Stockholm 2024: Djurgården

Heute war ich den ganzen Tag auf Djurgården.
Auf der Insel im Süden des königlichen Parkes mit dem gleichen Namen findet man eine ungewöhnliche Dichte an Museen.
Ausserdem ist der Park ein Naherholungsgebiet mitten in Stockholm. Entsprechend hat es dort auch einen Vergnügungspark und diverse Verpflegungsmöglichkeiten vom HotDog Stand bis zum gediegenen Speiserestaurant.
Und die Tramlinie 7 fährt vom Hauptbahnhof nach Djurgården und zurück.

Allerdings wurde ich am Morgen noch etwas im Hotel aufgehalten, bevor ich los konnte.
Gestern Abend liess sich mein Zimmersafe plötzlich nicht mehr öffnen. Mein Code schien zu funktionieren, aber der Riegel bewegte sich nicht mehr.
Blöderweise hatte ich bei meiner Ankunft meine Kamera in den Safe gelegt. Und ohne Kamera brauchte ich schon gar nicht nach Djurgården zu gehen.
Sämtliche Versuche des Hotels mittels Universalcode den Safe zu öffnen, waren erfolglos. Man versprach mir, für heute Morgen die „Maintenance“ aufzubieten.
Bloss erklärte man mir dann heute Morgen, dass keine Maintenance verfügbar sei. Am Sonntag arbeiten die schlicht nicht.
Ich stelle mich also darauf ein, frühestens morgen wieder an meine Kamera zu kommen, und begann, mein Tagesprogramm umzustellen. In Museen brauchte ich die Kamera kaum, wohl aber im Skansen Aquarium, das eigentlich heute auf dem Plan stand…
Aus irgendeinem Grund kam nach dem Morgenessen nocheinmal ein Hotelmitarbeiter auf mein Zimmer und versuchte es wieder mit den Universalcode. Und plötzlich, nach einigen erfolglosen Versuchen konnte ich den Safe wieder mit meinem Code öffnen. 🙂
Ich werde den Safe sicher nicht mehr benutzen, denn der Fehler könnte durch ein Softwareproblem hervorgerufen worden sein, oder schlicht und einfach durch eine schwache Batterie.
Mir egal. Soll sich das Hotel darum kümmern.

Also bin ich mit ein bisschen Verspätung dann doch noch in Skansen Aqurium gefahren.
Der Skansenpark ist viel mehr als bloss das Aquarium. Es ist im Wesentlichen ein Freilichtmuseum mit Zoo und eben dem Aquarium. Wobei das Aqurium ein separater Teil ist, für den man zusätzlich bezahlen muss.
Den Park und den Zoo (der nur einheimische Tierart hält) habe ich mir heute geschenkt. Im Winter sieht man in den Aussenhegen in der Regel nicht viel, und ausserdem ist die Anlage recht weitläufig.
Ich bin also ins Aquarium, das genauso gut Terrarium heissen könnte, und habe ein paar Reptilien und Affen fotografiert. 😉

Nach dem Skansen Aquarium bin ich zum ABBA Museum gegangen. Aber dort bin ich vor der Kasse wieder raus, als ich hörte, dass ich über 20 Minuten hätte warten müssen, bis ich ins Museum gekonnt hätte. Man merkte, dass Sonntag war. Da waren viele Familien mit Kindern und zudem auch viele Touristen.

Also bin ich weiter ins Wikingermuseum.
Leider glich das einem Kinderspielplatz. Irgendwie glaubten offenbar viele Familien, dass ein solches Museum für ihre Nachkommen eine grosser Spass wäre.
Naja, das Museum wäre sehr informativ und man könnte dort viele sehr interessante Sachen über die Wikinger, ihre Geschichte, Lebensweise und Religion erfahren. Alles sehr gut und absolut nicht reisserisch gemacht.
Aber laute und drängelnde Kinder, die alles betaschen mussten, weil sie von ihren Eltern (aller möglicher Nationen) nicht unter Kontrolle gehalten wurden, verunmöglichten leider einen langen und interessanten Aufenthalt.
Immerhin konnte niemand mit dem Kinderwagen rein, weil das Museum einige Treppen hatte, die man auf dem Rundgang rauf und runter gehen musste. 😉

Also ging ich weiter ins Vasamuseum. Auf dem Weg dorthin ging ich am Spritmuseum, Wrackmuseum und dem Nordischen Museum vorbei.
Auch im Vasamuseum hatte es sehr viele Leute. Allerdings ist das Gebäude, das um das Wrack der Vasa herumgebaut wurde, sehr gross, und die Massen können sich verteilen.

Anschliessend bin ich mit dem Tram wieder zum Hauptbahnhof und von dort zu Fuss zurück zum Hotel. Dabei habe ich gesehen, wie viele Leute an diesem Sonntag in der Innenstadt (also nicht nur in Djurgården) unterwegs waren. Die Fussgängerzone war kurz vor 15:00 so voll, wie ich es bisher nur in New York und Barcelona angetroffen hatte. Die Leute strömten in Scharen durch die Strassen.

Ich habe mir noch nicht überlegt, wohin ich morgen gehen werde.
Wahrscheinlich gehe ich in die Altstadt Gamla stan. Dort gibt es dan Nobelpreismuseum, in dem ich noch nie war. Oder auch das königliche Schloss mit Wachtablösung, Schatzkammer, Rüstungskammer etc.
Und ich habe ein Fotografiemuseum gefunden, von dem ich bisher noch nichts wusste. Das werde ich diese Tage ganz sicher noch besuchen.

Stay tuned.

Die Innenstadt von Stockholm am Sonntagnachmittag

Stockholm 2024: Zum Jahreswechsel in die schwedische Hauptstadt

Heute bin ich nach Stockholm geflogen, um den Jahreswechsel 2024/25 in der schwedischen Hauptstadt zu verbringen.

