Normandie 2026: Halbzeit und Abschluss Phase 1

Heute ist die Mitte meiner Normandiereise, der achte von insgesamt fünfzehn Tagen. Und heute habe ich auch meine Besuche der Schauplätze der Invasion vom 6. Juni 1944 abgeschlossen.
Ausserdem musste ich auch noch einen persönlichen Verlust hinnehmen… 😉

Vorab gleich zum erwähnten Verlust:
Als ich gestern Abend zu Bett gehen wollte, fand ich mein Pyjama nicht mehr. Es war weg.
Ich hatte es am Morgen wie zu Hause unter die Bettdecke gelegt, als ich mein Bett gemacht hatte (Das Hotel wechselt nur alle 3 Tage die Wäsche. Weiteren Zimmerservice auf Verlangen.). Aber da war es nicht mehr. Zum Glück hatte ich noch ein zweites Pyjama dabei. 🙂
Der Roomservice hatte inzwischen mein Zimmer gereinigt und das Bett frisch bezogen. Offenbar hatten die dabei mein Pyjama gleich zusammen mit der alten Bettwäsche weggeräumt und in die Wäscherei geschickt. Jedenfalls war heute Morgen, als ich mich beschwerte, der Lastwagen mit der schmutzigen Wäsche schon weg! Niemand weiss, wo mein Pyjama steckt….
So etwas habe ich nun wirklich noch nie erlebt, und wenn ein neues Pyjama gratis wäre, könnte ich darüber lachen. Aber ein neues Calida-Pyjama kostet mind Fr. 50.–. Nicht die Welt, aber trotzdem bin ich nicht bereit, dafür zu bezahlen.
Aber vom Hotel kam nichts mehr. Die haben mit den Zimmermädchen gesprochen, welche offenbar nicht zur geistigen Elite der Stadt gehören. Die Zimmermädchen wussten von nichts und haben kein Pyjama gesehen. Damit war der Fall erledigt.
Ich überlege mir, im Internet zwei, drei üble Bewertungen zu hinterlassen (Google, booking, etc) und ausserdem der Konzernleitung der Kette „Campanile“ ein eMail schicken. Das schreckt Manager in der Regel auf und wer weiss, vielleicht kriege ich doch noch eine gewisse Erstattung.
Eigentlich schade, denn ich fand das Hotel ganz gut.

Das Wetter war wieder einmal super. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel mit Schleierwolken und nur ganz wenig Wind.

Also bin ich ganz ans Ostende des Invationsabschnittes Sword Beach nach Merville-Franceville-Plage gefahren. Dort steht die Batterie de Merville, eine verbunkerte Küstenartillerieanlage der Deutschen, von der aus der ganze Sword Beach hätte beschossen werden können.
Die Batterie (4 100mm Haubhitzen der Marke Skoda) musste also ausgeschaltet werden, bevor die Landung am Morgen des 6. Juni 1944 begann. Sonst wären die anlandenden Briten samt und sonders zusammengeschossen worden, bevor sie überhaupt den Strand erreicht hätten.
Die Aufgabe, die Batterie rechtzeitig zu zerstören, kam dem 9. (Eastern and Home Counties) Fallschirmjäger-Battalion der 3. Britischen Fallschirmjägerbrigade zu.
Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 stieg Lieutenant Colonel Terence Otway mit 700 Mann in die Flugzeuge, um über Merville-Franceville-Plage abzuspringen und die Batterie auszuschalten.
Nach der Landung hatte Otway aber nur noch 150 Mann. Ausserdem fehlte der grösste Teil von Material, Waffen und Munition.
Das Bataillon war in der Luft weit auseinader getrieben worden. Viele Fallschirmjäger fielen, noch bevor sie den Boden erreichten, viele bleiben verletzt liegen oder ertranken in den von den Deutschen gefluteten Felder, andere wurden gefangengenommen und andere wiederum verirrten sich schlicht.
Für Oberstleutnant Otway gab es nur eine Wahl: Die Batterie mit dem, was er hatte, anzugreifen. Er wusste, wenn er die Batterie nicht ausschalten würde, würden Tausende von Britischen Soldaten bei der Landung im Granatenhagel am Strand umkommen.
Er griff mit seinen Leuten an und es gelang ihnen, die vier Haubhitzen unschädlich zu machen.
Nach dem Angriff waren noch 65 Mann des Bataillons am Leben! Weniger als 10 Prozent.

Die zweite Schlüsselstelle für die Landung an Sword Beach war die Brücke von Bénouville. Sie war die Verbindung über den Canal de Caen à la Mér. Wenn die Allierten diese Brücke kontrollierten, konnten die Deutschen weder Nachschub noch Verstärkung heranführen.
Diese Schlüsselstelle eroberten Truppen der 2. Battalions des Oxfordshire und Buckinghamshire Leichten Infanterieregiments unter Führung von Major John Howard, indem sie mit Lastenseglern bei Nacht so nahe wie möglich an der Brücke landeten und die Brücke (eigentlich waren es 2 Brücken) angriffen. Sie nahmen die Brücken ein und verteidigten sie gegen die Deutschen, bis die ersten Britischen Truppen der 1st Special Service Brigade eintrafen, die am Sword Beach gelandet waren.
Die Brücke von Bénouville wurde später in Pegasusbrücke umbenannt, nach dem geflügelten Pferd auf den Schulterstücken der Einheiten, die die Brücke eingenommen hatten.

Unterwegs entdeckte ich zufällig noch einen Soldatenfriedhof der Kanadier. Das Gelände wurde den Kanadiern von den Gemeinden aus der Umgebung zum Dank für die Befeeiung geschenkt.
Dieser Soldatenfriedhof war nicht so gross wie die der Amerikaner und Briten, die ich schon besucht hatte. Aber er war sehr gepflegt, und auch hier hatte man für jeden Gefallenen einen Grabstein mit individueller Inschrift gesetzt.

