Skandinavien 2023: Odense

Gestern Abend und auch die Nacht durch hat es geregnet. Das brachte eine gewisse Abkühlung und vor allem ist die Schwüle von gestern nun wieder weg. Die Luftfeuchtigkeit war gestern so hoch, dass ich ständig schwitzte, obwohl es kaum wärmer als 22 Grad war.
Heute Morgen schien die Sonne wieder und der Wind, den ich in Skandinavien so schätze, sorgte dafür, dass es nicht zu heiss wurde.

Ich machte mich auf in die Stadt, um die Innenstadt zu erkunden und natürlich auch, um zu sehen, was die hier so alles über Hans Christian Andersen haben. Immerhin ist er hier geboren und wurde noch zu Lebzeiten Ehrenbürger der Stadt.

Es gibt im Wesentlichen zwei Museen über H.C. Andersen:
Ein kleines, unscheinbares Häuschen mit gerade mal drei Räumen und einem Garten, indem er seine Kindheit verbracht haben soll.
Und dann das Grosse, das H. C. Andersens Hus. Das ist eine grosse Anlage aus mehreren Häusern mit spezieller Architektur, für die es fast bekannter ist als wegen H.C. Andersen.

Darin ist eine grosse Ausstellung über das Leben und Werk von Hans Christian Andersen untergebracht. Die ganze Sache ist sehr modern gemacht, audiovisuell mit Lichteffekten.
Jeder Besucher kriegt ein Set Kopfhörer, in dem jede einzelne Station in einer wählbaren Sprache erzählt wird. Dabei hat man nicht einfach einen Text in verschiedenen Sprachen übersetzt, sondern für jede Sprache einen Autor engagiert, der die Geschichte in seiner Sprache erzählt.
Die Ausstellung ist umfangreich und wenn man alles genau hören (und sehen) will, braucht man dafür sicher zwei Stunden.
Ebenfalls in diesem Komplex integriert ist das eigentliche Geburtshaus, das aber bloss leere Räume hat, in denen die eine oder andere Gedenktafel angebracht sind.

Den Rest des Tages erkundete ich weiter die Innenstadt, bis ich dann zum Kaffee ins Hotel zurückkehrte und dort auch ein bisschen las. Ausserdem hatte ich noch die eine oder andere eMail zu erledigen.

Morgen fahre ich nach Nykøbing Falster. Dort werde ich noch einmal übernachten, bevor ich dann am Sonntag nach Kopenhagen fahren werde.
Das Besondere an der morgigen Fahrt wird die Brücke über den Grossen Belt, die Storebælt Brücke sein, wenn ich von der Insel Fünen (Fyn) auf die Insel Seeland (Sjælland) fahre. Die ist nämlich 18km lang.
Aber vorher habe ich morgen gleich als Erstes noch etwas anderes vor.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Legoland

Wie gestern angekündigt, war ich heute im Legoland in Billund.

Ich bin extra etwas früher aufgestanden und in Esbjerg losgefahren, damit ich um 10:00 da sein konnte, wenn der Park sein Pforten öffnete.
Ich machte mir kaum Sorgen von wegen „Anstehen“ und „zu viele Leute“. Ich hatte mein Ticket längst online gekauft.
Es ging mir darum, auf den Parkplatz P1 zu kommen, damit ich bis zum Eingang nicht zu weit gehen musste. Legoland hat 6 Parkplätze, von denen jeder mehrere hundert bis tausend Autos fasst. Aber eben, die einen Parkplätze sind näher beim Eingang als andere. Und die sind immer zuerst voll.

Ich hatte Recht. Als ich kurz vor 10:00 beim Legoland ankam, waren auf dem P1 noch weniger als 200 Parkplätze frei, und man konnte zusehen, wie der Zähler auf der Anzeige herunter zählte.
Aber ich schaffte es, und zusammen mit hunderten Familien mit Kleinkindern, Kinderwagen, Hunden, Kühlboxen und Rucksäcken voll Windeln & Schoppen musste ich 5 Minuten nach Türöffnung ca 10 Minuten anstehen, bis ich an den Eingang kam. Wie gesagt, der Gang zum Boxoffice blieb mir erspart. Ich hatte mein Ticket auf meinem Handy.

