Flussschifffahrt 2025: Bernkastel-Kues

Heute beim Aufstehen lagen wir bereits in Bernkastel-Kues.

Nach dem Morgenessen standen zwei Ausflüge zur Wahl: ein geführter Stadtrundgang oder eine Panoramafahrt mit dem Bus inkl Weinverkostung bei einem lokalen Winzer.
Ich hatte mich für den Stadtrundgang entschieden, weil es zum Einen praktisch unmöglich ist, aus einem fahrenden Car gute Bilder zu schiessen, und zum Anderen, weil ich bekanntermassen Wein nicht mag. Diese Fahrt hätte mir nicht viel geboten.
Stattdessen erfuhr ich sehr viel über das Städtchen an der Mosel und konnte in aller Ruhe die schönen Fachwerkhäuser und engen Gässchen fotografieren.

Bernkastel-Kues hat nicht ganz 8’000 Einwohner. Es besteht aus zwei Stadtteilen (Bernkastel & Kues), welche an den gegenüberliegenden Ufern der Mosel liegen und am 1. April 1905 zwangsweise zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden.
Die Stadt lebt vom Weinbau und vom Tourismus.
Letztes Jahr verzeichnete man 800’000 Logiernächte und gegen 2’000’000 Tagestouristen. Auch in Cochem wurde uns die zweite Zahl genannt.
Bernkastel zeichnet sich durch alte Fachwerkhäuser und enge Gässchen aus. Und gefühlt an jeder Ecke gibt es ein Weinlokal. Es steckt auch in dieser Stadt sehr viel Geschichte, die bis zu den Römern zurückreicht. Und wie alle Orte an der Mosel sind die Hochwasser ein Thema. Allerdings spührt man eine gewisse Gelassenheit, weil es kaum mehr vorkommt, dass die Stadt und ihre Bewohner von einem Hochwasser überrascht werden, und sich in der Regel im Eintretensfall gut vorbereiten können. Dabei helfen nicht zuletzt Apps, die ziemliche genau Angaben zu Zeit und Pegelhöhe machen.
Insofern war die Führung sehr informativ und unsere Stadtführerin hat uns ihre Heimatstadt gut näher gebracht.

Allerdings findet in der Stadt ab morgen ein Weinfest statt.
In der Stadt wurden heute überall Marktstände und Bühnen aufgebaut und die Winzer und Handwerker, die damit beschäftigt sind, verdecken mit ihren Bauten nicht nur einen schönen Teil der Häuser, so dass Fotografieren mühsam bis unmöglich wird. Sie fuhren mit ihren Last- und Lieferwagen in die engen Gassen der Altstadt und kamen so in einen ständigen Konflikt mit den Touristen (von denen es sehr viele hatte), die sich in einer Fussgängerzone wähnten. Heute Morgen entstand so ein riesiges Verkehrschaos in der Altstadt.
Zum Weinfest, das das vier Tage dauert, erwartet man bis zu 300’000 Besucher.

Die zweite Beobachtung, die ich machte, betrifft die Touristen, die allein oder in Gruppen durch die Gässchen streiften:
Abgesehen davon, dass es so viele waren, dass man an engen Stellen kaum aneinander vorbei kam, habe ich in den zwei Stunden, in denen ich in der Altstadt war, keinen einzigen Touristen gesehen, der unter 60 Jahre alt war und keine graue Haare hatte. Mich und meine Mittouristen von der MS Edelweiss eingerechnt. 😉
Offenbar sind Orte wie Bernkastel-Kues ein beliebtes Ferienziel für ältere Menschen. Die kommen mit dem Auto, als Fahrradtouristen mit dem eBike, mit der Bahn (einige wenige) oder eben, so wie ich, mit dem Flussschiff.

Am Mittag legten wir wieder ab und begann unsere Fahrt die Mosel hinunter nach Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet.
Koblenz werden wir im Lauf der Nacht erreichen und dort bleiben. Und morgen früh werden wir die Gelegenheit haben, Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen.

Stay tuned.

Bernkastel

Flussschifffahrt 2025: Trier

In der Nacht fuhren wir von der Saar zurück auf die Mosel und auf der Mosel dann flussabwärts bis nach Schweich, welches ca 30 Autominuten vom Stadtzentrum von Trier entfernt liegt.
Dort legten wir in den frühen Morgenstunden an.

