Skandinavien 2023: Wieder nordwärts

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Die heutige Etappe von Malmö nach Helsingborg war nur etwas mehr als 100 km lang. Entsprechend gemütlich nahm ich am Morgen beim Frühstück und beim Packen.

Nach dem Auschecken aus meinem Hotel fuhr ich, wie schon angetönt, zum Utsiktspunkt Öresundsbron, dem Aussichtspunkt von dem man die Brücke über den Öresund in ihrer ganzen Länge sieht.
Diese Brücke ist die längste Schrägseilbrücke der Welt. Sie verbindet die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden. Auf ihr gibt es eine Autobahn und einen Eisenbahn. Konkret kann man im Flughafen Kastrup in Kopenhagen direkt in den Zug nach Malmö einsteigen.

Danach ging’s in gemütlichem Tempo nordwärts Richtung Helsingborg.

Dort besuchte ich erst einmal das Tropicariet. 🙂

Man könnte sagen „schon wieder ein Zoo“…. 😉
Naja, ich mag die Viecher einfach. Ich finde die Formen und Farben faszinierend. Und es stellt eine Herausforderung dar, die Tierchen in den schwierigen Lichtverhältnissen zu fotografieren.
Und ich habe genügend Zeit. Also gehe ich ganz gerne immer wieder in einen Zoo oder ein Terrarium.
Ich rechnete vor dieser Reise allerdings nicht, in Schweden und dann noch entlang meiner Route so viele solcher Einrichtungen zu finden. Alleine die Bearbeitung aller der Fotos aus den Zoos dieser Reise wird wohl Wochen in Anspruch nehmen. 😉

Leider ist mir dann beim Wegfahren vom Parkplatz der Tropicariet ein Missgeschick passiert. 😦
Ich habe einen grossen, aber sehr niedrigen Böller nicht gesehen und bin hineingefahren. Mein rechter vorderer Kotflügel und die Beifahrertür sehen leider nicht mehr so gut aus.
Ich weiss nicht, ob ich mit dem so noch acht Tage und mehrere 100 Kilometer fahren kann.
Eine erste telefonische Auskunft von Europcar hier war, dass sie das Auto nicht tauschen können, weil sie keinen einzigen Wagen mehr hier hätte. Das scheint zu stimmen, wie ein Blick auf die Homepage von Europcar zeigte. Wenn ich noch fahren könne, und kein anderes Auto involviert wäre (ist es nicht), solle ich das Unfallprotokoll ausfüllen (gemacht!) und so bis Götheborg weiterfahren.

Ich werde aber trotzdem am Montag bei Europcar hier in Hels vorbeifahren. Ich will sicher sein, dass das Auto wirklich solange fahrbar ist oder nicht. Und falls nicht, werde ich versuchen, von einer anderen Mietwagenfirma einen Wagen zu kriegen. Gemäss Internet hat Hertz in Helsingborg noch Autos. Mal schauen.
Vorerst steht der Wagen bis Montag im Parkhaus. Es nervt, aber was soll’s. Ist passiert und jetzt muss ich mich organisieren, um weiterzukommen.
Um die Regelung des Schaden wird sich die Vollkaskoversicherung kümmern. Und ich hoffe, dass ich den Selbstbehalt über den Eti-Brief vom TCS zurückkriege.

Morgen schaue ich mir aber erst einmal die Innenstadt von Helsingborg etwas näher an.

Mein Hotel, das Scandic Oceanhamnen ist übrigens so neu, dass es bei Google Streetview resp dem Satellitenbild bei Goolge Maps noch gar nicht zu sehen ist. DAs ist hier ein komplettes neues Viertel, das direkt neben dem Fährhafen aus dem Boden gestampft wurde.
Von meinem Hotelzimmer im vierten Stock kann ich direkt auf die Brücken der ein- und ausfahrenden Fähren sehen.

Und heute Abend habe ich einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten können.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Malmö

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Heute war in Malmö der Teufel los.
Es war der Tag des Schulabschlusses, vergleichbar mit der Matura, dem Abitur oder wie es sonst genannt wird.
In Schweden gibt es keine Abschlussprüfungen mehr. Vielmehr werden alle Noten des letzten Jahres für den Abschluss herangezogen.
Daher wird dieser Tag von den Damen und Herren Schulabgänger lautstark gefeiert.
Dazu gehören Hupkonzerte, Trillerpfeifen, aufheulende Motoren und vor allem Lastwagen mit starken Soundanlagen, auf deren Ladefläche gefeiert wird. Zusammen mit Feuerwerk, das ich auch gehört habe, war die Stadt den ganzen Tag bis in den Abend hinein in einem grossen Lärm gehüllt. Zudem gab es in der Innenstadt am Nachmittag ein respektables Verkehrschaos.
Und dass gleich neben meinem Hotel ein Gymnasium steht, war auch nicht gerade hilfreich… 😉

Heute habe ich aber auch meine zweite Speicherkarte der Hauptkamera gefüllt: die nächsten 240 GB Daten.
Das lag vor allem daran, dass ich am Morgen das Malmö Reptilecenter besucht hatte. Die Tierchen dort hatten es mir angetan. Ich blieb über zwei Stunden drin. Trotz einer lärmenden Schulklasse von geschätzt 30 Dritt- oder Viertklässlern.

