Skandinavien 2023: Zurück nach Aalborg

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Heute fuhr ich also von Hanstholm am Skagerrak zurück nach Aalborg, wo ich vor zwei Tagen am Flughafen meinen Mietwagen übernahm.

Die Strecke ist ziemlich kurz, wenn man sie direkt fährt. In maximal eineinhalb Stunden ist man in Aalborg, wenn man will.

Deshalb fuhr ich erst einmal ein bisschen nach Süden an den Limfjord. Den überquerte ich an der engsten Stelle bei Aggersund.
Dort gibt es auch die Überreste der Aggersborg, der grössten Wikingersiedlung in Dänemark. Der Wall, den man heute noch sieht, hat einen Innendurchmesser von 240 Metern.
Viel mehr als den Wall sieht man allerdings nicht mehr. Und bei den Ausgrabungen fand man diverse Artefakte von Alltagsgegenständen. Weil aber die Wikinger mit Holz bauten, geben nur noch die gefundenen Pfahllöcher Auskunft über die Häuser innerhalb des Walls. Neben der Aggersborg steht eine Kirche, die aber nicht in direktem Zusammenhang mit der Wikingerburg steht.
Klar scheint auch, dass die Aggersborg dort gebaut wurde, um den Verkehr in und aus dem Limfjord zu kontrollieren.
Den Limfjord überquerte ich an der engsten Stelle über die Aggersundbroen, einer zweispurigen Zugbrücke.

Vorher hatte ich noch kurz Halt an einer „Raststätte“ gemacht, die mir gestern auf der Hinfahrt schon aufgefallen ist. Da standen, wie sonst bei keiner anderen Raststätte gesehen, zwei mit Schilf bedeckte Häuser.
Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Vogelbeobachtungsstation handelte, das Vejlernes Naturcenter. Entsprechend traf ich dort wieder auf Vogelkundler. Die mit den teuren und qualitativ sehr guten Ferngläsern und Fernrohren auf Stativen. Offenbar gibt in dem Feuchtgebiet, das direkt an den Limfjord grenzt, eine grosse Vielfalt an Vogelarten, die geschützt werden.

Mein letztes Ziel, bevor ich dann ins Hotel fuhr, war der Aalborg Zoo.
Das ist ein grosser Zoo mitten in der Stadt. Tatsächlich dauerte die Fahrt von dort zum Hotel weniger als 5 Minuten.
Der Zoo hat ein vielfältiges Spektrum an Tieren, deren Zusammensetzung man als klassisch bezeichnen könnte. Es gibt dort Tiger, Löwen, Giraffen, Elefanten, Seelöwen, Pinguine, Erdmännchen (natürlich), Krokodile, etc. Es gibt auch einen Garten mit Dinosauriermodellen in Lebensgrösse wie im Borås Djurpark in Schweden.
Und alles ist stark auf Familien ausgerichtet. Heute war der Teufel los: Samstag und schönes Wetter.
Das schreit doch gerade für einen Familienausflug mit Kind und Kegel. Auch Hunde durften natürlich nicht fehlen (was ich immer noch nicht verstehe).
Der ganze Zoo schien ein schreiender Kinderspielplatz zu sein. Oft hatte ich das Gefühl, dass Mami & Papi mehr an den Zootieren interessiert waren als die Kleinen. Falls die überhaupt alt genug waren, zu begreifen, wo sie waren.
Auch die Unsitte, mit den Kinderwagen überall rein zu müssen, und die verd…. Kinderwagen auf Gehwegen und direkt vor den Gehegen zu parkieren, wurde reichlich praktiziert.
Wenn sich drei so „Glucken“ mit ihren verd…. Kinderwagen direkt vor einem Gehege zum Gruppenschwatz treffen (keinen von denen hat ins Gehege zu den Pavianen geschaut), und so den anderen Leute den Zugang zum Gehege blockieren, muss ich mich schon arg zusammennehmen, damit nicht eine dieser Leggins tragenden Birkenstock-Mamsells plötzlich bei den Affen landet. Das wäre ein Spass. Was die Affen mit der anstellen würden… 😉

Ich erinnere mich an ein Fazit, dass ich 1990 bei meinem ersten Besuch im Zoo von Kopenhagen gezogen hatte: „Wenn ich reich werden will, ziehe ich nach Dänemark und produziere und verkaufe Kinderwagen.“
Das war schon damals so schlimm.