Heute stand der Ausflug in die alte Stadt Trier auf dem Program.
Mit dem Car fuhren wir nach Trier und machten dort erst einmal eine kleine Stadtrundfahrt bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man nicht nur die ganze Stadt, sondern das ganze Moseltal überblicken konnte.
Trier ist eine grosse Stadt mit über 100’000 Einwohnern, hat aber einen sehr gut erhaltenen historischen Kern, in dem es neben mittelalterlichen Bauten viele grosse Anlagen gibt, die von den Römern errichtet worden waren. Übrigens waren es auch die Römer, die den Wein und den Rebbau ins Moseltal brachten.
So gibt es in Trier zum Beispiel ein Amphitheater, Ruinen der Thermen und die Porta nigra, das gewaltige Stadttor, das zum Wahrzeichen von Trier geworden ist.
Diese römischen Bauten fallen einem auf, wenn man durch die Stadt fährt.
Viele mittelalterliche Bauten wurden auf den Grundmauern aus römischer Zeit errichtet. Diese Bauten wuchsen und veränderten sich im Laufe des Mittelalters und der Renaissance, je nach den Machtverhältnissen, die in der Stadt gerade herrschten. So kann man zum Beispiel im Innern des Doms, der im Grunde im romanischen Stil gebaut ist, auch Verzeirungen aus der Gotik und späterer Epochen finden. Auch der Streit des Kurfürsten und Erzbischofs mit dem deutschen Kaiser um die Vorherrschaft in der Stadt spiegelt sich in den Bauten wieder.
Im 2. Weltkrieg wurde während der Ardennenschlacht einiges beschädigt, weil Trier der Nachschubpunkt für die deutsche Wehrmacht war, die in den Ardennen die Aliierten angriff. Anfang 1945 bombardierten die Aliierten deshalb Trier. Die Stadt war zwar evakuiert worden, und es kamen keine Menschen zu Schaden, dafür ging aber auch einiges an historischen Gebäuden zu Bruch.
Nach dem Krieg gehörte das Saarland zur französischen Zone und in Trier waren zeitweise mehr französische Soldaten stationiert als in Paris. Die Franzosen reparierten in den folgenden vier Jahren einiges , das bei der Bombardierung kaputt gegangen war.

Wir hatten eine stündige Führung mit einer sehr kompetenten Damen aus Trier. Sie hatte viel zu erzählen und wusste neben geschichtlichen Fakten auch viele Anektoten und Geschichten.
Ausgehend von der Porta nigra gingen wir durch die Altstadt über den Marktplatz bis zum Dom, den wir im Anschluss an die Führung selbständig besuchen konnten.

Die Führung begann aber mit etwas, womit ich nie gerechnet hatte. Hinter der Porta nigra steht eine überlebensgrosse Metallstatue von Karl Marx.
Da erfuhren wir, dass Karl Marx nicht nur hier in Trier geboren wurde und auch hier aufwuchs, sondern dass seine Familie Juden waren, die den Nachnahmen Marx angenommen hatten, damit der Vater im Staatsdienst der Preussen, die damals in Trier das sagen hatten, arbeiten durfte. Juden war das verboten.
In der Altstadt steht heute noch das kleine Haus, welches die Familie Marx gekauft hatte und in dem Karl Marx aufwuchs. Darauf wird mit einer kleinen Tafel an der Hauswand hingewiesen.
Nach zweieinhalb Stunden fuhr der Bus wieder zurück nach Schweich, wo wir auf dem Schiff zum Mittagessen erwartet wurden.

Am Nachmittag hätte man noch einmal nach Trier fahren können und hätte dort zwei Stunden zur Verfügung gehabt, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden oder shoppen zu gehen. Darauf habe ich verzichtet. Ich zog es vor, es mir im Salon gemütlich zu machen und bei einem Kaffee die ersten Bilder dieses Tages zu bearbeiten, sowie ein bisschen zu lesen.

Während des Abendessens legte das Schiff ab, und nun sind wir unterwegs nach Bernkastel-Kues, wo morgen wieder Ausflüge und eine Führung auf dem Programm stehen werden.

Stay tuned.

Porta nigra, das Wahrzeichen von Trier

Flussschifffahrt 2025: Baumwipfelpfad

Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hatte das Schiff bereits in Mettlach angelegt.

In Mettlach befindet sich die Firma Villeroy & Boch, die für ihre Keramik (Geschirr, Fliesen, Badezimmer, etc) bekannt ist. Der Firmensitz befindet sich direkt an der Saar, gleich bei der Schifflände.
Ich habe auf einen Besuch in der „Erlebniswelt“ von Villeroy & Boch verzichtet, und bin lieber auf eigene Faust los, um das Städtchen Mettlach mit der Kamera zu erkunden.
Nach ca einer Stunde musste ich zurück aufs Schiff, weil es begonnen hatte, zu regnen. Der Regen störte mich lange nicht. Aber er wurde immer stärker und irgendwann war ich wirklich nass. 😉
Dann brauchte ich trockene Kleider und einen Kaffee.