Die Anreise verlief problemlos und ohne Verzögerungen. Der Flug mit SAS war ganz angenehm und kam pünktlich auf dem Flughafen Arlanda nördlich von Stockholm an. Das Gepäck kam recht rasch auf dem Gepäckband und dank dem Arlanda Express, der in Stosszeiten ca alle 15 Minuten direkt vom Flughafen an den Hauptbahnhof von Stockholm fährt, war ich ca eine Stunde nach der Landung schon im Hotel.

Hier in Stockholm regnet es immer wieder ganz leicht. Eigentlich ist es mehr ein Nieseln als Regen. Die Temperaturen liegen im einstelligen Bereich über Null. Aber die gefühlte Temperatur ist wegen der Nässe einige Grad tiefer.
Ich komme auch in der Nacht zwar gut ohne Mütze und Handschuhe aus, aber man muss sich schon warm anziehen, wenn man längere Zeit draussen sein will.
Eigentlich bin ich ja wegen dem Winter hierher gekommen, den wir zu Hause zumindest im Flachland nicht mehr haben.
Aber weit gefehlt: Hier liegt gar kein Schnee und der Niederschlag ist wie schon erwähnt Regen.
Tja, ich hätte wohl nach Reykjavík fliegen sollen. Die hatten über Weihnachten einen heftigen Schneesturm und nun liegt dort genug Schnee… 😉

Morgen gehe ich das erste Mal in die Stadt. Von meinen früheren Besuchen hier kenne ich einiges schon. Allerdings gibt es auch noch Vieles, das ich noch nicht besucht habe.
Ich habe mir einen Stockholm Pass gekauft. Damit habe ich nun 5 Tage freie Fahrt auf allen öV und freien Eintritt oder Reduktion bei vielen Museen und Ausstellungen.

Stay tuned.

2025: Meine nächsten Reisen

Flags-Sweden-Iceland Poland-GermanyNach der letzten Reise ist vor der nächsten Reise. 🙂

Mein Reiseprogramm für nächstes Jahr steht fest und ist gebucht. Faktisch beginnt es aber schon Ende dieses Jahres.

Die folgenden Reise stehen nun bei mir an:

  • 28.12.2024 – 03.01.2025   Stockholm, Schweden
  • 07. – 16.06.2025                Island (Rundreise mit Mietwagen)
  • 02. – 06.07.2025                Warschau, Polen (Geburtstagsreise)
  • 28.08. – 06.09.205             Flussschifffahrt Basel – Trier und zurück

Selbstverständlich werde ich auch von diesen Reisen hier berichten. 🙂

Stay tuned

Svalbart 2024: Eine Reise in die Arktis

Flagge_NorwegenDie letzten 11 Tagen war ich in der Arktis unterwegs, also in der nördlichen Polarregion, die kalte und scheinbar unwirtliche Gegend rund um den Nordpol, nördlich des Polarkreises auf 66° 33′ 55″ Nord.

Ich war zehn Tage und neun Nächte auf einem sogenannten Expeditionsschiff und hatte weder Internet- noch Telefonverbindung. Wohl war das Schiff mit Starlink ausgerüstet und man hätte Datenguthaben kaufen können. Die Preise dafür waren aber so exorbitant hoch, dass ich gerne darauf verzichtet habe.

Nun bin ich in Oslo und habe wieder „Netz“. 😉
Ich bin gestern Abend nach einem dreistündigen Flug aus Longyearbyen auf Spitzbergen hier angekommen und bleibe noch drei Tage, bevor ich in die Schweiz zurückfliege.
Draussen regnet es im Moment und ich warte darauf, dass meine Kleider wieder trocken sind.
Also habe ich gerade Zeit, eine kurz Zusammenfassung dieser Reise zu schreiben. Das wird deshalb ein etwas längerer Beitrag.

Am Montag, 29.07.24 bin ich zusammen mit ca 140 anderen Schweizern nach Oslo geflogen und habe am Flughafen übernachtet.
Am nächsten Tag ging’s dann weiter via Tromsø nach Longyearbyen, dem Hauptort von Svalbart. Eigentlich ist es der einzige Ort auf der Inselgruppe. Die wenigen anderen Siedlungen sind alles Forschungsstationen, die von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt bewohnt werden.
In Longyearbyen sind wir am späten Nachmittag an Bord der M/S Hondius gegangen.
Das Schiff gehört der hollandischen Reederei Oceanwide Expeditions, die in der Arktis und der Antarktis solche Reisen anbietet.
Die ganze Reise wurde von Kontiki Reisen organisiert, und ich habe sie beim Reisebüro meines Vertrauens gebucht: travel worldwide in Zürich.

Am frühen Abend hatte das Schiff dann abgelegt.
Ich hatte eine Zweierkabine auf Deck 3 (von 7) gebucht, mit Bullauge direkt über der Wasserlinie. Die Kabine war sehr gut, obwohl ich nicht sicher bin, ob es mir zu zweit darin wohl gewesen wäre. Gross genug für mich alleine mit meinem Gepäck. Aber wohl ein bisschen eng, wenn man zu zweit (oder sogar zu viert) darin wohnt.
Man merkte auch, dass das Schiff erst 5 Jahre alt war. Keine Abnutzung und sehr funktional, aber gleichzeitig komfortabel gebaut.
Und gleich vorweg: Die Crew war absolut Spitze.
Das Expeditionteam, bestehend aus Leuten aus Holland, Frankreich, Dänemark, Deutschland, der Schweiz und sogar Neuseeland, das die Ausflüge begleitete und vorallem auch für die Sicherheit der Gäste verantwortlich war, die Hotel- und Restaurantcrew, wie die restliche Schiffbesatzung hauptsächlich aus den Philippinen, aber auch die ganze Besatzung des Schiffs waren ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.
Besonders das philippinische Servicepersonal war Spitze. Bereits am ersten Abend kannten die alle 145 Gäste mit Namen, obwohl kein fester Sitzplan bestand und die Leute jedes Mal woanders sassen. Von da an war ich für alle Stewardesses und Stewards einfach nur „Sir Tom“. 🙂
Selbstverständlich habe ich das empfohlende Trinkgeld von €10.– bis €15.– pro Tag (für das ganze Schiff) noch etwas aufgrundet. 😉
Abgesehen davon, dass man spürte, dass diese Leute sehr lange zusammen arbeiteten und lebten (das war ein grosses Team), war wohl mit ein Grund, dass sie vor uns eine 10-tägige Tour mit 160 Chinesen machten, von denen kaum einer Englisch sprach. Und chinesische Touristen gehören zu den wohl schwierigsten und unangenehmsten überhaupt. Das weiss ich aus eigener Erfahrung aus Island. Als ich davon hörte, taten mir die Philippinas und Philippinos richtig leid.
Auch das Essen war sehr gut: Frühstück und Mittagessen gab es Buffet warm und kalt, und zum Abendessen wurde ein Drei-Gang-Menü serviert. Bei jeder Mahlzeit hatte man die Wahl zwischen Fleisch, Fisch und Vegetarisch. Und alles war sehr gut zubereitet.
Ab dem Moment, an dem wir den Hafen von Longyearbyen verliessen, gab es kein Netz mehr. Wir hatten also 10 Tage Internet-freie Zeit. Ganz angenehm. 🙂