Das alleine hätte aber nicht gereicht, um die Karte endgültig zu füllen. 😉

Am Nachmittag besuchte ich das Schloss Malmöhus.
Neben mehreren Ausstellungen über die Stadtentwicklung sowie einer Auswahl aus der Kunstsammlung gibt es dort auch einen Teil, der über die Geschichte des Schlosses sowie der dazugehörigen Machtpolitik der schwedischen und dänischen Könige Auskunft gibt. Und Teile des Schlosses sind in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.
Damit hatte ich gerechnet und das hatte mich auch interessiert.
Dann stellte sich heraus, dass es noch eine naturwissenschaftliche Ausstellung mit ausgestopften Tieren aus aller Welt gibt. Das hatte mich dann eher weniger begeistert.
Zu dieser Ausstellung gehörte aber, im Keller, ein sogenanntes Aquarium.
Zu meiner Überraschung fand ich dort aber nicht nur einige Becken mit Fischen und anderem Meeresgetier. sowie viele ausschliesslich in Schwedisch gehaltenen Informationstafeln.
Es gab eine grosse Anzahl Terrarien mit Reptilien aus der ganzen Welt: Thematisch geordnet nach Gegend, in der die jeweiligen Tiere vorkommen, und mit guten Erklärungen versehen.
Dass ich in den altehrwürdigen Mauern moderne Terrarien mit Greifschwanz-Lanzenotter, Gabunviper, Samaragdboa und Pfeilgiftfröschen antreffen würde, damit hatte ich nun  nicht gerechnet. Und es waren alles Tiere, die ich am Morgen im Reptilecenter nicht angetroffen hatte.
Tja, und so füllte sich die Speicherkarte in meiner Kamera halt….
Entsprechend stieg auch meine Verweildauer im Schloss. Ich blieb den ganzen Nachmittag.

Nach einem Kaffee in der Schlosscaféteria spazierte ich durch den Schlosspark zurück zu meinem Hotel.

Unterwegs kam ich mehrmals in den „Genuss“ der Pfeif- und Hupkonzerte von feiernden Schulabgängern.

Übrigens: Wenn ich nicht noch eine Speicherkarte kaufen kann, dann wird die Speicherkapazität für meine NIKON Z7 in ca 10 Tagen erschöpft sein.
Ich habe XQD-Speicherkarten für total 720 Gigabyte bei mir. Ich bin davon ausgegangen, dass das reichen sollte. Tut es aber nicht. Die ersten 480 GB sind mit ca 4’600 Rohbildern bereits gefüllt.
Die Schwierigkeit ist nun, eine weitere XQD-Karte zu kaufen. Bloss kriegt man die nicht einfach so im Laden. Ich war bereits bei MediaMarkt-Filialen und drei weiteren Fachgeschäft erfolglos. Und online kann ich sie nicht bestellen, weil ich keinen feste Adresse in Schweden habe. Also suche ich weiter…

Morgen fahre ich weiter nach Helsingborg, wo ich das Wochenende über bleiben werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Der Südküste entlang nach Malmö