Am Mittag fuhren wir dann einige Kilometer flussaufwärts weiter bis nach Merzig. Dort stiegen wir in Cars um und fuhren nach Orscholz.
In Orscholz steht der Baumwipfelpfad Saarschlaufe.
Das ist ein breiter Holzsteg, der auf Baumwipfelhöhe durch den Wald zur Klippe (lokal Cloef genannt) führt.
Man geht ca 500 Meter durch den Wald. Aber halt nicht nicht am Boden, sondern auf Baumwipfelhöhe. Am Ende des Pfades steht eine 42 Meter hoher Turm aus Stahl und Holz, von der man einen wunderbaren Ausblick auf die Saarschleife hat.
Alles ist so gebaut, dass man bequem dem Pfad entlang und dann auch auf den Turm gehen kann, ohne sich anzustrengen. Alles ist rollstuhlgängig und die stärkste Steigung beträgt 6%. Wir hatten viele betagte Leute und Leute mit Gehstöcken und sogar Krücken, die es problemlos bis nach oben schafften.
Die Aussicht war schlicht genial. Direkt unterhalb der Klippe (Cloef) lag die Schlaufe, in der die Saar eine 180 Grad Kruve macht. Aber man sah über das ganze Saarland: Wälder und Hügel, soweit das Auge reichte.
Dass der Regen kurz vor unserer Ankunft in Merzig aufgehört hatte, und oben in Orscholz später sogar die Sonne durch die Wolken drang, machte die Aussicht noch besser. Es hatte sich wirklich gelohnt, auf den Turm hinauf zu gehen.
Vor Ort habe ich gelernt, dass es noch andere solche Baumwipfelpfade gibt, unter anderem am Necker, aber auch in Tschechien und anderen Ländern.

Nachdem wir um 17:00 wieder auf dem Schiff waren, drehte dieses und begann die Fahrt die Saar hinunter zurück auf die Mosel.
Ein 110 Meter langes Schiff kann übrigens nicht überall einfach umkehren. Die Saar und die Mosel sind auf lange Strecken schmale Flüsse. Es gibt sogar einige Stellen, an denen zwei grosse Schiff nicht mehr kreuzen können.
So musste der Kapitän unser Schiff zuerst bis zu nächsten Schleuse bringen, hinter der es eine Stelle gibt, die breit genug ist, dass ein solches Schiff wenden kann. Also hiess es erst durch die Schleuse flussaufwärts fahren, dann drehen, und dann zurück durch die Schleuse flussabwärts.

Während der Nacht werden wir nun die Saar und dann die Mosel hinunter bis hinter Trier fahren, wo wir am Morgen in Schweich anlegen werden.
Von dort wird’s dann auf den Ausflug nach Trier gehen.

Stay tuned.

Der 42m hohe Turm am Ende des Baumwipfelpfades

Flussschifffahrt 2025: Luxemburg

In der letzten Nacht und am heutigen Vormittag fuhren wir weiter die Mosel hoch, bis wir in Grevenmacher im Grossherzogtum Luxemburg anlegten.

Nach dem Mittagessen ging’s in zwei Bussen in die Stadt Luxemburg, die wir nach einer Dreiviertelstunde erreichten.

Luxemburg ist ein sehr kleiner, souveräner Staat, der sehr reich ist.
Dieser Staat lebt vom Finanzwesen und der Europäischen Union. Zwar haben die, wie wir in der Schweiz, das Bankgeheimnis aufgeben müssen, und dadurch sehr grosse Summen an Kundengelder verloren. Aber sie fanden eine weitere Geldquelle in Form von Fonds. 😉
Dazu kommen sehr tiefe bis gar nicht existente Steuern, die das Land als europäischen Sitz von grossen, international tägigen Firmen wie zB AMAZON sehr interessant machen.
Ausserdem ist Luxemburg einer der Gründerstaaten der EU und Sitz mehrerer EU-Behörden wie zB. dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), dem Europäischen Rechnungshof und der Europäischen Investitionsbank (EIB). Auch Teile des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission sind dort angesiedelt.
Dies brachte gut bezahlte Arbeit für Tausende von EU Beamten in die Stadt. So sind allein die Übersetzer und Dolmetscher für 24 Sprachen des EuGH in drei (!) Hochhäuser untergebracht. Und diese Leute brauchen alle eine Wohnung und leben in der Stadt.
Durch die kleine Einwohnerzahl und das viele Geld im Land ist das Bruttosozialprodukt von Luxemburg eines der höchsten der Welt.