Was nun folgte, kann in Bezug auf das Wetter kaum mehr übertroffen werden. Und laut Crew auch in Bezug auf Tiersichtungen. Ich würde diese Reise ganz sicher nicht wiederholen, da es praktisch unmöglich ist, die gleichen Bedingungen zu haben. Hier kann man sagen, dass es nie besser sein wird.
Wir hatten während der ganzen Reise gutes Wetter. Die Temperaturen waren meistens über dem Gefrierpunkt und die Sonne schien. Manchmal waren da etwas Wolken und ein bisschen Wind, aber kaum Seegang (ich hatte meine präventiven Tabletten gegen Seekrankheit am dritten Tag abgesetzt).
Ganz wichtig war aber, dass es kaum Nebel hatte:
Wenn man wegen Nebel das Ufer nicht sieht, darf man nicht an Land gehen.
Das ist zu gefährlich, weil man so die Eisbären nicht rechtzeitig sehen würde. Der Eisbär ist eines der wenigen Tiere, die auch Menschen als Beute betrachten und ohne Not angreifen können. Deshalb darf man auch nicht anlanden, wenn ein Eisbär in der Nähe ist. Die Tiere können sehr gut schwimmen und überqueren einen Fjord unter Umständen in weniger als einer halben Stunde. (Das Einladen am Strand von über 120 Touristen in Schlauchboote à 10 Personen dauert definitiv länger…) Und an Land kann ein Eisbär auch ein Rentier einholen und töten. Diese Tiere sinf also sehr schnell, wenn es darauf ankommt; schneller als Mensch.
Und wenn es trotzdem zu einer Begnung kommt, muss das Tier getötet werden, wenn es näher als 30 Meter kommt und Erschrecken mit Leuchtpistolen nicht funktioniert.
Jeder unserer Guides (einer pro 10 Gäste) war deshalb auf den Ausflügen immer mit Funkgeräten, Leuchtpistolen und geladenen Jagdgewehren (Kaliber .308) ausgrüstet.
Zum Glück hatten wir keinen solchen Zwischenfall und die Eisbären, die wir gesehen haben, waren oft nur ein weisser Punkt am Horizont.

Wir sahen viele Tiere: Wale (Zwergwale, Buckelwale, Weisswale [Belugas] und sogar einen Blauwal, das grösste Tier, das je auf der Erde gelebt hat), jede Menge Walrosse und verschiedene andere Robben und noch mehr Vögel.
Oft waren die Tiere allerdings so weit entfernt, dass es sich mit meinen Brennweiten nicht lohnte, zu fotografieren. Dann blieb es halt bei einer Beobachtung, allenfalls mit dem Fernglas.
Eine Ausnahme war eine Walross-Kolonie, der wir uns an Land auf ca 50 Meter nähern konnten.

Es gab einige Höhepunkte auf dieser Reise, und praktisch täglich fanden zwei Anlandungen oder Schlaubootfahrten statt.
Das ist viel. Es gibt selten eine Reise, auf der man so oft das Schiff verlassen kann.
Der Weckruf kam in der Regel um 07:00 und Frühstück gab’s ab 07:30.
Der erste Ausflug startete um 08:30 und der letzte kam gegen 17:00 zum Schiff zurück (dazwischen kam man natürlich zum Mittagessen zurück auf’s Schiff).
Um 18:15 gab’s einen Tagesrückblick des Expeditionsleiters (und einen Ausblick auf die Route und das Programm des nächsten Tages) und um 19:00 wurde das Abendessen serviert.
Auch wenn man nicht zu spät ins Bett ging und so zu genügend Schlaf kam, war man am Ende des Tages müde, und anders als auf anderen Schiffreisen hatte ich schon um 11:00 respektive 16:00 wieder Hunger. Mein Plan, wie immer das Mittagessen auszulassen, wenn es ein opulentes Frühstücksbuffet gibt, hat nicht funktioniert. Die frische Luft, die kühle Seeluft und die körperliche Betätigung verbrauchten mehr Energie als gewohnt. 😉