Hier in Aalborg bleibe ich nun bis Montag. Morgen schaue ich mir die Innenstadt und den Hafen ein bisschen. Ansonsten wird es einfach auch für mich Sonntag sein. 🙂

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Im Oceanarium und in einer Festung am gleichen Tag

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In Dänemark sind die Etappen kürzer als in Schweden. Das hat in erster Linie mit der Grösse des Landes zu tun. Da Dänemark viel kleiner ist als Schweden, liegen die Orte auch viel näher beieinander.
Das macht die Reise nicht nur etwas entspannter (ich muss am Morgen nicht so früh aufstehen). Es gibt mir auch Zeit, Einrichtungen zu besuchen und etwas genauer anzuschauen, wenn sie mich interessieren.

Heute musste ich bloss über die Strasse. Genau gegenüber des Hotels in Hirtshals liegt das Nordsøen Oceanarium (Nordsee-Ozeanarium), das grösste Ozeanarium im Norden Europas.
Dort habe ich dann erst einmal über zwei Stunden verbracht, bevor ich mich wieder auf die Strasse begab. Ich hatte Glück. Kurz nachdem ich rein gegangen war, wurden die Robben gefüttert. Und weil das Ozeanium erst seit einer halben Stunde geöffnet hatte, waren noch nicht so viele Besucher dort. So konnte ich relativ nahe an das Becken, um meine Bilder zu schiessen.
Aber auch die Aquarien im Innern waren interessant. Das ganze Ozeanarium ist auf die Nordsee als Lebensraum ausgerichtet. In einem riesigen Tank mit einer meterhohen Scheibe tummelten sich Dutzende verschiedene Fischarten. Unter anderem auch zwei Mondfische. Diese als schwerste alle Knochenfische geltenden Tier sehen sehr ungewohnt aus. 

Nach dem Mittag machte ich mich dann auf den Weg nach Hanstholm.
Ich hatte eine entspannte, schöne Fahrt über Land bei strahlendem Sonnenschein. Nach rund zwei Stunden traf ich dann bei meinem nächsten Ziel ein: dem Bunkermuseum Hanstholm.
Ich hatte eigentlich ein paar alte Bunker erwartet, aus der Zeit des Kalten Krieges oder älter. Die findet man hier oder in Schweden oder in Norwegen entlang der Küste immer wieder.
Hier allerdings wurde ich überrascht.
Die Festungsanlage Hanstholm ist eine grosse Küstenartillerie-Anlage der deutschen Wehrmacht. Sie wurde in Hals während dem 2. Weltkrieg mit vier 38-cm-Schiffsgeschützen (und zig kleineren Kanonen zum Schutz) gebaut, um zusammen mit dem Gegenwerk im norwegischen Kristiansand den Schiffverkehr durch den Skagerrak zu kontrollieren, feindliche Bewegungen zu verhindern und natürlich die jeweiligen Küsten zu verteidigen.
Die Geschütze hatten je nach Granate eine Reichweite von 55km. Leider waren sie aber nicht sehr genau. Die Deutschen selbst sprachen von einer Streuung von 400m auf die Maximaldistanz.

Die Geschütze sind nicht mehr da (in Kristiansand steht noch ein voll installiertes Geschütz). Allerdings ist das Rohr eines solchen Geschützes vor dem Museum aufgestellt. Es ist 19 Meter lang!
Die Festungsanlagen von 3 der 4 Geschütze sind noch vorhanden und in einer dieser Anlagen wurde nun das Museum eingerichtet. Jede der Anlagen war eine vollständig eingerichtete Festung, in der die Besatzung von rund 100 Mann monatelang lebte.
Für mich war es sehr interessant zu sehen, dass diese Anlagen innen praktisch genau gleich aussieht und eingerichtet ist, wie unser eigenen, alten Bunker der drei Festungen in den Alpen. Als hätte der gleiche Architekt gebaut. Und wie in allen Festungen, die nicht klimatisiert sind, war es konstant kühl dort unten. Das spürt umso mehr, wenn draussen Sommerwetter herrscht. 🙂

Morgen fahr ich weiter nach Aalborg. Dort habe ich gestern am Flughafen meinen Mietwagen abgeholt. Der Kreis schliesst sich also.