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Ich hatte gestern im Hotel in Ystad einige Kleidungsstücke waschen lassen. Als ich die Preisliste gesehen hatte (das fing bei rund 4 Franken für eine Unterhose oder ein Paar Socken an…), stellte ich mich auf eine etwas höhere Rechnung ein. Das waren die höchsten Wäschepreise, die ich bisher in Schweden gesehen hatte. Nur in Norwegen waren sie noch höher…
Als ich allerdings um 17:00 an der Rezeption nach meiner Wäsche fragte, wusste erst einmal niemand Bescheid. Drei Telefonate später verschwand die Rezeptionistin in der Wäscherei und kam mit meiner Wäsche zurück.
Allerdings war die noch nass!!!
Eine Jacke, ein Hemd, drei TShirts, Taschentücher, Unterhosen und Socken nass an Kleiderbügeln aufgehängt.
Ich habe die Wäsche dann mit aufs Zimmer genommen und dort zum Trocknen aufgehängt. Zum Glück trocknete alles bis heute Morgen, als ich packen musste.
Beim Auschecken sollte ich dann auch die Wäsche bezahlen.
Da habe ich aber reklamiert und gesagt, dass ich mir vorgekommen wäre wie in einer Jugendherberge, aber ganz sicher nicht wie in einem 4**** Hotel.
Zufällig war da irgendeine Chefin anwesend und hat die junge Rezeptionistin überwacht. Und die hat mich ganz entgeistert angeschaut. Also habe ich noch etwas nachgelegt. Immer schön freundlich und ruhig, aber mit einem leicht wütenden Unterton in der Stimme. Ich war darauf vorbereitet, denen zu sagen, dass sie „nette“ Bewertungen bei tripadvisor und booking lesen werden können. 😉
Aber die Chefin hat sofort entschieden, mir diese Wäsche nicht zu berechnen. Damit konnte ich gut leben. Schliesslich waren die Sachen sauber, und mittlerweile auch trocken. Und nun kostet das nichts. Auch gut.
Also lassen wir das mit den Beurteilungen… 🙂
Ich weiss nicht, wer hier was verbockt hat. Aber lustig wird es für diejenige oder denjenigen kaum werden…
Ich finde es immer schade, wenn so etwas passiert. Denn eigentlich ist das Fritiden Hotell & Kongress in Ystad ein sehr gutes Hotel.
Wenn ich alle Faktoren (Lage, Zimmer, Service, Restaurant, Personal, Frühstück, Allgemeiner Standard, Preis, Parking, etc.) vergleiche, ist es sogar das beste Hotel dieser Tour bisher. Nur eben: Mit der Gästewäsche scheinen sie so ihre liebe Mühe zu haben

Die Fahrt von Ystad nach Malmö ist unter einer Stunde zu machen.
Daher habe ich schon bei der Planung vor einem halben Jahr entschieden, der Küste auf der Landstrasse zu folgen. Das war dann auch eine wunderschöne, gemütliche Fahrt.
Zwei Mal habe ich angehalten und bin an den Strand gegangen. Ganz offensichtlich hat die Feriensaison noch nicht begonnen. Die Anzahl Wohnmobile und Badende im Meer waren überschaubar.
Ebenfalls bereits bei der Planung habe ich der Abstecher nach Falsterbo festgelegt. Diese Halbinsel im äussersten Südwesten Schwedens ist eine Feriengegend, in der sehr viele wohlhabende Schweden aus dem ganzen Land ihre Sommerhäuser haben.
Heute morgen habe ich bei Google Maps auf Falsterbo noch ein Photomuseum entdeckt. Da mich das von Thema her interessiert, bin ich es kurz nach Mittag angefahren.
Als ich dann hineinging, durfte ich feststellen, dass das Falsterbo Photo Art Museum gerade eine grosse Ausstellung über Helmut Newton hatte. Die Bilder waren sowohl Leihgaben als auch aus dem Besitz der Eigentümer dieses privaten Museums.
Aus dem Fundus eben dieser Eigentümer waren zudem noch weitere Originale von berühmten Fotografen ausgestellt: Hans Feurer, Markus Klinko, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Bettina Rheims, Ellen von Unwerth, Richard Avedon, etc.
Ich blieb fast 2 Stunden dort. 😉

Nun bin ich in Malmö. Morgen werde ich mir die Innenstadt näher ansehen. Allenfalls, wenn nicht erst übermorgen (ich weiss es noch nicht), fahre ich zum Aussichtspunkt, von dem man die Brücke über den Öresund (Öresundsbron) sieht, die nach Kopenhagen hinüber führt.

Übrigens: Ich habe in den Galerien hier eine neue Galerie für diese Reise „Schweden & Dänemark 2023“ eingerichtet und lade dort jeweils die zwei, drei Bilder, die ich pro Tag bearbeite, hoch.
Es ist klar, dass das Meiste der Bilder erst nach der Reise bearbeitet und hochgeladen werden kann. Und es wird angesichts der Länge der Reise viele Bilder geben, die zu bearbeiten Monate dauern wird.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Ystad

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Heute war ein gemütlicher Tag in Ystad angesagt

Erst einmal habe ich die Fussgängerzone von Ystad erkundet. Dabei bin ich auf eine hübsche Altstadt gestossen, voller älterer Gebäude, die aber sehr schön unterhalten waren.