Legoland ist ein Freizeit-Park, wie zum Beispiel der Europa Park, inklusive Hotels und was sonst noch dazu gehört. Es hat verschiedenen Bahnen, aber auch Spielbereiche für Kinder und eine Miniaturwelt.
Alles ist auf Lego ausgerichtet. Die Bahnen heissen wie auch in anderen Parks „Pirate Land„, „Polar Land“ oder auch „Adventure Land„, etc. Und es gibt auch Ritterspiele, Theatervorführungen, Schiessbuden wie auf dem Jahrmarkt, Verpflegungsstände und Restaurants.
Nur ist hier halt eben alles im Lego Stil gehalten, und überall stehen lebensgrosse Figuren, die aus Lego Steinen gebaut wurden.
Und es gibt eine Miniaturwelt, in der halbe Städte und bekannte Gebäude 1:1 mit Lego Steinen gebaut wurden. So kann man hier den Eiffelturm, den Burj Khalifa, die Tower Bridge oder auch Schloss Neuschwanstein sehen.

Eine echte Überraschung für mich war eine umfangreicher Nachbau des berühmten Bryggen-Quartiers in Bergen, Norwegen. Ich kenne die Stadt ein bisschen und habe das Model auf Anhieb erkannt. Die Detailtreue ist sehr hoch. Bloss in Bezug auf die Ausdehnung musste man wohl etwas Abstriche machen.

Genau diese Miniaturwelt war für mich der Grund, nach Legoland zu gehen. Die Bahnen, Schiessbuden und Spielecken interessierten mich nicht. Aber zu sehen, was man mit den Lego Steinen, mit denen man vor 50 Jahren selbst gespielt hatte, alles gebaut werden kann, war sehr spannend. Besonders das 1:1 Modell eine Ferrari Sportwagens hatte es gross und klein angetan.
Lego gehört zu den drei grössten Spielwaren-Hersteller der Welt. Und ich denke, es hat Generationen von Kindern begleitet. Heutzutage gibt es viele verschiedene Bausätze, die man bauen kann. Aber das Ganze ist nicht ganz billig. Solche Bausätze kosten schnell einmal mehrere hundert Franken.
Ich bin halt immer noch Fan einer grossen Kiste voll mit bunten Lego Steinen verschiedener Grösse, mit denen man seiner Phantasie freien Lauf lassen konnte.

Der Park war übrigens entgegen meinen Befürchtungen angesichts der Menschenmenge am Morgen nicht voll. Es gab kaum Schlangen bei den Bahnen, und als ich nach dem Mittag wieder ging, war der Eingangsbereich leer, und nur noch eine Ticketkasse geöffnet.

Nun bin ich Odense. Hier werde ich zwei Nächte bleiben.
Und hier werde ich mich morgen mit einem weiteren, weltberühmten dänischen „Exportschlager“ beschäftigen:
Odense ist nämlich der Geburtsort von Hans Christian Andersen (der sich selbst immer nur H.C. Andersen genannt hatte). Er ist der Autor vieler sehr bekannter Märchen, wie zum Beispiel „Das hässliche Entlein„, „Des Kaisers neue Kleider„, „Die kleine Meerjungfrau“ oder auch „Die Prinzessin auf der Erbse„.
Hier gibt’s ein Geburtshaus und eine H.C. Andersen Museum. Das werde ich mir morgen mal ansehen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Ein letztes Mal an die Nordseeküste

Flaggen_Schweden_Dänemark

So langsam neigt sich meine diesjährige Skandinavienreise dem Ende zu. 😉
Zwar dauert sie immer noch eine gute Woche. Da ich aber schon sechs Wochen unterwegs bin, liegt der grösste Teil der Reise hinter mir.
Heute ist der 41. von 49 Reisetagen.
Vor mir liegen noch zwei Etappen, bis ich am Sonntag den Mietwagen am Flughafen Kopenhagen-Kastrup abgeben werde.

Somit bin ich heute die drittletzte Etappe gefahren, von Aarhus im Osten des Landes am Kattegat nach Esbjerg im Westen an der Nordseeküste.

Leider konnte ich nicht vermeiden, die ersten fast 100 Kilometer auf der Autobahn zu fahren. Das war zwar angenehm, da es kaum Verkehr gab und schönes Wetter herrschte, aber natürlich auch langweilig. Also nutzte ich die erste Gelegenheit, als ich ein Schild für einen Tierpark sah, und ging runter von der Autobahn. Ein Halt in einem Tierpark ist ungleich schöner und interessanter als auf einer Autobahnraststätte.