Damit habe ich meine Erkundung der Örtlichkeiten rund um die Grschehnisse des 6. Juni 1944 abgeschlossen. Man könnte, wenn man alle Monumente und Drnkmäler besuchen wollte, noch Tage hier verbringen…

Aber ich fahre morgen weiter nach Pontorson. Das liegt nur wenige Kilometer südlich von Mont St. Michel, der berühmten Stadt auf der Insel im Wattenmeer.
Das wird meine Basis für weitere Ausflüge. Ich werde 4 Nächte im Best Western Hôtel Montgomery bleiben, bevor ich dann wieder Richtung Heimat fahren werde.

Stay tuned.

Normandie 2026: Ein Tag ohne Geschichte

Heute habe ich den Zoo de Jurque besucht.

Ich wollte heute ‚mal etwas anderes machen, als historische Orte abzuklappern.
Den Zoo habe ich per Zufall bei Browsen auf Google Maps gefunden. Da ich überall, wo ich hingehe, nach Möglichkeit einen Zoobesuch einschalte, kam mir dies ganz gelegen.

Das Wetter war bewölkt, schien aber stabil zu sein.
Bis nach dem Mittag war der Himmel wolkenverhangen, die Temperaturen sehr angenehm.
Nach dem Mittag frischte der Wind auf und die Wolken verschwanden. Wie gestern war es nun sonnig, aber mit einem starken Wind.

Der Zoo de Jurque liegt ca 30 km, resp 40 Autominuten südlich von Bayeux, in der Nähe der Gemeinde Jurques.
Er ist recht gross. Man kann ihn auf zwei verschiedenen Routen erkunden: eine, die ca eine Stunde dauert und eine zweite, die mit eineinhalb Stunden etwas länger ist. Man braucht also mindestens zweieinhalb Stunden, wenn man den ganzen Zoo sehen will.
Im Zoo de Jurque kriegt man sehr viele verschiedene Tierarten zu sehen, die zum Teil in grossen, sehr weitläufigen Gehegen gehalten werden.
Besonders bei den Grosskatzen gibt es einiges zu sehen. Ich habe noch keinen Zoo besuchte, der Amurttiger, weisse Bengaltiger, afrikanische Löwen, weisse Löwen, Geparden, Pumas, Servals und Schneeleoparden gleichzeitig gehalten hat.
Weiter gibt es begehbare Volieren und zum Teil werden mehrere Tierarten zusammengehalten. Das ganze ist in einem offenen Wald angelegt, so dass man auch im Sommer immer etwas Schatten hat.
Mit einem kleinen Mittagessen zwischen den beiden Routen habe ich mehrere Stunden dort verbracht und über 500 Aufnahmen gemacht. Letzteres wird dann Zuhause in ziemliche Arbeit ausarten, wenn ich die Bilder sortieren, auswählen und bearbeiten muss. 😉

Von Jurques bin ich zurück in mein Hotel gefahren, habe den Wagen abgestellt und bin mit dem Fotoapparte zu Fuss ins Stadtzentrum von Bayeux gegangen.
Mein erstes Ziel war natürlich die Kathedrale von Bayeux, deren Geschichte bis ins 10. Jahrhundert zurückgeht. Die Kathedrale ist vorallem von aussen ein beeindruckender Bau, den man wegen seiner Grösse von weitem sieht: Das Hauptschiff ist 23 Meter hoch, die beiden Türme 70 Meter und der Vierungsturm in der Mitte ca 95 Meter. Die Fassade ist gotisch gehalten, aber man sieht überall auch Teile aus verschiedenen anderen Epochen.
Ich hatte den Eindruck, dass die Kathedrale von aussen grösser wirkt als von innen.

Ich bin dann noch ein bisschen durch die engen Gassen des Stadtzentrums gestreift. Dort sieht man einige, offensichtlich sehr alte Fachwerkbauten. Wahrscheinlich ist es dem Umstand zu verdanken, dass Bayeux im 2. Weltkrieg nie angegriffen worden ist, dass diese Gebäude heute noch stehen.
Die Stadt war voller Touristen, besonders natürlich rund um die Kathedrale herum. Aber das hat mich eigentlich gar nicht gestört. Bin ja schliesslich auch einer. 😉

Gestört hat mich vielmehr, dass die Stadt es offenbar nicht geschafft hat, im Zentrum mit seinen engen Gassen eine autofreie Zone einzurichten. Dabei spreche ich nicht von den Einheimischen, die hier wohnen und mit ihren Autos hineinfahren können müssen. Denen könnte man Sonderbewilligungen ausstellen.
Ich meine die Touristen, Franzosen und Ausländer, die mit ihren Autos durch die Gässchen irren. Weshalb muss ein Engländer mit einem aufgemotzten Porsche-Geländewagen über den Domplatz fahren?
In der Stadt hat es zudem chronisch zu wenig Pakrplätze, was das Herumfahren auf der Suche nach einem Parkplatz noch vertärkt. Ich war auf jeden Fall sehr froh darüber, dass mir ein Hotelangestellter geraten hat, zu Fuss in die Stadt zu gehen und mir gleich auch noch den kürzesten Weg gezeigt hat.

Fazit: Bayeux ist ein schönes, altes, normannisches Städtchen, dem es gut tun würde, wenn ein paar Autos weniger durch das Stadtzentrum zirkulieren würden. 😉

Ich weiss nich nicht, was ich morgen machen werde. Tendenziell wird es noch einmal die Küste sein, oder vielleicht ein anderer Zoo. Oder, am wahrscheinlichsten, beides…
Mal schauen. 🙂

Stay tuned.

Normandie 2026: Juno & Sword Beach

Als ich heute aufgestanden bin, hat’s geregnet.