Neben der Sankta Maria kyrka, die sich direkt hinter dem grossen Hauptplatz befindet, gibt es in Ystad auch noch ein ehemaliges Kloster mit Kirche.
In den Räumlichkeiten des Klosters befindet sich ein kleines Museum. Leider sind alle Exponate ausschliesslich in schwedisch angeschrieben. Nach ein paar Stationen habe ich aufgehört, die Text mit dem Smartphone zu scannen und zu übersetzen. Ich habe ganz einfach die Exponate bewundert. 😉
Der Besuch der Klosterkirche war ernüchternd. Hier hat die Reformation ganz Arbeit geleistet. Die ehemals katholische Kirche (Klöster waren alle katholisch) ist leer! Da wurde alles an Schmuck ausgeräumt. Keine Dekorationen, keine Verzierungen mehr.

Ystad ist übrigens der Ort, an dem die Wallander-Krimis des schwedischen Autor Henning Mankell spielen. Ich habe die Krimis alle vor einigen Jahren gelesen. Trotzdem erinnerte ich mich nicht mehr an Ystad, bis ich heute einen Flyer gesehen hatte, der darauf hinwies.

Am Nachmittag bin ich dann kurz aufs Land gefahren, um das Marsvinsholms slott in der Nähe von Skårby zu besuchen und zu fotografieren. Das Schloss ist privat und kann nicht besichtigt werden. Aber entgegen den Angaben, die ich im Internet gefunden hatte, war auch der Park nicht zugänglich. Ich kam nicht in die Nähe der Schlosses.
Also gab’s ein paar Aufnahme aus der Ferne, und dann fuhr ich wieder zurück nach Ystad, wo ich den Nachmittag auf der Terrasse des Hotels verbachte.

Morgen geht die Reise dann weiter nach Malmö.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Nationalfeiertag

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Der 6. Juni ist der schwedische Nationalfeiertag. Somit sind hier die meisten Geschäfte geschlossen und auf den Strassen hat es relativ wenig Verkehr.
Dafür werden die gängigen Ausflugsziele rege besucht, besonders, wenn sie am Meer liegen. Das warme, sonnige Wetter lädt zu Aktivitäten im Freien ein.
Und wenn es nur ein entspannter Nachmittag im Strassencafé ist.

Wie geplant habe ich heute den Ystad Djurpark besucht.
Aber vorher habe ich noch in Simrishamn Halt gemacht, und einen gemütlichen Spaziergang mit anschliessendem Kaffee am Hafen gemacht.

Der Tierpark Ystad liegt etwas ausserhalb der Stadt. Es ist kein Zoo im eigentlichen Sinne, sondern eher ein grosser Park, in dem in weitläufigen Gehegen Tier gehalten werden. Dabei gibt es wenige exotische Tiere. Vielmehr findet man Herdentiere wie Alpakas und Antilopen, aber auch besondere Rinderarten, Ziegen und Schweine. In einer Anlage werden Zebra, Watussirinder und Strausse gehalten.
Es gibt ein grosses Becken mit Mississippi-Alligatoren und es gibt natürlich auch Kattas.
Der Park ist ganz klar auf Familien mit Kindern ausgelegt. Er ist sehr weitläufig und die Gehege sind erfreulich gross. Entsprechend kommen viele Familien gleich mit einer kompletten Picknickausrüstung.
Etwas, das mich sehr erstaunte (und auch gleich ärgerte): Der Park erlaubt Hunde. Das habe ich bisher noch nirgends gesehen. Hunde bedeuten in der Regel grossen Stress für die Tiere in den Gehegen, und für den Hund dürften die vielen Eindrücke auch nicht gerade einfach sein.
Und wenn dann so ein oberschlauer Opa wegen seinen zwei Enkelinnen während einer geschlagenen Viertelstunde (oder länger) seinen Hund beim Gehege der Kattas hochstehen und durch Netz in das Gehege hecheln lässt, dann könnte ich einen solchen alten Esel eigentlich nur ohrfeigen.
Der Stress, den der Hund bei der ganzen Katta-Gruppe auslöste, war deutlich sicht- und hörbar. Die ganze Gruppe war alarmiert und versuchte, diese unbekannte Gefahr unter Kontrolle zu bringen. Insbesondere die Weibchen mit den Jungen reagierten ziemlich heftig.
Aber Opa fands toll, wie alle Kattas zu ihm und seinen Enkelinnen kamen. 😦 Gott, lass‘ es Hirn regnen.
Ich verstehe bloss nicht, dass der Tierpark das zulässt.

Im Hotel in Ystad angekommen, stellte ich fest, dass es hier im 7. Stock eine Rooftop Bar gibt. Der ideale Ort, um den Tag mit einem Bierchen bei einer grossartigen Aussicht abzuschliessen.