Es stellte sich heraus, dass der AQUA Akvarium & Dyrepark in Silkeborg mit der Universität Aarhus verbunden ist resp auf deren Gelände steht, und sich ausschliesslich mit der einheimischen Tierwelt auseinandersetzt.

Im Innern gibt es dann auch eine grosse Erlebnis- und Lernwelt für Kinder, wo diese viel über einheimische Fische und andere Tiere lernen können.
In den Gehegen gab es dann Biber (mit Jungtieren), Fischotter, Kormorane, Wildschweine, Schwäne, Wasserschildkröten und Waschbären.

Aber der grösste Teil der Anlage nimmt der Spielplatz mit Planschbecken ein.
Ich denke, damit finanziert sich der Tierpark hauptsächlich. Dort wimmelte es von Familien mit Kindern, die sich austobten, und so gar kein Interesse an den Tieren in Park hatten. Natürlich dürfen Glace- und Hotdog-Stand nicht fehlen, obwohl viele Familien mit kompletter Picknick- Ausrüstung angereist waren. Jetzt verstand ich auch, weshalb der Parkplatz voll war, als dort ankam. 🙂

Ich fand es trotzdem ganz interessant, besonders da es bei den Gehegen kaum spielende Kinder gab…

Je weiter ich danach nach Westen kam, desto bewölkter war der Himmel. Als ich den letzten Abschnitt zwischen der Nordseeküste und dem Ringkøbing Fjord nach Esbjerg fuhr, war die Sonne ganz weg. Aber es hatte nie geregnet. Auch jetzt nicht am Abend in Esbjerg.

Ich hoffe, das bleibt morgen so, oder wird besser.
Es wäre schade, wenn es regnen würde wenn ich im Legoland bin.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Ein Tag in Aarhus

Flaggen_Schweden_Dänemark

Das Wetter hat sich gebessert. Wegen des Windes.
Hier in Aarhus hatte es heute den ganzen Tag über ziemlich starken Wind. Und der sorgte dafür, dass die Gewitterwolken von gestern weggeblasen wurden. Die Sonne kam wieder durch.
Alles in allem ein schöner Tag, wenn man sich nicht an Wind störte. 🙂

Ich bin, wie immer, wenn ich einen ganzen Tag in einer für mich neuen Stadt bin, zu Fuss mit der Kamera losgezogen, und habe die Innenstadt und den Hafen etwas erkundet.

Aarhus hat eine gut ausgebaute, langgezogene Fussgängerzone mit vielen Geschäften und Restaurants. Dort war heute auch einiges los.

Viel interessanter fand ich allerdings die Wasserfront.

Das erste, das mir dort ins Auge stach, war eine schöne, grosse Jacht.
Keine der supermodernen Riesenjachten der russischen Oligarchen, wie ich sie letztes Jahr ab und zu in Norwegen gesehen hatte. Die Jacht hier war schon etwas älter, mit einem klassischen Aufbau, wenn auch mit modernen Mitteln ausgestattet.
Als ich näher ging, stellte ich fest, dass die Besatzung Marineuniformen trug und einander militärisch grüsste. Ausserdem stand an der Gangway ein Matrose mit gezogenem Säbel Wache und salutierte jeden, der aufs oder vom Schiff ging.
Auf der anderen Seite war das Schiff nicht bewaffnet, und dürfte auch für moderne Seekriegsführung zu alt sein. Trotzdem war’s offensichtlich etwas Offizielles.
Der Name des Schiffes war „Dannebrog„. Das ist der Name der dänischen Flagge.
Ein Blick ins Internet sagte mir dann, dass vor mir die Jacht des dänischen Königshauses lag, gebaut 1932.
Es ist neben der „Norge„, der Jacht des norwegischen Königshauses, eine der beiden letzten königlichen Jachten, die es noch gibt.
Ein wirklich schönes Schiff. 🙂