Da es ausser in Longyearbyen keine Häfen auf Svalbart gibt, in denen das Schiff hätte anlegen können, liefen die Landgänge (und Schlauchbootausflüge) immer folgendermassen ab:
Wasserfeste Kleidung anziehen, darunter warme Kleidung sowie Mütze und Handschuhe, damit man während zwei Stunden im Schlauchboot nicht fror. Ohne wasserfeste Kleidung wurde man nicht auf ein Schlauchboot gelassen. An den Füsse trug man Gummistiefel, die man an Bord erhielt. Es wurde davon abgeraten, die eigenen Outdoorschuhe zu tragen. Spätetens wenn man am Ufer aus dem Schlauchboot sprang und bis zu den Unterschenkeln im Wasser stand, wusste man wieso. 😉
Dann musste man sich mit seiner Zimmerkarte an Bord abmelden und in ein schwankendes Schlauchboot, ein sogenanntes Zodiac steigen. Zodiac ist ein Markenname für besonders stabile Schlauboote mit einem starken Motor. Unser Boote fassten je 10 Passagiere und einen Fahrer und hatten einen 60PS Aussenbordmotor. Die M/S Hondius hat 16 Zodiacs an Bord.
Am Strand angekommen, musste man im seichten Wasser aus dem Boot springen.
Zurück lief es genau gleich, einfach in umgekehrter Reihenfolge. Die Guides und die Schiffbesatzung halfen den Passagieren, wo sie konnten. Und wenn nötig half man sich auch unter den Passagieren. Da konnte selbst der älteste Passagier mit 82 Jahren und einem bösen Knie bei jedem Landgang mit dabei sein.
Besonders aufpassen musste man auf die Sonne: Strahlender Sonnenschein ist in der Arktis auf dem Wasser und im Eis ist besonders stark. Da war täglich zwei Mal Sonnenschutzfaktor 50 oder mehr angesagt. Ich habe schon am dritten Tag gesagt: „Wir fahren in die Arktis und kommen braungebrannter nach Hause, als wenn wir in den Süden gefahren wären. Und das alles ohne Schwitzen…“. 😉
Und ohne Sonnenbrille konnte man nicht längere Zeit draussen sein, ohne seine Augen auszutrocknen und zu entzünden.
Nach der Rückkehr auf’s Schiff musste man sich mit der Zimmerkarte wieder anmelden, durch eine automatisches Schuhreinigungsmaschine gehen und am Schluss mit den Stiefeln in ein Desinfektionsbecken stehen. Danach konnte man zum Umziehen in die Kabine.

Ich habe auf dieser Reise sehr viele Eindrücke gesammelt. Zuviele, um jeden einzelnen zu beschreiben. Wir haben an Land unter anderem auch zwei verweste Eisbären sowie Walknochen gefunden und noch vieles mehr.
Eins möchte ich hier aber erwähnen. Leider ist es nicht positiv:
Fast überall, wo wir an Land gingen, haben wir Unmengen von Plastik gefunden, die angeschwemmt wurden. Das war, einfach ausgedrückt, eine riesige Sauerei.
Wenn man nun in Betracht zieht, das die nächste menschliche Siedlung, die solche Abfall produzieren kann, Tausende von Kilometern entfernt liegt, kann man sich vorstellen, wie es in unseren Meeren aussieht, wenn das Zeug sogar in der unbewohnten Arktis angespühlt wird.
Ein paar Beispiele, die wir gefunden und eingesammelt haben: Teile von Fischernetzen, BIC-Feuerzeuge mit russischem Aufdruck, ein Etikett in dänischer Sprache von einer Dose Snus, eine abgeschossene Schrotpatrone und massenhaft grössere und kleinere Plastikstücke sowie Stücke von Kunststoffschnüren, etc. Den sogenannten Mikroplastik haben wir natürlich nicht gesehen. Der war aber auch da.
Unsere Gruppe hatte in zehn Minuten mehrere Kilos von dem Unrat aufgesammelt.
Nun glaube ich, dass die Verschmutzung der Meere tatsächlich ein sehr grosses Problem ist und die meisten Tiere dort draussen mehr oder weniger Plastik fressen und zum Teil daran verenden.
Darüber lesen und durchaus auch glauben, dass das, was man liest, wahr ist, ist eine Sache. Aber einen Strand zu sehen, der von dem Müll übersäht ist (und den Müll dann auch selbst aufsammeln), ist völlig etwas anderes. Daran werde ich mich sicher noch lange erinnern.

Natürlich habe ich auf der Reise auch ein wenig fotografiert. 😉
Ich bringe fast 4’000 Rohbilder mit nach Hause, die in den folgenden Monaten sortiert, ausgewählt und bearbeitet werden wollen. Das braucht etwas Zeit und ich werde mich auf diesem Kanal wieder melden, wenn ich Bilder hochgeladen habe.
Ebenfall werde ich sicher einen Beitrag schreiben, sobald ich von Kontiki und Ocreanwide alle Briefings und Karten erhalten habe, und ich den Verlauf der Reise auf der Karte beschreiben kann.

Stay tuned

Liverpool 2024: Ein sonniger Tag am Mersey

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Heute hatte ich insofern frei, als dass ich keine Tour resp keinen Eintritt gebucht hatte.
Ich habe also ein bisschen länger geschlafen, mir beim Frühstück noch ein bisschen mehr Zeit gelassen als sonst, und bin dann gemütlich bei schönem, aber windigem Wetter noch einmal zum Fluss Mersey spaziert.

Ich habe in den letzten Tagen eine lebensgrosse Skulpturgruppe der Beatles gesucht, die ich letzte Woche auf einem Bild gesehen hatten. Gestern Abend habe ich sie gefunden: Sie steht unweit des Museum of Liverpool gleich beim Fährterminal am Flussufer.
Die habe ich heute noch fotografiert. Und dank des schönen Wetters bei bestem Licht. 🙂

Danach bin ich ins Museum of Liverpool und habe mir die Geschichte Liverpools für über zwei Stunden zu Gemüte geführt. 🙂
Dabei habe ich wieder interessante Dinge über Liverpool erfahren.

Den Nachmittag habe ich in Fussgängerzone resp im Liverpool ONE verbracht, auf der Suche nach guten Fotosujets. Dabei bin ich auf zwei junge Sänger gestossen, die mit grossartigen Stimmen Klassik sangen.
Und ich habe zwei italienische Restaurants in der Nähe meines Hotels entdeckt. Schade nur, dass heute mein letzter Tag ist, denn das Essen in dem Restaraunt heute Abend war wirklich gut. Kein Vergleich mit dem Italiener, bei dem ich vorgestern war. Ich merke mir das für’s nächste Mal.