Morgen schaue ich mir in aller Ruhe Ystad an.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Weiter nach Kristianstad

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Karlskrona verliess ich heute gegen Mittag bei schönstem Wetter. Mittlerweile kann man hier von Sommer sprechen. Im Windschatten erreichten die Temperaturen 23 Grad Celsius. Und weiterhin kein Wölkchen am Himmel. 🙂

Die direkte Fahrt nach Kristianstad war mit etwas über 100 Kilometer recht kurz. Also habe ich wieder Abstecher in die Wälder im Landesinnere gemacht. Auch wieder, um die langweilige Autobahn zu vermeiden.
Dieses Mal bin ich einige Kilometer wirklich auf nicht geteerten Wegen durch die Wälder gefahren.
Dabei habe ich auch einen Hasen gesehen, der mitten auf dem Weg sass. Als ich allerdings näher kam, war er sehr schnell im Dickicht verschwunden.

Später fuhr ich auf  Nebenstrassen der Küste entlang und besuchte unter anderem das Schloss Sölvesborg. Das Schloss ist ein Landsitz aus dem 19. Jahrhundert mit einem kleinen Park am Ufer einer Bucht. Leider war das Restaurant im Schloss geschlossen. Also wurde nichts aus dem geplanten Kaffee. 😦
Neben dem Schloss stehen Ruinen aus dem Mittelalter. Der Ort hat also schon damals eine Bedeutung gehabt.
Allerdings wurde ich in Sölvesborg durch etwas anderes überrascht: Plötzlich fuhr ich auf der Hauptstrasse durch ein grosses Festivalgelände, das sich offenbar im Aufbau befand. Auf dem Plakaten prangte der Schriftzug „Sweden  Rock Festival„. Im Internet fand ich später heraus, dass hier vom Mittwoch, 7.6.23 bis Samstag, 10.6.23 ein grosses Hardrock Festival mit internationaler Beteiligung stattfindet. Aus dem Line-Up kenne ich ca einen Drittel der Bands. Aber nicht alle mag ich. 😉

Mein nächster Halt war Åhus kurz vor Kristianstad. Diese kleine Stadt ist Heimat der Firma Absolut Vodka. Eigentlich wollte ich das Besucherzentrum Absolut Home anschauen.
Aber leider war im Stadtzentrum, in der Nähe des Besucherzentrums, kein Parkplatz zu finden. Der bevorstehende Nationalfeiertag morgen sowie das gute Wetter, dürfte die Leute in die verkehrsberuhigte Innenstadt und an den Fluss gelockt haben.
Also fuhr ich nach einer kurzen Runde weiter nach Kristianstad, wo ich nach dem Einchecken im Hotel noch die Stadt ein wenig erkundete. Ich hätte ja sowieso nichts degustieren können…

Ca einen Kilometer vor meinem Hotel in Kristianstad sprang mein Tageszähler auf 3’000 km. Damit war ein weiterer Meilenstein meiner Tour erreicht.

Morgen dürfte wegen dem schwedischen Nationalfeiertag alles geschlossen sein. Jedenfalls ist heute alles wie an einem Samstag. Das Parkieren ist bis Mittwochmorgen gratis, und morgen gelten hier im Hotel die Frühstückszeiten für Sonntage.

Der Weg zu meinem nächsten Ziel, Ystad, ist wiederum nicht sehr weit. Das macht aber nichts, denn ich habe vor, den Tierpark von Ystad zu besuchen. Laut Homepage ist er morgen geöffnet.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Karlskrona

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Karlskrona wurde im 17. Jahrhundert als Flottenstützpunkt gegründet, um einen strategischen Vorteil der Dänen auszugleichen.
Stockholms Hafen war zu der Zeit regelmässig zugefroren, und die dortige Kriegs- und Handelsflotte konnte im Winter nicht auslaufen.
Hingegen konnten die dänischen Schiffe während dem ganzen Jahr in See stechen, weil ihre Häfen (in erster Linie natürlich Kopenhagen) weiter südlich lagen und somit ganzjährig eisfrei blieben. Angesichts der ständigen Rivalität der beiden Länder um die Vorherrschaft in der baltischen See ein ganz entscheidender Vorteil.

Karlskrona liegt deutlich südlicher als Stockholm. Daher sind ihre Häfen im Winter kaum zugefroren. Zudem liegt die Stadt verteilt auf vielen kleineren Inseln und ist durch die Schären gegen das Meer hin gut geschützt.

