Heute hat es nur einmal geregnet, nämlich den ganzen Tag. 🙂
Lediglich die Intensität variierte etwas, aber runter kam immer etwas.
Entsprechend war auch keine gute Fernsicht. Auf Landschaftsaufnahmen war kaum zu hoffen.
Und irgendwelche Besichtigungen waren jetzt auch nicht gerade zuoberst auf meiner Liste.
Kurz: Ein Tag für Indooraktivitäten oder „nichts tun“.
Und selbstverständlich musste ich noch knapp 200 km zu meinem nächsten Ziel in Nykøbing Falster fahren. Aber das war ja sowieso eingeplant.
Aber was tun mit dem restlichen Tag?
200 km sind kein Tagespensum. Insbesondere, wenn wegen dem Wetter keine Stopps eingeplant sind.
Nach Museum stand mir nicht der Sinn, und Zoobesuche bei Regen sind auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Ausser man geht in einen Zoo, der Tiere hält, die warm brauchen. Tiere, die sich bei 18 Grad draussen nicht sehr wohl fühlen. 😉
Einen solchen hatte ich schon vor zwei Tagen bei Anfahrt nach Odense gesehen. Und beschlossen, den heute nach meiner Abfahrt in Odense gleich als Erstes zu besuchen: Terrariet – Reptile Zoo in Vissenbjerg, 20 Minuten Fahrt von Odense.
Ich war ca 10 Minuten nach der Öffnung um 10:00 dort, und der Parkplatz direkt vor dem Zoo war schon voll. Es war Samstag, Zeit für Familienausflüge. Und es regnete. Also gehen die Leute dorthin, wo sie rein können. Weshalb man allerdings mit dem Kinderwagen in diese engen Gänge der Terrarien rein muss, und wieso man einem Säugling auf den Armen unbedingt eine Giftschlange zeigen muss, ist mir schleierhaft. Der hat kaum verstanden, was da in dem Glaskasten war. Der war viel zu beschäftigt damit, all die Leute um ihn herum zu bestaunen. 🙂
Jedenfalls glich die Anlage zeitweise einer Kinderkrippe. Wobei die Kleinen sich für alles interessierten, bloss nicht für die Terrarien.
Dazu kommt, dass sich Reptilien selten viel bewegen. Und sich am liebsten irgendwo verstecken. Dann sieht man auf den ersten Blick nichts in dem Terrarium. Und schon ist das Interesse der Gören weg.
Am meisten Aufmerksamkeit bei den Kids hatten die Stoffschlangen im Souvenirshop. Aber irgendwie schnallen das die lieben Eltern und Grosseltern nicht.
Das macht dann leider das Fotografieren noch schwieriger als es durch das schwache Licht und die Glasscheiben der Terrarien schon ist.
Zeitweise hatte ich schon Phantasien, wie es wohl wäre, wenn man so einen schreienden Windelträger zu der Grossen Anakonda ins Terrarium werfen würde. Hi, hi.
Danach machte ich mich auf den Weg.
Nächste Station war, wie gestern schon erwähnt, die Brücke über den grossen Belt. Da gibt es einen Parkplatz auf der östlichen Seite, von dem man die Brücke sieht, bis sie am Horizont verschwindet. Den habe ich angesteuert, um ein paar Bilder zu machen, bevor ich über die Brücke fuhr.
Die ganze Brücke ist 18 Kilometer lang und verbindet die beiden Inseln Fünen (Fyn), auf der ich die letzten zwei Tage war, und Seeland (Sjalland), wo ich hin musste. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen, mein letztes Ziel dieser Reise.
Die Benutzung der Brücke ist nicht gratis. Am westlichen Ende auf Seeland steht eine grosse Mautstelle. Die Maut kann man bequem kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlen.
Allerdings ist die Maut ganz schön happig. Sie ist mit 270 dänischen Kronen (bei heutigem Kurs CHF 35.40) teurer als jede Fähre mit vergleichbarer Distanz, die ich letztes Jahr in Norwegen benutzt hatte. Und die Dänen sagen, Norwegen sei teurer als Dänemark. Naja…
Auf der Weiterfahrt nach Nykøbing Falster sah ich auf der Autobahn bei 130 km/h ein Schild vorbeihuschen, auf dem „Krokodille Zoo„.
Da ich Zeit hatte, und der geplante Zoobesuch in Falster wegen dem Wetter sowieso ausfiel, gab ich Krokodille Zoo ins Navi ein und stellte fest, dass der Zoo nur 20 Minuten von meinem nächsten Hotel entfernt lag.
Also habe ich heute zum zweiten Mal einen Indoorzoo besucht. 😉
Bei meiner Ankunft bot sich mir das gleiche Bild bezüglich Familien und Kleinkinder wie am Morgen.
Aber zum Einen waren es viel weniger (hier sahen die meisten nicht über die Brüstungen der Gehege, und somit nichts), und zum Anderen war es Nachmittag. Viele Familien ging nach Hause.
So war ich zeitweise mit den Viechern alleine.
Der Krokodille Zoo ist ein Privatzoo, der alle 24 noch lebenden Krokodilarten hält. Damit ist er einer von zwei Zoos auf der Welt, die das tun. Die Betreiber sind auch sehr stolz, dass es bis anhin gelungen, 17 der 24 Arten nachzuzüchten.
Übrigens: „Indoor“ hat mir heute nicht viel gebracht. Ich wurde zwar nicht verregnet. Aber die Temperaturen und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die solche Anlage wegen der Tiere haben müssen, haben mich so richtig schwitzen lassen. Ich war nach beiden Besuchen patschnass. 🙂
Da drin war es wie in einer Sauna. Meine Linsen beschlugen sich sofort, als ich von draussen rein gekommen war. Und ich musste ca 10 Minuten warten, bevor ich fotografieren konnte. So lange dauerte es, bis die Linsen die neue Umgebungstemperatur angenommen hatte und sich nicht mehr beschlugen.
Morgen ist die letzte Etappe meiner Skandinavienreise. Von hier fahre ich zum Flughafen Kopenhagen-Kastrup, um meinen Mietwagen abzugeben.
Vom Flughafen werde ich dann per Bahn ins Stadtzentrum von Kopenhagen fahren, wo ich die letzten paar Tage bleiben werde.