Am Wasser fand ich neben neuen, hochmodernen Überbauungen eine Gelände, das auf den ersten Blick wie eine Baubrache aussah. Als ich dann hin ging, fand ich heraus, dass es sich um ein Gemeinschaftsgartenprojekt namens Pier2 Haven handelt, mit dem Lebensqualität in das Hafengelände gebracht werden soll. Dort standen über 40 Hochbeete mit allerlei Gemüse und Kräutern, teils von Privaten, teils von der Projektorganisation.
Und mitten drin gab es einen Pavillon in Kugelform aus Plexiglas. Darin befand sich ein Café; und darum herum diverse Sitzmöglichkeiten.
Da ist man mit ein paar Schritten aus der Grossstadt mit Verkehr, Beton und Glas mitten in einem Garten. 🙂

Morgen geht es weiter Richtung Westen. Von hier aus fahre ich nach Esbjerg an der Nordseeküste, also einmal quer durch Dänemark.
Dort bleibe ich allerdings nur eine Nacht, weil ich am nächsten Tag auf dem Weg nach Odense ins Legoland will, das weniger als eine Stunde von Esbjerg entfernt in Billund ist. Das Ticket habe ich bereits gekauft.
In Billund ist übrigens auch der Sitz der Firma LEGO. 🙂

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Gewitter am Horizont

Flaggen_Schweden_Dänemark

Von der heutigen Fahrt von Aalborg nach Aarhus gibt es nicht viele Bilder. Und das liegt dieses Mal am Wetter. 🙂

Als ich am Morgen in Aalborg losgefahren bin, war der Himmel bewölkt und die Sonne drückte immer wieder mal durch. Es war warm, hatte kaum Wind und deshalb eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit.

Ich fuhr Richtung Süden. Anstatt den direkten Weg über die Autobahn zu nehmen, hatte ich mich auch heute wieder dafür entschieden, über Land entlang der Ostküste am Kattegat entlang zu fahren.
Nach ca einer Stunde verdunkelte sich der Himmel deutlich und irgend einmal habe ich in de rFrene sogar einen Blitz gesehen. Aber es blieb trocken.

Gegen Mittag traf ich in Udbyhøj ein. Dort gibt es eine kabelgezogene Fähre über den Randers Fjord.
Bei meiner Ankunft musste ich allerdings feststellen, dass die Fähre wegen eines technischen Problems nicht fuhr. Also machte ich eine kurze Pause und machte ein paar Aufnahmen vom Strand und dem Fjord. Die Lichtstimmung war sehr gespenstisch. Der Himmel war sehr dunkel und die Wolken hingen tief.

Nach ein paar Aufnahme musste ich allerdings abbrechen und zurück ins Auto gehen, denn das Gewitter begann. Und es regnete plötzlich ziemlich heftig.

Also suchte ich im Auto eine Alternativroute heraus und fuhr los.

Wegen des starken Regens lagen leider die geplanten Stopps mit Besichtigungen entlang der Küste nicht drin.
Ich habe zwar immer Regenjacke und -hose im Auto. Aber der Regen war zeitweise einfach zu stark. Man sah auch nicht sehr weit. Bilder hätte ich unter diesen Umständen keine vernünftigen schiessen können.

Unterwegs war die Sicht zeitweise etwas mühsam, und in Randers fuhr ich durch einen kleinen See, der sich auf der Strasse gebildet hatte. Offenbar hatte der örtliche Bach nicht alles Wasser aufnehmen können, das vom Himmel kam. Jedenfalls war die Feuerwehr im Einsatz.
Randers war übrigens meine erste Möglichkeit, den Randers Fjord zu überqueren, nachdem 27 km nördlich die Fähre in Udbyhøj nicht gefahren war.

Erst ca 50 km vor Aarhus liess der Regen nach, und als ich beim Hotel auf den Parkplatz fuhr, war der Boden schon wieder trocken.

Hier in Aarhus bleibe ich zwei Tage, bevor ich dann noch einmal an die Nordseeküste im Westen fahren werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Ein Tag Aalborg

Flaggen_Schweden_Dänemark

Heute habe ich mich als Sportfotograf versucht. 😉
Das Ergebnis ist durchzogen. Dieser Bereich der Fotografie verlangt von mir noch viel Übung, bis ich sicher sein kann, dass die Resultate auf Anhieb gut werden.
Aber ich habe doch ein paar schöne Bilder hingekriegt.

In Aalborg hat diese Woche die „DM-ugen 2023“ stattgefunden. Das ist die dänische Sportwoche, an der dänische Meisterschaften in verschiedenen Sportarten durchgeführt werden: Radrennfahren, Weitsprung, SUP, Beachvolleyball, Gewichtheben, Bankdrücken, Schwimmen, Breakdance, etc.