Wie reich der Staat ist, sieht man unter anderem daran, dass der gesamte öV in der Stadt gratis ist. Man steigt einfach in ein Tram ein und fährt mit, soweit man will.
Und weil man im Stadtzentrum keine hässlichen Oberleitungen für die Strassenbahn wollte, haben die Trams ins Luxemburg grosse Batterien, die während der Fahrt in den Aussenquartieren (mit Oberleitungen) aufgeladen werden, um dann im Zentrum ohne externe Stromquelle fahren zu können. 🙂
Ausserdem wird überall gebaut oder ist alles neu. Zur Zeit baut ArcelorMittal, der zweitgrösste Stahlkonzern der Welt mitten in der Stadt ein neues Hauptquartier.
Allerdings dürften die Lebenshaltungskosten in Luxemburg auch hoch sein. Ich habe für einen Latte Macchiato in der Innestadt übr 7 Euro bezahlt.

Wir hatten eine ca einstündige Führung in der Innenstadt durch eine Norddeutsche, die schon sehr lange in Luxemburg lebt. Sie konnte sehr viel über die Stadt erzählen, auch mit geschichtlichem Hintergrund. Aber vor allem schien sie jedes Gebäude, jedes Hochhaus zu kennen und konnte uns genau sagen, wo welche Firma und welche Behörde ihren Sitz hat.
Ausserdem gab sie immer wieder Beispiele der Luxemburgischen Sprache, welche eine Mischung aus Plattdeutsch, Niederländisch und Französisch ist.
Trotz der eigenen Sprache scheint das offizielle Luxemburg Französisch als erste Sprache zu benutzen. So sind die Strassen in erster Linie französisch angeschrieben. Der Luxemburgische Strassenname ist auf den Strassenschilder an zweiter Stelle unter dem französischen Namen in viel kleinerer Schrift erwähnt.

Wir kamen auch an Orte, in dem das alte Luxemburg zu sehen war: Vauban-Schanzen, alte Befestigungsanlagen, Klöster auf den vorherigen Jahrhunderten, etc.
Luxemburg macht auf den ersten Blick den Eindruck von Hochhäuser, Stahl & Beton, und das alles sehr neu. Aber es gibt auch einen älteren Teil. 🙂

Um 21:45 legte unser Schiff hier in Grevenmacher ab. Wir fahren ein Stück zurück die Mosel hinunter bis zur Einmündung der Saar. Dann fahren wir die Saar hinauf bis nach Mettlach, wo wir am Morgen anlegen werden. Damit wir werden wir wieder in Deutschland sein.

Stay tuned.

Hôtel de Ville de Luxembourg

Flussschifffahrt 2025: Ein erster Landgang

Diesen Beitrag muss ich kurz halten. Es ist jetzt schon nach 23:00 und ich bin eben erst wieder zurück an Bord gekommen, nachdem ich den ganzen Abend in Traben-Trarbach Nachtaufnahmen gemacht habe.

Während der Nacht sind wir bei Koblenz vom Rhein in die Mosel abgebogen und haben am Morgen früh in Cochem angelegt.
Nach dem Frühstück ging es auf eine Stadtführung mit Besuch der Reichsburg.
Das Wetter hielt sich gut. Der Himmel war bewölkt und während der Stadtführung hatten wir kurz leichten Nieselregen. Ansonsten blieb es heute trocken.
Als wir um Mittag weiiterfuhren, kam dann auch noch die Sonne zurück.
In Cochem war dieses Wochenende Weinfest. Überall in der Stadt standen Probier- und Verkaufsstände, und als wir nach 10:00 von der Burg herunter kamen, füllten sich die Gassen nach und nach mit Touristen und Einheimischen, die alle ans Weinfest gingen.

Am Nachmittag fuhr das Schiff weiter die Mosel hinauf bis nach Traben-Trarbach, wo wir nun bis Mitternacht liegen.
Auf dem Abendprogramm stand eine Weinprobe auf dem Schiff, die ich gerne ausliess. Stattdessen ging ich mich auf eigene Faust mit Kamera und Stativ in das Städtchen und machte ein paar Nachtaufnahmen.

Um Mitternacht fährt das Schiff dann weiter, bis wir morgen Mittag in Grevenmacher anlegen werden, von wo aus ich am Nachmittag an einem Ausflug nach Luxemburg teilnehmen werde.
Der Wetterbericht für Luxemburg sieht nicht allzu schlecht aus, und ich hoffe, es bleibt während der Stadtführung trocken.

Stay tuned.