Nun muss ich ins Bett, denn morgen ist sehr früh Tagwache. Mein Bus nach Manchester fährt um 05:25. Zur Busstation beim Liverpool ONE ist’s zwar bloss 10 Minuten zu Fuss, aber morgen früh soll es hier regnen. Mal schauen.

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Stay tuned.

Liverpool 2024: The Beatles

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Liverpool ist die Heimat der Beatles.
Alle Bandmitglieder wurden in Liverpool geboren und sind hier aufgewachsen: John Lennon und Ringo Starr *1940, Paul McCartney *1942 und George Harrison *1943.

Heute bin ich ihren Spuren gefolgt. 😉

Letzte Woche hatte ich per eMail bei der Rezeption meines Hotels angefragt, was denn zum Thema Beatles zu empfehlen sei. Es gibt hier ein grosses Angebot verschiedenster Museen und Touren, und nicht alles ist wirklich sein Geld wert.
Ich habe dann die folgenden zwei Vorschläge erhalten und gebucht:
das „The Beatles Story“ Museum und eine private Taxitour durch Liverpool an die Originalschauplätze

Also bin ich am Morgen noch einmal zum Royal Albert Dock, um das „The Beatles Story“ Museum zu besuchen.
Man kriegt dort einen Audio-& Videoguide mit vielen Informationen und wird so durch die Entstehungsgeschichte der Beatles geführt: vom ersten Zusammentreffen von John Lennon und Paul McCartney 1957 bis zur Auflösung der Beatles nach dem legendären Rooftop-Konzert 1969.
Über jedes der Bandmitglieder gibt es viele Informationen. Aber auch über die Leute, die hinter den Beatles standen, wie zum Beispiel ihren ersten Manager Brian Epstein oder ihren Produzenten Sir George Martin. Auf dem Gerät befinden sich auch viele Originalaufnahmen von Interviews sowie einige Originalvideos.
Alles in allem eine sehr informative Tour, die man im eigenen Tempo und nach eigenen Interessen durchgehen kann. Ich war über eine Stunde dort drin.
Aber den obligaten Souvenirshop am Schluss habe ich übersprungen. 😉

Den Rest des Morgens verbrachte ich in den Docks und besuchte dort auch noch das Seefahrt- und das Sklaverei-Museum. Die beiden Museen befinden sich im gleichen Gebäude und können gratis besucht werden.
Besonders interessant fand ich den Teil im Maritime Museums, der sich eingehend mit der Titanic und ihrem Untergang im April 1912 befasst.
Da die White Star Line als Besitzerin der Titanic ihren Sitz bis heute in Liverpool hat, waren ein grosser Teil Besatzung des Schiffs Einwohner von Liverpool. Diesen Leuten ist der besagte Teil des Maritime Museums gewidmet.

Am Nachmittag machte ich dann die private Taxitour zu den Originalschauplätzen.
Während zweieinhalb Stunden brachte mich der Taxifahrer zu den Quartieren und Häusern aller vier Beatles, aber auch an Orte, die vorallem Lennon & McCartney als Inspiration dienten:
-> die Strasse Penny Lane und der Barbershop dort, der in der ersten Zeile des Liedes „Penny Lane“ vorkommt. In diesem Barbershop liessen sich die Beatles als Teenager die Haar schneiden, weil er direkt neben einer Bushaltestelle liegt, an der sie immer umsteigen mussten. Später jobbte John Lennon in einem Restaurant an der Penny Lane und sah jeden Tag die Strasse hinunter;
-> die Strawberry Flields, ein Garten bei einem Waisenhaus der Heilsarmee, in dem John Lennon schon als Kind viel Zeit verbrachte, und der dem Lied „Strawberry Fields forever“ den Titel gab;
-> der Friedhof, auf dem John Lennon heimlich rauchte und dabei die Grabsteine studierte, auf denen man heute noch die Namen Eleanor Rigby und John Mackenziе findet, die im Lied „Eleanor Rigby“ vorkommen. Das Intro „Ah, look at all the lonely people“ des Lieds soll ein Ausspruch von Paul McCartney gewesen sein, als ihm  John Lennon den Friedhof zeigte.
Und im Festsaal der St Peters Church in Woolton, zu der dieser Friedhof gehört, haben sich John Lennon und Paul McCartney am 6. Juli 1957 das erste Mal getroffen. John spielte dort mit seiner Band an einem Quartierfest, weil seine Tante, bei der er aufwuchs, im Organisationskomitee des Festes war. Paul besuchte das Fest auf der Suche nach einer Freundin.

Der Taxifahrer wusste viel zu erzählen. Ob alle Ankedoten der Wahrheit entsprechen, weiss ich nicht. Sie waren allerdings schlüssig und stimmten auch mit den Infos überein, die ich am Morgen im „The Beatles Story“ Museum gehört hatte.
Mir ist dabei aufgefallen, wie viele Texte der Beatles ich immer noch auswendig kenne.
Als ich mit 14 begonnen habe, in der Schule Englisch zu lernen, waren diese Lieder die ersten englischen Texte, die ich aus eigenem Antrieb las und übersetzte. 🙂

Alles in allem ein cooler Nachmittag und eine interessante und unterhaltsame Tour, die ich jedem empfehle, der sich für die Beatles interessiert und natürlich den Liverpooler Akzent mindestens ein bisschen versteht. 😉
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„In Penny Lane, there is a barber showing photographs…“

Stay tuned.

Liverpool 2024: Albert Dock & Anfield Stadium

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Heute ging’s für einmal nicht um die Beatles.