Das Ganze ist als eine Art Volksfest organisiert, dessen Zentrum das Hafengebiet von Aalborg war.
Entsprechend war die ganze Stadt in einer Art „Ausnahmezustand“: volle Restaurants und Hotels, gesperrte Strassen, Umleitungen, jede Menge Zuschauer, etc.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Fussgängerzone schaute ich mir das Festgelände an und blieb dort, wo ich einen Platz fand, von dem ich fotografieren konnte.
Egal wann und wo man war, irgend ein Wettkampf lief bestimmt. 🙂

Ich habe mich als Sportfotograf beim Beachvolleyball, dem Triatlon (Schwimmen), dem Stand-Paddling Rennen und dem Weitsprung der Frauen versucht.

Morgen fahre ich über Umwege nach Aarhus. Dort werde ich weitere zwei Tage bleiben, bevor ich wieder an die Westküste fahren werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Zurück nach Aalborg

Flaggen_Schweden_Dänemark

Heute fuhr ich also von Hanstholm am Skagerrak zurück nach Aalborg, wo ich vor zwei Tagen am Flughafen meinen Mietwagen übernahm.

Die Strecke ist ziemlich kurz, wenn man sie direkt fährt. In maximal eineinhalb Stunden ist man in Aalborg, wenn man will.

Deshalb fuhr ich erst einmal ein bisschen nach Süden an den Limfjord. Den überquerte ich an der engsten Stelle bei Aggersund.
Dort gibt es auch die Überreste der Aggersborg, der grössten Wikingersiedlung in Dänemark. Der Wall, den man heute noch sieht, hat einen Innendurchmesser von 240 Metern.
Viel mehr als den Wall sieht man allerdings nicht mehr. Und bei den Ausgrabungen fand man diverse Artefakte von Alltagsgegenständen. Weil aber die Wikinger mit Holz bauten, geben nur noch die gefundenen Pfahllöcher Auskunft über die Häuser innerhalb des Walls. Neben der Aggersborg steht eine Kirche, die aber nicht in direktem Zusammenhang mit der Wikingerburg steht.
Klar scheint auch, dass die Aggersborg dort gebaut wurde, um den Verkehr in und aus dem Limfjord zu kontrollieren.
Den Limfjord überquerte ich an der engsten Stelle über die Aggersundbroen, einer zweispurigen Zugbrücke.

Vorher hatte ich noch kurz Halt an einer „Raststätte“ gemacht, die mir gestern auf der Hinfahrt schon aufgefallen ist. Da standen, wie sonst bei keiner anderen Raststätte gesehen, zwei mit Schilf bedeckte Häuser.
Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Vogelbeobachtungsstation handelte, das Vejlernes Naturcenter. Entsprechend traf ich dort wieder auf Vogelkundler. Die mit den teuren und qualitativ sehr guten Ferngläsern und Fernrohren auf Stativen. Offenbar gibt in dem Feuchtgebiet, das direkt an den Limfjord grenzt, eine grosse Vielfalt an Vogelarten, die geschützt werden.

Mein letztes Ziel, bevor ich dann ins Hotel fuhr, war der Aalborg Zoo.
Das ist ein grosser Zoo mitten in der Stadt. Tatsächlich dauerte die Fahrt von dort zum Hotel weniger als 5 Minuten.
Der Zoo hat ein vielfältiges Spektrum an Tieren, deren Zusammensetzung man als klassisch bezeichnen könnte. Es gibt dort Tiger, Löwen, Giraffen, Elefanten, Seelöwen, Pinguine, Erdmännchen (natürlich), Krokodile, etc. Es gibt auch einen Garten mit Dinosauriermodellen in Lebensgrösse wie im Borås Djurpark in Schweden.
Und alles ist stark auf Familien ausgerichtet. Heute war der Teufel los: Samstag und schönes Wetter.
Das schreit doch gerade für einen Familienausflug mit Kind und Kegel. Auch Hunde durften natürlich nicht fehlen (was ich immer noch nicht verstehe).
Der ganze Zoo schien ein schreiender Kinderspielplatz zu sein. Oft hatte ich das Gefühl, dass Mami & Papi mehr an den Zootieren interessiert waren als die Kleinen. Falls die überhaupt alt genug waren, zu begreifen, wo sie waren.
Auch die Unsitte, mit den Kinderwagen überall rein zu müssen, und die verd…. Kinderwagen auf Gehwegen und direkt vor den Gehegen zu parkieren, wurde reichlich praktiziert.
Wenn sich drei so „Glucken“ mit ihren verd…. Kinderwagen direkt vor einem Gehege zum Gruppenschwatz treffen (keinen von denen hat ins Gehege zu den Pavianen geschaut), und so den anderen Leute den Zugang zum Gehege blockieren, muss ich mich schon arg zusammennehmen, damit nicht eine dieser Leggins tragenden Birkenstock-Mamsells plötzlich bei den Affen landet. Das wäre ein Spass. Was die Affen mit der anstellen würden… 😉