Deshalb habe ich meine Pläne geändert und wollte zuerst in Bayeux bleiben und das Stadtzentrum zu Fuss erkunden. An der Küste macht es mit Regen nicht so viel Spass…

Allerdings habe ich erfahren müssen, dass das Teppichmuseum in Bayeux mit dem berühmten Teppich aus dem 11. Jahrhundert geschlossen ist. Das Museum wird renoviert und erweitert und der Teppich wird bald zur Restauration nach England geschickt. Das Museum wird erst nächstes Jahr wieder geöffnet.
Damit war ein Teil meines Schlechtwetterprogramms weggefallen und ich besuchte stattdessen das Musée Mémorial de la Bataille de Normandie sowie den danebenliegenden Britischen Soldatenfriedhof, die weniger als einen Kilometer von meinem Hotel entfernt liegen.
In letzterem liegen über 5’000 Soldaten des Commonwealth begraben, die in der Normandie gefallen waren.
Der Britische Soldatenfriedhof unterscheidet sich vom Amerikanischen, den ich gestern besucht habe, insbesondere dadurch, dass bei den Briten keine Kreuze stehen, sondern individuelle Grabsteine, von denen jeder das Emblem des Verbandes trägt, bei dem der Gefallene eingeteilt war. Ausserdem trägt jeder Grabstein einen eigenen Grabspruch.

Bayeux hatte übrigens damals bei der Befreiung und den ganzen Kampfhandlungen in der Normandie keinen einzigen Kratzer erhalten. Das ist wortwörtlich zu verstehen: kein Beschuss, keine Bombardierungen, keine Beschädigungen, keine Verletzten, keine Vermissten und keine Gefallenen. Dadurch ist die Altstadt und besonders die Kathedrale unversehrt durch den Krieg gekommen.
Die Stadt galt als erste befreite Stadt der Normandie und wurde in der Folge von den Briten als Drehscheibe für Nachschub und Verwundetenversorgung genutzt.

Nach dem Besuch des Museums klarte das Wetter auf, vorallem dank des starken Windes, der heute den ganzen Tag in der Normandie wehte. Es wurde dadurch merklich kühler (der erste Tag für mich, an dem ich nicht nur im TShirt unterwegs war), dafür schien die Sonne und am Nachmittag war der Himmel an der Küste praktisch wolkenlos.

Also entschied ich mich kurz vor Mittag, doch noch die Landungsabschnitte Juno Beach und Sword Beach zu besuchen.
In Courseulles-sur-Mer steht das Juno Beach Center, das 2003 auf Betreiben von kanadischen Veteranen eingerichtet wurde und die Rolle Kanadas und dessen Streitkräfte im 2. Weltkrieg beschreibt.
Das Zentrum liegt direkt am Juno Beach. Nach ein paar Schritten steht man an dem kilometerlangen Sandstrand, an dem vor 82 Jahren 14’000 kanadische Soldaten gelandet waren.
Der Wind war hier an der Küste im Übrigen so heftig, dass ich mein Basecap auszog, damit es nicht plötzlich weggeblasen wurde. Der Sand, der durch den Wind aufgewirbelt wurde, brannte spürbar im Gesicht. Aber eben: Ohne den Wind hätte es wohl geregnet.

Ich fuhr weiter nach Osten, bis ich in Colleville-Montgomery an den Sword Beach gelangte .
Hier landete am 6. Juni 1944 unter anderem die schottische 1st Special Brigade, deren Kommandant Lord Lovat ein echter schottischer Clanschief war. Er befahl seinem persönlichen Bagpiper namens Bill Millin, die Landung seiner Leute auf dem Dudelsack zu begleiten, wie es bei den Schotten seit Jahrhunderten im Krieg üblich ist.
Bill Millin tat, was ihm befohlen wurde, und wurde so zu einer Kriegslegende. Er selbst meinte später, dass er wohl nur deshalb nicht von den Deutschen erschossen worden war, weil die ihn für verrückt gehalten hätten.
Am Strand von Colleville-Montgomery steht heute eine überlebensgrosse Statue dieses Dudelsackspielers, die von der lokalen Bevölkerung errichtet worden war.
Ich erinnere mich an die entsprechende Szene im Film „Der längste Tag“. Damals fand ich es amüsant und dachte, da hätte Hollywood mal wieder einen schottischen Stereotyp bemüht. Heute habe ich gelernt, dass die Geschichte wahr ist.

Aprops „wahr„: Ich habe bei den Amerikanern am Utah Beach die Skizze gesehen, die Leutnant Richard „Dick“ Winters nach der Landung der Fallschirmjäger der 101st Airborn Division in der Normandie von einer deutschen Artilleriestellung gezeichnet hatte. An diese Szene und wie Winters die Stellung ausschaltete (wofür er auch ausgezeichnet worden war), erinnere ich mich bei der Serie „Band of Brothers„. Wobei hinläglich bekannt ist, dass dies Serie auf wahren Begebenheiten basiert und die darin dargestellten Figuren tatsächlich gelebt hatten.
Auf dem Amerikanische Soldatenfriedhof, den ich gestern besuchte hatte, fand ich die Portraits von 4 Brüdern, von denen drei im 2. Weltkrieg fielen und einer nach Hause geschickt wurde. Das ist die Hintergrundgeschichte, auf der der Film „Saving Private Ryan“ basiert.

Der Wind war übrigens am Strand von Cor noch einen Zacken schärfer. Ohne Sonnebrille hätte ich die Augen nicht offen halten können und die Autotüre musste beim Öffnen gut festgehalten werden, damit sie einem nicht aus der Hand gerissen wurde.

Wenn der Wetterbericht stimmt, dann wird morgen das gleiche Wetter herrschen wie heute: Sonnig, blauer Himmel, aber ziemlich windig.
Ich denke, ich werde morgen etwas mehr in Landesinnere fahren, in der Hoffnung, dass der Wind dort etwas an Kraft verliert. Ich habe da auf der Karte etwas gefunden, das ich mir ansehen will.

Stay tuned.

Normandie 2026: Omaha & Gold Beach

Heute bin ich weiter von Westen nach Osten entlang der Landezonen der Alliierten von 1944 gefahren. Konkret war ich in den Abschnitten Omaha und Gold.

