Reisen zu Zeiten der Coronaviruspandemie: Städtereise nach Amsterdam

Seit gestern bin ich in Amsterdam und bleibe noch bis Sonntag. 🙂
Ich hatte diese Städtereise anlässlich meines bevorstehenden Geburtstages schon im letzten Herbst vor ca. 9 Monaten geplant und gebucht.

Die COVID-19 Pandemie hat aber inzwischen wohl unser aller Ferienpläne etwas durcheinander gebracht. Meinen geplanten Städtetrip nach Stockholm an Auffahrt musste ich absagen und es sieht nicht danach aus, dass eine Reise nach Schweden in naher Zukunft empfehlenswert ist. Heute bestimmte der Bundesrat die Länder, aus denen Rückkehrer in der Schweiz in Quarantäne müssen (notabene ohne Lohnzahlung vom Staat, wenn man deshalb nicht arbeiten kann), und Schweden ist unter diesen Ländern…
Meine dreiwöchige Rundreise in Südnorwegen musste ich ebenfalls um ein Jahr verschieben.

Aber zum Glück konnte ich gestern meinen Städtetrip nach Amsterdem antreten. Es ist somit meine erste Reise ins Ausland, die ich seit meiner Rückkehr aus Graz Anfang März mache. Damals brach die COVID-19 Pandemie in Nordeuropa gerade aus und einen Tag nachdem ich nach Hause gekommen war, schloss Österreich seine Grenzen.

Die Reiserestriktionen sind innerhalb des Schengenraumes zwar offiziell seit gestern aufgehoben, aber es ist überall deutlich spürbar, dass die Seuche noch immer präsent ist:
* Ich konnte nicht wie sonst immer bei Flügen mit Swiss mein Gepäck am Vorabend aufgeben. Als ich kurz nach acht Uhr abends mit meinem Koffer am Flughafen war, waren alle Gepäckaufgabeschalter schon geschlossen. Wegen COVID-19 lassen die die Schalter nicht mehr bis 22:00 offen. Es wird weniger geflogen. Da lohnt sich das nicht. Zum Glück wohne ich so nah am Flughafen…
* Aber das Anstehen gestern zur Gepäckaufgabe war kurz, trotz bevorstehender Ferien und Mittagszeit (ich flog um 12:25);
* In den Niederlanden gilt Maskenpflicht in den öV (soll angeblich kontrolliert werden – ich habe bis jetzt nichts dergleichen gesehen);
* Vor der Landung in Amsterdam Schipol musste jeder Passagier einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, und es wurde darauf hingewiesen, dass die niederländischen Grenzorgane nach diesem Papier fragen könnten (haben sie bei mir nicht);
* Tickets für Ausstellungen und Museen gibt es vorwiegend nur über Internet, verbunden mit einem Slot von ca. 15 Minuten, in denen der Einlass gewährt wird (in einigen Museen kann man aber auch an der Kasse zahlen);
* In meinem Hotel gibt es nur an den Wochenenden Frühstücksbuffet. An den anderen Tagen muss man das Frühstück mittel Bestellzettel zusammenstellen und angeben, wann man entweder im Restaurant (das geschlossen ist) essen will, oder man das Frühstück abholen und im Zimmer essen will;
* Die Hotelbar ist wie das Restaurant geschlossen;
* Anstelle einer Möglichkeit, im Restaurant des Hotels zu essen, wird Roomservice auch für vollständige Mahlzeiten angeboten;
* Man wird überall, wo man hineinkommt, aufgefordert, die Hände zu desinfizieren und auf Abstand zu achten, und häufig findet auch gleich eine Befragung über den Gesundheitszustand statt. Dies übrigens auch jeden Morgen, wenn man zum Frühstück erscheint. Im Sexmuseum (ja, das gibt es hier) musste ich sogar Maske und Latexhandschuhe tragen (Honi soit qui mal y pense);
* und das Offensichtlichste: Die Touristenhorden aus Übersee fehlen vollständig (mir aber nicht…). Es hat relativ wenig Leute hier, abgesehen natürlich von den 1.3 Millionen Einheimischen, die in der Grossagglomeration Amsterdam leben.
Mein Hotel hat neun Stockwerke und ist im gleichen Gebäude wie das Holland Casino. Trotzdem lassen sich meine Begegnungen mit anderen Gästen an zwei Händen abzählen.

Ich erinnere mich nicht mehr, wann ich das letzte Mal hier war. Es ist sehr lange her. Ich vermute ungefähr Mitte der 90er Jahre. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, neu in der Stadt zu sein. Ich erinnere mich nur an sehr wenig. Und wenn, dann erst, wenn ich davor stehe. Konkret passierte mir das heute zwei Mal: als ich auf dem Platz „de Dam“ vor dem alten Königspalast stand und im Sexmuseum

Ich bin heute vor allem in der Innenstadt herumgelaufen, habe ein paar Bilder gemacht und verschiedene Ausstellungen besucht:

Den Besuch im Amsterdam Dungeon habe ich noch vor der Tageskasse abgebrochen, als die mit „Foto“ machen kamen und mich aufforderten, erschreckt und ängstlich zu schauen… Naja, das funktioniert vielleicht bei den Amerikanern, aber ich mache mich sicher nicht zum Affen und bezahle am Schluss noch zusätzlich für völlig überteuerte Bildchen. Kaum.

Und eben, auf dem Rückweg besuchte ich noch das Sexmuseum, die grösste Sammlung an erotischer Kunst. Wobei der Begriff Kunst dabei sehr dehnbar gemacht wird. Es hat interessant, lächerliche, obszöne und ekelhafte Exponate. Alles in allem ganz witzig.

Morgen gehe ich zuerst in die Body Worlds und dann in den ARTIS Zoo. Beide Tickets habe ich online gekauft. Body Worlds um 10:30 und der Zoo ab 12:30.
Body Worlds (Körperwelten) Amsterdam ist Teil einer Reihe von Ausstellungen von Dr. Gunther von Hagens. Die ursprünglich war das eine international erfolgreiche Wanderausstellung, die in mehr als 100 Städten in Europa, Amerika, Afrika und Asien stattfand.
Und im ARTIS Zoo hoffe ich auf ein paar schöne Tierbilder. Da konnte ich auch schon länger nichts mehr fotografieren. Das letzte Mal war das letzten August im Zoo Duisburg.

Ich habe heute auch einige Bilder geschossen, insbesondere bei Madame Tussaud’s, die hier in Amsterdam hauptsächlich prominente Leute von heute porträtiert, während in London durchaus auch Figuren aus der Vergangenheit gezeigt werden.
Ausserdem habe ich von einer Angestellten erfahren, dass alle Köpfe der Wachsfiguren ausschliesslich in London hergestellt werden. Alle „Wachsbildhauer“ von Madame Tussaud’s arbeiten demnach in London.

Heute hat es nicht gereicht, ein paar Bilder zu bearbeiten. Ich lade deshalb hier erst einmal Bilder hoch, die ich für meinen Instagram-Account gemacht habe.

Später werde ich wie immer auch von dieser Reise hier eine Bildergalerie anlegen.


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