Ich erinnere mich an ein Fazit, dass ich 1990 bei meinem ersten Besuch im Zoo von Kopenhagen gezogen hatte: „Wenn ich reich werden will, ziehe ich nach Dänemark und produziere und verkaufe Kinderwagen.“
Das war schon damals so schlimm.

Hier in Aalborg bleibe ich nun bis Montag. Morgen schaue ich mir die Innenstadt und den Hafen ein bisschen. Ansonsten wird es einfach auch für mich Sonntag sein. 🙂

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Im Oceanarium und in einer Festung am gleichen Tag

Flaggen_Schweden_Dänemark

In Dänemark sind die Etappen kürzer als in Schweden. Das hat in erster Linie mit der Grösse des Landes zu tun. Da Dänemark viel kleiner ist als Schweden, liegen die Orte auch viel näher beieinander.
Das macht die Reise nicht nur etwas entspannter (ich muss am Morgen nicht so früh aufstehen). Es gibt mir auch Zeit, Einrichtungen zu besuchen und etwas genauer anzuschauen, wenn sie mich interessieren.

Heute musste ich bloss über die Strasse. Genau gegenüber des Hotels in Hirtshals liegt das Nordsøen Oceanarium (Nordsee-Ozeanarium), das grösste Ozeanarium im Norden Europas.
Dort habe ich dann erst einmal über zwei Stunden verbracht, bevor ich mich wieder auf die Strasse begab. Ich hatte Glück. Kurz nachdem ich rein gegangen war, wurden die Robben gefüttert. Und weil das Ozeanium erst seit einer halben Stunde geöffnet hatte, waren noch nicht so viele Besucher dort. So konnte ich relativ nahe an das Becken, um meine Bilder zu schiessen.
Aber auch die Aquarien im Innern waren interessant. Das ganze Ozeanarium ist auf die Nordsee als Lebensraum ausgerichtet. In einem riesigen Tank mit einer meterhohen Scheibe tummelten sich Dutzende verschiedene Fischarten. Unter anderem auch zwei Mondfische. Diese als schwerste alle Knochenfische geltenden Tier sehen sehr ungewohnt aus. 

Nach dem Mittag machte ich mich dann auf den Weg nach Hanstholm.
Ich hatte eine entspannte, schöne Fahrt über Land bei strahlendem Sonnenschein. Nach rund zwei Stunden traf ich dann bei meinem nächsten Ziel ein: dem Bunkermuseum Hanstholm.
Ich hatte eigentlich ein paar alte Bunker erwartet, aus der Zeit des Kalten Krieges oder älter. Die findet man hier oder in Schweden oder in Norwegen entlang der Küste immer wieder.
Hier allerdings wurde ich überrascht.
Die Festungsanlage Hanstholm ist eine grosse Küstenartillerie-Anlage der deutschen Wehrmacht. Sie wurde in Hals während dem 2. Weltkrieg mit vier 38-cm-Schiffsgeschützen (und zig kleineren Kanonen zum Schutz) gebaut, um zusammen mit dem Gegenwerk im norwegischen Kristiansand den Schiffverkehr durch den Skagerrak zu kontrollieren, feindliche Bewegungen zu verhindern und natürlich die jeweiligen Küsten zu verteidigen.
Die Geschütze hatten je nach Granate eine Reichweite von 55km. Leider waren sie aber nicht sehr genau. Die Deutschen selbst sprachen von einer Streuung von 400m auf die Maximaldistanz.