Omaha Beach war neben Utah Beach der zweite Landungsabschnitt der Amerikaner, während Gold Beach (zusammn mit Sword Beach) von den Briten angegriffen wurde. Juno Beach, der Abschnitt zwischen den beiden britischen Abschnitten, wurde von den Kanadiern angegriffen.

Begonnen habe ich am Morgen mit dem Besuch der Pointe du Hoc, einer Felsnase der normannischen Steilküste (Calvadosküste) ca 6.5km westlich von Omaha Beach.
Die Deutschen hatten die Pointe du Hoc sehr stark befestiget und mit schwerer Artillierie (sechs 15.5-cm-Kanonen) bestückt. Damit nahmen sie sowohl die sich nähernden Schiffe der Invasionsflotte als auch die anlandenden Truppe massiv aus grosser Distanz unter Feuer.
Dem 2nd Rangerbattailon, einer Elitetruppe der Amerikaner, gelang es in verlustreichen Kämpfen, die Stellungen auf der Pointe du Hoc auszuschalten.

Danach bin ich weiter zum Amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer (Cimetière Américain de Normandie de Colleville-sur-Mer).
Dabei handelt es sich um eine der bedeutentsten Gedenkstätten in der Normandie. Der Friedhof wurde von der American Battle Monuments Commission angelegt und wird von ihr unterhalten.
Hier liegen 9’000 amerikanische Soldaten begraben. Diese Soldaten waren ursprünglich auf verschiedenen temporären Soldatenfriedhöfen begraben worden. Ihre Angehörigen konnten dann entscheiden, ob die sterblichen Überreste in Colleville-sur-Mer begraben oder nach Hause in die USA gebracht werden sollten.
Das bekannteste Kriegsopfer, das in Colleville-sur-Mer begraben liegt, ist Brigadier Theodore Roosevelt jr.
Der älteste Sohn des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt war stellvertretender Kommandant der 4th Infantry Division (The Poison Ivy) und der einzige General, der mit der ersten Welle an Land ging. Mit 56 Jahren war er zudem der älteste Soldat, der dabei war. Er hatte Arthritis und ging deshalb an einem Stock, und er war herzkrank. Aber er setzte sich bei seinem Kommandanten durch und ging mit seinen Männern an Land.
Er schaffte die Landung unbeschadet, starb aber einen Monat später an einem Herzinfarkt.
Nun liegt er in Colleville-sur-Mer neben seinem Bruder begraben, der bereits im ersten Weltkrieg gefallen war.
Dies ist insofern bemerkenswert, als dass alle Offiziere der US Streitkräfte das Recht haben, auf dem Nationalfriedhof Arlington bei Washington D.C. begraben zu werden, und auch dass die Familie Roosevelt (der damals amtierende Präsident Franklin Delano Roosevelt war ein Cousin) die sterblichen Überreste nicht nach Hause holte.

Nach einem Besuch des „Overlord Museum“ fuhr ich weiter der Küste entlang in den britischen Sektor „Gold Beach„.
In Arromanches-les-Bains machte ich Halt, um etwas zu Mittag zu essen und das Musée du Débarquement zu besuchen.
Hier bauten die Engländer nach der Landung und Eroberung des Dorfes einen von zwei grossen künstlichen Häfen, um Nachschub an Truppen, Material, Waffen und Munition an Land bringen zu können. Admiral Lord Mountbatten meinte dazu: „Wir haben keine Häfen dort (weil sie zu stark von den Deutschen verteidigt waren). Also bringen wir sie mit.
Im Museum, das mitten im Dorf liegt, wird diese Operation schrittweise detailliert und anschaulich beschrieben.
Am Strand und vor der Küste sieht man immer noch Reste dieses künstlichen Hafens, der wieder abgebaut wurde, sobald man ihn nicht mehr brauchte. Der Stahl, der für den Bau gebraucht worden war, brauchte man nun für andere kriegswichtige Güter.

Meine letzte Station heute war das Britisch Normandy Monument in Ver-sur-Mer.
In dieser gross angelegten Anlage wird der Britischen Soldaten und derer des Commonwealth gedacht, die ihr Leben in der Normandie verloren.
Am nördlichen Ende des Monuments, zur Küste hin steht eine grosse Installation mit hunderten lebensgrossen Schattenrissen aus Metall von verschiedenen Soldaten. Dieses Installation heisst „Standing with Giants“ und wurde vor 3 Tagen beim Monument offiziell eingeweiht.

Morgen werde ich mich hier in Bayeux in der Stadt umsehen. Die Stadt soll geschichtlich einiges zu bieten haben. Das wohl bekannteste dürfte der Teppich von Bayeux sein, einer Stickarbeit aus dem 11.Jahrhundert, die zum UNSECO Weltkulturerbe gehört. Ausserdem will ich mir die Kathedrale anschauen. Die sieht schon aus der Ferne sehr eindrücklich aus.
Was ich danach mache, weiss ich noch nicht. Entweder Juno Beach und Sword Beach (mit der Pegasusbrücke) oder einen Abstecher in Land. Wir werden sehen.

Stay tuned.

Dresden 2025: Neujahrstag

Dresden war heute morgen sehr ruhig.
Nicht nur verglichen mit der gesterigen Knallerei, und auch nicht nur, weil heute ein Feiertag ist. Wohl auch, weil die Leute nach der Sylvesterfete heute ausgeschlafen hatten.
Auf jeden Fall sassen um 11:00, als ich das Hotel verliess, immer noch viele beim Frühstück. 🙂

In Dresden war es heute den ganzen Tag trüb, aber trocken. Dazu wehte ein ziemlich bissiger Wind.

Dass alle Läden und viele Restaurants heute geschlossen waren, ist klar. Aber auch fast alle Museen waren heute geschlossen, und die Strassenbahnen fuhren in einer deutlich tieferen Frequenz.
Am Morgen waren die Strassen in der Stadt ziemlich leer. Auch weil die Weihnachtsmärkte auch geschlossen waren. Ab Mittag änderte sich das dann vor allem in der Altstadt und die Strassen und Gassen füllten sich.

