
Heute fuhr ich also von Hanstholm am Skagerrak zurück nach Aalborg, wo ich vor zwei Tagen am Flughafen meinen Mietwagen übernahm.
Die Strecke ist ziemlich kurz, wenn man sie direkt fährt. In maximal eineinhalb Stunden ist man in Aalborg, wenn man will.
Deshalb fuhr ich erst einmal ein bisschen nach Süden an den Limfjord. Den überquerte ich an der engsten Stelle bei Aggersund.
Dort gibt es auch die Überreste der Aggersborg, der grössten Wikingersiedlung in Dänemark. Der Wall, den man heute noch sieht, hat einen Innendurchmesser von 240 Metern.
Viel mehr als den Wall sieht man allerdings nicht mehr. Und bei den Ausgrabungen fand man diverse Artefakte von Alltagsgegenständen. Weil aber die Wikinger mit Holz bauten, geben nur noch die gefundenen Pfahllöcher Auskunft über die Häuser innerhalb des Walls. Neben der Aggersborg steht eine Kirche, die aber nicht in direktem Zusammenhang mit der Wikingerburg steht.
Klar scheint auch, dass die Aggersborg dort gebaut wurde, um den Verkehr in und aus dem Limfjord zu kontrollieren.
Den Limfjord überquerte ich an der engsten Stelle über die Aggersundbroen, einer zweispurigen Zugbrücke.
Vorher hatte ich noch kurz Halt an einer „Raststätte“ gemacht, die mir gestern auf der Hinfahrt schon aufgefallen ist. Da standen, wie sonst bei keiner anderen Raststätte gesehen, zwei mit Schilf bedeckte Häuser.
Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Vogelbeobachtungsstation handelte, das Vejlernes Naturcenter. Entsprechend traf ich dort wieder auf Vogelkundler. Die mit den teuren und qualitativ sehr guten Ferngläsern und Fernrohren auf Stativen. Offenbar gibt in dem Feuchtgebiet, das direkt an den Limfjord grenzt, eine grosse Vielfalt an Vogelarten, die geschützt werden.
Mein letztes Ziel, bevor ich dann ins Hotel fuhr, war der Aalborg Zoo.
Das ist ein grosser Zoo mitten in der Stadt. Tatsächlich dauerte die Fahrt von dort zum Hotel weniger als 5 Minuten.
Der Zoo hat ein vielfältiges Spektrum an Tieren, deren Zusammensetzung man als klassisch bezeichnen könnte. Es gibt dort Tiger, Löwen, Giraffen, Elefanten, Seelöwen, Pinguine, Erdmännchen (natürlich), Krokodile, etc. Es gibt auch einen Garten mit Dinosauriermodellen in Lebensgrösse wie im Borås Djurpark in Schweden.
Und alles ist stark auf Familien ausgerichtet. Heute war der Teufel los: Samstag und schönes Wetter.
Das schreit doch gerade für einen Familienausflug mit Kind und Kegel. Auch Hunde durften natürlich nicht fehlen (was ich immer noch nicht verstehe).
Der ganze Zoo schien ein schreiender Kinderspielplatz zu sein. Oft hatte ich das Gefühl, dass Mami & Papi mehr an den Zootieren interessiert waren als die Kleinen. Falls die überhaupt alt genug waren, zu begreifen, wo sie waren.
Auch die Unsitte, mit den Kinderwagen überall rein zu müssen, und die verd…. Kinderwagen auf Gehwegen und direkt vor den Gehegen zu parkieren, wurde reichlich praktiziert.
Wenn sich drei so „Glucken“ mit ihren verd…. Kinderwagen direkt vor einem Gehege zum Gruppenschwatz treffen (keinen von denen hat ins Gehege zu den Pavianen geschaut), und so den anderen Leute den Zugang zum Gehege blockieren, muss ich mich schon arg zusammennehmen, damit nicht eine dieser Leggins tragenden Birkenstock-Mamsells plötzlich bei den Affen landet. Das wäre ein Spass. Was die Affen mit der anstellen würden… 😉
Ich erinnere mich an ein Fazit, dass ich 1990 bei meinem ersten Besuch im Zoo von Kopenhagen gezogen hatte: „Wenn ich reich werden will, ziehe ich nach Dänemark und produziere und verkaufe Kinderwagen.“
Das war schon damals so schlimm.
Hier in Aalborg bleibe ich nun bis Montag. Morgen schaue ich mir die Innenstadt und den Hafen ein bisschen. Ansonsten wird es einfach auch für mich Sonntag sein. 🙂