Heute gehören Teile von Karlskrona zum UNSECO Weltkulturerbe. Darunter ist auch die Insel Stumholmen, auf der viele Handwerksmanufakturen zur Versorgung der Marinebasis lagen.
Auf Stumholmen liegt heute auch das schwedische Marinemuseum, in dem die Geschichte der schwedischen Seefahrt, insbesondere der militärischen Seefahrt dokumentiert wird. Neben dem Museum liegen zudem noch drei Schiffe (ein Minenräumer, ein Schnellboot und das letzte in Karlskrona gebaute Segelschiff), die besichtigt werden können, sowie der originale Bootschuppen, in dem früher im Winter die Beiboote grosser Schiffe eingelagert wurden.
Neben dem Marinemuseum gibt es auf der Insel auch einige Fortifikationen sowie ein ehemaliges Gefängnis.

Es scheint, als hätte die Stadt ein Vogelproblem. Besser gesagt: ein Möwenproblem.
Die sind hier überall. Sie sind gross und gut genährt. Und überhaupt nicht scheu.
Ich habe heute zwei Mal die gleiche Szene erlebt:
Am Morgen beim Frühstück hat sich eine Familie mit vier Kindern auf die Terrasse gesetzt, um an der frischen Luft zu frühstücken. Das eine Mädchen (ich schätzte sie auf 10 – 12 Jahre) hat seinen Teller auf den Tisch gestellt, an dem seine Geschwister schon sassen, und hat sich zum Vater am anderen Tisch umgewandt. Und schon kam eine Möwe, packte das grösste Stück Melone, das auf dem Teller lag, und war gleich wieder weg.
Am Mittag beobachtete ich fast die gleiche Szene beim Marinemuseum: Eine Gruppe Touristen, vermutlich aus Polen, hatte sich am Buffet mit Essen eingedeckt und war mit Bergen von Essen auf den Tellern nach draussen gekommen, um im Freien zu essen.
Die eine Dame stellte ihr Tablette auf einen freien Tisch und ging dann an den Tisch daneben, wo ihre Freunde bereits am Essen waren.
Auch da war sofort eine Möwe da, schnappte sich ein grosses Stück Fleisch vom Teller und flog wieder weg. 🙂
Das passiert offenbar öfters. Und natürlich trifft es hauptsächlich Touristen, weil die das nicht kennen und entsprechend auch nicht aufpassen.
Die Dame an der Rezeption bestätigte mir danach, dass das ein echtes Problem sei, und man nicht wissen, was man dagegen tun könne. Nun, ich wüsste schon was. Aber ob das in der Öffentlichkeit Gefallen finden würde, wage ich zu bezweifeln…

Stay tuned.

Skandinavien 2023: An der Südküste Schwedens

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Nun bin ich an der Südküste Schwedens angekommen.
Der Stadtkern von Karlskrona liegt auf einer Gruppe von Inseln in Mitten der Schären vor der südlichen Küste Schwedens.

Die Fahrt hierher war relativ kurz, etwas mehr als 100 Kilometer.
Und auch wenn ich, wie immer, die Autobahn sobald als möglich verliess und über Land, oder besser durch die Wälder fuhr, hatte ich keinen Zeitstress.
Also genug Zeit, erst gegen Mittag aufzubrechen und nach dem Check-Out noch ein bisschen in Färjestaden herumzufahren und den Ort anzuschauen.
Und auch, um Proviant für unterwegs einzukaufen.
Es gibt hier auch Coop-Geschäfte. Bloss ist deren Logo nicht Orange wie bei uns, sondern Grün. Aber es gibt sie überall in allen Grössen, mit einem guten Sortiment an Lebensmittel und auch verschiedenen Non-Food Artikeln. Bei Coop (ausgesprochen wird das hier Englisch, also „Kuup“, und hat vermutlich nichts mit einer Kooperation oder Genossenschaft zu tun) kriege ich hier alles, was ich brauche.

Durch die kurze Anfahrt war ich schon um 14:00 hier in Karlskrona.
In meinem Hotel, dem Scandic Karlskrona, hat das für den Check-In keine Rolle gespielt. Mein Zimmer war bereit. In anderen Hotel musste ich auch schon bis 15:00 warten, um einchecken zu können.

Hier bleibe also ich das Wochenende über.

Übrigens: Die Scandic-Hotelkette ist meine bevorzugte Wahl in Skandinavien (in Norwegen kommen dann noch die Thon-Hotels dazu).
Diese Hotels sind sicher nicht die günstigsten, aber ich wurde weder hier in Schweden noch in Norwegen in einem Scandic-Hotel je enttäuscht. Im Gegensatz zu anderen Hotels in Skandinavien waren die Zimmer bisher nie klein und eng. Der Service war bisher auch immer gut, und, und das ist für mich wichtig, das WiFi ist stark und stabil. 😉
Und die Frühstückbuffets können sich sehen lassen. 🙂
Alles in allem guter 4**** Standard.
Auf dieser Reise übernachte ich in elf verschiedenen Scandic-Hotels in Schweden und Dänemark, insgesamt 20 von 48 Übernachtungen.
Ich bin letztes Jahr dem Scandic-Club beigetreten. Jetzt sammle ich mit jeder Buchung Punkte (ich habe im Moment noch keine Ahnung, was ich dafür kriegen werde), und konnte bei den Buchungen jeweils von einem Rabatt profitieren.