Reichsburg Cochem

Flussschifffahrt 2025: Ein ganzer Tag auf dem Fluss

Heute haben wir den ganzen Tag nie irgendwo angelegt. Und ausser einer halbstündigen Information und den Mahlzeiten gab es auch sonst keine Termine an Bord. „Liegen lang“ war angesagt.

Das Wetter änderte sich immer mal wieder, aber der Tag begann nach Gewittern in der Nacht mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Das hielt bis zum frühen Nachmittag an. Dann kamen einige Wolken und kurz vor dem Abendessen ein Regenschauer.
Aber jetzt, um 22:00, während ich diese Zeilen schreibe, ist der Himmel wieder grösstenteils klar und man sieht den zunehmenden Mond.

Insofern gibt es auch von heute nicht viel zu berichten. 😉
Abgesehen davon, dass ich mir am Morgen im Gesicht und auf dem Kopf einen Sonnebrand geholt habe… 😦
Durch den kühlenden Fahrtwind habe ich nicht gespührt, wie intensiv und heiss die Sonne wirklich war. Und ich habe keine Kopfbedeckung getragen…
Ein Fehler, den ich ab sofort korrigieren werde. Schliesslich habe ich die Basecap dafür mitgenommen.

Wir sind den ganzen Tag gut vorangekommen. Durchschnittlich sind wir um die 18 km/h gefahren. Das ist für ein Schiff dieser Grösse auf einem Fluss recht schnell. Der Grund liegt in der grossen Wassermenge, die der Rhein dank der Gewitter in der Schweiz und Süddeutschland hat. Das Wasser „treibt“ uns quasi den Rhein hinab.

Auf unserem Weg nach Norden passierten wir etliche Städte wie zum Beispiel Speyer, Mannheim, Worms, Mainz, Wiesbaden oder Eltville am Rhein.

Vor einer halben Stunde haben wir die berühmte Lorelei passiert. Aber wegen der Dunkelheit hat man nichts davon gesehen.
Das macht aber nichts, da wir auf der Rückfahrt bei Tageslicht daran vorbeifahren werden. Dann werden wir auch mehr von den vielen Burgen und Schlösser sehen, die es hier gibt.
In ca 2 Stunden werden wir Koblenz erreichen, wo wir in die Mosel einbiegen werden.
Und morgen früh werden wir in Cochem anlegen, wo wir am Morgen an einer Stadtführung teilnehmen können.

Stay tuned.

Dom zu Speyer

Flussschifffahrt 2025: Auf dem Rhein nach Norden

Heute habe ich meine erste Flussschifffahrt angetreten.
Ich betrachte das als ein Experiment. Ich kenne diese Reiseart noch nicht. Wenn mir diese Fahrt gefällt, dann kann ich mir vorstellen, noch weitere zu machen.

Die Fahrt führt auf dem Rhein, der Mosel und der Saar von Basel nach Trier und zurück. Sie dauert zehn Tage und neun Nächte.
Ich fahre auf der MS Edelweiss mit der Firma Thurgau Travel. Das Schiff ist 110 Meter lang und 11 Meter breit. Es hat 90 Kabinen für maximal 180 Passagiere, und 50 Mann Besatzung, aus aller Herren Länder.

Heute Mittag bin ich also mit dem Zug nach Basel gefahren, wo ich gegen 15:00 an Bord der MS Edelweiss ging. Ich hatte Glück, denn entgegen der Wettervorhersage regnete es weder zu Hause, als ich aus dem Haus ging, noch in Basel, als ich auf das Schiff ging. Allerdings begann es gleich nach Ablegen in Kübeln zu schütten. Aber auch das hielt nicht lange an.
Den Koffer konnte ich an Land stehen lassen. Er wurde von der Crew direkt in meine Kabine gebracht. Nach dem Check-In wurde ich durch einen Angestellten zur Kabine geführt. Top Service.
Ich habe eine Kabine auf dem Mitteldeck mit französischem Balkon gebucht, inklusive Vollpension und dem ganzen Ausflugspaket.
Durch die frühe Buchung (im November letztes Jahr) kriegte ich 20% Frühbucherrabatt. Ausserdem musste ich für die Alleinbenützung der Doppelkabine keinen Zuschlag bezahlen.