In Aalborg werde ich das Wochenende verbringen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Im Norden Dänemarks

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Die heutige erste Etappe in Dänemark begann völlig untypisch mit einer Taxifahrt.
Da ich bei der Organisation der Reise vor mehr als einem halben Jahr in Frederikshavn keine Autovermietung fand, die national operiert (das heisst ich kann den Mietwagen woanders zurückgeben als ich ihn übernommen habe), musste ich meinen Mietwagen am Flughafen in Aalborg bestellen und einen Transport von Frederikshavn nach Aalborg organisieren.
Ich fand im Netz ein Taxiunternehmen, welches solche Airportshuttles zu einem Fixpreis anbot.
Also bin ich heute erst einmal Dreiviertelstunden und 65km mit dem Taxi nach Süden gefahren, habe meinen Mietwagen übernommen und bin dann wieder in den Norden gefahren. 😉

Ich habe gemerkt, dass ich mich in den letzten fünf Wochen in Schweden an einiges gewöhnt habe, das nun anders ist.
Zum Beispiel gilt in Dänemark innerorts so generell einen Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h, dass das am Ortseingang nicht signalisiert wird. Das Ortsschild markiert den Beginn der 50er Zone. Anfang wunderte ich mich über die blinkenden Geschwindigkeitstafeln („Sie fahren ….“ und ein Smiley oder eben nicht). Nun hab ich’s begriffen. 😉
Viel einschneidender ist der Umrechnungskurs der dänischen Krone zum Franken. Die dänische Krone ist viel stärker als die schwedische Krone. Für die Schweden ist Dänemark als Urlaubsland in letzter Zeit sehr viel teurer geworden. Einzige Ausnahme: Alkohol ist hier weniger stark besteuert als in Schweden, aber immer noch viel mehr als bei uns. 😉
Wenn in den letzten Wochen 100 schwedische Kronen ca CHF 8.50 waren, sind nun 100 dänische Kronen ca CHF 14.–. Also ist Vorsicht geboten bei der Umrechnung.
Im Übrigen hatte ich schon bei der Buchung das Gefühl, dass Dänemark teurer ist als Schweden. Das dürfte am Umrechnungskurs liegen.

Und ich schlage mich wieder mit einer weiteren Fremdsprache herum, die ich definitiv nicht verstehe. Allerdings sind Schwedisch und Dänisch doch so nahe, dass die beiden Nationen einander gegenseitig zu verstehen scheinen.
Ein schönes Beispiel ist die Krimiserie „Die Brücke“ (Original in dänisch „Broen“ und in schwedisch „Bron„), welche ich auf Netflix in der Originalversion geschaut habe. Da sprechen die Polizisten aus Kopenhagen dänisch und die Polizisten aus Malmö natürlich schwedisch. Kein Problem.
Da ich weder die eine noch die andere Sprache verstehe, geschweige denn spreche, muss ich das glauben.
Allerdings scheint mir die Sprachmelodie des Dänischen viel schwieriger als bei Schwedisch. Und ich muss neue Worte für den Alltag lernen: „Øl“ heisst hier Bier. 😉 Und „Is“ heisst Eis, was vorher in Schweden „Glass“ hiess.
Trinkgeld ist in Dänemark nicht üblich, während in Schweden 10% völlig normal sind und erwartet werden. Die habe dort sogar ihre Kreditkartenleser so programmiert, dass man beim Bezahlen aufgefordert wird, den Totalbetrag einzutippen. So kann man die Rechnung um das Trinkgeld erhöhen.

Heute bin ich bis an die Nordspitze von Dänemark gefahren. Der Ort heisst Grenen und liegt in der Gemeinde Skagen.
Hier treffen die Nordsee und der Kattegat aufeinander.
Der Ort ist einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dänemarks. Laut Fremdenverkehrsbüro kommen pro Jahr über eine Million Touristen hier her. Und an einem Tag wie heute mit strahlender Sonne kam es mir vor, auf den eineinhalb Kilometer Sandstrand zum nördlichsten Punkt findet eine Völkerwanderung statt.
Aber ich habe noch eine weitere Beobachtung gemacht, die ich weit beindruckender fand als der schöne Sandstrand. Nämlich die ununterbrochene Kette von Tankern und Containerschiffe, die von Norden nach Süden und umgekehrt durch den Kattegat fährt. Die sieht man vom Strand aus bei gutem Wetter nämlich sehr gut. Da herrscht richtig Verkehr auf dem Wasser. Und keines der Schiffe ist klein. 🙂

Morgen besuche ich hier in Hirtshals erst einmal das Nordsøen Oceanarium, das hier beim Hotel gleichgegenüber liegt. Ein Ticket kriege ich im Hotel mit Rabatt.
Gegen Mittag werde ich mich dann auf den Weg nach Hanstholm an der Westküste machen werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Über den Kattegat nach Dänemark

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Heute hatte ich in Göteborg früh Tagwache: um 06:00.