Die Geschütze sind nicht mehr da (in Kristiansand steht noch ein voll installiertes Geschütz). Allerdings ist das Rohr eines solchen Geschützes vor dem Museum aufgestellt. Es ist 19 Meter lang!
Die Festungsanlagen von 3 der 4 Geschütze sind noch vorhanden und in einer dieser Anlagen wurde nun das Museum eingerichtet. Jede der Anlagen war eine vollständig eingerichtete Festung, in der die Besatzung von rund 100 Mann monatelang lebte.
Für mich war es sehr interessant zu sehen, dass diese Anlagen innen praktisch genau gleich aussieht und eingerichtet ist, wie unser eigenen, alten Bunker der drei Festungen in den Alpen. Als hätte der gleiche Architekt gebaut. Und wie in allen Festungen, die nicht klimatisiert sind, war es konstant kühl dort unten. Das spürt umso mehr, wenn draussen Sommerwetter herrscht. 🙂

Morgen fahr ich weiter nach Aalborg. Dort habe ich gestern am Flughafen meinen Mietwagen abgeholt. Der Kreis schliesst sich also.

In Aalborg werde ich das Wochenende verbringen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Im Norden Dänemarks

Flaggen_Schweden_Dänemark

Die heutige erste Etappe in Dänemark begann völlig untypisch mit einer Taxifahrt.
Da ich bei der Organisation der Reise vor mehr als einem halben Jahr in Frederikshavn keine Autovermietung fand, die national operiert (das heisst ich kann den Mietwagen woanders zurückgeben als ich ihn übernommen habe), musste ich meinen Mietwagen am Flughafen in Aalborg bestellen und einen Transport von Frederikshavn nach Aalborg organisieren.
Ich fand im Netz ein Taxiunternehmen, welches solche Airportshuttles zu einem Fixpreis anbot.
Also bin ich heute erst einmal Dreiviertelstunden und 65km mit dem Taxi nach Süden gefahren, habe meinen Mietwagen übernommen und bin dann wieder in den Norden gefahren. 😉

Ich habe gemerkt, dass ich mich in den letzten fünf Wochen in Schweden an einiges gewöhnt habe, das nun anders ist.
Zum Beispiel gilt in Dänemark innerorts so generell einen Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h, dass das am Ortseingang nicht signalisiert wird. Das Ortsschild markiert den Beginn der 50er Zone. Anfang wunderte ich mich über die blinkenden Geschwindigkeitstafeln („Sie fahren ….“ und ein Smiley oder eben nicht). Nun hab ich’s begriffen. 😉
Viel einschneidender ist der Umrechnungskurs der dänischen Krone zum Franken. Die dänische Krone ist viel stärker als die schwedische Krone. Für die Schweden ist Dänemark als Urlaubsland in letzter Zeit sehr viel teurer geworden. Einzige Ausnahme: Alkohol ist hier weniger stark besteuert als in Schweden, aber immer noch viel mehr als bei uns. 😉
Wenn in den letzten Wochen 100 schwedische Kronen ca CHF 8.50 waren, sind nun 100 dänische Kronen ca CHF 14.–. Also ist Vorsicht geboten bei der Umrechnung.
Im Übrigen hatte ich schon bei der Buchung das Gefühl, dass Dänemark teurer ist als Schweden. Das dürfte am Umrechnungskurs liegen.

Und ich schlage mich wieder mit einer weiteren Fremdsprache herum, die ich definitiv nicht verstehe. Allerdings sind Schwedisch und Dänisch doch so nahe, dass die beiden Nationen einander gegenseitig zu verstehen scheinen.
Ein schönes Beispiel ist die Krimiserie „Die Brücke“ (Original in dänisch „Broen“ und in schwedisch „Bron„), welche ich auf Netflix in der Originalversion geschaut habe. Da sprechen die Polizisten aus Kopenhagen dänisch und die Polizisten aus Malmö natürlich schwedisch. Kein Problem.
Da ich weder die eine noch die andere Sprache verstehe, geschweige denn spreche, muss ich das glauben.
Allerdings scheint mir die Sprachmelodie des Dänischen viel schwieriger als bei Schwedisch. Und ich muss neue Worte für den Alltag lernen: „Øl“ heisst hier Bier. 😉 Und „Is“ heisst Eis, was vorher in Schweden „Glass“ hiess.
Trinkgeld ist in Dänemark nicht üblich, während in Schweden 10% völlig normal sind und erwartet werden. Die habe dort sogar ihre Kreditkartenleser so programmiert, dass man beim Bezahlen aufgefordert wird, den Totalbetrag einzutippen. So kann man die Rechnung um das Trinkgeld erhöhen.

