ich bin nach Egilsstaðir zurückgefahren. Auf dem Pass Fjarðarheiði herrschten winterliche Verhältnisse: 2 Grad Celsius, starker Wind (ca 70 km/h) und Graupelschauer. Wenn das dort oben noch etwas länger angehalten hat, hat sich bestimmt Schnee festgesetzt.
Einen Teil des Weges hingen die Wolken so tief, dass es zu einer Fahrt durch dicken Nebel wurde.
Aber sobald ich auf der anderen Seite talwärts fuhr, nahm der Wind ab, es wurde wärmer (und heller) und der Regen war schliesslich noch ganz feiner Wasserstaub, fast wie Nebel.
Und so blieb es, bis ich nach einem kurzen Halt (um zu tanken und einen Kaffee zu trinken) wieder hier im Hotel ankam.

Hier weht immer noch ein anständiger Wind. Aber es hat insgesamt aufgehellt und das Wetter scheint stabil zu sein.

Morgen geht’s dann weiter in den Norden und wieder Richtung Westen. Ich werde durch das Gebiet des Mývatn fahren. Dort gibt’s neben dem See (um den herum es zu dieser Jahreszeit nur so von Mücken wimmelt) noch einige sehr schöne Dinge zu sehen (zB das Kratergebiet der Krafla, das Geothermalgebiet Hvrerir, das Lavafeld Dimmuborgir, etc.).
Ich hoffe auf einigermassen trockenes Wetter, damit ich ein paar gute Bilder schiessen kann.

Stay tuned.