Wie gestern angetönt, ging ich am Morgen nach einem ausgiebigen englischen Frühstück mit Eiern, Speck und Bohnen zu den Docks am Fluss Mersey.
Der Fluss war und ist die Anbindung Liverpools an die irische See und somit an die internationalen See- und Handelswege.
Die alten Docks entlang des Flusses wurden aufwändig umgebaut. Zum grössten Teil hat man die alten Lagerhäuser erhalten und sie zu Geschäften, Museen und Restaurants umgebaut, ähnlich der Hamburger Speicherstadt.
Vorallem im Royal Albert Dock zeigt sich das in einer spannenden Mischung von alten Häusern und topmodernen Bauten mit zum Teil sehr ausgefallener Architektur wie zum Beispiel das Museum of Liverpool. Das Ganze ist eine einzige, sehr grosse Sehenswürdigkeit und voll auf den Tourismus ausgerichtet. Morgen gehe ich noch einmal dorthin, um das „The Beatles Story“ Museum zu besuchen.

Kurz nach zwölf stieg ich dann in den Bus, der mich zum Anfield Stadion brachte, dem Heim der „Reds„.
Dort hatte ich letzte Woche eine Stadion Tour gebucht. Eigentlich wäre neben der Tour auch ein Eintritt in Museum des Liverpool Footballclub inbegriffen gewesen. Aber schon bei der Buchung wurde man darauf aufmerksam gemacht, dass das Museum im Juli wegen Umbau geschlossen war.
Für mich kein Problem, denn wie wenig mich Fussball interessiert, erkennt man daran, dass ich keinen einzigen Spieler des LFC kenne, und lediglich weiss, dass der deutsche Ex-Fussballspieler und Trainer Jürgen Klopp bis im Mai 2024 neun Jahre lang mit grossem Erfolg die Mannschaft der LFC trainierte. Wenn man im Anfield Stadion ist, spürt man die Verehrung von Klopp deutlich. Er ist dort einer der ganz grossen Helden.
Ansonsten sind mein Kenntnisse zum LFC gleich Null. 🙂

Die Pokale und Titel haben mich daher bei meinem Besuch im Anfield Stadion nicht sonderlich interessiert. Auch nicht die verschiedenen Personalien, die präsentiert wurden. Mich hat das Stadion an und für sich interessiert und das ist beeindruckend:
Das Stadion ist sechs Stockwerke hoch. Eigentlich wohl sieben, wenn man auf der Tribüne zu den obersten Sitzreihen hochsteigt.
Das Stadion hat keine Stehplätze, wie wir das in unserem Stadien zu Teil kennen, nur Sitzplätze. Davon gibt es aber 61’000!
Zur Zeit wird der Rasen neu verlegt. Nach der Ausnivelierung des Untergrunds wird nächste Woche der Rasen verlegt. Der Rasen besteht zu 95% aus Naturrasen. Die restlichen 5% Kunstrasen geben dem Rasen Stabilität. So hält er die ganze Saison.
Für das Verlegen braucht die Firma 3 Tage und das Ganze kostet über 600’000 Britische Pfund.
Nach dem Verlegen wird der Rasen noch wochenlang gepflegt, bevor darauf gespielt werden kann. Ein kleines Detail dabei: Nachts wird der Rasen mit der Flutlichtanlage beschienen, damit er schneller wächst…

Alles in allem war das eine sehr interessante Führung und hat sich gelohnt.
Es war eine sogenannte Self-guided Tour. Das hiess, man kriegte ein Pad, auf dem sehr viele Erklärungen und Videos gespeichert waren und konnte so schnell oder langsam machen wie man wollte. An den neuralgischen Punkten standen die Guides.Von denen erfuhr man noch mehr Details, wenn man mit ihnen sprach. Falls man ihren Akzent verstand… 😉

Morgen stehen dann die Beatles auf dem Programm. Ich bin gespannt.

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Stay tuned.

Liverpool 2024: A long day

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Der diesjährige Städtetrip im Juli führte mich nach Liverpool, der Heimat der Beatles und der „Reds„. 🙂

Da der einzig mögliche Flug nach Manchester in Zürich bereits um 07:05 abhob, war heute frühes Aufstehen angesagt.
Die frühen Morgenstunden sind am Flughafen Zürich erfahrungsgemäss eine Zeit, in denen die Langstreckenflüge ankommen und abfliegen. Entsprechend ist das Passagieraufkommen am Flughafen gross. Man sollte daher genügend früh am Flughafen sein.
Ich hatte zwar meinen Koffer schon gestern aufgegeben (einer der Vorteile, wenn man bloss 15 Minuten vom Flughafen entfernt wohnt…). Trotzdem war ich zwei Stunden vor Abflug am Flughafen.
Das Passagieraufkommen war aber einigermassen moderat, so dass ich noch in aller Ruhe nach der Sicherheitskontrolle ein kleines Frühstück zu mir nehmen konnte.
Übernächste Woche beginnen in vielen Kantonen die Sommerferien. Dann wird’s am Morgen am Flughafen nicht mehr so ruhig bleiben wie heute…

Fliegt man nach Grossbritannien, so kriegt man den Brexit noch vor dem Boarding zu spüren. Da die Briten nach ihrem Ausstieg aus der EU nun auch nicht mehr zum Schengenraum gehören, muss man wie früher zuerst durch die Passkontrolle. Dann werden die Pässe vor dem Boarding am Gate noch einmal kontrolliert, und nach der Landung in Manchester musste man noch einmal durch die Passkontrolle. Hier in Manchester (wie auch in London) passiert das fast automatisch, wenn man einen biometrischen Pass hat.
Eine Prozedur, wie sie früher bei jedem Flug völlig normal war. Die man aber heutzutage innerhalb von Europa nicht mehr kennt, sondern bloss noch für Reisen in Üebersee. Oder eben nach Grossbritannien.
Übrigens reicht dafür auch keine Identitätskarte oder Personalausweis. Es muss ein Reisepass sein, der noch mindestens 6 Monate gültig ist.

Nach der Landung in Manchester um 08:00 Ortszeit (In Grossbritannien haben sie GMT. Ich musste meine Uhr also eine Stunde zurückstellen.) nahm ich den Bus nach Liverpool. Und nach einer weiteren Stunde kam ich um 10:20 in Liverpool an. Die ganze Reise verlief ohne irgendwelche Probleme.

Check-In im Hard Days Night Hotel war aber erst um 15:00.