Um 16:00 legten wir ab und begannen unsere Fahrt den Rhein hinunter. Bis nach dem Abendessen hatten wir schon drei Schleusen passiert.
Nach dem Auspacken und Einrichten in der Kabine standen verschiedene Begrüssungen und Orientierungen sowie das erste Abendessen auf dem Programm.
Bis jetzt kann ich über die Küche nur Gutes sagen und das Servicepersonal ist sehr freundlich und hilfsbereit.
Und ein äusserst positiver Aspekt: Die Portionen sind nicht sehr gross, aber wenn man noch will, kann man nachbestellen.
Angesichts von drei Mahlzeiten an Bord mit bis zu vier Gängen (Abendessen) ein ganz wichtiger Umstand. Man kann alles probieren, ohne sich zu „überfressen“. 😉 Allerdings habe ich heute auch so bereits einen Gang ausgelassen.
Normalerweise lasse ich auf einem Schiff das Mittagessen aus. Ich schaue morgen mal, was wieviel serviert wird, und entscheide dann, wie es hier mit dem Mittagessen handhabe. Es wird auch ein Mittagessen light angeboten mit Salatbuffet, Sandwiches und Pasta. Das könnte das sein, was mir am Besten passt. Mal` schauen,

Das Schiff scheint nicht ganz ausverkauft zu sein. Beim Abendessen blieben einige Tische leer. Ausserdem hat mir jemand erzählt, dass auf dem untersten Deck auch einige Kabinen leer stünden.
Das Publikum besteht grösstenteils aus älteren Schweizern. Ich bin vermutlich der Jüngste an Bord. Grau ist hier die dominierende Haarfarbe… 😉

Morgen sind wir den ganzen Tag auf dem Fluss und werden am Samstagmorgen in Cochem ankommen, wo es den ersten Ausflug geben wird.

Stay tuned.

Städtereise nach Karlsruhe

Flagge_DeutschlandSeit gestern bin ich in Karlsruhe.
Die Reise hierher war eher ein spontaner Entscheid, denn eigentlich wäre geplant gewesen, das verlängerte Wochenende (und somit auch meinen Geburtstag) in Bremen zu verbringen.
Nachdem aber Lufthansa meinen Flug nach Bremen (genauer München-Bremen, denn es gibt keine direkte Verbindung von Zürich nach Bremen) vier Tage vor Abflug strich, musste kurzfristig eine andere Destination her. Ich cancelte also am Mittwoch Hotel und Flug und begab mich auf die Suche.
Fliegen kam nicht in Frage. Da war mir erstens das Risiko angesichts der gegenwärtigen kritischen Lage im Flugverkehr zu gross, und zweitens hätte eine Zugfahrt nach Bremen rund 9 Stunden gedauert, ohne dass ich einen Sitzplatz hätte reservieren können (war alles schon ausgebucht), weder bei der Hin- noch bei der Rückfahrt. Im schlimmsten Fall hätte ich jeweils neun Stunden auf der Treppe gesessen…
So fiel meine Wahl auf Karlsruhe, weil ich diese Stadt noch nicht kannte (ausser der facebook Seite des Zoos), und weil ich dort in der Innenstadt nahe des Bahnhofs ein bezahlbares, gutes Hotel gefunden hatte und weil die Zugfahrt von und nach Zürich jeweils bloss drei Stunden dauert. Der Zug kostete mich in der 1. Klasse mit reservierten Sitzplätzen bloss Fr. 120.–. Das ist nicht ganz der Betrag, den ich in Bremen für ein Flughafentaxi (hin und zurück) bezahlt hätte. In Karlsruhe konnte ich zu Fuss oder mit der Strassenbahn zum Hotel.

Gestern habe ich mir die Innenstadt zu Fuss ein bisschen angeschaut und vom Hotel zum Marktplatz und zum Schlossplatz gegangen. Dieses Wochenende findet hier das Chorfest Baden 2022 statt. Überall stehen Bühnen, auf denen am Abend Chorkonzerte stattfinden.
Aber auch hier herrschen zur Zeit sehr sommerlich Temperaturen bis zu 30 Grad am Nachmittag. Während es im Schatten ganz angenehm ist, und gelegentlich auch etwas Wind die Luft auffrischt, brennt die Sonne ganz schön. Die Brunnen in der Stadt war gestern eigentlich Planschbecken für Kinder. 🙂