Nach Frühstück und Packen ging’s mit dem Taxi zum Terminal der Firma Stena Line, die die Fährverbindung nach Frederikshavn in Dänemark betreibt.
Das Terminal kann sich sehen lassen: eigenes Parkhaus, Wendeplatz speziell für Taxis direkt vor dem Eingang, 4 Check-In Schalter, Gangway zum Schiff, damit man bei Regen nicht nass wird, etc.
Entsprechend gross auch die Fährschiffe: 9 Decks, wobei Deck 3 – 6 für Autos und Lastwagen reserviert sind, an Bord mehrere Restaurants, Spielsalons, Glückspielautomaten, eine Hundetoilette! und eine +Lounge. Die habe ich mir gegönnt. Ruhe, Sessel, gratis Getränke und Frühstück (hatte ich allerdings schon im Hotel) und nur drei Schritte neben dem Ein- und Ausgang. Ich konnte in Ruhe ein paar Bilder bearbeiten, denn die Fahrt dauerte dreieinhalb Stunden.
Das Witzige dabei ist, dass die Lounge mehr gekostet hatte als das Ticket für die Überfahrt.
Alles in allem kostete die Überfahrt €49.–. Davon waren aber ganze €28.– für die Lounge. 😉
Die restlichen €21.– teilten sich auf in €16.– für das Ticket und €5.– für Hafengebühren.

Während der Überfahrt regnete es. Aber es gab kaum Wind und die See war ruhig. Ich habe kaum gemerkt, dass ich auf einem Schiff fuhr.

Hier in Frederikshavn regnete es den ganzen Nachmittag ganz leicht. Gerade so wenig, dass man keinen Schirm brauchte, aber so viel, dass man mit der Zeit eben doch nass wurde. Über der Stadt hing ein Regenschleier, fast wie Nebel. Fernsicht auf das Meer gab es keine.
Mit aufkommenden Wind verzog sich der Regen dann aber am späteren Nachmittag.

Ich bin ein bisschen in der Innenstadt herumspaziert. Aber wegen dem Regen, und auch, weil es kaum Sehenswürdigkeiten gibt, habe ich mich dann irgendwann auf die Terrasse eines Cafés gesetzt (unter einen grossen Schirm), Kaffee getrunken und etwas gelesen. Wie gesagt, das Wetter wurde trockener, aber die Wind wurde stärker. So musste ich nicht ins Innere des Cafés.

Morgen fahre ich mit einem Shuttle an den Flughafen Aalborg, wo ich meinen nächsten Mietwagen übernehmen will.
Dort beginnt dann der Roadtrip Dänemark. Erste Station wird Hirtshals sein.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Göteborg zum Zweiten

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Heute habe ich ausgeschlafen. 😉
Frühstück erst um 09:30. Das passiert selten, weil ich ja nicht die ganze Reise verschlafen, sondern möglichst viel sehen will. 🙂
Ausserdem sind die Frühstückszeiten in den meisten Hotels so gelegt, dass es eigentlich nur am Wochenende möglich ist, auszuschlafen.
Aber da ich gestern schon in der Stadt war, und da ich genau wusste, wohin ich heute wollte, und weil nicht mit Spitzenwetter zu rechnen war (in der Nacht hat es ausgiebig geregnet), und weil ich morgen schon um 06:00 aufstehen muss, blieb ich heute so lange wie möglich liegen, ohne das Frühstück zu verpassen.

Nach dem Frühstück machte ich mich mit der Kamera auf in Richtung Wasser. 🙂
Mein Ziel war das Marinemuseum im Hafen. Aber ich streifte erst noch ein wenig durch die Stadt, auf der Suche nach ein paar Motiven. Dazu gehören in einer Stadt immer auch die sogenannten „Menschen auf der Strasse“. Das sind Bettler, Obdachlose, Strassenmusiker, Schausteller, Nepper, Spieler und auch moderne Missionare.
Seit ich 1986 im Londoner St. James Park mit meiner analogen NIKON FE die ersten dieser Bilder schoss, hat sich bei mir im Laufe der Zeit ein umfangreiches Archiv an schwarz/weissen Bildern angesammelt, das ich unter dem Titel „Menschen auf der Strasse“ auf meiner Homepage in eine Galerie geladen habe.
Heute sind dort drei neue Bilder dazugekommen.