In Karlskrona machte ich es mir erst einmal in der Strandbar des Hotels gemütlich, und später ging ich noch auf einen Spaziergang durch die Innenstadt.

Morgen werde ich meine Kamera mitnehmen, denn ich habe doch einige Plätze und Gebäude gefunden, die es Wert sind, fotografiert zu werden. 😉
Ausserdem möchte ich das eine oder andere Museum besuchen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Im Norden von Öland

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I’d like to start this post in English to welcome my american friend Cinzi Lavin, a successful composer and writer. She just subscribed here.
Cinzi, I’m a bit sorry for you that these posts are in German. But it would take to much time to do this in two languages.
I am sure that with the help of a translator you will be able to follow.
If not, let me know by eMail and I will give you an abstract of each post in English. 🙂

Die Sonne ist wieder zurück. Wie gewohnt war heute wieder stahlblauer Himmel und Sonnenschein pur. Allerding dämpfte der anhaltende Wind die Temperaturen. Ohne Windschutz waren es weniger als 15 Grad.
Im Windschatten schwitzte ich unter meiner Softshell-Jacke so stark, dass mein frisches, schwarzes T-Shirt heute Abend grosse weisse Ringe hatte und direkt in die Wäsche musste… 😉

Zuerst fuhr ich zu Schloss Borgholm.
Ich hatte dieses Schloss auf Google Maps gefunden und erwartete ein kleines Sommerschlösschen, das man im besten Fall besichtigen konnte.
Als ich dort ankam, stellte ich fest, dass es sich um die Ruine einer veritable Burg mit massiven Verteidigungsanlagen à la Vauban handelte.
Die Ruine ist in einem sehr guten Zustand. Man hat den Eindruck, dass alle Mauern noch intakt sind und bloss die Holzteile wie zum Beispiel Dächer oder Zwischenböden fehlten. Tatsächlich brannte das Schloss 1806 bis auf die Mauern nieder und wurde seither nicht mehr aufgebaut.
Und das Gute ist: Man kann fast alles begehen.

Gleich neben „der Ruine“, wie sie die Schweden nennen, befindet sich das Schloss Solliden.
Davon erfuhr ich erst, als ich beim Schloss Borgholm Wegweiser auf einen weiteren Parkplatz gesehen und danach gefragt hatte.
Schloss Solliden ist der Sommersitz der schwedischen Königfamilie.
Selbstverständlich ist das Schloss (eigentlich ist es eher ein Schlösschen oder eine Villa) deswegen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Aber die Gärten um das Schloss herum können besucht werden.

So bin ich durch Zufall auf zwei Sehenswürdigkeiten gestossen und habe dann doch einige Stunden mit Fotografieren dort verbracht.

Danach machte ich mich auf ans Nordkap der Insel Öland. Dort steht der Långe Erik, der Gegenpart zum Långe Jan an der Südspitze der Insel.

Schon auf dem Weg nach Schloss Borgholm fielen mir mehrere amerikanische Autos aus den 50er, 60er und 70er-Jahren auf. Und auf dem Parkplatz zu Schloss Borgholm standen drei solche „Ami-Schlitten“ der Marken Cadillac und Oldsmobile. Wunderschön zurecht gemacht, wie man sie aus den Filmen kennt.
Je weiter ich nach Norden fuhr, desto mehr dieser Wagen begegneten mir. Aber auch amerikanische „Musclecars“ wie zum Beispiel Mustang habe ich gesehen, ganz zu schweigen von zahlreichen Motorrädern der Marke Harley Davidson und auch Indian.
Irgendwann schien ich der Einzige auf der Strasse zu sein, der einen Europäer fuhr.
Nach ein paar Kilometern löste sich die Sache dann auf: in Köpingsvik auf dem Lundegård Camping finden vom 1. bis 4. Juni die American Days 2023 statt. Ein grosses Festival mit Shows und Ausstellungen, und eben amerikanischen Autos und Motorräder.