Heute war ich fast fünf Stunden im Zoo. Der heisst hier Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe. Der nördliche Teil des Stadtgartens hat tatsächlich wenig mit Zoo zu tun. Es gibt dort zwar einen Streichelzoo für die Kinder, aber ansonsten hauptsächlich Liegewiesen, Blumenrabatten, Verpflegungseinrichtungen und einen grossen Teich, auf dem man Bootsfahrten machen kann.
Der Grossteil der Gehege mit den Zootieren sind im südlichen Teil des Stadtgartens.
Der Zoo ist, gemessen an anderen Zoos (zB Zürich, Basel, München, Duisburg, Hamburg, etc.) eher klein. Aber die Einbettung in den Stadtgarten mit vielen Wiesen und Bäumen macht ihn interessant.
Einige der Gehege sind neuer und grosszügiger, andere wiederum schon recht alt und entsprechen wohl nicht mehr den heutigen Standard. Der Zoo bräuchte wohl einiges an Geld, um alle nötigen Sanierungen machen zu können. Die Giraffenanlage wird zur Zeit umgebaut (und die Giraffen mussten während der Bauzeit in einen anderen Zoo ausquartiert werden), und man sammelt Geld für eine neue Anlage für die Kattas.
In meinen Augen etwas Besonderes ist die Fledermaushöhle im Untergeschoss des Exotenhauses. Dort leben tatsächlich Fledermäuse, die einem um die Ohren fliegen, wenn man hineingeht.
Der Zoo hält aber sehr wenige Reptilien. Ich habe gerade mal zwei Arten von Schlangen gesehen, nämlich eine Königspython sowie Kornnattern. Daneben habe ich mindestens vier Arten der südamerikanischen Baumsteigerfrösche (auch bekannt als Pfeilgiftfrösche) angetroffen.

Nach mehr als vier Stunden ging ich zurück ins Hotel, um mich etwas abzukühlen und meine Bilder zu sichern. Später will ich dann nochmals in die Stadt.

Aber eine ausgedehntere Erkundung inklusive Schloss werde ich wohl morgen machen.

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Stay tuned.

Ein verlängertes Wochenende in Duisburg

Ich habe den freien Nationalfeiertag am 1. August genutzt, um ein verlängertes Wochenende in Duisburg zu verbringen.

Da ich noch nie im Ruhrgebiet war, wollte ich mal sehen, wie so eine Industriegrossstadt aussieht.

Bei der Gelegenheit habe ich aber nicht nur die Stadt mit der Kamera erkundet, sondern habe ich den Duisburger Zoo besucht und einen Tag lang dort Tiere fotografiert. Diese Bilder habe ich auf meiner „Haupt“-Homepage in der Galerie Tiere hochgeladen. Dort finden sich auch noch zwei Bilder aus Duisburg mit „Menschen auf der Strasse„.

In Duisburg selbst war ich vor allem in der Innenstadt zu Fuss unterwegs. Ich bin aber auch mit der Strassenbahn zu Tiger & Turtle in den Süden der Stadt gefahren und bin auf dieses besondere Kunstwerk gestiegen.

In der Stadt habe ich mir den neu gestalteten Innenhafen sowie den Altstadtpark angesehen, und war auch im Kantpark und in der Fussgängerzone.

Die Bilder meiner Spaziergänge finden sich hier in den Galerien unter Duisburg.

Mein Fazit: Duisburg ist sicher kein touristisches Muss. Aber wenn man sich dafür interessiert, was im Ruhrgebiet passiert resp passiert ist, und was für eine Geschichte dahintersteckt, dann bietet die Stadt und ihre Umgebung viele interessante Plätze, die man besuchen kann, inklusive ein grosses Radwegnetz durch das ganze Ruhrgebiet.

Tiger & Turtle
Tiger & Turtle

Reiseplanung 2019

Nach der Reise ist vor der Reise

Nachdem ich Ende September von meiner letzten Reise 2018 aus Island zurückgekehrt war, stellte sich relativ rasch die Frage:

Wohin nächstes Jahr????? 😉

Da der Buchungszeitpunkt einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Preis einer Reise haben kann, habe ich jetzt, Ende November 2018 bereits alle Reisen im 2019 gebucht und zum grössten Teil auch bezahlt.
Dadurch kostet mich zum Beispiel ein Städteflug nach Stockholm und zurück im Juli 2019 mit Swiss bloss CHF 234.–. So billig bin ich noch nie nach Skandinavien geflogen.

Ich habe also folgende Reisen geplant und gebucht:

30. Januar – 10. Februar 2019
Die Hurtigruten im Winter
Ich fliege mit Finnair via Helsinki nach Ivalo [FIN] im nördlichen Lappland. Von dort geht es zuerst mit dem Bus nach Inari [FIN], wo ich zwei Tage bleiben werde.
Danach geht es ebenfalls mit dem Bus nach Kirkenes [N], wo ich an Bord des Hurtigrutenschiffs Finnmarken gehe und damit in sechs Tagen und fünf Nächten entlang der norwegischen Küste bis Bergen [N] fahre.
Nach einem zweitägigen Aufenthalt in Bergen fahre ich mit der Bergenbahn nach Oslo, von wo ich dann am Folgetag nach Zürich zurückfliege.
Die Reise hat für mich drei Besonderheiten:
Erstens ich fahre im Winter in den Norden. Das heisst, es wir sehr kalt (bis zu -25 Grad am Tag) und sehr dunkel (die Tage dauern von 09:00 bis 13:30 in Kirkenes). Ich werde mir noch besonders winterfeste Kleider kaufen müssen…
Zweitens ich fahre zum ersten Mal für mehrere Tage auf einem Schiff mit.
Und drittens ich benutze vier verschiedene Verkehrsmittel: Flugzeug, Bus, Schiff und Bahn.
Gebucht habe ich die Reise wieder bei Travel Scandinavia (World Wide Travel) in Zürich.