Unten am Hafen, gleich neben der Oper fand ich dann Maritinam, das Marinemuseum von Göteborg.
Im Gegensatz zum Marinemuseum in Karlskrona, das in einem grossen Gebäude untergebracht ist und mehrere Ausstellungen hat, besteht das Maritiman darin, dass mehrere ausser Dienst gestellte Schiffe miteinander vertäut am Pier liegen. Diese Schiffe können selbst erkundet werden, und an Bord findet man immer wieder Tafeln, welche zum Einen die Schiffe vorstellen und zum Anderen Details zum Einsatz oder, bei Kriegsschiffen, zur Bewaffnung geben.
Das grösste Schiff, das dort liegt, ist der Zerstörer HMS Småland. Er ist die Hauptattraktion des Museums. Der letzte Zerstörer der schwedischen Marine, der noch existiert, wurde 1979 ausser Dienst genommen. Zerstörer waren sehr schnelle, schwer bewaffnete Kriegsschiffe. Man sieht schon von aussen, dass die Småland vor Waffen nur so strotzte. Diese Schiffe waren gebaut worden, um auf See seinen Willen durchsetzen und Handelsschiffe vor Angriffen schützen zu können.
Daneben liegen noch ein Schlepper, ein U-Boot, ein Vorpostenboot, Löschboot und ein sogenanntes Feuerschiff. Letzteres war nicht anderes als ein schwimmender Leuchtturm, der andere Schiffe von Untiefen warnen sollte.
Als ich die deutsche Bezeichnung und Beschreibung dieses Schiffs im Museum las, erinnerte ich mich an einen Roman mit dem Titel „Das Feuerschiff“ von Siegfried Lenz, den wir in der Mittelschule lesen mussten. Ich erinnere mich allerdings nicht mehr an den Inhalt des Buches. Ist ja schliesslich schon über 40 Jahre her… 😉

Der Himmel war den ganzen Tag bewölkt, auch wenn der Wind die Wolken umher blies. Gelegentlich nieselte es. Aber niemals so stark, dass man einen Regenschirm gebraucht hätte. Und die Temperaturen waren wie gestern gerade noch warm genug, dass man in T-Shirt und Short raus konnte.

Ich machte danach einen gemütlichen Spaziergang durch die gegen Mittag doch recht hektisch gewordene Stadt, suchte noch ein paar interessante Sujets (sprich „Menschen auf der Strasse„), und genehmigte mir auch noch einen schönen Kaffee.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit Lesen in verschiedenen Restaurants und mit der Bearbeitung erster Bilder von heute. Diese sind wie immer in der Schweden/Dänemark Galerie hochgeladen.

Morgen setze ich meine Reise fort.
Um 09:00 fährt die Fähre nach Dänemark los. Einchecken ist ca eine Stunde vorher.
Die Überfahrt dauert bloss 3 Stunden. Ich hoffe auf ruhiges Wetter. Abgesehen von einem gewissen Regenrisiko sagt die Wettervorhersage aber nichts Besonderes.
Kurz nach Mittag sollte ich dann in Frederickshavn auf dänischen Boden kommen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Erster Tag in Göteborg

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Heute war es im Hotel wesentlich ruhiger. Die Metallica Fans checkten nach und nach aus und fuhren nach Hause. Aber vor allem gab es beim Frühstück und später in der Lobby/Bar keine laute Musik mehr. 🙂
Gelegentlich begegnete man noch dem einen oder anderen Fan in der Stadt. Ich nehme an, deren Flug oder Zug wird wohl erst am späteren Nachmittag oder Abend geplant gewesen sein.
Immerhin, man muss sich das einmal vorstellen:
Metallica gaben am Freitag und Sonntag je ein Konzert im ausverkauften Ullevi-Stadion.
Ich weiss nicht genau, wie viele Leute da Platz haben; auf jeden Fall über 50’000.
Wer sich ein Bild machen will, der schaue sich dieses Video vom Konzert am Freitag,16.06.2023 an.
Auch wenn nicht alle Konzertbesucher in der Stadt übernachteten, und auch wenn viele von denen zwei Konzerte schauten, weil die Band jeweils eine andere Show machte, kann man getrost von einer höheren fünfstelligen Anzahl Übernachtungen in Göteborg bloss wegen der Konzerte ausgehen. Mein Hotel war jedenfalls ausgebucht.
Zum Glück hatte ich mein Zimmer schon im November 2022 gebucht. Später hätte ich wohl etwas Mühe gehabt, an diesem Wochenende überhaupt ein Zimmer in Göteborg zu kriegen. 😉