Nach einem Spaziergang vom Bahnhof bis in die Altstadt und einigen Stationen dort (Frauenkirche, Fürstenzug und Sächsisches Ständehaus) besuchte ich das Residenzschloss, eines der wenigern geöffneten Museen.
Angesichts der kalten Witterung kann man sich vorstellen, dass ich nicht der Einzige war, der auf diese Idee kam. Aber das Residenzschloss ist gross genug, um auch diese Besuchermenge zu schlucken.

Das Residenzschloss Dresden ist die ehemalige Hauptresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen in der Altstadt von Dresden.
Die Vierflügelanlage wurde 1548 durch Kurfürst Moritz im Renaissancestil begonnen und 1901 durch König Albert im Neurenaissancestil vollendet.
Nach der Zerstörung 1945 durch die allierte Bombardierung wurde das Residenzschloss seit 1986 für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wiederaufgebaut und ist inzwischen eines der meistbesuchten Museen der Stadt.
Hervorzuheben sind das Grüne Gewölbe, das Kupferstich-Kabinett, das Münzkabinett, die Rüstkammer und die Paraderäume Augusts des Starken. (Quelle: Wikipedia)
Ich habe mich gefragt, wie alle die Schätze gerettet werden konnten, die dort ausgestellt sind. Immerhin brannte das Residenzschloss bei den Bombenangriffen im Februar 1945 genauso wie die Frauenkirche, die Semperoper und der Zwinger bis auf die Grundmauern nieder.
Dass diese Gebäude wiederaufgebaut worden sind, weiss man. Schliesslich dauerte der Wiederaufbau der Frauenkirche bis ins 21. Jahrhundert.
Aber wenn die Sammlungen damals darin gewesen wären, würde man heute nichts mehr ausstellen können.
Ich bin der Sache nicht auf den Grund gegangen, aber die Ausstellungsstücke von heute müssen damals an einem völlig anderen Ort gelagert worden sein.

Das Mittagessen habe ich wiederum im Café des Sophienkeller im Taschenbergpalais eingenommen.
Ich liebe die sächsische Kartoffelsuppe mit Wurstscheiben. Sie schmeckt ausgezeichnet, und eine kleine Portion davon ist gerade richtig für ein kleines, aber sättigendes Mittagessen.
Da die Bäckerei Schwerdtner heute geschlossen war, hatte es dann leider am Nachmittag keinen Christstollen mehr zum Kaffee gegeben.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich wieder in meinem warmen Zimmer mit der Auswertung und erster Bearbeitung der heutigen Bilder sowie mit Lesen.

Morgen soll es schneien. Je nach Wetterbericht am Nachmittag oder erst am Abend.
Da ein Flug morgen erst um 19:20 geht, werde ich mein Gepäck im Hotel einstellen und noch einmal in die Stadt gehen (im Verkehrsmuseum war ich auch noch nicht), bis ich gegen Abend den Zug zum Flughafen nehmen muss.

Stay tuned.

Kulturpalast Dresden

Dresden 2025: Sylvester

Am letzten Tag des Jahres hat es in Dresden am Morgen geschneit. Alles war weiss. Allerdings änderte sich der Niederschlag gegen Mittag, als es etwas wärmer wurde, in Schneeregen und am Abend regnete es nur noch. Der Schnee war am Nachmittag grösstenteils wieder aweggewaschen.

Wegen dem trüben Wetter habe ich mich enschlossen, das Deutsche Hygiene-Museum zu besuchen. Ich kannte dieses Museum von meinem ersten Besuch in Dresden 2002 bereits.
Es liegt gegenüber dem Grossen Garten, in dem heute natürlich auch nicht sehr viel los war. 😉
Und das Museum ist vom Bahnhof mit der Strassenbahn nach nur zwei Haltestellen bequem zu erreichen.
Man sieht dem Bau an, dass er aus DDR Zeiten stammt.
Ein grosser, klobiger, aber protzender Betonbau von aussen, und innen grosse, hohe Säle, wie ich sie auch in Prag und Budapest kurz nach der Wende in öffentlichen Gebäuden gesehen.

Im Deutschen Hygiene-Museum gibt es zwei Ausstellungen:
Die Dauerausstellung zum Thema menschlicher Körper, das menschliche Leben, die Gesundheit und die Krankheiten des Menschen. Darin werden zum Teil ältere Modelle von Körpern, Körperteilen und Krankheiten ausgestellt, und die Geschichte der Medizin, sowie die Geschichte der Gesundheitserhaltung (Sex, Ernährung, Fitness) und Heilung von Krankheiten gezeigt.
Die zweite Ausstellung ist eine befristete Sonderausstellung zum Thema „Freiheit“, wobei der Schwerpunkt hier auf der politischen Entwicklung im Ostblock nach dem 2. Weltkrieg (hauptsächlich Tschechoslowakei und Polen) liegt.
Dort habe ich mindestens eine Stunde mit einem der Museumsangestellten über Politik diskutiert. Dabei musste ich aufpassen, nicht zu sehr „westlich“ zu argumentieren.
Der Mann in meinem Alter war gebürtiger Dresdener, ex DDR, heute AfD und Russenfreund. Da kamen die bekannten Argumente wie zum Beispiel, dass ihm in der DDR nie etwas gefehlt hätte. Und auch dass die Russen vom Westen ungerecht behandelt und ausgeschlossen werden (die Armen). Auch für den russischen Überfall auf die Ukraine sowie die Annexion der Krim hatte er eine logische Erklärung. (sic!) Von seinen Ansichten über die Deutsche Regierung ‚mal ganz zu schweigen. Und Migranten waren sowieso an allem schuld. Auch wenn er sehr zurückhaltend und ohne Polemik argumentierte, war schon klar, wohin die Reise gehen sollte. Er war sehr höflich, aber unmissverständlich.
Ich wollte niemanden beleidigen oder sonst wütend machen. Also habe ich meine Argumente vorsichtig vorgebracht. Ich konnte die meisten seiner Argumente entkräften und er gab mir oft Recht. Ganz einfach, weil ich mehr Hintergrundwissen hatte als er. Aber das hat seine Einstellung mit Sicherheit nicht verändert.
Er war auch sehr interessiert daran, etwas über die Schweiz zu hören, die er nur aus dem Fernseh kannte.
Alles in allem hatten wir ein gutes Gespräch, bei dem ich viel über das Leben in der DDR von jemandem erfahren habe, der dort aufgewachsen ist.