19. – 22. April 2019
Ostern in Colmar.
Wenn alle nach Süden fahren, fahre ich an Ostern nach Norden.
Mit dem Auto bin ich von mir zu Hause in zweieinhalb Stunden in Colmar, und wenn meine Überlegungen richtig sind, sollte ich auch keine grossen Verkehrsbehinderungen erleben, da ich antizyklisch fahre.
Ich bin gespannt, was diese Stadt im Elsass zu bieten hat.

29. Mai – 2. Juni 2019
Auffahrt in Oslo.
Da Auffahrt am Donnerstag ein Feiertag ist, lässt sich mit einem einzigen zusätzlichen Ferientag am Freitag ein verlängertes Wochenende machen, dass ich in Oslo verbringen will.
Es wird mein drittes Mal in Oslo sein. Allerdings bin ich die beiden vorherigen Male bloss umgestiegen: am Bahnhof und am Flughafen.
Dieses Mal möchte ich die norwegische Hauptstadt ein bisschen näher kennen lernen.

3. – 7. Juli 2019
Geburtstag in Stockholm.
Nachdem ich dieses Jahr an meinem Geburtstag relativ spontan und entsprechend kurzfristig nach Kopenhagen geflogen bin, habe ich meine Geburtstagsreise für nächstes Jahr etwas früher geplant und gebucht. Das hat sich natürlich auch auf den Preis von Flug und Hotel positiv ausgewirkt.
Das wird mein dritter Trip in die schwedische Hauptstadt, und ich bin gespannt, was noch so ist wie vor 13 Jahren, als ich beruflich bedingt das letzte Mal dort war, und was es Neues zu entdecken gibt.
Ich habe jetzt schon drei fixe Ausflugsziele: der Skansen Park mit Freilichtmuseum und Aquarium, das Abba Museum und das Vasa Museum. Der Rest wird sich ergeben, je nach Lust und Laune. Allenfalls auch ein Ausflug mit dem Schiff auf die Schären.
Stockholm bietet sehr viel.

1. – 4. August 2019
Den Feiertag am Donnerstag, 1. August nutze ich mit einem „Brückenferientag“ am Freitag gleich wie an der Auffahrt, um für ein verlängertes Wochenende nach Duisburg zu fliegen.
Ich kenne diese Stadt im Ruhrpott überhaupt nicht. Ausser vielleicht, dass dort früher Schimanski ermittelt hatte… 😉
Ich weiss auch nicht, was sie einem Touristen zu bieten hat. Es war reine Neugier, die mich auf die Idee gebracht hat, dorthin zu fliegen.
In jedem Fall gibt es dort einen Zoo, den ich sicher besuchen werde, um ein paar Tierbilder zu schiessen. Ansonsten lasse ich mich überraschen. 

16. – 28. September 2019
Meine dritte Islandreise.
Dieses Mal will ich die Westfjorde kennen lernen, eine der einsamsten Gegenden Islands.
Die Reise mache ich wiederum im Mietwagen in bewährte Art und Weise: Lediglich die Übernachtungen (und natürlich Flug und Mietwagen) habe ich durch das Reisebüro buchen lassen. Aber in der Routenwahl und der Orte, die ich besuchen will, habe ich alles offen gelassen, und werde jeden Tag entscheiden, was ich unterwegs wie und wann tue.
Das gibt mir die Freiheit, die Reisetage jeweils nach meinem Belieben zu gestalten, damit immer genug Zeit für das Fotografieren und das Baden in heissen Quellen bleibt (in Island einfach ein Muss).
Aus Komfortgründen habe ich auch für diese Reise einen Offroader in der Grössenordnung eines Toyota Rav4 4×4 gebucht. Obwohl ich nicht ins Hochland fahren werde, ist doch ein Teil meiner Route Schotterpiste, die mit einem 4×4 SUV einfach besser und sicherer gefahren werden kann. Ausserdem ist es nicht ausgeschlossen, dass Ende September in den Westfjorden Schnee fällt.
Ich habe auch diese Islandreise beim Reisebüro Erlingsson in Reykjavík gebucht.