Ansonsten bin ich heute ein bisschen durch die Stadt gebummelt und habe verschiedene Orte erkundet.
Und ich habe eines der für mich wichtigsten Souvenirs der Reise gekauft: zwei T-Shirts aus dem Hard Rock Cafe Göteborg. Ich kaufe nur sehr wenige Souvenirs. Dafür habe ich meine Bilder.
Aber in jeder Stadt, die ich besuche und in der es ein Hard Rock Café gibt, kaufe ich ein oder zwei solcher T-Shirts. 😉
Leider wurde das Hard Rock Café in Oslo geschlossen. Von dort habe ich leider kein T-Shirt. 😦
Ich werde in Kopenhagen zwingend auch noch ein Hard Rock Café T-Shirt kaufen müssen, weil mein aktuelles Hard Rock Café Kopenhagen T-Shirt wegen Flecken, die sich nicht mehr rauswaschen liessen, entsorgt werden musste.

Das Wetter heute war vor allem bewölkt. Zwar war es warm genug für Shorts und T-Shirt, aber die Sonne zeigte sich kaum. Und am Nachmittag gab es dann noch einen leichten und kurzen Regenschauer.

Morgen werde ich meine Kamera mit auf meinen Streifzug nehmen.
Mich interessiert dann vor allem die Gegend am Wasser. Dort befindet sich auch das Marine-Museum, das mir vor ein paar Tagen von einem Schweden empfohlen wurde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Die letzte Etappe in Schweden

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Heute bin ich die letzte Etappe in Schweden gefahren.
Nun bin ich in Göteborg, wo ich drei Nächte bleiben werde, bevor ich meine Reise mit einer Fahrt über den Kattegat nach Dänemark fortsetzen werde.

Somit sind gut zwei Drittel der Skandinavien-Tour 2023 vorbei. Das waren 31 Tage, 30 Hotelübernachtungen, 19 Etappen und gute 4’500 Kilometer.
In drei Tage geht’s dann in Dänemark weiter.

Etwas war heute anders als in den letzten 30 Tagen: Es regnete den ganzen Tag.
Nach 30 Tagen Sonnenschein auf der ganzen Tour, kam heute der Regen. Die ganze Etappe durch hatte ich mehr oder weniger starken Regen. Erst in der Nähe von Göteborg liess der Regen nach, und im Moment regnet es in der Stadt nicht. Es hat aber grosse, schwarze Wolken am Himmel. Ich gehe deshalb davon aus, dass da noch etwas runterkommt.

Die Fahrt lief ruhig. Heute ist Sonntag. Da war es auch auf den Strassen etwas ruhiger.
Ich machte auch nur einen Kaffeehalt in Åmål. Eigentlich schade, dass es regnete, denn Åmål liegt direkt am Vänern und hat einen kleinen Jachthafen. Ich kann mir vorstellet, dass es dort bei gutem Wetter ganz hübsch sein kann.
Jetzt war es einfach etwas trüb und ich brauchte zum ersten Mal auf dieser Reise meine Regenjacke…

Ich hatte damit gerechnet, dass die Einfahrt ins Zentrum von Göteborg eine Herausforderung werden könnte. Göteborg ist eine Grossstadt mit über 500’000 Einwohnern und entsprechendem Verkehr. Und ich musste zum Hauptbahnhof, um dort bei Hertz meinen Wagen abzugeben. Also mitten hinein.
Nun, es war Anfangs tatsächlich eine Herausforderung. Aber nicht wegen dem Verkehr (zum Glück ist heute Sonntag), sondern wegen der Baustellen. Rund um den Hauptbahnhof wird gebaut, und genau die Zufahrtstrassen, in die mich Google Maps einwies, waren gesperrt. 😦
Ich fuhr fast eine Stunde hin und her (in einer Stadt, die ich nicht kenne), bis ich einen Zubringer zum grossen Parkhaus fand, in dem ich im 6. Stock dann meinen Wagen abstellen und den Schlüssel an einem Automaten abgeben konnte.

Das Gute an dem Parkhaus ist, dass es nur 200 Meter von meinem Hotel entfernt ist. Also war ich mit meinen zwei Koffern relativ rasch dort.

