Skandinavien 2023: Fast alles geschlossen in Gotland

Flaggen_Schweden_Dänemark

Die heutige Fahrt führte mich von Visby in den Norden von Gotland.

Ursprünglich hatte ich geplant, heute auch noch in den Süden der Insel zu fahren. Aber daraus wurde nichts.
Ich habe im Norden an den Plätzen, die ich fand, zu viel Zeit gebraucht. Und stressen wollte und brauchte ich nicht. Wie schon einmal gesagt: Ich bin im Urlaub, nicht auf der Flucht.
Lieber etwas länger an einem Ort bleiben und in genauer anschauen, als von Location zu Location zu stressen. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Ich war auch im Norden nicht überall dort, wohin ich eigentlich wollte. Die Insel ist einfach zu gross, um sie in zwei Tagen genauer zu erkunden.

Aber ich fand heute einige interessante Orte, wenn auch noch fast alle Einrichtungen geschlossen waren. Offenbar zählt Pfingsten bei der Gotland-Tourismusindustrie noch nicht zur Saison. Es scheint sich also nicht zu lohnen, vor dem Sommer zu öffnen.

In Tingstäde stand ich beim Gotlands Försvarsmuseum (Militärmuseum) und der Tingstäde fästning (eine ehemalige Befestigungsanlage der Streitkräfte) vor verschlossenen Türen. Auf einem Zettel am Tor zur Festung stand dann, das die ab Kalenderwoche 26 (also Ende Juni) geöffnet sein wird.
Nun, wenn die einen nicht reinlassen wollten, so beschloss ich, die Sache mal von oben anzuschauen, und liess meine Drohne aufstiegen.
Zwar konnte ich einige gute Bilder der Anlage machen, musste den Flug aber nach ein paar Minuten wegen starker Windböen abbrechen. Als die Drohne plötzlich in die entgegengesetzte Richtung drehte, als ich mit der Fernsteuerung angab, holte ich sie wieder herunter. Ein Absturz über einem umzäunten Gelände hätte doch einige komische Fragen gegeben. Insbesondere, da, wie vorgeschrieben, auf der Drohne mein Name, meine Telefonnummer und meine Lizenznummer stehen…
Ich weiss nun, dass ich die Drohne auch bei Wind steigen lassen kann, dass aber starke Windböen kritisch sein können.

Weiter nördlich fand ich dann den ehemaligen Kalksteinbruch Bläse Kalkbruk, der nun ein Museum ist. Und heute leider auch geschlossen war. (sic!)
Kalksteinabbau scheint auf Gotland seit dem 19. Jahrhundert bis heute ein wichtiger Industriezweig zu sein.
Ich bin bei einem modernen Steinbruch vorbeigefahren. Und obwohl heute niemand gearbeitet hatte, war die Luft voller weisser Staub, der vom Wind schön in der Landschaft verteilt wurde. Ich musste heute Abend alle meine Geräte „entstauben“.

Ein weiteres geschlossenes Museum war das Bunge flygmuseum (Flugzeugmuseum).
Doch gleich daneben fand ich ein weiteres Museum, das sogar geöffnet war und über eine, ebenfalls geöffnete Freiluft-Cafeteria verfügte:
Das Bunge Museet ist ein Freilicht-Heimatmuseum, in dem wie beim Ballenberg in der Schweiz Häuser aus verschiedenen Zeit-Epochen auf der ganzen Insel abgebaut und hier wieder aufgebaut wurden.
Es gibt dort komplette Höfe aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert sowie weitere Gebäude wie zum Beispiel zwei Windmühlen, eine Sägerei und zwei Mühlen. Auch ein Köhlerplatz ist eingerichtet.
Abschliessend genehmigte ich mir dann bei sonnigem Wetter (mit stetigem Wind) im Garten der Cafeteria einen Kaffee.

Den Rest des Nachmittags sah ich mir die alten Stadtmauern von Visby an.
Die Hansestadt Visby wurde bereits 1805 unter Denkmalschutz gestellt; seit 1995 ist sie mit ihren zahlreichen mittel-alterlichen Bauten Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.
Die alte Ringmauer ist fast vollständig erhalten. Sie ist 3,6 km lang und zwischen 6 und 9 m hoch. Vor allem im Norden der Stadt ist die Mauer praktisch durchgehend noch da. Die Tore wurden zum Teil durch modernere Durchgänge ersetzt..
Etwas schade finde ich, dass die neueren Gebäude zuweilen bis direkt an die alten Mauern gebaut wurden. Bei uns wäre das wohl in der Form kaum möglich. Unser Denkmalschutz würde wohl Sturm laufen. 😉

Morgen werde ich das gleiche Programm durchziehen. Bloss geht es dann zuerst in den Süden der Insel. Und dann möchte ich das Innere der Altstadt von Visby etwas genauer anschauen.

Stay tuned.

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