Nach einer leckeren sächsischen Kartoffelsuppe im Museumscafé zum Mittagessen bin ich trotz des Schneeregens zu Fuss in die Altstadt gegangen und von dort in’s Hotel.
Allerdings musste ich kurz vor dem Bahnhof noch einen Zwischenstopp einlegen:
Wenn ich schon mal in Dresden bin, wollte ich unbedingt noch ein Stück Dresdner Christstollen mit Kaffee essen. In der Bäckerei Schwerdtner wurde ich fündig. 🙂

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich in meinem warmen Zimmer mit der Auswertung und erster Bearbeitung meiner Bilder sowie mit Lesen.

Schon um 17:30 hatte ich jedoch schon eine Reservation am Sylvesterbuffet im Hotel.
Das Buffet wurde aus Platzgründen wie auf einem Kreuzfahrtschiff in zwei Gruppen durchgeführt. Ich war in der ersten Gruppe von 17:30 bis 19:30 eingeteilt. Die zweite Gruppen bestand hauptsächlich aus zwei Reisegruppen mit deutschen Rentnern, die gestern angekommen waren.
Das Hotel hatte das Buffet Anfang Dezember per eMail angeboten und ich habe gerne reserviert, denn an Sylvester ist es erfahrungsgemäss recht schwierig, kurzfristig irgendwo einen Tisch zu kriegen
Das Buffet beinhaltete ein Salat- und Vorspeisenbuffet, vier verschiedene Hauptgerichte sowie zwei verschieschdene Desserts. „All you can eat“ zum Pauschalpreis. Lediglich die Getränke mussten separat bezahlt werden.
Es hat sehr gut geschmeckt.

In der Stadt knallt es seit dem Nachmittag ununterbrochen.
Nicht nur wegen des Regens werde ich darauf verzichten, noch einmal in die Stadt zu gehen. Die Hotspots wie der Theaterplatz (gleich bei der Semperoper) oder der Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche sind komplett überfüllt. Die Strassenbahnen fahren die Haltestelle am Theaterplatz heute Abend gar nicht mehr an.
Den Trouble brauche ich nicht mehr. 😉

Morgen ist auch Niederschlag angesagt, aber es soll auch trockene Phasen geben.
Ich werde am Morgen in die Altstadt gehen und erwarte etwas weniger Menschen als heute. 😉

Stay tuned.

Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Dresden 2025: Zoobesuch

Heute habe ich wie geplant den Zoo Dresden besucht.
Wie beim Militärhistorischen Museum der Bundeswehr liegt mein letzter Besuch auch beim Zoo 23 Jahren zurück.
Da ist klar, dass sich der Zoo verändert hat. 🙂
Auch klar ist, dass viele Tiere nicht in den Aussengehegen zu sehen sind, wenn sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum bewegen.

Das Wetter war wiederum anders, als gestern im Wetterbericht angezeigt: Sonnenschein.
Heute war ein schöner Tag.
Allerdings war auch der bissige kalte Wind, der trotz Sonne Winterkleider mit Kappe und Handschuhen nötig machte.

Der Zoo ist nicht sehr gross, und leider ist das Terrarium dauerhaft geschlossen. Was ich natürlich besonders bedaure.
Das Gebäude war alt und verursacht hohe Energiekosten, die laut Zooleitung nicht mehr zu verantworten waren. Eine Renovierung hätte sich wohl auch nicht mehr gelohnt.
Damit hat der Zoo Dresden die Reptilienhaltung leider wohl weitgehenst aufgegeben. Ein kleine Anzahl Reptilien wurde in anderen Gebäuden untergebracht. Aber die kann man an einer Hand abzählen.
Schade, aber vom wirtschaftlichen Standpunkt verständlich.

Trotzdem kann man im Zoo Dresden eine Vielfalt von Arten beobachten. Und ich habe Arten entdeckt, die ich in anderen Zoos noch nicht gesehen habe.
Ich war erstaunt, Elefanten, Geparde, Zebras und auch Löwen draussen anzutreffen.
Alle diese Tierarten stammen aus Afrika, wo es bekanntermassen nur in grossen Höhen wie dem Kilimandscharo Schnee und Eis gibt. Aber während die Elefanten ungeduldig vor den Toren zum Innenbereich des Afrikahauses warteten, weil sie wohl an die Wärme wollten, haben die anderen der genannten Tiere völlig entspannt gewirkt.

Mir ist aufgefallen, dass viele Familien mit kleinen Kindern den Zoo besuchten. Alle diese Kinder waren ein bis zwei Jahre alt.
Später habe ich erfahren, dass die Stadt Dresden jeder Mutter, die in Dresden entbindet, zur GEburt des Nachwuchses Zootickets schenkt. Ein nette Geste der Stadt. 🙂
Auch heute hier in Dresden waren aber nicht die Kleinen das Problem. 😉
Oft waren die Eltern diejenigen, die alles blockierten und versuchten, ihren kleinen Nachwuchs dazu zu bringen, sich ein Tier anzusehen, obwohl das Kind offensichtlich nicht daran interessiert war.
Den Vogel schoss eine Familie mit Teenagern ab, die vor der Scheibe zu einem Gehege der Brühlaffen lagerte und dort nicht nur ihre Kleider und Rucksäcke deponierte, sondern ungeniert ihr mitgebrachtes Essen auspackte und ein Picknick veranstaltete.
Andere Besucher hatten keine Chance, einen Blick auf die Affen zu werfen. Erst nach eine halben Stunde packte die Bande zusammen, und ich konnte ein Bild der Brühlaffen machen. 😦
Wie wollen die Kids Anstand und Rücksicht lernen, wenn ihnen das Muttertier etwas anderes vorlebt? Die Worte, die mir vor Ort in den Sinn kamen, will ich hier nicht wiederholen. 😉

Nach ca zweieinhalb Stunden hatte ich über 400 Bilde im Kasten (von 49 verschiedenen Tierarten), und ich fuhr zurück in die Stadt, um in eine Café etwas Kleines zu essen.