Also liess ich mein Gepäck beim Consierge und ging in die Stadt.
Ich erkundete die direkte Umgebung meines Hotel. Gleich um die Ecke ist der berühmte Cavern Club, in dem die Beatles unzählige Mal aufgetreten sind, das erste Mal 1961.
Allerding ist auch zu sagen, dass dies nicht der originale Cavern Club ist. Der wurde nämlich 1973 geschlossen und 1984 an anderer Stelle wiedereröffnet. Aber das wissen die meisten sowieso nicht. 😉
Und da fast gegenüber des Clubs eine lebensgrosse Bronzefigur von John Lennon steht, sieht das sowieso wie die Beatles-Ecke aus.

Ganz allgemein ist hier sehr viel auf Beatles getrimmt, um damit ein Geschäft zu machen. Gefühlt jeder Pakistani oder Inder, der einen Souvenir- oder Getränkladen betreibt, nennt diesen „Let it be Souvenirs“ oder „Yesterday Coffee“ oder ähnlich.

Und mein Hotel heisst auch nicht umsonst „Hard Days Night Hotel„. Das ganze Hotel ist auf Beatles getrimmt.
A Hard Days Night“ ist ein Lied, ein Album und ein Film der Beatles, die 1964 herauskamen. Alleine der Film, in dem sich die Beatles teilweise selbst auf die Schippe nahmen, spielte 11 Millionen Dollar ein.
Überall hängen Bilder oder sogar Originalfotos der Beatles. Das hoteleigene Restaurant ist thematisch auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ getrimmt.
In jedem Zimmer hängt mindestens ein grossformatiges Beatles-Bild. Über meinem Bett wachen John Lennon und Paul McCartney über einen tiefen Schlaf. 😉
Ein solches Themenhotel ist ganz nett. Und ich muss sagen, das hier ist ganz gut gemacht. Aber letzlich zählen die Freundlichkeit des Personals, die Sauberkeit, die Betten und das Frühstück mehr.
Auf Letzteres bin ich gespannt. Laut Hotel handelt es sich um ein grosses Buffet mit English-Breakfast. 🙂

Natürlich gibt es unzählige Geschäfte und „Museen“, die einem das ultimative, echte Beatles-Feeling verkaufen wollen.
Ich habe mich deshalb letzte Woche bei der Rezeption des Hotels erkundigt, was die mir empfehlen würden. Entsprechend habe ich einen Eintritt in „The Beatles Story“ gekauft und eine zweistündige persönliche Taxitour gebucht. Das werde ich am Donnerstag machen.
Morgen werde ich zwei Orte etwas erkunden: Am Morgen die Docks, und am Nachmittag habe ich eine Führung im Anfield Stadium gebucht. Nicht das mich Fussball plötzlich sehr interessieren würde. Aber das Anfield ist legendär und es ist auch für mich interessant, hinter die Kulissen eines solchen Stadions zu schauen.

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Stay tuned.

Island 2024: Die letzte Etappe

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Der Sturm hatte letzte Nacht ziemlich getobt und am Haus, in dem ich untergebracht war, gerüttelt. Irgendwann nach Mitternacht bin ich eingeschlafen und heute Morgen war alles ruhig.
Es wehte zwar immer noch ein kräftiger Wind, der so stark war, dass auf sich auf dem Meer Schaumkronen bildeten. Aber zum Einen war das nichts gegen gestern Abend, und zum Anderen weht in Island immer ein mehr oder weniger starker Wind.

Heute ging’s Richtung Süden, in die Nähe des Flughafens.
Die Fahrt verlief absolut problem- und ereignislos. Sogar mein Zeitplan ging voll auf:
Ich hatte ausgerechnet, dass ich in der Mitte der rund vierstündigen Fahrt ziemlich genau bei Restaurant Hraunsnef in der Nähe von Bifröst sein würde.
In Bifröst habe ich vor zehn Tagen meine Rundreise über Snæfellsnes und die Westfjorde begonnen. Und zum Hotel/Restaurant Hrausnef gehört ein Hof mit eigener Rinderzucht. Das ist in Island nicht so häufig anzutreffen. Entsprechend kriegt man im Restaurant nicht bloss Gerichte mit Fisch oder Lamm, sondern auch mit Rindfleisch, und das zum Mittagessen. 🙂
Also bin ich in Drangsnes um kurz vor 10 uhr losgefahren und war genau um 12:00 im Hraunsnef. 🙂

Nach dem Mittagessen habe ich den zweiten Teil der Strecke in Angriff genommen. Die Fahrt verlief auch jetzt problemlos.
Leidglich im Bereich der Hauptstadt geriet ich in einen kurzen Stau. Das ist dort nicht ungewöhnlich, wenn man bedenkt, das fast drei Viertel der Bewohner Island in der Hauptstadt oder in einer der umliegenden Gemeinden leben. Also auch hier wie beim isländischen Wetter: Menschleere Strassen und plötzlich ein dreispuriger Stau. Island ist halt voller Gegensätze. 😉

Das Wetter wurde umso besser, je weiter südlich ich kam.
Während im Norden noch dunkle Wolken am Himmer hingen, und ich gelegentlich durch einen kleinen Nieselregen fuhr, schien hier auf Reykjanes, der Halbinsel im Südwesten (auf der auch der intl Flughafen Keflavík liegt) die Sonne und kein Wölkchen trübte den Himmel.

Nun heisst es, die Koffer zu packen und früh ins Bett gehen.
Morgen um 05:00 fahre ich an den Flughafen, gebe mein Mietauto ab und meine Koffer auf.
Um 07:20 hebt mein Flug (Icelandair FI 568) Richtung Zürich ab.

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Blick aus dem Fenster beim Mittagessen

Stay tuned.

Island 2024: Der Sturm meldet sich noch einmal

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Wie vom Wetterdienst angekündigt, drehte letzte Nacht das Wetter in Ísafjörður (faktisch in den ganzen Westfjorden) komplett.
Als ich heute Morgen aufstand, schneite es draussen.
Damit hatte ich gerechnet. Und auch damit, dass es noch schlimmer kommen könnte.

