
In Dänemark sind die Etappen kürzer als in Schweden. Das hat in erster Linie mit der Grösse des Landes zu tun. Da Dänemark viel kleiner ist als Schweden, liegen die Orte auch viel näher beieinander.
Das macht die Reise nicht nur etwas entspannter (ich muss am Morgen nicht so früh aufstehen). Es gibt mir auch Zeit, Einrichtungen zu besuchen und etwas genauer anzuschauen, wenn sie mich interessieren.
Heute musste ich bloss über die Strasse. Genau gegenüber des Hotels in Hirtshals liegt das Nordsøen Oceanarium (Nordsee-Ozeanarium), das grösste Ozeanarium im Norden Europas.
Dort habe ich dann erst einmal über zwei Stunden verbracht, bevor ich mich wieder auf die Strasse begab. Ich hatte Glück. Kurz nachdem ich rein gegangen war, wurden die Robben gefüttert. Und weil das Ozeanium erst seit einer halben Stunde geöffnet hatte, waren noch nicht so viele Besucher dort. So konnte ich relativ nahe an das Becken, um meine Bilder zu schiessen.
Aber auch die Aquarien im Innern waren interessant. Das ganze Ozeanarium ist auf die Nordsee als Lebensraum ausgerichtet. In einem riesigen Tank mit einer meterhohen Scheibe tummelten sich Dutzende verschiedene Fischarten. Unter anderem auch zwei Mondfische. Diese als schwerste alle Knochenfische geltenden Tier sehen sehr ungewohnt aus.
Nach dem Mittag machte ich mich dann auf den Weg nach Hanstholm.
Ich hatte eine entspannte, schöne Fahrt über Land bei strahlendem Sonnenschein. Nach rund zwei Stunden traf ich dann bei meinem nächsten Ziel ein: dem Bunkermuseum Hanstholm.
Ich hatte eigentlich ein paar alte Bunker erwartet, aus der Zeit des Kalten Krieges oder älter. Die findet man hier oder in Schweden oder in Norwegen entlang der Küste immer wieder.
Hier allerdings wurde ich überrascht.
Die Festungsanlage Hanstholm ist eine grosse Küstenartillerie-Anlage der deutschen Wehrmacht. Sie wurde in Hals während dem 2. Weltkrieg mit vier 38-cm-Schiffsgeschützen (und zig kleineren Kanonen zum Schutz) gebaut, um zusammen mit dem Gegenwerk im norwegischen Kristiansand den Schiffverkehr durch den Skagerrak zu kontrollieren, feindliche Bewegungen zu verhindern und natürlich die jeweiligen Küsten zu verteidigen.
Die Geschütze hatten je nach Granate eine Reichweite von 55km. Leider waren sie aber nicht sehr genau. Die Deutschen selbst sprachen von einer Streuung von 400m auf die Maximaldistanz.
Die Geschütze sind nicht mehr da (in Kristiansand steht noch ein voll installiertes Geschütz). Allerdings ist das Rohr eines solchen Geschützes vor dem Museum aufgestellt. Es ist 19 Meter lang!
Die Festungsanlagen von 3 der 4 Geschütze sind noch vorhanden und in einer dieser Anlagen wurde nun das Museum eingerichtet. Jede der Anlagen war eine vollständig eingerichtete Festung, in der die Besatzung von rund 100 Mann monatelang lebte.
Für mich war es sehr interessant zu sehen, dass diese Anlagen innen praktisch genau gleich aussieht und eingerichtet ist, wie unser eigenen, alten Bunker der drei Festungen in den Alpen. Als hätte der gleiche Architekt gebaut. Und wie in allen Festungen, die nicht klimatisiert sind, war es konstant kühl dort unten. Das spürt umso mehr, wenn draussen Sommerwetter herrscht. 🙂
Morgen fahr ich weiter nach Aalborg. Dort habe ich gestern am Flughafen meinen Mietwagen abgeholt. Der Kreis schliesst sich also.
In Aalborg werde ich das Wochenende verbringen.