Island 2018: Weiter Richtung Osten

Island_flagEinen Teil der heutigen Route kannte ich bereits vom letzten Jahr, nämlich von Kirkjubæjarklaustur Richtung Osten bis zur Gletscherlagune Jökulsárlón. Danach kam noch ein ca 50km langes, neues Stück bis zu meiner heutigen Unterkunft, dem Brunnhóll Country Guesthouse.

Aber das Besondere an der heutigen Etappe waren die starken Stürme, mit denen ich unterwegs zu rechnen hatte. Für einige Abschnitte wurden heute Morgen Sturmböen mit bis über 100km/h vorausgesagt.
Daher hatte ich mich entschlossen, den Morgen noch in Kirkjubæjarklaustur zu verbringen, und erst nach dem Mittag zu starten. Immerhin war der Wind auch im Ort recht stark.

Ich stand deshalb erst um 08:00 auf (kleiner Hinweis: Island ist zeitlich 2 Stunden hinter Mitteleuropa. Also bitte keine SMS, Whatsapp-Nachrichten oder Anrufe vor 10:00!!!!! Danke.).
Und nach einem gemütlichen Frühstück bliebe ich noch bis nach 10:00 (Ortszeit) im Hotel und bearbeitete ein paar Bilder von gestern (siehe Galerie).

Danach ging ich in den Ort und liess mich im Touristikbüro über die Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten orientieren. Daraus resultierte der Besuch von zwei Wasserfällen in der Nähe (wovon ich einen schon kannte) sowie des örtlichen Schwimmbads, welches das ganze Jahr durch geöffnet hat. Und ich spreche von einem Freibad mit einem 25m Becken sowie eine „Hotpool“. Doch nicht nur letzterer hat heisses Wasser (ca 38 – 40 Grad Celsius), sondern auch das Schwimmbecken ist geheizt auf 29 Grad Celsius.
Das war herrlich, aber ich habe auch eine Lektion gelernt: Ich habe es im heissen Wasser ein bisschen übertrieben.
Da ich alleine war und mich treiben liess, habe ich nicht darauf geachtet, wie lange ich drin war.
Ich weiss nicht genau, wie es lange. Vielleicht eine halbe Stunde? Vielleicht weniger? Vielleicht mehr? Es war jedenfalls definitiv zu lang.
Der Kreislauf mag das gar nicht.
Als ich aus dem heissen Wasser kam, war nicht nur meine Haut am ganzen Körper leicht gerötet, sondern mir war auch schwindlig. Vielleicht war ich zu lange drin, vielleicht war es der Kälteschock mit 5 Grad Celsius Lufttemperatur beim Aussteigen, vielleicht beides. Aber ich brauchte eine Weile, bis ich wieder klar war. 😉
OK. Lektion gelernt. Passiert mir sicher nicht wieder. 😉

Um ca 14:00 fuhr ich dann los und war auf Einiges gefasst.
Auch heute bestand auf gewissen Abschnitten die Gefahr, in einen Sandsturm zu geraten. Es gibt hier Sandflächen mit einer Ausdehnung von mehreren Quadratkilometern. Wenn da über längere Zeit ein starker Wind weht, dann kann es vorkommen, dass daraus ein Sandsturm entsteht.
Aber ich kam gut voran, hatte keinen Sandsturm, der meinen Weg kreuzte, und als ich beim Skeiðará Denkmal anhielt, stellte ich beim Aussteigen zu meiner Überraschung fest, dass der Wind, den ich auf der Fahrt dorthin immer wieder gespürt hatte, fast komplett abgeflaut war.
Dieses Monument erinnert mit Resten einer Brücke an den verheerenden Gletscherlauf der Skeiðará  von 1996. Es ist eindrücklich zu sehen, wie damals die tonnenschweren Stahlträger der Brücke einfach so vom Wasser verbogen wurden.

Eine Stunde später stoppte ich dann aufgrund der günstigen Windbedingungen auch noch an der Gletscherlagune Jökulsárlón, obwohl ich da letztes Jahr auch schon war. Aber es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie in diesem See grosse und kleine Eisberge Richtung Meer getrieben werden, nachdem sie vorher an der Gletscherzunge abgebrochen waren.

Nach meiner Ankunft im Brunnhóll Country Guesthouse kurz vor 17:00 wurde auch der Wind wieder stärker. Im Moment stürmt es hier ziemlich. Entweder der Sturm hat wieder an Kraft gewonnen (was nicht den Vorhersagen entsprechen würde) oder ich bin nun wieder in einer Gegend, in der die Winde aus dem Hochland günstige Veraussetzungen antreffen, um sich so richtig entfalten zu können.

Allerdings scheint sich die Wetterlage zum Wochenende hin ganz allgemein zu beruhigen:
Auch wenn die Wettervorhersagen bloss ein bis zwei Tage im voraus wirklich zuverlässig sind, sieht es so aus, dass der Wind auf meiner weiteren Route kaum mehr Probleme machen dürfte. Ganz im Gegenteil zum Schnee, mit dem ich ab Montag/Dienstag im Norden rechnen muss.
Aber eben: Wir werden sehen. Im Moment sieht das Wochenende kalt, aber trocken aus, mit moderatem Wind.

No shit in the woods
Don’t shit in the woods Ein solches Schild sieht man ab und zu in Island – offenbar nötig
Schaf
Ein Schaf beim Systrafoss in Kirkjubæjarklaustur Die laufen hier ohne Zäune überall frei herum

2 Gedanken zu “Island 2018: Weiter Richtung Osten

  1. Aber hallo!! Das heisse Wasser hat sein Tücken, ich kenne das von Leukerbad. Als langjähriger Gast habe ich mich an das Thermalwasser gewöhnt und kann etwas länger darin meine Therapien machen. Neulinge werden nach 20 min. herausgenommen.
    Weiterhin gute Reise mam

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