Als ich im Hotel eincheckte, traf mich fast der Schlag.
In der Hotelbar und in der Lobby (und im Hotelrestaurant) dröhnt in ohrenbetäubender Überlautstärke Heavy-Metal-Musik, und überall sassen Leute mit langen Haaren, Tattoos, Ketten und Metallica T-Shirts. Ich erinnerte mich spontan an einen Spruch, der ein inzwischen leider verstorbener Schulfreund einst prägt: „Das wurde bestimmt neben einer Baustelle aufgenommen. So laut sind nur Presslufthämmer.
Es stellte sich heraus, dass sich die amerikanische Heavy-Metal-Band Metallica auf Welttournee befindet und heute das zweite Konzert in einem Station in Göteborg gab. Ich hoffe, morgen ist der Spuk vorbei, die Freaks sind wieder abgezogen, und es ist in der Hotelbar wieder ruhiger.
Ich mag Heavy-Metal und ich mag teilweise auch Metallica. Aber nicht in dieser Lautstärke und bitte nicht diese Freaks.
Ausserdem liegt mein Heavy-Metal Geschmack bei Bands, die ihren Höhepunkt in den 70ern hatte, wie Led Zeppelin, Deep Purple und AC/DC.

Morgen mache ich mal einen ersten Spaziergang durch die Innenstadt und schaue, was es da so gibt.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Noch einmal nach Norden

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Die zweitletzte Etappe in Schweden führte mich heute noch einmal nach Norden. Ich fuhr von Jönköping, das am Südende des Vättern, dem zweitgrössten See Schwedens liegt,  nach Karlstad ans Nordufer des Vänern, dem grössten See des Landes (5.519,1 km²).

Obschon die Strecke mit gut 250 km heute etwas länger war als die letzten Etappen, habe ich auch heute noch ein paar Umwege eingebaut, um von der Autobahn herunterzukommen.
Da stiess ich zufällig auf dem Gemeindegebiet von Falköping auf ein altes Kloster, respektive dessen Ruinen. Ich habe einen dieser braunen Wegweiser gesehen, mit denen Sehenswürdigkeiten angezeigt werden, und bin einfach abgebogen.

Das Kloster Gudhem stammt aus dem 12. Jahrhundert und gehörte den Zisterzienserinnen.
Das Kloster war zeitweise sehr reich und stand unter dem Schutz des Königshauses, bis es im 16. Jahrhundert niederbrannte. Die Ruinen wurden dann im 20. Jahrhundert ausgegraben und konserviert.

Auch heute war hier wieder ein recht warmer Sommertag. Am Morgen sah es erst einmal nicht danach aus. Beim Aufstehen habe ich zum ersten Mal auf dieser Reise einen völlig wolkenverhangenen Himmel gesehen. Die Wolken verschwanden aber dann recht schnell, und bei meiner Abfahrt in Jönköping hatte die Sonne wieder die Oberhand gewonnen.

Morgen nehme ich die letzte Etappe in Schweden unter die Räder, und fahre nach Göteborg. Das sind die letzten 250 km auf schwedischem Boden.
Die Hertz-Station in Göteborg befindet sich am Hauptbahnhof, keine 200 Meter von meinem Hotel entfernt. Das ist ganz praktisch, da ich mit zwei vollen Koffern und einem Rucksack zu Fuss hin muss.
In Göteborg werde ich drei Nächte bleiben und mir die Stadt ein wenig ansehen.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Jönköping

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Wie gestern schon angekündigt, habe ich es heute in Jönköping (wird hier in etwa „Jönschöping“ ausgesprochen) etwas ruhiger angehen lassen.
Trotzdem war ich am Morgen ca 3 Stunden in der Fussgängerzone im Zentrum unterwegs und habe mir die Gegend zwischen den Seen angeschaut

Jönköping liegt an einem grossen See, dem Vättern. Das ist der zweitgrösste See Schwedens, in dem auch ein Ungeheuer leben soll. Weiter gibt es auf dem Stadtgebiet noch zwei kleinere Seen, den Munksjön und den Rocksjön.
Das Stadtzentrum liegt quasi zwischen dem Vättern und dem Munksjön.

Den Rest des Tages habe ich in der Bar/Lobby des Hotels damit verbracht, bei einem Kaffee zu lesen und Bilder zu bearbeiten.