Später, gegen 16:00, war ich zu einem frühen Abendessen mit einer alten Bekannten verabredet. Sie lebt hier und wir hatten uns sechs Jahre nicht mehr gesehen. War ein schöner und interessanter Abend. 🙂

Stay tuned.

Afrikanischer Löwe

Dresden 2025: Stadtbummel

Heute habe ich wie geplant in Dresden das Militärhistorische Museum der Bundeswehr besucht.
Es versteht sich von selbst, dass sich das Museum in den 23 Jahren seit meinem letzten Besuch komplett gewandelt hat.
Da gibt es nicht nur ein neues Ausstellungkonzept. Das Museum wurde total umgebaut.
Auf vier Stöcken wird die Militärgeschichte Deutschlands von 1300 bis ins letzte Jahrhundert dargestellt und erläutert.

Als ich kurz nach 10 am Morgen in meinem Hotel aufbrach, waren die Strassen und Gehwege noch ziemlich glitschig. Es hatte leichten Nieselregen und in der Nacht (und am Morgen auch noch) herrschten Minusgrade. Da musste man vorsichtig sein, um nicht auszurutschen. Ich war froh, dass die Tramhaltestelle nur einige Meter vom Hotel entfernt ist. Und das ganze Gelände rund um das Museum war mit Rollsplitt bestreut.
Ich war etwas länger als 2 Stunden im Museum und als ich wieder heraus kam, hatte es immer noch Schneeregen. Aber die Temperaturen waren gestiegen und der Boden nicht mehr vereist.

Eigentlich ist es hier in Dresden nicht wirklich kalt.
Immer um den Gefrierpunkt, was man mit der richtigen Kleidung sehr gut ertragen kann. Das Problem sind recht scharfe und kalte Winde, die in der Stadt wehen. Damit wird die gefühlte Temperatur (die Amis nennen das „Wind Chill Factor„) um einiges tiefer.
Das Wetter wechselte während des Tages immer wieder. Von strömendem Regen (gerade eben, als ich vom Abendessen ins Hotel zurück kam) über leichten Schneeregen bis zu kurzem Sonnenschein war alles dabei.

Trotz des Wetter ist die Stadt voll mit Touristen. Vorallem in der Innestadt sind die Gassen und Weihnachtsmärkte voll von Menschen.
Auf dem Rückweg vom Museum bin ich beim Goldenen Reiter ausgestiegen, bin über die Augustusbrücke gegangen und habe die grossen Touristenhotspots in der Innenstadt abgeklappert:
Katholische Hofkirche, Semperoper, Zwinger, Fürstenzug und Frauenkirche.

Dabei zeigte sich, dass ab 15:00 das Licht immer schwächer wurde und ab 16:00 trotz aller Tricks ohne Stativ keine vernünftigen Bilder mehr möglich waren.
Also ging ich zurück zum Hotel. Ich war gute sechs Stunden in der Stadt unterwegs und nun schmerzten nicht nur meine Füsse. Auch mein Rücken reklamierte ob der ungewohnt langen Tour.

Morgen soll es hier schneien. Gestern hiess es noch, am Mittwoch wäre das Wetter deutlich besser als heute. Leider weit gefehlt.
Wobei mir Schneefall viel lieber ist als Regen. Ich werde den geplanten Zoobesuch trotzdem machen. Mal schauen, wie das so ist und wie viele Tiere man sehen wird. 😉

Stay tuned.

Das militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden

Dresden 2025: Angekommen

Heute bin ich nach Dresden geflogen.
23 Jahre nach meinem ersten und 9 Jahre nach meinem letzten Besuch bin ich wieder hier. Dieses Mal, um den Jahreswechsel hier zu verbringen.

Die Reise verlief angenehm und reibungslos.
Da ich wieder einmal mit SWISS geflogen bin, konnte ich meinen Koffer vorzeitig, das heisst bereits am Morgen, aufgeben und dann mit leichtem Handgepäck mit Bus und Bahn am Nachmittag entspannt zum Flughafen fahren.

Am Flughafen war einiges los, aber bei der Sicherheitskontrolle und am Gate hatte es viel weniger Leute als erwartet. Hingegen musste ich am Morgen bei der Gepäckaufgabe mehr als eine halbe Stunde anstehen, bevor ich meinen Koffer an der automatischen Gepäckaufgabe loswurde. 🙂

Mein Flug von Zürich nach Dresden war ausgebucht, hauptsächlich mit deutschen Rentern, wie mir schien.
Das Boarding verlief rasch und sehr disziplinert.
Der Flug selbst war kürzer als vorher angezeigt. Nach einer Stunde und 14 Minuten landeten wir in Dresden.
Auch hier lief alles ruhig und rasch. Das Gepäck kam ebenfalls recht schnell auf dem Band (mein Koffer als Erster) und ich hatte sogar noch Zeit, mir einer Wochenkarte für den öV in Dresden zu kaufen, bevor ich die nächste S-Bahn in die Stadt erwischte.
Unter dem Strich checkte ich in weniger als einer Stunde nach der Landung im Hotel ein. 🙂

In Dresden ist es kalt, aber trocken. Es hat aber keinen Schnee hier. Der soll laut Wetterbericht an Sylvester kommen.
Morgen soll es Niederschlag geben. Deshalb habe ich mich entschieden, das Militärhistorische Museum der Bundeswehr zu besuchen.
Am Mittwoch soll das Wetter deutlich besser sein. Dann ist der Zoobesuch eingeplant. Dazwischen natürlich immer wieder ein Stadtrundgang mit der Kamera und je nach Lust und Laune (und Öffnungszeiten) ein Museumsbesuch.

