
Die drei Stunden Fahrt von Linköping auf die Insel Öland habe ich ohne Zwischenhalt durchgezogen, weil ich auf Öland genügend Zeit haben wollte, um einen Zoo zu besuchen. Nichtsdestotrotz habe ich, wo immer es ging, die Autobahn gemieden und bin über Land gefahren.
Der Himmel war heute wolkenverhangen, wobei im Norden die Sonne immer noch durchbrach, während am südlichsten Punkt meiner heutige Reise kein Fleckchen Himmel mehr zu sehen war. Und das trotz starkem Wind.
Nun, der Plan mit dem ausgiebigen Zoobesuch ging leider nicht auf. Der Stugby Ölands Djurpark hatte nämlich noch geschlossen. Ich hatte die Angaben auf der Homepage wohl nicht ganz verstanden. Kein Wunder. Die Homepage ist logischerweise in Schwedisch. 😉
Also habe ich einfach umdisponiert und bin an die äusserste Südspitze des Insel gefahren. Dort steht der höchste Leuchtturm Schwedens, der Långe Jan.
An der Nordspitze der Insel steht das Gegenstück, der Långe Erik. Den schaue ich mir dann morgen an.
Die ganze Südspitze der Insel Öland ist ein Naturschutzgebiet, das Naturreservat Ottenby. Beim Leuchtturm gibt es auch eine Vogelwarte und gewisse Gebiete am Strand dürfen nicht betreten werden, um die Vögel nicht zu stören.
Entsprechend wimmelt es dort von Ornithologen, Amateuren wie Profis. Alle mit grossen Teleskopen auf Stativen ausgerüstet, mit denen die Vögel beobachtet werden.
Komisch fand ich bloss, dass ich offenbar der Jüngste vor Ort war. Ich sah keine Familien mit Kindern, sondern nur Rentner, mehr oder weniger gut zu Fuss.
Lustig war auch, Leuten zuzusehen, die selbst mit dem Rollator kaum gehen konnten (ist auch nicht ganz einfach auf einer Wiese), aber dabei trotz allem ein sperriges Fernrohr buckelten. Das nenne ich Engagement für seine Leidenschaft.
Offenbar ist Vogelkunde nichts für junge Leute?
Auf jeden Fall brauchte es eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen den Wind, der dort herrschte.
Ich trug trotz der Wolken fast die ganze Zeit die Sonnenbrille, damit meine Augen vom Wind nicht tränten. Aber diese Wetter leibe ich. Ich fühlte mich dort pudelwohl. 🙂
Auf der Rückfahrt nach Färjestaden, wo sich mein Hotel befand, machte ich noch Halt an der Eketorps borg.
An dem Standort gab es seit der Eisenzeit (4. Jahrhundert nach Christus) eine befestigte Anlage, eine sogenannte Ringburg. Diese bestand bis ins 7. Jahrhundert. Im 11. Jahrhundert wurde sie abermals aufgebaut und bewohnt.
1978 wurde die Burg rekonstruiert und in ihrem Inneren ein Museum eingerichtet, das die Geschichte dieser Burgen auf Öland (es soll mindestens 15 davon gegeben haben) zeigt.
Als ich allerdings um 16:15 ankam, war das Museum schon geschlossen. Ich konnte mir aber die Burg innen und aussen anschauen.
Nun bleibe ich für zwei Nächte hier auf der Insel. Morgen fahre ich in den Norden und lasse auf mich zukommen, was ich noch entdecke.