Heute bin ich bis an die Nordspitze von Dänemark gefahren. Der Ort heisst Grenen und liegt in der Gemeinde Skagen.
Hier treffen die Nordsee und der Kattegat aufeinander.
Der Ort ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dänemarks. Laut Fremdenverkehrsbüro kommen pro Jahr über eine Million Touristen hier her. Und an einem Tag wie heute mit strahlender Sonne kam es mir vor, auf den eineinhalb Kilometer Sandstrand zum nördlichsten Punkt findet eine Völkerwanderung statt.
Aber ich habe noch eine weitere Beobachtung gemacht, die ich weit beindruckender fand als der schöne Sandstrand. Nämlich die ununterbrochene Kette von Tankern und Containerschiffe, die von Norden nach Süden und umgekehrt durch den Kattegat fährt. Die sieht man vom Strand aus bei gutem Wetter nämlich sehr gut. Da herrscht richtig Verkehr auf dem Wasser. Und keines der Schiffe ist klein. 🙂

Morgen besuche ich hier in Hirtshals erst einmal das Nordsøen Oceanarium, das hier beim Hotel gleichgegenüber liegt. Ein Ticket kriege ich im Hotel mit Rabatt.
Gegen Mittag werde ich mich dann auf den Weg nach Hanstholm an der Westküste machen werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Über den Kattegat nach Dänemark

Flaggen_Schweden_Dänemark

Heute hatte ich in Göteborg früh Tagwache: um 06:00.

Nach Frühstück und Packen ging’s mit dem Taxi zum Terminal der Firma Stena Line, die die Fährverbindung nach Frederikshavn in Dänemark betreibt.
Das Terminal kann sich sehen lassen: eigenes Parkhaus, Wendeplatz speziell für Taxis direkt vor dem Eingang, 4 Check-In Schalter, Gangway zum Schiff, damit man bei Regen nicht nass wird, etc.
Entsprechend gross auch die Fährschiffe: 9 Decks, wobei Deck 3 – 6 für Autos und Lastwagen reserviert sind, an Bord mehrere Restaurants, Spielsalons, Glückspielautomaten, eine Hundetoilette! und eine +Lounge. Die habe ich mir gegönnt. Ruhe, Sessel, gratis Getränke und Frühstück (hatte ich allerdings schon im Hotel) und nur drei Schritte neben dem Ein- und Ausgang. Ich konnte in Ruhe ein paar Bilder bearbeiten, denn die Fahrt dauerte dreieinhalb Stunden.
Das Witzige dabei ist, dass die Lounge mehr gekostet hatte als das Ticket für die Überfahrt.
Alles in allem kostete die Überfahrt €49.–. Davon waren aber ganze €28.– für die Lounge. 😉
Die restlichen €21.– teilten sich auf in €16.– für das Ticket und €5.– für Hafengebühren.

Während der Überfahrt regnete es. Aber es gab kaum Wind und die See war ruhig. Ich habe kaum gemerkt, dass ich auf einem Schiff fuhr.

Hier in Frederikshavn regnete es den ganzen Nachmittag ganz leicht. Gerade so wenig, dass man keinen Schirm brauchte, aber so viel, dass man mit der Zeit eben doch nass wurde. Über der Stadt hing ein Regenschleier, fast wie Nebel. Fernsicht auf das Meer gab es keine.
Mit aufkommenden Wind verzog sich der Regen dann aber am späteren Nachmittag.

Ich bin ein bisschen in der Innenstadt herumspaziert. Aber wegen dem Regen, und auch, weil es kaum Sehenswürdigkeiten gibt, habe ich mich dann irgendwann auf die Terrasse eines Cafés gesetzt (unter einen grossen Schirm), Kaffee getrunken und etwas gelesen. Wie gesagt, das Wetter wurde trockener, aber die Wind wurde stärker. So musste ich nicht ins Innere des Cafés.

Morgen fahre ich mit einem Shuttle an den Flughafen Aalborg, wo ich meinen nächsten Mietwagen übernehmen will.
Dort beginnt dann der Roadtrip Dänemark. Erste Station wird Hirtshals sein.

Stay tuned.