Stay tuned.

Hauptbahnhof Dresden

Island 2025: Alles ist einmal zu Ende.

Island_flagHeute ist der letzte Tag meiner diesjährigen Islandreise. Morgen früh geht mein  nach Zürich. Schade. Ich wäre gerne länger geblieben. Aber jede Reise geht einmal zu Ende.

Heute habe ich noch einen kurzen Ausflug über die Halbinsel Reykjanes (Reykjanesskagi) unternommen und unter anderem zwei Geothermalgebiete besucht.

Als erstes bin ich zu Gunnhver gefahren.
Das ist Islands derzeit grösste Schlammquelle. Sie liegt in der südwestlichsten Ecke von Rekajnesskagi und von Island und ist nach dem Gespenst Guðrún Önundardóttir, kurz Gunna, benannt, die im 18. Jahrhundert dort gelebt haben soll.
Das Wasser kommt it einer Temperatur von über 100 Grad Celsius mit grossem Druck mehrheitlich in Form von Dampf aus dem Boden.
Das wird zur Energiegewinnung genutzt. In Gunnhver steht ein grosses Thermalkraftwerk.

Von Gunnhver ist es einen Katzensprung zum Leuchtturm Reykjanestá, dem Reykjanesvití.
Hinter dem Leuchtturm gibt es eine steile Felsneküste, an der zur Zeit Tausende von Möven brüten.
Dort wurde 2020 auch ein Videoclip mit Will Ferell gedreht, der zum Film „The Story of the Fire Saga“ über den Europvision Song Contest ESC gehört. Wer den Clip anschauen will: „Volcano Man
Das im Clip verwendet elektrische Doppelpiano hat man als Sehenswürdigkeit dort stehen lassen.

Mein nächstes Ziel war das Geothermalgebiet Krýsuvík.

Auf dem Weg dorthin fuhr ich durch Grindavík, dem Ort, der seit 2021 durch eine Serie von  Vulkanausbrüchen auf Reykjanes und den damit verbundenen Erdbeben starkt beschädigt worden ist:
Seit dem 19. März 2021 ereigneten sich nur wenige Kilometer entfernt von Grindavík elf Vulkanausbrüche, acht davon seit Dezember 2023. Der bisher letzte Ausbruch fand am 1. April 2025 statt.

Zwar konnte der Ort durch den Einsatz von vielen Helfern und schwerem Baugerät gerettet werden und die Einwohner durften irgendwann wieder zurück in ihre Häuser (um bei jedem folgenden Ausbruch erneut evakuiert zu werden…).
Aber viele Häuser sind so stark beschädigt, dass sie wohl abgerissen werden müssen. Es gibt im ganzen Ort etlich Stellen, die immer noch abgesperrt sind und auf den Strassen findet man viele Stellen mit frischem Asphalt. Dort waren die Strassen aufgerissen worden.
Sehr gut sieht man die meterhohen Schutzwälle, die rund um den Ort aufgeschüttet worden waren, um zu verhindern, dass die Lava aus den Ausbrüchen (allesamt nördlich der Stadt) in die Stadt fliesst. Trotzdem fiehlen der Lava letztes Jahr drei Häuser am Stadtrand zum Opfer.
Wie gesagt, man kann durch den Ort hindurch fahren und einige der Häuser scheinen tatsächlich bewohnt zu sein.
Aber die Stadt scheint wie ausgestorben. Heute war zwar Sonntag. Da wird nicht gearbeitet und die Schule ist auch geschlossen.
Aber ich habe keinen einzigen offenen Laden (in Island haben die grossen Supermärkte auch am Sonntag geöffnet) gesehen, nicht einmal bei der Tankstelle, an der ich normalerweise einen Kaffee trinke, wenn ich durch Grindavík fahre.
Und was noch viel auffälliger war: Das Schwimmbad und das Fussballstadion waren offenbar geschlossen. Auf jeden Fall waren alle Parklätze dort leer. Normalerweise ist dort gerade am Sonntag viel los.
Obwohl also etwas Verkehr durch den Ort floss, machte alles eher einen trostlosen und verlassenen Eindruck.

Mein nächster Stop war wie gesagt das Geothermalgebiet Krýsuvík.
Auch hier brodelt und dampft der Boden. Und in der Luft hängt ein leichter Schwefelgeruch.
In Krýsuvík gab es in den 1990er Jahren ein Geothermalkraftwerk, das jedoch 1999 explodierte und seitdem nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird.

Gleich neben Krýsuvík liegt der Kleifarvatn.
Das ist ein grosser See inmitten des kargen Vulkangesteins. Trotz des vielen Wasser gibt es aber um den See herum kaum Vegetation. Einige Lupinenfelder blühen jetzt gerade blau. Aber sonst ist da nicht viel.
Der See hat als Besonderheit weder einen bekannten Zu- noch einen Abfluss. Trotzdem senkt und hebt sich sein Pegel immer wieder und es leben Fische im See darin.
Man nimmt an, dass sich unter dem See eine Spalte des Krýsuvík Vulkansystems öffnet und sich wieder schliesst, wenn durch das Wasser abgekühlt wird. Der See wird dann durch den Regen wieder aufgefüllt.

Nun habe ich gepackt und muss etwas früher ins Bett als sonst. 😉
Tagwache wird morgen früh um 04:00 sein. Um fünf sollte ich am Flughafen sein, meinen Mietwagen ab- und mein Gepäck aufgeben. Danach heisst es wie immer warten auf das Borading und den Abflug um 07:20 Richtung Zürich.

Stay tuned.