Aber das Verückteste erlebte ich einige Stunden vorher:
Um ca halbzwei Uhr in der Nacht (oder sollte ich besser sagen „am Tag“) erwachte ich wegen Lärm unter meinem Hotelfenster.
Nun war mein Zimmer gegen die Strasse gelegen und das Hotel mitten in der Stadt. Es war also nichts Ungewöhnliches, wenn ab und zu ein Lastwagen oder gröhlende Jugendliche unter meinem Fenster Lärm machten. Aber das dauerte immer nur kurz und hat mich kaum im Schlaf gestört.
Dieses Mal war der Lärm aber anhaltend und tönte wie ein Baumaschine. Da war an Schlaf nicht mehr zu denken.
Also stand ich auf und sah nach. Und glaubte meinen Augen kaum.
Da unten malte ein Bauarbeiter um 01:30 alle Parkfelder in dieser Stasse nach. Dass die Maschine, auf der er sass, laut war, konnte man schon nur daran erahnen, dass er selbst Gehörschutz trug…
Zum Glück war er nach einer Viertelstunde damit fertig und fuhr weiter. Da konte ich wieder einschlafen.
Ich verstehe ja, dass in der Zeit, in der es hier nicht dunkel wird, vorallem draussen auch nachts gearbeitet wird. Das geht im Winter schlechter, wenn es nur wenige Stunden Tageslicht gibt.
Aber muss es so eine lärmige Arbeit sein??? Mitten in der Stadt???

Zurück zum Verlauf des heutigen Tages:
Als ich in Ísafjörður kurz vor 10 losfuhr, regnete es, die Wolken hingen tief, in den Bergen lag Schnee und es wehte ein starker Wind.
Diese Bedingungen bin ich in Island gewohnt. So kann ich gut fahren. Es allerdings nicht immer einfach, auszusteigen und zu fotografieren, ohne komplett nass zu werden.
Ausserdem gab es gemäss isländischem Wetterdienst zwischen 10:00 und 15:00 ein Fenster, in dem das Unwetter nachlassen sollte. Es gab jedenfalls für diese Zeit keine besonderen Wetterwarnungen.
Aber am Ende meiner Fahrtstrecke war ein ca 25 km langer Pass resp die Hochebene Steingrímsfjarðarheiði. Dort könnten die Bedingungen durchaus kritisch werden, wenn das Wetter plötzlich umschlagen würde.

Als ich losfuhr, meldete der Wetterdienst auf der Strasse 61, die über die Steingrímsfjarðarheiði führt, zuerst Nassschnee auf der Fahrbahn und später vereinzelte Vereisungen. Ausserdem wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 15 Meter pro Sekunde (54 km/h) angezeigt. Das könnte ein Problem werden, da ich keine Spikes mehr hatte. Die sind in Island nur im Winter erlaubt.

Die Fahrt bis zur Steingrímsfjarðarheiði verlief aber ereignislos. Mal Regen, mal nicht. Mal starker Wind, mal kein Wind. Und wenn es nicht regnete, war die Strasse trocken.
Als ich zum Aufstieg zur Steingrímsfjarðarheiði kam, hatte ich die erste Überraschung: Die Wettertafel zeigte keinen Wind an und die Strasse war trocken. Ich konnte also ganz normal weiterfahren.
Ganz oben gab es dann ein paar nasse Stellen auf der Strasse und auch der Wind nahm deutlich zu. Ausserdem schneite es ganz leicht und die Temperatur lag um den Gefrierpunkt.
Aber man konnte immer noch völlig ungehindert weiterfahren, und so kam ich ohne Probleme ans Ziel.

Da ich für den Check-In noch etwas zu früh dran war, habe ich einen Abstecher nach Hólmavík gemacht und dort das Museum für Hexerei und Zauberei in Island besucht.
Island hat wie ganz Europe im 17. Jahrhundert an Hexenparanoia gelitten, die durch die Kirche noch geschürt wurde.
Das Besondere hier war, dass praktisch nur Männer dieses Verbrechens angeklagt und verbrannt wurden. Unter 21 in Island verbrannten Hexen resp Zauberer war nur ein Frau. Ganz Gegenteil zum restlichen Europe, wo praktisch nur Frauen diesem Wahn zum Opfer fielen.
Ausserdem ist es schon sehr speziell, wenn in einem Land, in dem akuter Holzmangel herrscht (die Wälder in Island wurden schon kurz nach der Besiedelung innert hundert Jahren von den Wikingern komplett abgeholzt), viel Holz für eine solche Hinrichtung verwendet wurde. Oft wurde deshlab das Holz für den Scheiterhaufen vom Haus des Verurteilten geholt. Oder man verwendete Treibholz.
In jedem Fall bietet das Museum einen interessanten Einblick in die Geschichte Islands.

Als ich nach dem Zimmerbezug hier im Malarhorn Guesthouse in Drangsnes wieder im Internet den Strassenzustand checkte, wurde dort für die Strasse 61 über die Steingrímsfjarðarheiði „Nassschnee“ angezeigt und das Symbol der Schneeräumung.
Ich habe offenbar das „Gutes Wetter“ Fenster ganz gut erwischt, als ich hierher gefahren bin. 🙂

Jetzt tobt der Sturm hier. Ein bisschen Regen, aber vor allem stürmischer Wind, der am Haus rüttelt. Es pfeift und knirscht im ganzen Haus. Hoffentlich hält das Dach und es fliegt kein Stein in die Windsschutzscheibe meines draussen geparkten Autos.
Kurz nach Mitternacht sollte aber auch der Spuck ein Ende haben, und das Wetter sich wieder beruhigen.

Auf der morgigen, letzten Etappe meiner diesjährigen Islandreise sollte ich also bei ruhigem Wetter Richtung Süden fahren können.

Ein Sturmtief über Island

Stay tuned.