Beim Långe Erik angekommen, habe ich einen kleinen Spaziergang rund um die Insel gemacht, die den nördlichsten Punkt von Öland markiert.
Die östliche, der Baltischen See zugewandte Seite war sehr windig. Die westliche, dem schwedischen Festland zugewandte Seite war absolut windstill.
Da habe ich einen sehr praktischen Vorteil von Wind erlebt. Sobald der Wind nämlich weg war, hatte man Schwärme kleiner Mücken um sich herum. Die stachen zwar nicht, versuchten aber ständig, in Ohren, Nase und Mund zu gelangen. Kam man um die Ecke in den Wind, waren sie weg. Ich liebe den Wind. 🙂

Übrigens habe ich auch beim Långe Erik einige Vogelbeobachter getroffen. Wie gestern war das Durchschnittsalter dieser Ornithologen definitiv höher als mein eigenes Alter. Aber da das Nordkap kein ausgewiesenes Vogelschutzgebiet ist, wird dort es wohl weniger Vögel und vermutlich auch eine kleinere Vielfalt an Vögel haben. Entsprechend waren auch viel weniger Vogelkundler da. 😉

Morgen fahre ich zurück aufs Festland und weiter südwärts. Meine nächste Station wird Karlskrona sein, wo ich das Wochenende verbringen werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Auf zur nächsten Insel

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Die drei Stunden Fahrt von Linköping auf die Insel Öland habe ich ohne Zwischenhalt durchgezogen, weil ich auf Öland genügend Zeit haben wollte, um einen Zoo zu besuchen. Nichtsdestotrotz habe ich, wo immer es ging, die Autobahn gemieden und bin über Land gefahren.
Der Himmel war heute wolkenverhangen, wobei im Norden die Sonne immer noch durchbrach, während am südlichsten Punkt meiner heutige Reise kein Fleckchen Himmel mehr zu sehen war. Und das trotz starkem Wind.

Nun, der Plan mit dem ausgiebigen Zoobesuch ging leider nicht auf. Der Stugby Ölands Djurpark hatte nämlich noch geschlossen. Ich hatte die Angaben auf der Homepage wohl nicht ganz verstanden. Kein Wunder. Die Homepage ist logischerweise in Schwedisch. 😉

Also habe ich einfach umdisponiert und bin an die äusserste Südspitze des Insel gefahren. Dort steht der höchste Leuchtturm Schwedens, der Långe Jan.
An der Nordspitze der Insel steht das Gegenstück, der Långe Erik. Den schaue ich mir dann morgen an.

Die ganze Südspitze der Insel Öland ist ein Naturschutzgebiet, das Naturreservat Ottenby. Beim Leuchtturm gibt es auch eine Vogelwarte und gewisse Gebiete am Strand dürfen nicht betreten werden, um die Vögel nicht zu stören.
Entsprechend wimmelt es dort von Ornithologen, Amateuren wie Profis. Alle mit grossen Teleskopen auf Stativen ausgerüstet, mit denen die Vögel beobachtet werden.
Komisch fand ich bloss, dass ich offenbar der Jüngste vor Ort war. Ich sah keine Familien mit Kindern, sondern nur Rentner, mehr oder weniger gut zu Fuss.
Lustig war auch, Leuten zuzusehen, die selbst mit dem Rollator kaum gehen konnten (ist auch nicht ganz einfach auf einer Wiese), aber dabei trotz allem ein sperriges Fernrohr buckelten. Das nenne ich Engagement für seine Leidenschaft.
Offenbar ist Vogelkunde nichts für junge Leute?
Auf jeden Fall brauchte es eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen den Wind, der dort herrschte.
Ich trug trotz der Wolken fast die ganze Zeit die Sonnenbrille, damit meine Augen vom Wind nicht tränten. Aber diese Wetter leibe ich. Ich fühlte mich dort pudelwohl. 🙂

Auf der Rückfahrt nach Färjestaden, wo sich mein Hotel befand, machte ich noch Halt an der Eketorps borg.
An dem Standort gab es seit der Eisenzeit (4. Jahrhundert nach Christus) eine befestigte Anlage, eine sogenannte Ringburg. Diese bestand bis ins 7. Jahrhundert. Im 11. Jahrhundert wurde sie abermals aufgebaut und bewohnt.
1978 wurde die Burg rekonstruiert und in ihrem Inneren ein Museum eingerichtet, das die Geschichte dieser Burgen auf Öland (es soll mindestens 15 davon gegeben haben) zeigt.
Als ich allerdings um 16:15 ankam, war das Museum schon geschlossen. Ich konnte mir aber die Burg innen und aussen anschauen.

Nun bleibe ich für zwei Nächte hier auf der Insel. Morgen fahre ich in den Norden und lasse auf mich zukommen, was ich noch entdecke.

Stay tuned.