In der Stadt wurde es inzwischen laut.
Schon zum dritten Mal nach Malmö und Växjö habe ich heute den lärmigen Schulabschluss schwedischer Mittelschüler miterlebt. Allerdings waren die hier im Vergleich zu Malmö geradezu gesittet. Die Lastwagen mit der lauten Musik und den Schülern mit den Trillerpfeifen fuhren offenbar nur einmal durch die Stadt. Danach war im Grossen und Ganzen Ruhe. 🙂

Morgen fahre ich nach Karlstad. Das wird mit über dreihundert Kilometer eine etwas längere Etappe. Gleichzeitig ist es die zweitletzte Etappe in Schweden, bevor ich dann am Sonntag nach Göteborg fahre, wo ich den Wagen abgeben werde.

Stay tuned.

Skandinavien 2023: Heute bin ich einem Reh, einem Hasen, einem Bären und einem Dinosaurier begegnet

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Da die heutige Fahrtstrecke von Halmstad nach Jönköping mit maximal zweieinhalb Stunden Autobahn so kurz wie auch langweilig gewesen wäre, habe ich neben ein oder zwei Stopps einen „Umweg“ nach Borås eingebaut. Daraus resultierte eine längere, schöne und gemütliche Fahrt über Land und durch die schwedischen Wälder. Dabei ist mir unter anderem ein Reh mit Kitz vor dem Auto durchgelaufen.

Mein erstes Zwischenziel war das Landeryds Järnvägsmuseum, das Eisenbahnmuseum von Landeryd.
Doch leider hatte das Museum heute nicht geöffnet. Ich war am falschen Tag dort, wie so oft schon auf dieser Reise.
Also blieb es bei ein paar Bildern von alten Lokomotiven, die vor dem Gebäude standen.

Nächste geplante Station war dann schon Borås. Allerdings erst eineinhalb Stunden Landfahrt später. Und was soll ich sagen? Ich habe einen weiteren Zoo entdeckt. 🙂
Als ich gemütlich in Richtung Stadtzentrum fuhr und einen Parkplatz suchte, um dann in der Stadt einen Kaffee zu trinken, sah ich plötzlich einen Wegweiser mit dem Wort „Djurparken„.
Also habe ich sofort den Plan geändert und bin den Wegweisern gefolgt. 🙂

Der Zoo von Borås ist ein klassischer Tierpark. Er ist sehr weitläufig und die Gehege sind auch sehr gross. Die halten dort nur grössere Tiere (das Kleinste dürften die Zwergziegen gewesen sein). Also keine Reptilien, Amphibien oder Fische.
Der Park ist auf Familien mit Kindern ausgerichtet. Es gibt viele Picknicktische und einen riesigen Spielplatz. Und natürlich darf auch der Streichelzoo nicht fehlen. Und am Eingang können kleine Wagen gemietet werden, mit denen man seine ganze Habe (inkl Windelpakete, Flaschen und Sandwiches) durch den Zoo ziehen kann.
Im nordischen Teil bin ich dann eben den Braunbären begegnet. Ich finde es toll, dass Zoos in Schweden einen Teil ihrer Fläche für nordische Tiere (also ihre eigenen) einrichten. So sieht man auch keine amerikanischen Bisons, sondern Wisente, die im Norden wild vorkommen.
Kurz vor dem Ausgang gibt es auch noch einen Dinosaurierpark. Dort stehen im Wald mehrere lebensgrosse Figuren verschiedener Saurierarten. Einige der Modelle sind sogar mechanisch animiert und bewegen Kopf und Klauen. Das Ganz ist ganz gut gemacht.

Nach etwas mehr als zwei Stunden machte ich mich völlig verschwitzt auf die Fahrt hierher nach Jönköping.
Verschwitzt deshalb, weil die Sonne heute ganz schön einheizte. Mein Auto zeigte zweitweise eine Aussentemperatur von 29 Grad an. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass dieser Wert vor allem der von der Sonne aufgeheizten Karosserie geschuldet war, war es ganz schön heiss, wenn man nicht im Schatten stand.

Hier in Jönköping bleibe ich bis Samstag. Morgen schalte ich quasi einen „Ruhetag“ ein. Nach 28 Tagen ständig auf Achse und Besichtigungen brauche ich den jetzt. Also ausser einen gemütlichen Spaziergang durch das Stadtzentrum werde ich morgen nichts unternehmen.

Übrigens: Als ich heute Abend nach dem Abendessen einen Verdauungsspaziergang machte, kreuzte doch tatsächlich in einem kleinen Park mitten in der Stadt ein Hase meinen Weg. Es war der dritte Hase, den ich bisher in Schweden gesehen hatte, aber definitiv der erste mitten in einer Stadt.

Stay tuned.